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2 Kundenbewertungen

Neue Erzählungen von Judith Hermann In einem einzigen Moment ändert sich ein ganzes Leben. Ein Fotograf betrachtet seinen Adoptivsohn, interessiert und distanziert, und vielleicht wird über diesem Blick alles zerbrechen. Ein alter Mann glaubt sich an eine Umarmung zu erinnern, die viele Jahre zurückliegt. Wie nah können wir den Menschen sein, die wir lieben? Kinder, Exzentriker, ein Vater, der aus der Psychiatrie verschwindet – Menschen kreuzen unseren Lebensweg, begleiten uns, machen uns glücklich und bleiben unfassbar. In kurzen Erzählungen spürt Judith Hermann diesen alles entscheidenden…mehr

Produktbeschreibung
Neue Erzählungen von Judith Hermann In einem einzigen Moment ändert sich ein ganzes Leben. Ein Fotograf betrachtet seinen Adoptivsohn, interessiert und distanziert, und vielleicht wird über diesem Blick alles zerbrechen. Ein alter Mann glaubt sich an eine Umarmung zu erinnern, die viele Jahre zurückliegt. Wie nah können wir den Menschen sein, die wir lieben? Kinder, Exzentriker, ein Vater, der aus der Psychiatrie verschwindet – Menschen kreuzen unseren Lebensweg, begleiten uns, machen uns glücklich und bleiben unfassbar. In kurzen Erzählungen spürt Judith Hermann diesen alles entscheidenden Momenten nach, die man so leicht übersieht. So konzentriert wie leicht setzt sie die Worte, zwischen denen sich das unbeschreibliche Drama der Existenz zeigt. (Laufzeit: 3h 30)
  • Produktdetails
  • Verlag: Der Hörverlag
  • Gesamtlaufzeit: 210 Min.
  • Erscheinungstermin: 30.05.2016
  • ISBN-13: 9783844522358
  • Artikelnr.: 45095126
Autorenporträt
Hermann, Judith
Judith Hermann wurde 1970 in Berlin geboren. Ihrem Debüt »Sommerhaus, später« (1998) wurde eine außerordentliche Resonanz zuteil. 2003 folgte der Erzählungsband »Nichts als Gespenster«. Einzelne dieser Geschichten wurden 2007 für das Kino verfilmt. 2009 erschien »Alice«, fünf Erzählungen, die international gefeiert wurden. 2014 veröffentlichte Judith Hermann ihren ersten Roman, »Aller Liebe Anfang«. Für ihr Werk wurde Judith Hermann mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis. 2016 erschienen die Erzählungen »Lettipark«. Die Autorin lebt und schreibt in Berlin.Literaturpreise: Blixenprisen 2018 für »Lettipark«Erich-Fried-Preis 2014Friedrich-Hölderlin-Preis 2009Kleist-Preis 2001Hugo-Ball-Förderpreis 1999Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 1999
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Im Erzählungsband "Lettipark" begegnen sich Figuren. Viele von ihnen treffen einander nicht zum ersten Mal, auch ihr Blick aufeinander ist nicht plötzlich ein grundlegend anderer. Sie scheinen ihr Leben in einer Art Trance zu verbringen, sodass die Momente und Details, die Judith Hermann schildert, umso schärfer hervortreten. Alle Erzählungen wirken dabei unfertig. Das liegt nicht unbedingt an ihrer Kürze: Vielmehr gibt es Aussparungen dort, wo es spannend werden könnte. Die Verhältnisse der Figuren zueinander lassen sich oft nur erahnen und zum Teil sind die Protagonisten gleichzeitig so fertig miteinander, dass sie es nicht mehr nötig finden, Gedanken mitzuteilen. Motto: "Es macht keinen Sinn, ihn darauf hinzuweisen." So gehen die Figuren, die einander begegnen, häufig auf Distanz zueinander. Im konkreten Fall ein wünschenswerter Zustand oder etwas, gegen das es sich zu kämpfen lohnt? Das Resümee scheint die Autorin mit dem Schlusssatz einer ihrer Betrachtungen zu liefern: "Dass man damit doch aber leben kann." Wer die Erzählungen unter bedeutungsvollen Stichworten liest, wird sicher fündig: Leerstellen für Interpretationen und Fantasie gibt es mehr als genug. Der Minimalismus von Hermann läuft ohne Pointen aber genauso Gefahr, ins Nichtssagende abzudriften.

© BÜCHERmagazin, Melanie Schippling

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 30.05.2016

Ada, Samanta
und die Polizei
Suchbewegung, immer noch: Judith
Hermanns neuer Erzählband „Lettipark“
VON KRISTINA MAIDT-ZINKE
Eigentlich ist doch alles sehr gut gelaufen für Judith Hermann. Die mediale Hyper-Inszenierung, die vor achtzehn Jahren um ihren Debütband „Sommerhaus, später“ veranstaltet wurde, hat sie offenbar ohne Blessuren überstanden. Sie ist ihrem literarischen Verfahren treu geblieben und hat es in den vier Büchern, die seitdem entstanden sind, interessant variiert. Auch durch heftige Verrisse ihres bislang einzigen Romans hat sie sich nicht beirren lassen: Dass sie in ihrem neuen Band „Lettipark“ wieder zu jenen Kurz- und Kürzestgeschichten zurückgekehrt ist, denen sie ihren frühen Ruhm verdankt, möchte sie ausdrücklich nicht als Bankrotterklärung gegenüber der größeren epischen Form verstanden wissen.
  Mittlerweile sieht sie ihrem legendären Autorinnenfoto von 1998 nur noch entfernt ähnlich, und sie hat sich auch sonst gegen das Etikett der melancholischen Zeitgeist-Madonna mit Pelzkrägelchen, das ihr damals angeheftet wurde, recht energisch behauptet. Inzwischen weiß man, dass sie, als Erzählerin so etwas wie eine Ikone des Ungesagten, im richtigen Leben zwar öffentlichkeitsscheu, aber durchaus gesprächig ist und gern Auskunft gibt über ihre Arbeit, auch auf die Gefahr hin, damit die notorisch geheimnisträchtige, im wahrsten Sinne schleierhafte Aura ihrer Texte zu beschädigen.
  Unversehrt erhalten hat sich über all die Jahre der Konsens, dass Judith Hermann eine der wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen sei, deren Schaffen es mit größter Aufmerksamkeit zu beobachten gelte. Und auch wenn die Urteile dann jeweils gemischt ausfallen, ist dies nicht die schlechteste Voraussetzung, um ein schriftstellerisches Projekt weiterzuverfolgen. Denn von einem „Projekt“ kann man gewiss sprechen, wenn jemand mit äußerst reduzierten stilistischen Mitteln unermüdlich die Suche nach dem poetischen Moment betreibt. Nach dem Augenblick, in dem sich eine komplexe menschliche Erfahrung – ein unbewältigtes Gefühl, ein unentwirrbares Beziehungsgeflecht, eine unbegriffene Lebenssituation, ein unbestimmtes Sehnen – in einem knappen, präzisen und zugleich mehrdeutig changierenden Bild verdichten lässt.
  Dass es Judith Hermann um diese Momente geht, hat sie gelegentlich mitgeteilt; dass sie ihre Texte an den allerbesten Stellen zum Leuchten bringen, ist ihr oft genug bescheinigt worden. Im neuen Erzählungsband „Lettipark“ wird mehr denn je sichtbar, wie zielbewusst sie darauf hinschreibt – die Frage des Gelingens steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls bedient sie sich routiniert ihres lange erprobten Instrumentariums – Lakonie, Parataxe, Beschreibungsaskese, Ironiefreiheit – und beschränkt sich wieder auf ein Personal, das unverkennbar ihrer persönlichen Lebenswelt entstammt, wie schon in „Sommerhaus, später“.
  Die Figuren, damals junge, leicht lethargische, aber kosmopolitisch umtriebige Kettenraucher(innen) mit einer ziellosen Sehnsucht nach dem „eigentlichen“ Leben, das noch kommen sollte, sind jetzt mehr oder weniger normale, nichtrauchende Mittvierziger mit Kindern und Kegeln, überlebten Freundschaften, Therapieerfahrungen, bröckelnden oder zerbrochenen Beziehungen und pflegebedürftigen Eltern. Manche scheinen in gemäßigt prekären Verhältnissen zu leben, hier und da lugt der Tod schon um die Ecke, aber nach bewährter Hermann-Manier wird dergleichen höchstens angedeutet und dann im Vagen belassen.
  Apropos Manier: Nach wie vor nennt Judith Hermann ihre Figuren geschwisterlich beim Vornamen und neigt dabei zur Überinstrumentation – unter Ada und Sophie, Philipp und Deborah, Martha und Maude, Henry und Samanta geht da gar nichts. Namen mögen eine Marginalie sein, aber hier unterläuft ihre preziöse Internationalität auf seltsam ungelenke Art den Understatement-Ton der Erzählung. Zumal sie im Text so oft wiederholt werden. Wie überhaupt die Wiederholung ein Stilmittel ist, das unfreiwillig komisch wirkt, wenn es Redundanzen zur Bedeutungsschwere aufbläht: „Bojana ruft Selma an und sagt, komm doch vorbei. Komm auf ein Glas Wein vorbei.“ Oder: „Sie wird auf gar keinen Fall ins Haus rübergehen, zu den anderen rübergehen, sie kennt die anderen überhaupt nicht, diese Leute sind Leute, die Carl kennt.“ Oder: „Sie hatte zum ersten Mal in ihrem Leben die Polizei angerufen. Sie hatte die Polizei gerufen, und die Polizei war gekommen . . .“.
  Das mag einmal Effekt gemacht haben als Sound einer Generation, die noch nichts Rechtes zu sagen hatte und es dennoch versuchte, die Zeit vernichten musste beim Warten auf das Ich-weiß-nicht-was. Jetzt aber, da man sich unter Erwachsenen befinden soll, geht dieses Kreiseln um Belangloses leicht auf die Nerven. Und wenn man sich daran erinnert, wie emphatisch Judith Hermann von vielen für ihren Minimalismus und ihre „Kunst des Weglassens“ gelobt wurde, muss man sich fragen, wie genau sie damals hingeschaut hatten.
  Insofern ist nämlich doch nicht alles prächtig gelaufen für die Berlinerin, die schon früh dem Klischee der Hauptstadt-Literatin zu entrinnen versuchte und sich gern auf amerikanische Vorbilder wie Raymond Carver und Alice Munro beruft: Mit dem Hype um ihr Debüt wurde die Latte, an der man ihre Texte misst, so hoch gelegt, dass sie kaum eine Chance hat, auf dem Boden der Tatsachen wieder Fuß zu fassen. Solange man von ihr erwartet, dass sie deutsche Weltliteratur produziert, wird man nicht zu würdigen wissen, was sie wirklich kann: hübsche kleine Erzählungen schreiben, deren Ton und Sujet einen je nach Stimmung berührt oder kalt lässt, die sprachlich oft kleine Widerhaken haben, manchmal durch überschüssiges Pathos und manchmal durch Banalität irritieren, meist jedoch an irgendeiner Stelle einen Zauber entfalten, der damit versöhnt.
  Am besten gelungen erscheinen in „Lettipark“ die Geschichten, in denen die Autorin ein Stück handfester Realität zu fassen bekommt. Gleich in der ersten werden Kohlen geliefert, was anachronistisch anmuten mag, doch in der dörflichen Szenerie, die Hermann rasch skizziert, durchaus stimmig ist: Jüngere Leute sind aufs Land gezogen, in einen verlassenen Bauernhof, und haben sich mit vormodernen Lebensumständen arrangiert. Der Blick der Erzählerin aber ruht auf einem Vierjährigen, dessen Mutter im vorigen Winter gestorben ist, und der nun verständig, „selbstverständlich“, beim Kohlenschippen hilft.
   Über ihn bemerkt sie: „er sah aus wie einer, dem eine unsichtbare Hälfte fehlte, er sah aber auch aus wie einer, der eine halbe Glorie um sich herum hatte.“ Das ist schön gesagt, und es hätte gar nicht mehr der Pointe bedurft, die auf die Überlegung folgt, wie der Tod der Mutter das ganze Leben des Jungen bestimmen würde: „und wir nahmen die Kohlen aus seinen kleinen schmutzigen Händen entgegen wie Hostien“. Hier wird der Kitsch gestreift, und mit solchen Schluss-Apotheosen müsste Judith Hermann vorsichtiger sein, aber das ändert nichts daran, dass ihr zuvor ein berührender Moment geglückt ist.
  Deren gibt es einige in diesem Band, dessen Titel sich übrigens, so weltläufig auch sonst die Schauplätze sind, von einem real existierenden, wohl eher trostlosen Berliner Park herleitet. Man muss sie suchen und dabei über einiges Gestrüpp und ein wenig kunstgewerbliche Ausstattung hinweglesen. Vor allem aber sollte man Judith Hermann Zeit lassen, ihr Projekt zu verfolgen, und nicht von ihr erwarten, dass sie literarische Hostien austeilt.
              
  
  
  
  
Judith Hermann: Lettipark. Erzählungen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016. 192 Seiten, 18,99 Euro. E-Book 16,99 Euro.
Ihrem Projekt – den poetischen Augenblick in Worte zu fassen – bleibt sie treu: Judith Hermann.
Foto: Getty Images
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Unfair findet es Rezensentin Susanne Messmer, dass die Kritik Judith Hermann in den letzten Jahren immer wieder vorwirft, dass sie sich in ihren Erzählungen aus dem Milieu der Berliner Bohème der 90er nie fortbewege. Dabei habe die Autorin ihre "tolle Sprache" seit ihrem ersten Erfolg "Sommerhaus, später" ja noch verfeinert und überhaupt sei es doch gerade enorm spannend, in jeder Weiterentwicklung des Werks beobachten zu können, wie sich die erste junge Nachwende-Generation Berlins seit den Tagen der urbanen Brachlandschaften bis heute entwickelt hat. Nämlich durchaus in Richtung bürgerliche Gesetztheit und Alltagssorgen, erklärt die Rezensentin mit Hermanns neuestem Buch - "ein schwarzes, sehr sehr trauriges" - in der Hand. Als dessen zentrales Thema isoliert die Kritikerin die melancholische Rückschau auf einmal geschlossene Freundschaften, die im Zuge der Verbürgerlichung zerfallen sind und nicht einmal wirklich betrauert werden können. Nur in der Figur einer Greisin, so die Rezensentin, schimmert die Ahnung von Hoffnung auf: Ihr ist es gelungen, ihre Erinnerungen "wie Blätter", ja "wie eine Haut" abzuwerfen, zitiert Messmer die Autorin.

© Perlentaucher Medien GmbH
'Den tänzelnden, federleichten und doch melancholischen Ton, der ihre Leser in 'Sommerhaus, später' sofort hingerissen hat, trifft sie auch in ihrem neuen Buch.' Uwe Wittstock Focus 20160521