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"Blüten des Augenblicks" - das sind 185 kurze Zen-Gedichte, geschrieben von Südkoreas beliebtestem Dichter, der seit einer Reihe von Jahren zu den Favoriten unter den Nobelpreisanwärtern gehört. Sein erster Gedichtband in deutscher Übertragung, "Die Sterne über dem Land der Väter", erschien 1996 im Suhrkamp Verlag. Die neuen Gedichte bezaubern. Etwas von der ursprünglichen Kraft eines schamanischen Trommelsolos pocht in ihnen. Diese "Blüten des Augenblicks" wirken so belebend, als stünde man vor einem Wasserfall, sie stärken wie bester Ginseng, erfrischen wie der frischeste grüne Tee.…mehr

Produktbeschreibung
"Blüten des Augenblicks" - das sind 185 kurze Zen-Gedichte, geschrieben von Südkoreas beliebtestem Dichter, der seit einer Reihe von Jahren zu den Favoriten unter den Nobelpreisanwärtern gehört. Sein erster Gedichtband in deutscher Übertragung, "Die Sterne über dem Land der Väter", erschien 1996 im Suhrkamp Verlag.
Die neuen Gedichte bezaubern. Etwas von der ursprünglichen Kraft eines schamanischen Trommelsolos pocht in ihnen. Diese "Blüten des Augenblicks" wirken so belebend, als stünde man vor einem Wasserfall, sie stärken wie bester Ginseng, erfrischen wie der frischeste grüne Tee.
  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp
  • Artikelnr. des Verlages: 42225
  • Seitenzahl: 154
  • Erscheinungstermin: 17. April 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 226mm x 139mm x 18mm
  • Gewicht: 312g
  • ISBN-13: 9783518422250
  • ISBN-10: 3518422251
  • Artikelnr.: 32453521
Autorenporträt
Un, Ko
Ko Un, 1933 in der Provinz Chollabukdo geboren, verbrachte zehn Jahre in einem buddhistischen Kloster. Sein erster Gedichtband erschien 1960. Es folgten mehr als hundertdreißig Bücher. Er lebt in Anseong, südlich von Seoul.
Rezensionen
Besprechung von 04.04.2012
Vitalgefühl des Nichts

Wortblüten und Sinnrätsel: In seinen Zen-Gedichten "Blüten des Augenblicks" träumt der Dichter Ko Un von einer Wiedervereinigung Nord- und Südkoreas.

Der 1933 geborene Koreaner Ko Un ist ein Apologet der Ganzheitlichkeit, ein Verdichter der Widersprüche: "Ich habe damit begonnen, Gedichte zu schreiben, als wären es Grasbüschel in den Ruinen, die der Koreakrieg zurückgelassen hatte", sagt er im Vorwort seines Gedichtbandes "Blüten des Augenblicks". Sein literarisiertes Leben verbindet Poesie und Politik, Rhetorik und Rebellion.

Von 1952 bis 1962 verbrachte er, gezeichnet vom Krieg, Lehr- und Wanderjahre als Mönch eines Zen-Klosters. Die von Militärdiktaturen begleitete Dichterlaufbahn führte immer wieder zu Festnahmen. Seine in Einzelhaft geborene Vision, biographische Splitter aller Menschen, die ihm bisher begegneten, zu einer "Lebenskette" zu vereinen, schlug sich seit 1986 im Zyklus "10 000 Leben" (30 Bände) nieder. In der siebenbändigen Historiensaga "Paektu-Berg" (1987 bis 1994) wird der "heilige Berg" der Koreaner an der Grenze zu China zum Hoffnungsemblem der Einheit der Nation.

Die in Korea 2001 erschienenen "Blüten des Augenblicks" packen die wortlosen Wahrheiten des Zen in 185 Kurzgedichte. Naturphilosophische Trostbilder beschwören die Aufrichtigkeit von kahlen Lärchen und die Würde schwindenden Schnees. Es sind Grenzgänge zwischen Banalem und Göttlichem, "dieser" und der "anderen" Welt, Dinglichkeit und Spiritualität: ",Ich bin gekommen, Liebste, der strenge Winter, der ist vorbei.' / Das Grab seiner Frau lacht leise."

Ein Vitalgefühl des Nichts wohnt Zeilen inne wie "Neu wie Schulden, die gerade heute beglichen wurden" oder "Neu wie ein Grab, heute erst ausgehoben". Der Dichter wird zum ewig Suchenden, der sich von Konsumversprechungen der Moderne zu lösen trachtet. Im poetischen Wechselspiel der Perspektiven lenkt die Natur als Lehrmeisterin ("Im Schnee, da folgte ich der Spur eines Tiers und schaute zurück - auf meine eigenen Spuren") den Blick zurück auf das illusionäre Selbst. Im Spätwerk sind politische Bezüge verhaltener, die Zweifel, ob die Liebe obsiegen wird, stärker. Kos Naturlyrik trägt im Kreislauf der Wiedergeburten der Ideen den Keim der Empörung an die Nachgeborenen weiter, verbindet Revolution und Zen: "Der erste Regentropfen weckt ein Magnolienblatt auf. Dann dieses Blatt, dann jenes."

Die Solidargemeinschaft der Träumer und ein in Kos Poesie leitmotivischer Wiedervereinigungsgedanke der Familien und Koreas (im Land der Morgenstille sei "mehr Sehnsucht in der Erde begraben als Kohle") erweitern sich zu Dimensionen kosmischen Verbundenseins jenseits der Dogmen und Ideologien: "Zwei Menschen sitzen beim Essen einander gegenüber. Was ganz Alltägliches und doch auch wieder wunderbar."

"Meditation im Zen-Buddhismus ist eine Verneinung von Wort und von Schrift. Doch wenn sie ihr Ziel erreicht hat, blühen paradoxerweise Wortblüten auf", schreibt Ko Un weiter im Vorwort seines Buchs. Bei ihm sind das "Singen des Sandes", der "Klang des leeren Kreises", ja noch der "Laut der Lautlosigkeit" zu rätselhaften, nachwirkenden Wortblüten geronnen.

STEFFEN GNAM.

Ko Un: "Blüten des Augenblicks". Gedichte.

Aus dem Koreanischen und Nachwort von Hans-Jürgen Zaborowski. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011. 154 S., geb., 15,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Gewohnt kenntnisreich stellt uns Rezensent Ludger Lütkehaus den neuen Gedichtband des koreanischen Lyrikers Ko Un vor, dessen Vielgestaltigkeit der Rezensent mit der bewegten Biografie des Dichters erklärt: Ko Un hat noch die japanische Besatzung Koreas erlebt, wurde im Koreakrieg für Nordkoreas Volksarmee zwangsrekrutiert, wurde buddhistischer Mönch und verließ das Klosterleben wieder, begehrte gegen die autoritären Regimes Südkoreas auf, musste ins Gefängnis, verfiel dem Alkohol und wurde erst Ende der neunziger Jahre unter Kim Dae Jung rehabilitiert. In seinen Gedichten nun verbindet er Naturerfahrungen, paradoxes Denken und buddhistische Lehren zu Bildern, die den Rezensenten immer wieder verzaubern - oder mit einem "unüberbietbarem Witz" zum Lachen bringen. Eine Kostprobe: "Ein Spinnennetz, den ganzen Tag durchnässt vom / Monsun-Regen - / du machst ja wirklich allerhand mit."

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