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Lust und Sünde, Armut und Kriminalität waren alltäglich in einem Untergrund, der die Schattenseite des reichen Amsterdam mit seiner ehrbaren calvinistischen Bürgerschaft bildete. In dieser Gegenwelt der Spelunken, Seemannspensionen und Hafenbordelle waren die Frauen in der Mehrheit. Viele von ihnen waren deutsche Immigrantinnen, die ihre Heimat verlassen hatten, um im reichen Holland Arbeit zu finden. Lotte van de Pol erweckt diese Frauen zu neuem Leben und lässt uns an ihren Schicksalen teilhaben, schließt aber auch deren "Kunden" ob einfache Seeleute oder angesehene Bürger nicht aus. Dabei…mehr

Produktbeschreibung
Lust und Sünde, Armut und Kriminalität waren alltäglich in einem Untergrund, der die Schattenseite des reichen Amsterdam mit seiner ehrbaren calvinistischen Bürgerschaft bildete. In dieser Gegenwelt der Spelunken, Seemannspensionen und Hafenbordelle waren die Frauen in der Mehrheit. Viele von ihnen waren deutsche Immigrantinnen, die ihre Heimat verlassen hatten, um im reichen Holland Arbeit zu finden. Lotte van de Pol erweckt diese Frauen zu neuem Leben und lässt uns an ihren Schicksalen teilhaben, schließt aber auch deren "Kunden" ob einfache Seeleute oder angesehene Bürger nicht aus. Dabei vermittelt sie einen Einblick in Kultur und Alltag einer frühneuzeitlichen Metropole, wie man ihn aus dieser Perspektive kaum kennt.
  • Produktdetails
  • Geschichte und Geschlechter, Sonderbände
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 263
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 263 S. 11 Abb. auf Taf.
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 141mm x 20mm
  • Gewicht: 365g
  • ISBN-13: 9783593382098
  • ISBN-10: 3593382091
  • Best.Nr.: 20843589
Autorenporträt
Lotte van de Pol ist Historikerin an der Universität Utrecht und zurzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin. Auf Deutsch erschien von ihr Frauen in Männerkleidern (1990), das sie zusammen mit Rudolf Dekker verfasste.
Inhaltsangabe
Einleitung11
1. Kapitel
"Amsterdam ist die Hochschule der Hurerei"
Prostituierte, Hurenhäuser und Spielhäuser 23
Verschiedene Arten der Prostitution 24
Kurtisanen und Mätressen 27
Frauen und Männer in der Organisation29
Hurenhäuser 32
Spielhäuser 35
Stadtsanierung und Straßenbeleuchtung40
Die Politik der Obrigkeit und die Prostitution 43
Gewalt in Spielhäusern 47
Die Elite wendet sich von den Spielhäusern ab 48
2. Kapitel
"Huren und Diebe sprechen immer von ihrer Ehre"
Ehre, Prostitution und das Bürgertum 51
Kriterien der Ehre54
Frauenehre und Männerehre57
Ehre und Unehre im Sprachgebrauch 58
"Ehrenraub" 59
Die Randgruppen der Gesellschaft 61
Nachbarschaftskonflikte wegen Prostitution 65
Billigung der Prostitution?71
Die Jonker- und die Ridderstraat 74
3. Kapitel
"Die Raupe im Kohl, der Eiter im Knochen"
Die Haltung gegenüber Prostitution, Prostituierten
und Frauen 78
Die Abneigung gegen stille Huren 81
Von der sorgenden Mutter zum strafenden Vater 82
Syphilis86
Frauen als geborene Huren88
Het Amsterdamsch hoerdom und D'Openhertige juffrouw92
Veränderungen im 18. Jahrhundert 93
Der weibliche Blick98
Die Männer als Kunden 101
4. Kapitel
"Die Welt ist mit der Bibel in der Hand nicht zu regieren"
Hintergründe der Verfolgungspolitik 104
Die Gesetzgebung 105
Der juristische Apparat und das Procedere 106
Die Untersuchungshaft 107
Die Strafen 108
Das Spinnhaus als Realität und als Symbol110
Die Verfolgungspolitik in Zahlen116
Die Obrigkeit und die reformierte Kirche118
Die Obrigkeit und die elterliche Gewalt121
Einige Trends in der Verfolgung125
Die Argumentation der Prostitutionspolitik 126
5. Kapitel
"Zum Teufel! Her mit dem Geld!"
Die dunklen Seiten der Verfolgungspolitik131
Der schlechte Ruf der Polizei131
Das finanzielle Interesse133
Die Hierarchie der Polizei135
Die Polizei und das einfache Volk 137
Ehebruch und das Abkaufsystem 141
Die Erpressungsaffäre anno 1739 144
Der Substitut Schravenwaard und der
Westfriesische Heubauer 147
Erlös und Strafe150
DieSache des Substituten François Spermondt 151
6. Kapitel
"Gleich und gleich gesellt sich gern"
Die Prostituierten, ihre Kunden und die Seefahrt159
Profil der Prostituierten 160
Arbeit, Herkunft und Migration in perspektivischer Sicht162
Der Amsterdamer Frauenüberschuss 167
Die Kunden 169
Huren und Ostindienfahrer 173
Seefahrt176
Seemannsfrauen179
7. Kapitel
"Wunderliche List, um mit Müßiggang das Brot zu verdienen"
Geld für Sex und Sex für Geld187
Die Prostitution als vorindustrielles Gewerbe187
Arbeitsvereinbarungen in der Prostitution190
Schulden192
Kundenwerbung196
Verhandlungen200
Geld für Sex201
Sex für Geld206
Einkünfte211
Schluss215
Anmerkungen217
Literatur236
Anhang253
Münzen und Geld255
Tabelle: Prostitutionsprozesse 1650-1749256
Zwei Quellentexte über Erfahrungen in Hurenhäusern257
Nachwort261
Rezensionen
Zeitschrift für Geschichtswissenschaft: "Van de Pol hat einen wichtigen Baustein für die gesamte Prostitutionsforschung geliefert."

01.01.2007, Damals Rotlichtmilieu in Amsterdam: "Spannend wie ein Roman."

24.02.2007, Die Tageszeitung, Zwischen Straßenstrich und Spielhaus: "Ein reiches Kaleidoskop von Beobachtungen über den Alltag der Prostitution, das die Autorin mit analytischem Scharfsinn und ohne Voyeurismus vor dem Leser ausbreitet."

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Spannend, klug und lehrreich findet Rezensent Andrew James Johnston dieses Buch über Prostitution im Amsterdam des 17. und 18. Jahrhunderts, das ihn als "reiches Kaleidoskop aus dem Alltag der Prostitution" ausgesprochen beeindruckt hat. Die niederländische Historikerin fasziniert den Rezensenten besonders durch den Facettenreichtum ihrer Schilderungen, eine spröde Sachlichkeit in der Präsentation und die Tatsache, dass sie sich ihrem Gegenstand so ganz ohne Sensationslust und Voyeurismus nähert. Lotte van de Pol stütze ihre Erkenntnisse und klugen Einzelanalysen in der Hauptsache auf zeitgenössische Gerichtsakten, Reise- und Sensationsliteratur. Lediglich das Fehlen eines Fazits merkt der Rezensent kritisch an.

© Perlentaucher Medien GmbH