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Das Atomabkommen mit dem Iran ist Geschichte: Die Zeichen stehen auf Sturm. Warum aber haben die USA es aufgekündigt, gegen den erklärten Willen der Europäer? Obwohl sich Teheran an alle Verpflichtungen hält? Worum geht es in diesem Konflikt? Um die Eindämmung eines "Schurkenstaats" oder aber die Vorherrschaft in der Region? Gewohnt anschaulich erklärt Michael Lüders die Hintergründe und macht deutlich: Ein Angriff auf den Iran hätte kein westlich orientiertes Regime in Teheran zur Folge, sondern Armageddon im Orient - mit katastrophalen Folgen auch für uns in Europa. Der Orient kommt nicht…mehr

Produktbeschreibung
Das Atomabkommen mit dem Iran ist Geschichte: Die Zeichen stehen auf Sturm. Warum aber haben die USA es aufgekündigt, gegen den erklärten Willen der Europäer? Obwohl sich Teheran an alle Verpflichtungen hält? Worum geht es in diesem Konflikt? Um die Eindämmung eines "Schurkenstaats" oder aber die Vorherrschaft in der Region? Gewohnt anschaulich erklärt Michael Lüders die Hintergründe und macht deutlich: Ein Angriff auf den Iran hätte kein westlich orientiertes Regime in Teheran zur Folge, sondern Armageddon im Orient - mit katastrophalen Folgen auch für uns in Europa.
Der Orient kommt nicht zur Ruhe. Während die Kämpfe vor allem in Syrien andauern, nehmen Präsident Trump und seine Verbündeten den Iran ins Visier. Dahinter steht auch ein Machtkampf zwischen Riad, Tel Aviv und Teheran, der in die ganze Region ausstrahlt und sich der gewohnten Einteilung in "Gut" und "Böse" entzieht. Denn Saudi-Arabien führt im Jemen einen brutalen Bombenkrieg mit entsetzlichen Folgen für die Zivilbevölkerung. Michael Lüders beleuchtet die Hintergründe und macht deutlich, warum Washington einseitig Partei ergreift. Ein Blick hinter die Kulissen, der enthüllt, was leider nur allzu selten in der Zeitung steht.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 263
  • Erscheinungstermin: August 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 123mm x 25mm
  • Gewicht: 344g
  • ISBN-13: 9783406727917
  • ISBN-10: 3406727913
  • Artikelnr.: 52040580
Autorenporträt
Michael Lüders war lange Jahre Nahost-Korrespondent der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT. Als Nahostexperte ist er häufiger Gast in Hörfunk und Fernsehen. Bei C.H.Beck sind von ihm lieferbar: «Wer den Wind sät» (2018), «Die den Sturm ernten» (2017) sowie der Thriller «Never Say Anything» (2016).
Inhaltsangabe
Inhalt

Vorwort

1. Treibsand: Unter Gläubigen

Nicht Religion trennt Sunniten und Schiiten, sondern Machtpolitik

2. Saudi-Arabien: Weinende Manner und ihre "Bruder"

Vom Schwerttanz zur Erdöl-Monarchie

3. Israel hofiert Khomeini: Nichts ist, wie es scheint

Über Intrigen in Zeiten, als der Iran noch kein "Schurkenstaat" war

4. Saudi goes America: Waffen gegen Öl

Wie Saudi-Arabien (fast) ein Bundesstaat der USA wurde

5. Im Bann des Bösen: Regimewechsel in Teheran?

Warum ein Friedensangebot Washington empörte

6. Werte, Werte, Werte: Ein Blick hinter die Kulissen

Amerika hat Verständnis für saudische Terroristen,aber nicht für iranische Atome

7. House of Cards: Unterwegs mit Jared Kushner

Trumps Schwiegersohn verwechselt den Nahen Osten mit seiner Luxusimmobilie

8. House of Cards, Staffel zwei: Unterwegs mit Mohammed Bin Salman

Der saudische Kronprinz und wie er die Welt sieht

9. Hungerspiele im Jemen: Das nächste Land wird zerstört

Showtime bei den Vereinten Nationen
10. Damaskus am Pranger: Wer schießt eigentlich auf wen?

Über den Wahnsinn als politische Methode

11. Jesus und der dunkle Prinz: Syrien und das Ende des Atomabkommens

Wie die Regierung Trump zur Jagd auf die Ajatollahs bläst

12. Was tun? Ein Ausblick

Anmerkungen

Karte
Rezensionen
Besprechung von 10.09.2018
Jenseits der Gewissheiten
Michael Lüders warnt in „Armageddon im Orient“ vor einem saudisch-iranischen Großkonflikt – und provoziert mit zweifelhaften Thesen über Syrien
Michael Lüders hat schon mehr als ein Dutzend Sachbücher und Romane über den Nahen Osten vorgelegt. Sein neuestes Werk mit dem pompösen Titel „Armageddon im Orient“ beleuchtet den jüngsten saudisch-iranischen Gegensatz und warnt vor einem Krieg zwischen den Regionalmächten.
Die Warnung ist berechtigt, denn nicht nur der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu wirbt ungebrochen für eine harte Linie beim Thema Iran, auch in der Trump-Administration sind mit John Bolton als Nationaler Sicherheitsberater und Mike Pompeo als Außenminister radikale Verfechter für einen iranischen Regime-wechsel in zentrale Positionen gerückt. Seit Trump das Atomabkommen seitens der USA aufgekündigt hat, wurde der Konfrontationskurs nochmals verschärft. In insgesamt elf Kapiteln betrachtet Lüders die Hintergründe. Zu Recht hält er fest, dass nicht in erster Linie religiöse, sondern handfeste machtpolitische Motive den Gegensatz befeuern. Er zeichnet detailliert das US-amerikanische Bündnis mit Saudi-Arabien von Roosevelt bis Trump nach und beschreibt die amerikanische Entfremdung von Iran bis hin zur systematischen Dämonisierung des Landes. Der fatale Krieg, den Saudi-Arabien in Jemen führt, wird ebenso thematisiert wie der anhaltende bewaffnete Konflikt in Syrien.
Insbesondere zu letzterem Thema löste Lüders in der Vergangenheit Kontroversen aus. Er unterstellt auch in diesem Buch westlichen Medien und Politikern, mit zweifelhaften Belegen für Verbrechen das syrische Regime einseitig „an den Pranger zu stellen“. Lüders versteht sich als jemand, der unbequeme Wahrheiten ausspricht, hat dabei aber selbst einen Hang zu ebenjener Schwarz-Weiß-Malerei, die er ständig kritisiert. Seine einseitige Erzählung von Assads Kampf gegen die Dschihadisten folgt letztlich dem syrisch-russischen Narrativ, auch wenn er die „äußerste Brutalität und Menschenverachtung“ der syrischen Regierung selbst einräumt. Die Existenz einer syrischen Zivilgesellschaft tut er als „Mantra liberaler Interventionisten“ ab und diskreditiert all jene, die Assad und seine Schergen für ihre Verbrechen zur Verantwortung ziehen wollen. Die Provokation hat hier Methode, und das Anschreiben gegen den vermeintlichen „Mainstream“ wird zum Verkaufsargument. Schließlich lautet das vollmundige Versprechen aus dem Klappentext: „Ein Blick hinter die Kulissen, der enthüllt, was leider nur allzu selten in der Zeitung steht.“ Das passt nicht zu Lüders’ Literaturverzeichnis: Das beruht nämlich größtenteils auf Zeitungsartikeln vom Bonner Generalanzeiger bis zur New York Times.
In den Kapiteln zu den Hintergründen des saudisch-iranischen Gegensatzes und dessen Geschichte lässt sich viel Zutreffendes und Erhellendes lesen; allerdings nicht besonders viel Neues. Bei einem „Blick hinter die Kulissen“ sollte man Recherchen vor Ort und Gespräche mit beteiligten Akteuren erwarten dürfen. Schließlich wird die Kernfrage nach dem Risiko eines Krieges, der den „Weltfrieden ernsthaft bedroht“, unzureichend analysiert: Hier wäre ein Blick auf die militärischen und strategischen Hintergründe notwendig und auch eine nüchterne Abschätzung, welche Faktoren möglicherweise gegen eine militärische Konfrontation sprechen. Vorsichtshalber rudert der Autor selbst zurück: Statt des beschworenen Armageddons sei auch ein Stellvertreterkonflikt möglich. „Gewissheiten gibt es allerdings keine“, lautet das wenig überzeugende Fazit. Das abschließende Kapitel „Was tun?“ klagt über das Fehlen eines Politikers „vom Schlage Willy Brandts oder Egon Bahrs“, liefert aber zu wenig Denkanstöße für konkrete Politikalternativen. Die wären aber wichtig für einen Debattenbeitrag, der eindringlich vor einem drohenden Krieg gegen Iran warnen will.
RENÉ WILDANGEL
René Wildangel ist Historiker und schreibt unter anderem zum Schwerpunkt Naher/Mittlerer Osten.
Michael Lüders:
Armageddon im Orient.
Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt. Verlag C.H. Beck München 2018. 256 Seiten, 14,95 Euro.
E-Book: 11,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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"Rasant geschrieben. Die ganze Region könnte zu einem 'Inferno' werden warnt (...) Lüders die Scharfmacher in Washington und Riad." Deutschlandfunk, Mathias Brüggmann "Der analytisch klarste und medial einflussreichste Nahost-Experte Deutschlands." Sebastian Kiefer, Falter "Michael Lüders entlarvt, wie die Saudi-Connection Iran ins Visier nimmt (...) Lüders versucht die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Dies tut er schon damit, dass er den saudischen Anspruch als Gralshüter des Islam, wenn nicht der gesamten islamischen Welt entmystifiziert." Neues Deutschland, Roland Etzel "Ausgezeichnet." Neue Zürcher Zeitung, Claudia Kühner
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