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Kommissar Marthalers sechster Fall
1998: Der grausame Mord an Tobias Brüning löste eine der größten Polizeiaktionen der Nachkriegsgeschichte aus. Der Täter wurde nie gefasst. 2013: Aus der französischen Kleinstadt Marseillan erreicht Kommissar Marthaler der Hilferuf eines früheren Kollegen. Angeblich sind neue Spuren im Fall Brüning aufgetaucht. Marthaler fährt ans Mittelmeer, um den Fall und die Akten zu übernehmen. Die Spur führt in ein finsteres Tal am Rhein, nicht weit von der Loreley. Dort sind gerade zwei Roma-Jungen spurlos verschwunden. Die ermittelnde Kommissarin Kizzy Winterstein…mehr

Produktbeschreibung
Kommissar Marthalers sechster Fall

1998: Der grausame Mord an Tobias Brüning löste eine der größten Polizeiaktionen der Nachkriegsgeschichte aus. Der Täter wurde nie gefasst. 2013: Aus der französischen Kleinstadt Marseillan erreicht Kommissar Marthaler der Hilferuf eines früheren Kollegen. Angeblich sind neue Spuren im Fall Brüning aufgetaucht. Marthaler fährt ans Mittelmeer, um den Fall und die Akten zu übernehmen.
Die Spur führt in ein finsteres Tal am Rhein, nicht weit von der Loreley. Dort sind gerade zwei Roma-Jungen spurlos verschwunden. Die ermittelnde Kommissarin Kizzy Winterstein befürchtet das Schlimmste. Und tatsächlich findet man die beiden Kinder tot. Marthaler und Winterstein begreifen, dass sie es mit einer Bande brutaler Menschenhändler zu tun haben...

"Spannend und bewegend - und nichts für schwache Nerven." (Focus)
  • Produktdetails
  • rororo Taschenbücher .27202
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • Artikelnr. des Verlages: 20075
  • Seitenzahl: 428
  • Erscheinungstermin: 20. August 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 113mm x 37mm
  • Gewicht: 340g
  • ISBN-13: 9783499272028
  • ISBN-10: 3499272024
  • Artikelnr.: 56523216
Autorenporträt
Seghers, JanJan Seghers alias Matthias Altenburg wurde 1958 geboren. Der Schriftsteller, Kritiker und Essayist lebt in Frankfurt am Main. Nach dem großen Erfolg von «Ein allzu schönes Mädchen» und «Die Braut im Schnee» folgte «Die Partitur des Todes», ausgezeichnet mit dem Offenbacher Literaturpreis sowie dem Burgdorfer Krimipreis. Danach erschienen «Die Akte Rosenherz» sowie «Die Sterntaler Verschwörung» und «Menschenfischer». Alle Romane wurden für das ZDF verfilmt und von über 30 Millionen Menschen gesehen.In seinem neuesten Kriminalroman, «Menschenfischer», wird Kommissar Robert Marthaler seinen sechsten Fall lösen.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Wie in den vorherigen Büchern des Journalisten und Essayisten Matthias Altenburg ist es ein ungeklärter, realer Fall, der mit Kommissar Marthalers Ermittlungen eine fiktive Fortsetzung findet. Der 13-jährige Tobias Brüning wurde ermordet und grausam verstümmelt, ebenso wie der real 1998 ermordete Tristan Brübach. Nach 15 Jahren hat dieser Fall den leitenden Ermittler Ferres in Manie und Alkoholismus getrieben, nun möchte er ihn vor seinem Tod Marthaler übergeben, sieht obendrein neue Entwicklungen voraus. Eher skeptisch fährt Marthaler nach Marseillan in Südfrankreich, wo Ferres mehr haust als lebt. Und tatsächlich kommt Bewegung in den kalten Fall. Jemand greift Marthaler an, eine Frau findet in der Nähe ihres Bauernhofes zwei verstörte Jungen mit auffälligem Sexualverhalten, auf einem Phantombild wird der Mann in Brünings Nähe erkannt, der trotz aller Bemühungen bisher nie identifiziert wurde. Altenburg schafft es mit unaufgeregter Sprache und einem Team aus sehr sympathischen Polizisten, die alle ihr Bestes tun und auch nur Menschen sind, dem Fall Tristan neues Leben einzuhauchen, ohne ihn auszuschlachten. Sozialkritisch, nachdenklich und außerordentlich spannend.

© BÜCHERmagazin, Meike Dannenberg (md)
Seghers schreibt dramaturgisch hervorragende Geschichten, gnadenlos spannend, atmosphärisch auf den Punkt gebracht. Hamburger Abendblatt

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.01.2018

Wenn alle Hypothesen zerfallen
Krimis in Kürze: Jan Seghers, Max Bronski und Ruth Ware

Wenn Bücher verfilmt werden, ist das für die Autoren fast immer gut, weil sie im Zweifel anständig für die Rechte bezahlt werden und eine Filmversion ihnen neue Leser bringt. Nur für die Bücher ist es nicht immer vorteilhaft, wenn sie Redaktionen des deutschen Fernsehens in die Hände fallen. Nicht jeden Roman hat man wiedererkannt, wenn er einem als Fernsehspiel begegnete. Es ist daher in den meisten Fällen anzuraten, wenn man die Komplexität der Figuren und die Architektur eines Plots ernsthaft kennenlernen will, sich an das Gedruckte zu halten. Fernsehen kann man dann immer noch. Oder auch nicht.

Die Romane von Jan Seghers sind da ein gutes Beispiel. Seghers ist das Pseudonym von Matthias Altenburg, der Anna Seghers verehrt und als passionierter Radsportler auch von Jan Ullrich nicht lassen mag. Fünf Mal hat er seinen Frankfurter Kommissar Marthaler bereits in die Spur geschickt, alle fünf Romane wurden Fernsehfilme. Jetzt, in "Menschenfischer" (Kindler, 432 S., geb., 19,95 [Euro]), hat sich Seghers einen realen Fall aus dem Jahr 1998 als Ausgangspunkt gewählt, den bis heute nicht aufgeklärten bestialischen Mord an dem dreizehnjährigen Tristan Brübach. Der Junge heißt hier Tobias Brüning, und Seghers verarbeitet die Eckdaten des Falls in einer fiktionalen Handlung, in deren Verlauf ein weiterer Mord geschieht, dessen Modus operandi an den ersten erinnert.

Das ist gut recherchiert und hat eine politische Grundierung, die bei Seghers zu einem Markenzeichen geworden ist. Es geht um modernen Menschenhandel, Missbrauch, Prostitution. Und Seghers weiß genau, welche Details zumutbar sind und welche nur trüber Gewaltvoyeurismus wären. Aber bisweilen geht es dann doch ein wenig behäbig zu, trotz Schauplatzwechseln zwischen Mittelmeerküste, Frankfurt und Rheintal. Robert Marthaler bleibt zwar immer noch eine interessante Kommissarsgestalt, aber die Serialität hat dann doch gewisse Abnutzungserscheinungen zur Folge. Ob diese dadurch zu kompensieren sind, dass Marthaler sich auf eine Affäre mit einer forciert auffälligen Kollegin einlässt, die Roma und Jüdin sein muss, kann man bezweifeln. Solche Überdeterminierungen tendieren eher zum Unterkomplexen.

Noch ein Pseudonym, hinter dem sich kein Geheimnis verbirgt: Max Bronski heißt eigentlich Franz-Maria Sonner, und seine Geschichten haben immer eine unverkennbare bayrische Note, im Tonfall, in der Wahl der Sujets. Für "Oskar" (Droemer, 304 S., br., 14,99 [Euro]) ist er nun ein wenig über die Grenze gegangen, nach Südtirol. Eine überschaubare Entfernung, dazu eine gute, wenn auch nicht ganz neue Idee: Der Erzähler ist einer, der nicht mehr weiß, wer er ist.

Im Sarg erwacht, auf dem Weg zum Krematorium, versucht er aus dem, was sein Körpergedächtnis bewahrt hat, was ihm an Fertigkeiten geblieben ist, zu entschlüsseln, wer er war. Er gerät schnell in eine hässliche Situation, offenbar ist auch die Mafia im Spiel, und je mehr er über sich selbst lernt, desto komplizierter wird die Sache. Die politische Dimension, die Bronski seinem Plot verliehen hat, wirkt nicht sehr organisch. Aber er hat eine markante eigene Stimme, und sein Humor ist immer angenehm trocken.

Warum Hollywood die Rechte an den beiden ersten Romanen der Britin Ruth Ware erworben hat, erschließt sich leicht: Jüngere weibliche Ich-Erzählerinnen, weder superschlau noch superhübsch, sondern smart und apart, attraktive Locations wie ein Designerhaus mitten im Wald und nun, in "Woman in Cabin 10" (dtv, 384 S., br., 15,90 [Euro]), ein Luxuskreuzfahrtschiff mit nur zehn Kabinen, dazu eine klassische Whodunit-Struktur mit schrecklicher Tat und Tätersuche im kleinen Kreis. Die mit ihrem Job mäßig zufriedene Reisejournalistin Lo darf mit auf die Jungfernfahrt des Schiffs, sie wird wach, weil sie glaubt, vom Balkon der Nachbarkabine werde eine Frau ins Wasser geworfen. Weil die Indizien fehlen, weil Lo auch reichlich getrunken hatte am Abend, will ihr niemand glauben, die Mitfahrer nicht, der Sicherheitsmann nicht - und irgendwann mag auch der Leser nicht ausschließen, dass es sich hier um von der Realität kaum unterscheidbare Wahngebilde handeln könnte.

Das ist ein guter Aggregatszustand für eine Kriminalerzählung, das schärft den Blick für kleine Zeichen, lässt an wilde Twists wie in "Shutter Island" denken, wenn nach und nach alle Hypothesen zerfallen, die man zur Erklärung entwickelt hat, bis - doch weiter sollte man es jetzt nicht treiben mit den Andeutungen. Man muss nur leider sagen, dass, wie schon in Wares Roman "Im dunklen, dunklen Wald", die Auflösung des Rätsels nicht ganz der List und Eleganz entspricht, mit der sie es konstruiert hat. Und die Verfilmung wird wohl mit dem Makel leben müssen, dass bei allen, die den Roman kennen, nicht mehr allzu viel Spannung aufkommen dürfte.

PETER KÖRTE

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