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Mit seinem Vater lebt er am Rande der Gesellschaft. Warum er nicht zur Schule geht und ständig umziehen muss, weiß der Junge nicht. Doch er weiß, dass sein Vater ihn die wichtigsten Dinge des Lebens lehrt und ihn bedingungslos liebt. Umso einschneidender ist der Tag, an dem sich eine dunkle Seite des Vaters nach außen zu kehren beginnt. Ein bildstarker Roman, der ohne Sentimentalität auskommt und tief unter die Haut geht, sprachkräftig erzählt von einem der interessantesten Autoren der jungen dänischen Literatur.
"Jonas T. Bengtsson schreibt so gut, dass es weht tut." Ekstra Bladet
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Produktbeschreibung
Mit seinem Vater lebt er am Rande der Gesellschaft. Warum er nicht zur Schule geht und ständig umziehen muss, weiß der Junge nicht. Doch er weiß, dass sein Vater ihn die wichtigsten Dinge des Lebens lehrt und ihn bedingungslos liebt. Umso einschneidender ist der Tag, an dem sich eine dunkle Seite des Vaters nach außen zu kehren beginnt.
Ein bildstarker Roman, der ohne Sentimentalität auskommt und tief unter die Haut geht, sprachkräftig erzählt von einem der interessantesten Autoren der jungen dänischen Literatur.

"Jonas T. Bengtsson schreibt so gut, dass es weht tut." Ekstra Bladet
  • Produktdetails
  • Verlag: Kein & Aber
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 443
  • Erscheinungstermin: Januar 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 127mm x 33mm
  • Gewicht: 446g
  • ISBN-13: 9783036956688
  • ISBN-10: 3036956689
  • Artikelnr.: 36832950
Autorenporträt
Jonas T. Bengtsson, geboren 1976, ist Preisträger des renommierten »Per-Olov-Enquist-Preis« und Autor dreier Romane. Für seinen Erstling »Aminas Briefe« (2005) wurde er mit dem Dänischen Debütantenpreis ausgezeichnet. Seinen zweiten Roman »Submarino« (2007) adaptierte Thomas Vinterberg und erhielt dafür mit den Filmpreis des Nordischen Rates. Zuletzt erschien bei Kein & Aber »Wie keiner sonst« (2013), die Filmrechte sind bereits verkauft. Jonas T. Bengtsson lebt in Kopenhagen.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Wie schade, dass Jonas T. Bengtsson die Stärke seines neuen Romans "Wie keiner sonst" nicht bis zum Schluss halten kann, klagt Rezensent Matthias Hannemann. Denn zunächst ist der Kritiker ganz hingerissen von dieser "traurig-schönen" Geschichte um einen antikonformistischen, aber dennoch doktrinären Vater, der mit seinem kleinen Sohn in Kopenhagen untertaucht, um ihn vor den gefährlichen Einflüssen von Schule, Staat und Kirche zu schützen. Mit großem Interesse liest der Rezensent auch, wie der Sohn - nachdem sein Vater in der Psychiatrie gelandet ist - mit seiner Mutter in der Hölle einer Vorstadt lebt und bald versucht, seinen Vater zu retten. Leider muss Hannemann aber feststellen, dass der Autor schließlich nicht nur das Gefühl für die Handlung seines rätselhaften Romans verliert, sondern auch zunehmend in "Kitsch" und Stereotype abgleitet.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 02.03.2013
Mit dem Vater auf der Flucht
Traust Du Dich? Jonas T. Bengtssons Märchen

Die Geschichte dieses Mannes wird enden wie damals, als er sich ein Rennrad wünschte und dabei ahnte, die Insel mit den holprigen Pflastersteinstraßen weder heil durchqueren noch verlassen zu können. Trotzdem versucht er den Ausbruch, und bei dieser Flucht hat er den Sohn im Gepäck - einen introvertierten Kerl, dem der Vater von einem König und einem Prinzen erzählt. Sie haben keine Heimat. Sie sind "die letzten Menschen, die die Welt noch sehen können, wie sie wirklich ist. Die einzigen, die nicht vom Zauber der Weißen Königin geblendet sind."

"Et eventyr", ein Märchen, heißt Jonas T. Bengtssons Roman "Wie keiner sonst" im Original. Er erzählt, sagt der Autor, von einem Aussteiger, der vor der Gesellschaft flieht wie Krakauers Christopher McCandless. Nur dass Bengtssons Protagonist dafür die ferne Wildnis nicht braucht. Er taucht in einem Märchenwald namens Kopenhagen unter, und den Sohn zieht er mit sich, weil er ihn braucht und vor den schädlichen Einflüssen von Schule, Staat und Kirche bewahren will.

Du bist anders als die anderen, lehrt er ihn. "Die meisten sehen nur, was sie wollen. Sie trauen sich nicht, die Welt zu sehen, wie sie ist. Traust du dich?" Er gibt ihm Ratschläge, die so raunend dringlich und traurig-schön daherkommen wie in einem dieser melancholisch über Norm und Abweichung nachdenkenden nordischen Problemfilme. Für einen Knirps, der viel weint und wenig versteht, ist dieser Vater ein Idol.

Der poetische Lebenskünstler, der für Zahnarztbehandlungen mit einer Umarmung und Museumsbesuche mit einer Geschichte bezahlt, hat indes beunruhigend doktrinäre Züge. Er ist von seinen antikonformistischen Ideen besessen, von den eigenen Märchen verzaubert. Er hat Albträume, die ihn nächtens zittern lassen, und er ist ein Hochbegabter, der die Welt zu durchschauen meint, und als solcher sein eigenes Gesetz.

Das ist der unheimliche Kern dieser zwischen den späten achtziger Jahren und der Jahrtausendwende angesiedelten Rätselstory. Sie läuft nicht nur auf einen erschreckend beiläufigen Mord und einen Anschlag hinaus, mit dem das prekäre Leben von Vater und Sohn abreißt. Vielmehr wird der Sohn ein zweites und drittes Leben führen, er wird mit der Mutter in einer aufgeräumten Vorstadthölle leben, unter falschem türkischen Namen in einer Packstation jobben. Und am Ende, der Vater, der als Kind missbraucht wurde und als Doktorand der Theologie die Nerven verlor, lebt längst hinter Plexiglas, wird er den Lehrmeister aus der totalen Fremdbestimmung retten. Ein starkes Finale, theoretisch.

Doch just hier verliert der Autor das Gespür für den Plot. Er verpasst den Schlusspunkt. Er rückt die Geschichte des Sohnes zu kräftig nach vorn, ohne die Standbilder einer Gesellschaft zu erkunden, in der "Männer Tiere" und Suchende extremistisch werden. Und obendrein rutscht er bei dieser rückwirkenden Verwandlung des Buches in einen Künstlerroman in den Kitsch: "Draußen liegt die Stadt, sie ist groß und neu. Ich werde eine Zeitlang hierbleiben." Er scheut die Wut. Sein Potential hat Bengtsson, dessen letztes Buch "Submarino" von Thomas Vinterberg verfilmt wurde, mit diesem einnehmend nebulösen, aber dann zu stereotypen Vater-Sohn-Roman nicht ausgeschöpft.

MATTHIAS HANNEMANN

Jonas T. Bengtsson: "Wie keiner sonst". Roman.

Aus dem Dänischen von Frank Zuber. Verlag Kein & Aber, Zürich 2013. 448 S., geb., 22. 90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich an das Buch denke. Eine großartige, umwerfende Geschichte. - Christine Westermann, WDR Jonas T. Bengtsson verfügt über eine ein- zigartige nüchterne, und doch imaginäre Kraft. - Berlingske Tidende "Ein schlicht umwerfender Roman, der einen nicht mehr loslässt - exzellent! Jonas T. Bengtsoon schreibt so gut, dass es wehtut." Ekstra Bladet