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Für die meisten von uns sind Deutschlands Moscheen fremde Orte. Was geschieht dort? Wer geht dorthin? Wie wird dort über unser Land gepredigt? Acht Monate lang hat der Journalist Constantin Schreiber Moscheen besucht. Er hat gehört, was gesprochen wird, wenn keine Kamera dabei ist. Sein Moschee-Report gibt einen Einblick in eine verschlossene Welt. Er zeigt, welche Richtung dort vorgegeben wird, wie Moschee-Predigten unser Zusammenleben beeinflussen. All jenen, die ein echtes Zusammenwachsen der Einwanderungsgesellschaft wollen, kann die Botschaft der Imame nicht gefallen.…mehr

Produktbeschreibung
Für die meisten von uns sind Deutschlands Moscheen fremde Orte. Was geschieht dort? Wer geht dorthin? Wie wird dort über unser Land gepredigt? Acht Monate lang hat der Journalist Constantin Schreiber Moscheen besucht. Er hat gehört, was gesprochen wird, wenn keine Kamera dabei ist. Sein Moschee-Report gibt einen Einblick in eine verschlossene Welt. Er zeigt, welche Richtung dort vorgegeben wird, wie Moschee-Predigten unser Zusammenleben beeinflussen. All jenen, die ein echtes Zusammenwachsen der Einwanderungsgesellschaft wollen, kann die Botschaft der Imame nicht gefallen.
  • Produktdetails
  • Ullstein Taschenbuch .37766
  • Verlag: Ullstein Tb
  • Seitenzahl: 256
  • Erscheinungstermin: 10. August 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 122mm x 22mm
  • Gewicht: 241g
  • ISBN-13: 9783548377667
  • ISBN-10: 3548377661
  • Artikelnr.: 50022309
Autorenporträt
Schreiber, Constantin
Constantin Schreiber ( 1979) moderiert die »Tagesschau« und das ARD-»Nachtmagazin« sowie das NDR-Medienmagazin "zapp". Ende 2017 berichtete er als Korrespondent der ARD aus Kairo. Constantin Schreiber spricht fließend Arabisch. Einen Namen gemacht hat er sich als Moderator von arabischen TV-Sendungen. Für die deutsch-arabische Talkshow »Marhaba - Ankommen in Deutschland«, in der er Flüchtlingen das Leben in unserem Land erklärt, wurde er 2016 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Schreiber arbeitete nach einem Jura-Studium mehrere Jahre als Reporter in Beirut und Dubai, volontierte bei der Deutschen Welle und war drei Jahre als Medienreferent im Auswärtigen Amt tätig. Seit 2012 war er Moderator und Chef vom Dienst bei n-tv und wechselte 2017 zur ARD.
Rezensionen
Besprechung von 12.04.2017
Die westliche Kultur als Feind

Die politische Forderung nach Kontrolle der Moscheen ist nach dem Berliner Attentat noch lauter geworden. Wächst hier die Saat des Extremismus? Bislang ist das eine Sache des Verfassungsschutzes, der nur bei eindeutigen Gewaltaufrufen tätig wird. Auch von dem Fernsehjournalisten Constantin Schreiber, der 2016 dreizehn Moscheen in Deutschland besuchte, wird die Frage nicht repräsentativ beantwortet. Sein Buch ist eine Momentaufnahme mit interessanten Einblicken. Schreiber wurde in den besonders von jungen Menschen stark frequentierten Moscheen freundlich empfangen. Politische Agitation erlebte er nicht. In den Ditib-Moscheen, die der türkischen Religionsbehörde unterstehen, ist die Politik präsenter als in den arabischen. Teile der Predigten lassen sich hier als Rechtfertigung der türkischen Regierung verstehen. In den Predigten finden sich Anspielungen auf die Weltmission des Islams, Warnungen vor dem Weihnachtsfest oder die Gleichsetzung des IS mit der liberalen Demokratie, aber nicht in beunruhigendem Ausmaß. Trotzdem beendete Schreiber seine Recherche mit einem mulmigen Gefühl.

Denn wie ein roter Faden zieht sich durch die Predigten die Abgrenzung von der als feindlich betrachteten westlichen Kultur. Ein Imam beschreibt Deutschland als dunklen Wald, durch den der Gläubige, den Blick auf das Jenseits gerichtet, irrt. Leitmotiv ist die Befestigung im Glauben durch Besinnung auf die Weisheit des Propheten. Die koranischen Botschaften werden nicht ansatzweise auf die Gegenwart auslegt. Über äußere Geschehnisse wie die Anschläge in Paris und Berlin fällt kein Wort. Schreibers politische Deutung der Predigten ist forciert. Eine Moschee ist kein Integrationszentrum.

Wenn Schreiber manchen Predigten ihren konservativen Charakter vorwirft, zeigt das eher, wie weit die integrationspolitische Vereinnahmung der Religion mittlerweile bereits gediehen ist. Berechtigt ist dagegen die Kritik, dass selbst lebensnahe Themen anhand von Datteln und Kamelen diskutiert werden. Wie sollen sich Gläubige und Imame, die in der Mehrzahl des Deutschen nicht mächtig sind, in einer als Zumutung wahrgenommenen Umwelt zurechtfinden, fragt Schreiber, die konsequent gegen eine märchenhaft geschlossene Glaubenswelt ausgekontert wird?

tth.

Constantin Schreiber: "Inside Islam". Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird.

Econ Verlag, Berlin 2017. 253 S., br., 18,- [Euro].

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