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"Treffen Sie bei Tana French nur eine Annahme: Alle Ihre Annahmen sind falsch." New York Times
Ein Fall so dicht wie der Nebel über Dublin
Die Kollegen in der Dubliner Mordkommission machen der eigenwilligen Antoinette Conway das Leben zur Hölle. Nur ihr Partner Stephen Moran hält noch zu ihr. Als eine junge Frau zu Hause tot aufgefunden wird, sieht alles nach einer schnell aufzuklärenden Beziehungstat aus. Aber warum hat dann jemand aus der Mordkommission ein Interesse, die Ermittlungen zu behindern? Soll Antoinette endgültig aus dem Dezernat fliegen? Weiß außer ihr und Stephen noch…mehr

Produktbeschreibung
"Treffen Sie bei Tana French nur eine Annahme: Alle Ihre Annahmen sind falsch." New York Times

Ein Fall so dicht wie der Nebel über Dublin

Die Kollegen in der Dubliner Mordkommission machen der eigenwilligen Antoinette Conway das Leben zur Hölle. Nur ihr Partner Stephen Moran hält noch zu ihr. Als eine junge Frau zu Hause tot aufgefunden wird, sieht alles nach einer schnell aufzuklärenden Beziehungstat aus. Aber warum hat dann jemand aus der Mordkommission ein Interesse, die Ermittlungen zu behindern? Soll Antoinette endgültig aus dem Dezernat fliegen? Weiß außer ihr und Stephen noch jemand, dass sie das Opfer schon einmal gesehen hat? Immer tiefer geraten Ermittler, Verdächtige und Zeugen in einen gefährlichen Vernehmungskreisel.

"Messerscharf, fesselnd, sprachlich außergewöhnlich und atmosphärisch eindringlich." Harlan Coben

Gefrorener Schrei von Tana French – aus der bücher.de Redaktion:


Bei der Mordkommission zu arbeiten ist nicht so wie Detective Antoinette Conway es sich vorgestellt hat. Ihr Partner, Stephen Moran, ist die einzige Person, die froh darüber zu sein scheint, dass sie hier ist. Sonst erfährt sie in ihrem Berufsleben nur Undankbarkeit, Boshaftigkeit und Belästigung. Eigentlich ist Antoinette eine toughe Frau, aber die Arbeit setzt ihr so zu, dass die Grenze der Belastbarkeit auch bei ihr bald erreicht ist.

Der neue Fall sieht zunächst nach einer bösartigen Auseinandersetzung eines Paares aus. Eine hübsche, blonde Frau wird in ihrem perfekt eingerichteten Wohnzimmer neben einem romantisch gedeckten Tisch tot aufgefunden. An der Leiche ist nichts Außergewöhnliches zu erkennen, aber Antoinette glaubt, die Tote schon einmal gesehen zu haben.
Die Kollegen von Antoinette und Steve denken, dass der Freund der Toten schuldig ist und drängen darauf ihn festzunehmen. Aislinns Freund beteuert jedoch, dass er unschuldig ist und wusste, dass Aislinn in Gefahr ist. Alles was die beiden Detectives herausfinden, führt sie weit weg von der glanzvollen Person, die Aislinn zu sein schien.
Antoinette weiß, dass sie mittlerweile paranoid ist. Aber ob dieser Fall ein weiterer Schritt ist um sie bei der Mordkommission loszuwerden oder ob andere dunkle Abgründe im Spiel sind, sollte sie möglichst schnell herausfinden…

Gefrorener Schrei: hochspannender Krimi von Bestsellerautorin Tana French


Tana French gilt als eine der besten Krimi-Autorinnen der Welt. Mit ihren spannenden und tiefgründigen Kriminalromanen rund um die Dubliner Mordkommission schreibt sie sich regelmäßig auf die internationalen Bestsellerlisten. Die Bücher von Tana French unterscheiden sich von anderen Kriminalromanen insofern, dass sie wesentlich tiefgründiger angelegt sind. So schaut Tana French tief in die Seelen von Täter, Opfer und Ermittler. Auch ihre präzise und poetische Sprache ist ein markantes Merkmal der Topautorin. Die Figuren aus den Romanen der Mordkommission Dublin spiegeln dabei die moderne irische Gesellschaft wider.
Die Reihe der Mordkommission Dublin startete Tana French 2007 mit dem Titel „Grabesgrün“, für den sie mehrere Auszeichnungen erhielt, darunter den Edgar Allen Poe Award für das beste Debüt. Seither schickt Tana French verschiedene Ermittler der Mordkommission Dublin in den Einsatz. Im Dezember 2014 erschien das fünfte Buch „Geheimer Ort“ und nun zwei Jahre später wird die hochgelobte Krimireihe mit Gefrorener Schrei fortgesetzt.

Tana French beurteilt ihre Kriminalromane allem voran Gefrorener Schrei folgendermaßen:
»Mord verändert alles. Es bringt das Leben auf einen gnadenlosen, hochintensiven Punkt – die hellen wie die dunklen Seiten, seine zerbrechliche Schönheit und alle Sehnsucht, die nie erfüllt werden kann. Wenn ich über Mord schreibe, habe ich die Verantwortung zu zeigen, wie gewaltig und alles umgestaltend dieses Verbrechen sich auswirkt.«
  • Produktdetails
  • Cassie Maddox Bd.6
  • Verlag: Fischer Scherz
  • Best.Nr. des Verlages: 20225
  • Seitenzahl: 652
  • 2016
  • Ausstattung/Bilder: 2016. 656 S. 215 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 142mm x 42mm
  • Gewicht: 622g
  • ISBN-13: 9783651024472
  • ISBN-10: 3651024474
  • Best.Nr.: 45166512
Autorenporträt
Tana French ist die junge Bestsellerstimme des anspruchsvollen Kriminalromans. Sie wurde in den USA geboren, wuchs in Irland, Italien und Malawi auf und lebt seit 1990 in Dublin. Tana French machte eine Schauspielausbildung am Trinity College und arbeitet für Theater, Film und Fernsehen.
Rezensionen
Besprechung von 04.04.2017
Eine tote Barbie
Kindliches Herkunftstrauma – in „Gefrorener Schrei“
taucht Tana French tief ein in die Psyche ihrer Ermittlerin
VON SOFIA GLASL
Detective Antoinette Conway ist Lügengeschichten gewohnt. Sie hat sie schon von Kindesbeinen an hören und ertragen müssen, denn ihre Mutter flunkerte, jedes Mal, wenn das Mädchen nach seinem Vater fragte. Ägyptische Prinzen und saudi-arabische Mediziner lassen sich einfach besser verkaufen als ein One-Night-Stand, mit einem Mann, der sich als Schlägertyp entpuppt. Antoinette bastelte sich aus diesen Storys eine märchenhafte Identität – und beschloss, Polizistin zu werden, als dieses Luftschloss in sich zusammenkrachte an ihrem dreizehnten Geburtstag.
Die irische Schriftstellerin Tana French platziert diese Erinnerung Antoinettes – der Ich-Erzählerin – als Prolog ihres sechsten Kriminalromans „Gefrorener Schrei“. Das Detektiv-Basisgeschäft steht nicht allein im Mittelpunkt ihrer Romane, aus der genreüblichen Frage nach dem Mörder macht sie die Frage nach dem Detektiv. Natürlich gibt es immer eine Leiche, Indizien, Verdächtige und falsche Fährten. Doch die Suche nach den Mördern ist auch eine persönliche Suche der Ermittler nach ihrer eigenen Identität.
Ja, es muss die Ermittler heißen, denn Tana Frenchs „Dublin Murder Squad“-Reihe funktioniert anders als klassische Krimiserien. In jedem der Bücher rückt ein anderer Ermittler des Dubliner Morddezernats in den Mittelpunkt und wird zum Erzähler. Dieser Perspektivwechsel lässt die Persönlichkeiten der Detektive und ihre Marotten schillern, gibt ihnen trotz des – auf ein Buch – beschränkten Auftritts mehr Raum zur Entwicklung. Und unterbindet das Manko der klassischen Ermittler, die in ihren seriellen Fällen beinahe sitcomartig stagnieren: Mord, Aufklärungsarbeit, ein wenig Klatsch aus dem mehr oder weniger aufregenden Privatleben des Detektivs, Applaus, Ende. Das umgeht French mit den lose zusammenhängenden Romanen und kann sich so stärker auf ihre Figuren konzentrieren. Das Genre wird auf den Kopf gestellt, die Mordfälle sind Kulisse für aufregende Charakterstudien.
Dass Identität stets ein Kippbild aus Selbstverständnis und Selbstinszenierung ist, muss Antoinette auf die harte Tour lernen. Als einzige Frau in der Abteilung ist sie sexistischen Witzen, perfiden Streichen und bösartigen Intrigen ausgesetzt. Von ihren enthusiastischen Idealen auf der Polizeischule ist nicht mehr viel übrig. Als eine der Dienstjüngsten jagt sie keine Massenmörder, sondern wird auf die langweiligen Standardfälle angesetzt. Mord ist eben nicht gleich Mord. Die Lügen sind jedoch immer dieselben, auch in den eigenen Reihen.
Gemeinsam mit ihrem Partner Steve Moran untersucht sie einen Fall, der zunächst wie eine Beziehungstat anmutet: Aislinn Murray liegt mit eingeschlagenem Schädel „wie eine tote Barbie“ in ihrem Wohnzimmer. Sie hatte alles für ein romantisches Dinner vorbereitet, doch ihr Date scheint sich als tödlicher Flop entpuppt zu haben. Der Verdächtige ist schnell gefunden, und die alten Hasen des Dezernats dringen trotz einiger Ungereimtheiten auf einen schnellen Abschluss des Falls. Antoinette hält dagegen, weil sie ihren Job liebt, merkt jedoch nicht, dass sie dabei langsam aber sicher ihre Kraftreserven verbrennt.
Der Leser trifft auf ein misanthropisches, prolliges und zugleich melancholisches Großmaul, das sich Freund wie Feind mit pampigen Sprüchen vom Leibe hält. Zynischer Noir-Detective trifft auf vorlaute Großstadtgöre, dabei schießt sie manchmal ordentlich übers Ziel hinaus, etwa wenn sie Diskriminierungen der Kollegen selbst regelt. „Also brach ich dem kleinen Arschloch Roche fast das Handgelenk, als er mir einen Klaps auf den Hintern gab. Die Botschaft war laut und deutlich: Ich würde mich nicht auf den Rücken werfen, kapitulieren und hechelnd darauf warten, was die Alphamännchen mit mir anstellen wollten. Prompt schlossen sie die Reihen und fingen an, mich aus dem Rudel zu drängen.“
Antoinette hat sich für Verhöre diverse Rollen zurechtgelegt, die sie bei Bedarf wie Masken überstülpt und auch im Gespräch mit ihren Kollegen nie ablegt – die Nette, die Coole, die Kriegerin. Sie verschaffen ihr die nötige Distanz und Objektivität, die für Kombinationsarbeit und Taktiererei vonnöten sind. Nur Stück für Stück kann der Leser ihre tatsächliche Persönlichkeit erahnen. Ihr Versuch, das Opfer zu lesen, um den Täter zu verstehen und zu entlarven, lässt ihre Fassade nach und nach bröckeln. Denn sie erkennt gegen ihren Willen immer wieder sich selbst in der Toten – vermisster Vater, Flucht vor der Mutter, enorme Anstrengungen, die Arbeiterklassenherkunft hinter sich zu lassen. Die beiden wirken beinahe wie dunkle Doppelgänger. Wer jedoch der böse Zwilling ist, bleibt verborgen.
Tana French verleiht ihrer Protagonistin schwarzromantische Züge, in ihren Romanen ist die Figur des Detektivs keine soziopathische Denkmaschine mehr wie zu Sherlock Holmes’ Zeiten, aber auch kein sozial abgenutzter, unkonventioneller Ermittler wie Kurt Wallander bei Henning Mankell. Vielmehr konzentriert sich French auf das Innenleben der Figuren, erstellt ihre Psychogramme. Das nimmt bei Antoinette Conways Misanthropie bisweilen auch unterhaltsame Züge an, wenn sie im ständigen Gedankenstrom die ausgedehnten Dialoge und Verhörsituationen mit ihren eigenen erzählerischen Spitzen konterkariert. So gaukelt sie etwa oft Verständnis für den Gegenüber vor, muss sich aber gleichzeitig zurückhalten, ihm nicht „eine reinzuhauen“. Hier prallen ständig ihre mannigfaltigen Rollen aufeinander.
Tana Frenchs Detektive sind in diesem Sinne Performer – French hat selbst vor dem Schreiben am Theater gearbeitet und sich die in ihren Büchern angewandten Verhörtechniken von einem ehemaligen Polizisten an sich selbst vorführen lassen. Das zahlt sich aus, denn „Gefrorener Schrei“ lebt von den genau inszenierten und choreografierten Befragungen und Dialogen. Wie Jäger umkreisen Antoinette und Steve den Tatverdächtigen, lullen ihn mit freundschaftlichem Geplänkel ein, um im richtigen Moment mit pointierten Fragen in einem regelrechten Blutrausch zuzuschlagen. Meistens erzeugen seitenlange Verhöre nicht unbedingt atemlose Spannung. Tana French macht sie zum Mittelpunkt ihres Romans, in dem Wahrheit immer sorgfältig in einer Collage aus Lügen, Betrug und Verschleierung zusammengestückelt wird.
Im Mittelpunkt: ein
misanthropisches, prolliges und
melancholisches Großmaul
Wie Jäger umkreisen die
Polizisten den Verdächtigen
im Verhör
Tana French: Gefrorener Schrei. Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Scherz Verlag, Frankfurt/M. 2017. 656 Seiten, 16,99 Euro. E-Book 14,99 Euro.
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atmosphärisch dicht und voller glaubwürdiger Figuren