Rote Spur (MP3-Download) - Meyer, Deon
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Milla Strachan, vor kurzem noch brave Hausfrau, heuert auf der Suche nach ein wenig Abwechslung bei einem kleinen Geheimdienst an und gerät prompt in einen Aufsehen erregenden Fall. Durch einen Informanten erfährt sie von einer Lieferung des südafrikanischen Schmuggelpaten Chitepo. Handelt es sich dabei um Diamanten oder um Waffen? Und was hat das Ganze mit dem vermutlich geplanten Anschlag der al-Qaida in Kapstadt und dem Auftrag des Personenschützers Lemmer zu tun, den Transport zweier Nashörner zu bewachen? Der neue packende Südafrika-Krimi des Bestsellerautors Deon Meyer - gelesen von Heikko Deutschmann.…mehr

Produktbeschreibung
Milla Strachan, vor kurzem noch brave Hausfrau, heuert auf der Suche nach ein wenig Abwechslung bei einem kleinen Geheimdienst an und gerät prompt in einen Aufsehen erregenden Fall. Durch einen Informanten erfährt sie von einer Lieferung des südafrikanischen Schmuggelpaten Chitepo. Handelt es sich dabei um Diamanten oder um Waffen? Und was hat das Ganze mit dem vermutlich geplanten Anschlag der al-Qaida in Kapstadt und dem Auftrag des Personenschützers Lemmer zu tun, den Transport zweier Nashörner zu bewachen? Der neue packende Südafrika-Krimi des Bestsellerautors Deon Meyer - gelesen von Heikko Deutschmann.
  • Produktdetails
  • Verlag: Der Audio Verlag
  • Gesamtlaufzeit: 511 Min.
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahre
  • Erscheinungstermin: 24.11.2011
  • ISBN-13: 4056198057018
  • Artikelnr.: 34429377
Autorenporträt
Meyer, Deon
Deon Meyer wurde 1958 in Paarl, Südafrika geboren. Seine Romane wurden bisher in 27 Sprachen übersetzt. Er hat auch zahlreiche Drehbücher für Filme und Fernsehserien geschrieben. Deon Meyer lebt in Stellenbosch, in der Nähe von Kapstadt. Im Aufbau Taschenbuch Verlag liegen seine Thriller »Tod vor Morgengrauen«, »Der traurige Polizist«, »Das Herz des Jägers«, »Der Atem des Jägers«, »Weißer Schatten«, »Dreizehn Stunden«, »Rote Spur«, »Sieben Tage«, »Cobra«, »Icarus« und »Fever« sowie der Storyband »Schwarz. Weiß. Tot« vor. Zuletzt erschien von ihm bei Rütten & Loening »Die Amerikanerin«. Mehr zum Autor unter www.deonmeyer.com.

Schäfer, Stefanie
Stefanie Schäfer studierte Dolmetschen und Übersetzen an den Universitäten Heidelberg und Köln. Für herausragende übersetzerische Leistungen wurde sie mit dem Hieronymusring ausgezeichnet. Sie hat bereits mehrere Bücher von Deon Meyer übersetzt und lebt in Köln.
Rezensionen
»Knappe Schnitte, rasante Hetzjagden, knallhart aufeinanderprallende Kulturen - Deon Meyer erzählt atemlos und schnell.« Stern
Besprechung von 25.11.2011
Mit Spitzmaulnashörnern durch die Nacht

Geheimdienste, Terroristen, Gangs, Waffen, Diamanten und Detektive: Der Südafrikaner Deon Meyer lässt in seinem Thriller "Rote Spur" nichts aus.

Schon wieder ein neuer Deon Meyer? Erst im vergangenen Jahr hatte der südafrikanische Autor in "Dreizehn Stunden" (F.A.Z. vom 5. März 2010) zwei Fälle lösen wollen - und seinen Helden Bennie Griessel damit ans Limit geführt. Dieses Mal hat Griessel Pause, dabei könnte der Roman jede helfende Hand gut gebrauchen - so viele Fälle sind in ihm zu lösen. Und die sind eigentlich von der unlösbaren Sorte.

Da ist zunächst der Anfangsverdacht des südafrikanischen Geheimdienstes, eine islamistische Terrorgruppe plane einen Anschlag auf ein Fußballstadion, in dem die Fifa-Oberen und die amerikanische Nationalmannschaft zu Gast sein werden. Wie lauter die Motive des Dienstes sind, ist fraglich. Darin verwoben ist die Geschichte der biederen, betrogenen Hausfrau Milla Strachan, die sich bei diesem Geheimdienst bewirbt, ohne zu wissen, wer ihr Arbeitgeber ist. Wenig später läuft sie einem Abenteurer in die Hände, den ihre neue Firma für einen CIA-Agenten hält. Rivalisierende Banden des organisierten Verbrechens reichern das Panorama an - innerafrikanischer Waffen- und Diamentenschmuggel zählen zu ihrem lukrativen Geschäftsmodell.

"Ich bin nicht scharf auf Ärger, ziehe ihn aber magisch an." Alsbald trifft man auch den vornamenlosen Personenschützer Lemmer wieder, der Deon Meyer schon in früheren Büchern wie "Weißer Schatten" gute, man muss sagen: bessere Dienste geleistet hat. Er begleitet einen nicht ganz legalen Transport von seltenen Spitzmaulnashörnern, die wegen ihrer wertvollen Hörner bei Wilderern begehrt sind. Nicht nur wird der Transport überfallen, auch geht Lemmer einer trickreichen Spurensucherin auf den Leim, die sich mit seinen Waffen davonmacht. Sehr spät im Buch treffen wir den hünenhaften Polizisten Mat Joubert wieder, auch er kein Unbekannter. Er ist fünfzig, desillusioniert, kennt die Nachrichten im Radio, Schlagzeilen und Reklamebotschaften, die "Entwicklungsphasen von Gruppen, Ländern, Regionen und Kontinenten. Alles wandelte sich, alles blieb beim Alten - was abhandenkam, war die Fähigkeit zu staunen, das war das Tragische."

Nach zweiunddreißig Jahren hat er den Dienst quittiert und sich bei einer geldschneiderischen Privatdetektei untergestellt. Dort rollt er den Fall eines verschwundenen Ehemanns auf, der sich möglicherweise als Regionalleiter einer Busfirma bereichert hat. Derweil bläht sich der mögliche Terrorangriff von einer nationalen zu einer globalen Bedrohung auf, was die CIA auf den Plan ruft, deren Hilfe bei der weltweiten Suche nach dem Schiff der Terroristen gebraucht wird. Al Qaida, ich hör dir trapsen: Das Taktieren der Geheimdienste wird zum gefährlichen Geschacher.

An dieser Stelle machen wir einen Punkt. Denn genau dies gestattet sich dieser bunte Mix aus Politthriller, Detektiv- und Abenteuerroman nicht. Das ist in jenem rauhen, mordbereiten Südafrika, das Deon Meyer uns mit seinem siebten ins Deutsche übersetzten Roman vorführt, offensichtlich nicht vorgesehen. Die Nach-Apartheid-Gesellschaft ist zersplittert, nach Hautfarben, Abstammung und sozialer Rangstufe geschichtet, von alten Wunden gezeichnet und von einer Demokratie, wie wir sie kannten, noch ein gutes Stück entfernt. Die Mordrate in der für den Tourismus so wichtigen und deshalb scharf kontrollierten Kapregion, wo der Roman angesiedelt ist, ist im Buch wie im wirklichen Leben eminent.

Mit jedem Roman weitet der dreiundfünfzigjährige Deon Meyer sein Universum. Allmählich wird er zu einem Schlachtenmaler. Viele Figuren werden liebevoll ausgemalt, ihre Vorgeschichten - wie im Fall des Killers K. D. Snyders - gar von Kindheit an nacherzählt. Das führt in der Summe zu einer epischen Breite, zu der etablierte Thriller-Autoren häufig neigen. Dieses Auserzählen dient nicht unbedingt dem Fortkommen der Handlung. Weit von der Knappheit des Hard-boiled-Genres entfernt, wird stattdessen immer noch eines draufgelegt. Mit gut sechshundert Seiten Länge ist nach oben noch Luft.

Die "Rote Spur" (im Original: "Spoors") verliert sich selbst gelegentlich aus den Augen. Lemmer etwa beendet sein Gastspiel als Ich-Erzähler auf Seite 277 und kehrt erst im Epilog wieder. Und was ist aus dem Leibhaftigen geworden, den die Terroristen angelandet haben? Der verschwenderische Umgang mit Ideen und Geschichten führt zu einer kippeligen Statik. Und zu einem Ende, in dem alle und alles miteinander zu tun haben müssen, ohne dass alle Fäden aufgelöst würden. Es sei denn, man interpretierte die losen Enden als literarisches Programm. Auf dem Umschlag lässt sich der amerikanische Krimikollege Don Winslow ("Tage der Toten") mit dem Spruch zitieren, nicht einmal er als Profi habe es geschafft, dieses Buch wegzulegen. Als gemeiner Leser wird man sagen müssen: Doch, das geht.

HANNES HINTERMEIER

Deon Meyer: "Rote Spur". Roman.

Aus dem Afrikaans von Stefanie Schäfer. Rütten & Loening, Berlin 2011. 625 S., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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