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Victor kann sein albernes Siegerdasein als erfolgreicher Investmentbanker schon lange nicht mehr ernst nehmen. Alle Versuche, sich zu verlieben, scheinen ebenso zum Scheitern verdammt zu sein, wie es seine Ehe war. Er ist ein Produkt der marktorientierten deutschen Gesellschaft und dieselben Fähigkeiten, auf denen sein Erfolg in diesem System basiert, weisen ihm jetzt den Ausweg - eine Revolution.
Er bewohnt eine gläserne Villa im Taunus, hat bei Bedarf Sex im Spa-Bereich des Hotel Adlon und schafft es, die Work-Life-Balance der Mitarbeiter seiner Bank in einem rentablen Ungleichgewicht zu
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Produktbeschreibung
Victor kann sein albernes Siegerdasein als erfolgreicher Investmentbanker schon lange nicht mehr ernst nehmen. Alle Versuche, sich zu verlieben, scheinen ebenso zum Scheitern verdammt zu sein, wie es seine Ehe war. Er ist ein Produkt der marktorientierten deutschen Gesellschaft und dieselben Fähigkeiten, auf denen sein Erfolg in diesem System basiert, weisen ihm jetzt den Ausweg - eine Revolution.

Er bewohnt eine gläserne Villa im Taunus, hat bei Bedarf Sex im Spa-Bereich des Hotel Adlon und schafft es, die Work-Life-Balance der Mitarbeiter seiner Bank in einem rentablen Ungleichgewicht zu halten. Doch all das führt zu nichts. Zum Glück lernt er den italophilen Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland kennen, dessen Lebenstraum es ist, nach seiner politischen Laufbahn als steinreicher Investmentbanker mit dem Ferrari durch Mailand zu gleiten. Dafür braucht er Victors Hilfe und unterstützt ihn im Gegenzug dabei, eine populistische Bewegung zu gründen, deren rohe LebendigkeitVictor erlösen wird. In seinem Roman wirft Alexander Schimmelbusch ein grelles Licht auf die deutsche Volksseele und stellt die zentralen Fragen unserer Zeit: Ist unser System kaputt? Was ist Elite? Können wir überhaupt noch kommunizieren? Haben wir Prinzipien? Welchen Preis zahlt man dafür, nach seinen eigenen Regeln zu leben? Ist es Zeit für einen radikalen Neuanfang? Für eine Stunde null, wie nach einem Krieg?
  • Produktdetails
  • Verlag: Tropen
  • 7. Aufl.
  • Seitenzahl: 214
  • Erscheinungstermin: 10. März 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 152mm x 22mm
  • Gewicht: 382g
  • ISBN-13: 9783608503807
  • ISBN-10: 3608503803
  • Artikelnr.: 49790742
Autorenporträt
Alexander Schimmelbusch, geboren 1975 in Frankfurt am Main, wuchs in New York auf, studierte an der Georgetown University in Washington und arbeitete dann fünf Jahre lang als Investmentbanker in London. Sein Debüt »Blut im Wasser« gewann den Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage. »Hochdeutschland« ist sein vierter Roman.
Rezensionen
Besprechung von 30.04.2018
Das neue
entschlossene Wir
Im cleversten Sinn ist Alexander Schimmelbuschs Buch „Hochdeutschland“ so etwas wie eine deutsche Antwort auf Michel Houellebecqs vor drei Jahren erschienenen Roman „Unterwerfung“. Darin wird ein muslimischer Politiker mithilfe der bürgerlichen Parteien französischer Präsident, führt dann aber Theokratie, Scharia, Patriarchat ein. Bei Schimmelbusch ist der Protagonist, der die Lage des Landes ungnädig beobachtet, kein zynischer Literaturwissenschaftler wie bei Houellebecq, sondern ein steinreicher junger Frankfurter Investmentbank-Chef. Ein Sieger mit einem schlechtem Gewissen. Er hält ein radikal liberal-populistisches Projekt für nötig, „um das deutsche Volk zu einen“, und schreibt deshalb ein irres Manifest „direkt an den Souverän“ gegen das „obsessive Ich“ und für ein neues „entschlossenes Wir“. Die Sache biegt also nicht in Richtung Fatalismus ab, sondern – fieser noch – zum Positiven. Ein gar nicht böser türkischstämmiger Politiker wird Kanzler – und „Hochdeutschland“ am Ende gleichzeitig zum Traum und zur Horrorvision jedes besorgten Gutbürgers.
JENS-CHRISTIAN RABE





Alexander Schimmelbusch: Hochdeutschland. Tropen Verlag, Köln, 2018. 214 Seiten, 20 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
Besprechung von 23.06.2018
Der ideale Populist
Alexander Schimmelbusch spricht über seinen Roman "Hochdeutschland"

Shir Khan nahm ein böses Ende. Doch der Tiger aus dem "Dschungelbuch" brüllt jetzt im Triebwerk eines Porsche im Hochtaunus. Dort nämlich hat sich "Hochdeutschland" im gleichnamigen Roman von Alexander Schimmelbusch angesiedelt. Mit Label-Dropping beginnt das Buch, und vom Marken-Dropping lebt es. Denn seine Protagonisten identifizieren sich unter anderem über eine tausend Euro teure Hautcrème, zu deren Herstellung Debussys "La Mer" eingespielt wird.

Das musste Sandra Kegel ausdrücklich zur Kenntnis nehmen, als sie bei der jüngsten "Frankfurter Premiere" des Kulturamts glaubte, sich verhört oder verlesen zu haben. In der Historischen Villa Metzler, die die Bankiersfamilie Metzler im 19. Jahrhundert erworben hatte, sprach die Literaturredakteurin dieser Zeitung mit dem Verfasser über den Lebensstil der Frankfurter High Society und über den "großen Manipulator" im Buch, der Deutschland links- und rechtspopulistisch zugleich retten will.

Victor heißt er, der Sieger. Er ist Vater einer achtjährigen Victoria, logiert im 32. Stock eines Bankenturms und schaltet von dort über Touchscreen die Lampen in seiner Villa in Falkenstein ein und aus. Auf seinem Konto ruhen mehr als hundert Millionen Euro. Denn Victor ist Investmentbanker und mit 39 Jahren schon fast im Rentenalter der Branche. Schimmelbusch kennt sich aus. Der 43 Jahre alte Autor war in London auch einmal Investmentbanker.

Hat ihn der gleiche Ennui gepackt wie Victor? Der ist nämlich "unzufrieden". Er will nicht nur ein Mann der Zahlen sein, sondern seinen Namen in der Zeitung lesen. Nachdem er einen fiktiven Bundesfinanzminister entsprechend beschwatzt hat, gerät er in einen spontanen Kreativschub. Für einen Bundestagsabgeordneten verfasst er ein Parteiprogramm, das die oberste Vermögensgrenze bei 25 Millionen Euro ansetzt. "Populismus in Deutschland muss ein links umverteilendes Element haben", kommentierte Schimmelbusch.

Man müsse den Leuten offenbar mit unsinnigen Sätzen aus der Seele sprechen, sagte der Autor und berief sich auf den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Sein Victor nutzt aber auch "kulturelle Anleihen folkloristischer Färbung". Der Tropen Verlag nutzt sie für sein Cover, das einen romantischen Waldhorizont von Caspar David Friedrich zeigt. Verleger Tom Kraushaar glaubt trotzdem: "Wir haben Missverständnisse vermieden und einen Populismus in fortschrittlicher Form vorgestellt." Victors innere Leere prädestiniere ihn zum idealen Populisten.

Schimmelbusch glaubt, die Globalisierungsfolgen und die Flüchtlingskrise forderten andere Parteien als die Volksparteien. Hat er selbst ein Manifest in der Schublade wie sein Protagonist? Ist Victor ein Strohmann? Auf Fragen nach autobiographischen Verquickungen aus seiner Zeit als Investmentbanker ließ er sich gar nicht erst ein. Der Autor, der in New York und im Frankfurter Westend aufgewachsen ist und in Washington Germanistik und Volkswirtschaft studiert hat, blieb "ergebnisoffen" - links und rechts inbegriffen. Denn ein neues Parteiprogramm müsse auf 35 Prozent kommen.

CLAUDIA SCHÜLKE

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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»Ein rasanter Trip durch rebellierende Männerseelen, die Bankerwelt - und zu Quellen heutiger Kriege.« Inge Waldinger, Wiener Zeitung, 21./22.07.2018 »Mit "Hochdeutschland" [...] hat [Schimmelbusch] eine bitterböse, aber bedrückende Analyse einer visionslosen Gesellschaft geschaffen, einen bösen und klugen Schelmenroman.« OÖ Nachrichten, 05.2018 »"Hochdeutschland" von Alexander Schimmelbusch ist kluge und wie die Faust aufs Auge unserer gegenwärtigen Realität passende Unterhaltung.« Erik Lim, Südwestpresse, 05.2018 »Dieser Roman ist nicht wirklich eine Satire, er ist bitterböse, er ist sarkastisch. Er besticht durch seinen Humor und durch sein fundiertes Wissen über das Investmentbankermilieu. Er schafft es aber auch, die politische Gefühlslage in Deutschland abzubilden. Manche nennen es das Buch der Stunde, weil vor allem unsere Wirtschaftswelt selten so treffend und entlarvend dargestellt wurde.« Jörg Petzold, Flux FM, 05.05.2018 »Es ist nicht nötig, sich die Antworten auf Fragen der Gegenwart von der Meta-Ebene zu kratzen. Der Schriftsteller bleibt so real, dass es Angst macht – vor allem aber Spaß.[...] Es gibt ihn: den deutschen Gegenwartsroman, der kein literarischer Selfie ist, sondern ein Spiegel. Bis zum "extremistischen Rauschen", das allem ein Ende setzt. Über das man noch mal kichern kann. Noch.« Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung, 19.04.2018 »Schimmelbusch führt uns mephistophelisch unsere inneren kulturpessimistischen, gesellschaftskritischen, politischen Schweinehunde vor. Der Wahlomat jedenfalls würde beim Programm der Deutschen AG zweifellos verrückt spielen. Ein schamlos hellsichtiges, anmaßendes, unsere Gegenwart kenntlich machendes Buch.« Markus Clauer, Rheinpfalz, 20.04.2018 »Schimmelbusch ist ein meisterhafter Fabulierer, der die aktuelle politische Stimmung gekonnt zuspitzt. Mit "Hochdeutschland" hat er einen furiosen Roman über die Abgehobenheit der Eliten und die Chancen der Korrektur verfasst.« Günter Keil, Landshuter Zeitung, 14.04.2018 »Die deutsche Literatur hat auf eine so hintersinnig böse Satire ein Weilchen warten müssen. Und wie die dickeren Bücher des Franzosen Houllebecq dürfte auch dieser eher schmale Roman nebst aller Unkenrufe mühelos missverstanden werden. Schimmelbusch hat es darauf angelegt.« Jens-Uwe Sommerschuh, Sächsische Zeitung, 16.04.2018 »...entscheidend ist, mit welcher Souveränität Schimmelbusch die Welt hinter den hohen Türmen der Banken nicht nur ins Leben, sondern vor allem in den Bereich der Kultur zurückholt….Es ist ein raues, schnelles, irres Buch von kristalliner Eleganz. ... Darum wünschte man sich für jedes Regal aus Kiefernholz und jede Studenten-WG in Marburg und Bielefeld, dass dort, wie in der Bibliothek des ehemaligen VW-Chefs Müller, bald Alexander Schimmelbuschs Hochdeutschland stünde: Denn das wäre genau das richtige Buch, um zu zeigen, dass die schärfste kulturelle Kritik des Kapitalismus natürlich nur aus dem Kapitalismus selbst kommen kann, basierend auf einer genauen Detailkenntnis, auf einem Verständnis für die Sucht nach Aufstieg und Fall, inklusive gnädigen Blicks auf die Verkrustungen und Vernarbungen der Bankerseelen. Ein Roman, der zeigt, dass auch hierbei Humor erlaubt ist.« Florian Illies, Die Zeit, 19.04.2018 »"Hochdeutschland" ist ein brillanter Roman, der von einer tatsächlich bedenkenswerten Fragestellung ausgeht: Warum die Finanzkrise nicht dazu geführt hat, dass die Einkommensverteilung weithin in Frage gestellt wurde. Zugleich aber denkt er die Wirkung sich daraus ergebender Ideen durchaus zu Ende. Es ist Literatur, die zur Gegenwart etwas sagen will, aber diese Gegenwart nicht einfach nachstellt.« Felix Bayer, Spiegel Online, 24.03.2018 »Nicht nur der Roman der Stunde. Wenn man zu End gelacht hat, kann man dann auch endlich anfangen, über die Zeit, in der wir leben, bitterlich zu weinen.« Christian Schachinger, Der Standard, 30.03.2018 »Im besten und cleversten Sinn ist "Hochdeutschland" so etwas wie eine deutsche Antwort auf Michael Houllebecqs vor drei Jahren erschienenen dystopisch-satirischen Roman "Unterwerfung".[...] Und für wie blühend man Alexander Schimmelbuschs Fantasie hält. Die Farce ist hier jedenfalls die Komödie, bei der einem das Lachen im Hals stecken bleibt.« Jens-Christian Rabe, Süddeutsche Zeitung, 22.03.2018 »Mit seinem Roman "Hochdeutschland" wirft Alexander Schimmelbusch ein grelles Licht auf die seelische Verfassung der Nation.« Katja Kullmann, taz, 03.2018 »Hätten Romane Farben und Geschwindigkeiten, dann wäre "Hochdeutschland" von Alexander Schimmelbusch stahlblau und polarsilber, mit etwas kühlem Flaschenfrün und Schiefer.« Sarah Pines, Welt am Sonntag, 11.03.2018 »Schimmelbusch hat einen wahnsinnig lustigen, bösen, politisch klugen Untergangs- und Aufbruchsroman geschrieben.« Volker Weidermann, Literaturspiegel, 03.2018…mehr
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