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Bewertung von seschat

Der Migrationsforscher und Sozialarbeiter Ralph Ghadban stammt aus dem Libanon und lebt seit 1972 in Deutschland. Seit Jahren beschäftigt er sich mit den libanesisch-kurdischen …


  • Format: ePub

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Arabische Clans beherrschen die Berliner Unterwelt. Auch in Frankfurt, Bremen und Essen dominieren libanesisch-kurdische Großfamilien die Geschäfte mit Raub, Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Prostitution und Geldwäsche. Mittlerweile sind die kriminellen Clans so stark, dass sie zum Angriff auf die Staatsgewalt übergehen. Sie versuchen, Familienmitglieder bei der Berliner Polizei einzuschleusen, suchen Konfrontation mit Justiz und Jugendämtern und machen Stadtteile zu No-Go-Areas.
Der Migrationsforscher Ralph Ghadban macht das erschreckende Phänomen sichtbar. Er erklärt, woher die Clans
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  • Größe: 2.67MB
Produktbeschreibung
Arabische Clans beherrschen die Berliner Unterwelt. Auch in Frankfurt, Bremen und Essen dominieren libanesisch-kurdische Großfamilien die Geschäfte mit Raub, Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Prostitution und Geldwäsche. Mittlerweile sind die kriminellen Clans so stark, dass sie zum Angriff auf die Staatsgewalt übergehen. Sie versuchen, Familienmitglieder bei der Berliner Polizei einzuschleusen, suchen Konfrontation mit Justiz und Jugendämtern und machen Stadtteile zu No-Go-Areas.

Der Migrationsforscher Ralph Ghadban macht das erschreckende Phänomen sichtbar. Er erklärt, woher die Clans kommen und wie sie sich entwickelt haben. Er benennt die Fehler in der Integrationsarbeit und warnt davor, dass neue Einwanderer ebenfalls Clan-Strukturen ausbilden und Banden unsere Städte terrorisieren. Ein kenntnisreiches und Augen öffnendes Buch.


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  • Produktdetails
  • Verlag: Ullstein Taschenbuchvlg.
  • Seitenzahl: 250
  • Erscheinungstermin: 12.10.2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783843717977
  • Artikelnr.: 52589635
Autorenporträt
Ralph Ghadban ist 1949 im Libanon geboren und seit 1972 in Deutschland. Studium der Philosophie in Beirut, der Islamwissenschaft und Promotion in Politikwissenschaft in Berlin. Seit 1993 ist er in der Migrationsforschung tätig mit dem Schwerpunkt Islam im Westen und war Mitglied der ersten Islamkonferenz. Als Sozialarbeiter, ehemaliger Leiter der Beratungsstelle für Araber des Diakonischen Werks in Berlin und als Anstaltsbeirat der JVA Tegel hatte er direkten Kontakt zu vielen Clanmitgliedern.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 19.11.2018

Berliner der besonderen Art
Ralph Ghadban warnt vor arabischen Clans in Deutschlands Hauptstadt und anderswo.
Er dokumentiert deren Weg in die organisierte Kriminalität – tendiert aber stark zu Pauschalurteilen
VON WOLFGANG FREUND
Nun lauert also plötzlich der wildgewordene „Araber“ an jeder deutschen Straßenecke? Mit dem Dolch im Gewande gar, ein wenig nach dem Bild des Mroko Sakin? Sakin heißt auf Arabisch oder auch auf Hebräisch „Messer“, und Mroko Sakin wurden vor Jahrzehnten in Israel jüdisch-marokkanische Einwanderer genannt, nachdem sie sich vor der Übermacht der dort regierenden ex-osteuropäischen „Leitkultur“-Träger zum Clan der „Schwarzen Panther“ zusammengerottet und während der Sechziger- und Siebzigerjahre das Land, in dem sie neu heimisch geworden waren, da und dort ein wenig „terrorisiert“ hatten. Dieser Clan rang allerdings um Anerkennung und Gleichstellung in seiner neuen Heimat Israel, nicht gegen dieselbe, wie es heute mit den arabischen Clans in Deutschland der Fall zu sein scheint, sollte die Analyse Ralph Ghadbans tatsächlich stimmen.
Der 1949 in Libanon geborene und heute in Berlin lebende Politologe, Islamwissenschaftler und Publizist sowie Sozialarbeiter mit praktischer Erfahrung im Feld der Berliner Nahost-Migranten sieht solche Clans als ernsthafte Sicherheitsbedrohung für die gesamte Republik (auch über deren Grenzen hinaus). Durch Herkunft sowie universitäre Studiengänge (Beirut 1966 – 1972, West-Berlin ab 1972 mit Promotion) ist der Autor auf gehobenem Niveau mehrsprachig: arabisch, englisch, französisch, deutsch. Zweifelsfrei ein wichtiger Pluspunkt für die Auseinandersetzung mit dem von ihm gewählten Thema. Dennoch gibt es „Ausrutscher“. So schreibt Ghadban auch fürchterliche Sätze, die das Gruseln lehren und so nicht stimmen, wie zum Beispiel dort, wo er die Frage nach der Möglichkeit, aus dem Islam auszutreten, stellt: „… Das Verlassen des Islam ist (…) nicht mehr möglich, in allen islamischen Ländern wird es mit dem Leben bestraft.“ So knallhart ist das falsch, zutreffend allenfalls für Saudi-Arabien, Pakistan oder auch Iran. Anderswo in arabisch-islamischen Ländern drohen bei islambezogener Apostasie Gefängnisstrafen und/oder soziale Ächtung im Berufs- und Privatleben, ja bis hinein in die Familien. Natürlich schlimm genug für Betroffene. Doch der Henker tritt zwischen Casablanca und Islamabad bei islamischem Renegatentum nicht überall in Erscheinung, und in Afrika oder Südostasien (Indonesien) schon gar nicht. Man sollte deshalb sehr genau verdeutlichen, wovon bei derartigen Feststellungen die Rede ist. Der Autor macht es sich da und dort etwas leicht und pauschaliert voreilig, aus seiner spezifischen Ecke heraus.
Denn Ghadbans Sicht ist deutsch-libanesisch eingeengt. Deutsch, weil alles seinen Ausgang nimmt in Berlin, und libanesisch, weil Autor bestimmte Libanesen offensichtlich nicht besonders mag. Man kann ihm das nicht einmal verdenken, hat doch Libanon das Beste wie auch das Schlimmste von dem hervorgebracht, was der arabische Orient im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte „human“ zu bieten hatte: auf der einen Seite internationale „Intelligenzen“ auf hohem Niveau, sich gleichermaßen in Geisteswissenschaften oder Literatur auf Arabisch, Französisch oder Englisch hervortuend, und dem gegenüber mafiose Clans, die ihre Netze von den arabischen Ölmonarchien über Westafrika, Lateinamerika, die USA und Kanada sowie Westeuropa (Frankreich, Großbritannien und eben auch Deutschland) unentwirrbar zu knüpfen verstanden.
Ghadbans Grundthese: In Deutschland wütet ein besonderer libanesischer Clan, mit Namen „Mhallami“. Gemeint sind islamische Migranten, welche – über türkisch-kurdische Querelen – während der Zwanziger-, Dreissiger- und bis in die Vierzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts hinein Zuflucht im multikonfessionellen Libanon gefunden hatten. In Libanon selbst jedoch nie richtig Fuß gefasst habend, flohen die Mhallami während der libanesischen Bürgerkriegsjahre (1975 – 1990) weiter Richtung Europa, mit Schwerpunkt Deutschland und vor allem West-Berlin. Sie wurden „Berliner“, doch eher solche der besonderen Art. Aus dem Libanon hatten sie ihre als „Parallelgesellschaft“ entwickelten Clan-Strukturen mitgebracht und sich nach altem Muster auf diese Weise hier neu organisiert. Dies keineswegs mittels zunehmender Hinwendung auf die sie umgebende deutsche Mehrheitsgesellschaft, sondern durch gewollte Abspaltung von derselben auf dem Wege organisierter Kriminalität (Ghadban) in den „Disziplinen“ Diebstahl, Erpressung, Gewaltdelikte, Prostitution und Rauschgifthandel. Das Modell fand metastasenhafte Fortschreibung bei anderen Gruppierungen der innerdeutschen sowie europäischen Kriminellenszene.
In der detailreichen Schilderung dieser Vorgänge und Ausuferungen liegt zweifelsohne die dokumentarische Qualität des Buches. Der Autor macht verstehbar, dass zumindest streckenweise das „Mhallami-Modell“ bei anderen „parallelgesellschaftlich“ organisierten Gruppen über den eigenen Clan hinausgehende Schule macht. Daher „die unterschätzte Gefahr“, wie schon im Buchtitel formuliert.
Und wo nicht Kriminelles sichtbar dominiert, geschieht es untergründig, Ghabdan schreibt: „Sozialhilfe wird als festes Einkommen betrachtet und Schwarzarbeit als zusätzliche Einkommensquelle.“ An solchen Pauschalurteilen mit dem Vorschlaghammer hat dieses Buch keinen Mangel. Der unbedarfte Leser mag nach Lektüre zur Auffassung gelangen, in Deutschland lebte es sich noch nie so gefährlich wie in diesen Tagen, dank Clans der Mhallami-Art und ihrem Treiben auf den Straßen und in den nächtlichen Gassen der Republik. Man darf sich dabei aber vielleicht der Tatsache erinnern, dass es heute in deutschen und europäischen Großstädten nicht mehr und nicht weniger kriminell zugeht als schon vor 20 oder 30 Jahren.
Wolfgang Freund ist deutsch-französischer Sozialwissenschaftler (Schwerpunkt „Mittelmeerkulturen“). Zahlreiche Publikationen auf Deutsch, Französisch und Englisch. Lebt heute in Südfrankreich.
Aus Libanon haben,
so der Autor, die Clans ihre
„Parallelgesellschaft“ mitgebracht
Trauerfeier für ein polizeibekanntes Mitglied einer arabischstämmigen Großfamilie in Berlin. Im September war Nidal R. bei einem Spaziergang von Unbekannten erschossen worden. Zur Beisetzung des staatenlosen Palästinensers, der in Libanon geboren wurde, kamen nach Medienberichten auch Berliner Clan-Größen.
Foto: Sean Gallup / Getty
Ralph Ghadban:
Arabische Clans.
Die unterschätzte Gefahr. Econ-Verlag, Berlin 2018. 304 Seiten. 18 Euro.
E-Book: 16,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 27.11.2018

Nehmt ihnen das Geld!
Der Migrationsforscher Ralph Ghadban fordert ein hartes Durchgreifen gegen arabische Clans

Kurz nach der Wende saß die Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John an einem "runden Tisch" zusammen mit fünf Albanern und fünf Vertretern der aus dem Libanon stammenden Volksgruppe der Mhallami. Frau John warb für Recht und Moral, die Männer hörten interessiert zu. Vorausgegangen waren Auseinandersetzungen auf Berliner Straßen zwischen beiden Volksgruppen wegen verweigerter Schutzgelder. Barbara John habe auf die Männer eingeredet, schreibt der Migrationsforscher Ralph Ghadban, der bei dieser "surrealen Szene" damals dabei war, in seinem Buch "Arabische Clans - Die unterschätzte Gefahr". Doch die Teilnehmer, gewaltbereite Schwerkriminelle, hätten kaum Sinn für ihren Vortrag gehabt. Es ging um einen Bandenkrieg. Und für den sind Polizei und Justiz zuständig.

Mit "schönen Worten" zur Integration ist Banden und Clans nicht beizukommen, das schildert Ghadban, der 1972 aus dem Libanon nach Deutschland kam, eindringlich. Sein Buch, 304 Seiten lang, ist kein Werk für den schnellen Überblick. Detailliert erläutert er den Familienbegriff im Islam, erklärt Stammeskultur und Patriarchat und zeichnet die Geschichte der libanesisch-kurdischen Gruppe der Mhallami bis zur Migration nach Deutschland nach. Die historische Einbettung ermöglicht so eine intensive Annäherung an das Phänomen "Clan", das Abschottung als Lebens- und Erfolgsprinzip versteht und in der öffentlichen Wahrnehmung nur auftaucht, wenn Spezialkräfte der Polizei Wohnungen und Shisha-Bars stürmen.

Der promovierte Politologe Ralph Ghadban, ehemaliger Sozialarbeiter und Leiter der Beratungsstelle für Araber des Diakonischen Werks in Berlin, weiß, wovon er schreibt. Leidenschaft für den Kampf des Rechts prägt, wie einst im Buch der Berliner Richterin Kirsten Heisig "Das Ende der Geduld", seine Schilderungen, oft auch unverhohlen Verbitterung. Vor allem wenn es um die parteiübergreifende Ideologie geht, die seiner Meinung nach der Polizeiarbeit immer wieder dazwischengrätscht: Der "Multikulturalismus" begünstige die kriminellen Machenschaften der Clans seit Jahren, zeige sich in laschen Urteilen, mangelnder Strafverfolgung und der Weigerung, das Kind beim Namen zu nennen: Nur Niedersachsen, das einzige Land, das laut Ghadban konsequent gegen Clankriminalität vorgeht, erarbeitet demnach ein polizeiliches Lagebild mit Listen der entsprechenden Großfamilien. In Nordrhein-Westfalen werde erst jetzt, nach dem Regierungswechsel, ein ähnlicher Weg beschritten, Berlin hingegen weigere sich, den Begriff der Clankriminalität zu verwenden, und beharre "auf der alten ideologischen Politik von Multikulti". Aus dem Multikulturalismus, ursprünglich als Abschaffung der Unterschiede und damit der Diskriminierung gedacht, ist somit laut Ghadban inzwischen eine "Politik der Anerkennung der Differenz" geworden. Das Feindbild laute Assimilation: Alle Unterschiede sollen bestehen bleiben - auch diejenigen, die westlichen Werten zuwiderliefen.

Viele dieser "Unterschiede" haben nach Ghadbans Schilderungen die Mhallami Ende der siebziger Jahre mit nach Deutschland gebracht: das Herabschauen auf die "Ungläubigen", woraus die Missachtung von Recht und Gesetz resultiert. Und die Diskriminierung der Frauen, wesentliches Element für Aufbau und Fortbestand der Clans. Durch Zwangsehe und Gewalt in Schach gehalten, sind Frauen für die Geburt möglichst vieler Kinder da, um die Großfamilien immer größer und mächtiger werden zu lassen. Laut Ghadban hat gerade die restriktive Ausländerpolitik in den achtziger Jahren mit Arbeitsverboten und der Abschaffung von Sozialleistungen dazu beigetragen, die Integration der Flüchtlinge zu erschweren. Durch diese "Maßnahmen der Abschreckung", um Wirtschaftsflüchtlinge abzuhalten, hätten sich die Flüchtlinge die Werte der "Gastgesellschaft" kaum aneignen können. "Es war eine verpasste Chance."

Über Jahre bildeten sich so die "Parallelgesellschaften" der Clans, die staatliche Autorität aus "kulturellen und religiösen Gründen" missachten und Deutschland nur als "Beutegesellschaft" wahrnehmen, um sich nicht zuletzt durch Sozialleistungen zu bereichern. "Selbst die vermögenden Kriminellen unter ihnen bleiben Hartz-IV-Empfänger." Bedrohungspotential erhält der Clan der Mhallami, der rund hunderttausend Mitglieder zählt, vor allem durch die Konzentration in Städten wie Berlin, Bremen oder Essen. Immer wieder kommt es zu Konfrontationen, doch Clanmitglieder können binnen Minuten Dutzende Männer mobilisieren, die dann nur mit einem Großaufgebot der Polizei in den Griff zu bekommen sind.

Die Bandbreite der Delikte ist groß: Diebstahl, Erpressung, Prostitution, Drogenhandel, Raubüberfälle. Nach Ghadbans Ausführungen werden nun auch unter den neuen Flüchtlingen verstärkt Handlanger rekrutiert: Während sich die Clans nach seinen Worten immer mehr als "Großhändler" hervortun, würden syrische Flüchtlinge dafür eingesetzt, Drogen in Berlin oder Holland abzuholen. Besonders für die Mhallami sieht Ghadban wenig Hoffnung auf ein (dauerhaft) gesetzestreues Leben. Jugendliche, um die er sich bemüht hatte, landeten früher oder später im Gefängnis: "Von Kindesbeinen an werden die Kinder gedrillt, das Fremde als solches zu betrachten und fremdes Eigentum zu entwenden."

Doch wie werden die "ungeheuren Reichtümer" angelegt, die die Clans anhäufen? Ghadban beschreibt, wie er seinen Klienten früher erklären musste, nicht "voll beladen mit Gold am Hals" zum Sozialamt zu gehen, schließlich sei die Sozialhilfe eine Hilfe in der Not und kein "Gehalt". Inzwischen wird das Geld mit Investitionen in Immobilien, Restaurants, Shisha-Bars, Diskotheken, Bordelle und Drogenhandel gewaschen. Auf diese Weise entstehe ein "krimineller Arbeitsmarkt", der auch "schwachen und untüchtigen" Clanmitgliedern eine Beschäftigung biete.

Um die Clans zu zerschlagen, soll man ihnen nach Ghadbans Einschätzung das wegnehmen, worum es ihnen immer nur geht: das Geld. Als wichtigstes Instrument sieht er die Vermögensabschöpfung. Zusammen mit der konsequenten Durchsetzung der Beweislastumkehr - der Verdächtige muss nun die Herkunft des Geldes nachweisen - wird so die "Gewinnperspektive" der kriminellen Gruppen zerstört, dadurch lockern sich ihre Strukturen. "Die staatliche Aufgabe besteht darin, den Clan zu sprengen, um die Clanmitglieder einzeln zu integrieren." Der Kampf bleibe jedoch wirkungslos, wenn nicht endlich ein "umfassender Informationsaustausch" zwischen Polizei und Sozialämtern etabliert werde. Aus den Fehlern der Vergangenheit müsse angesichts anhaltender Migration gelernt werden: Wenn die Flüchtlinge ähnliche Clanstrukturen aufbauten, gestärkt durch den "erwarteten Familiennachzug", "dann ist der Kampf einfach aus Kapazitätsgründen verloren".

KARIN TRUSCHEIT

Ralph Ghadban: Arabische Clans. Die unterschätzte Gefahr.

Econ Verlag, München 2018. 304 S., 18,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Ghadban ist im Großen und Ganzen ein hervorragendes Buch gelungen, informativ, aufrüttelnd.", Südkurier, Christine Richard, 21.12.2018