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Phasmes - Didi-Huberman, Georges
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Vollkommen disparate, nur in ihrem "blitzhaften Zusammentreten" (Walter Benjamin) einander ähnliche Erscheinungen liefern den Ausgangspunkt für Didi-Hubermans Überlegungen. In brillanter Weise kreist er seine zunächst ganz nebensächlich erscheinenden Gegenstände ein, bringt sie dem Leser in erzählerischer Weise nah, löst anfangs gemachte, höchst fragwürdig erscheinende Aussagen auf und führt so auf einem spannungsvollen, durch souverän gesetzte Bezüge zu Psychoanalyse, Philosophie, Literatur reich gepflasterten Weg zum Kern seines Gedankens. Das in seiner Beiläufigkeit surrealistischen…mehr

Produktbeschreibung
Vollkommen disparate, nur in ihrem "blitzhaften Zusammentreten" (Walter Benjamin) einander ähnliche Erscheinungen liefern den Ausgangspunkt für Didi-Hubermans Überlegungen. In brillanter Weise kreist er seine zunächst ganz nebensächlich erscheinenden Gegenstände ein, bringt sie dem Leser in erzählerischer Weise nah, löst anfangs gemachte, höchst fragwürdig erscheinende Aussagen auf und führt so auf einem spannungsvollen, durch souverän gesetzte Bezüge zu Psychoanalyse, Philosophie, Literatur reich gepflasterten Weg zum Kern seines Gedankens.
Das in seiner Beiläufigkeit surrealistischen Bildfindungen ähnliche Prinzip dieser Essays folgt keiner rationalen logischen Konsequenz, sondern in Anlehnung an die Freudschen Bilderrätsel traumhaften Bezügen. Aber gerade das Erkennen von Dingen, die man nicht sucht, die einem am Wegesrand begegnen, eröffnet vielleicht eher einen Zugang zu dem lang gesuchten eigentlichen Sinn - "Wer weiß", sagt Didi-Huberman.
Auf leichterem Fuße als seine gro ßen Argumentationen kommen diese kurzen Essays daher, die wie eine Einführung in die Denkweise Didi-Hubermanns gelesen werden können.
  • Produktdetails
  • Verlag: Dumont Buchverlag
  • Seitenzahl: 280
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm
  • Gewicht: 380g
  • ISBN-13: 9783770153152
  • ISBN-10: 3770153154
  • Artikelnr.: 09849008
Autorenporträt
Georges Didi-Hubermann, geboren 1953, ist Philosoph und Kunsthistoriker und lehrt an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Paris). Er ist Träger des Hans-Reimer-Preises der Aby-Warburg-Stiftung (Hamburg). Er veröffentlichte zahlreiche Untersuchungen zur Geschichte und Theorie der Bilder.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensent Andreas Cremonini zeigt sich fasziniert von den Essays des französischen Kunsthistorikers, Literaten und Bildtheoretikers Georges Didi-Huberman. Was den ersten Blick wie ein Potpourri von Gelegenheitsarbeiten zu diversen Themen aussieht, erweist sich für Cremonini im Lauf der Lektüre als eine "höchst subtile Analyse der Dynamik des kunsttheoretischen Forschungsprozesses und seiner materialen Voraussetzungen". Im Zentrum der Essays sieht Cremonini den Gedanken, dass Assoziationen, Bilder, Einfälle etc., die die Aufmerksamkeit des Forschers von seinem eigentlichen Objekt ablenken oder stören, keineswegs irrelevant sind, sondern für die Ökonomie der Suche eine eigene wichtige Bedeutung haben. Bei all seinen ästhetischen und kunstphilosophischen Erkundungen suche Didi-Huberman deshalb die Spuren "jenes unvermittelten Anstoßes, jenes 'chocs' zu bewahren, der der Reflexion vorausliegt, in sie eingegangen, in ihr 'zu Grunde' gegangen ist", erklärt Cremonini, der darin auch einen Ausdruck "intellektueller Redlichkeit" sieht. Didi-Hubermans "undiszipliniertes Schreiben" wie auch sein Methodenideal, das die kunstwissenschaftliche Unterscheidung zwischen großer Kunst und unbedeutenden kunsthandwerklichen Massenprodukt ablehnt, bewahrt ihn nach Ansicht des Rezensenten vor einer "Sterilität der Erkenntnis".

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