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Die dramatische Begegnung zwischen einem Minister und einer geheimnisvollen jungen Frau ein elegantes, vielschichtiges und tragisches Kammerspiel von Sándor Márai, 1943 in Ungarn erschienen, liegt nun in neuer deutscher Übersetzung vor.
Sie tritt in sein Leben, als er, seiner Pflicht als ungarischer Minister folgend, eine verhängnisvolle Entscheidung für sein Land gefällt hat. Aino Lainen, die geheimnisvolle junge Finnin mit der verblüffenden Ähnlichkeit zu seiner vor Jahren verstorbenen Frau, bringt den sonst so kontrollierten Mann vollkommen aus der Fassung. Er vergisst alle Würde seiner…mehr

Produktbeschreibung
Die dramatische Begegnung zwischen einem Minister und einer geheimnisvollen jungen Frau ein elegantes, vielschichtiges und tragisches Kammerspiel von Sándor Márai, 1943 in Ungarn erschienen, liegt nun in neuer deutscher Übersetzung vor.
Sie tritt in sein Leben, als er, seiner Pflicht als ungarischer Minister folgend, eine verhängnisvolle Entscheidung für sein Land gefällt hat. Aino Lainen, die geheimnisvolle junge Finnin mit der verblüffenden Ähnlichkeit zu seiner vor Jahren verstorbenen Frau, bringt den sonst so kontrollierten Mann vollkommen aus der Fassung. Er vergisst alle Würde seiner Stellung und lädt sie noch für denselben Abend in die Oper ein. Sehnsüchte und Hoffnungen steigen in dem einsamen Mann auf, aber auch viele Fragen. Weshalb taucht die so seltsam vertraute Fremde gerade jetzt auf? Und wohin wird diese schicksalhafte Begegnung die beiden führen? Es beginnt ein gefährliches Spiel zwischen Leidenschaft, Sehnsucht und Zerstörung.
  • Produktdetails
  • Verlag: Piper
  • Originaltitel: Siraly
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 186
  • Erscheinungstermin: 17. Oktober 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 23mm x 124mm x 194mm
  • Gewicht: 300g
  • ISBN-13: 9783492052085
  • ISBN-10: 3492052088
  • Artikelnr.: 23800042
Autorenporträt
Sándor Márai, 1900 in Kaschau (KoÜice, heute Slowakei) geboren, lebte und studierte in verschiedenen europäischen Ländern, ehe er 1928 als Journalist nach Budapest zurückkehrte. Er verließ Ungarn 1948 aus politischen Gründen und ging 1952 in die USA, wo er bis zu seinem Freitod 1989 lebte. Er war einer der bedeutendsten ungarischen Schriftsteller und Kritiker des 20. Jahrhunderts.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 19.11.2008

Vollkommenes Leben
Sándor Márais Roman „Die Möwe” ist eine Enttäuschung
Es ist Winter in Budapest. Noch hat der Zweite Weltkrieg die Stadt nicht erreicht, aber lange kann es nicht mehr dauern. Eine junge Finnin stellt sich im Büro eines alternden Ministerialbeamten vor. Und der ist erschüttert: Wie eine Doppelgängerin gleicht die hübsche Aino seiner toten Geliebten Ilona, die sich im letzten Jahr aus unerfüllter Liebe zu einem charismatischen Chemieprofessor mit Blausäure vergiftet hat. Der Mann lädt die rätselhafte Frau in die Oper ein, dann zu nächtlicher Stunde in seine Wohnung. Verführen sie einander? Nein, sie reden: buchstäblich über Gott und die Welt und bis zur plötzlichen Verabschiedung weit nach Mitternacht.
Vom Vergehen der Jugend über die Krise der bürgerlichen Welt bis zum Verhältnis von Masse und Individuum: Alles, was in „Die Möwe” zu diesen für den Roman der klassischen Moderne typischen Themen steht, hat man anderswo schon genauer und gründlicher gelesen. Auch die Neigung des Autors zum Sentenziösen gebiert nicht unbedingt Originelles. „Es gibt Augenblicke, in denen das Leben zur Vollkommenheit reift und alles so dicht und einfach wird, wie es im Augenblick des Todes sein muss”: Zu solchem Philosophieren auf Kaffeehaus-Niveau passen die als Bildungssignale eingestreuten Zitate von Platon und Huizinga, Talleyrand, Metternich und Rilke. Seit der Wiederveröffentlichung von „Die Glut” vor knapp zehn Jahren wird Sándor Márai als großer europäischer Erzähler gehandelt. Dieses Buch gibt dazu kaum Anlass.CHRISTOPH HAAS
SÁNDOR MÁRAI: Die Möwe. Aus dem Ungarischen von Christina Kunze. Piper Verlag, München 2008. 188 Seiten, 16,80 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Rezensent Franz Haas lässt keinen Zweifel daran, dass die Bücher, die Sandor Marai bis 1943 geschrieben hat, für ihn keine große Literatur sind: Zuviel gezierte Melancholie über das untergehende Bürgertum mit seinen Biedermeiersofas und alternden Erzherzoginnen schlägt ihm da entgegen. Das gilt laut Haas auch noch für den 1943 in Budapest erschienenen Roman "Die Möwe". Ein hoher Beamter, den eine Finnin auf den Ungarn erreichende Krieg aufmerksam macht, klagt im "Konversationston" über den drohenden Verlust seiner Welt, die er doch schon selbst nicht mehr ganz ernst nehmen kann. Der Krieg ist noch etwas ganz Fernes. Erst ab 1945, mit dem Roman "Befreiung" und den Tagebüchern wird Marai in den Augen des Rezensenten zu einem wirklich großen Schriftsteller.

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"Sándor Márais Romane sind so bedeutend wie ergreifend." F.A.Z.