Das Geheimnis des großen Bären - Kippenhahn, Rudolf
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In klaren, hellen Vollmondnächten, weit außerhalb der Großstadt, ist er besonders faszinierend, den Sternenhimmel mit seinen unendlich vielen, leuchtenden kleinen und großen Punkten zu betrachten. Dass diese miteinander in Verbindung stehen und so genannte "Sternbilder" ergeben, kann man mit ein wenig Hilfe entdecken. Generationen von Seefahrern orientierten sich an ihnen, lange bevor es Radargeräte gab. Dabei ist es das Sternbild des "Großen Bären", an dem sich das gesamte Firmament erklären lässt.…mehr

Produktbeschreibung
In klaren, hellen Vollmondnächten, weit außerhalb der Großstadt, ist er besonders faszinierend, den Sternenhimmel mit seinen unendlich vielen, leuchtenden kleinen und großen Punkten zu betrachten. Dass diese miteinander in Verbindung stehen und so genannte "Sternbilder" ergeben, kann man mit ein wenig Hilfe entdecken. Generationen von Seefahrern orientierten sich an ihnen, lange bevor es Radargeräte gab.
Dabei ist es das Sternbild des "Großen Bären", an dem sich das gesamte Firmament erklären lässt.
  • Produktdetails
  • rororo Rotfuchs Bd.21243
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • Seitenzahl: 144
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 144 S. 4-farb.; mit zahlr. Abb u. 16 S. Bastel-Gimmick von Antje von Stemm. 230 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 230mm
  • Gewicht: 483g
  • ISBN-13: 9783499212437
  • ISBN-10: 3499212439
  • Best.Nr.: 11384278
Autorenporträt
Rudolf Kippenhahn, geboren 1926 in Bärringen/Tschechoslowakei, studierte Mathematik, war u. a. Mitarbeiter der Bamberger Sternwarte, Professor für Astronomie in Göttingen, zuletzt Direktor des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching. Rudolf Kippenhahn lebt in Göttingen.
Rezensionen
Besprechung von 13.03.2004
Das Taumeln der Erde im All
Rudolf Kippenhahn erklärt das himmlische Drunter und Drüber

Warum fallen eigentlich die Pinguine, die auf der unteren Seite des Globus leben, nicht ins Weltall? Fragen dieser Art sind vermutlich allen Eltern und Großeltern bekannt und haben sie wahrscheinlich auch manchmal schon in Verlegenheit gebracht. Geht es um Astronomie, fällt Rudolf Kippenhahn, der sich zeitlebens als einer der bedeutendsten Astronomen Deutschlands mit dem Werdegang der Sterne beschäftigt hat, eine Antwort meist nicht schwer. Sie jedoch Kindern gegenüber so zu formulieren, daß diese weder gelangweilt noch überfordert werden, das verlangt nicht nur den Fachmann, sondern auch den pädagogisch geschickten Erzähler. Kippenhahn hat sich für die bewährte Form des großväterlichen Lehrdialogs entschieden, indem er stellvertretend für alle jungen Leser seine beiden Enkel Paul und Lina in "Das Geheimnis des Großen Bären" einweiht und sie durch "Geschichten vom Himmel und seinen Sternen" - so der Untertitel - mit den einfachsten kosmischen Gesetzen vertraut macht.

Der Autor weiß, daß einer verständlichen Antwort die Anschauung zugrunde liegen muß. Daß die Erde rund ist, erkennt man am besten, wenn man ein Schiff am Horizont verschwinden sieht. Und die langen hellen Abende in Nordeuropa, die in manchen Ländern in Feiern zur Mittsommernacht gipfeln, führen rasch zur Erklärung der Jahreszeiten hin. Wobei Paul ein bekannter Merksatz Schwierigkeiten bereitet: "Im Osten geht die Sonne auf, im Süden hält sie Mittagslauf, im Westen wird sie untergehn, im Norden ist sie nie zu sehen." Am Nordkap, so bemerkt er, gehe dieser Spruch ganz schön in die Hose.

Das Schwingen des Foucaultschen Pendels führt Kippenhahn als Beweis für die Rotation der Erde an. Die Sterne in der Nähe der Himmelspole, die nie untergehen, verleiten Lina zu der Bemerkung, am Himmel gehe es wohl drunter und drüber. Die Bedeutung der Sonne für den Menschen über ihre Funktion als Wärmespender hinaus macht der Autor unter anderem anhand der Nahrungsmittelkette (Strahlung)-Gras-Kuh-Milch klar: Ohne die Sonne müßten wir verhungern und verdursten. Nicht ganz gelungen ist Kippenhahns Erklärung dafür, daß der Mond zweimal täglich statt nur einmal eine Flut erzeugt. Denn was soll man sich darunter vorstellen, daß die Anziehungskraft nicht nur das Meerwasser hebt, sondern außerdem die ganze Erde ein wenig taumeln läßt?

Nachdem sie Erde, Mond und Sonne einschließlich der Finsternisse kennengelernt haben, begeben sich Paul und Lina zusammen mit ihrem Großvater zu den Planeten, auch zum Mars mit seinen ausgetrockneten Flußbetten. "An deren Ufern vielleicht Tiere zur Tränke kamen?" fragt Lina in wenig kindlicher Manier. Kippenhahns Antwort - wir wüßten es nicht - ist ein wenig gewagt. Als kleines Bonmot führt der Autor die Geschichte der Entdeckung des Planeten Pluto im Jahr 1930 an. Damals hätten die Astronomen des Lowell-Observatoriums um Vorschläge für die Benennung gebeten - und schließlich jenen der elf Jahre alten Enkelin eines Bibliothekars, Venetia Burney, aufgegriffen, die meinte, man solle ihn doch Pluto nennen. Kippenhahn schreibt, vor einigen Jahren habe er herauszufinden versucht, ob sie noch lebe, und er habe sie auch gefunden. Sie sei heute eine feine alte Dame und heiße Venetia Phair. Randgeschichten von der Erde wie diese, oft auch aus dem persönlichen Erleben des Autors, beleben und ergänzen die Beschäftigung mit dem Himmel.

Über die Milchstraße und die Galaxien hinaus führt der Autor seine Enkel zum Urknall, wobei er allerdings an die Grenzen des kindlichen Verständnisses stoßen dürfte. Wie etwa sollte Paul und Lina einleuchten, daß auch einzelne Atome zur Messung von Zeit dienen können? Dennoch ist das Buch insgesamt außerordentlich kindgerecht, weil es den Bogen vom All zum Alltag sehr schlüssig zu spannen weiß. Und damit seine Erkenntnisse auch nach der Lektüre noch ein wenig im Kinderzimmer präsent sind, gibt es in seiner Mitte einen Bastelsatz für eine Sonnenuhr.

GÜNTER PAUL.

Rudolf Kippenhahn: "Das Geheimnis des Großen Bären - Geschichten vom Himmel und seinen Sternen". Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2004. 136 S., geb., 12,90 [Euro]. Ab 9 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Besprechung von 04.02.2005
Warum fallen Pinguine nicht ins Weltall?
Geschichten über die Sterne und ein Atlas zur Himmelsbeobachtung: zwei Astronomiebücher für Kinder und Jugendliche
Wie viele Sterne es gibt? Mehr als Sandkörner auf allen Stränden der Erde zusammen! Wie groß das Weltall ist? Wir werden es wahrscheinlich niemals erfahren! So sind die Astronomen, geben Antworten, die entweder die Vorstellungskraft sprengen oder wenig Handfestes bieten. Hätten sich die Menschen vor tausenden von Jahren davon entmutigen lassen, wäre die Geschichte der Himmelskunde schnell erzählt. Dann stünde unser Planet unbeweglich im Mittelpunkt des Universums und gälten Kometen immer noch als Ausdünstungen der irdischen Lufthülle. Wer sich aber auf die Gratwanderung an den Grenzen des Wissens begibt, lernt eine Menge darüber, wie die Welt funktioniert. Und er entwickelt ein Gespür dafür, die richtigen Fragen zu stellen.
Lina und Paul, die Protagonisten in Rudolf Kippenhahns Buch Das Geheimnis des Großen Bären, stellen die richtigen Fragen. Die Geschwister verbringen ihre Sommerferien zusammen mit den Großeltern in Südfrankreich und haben alles andere als Wissenschaft im Kopf. Bis Opa eines Abends mit dem Feldstecher aufs Meer hinaus guckt und behauptet, die Kugelform der Erde gesehen zu haben. Lina und Paul werden neugierig. Dann hantiert Opa mit Wasserball, Spielzeugschiff und Plastikmännchen. Als die Kinder am nächsten Morgen auch noch selbst beobachten, auf welche Weise ein Zweimaster am Horizont verschwindet (erst der Rumpf, dann das Segel) und den Grund dafür erfahren, verblasst die Erinnerung an so manch dröge Schulstunde. Intuitiv lernen statt Schulbuchweisheiten pauken - das macht den beiden sichtlich Spaß.
Der Autor lenkt seine Figuren nach dem klassischen Lehrer-Schüler-Dialog und vermittelt so astronomische Grundlagen. Wie leben und sterben die Sterne? Was hat es mit dem Andromedanebel auf sich? Was bedeutet die Sonne für uns? Warum fallen Pinguine nicht ins Weltall? Wie entstehen Sommer und Winter? Ohne es recht zu merken, erliegen Lina und Paul immer mehr dem Zauber des Alls. Auch der Leser verliert zunehmend die Scheu vor dem Unfassbaren. Der Opa alias Rudolf Kippenhahn, im richtigen Leben sechsfacher Großvater und Astronom, kennt sich am Himmel bestens aus. Über Sonne, Galaxien und den Urknall plaudert er so, als wäre es die einfachste Sache der Welt. Er arbeitet mit anschaulichen Vergleichen und stellt Rätselaufgaben. Lina und Paul jedenfalls würden einen Wissenstest in Sachen Weltall blendend bestehen. Und „begreifen” lässt sich das Firmament im Buch auch noch: in Form einer Sonnenuhr und einer Sternkarte zum Selberbasteln.
Die Karte reicht für die ersten tastenden Schritte durch Raum und Zeit. Wer ausgedehnte Exkursionen unternehmen und Neuland erkunden will, der benötigt einen detaillierten Reiseführer - wie Der Sternenhimmel von Robin Scagell. Dieser Wegweiser für den Praktiker beschreibt das komplette Firmament im Jahreslauf. Das Gerüst bilden Monatskapitel. Sie beginnen jeweils mit Karten des Nord- und Südhimmels und der Beschreibung einiger Sternbilder. Die folgende Doppelseite ist einer einzigen prominenten Konstellation gewidmet. Über manche der großformatigen Ansichten lassen sich durchsichtige Folien klappen, mit deren Hilfe man die Umrisse der Figur ebenso leicht identifiziert wie helle Sterne, Nebel oder Galaxien; auf der gegenüber liegenden Seite werden die Objekte kurz beschrieben. So erfährt der Leser, was sich hinter den glitzernden Lichtpünktchen verbirgt, blickt damit gleichsam hinter die Kulissen des Himmelszelts. Dazu tragen außerdem die kurzen Streiflichter zu Themen wie Milchstraße, Mond oder Fernrohre und Satelliten bei. Das Buch ähnelt einem reich bebilderten Lexikon. Die Fotos und Zeichnungen sind attraktiv, die Texte klar und präzis. Dank der robusten Aufmachung übersteht der Atlas zur Himmelsbeobachtung im Freien selbst die kältesten Nächte. Nur eine Schönwettergarantie wird nicht mitgeliefert.
HELMUT HORNUNG
RUDOLF KIPPENHAHN: Das Geheimnis des Großen Bären. Geschichten vom Himmel und seinen Sternen. Mit zahlreichen Abbildungen und Bastel-Gimmick. Rowohlt Taschenbuch Verlag 2004. 144 Seiten, 12,90 Euro.
ROBIN SCAGELL: Der Sternenhimmel. Ein Atlas zur Himmelsbeobachtung. Mit zahlreichen Abbildungen. Dorling Kindersley Verlag 2004. 96 S., 16,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Insgesamt außerordentlich kindgerecht findet Rezensent Günter Paul dieses Buch über die kosmischen Gesetze. Der bedeutende Astronom Rudolf Kippenhahn habe sich darin für "die bewährte Form des großväterlichen Lehrdialogs" entschieden und Rezensent Paul findet nicht alle, aber doch die meisten Beschreibungen und Erklärungen Kippenhahns gelungen. Die Beschäftigung mit den Himmel fand der Rezensent durch Geschichten von der Erde und ihren Bewohnern augenscheinlich gewinnbringend ergänzt.

© Perlentaucher Medien GmbH"