Kubbes Museum - Kanstad Johnson, Åshild

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Viele Leute sammeln bestimmte Dinge: Briefmarken, alte Münzen oder Bücher. Der kleine Baumstamm Kubbe (sprich: Kübbe) ist da jedoch ein wenig anders - er sammelt mit großer Hingabe alles, was ihm auf seinen Spaziergängen im Wald unter die Finger kommt: Blätter und Stöcke, bunte Knöpfe oder alte Hüte. So ist es kein Wunder, dass Kubbes Zimmer bald aus allen Nähten platzt. Zum Glück weiß Oma Rat und Kubbe eröffnet sein eigenes Museum. Doch damit gehen die Probleme natürlich erst so richtig los! Ob Kubbes Oma ihm wieder aus der Patsche helfen kann?…mehr

Produktbeschreibung
Viele Leute sammeln bestimmte Dinge: Briefmarken, alte Münzen oder Bücher. Der kleine Baumstamm Kubbe (sprich: Kübbe) ist da jedoch ein wenig anders - er sammelt mit großer Hingabe alles, was ihm auf seinen Spaziergängen im Wald unter die Finger kommt: Blätter und Stöcke, bunte Knöpfe oder alte Hüte. So ist es kein Wunder, dass Kubbes Zimmer bald aus allen Nähten platzt. Zum Glück weiß Oma Rat und Kubbe eröffnet sein eigenes Museum. Doch damit gehen die Probleme natürlich erst so richtig los! Ob Kubbes Oma ihm wieder aus der Patsche helfen kann?
  • Produktdetails
  • Kubbe Bd.1
  • Verlag: Onkel & Onkel
  • Seitenzahl: 32
  • Altersempfehlung: ab 4 Jahren
  • Erscheinungstermin: März 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 289mm x 205mm x 12mm
  • Gewicht: 452g
  • ISBN-13: 9783940029980
  • ISBN-10: 394002998X
  • Artikelnr.: 35899861
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

In den höchsten Tönen lobt Rezensent Kurt Drawert das nun unter dem Titel "Kubbes Museum" erschienene Kinderbuch der norwegischen Illustratorin Ashild Kanstad Johnson. Der Kritiker lernt hier den kleinen Kubbe kennen, der auf seinen Waldspaziergängen alles sammelt, was er findet und bald beschließt, ein kleines eigenes Museum zu bauen. Als ihm die Arbeit zu viel wird, beginnt er von den Objekten Fotografien zu machen und sie in Büchern zu dokumentieren. Drawert ist nicht nur ganz angetan von der "leicht, hübsch" und kunstvoll erzählten Geschichte, deren Worte nahezu physisch erfahrbar sind, sondern auch von den "kongenialen" Bildern, die den Text erweitern. Und so legt der Rezensent dieses wunderbare Buch nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen dringend ans Herz.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 15.06.2013
Ist das Museum voll, schlägt die Stunde des Fotografen

Sammeln, vorzeigen, wieder verstreuen: Die norwegische Illustratorin Ashild Kanstad Johnsen zeigt im Kinderbuch, wie wir mit unserer Habe umgehen.

Kubbe wohnt in einem kleinen Haus im Wald. Er ist unser Held und sammelt alles, was er auf seinen Spaziergängen findet. Dann gibt es noch Fichte, seinen Freund, und Großmutter, die ihm mit Rat und Tat zur Seite steht.

Denn bald schon hat Kubbe ein Problem: Er weiß nicht mehr, wohin mit all diesen Dingen, die er angeschleppt hat. Da weiß Oma zu helfen: "Wieso baust du nicht dein eigenes Museum?" Gesagt, getan. Aber schon zeigt sich das nächste Problem: Kubbe wächst die Arbeit über den Kopf, und er hat auch keine Zeit mehr für seine Waldspaziergänge mit Fichte. Also schließt er das Museum, und damit schließt sich auch der Kreis seiner Sorgen: Denn nun weiß er abermals nicht, wohin mit allen diesen in Regalen geordneten und zur Schau gestellten Sachen.

Oma rät diesmal, von den Objekten Fotografien anzufertigen und in Büchern zu dokumentieren. "Ganz schön schlau!, denkt Kubbe. Jetzt können sich alle, die es nicht ins Museum geschafft haben, stattdessen das Album ansehen." Dann bringt er alles, was er gehortet hatte, wieder zurück in den Wald. Nur ein paar Reste, die nirgendwo mehr hingehören, behält er und bastelt sich damit selbst schöne Dinge. "Das ist ja fast schon KUNST, denkt er sich. Vielleicht könnte er ein neues Museum eröffnen?" Und mit diesem tröstlichen Gedanken schläft Kubbe schließlich ein.

So weit die hübsche, leichte und gut erzählte Geschichte, die es sich auch sprachlich nicht nehmen lässt, in einen mimetischen Ton zu verfallen, wie er vor allem Kindern gefällt - das Erzählte wird nicht einfach behauptet, sondern aus einem Spiel des Materials heraus dargestellt.

So sammelt Kubbe nicht nur "tolle Sachen", sondern er "sammelt und sammelt und sammelt. Und sammelt." Die Tätigkeit des Sammelns wird sprachlich selbst zur Handlung gebracht und damit performativ. Worte sind physisch und werden Tatsachen, wie auch aus Tatsachen Worte werden, das prägt sich auf diese Weise ein und bereitet ein Gefühl für die Komplexität der Sprache und des Sprechens vor. Die Literaturwissenschaft kennt dafür den Begriff der Anapher - also der Wortwiederholung am Anfang der Zeile -, und diese rhetorische Figur ist dort effektiv, wo es um die unbedingte Rückversicherung geht, dass etwas stattgefunden hat. Kinder brauchen diese Versicherungen umso mehr, als sie selbst noch keine oder eben nur wenig Erfahrungen haben und mit bloßen Mitteilungssätzen nicht befriedigt werden können.

Kongenial in diesem Zusammenhang sind die ebenso klaren wie verspielten, den Text nicht lediglich illustrierenden, sondern erweiternden Bilder. Das Sammelsurium der Objekte füllt eine ganze Doppelseite neben- und untereinander abgebildeter Gebrauchs- und Naturgegenstände. Von "Gruppe 1: Blätter" über "Gruppe 2: Äste, Zweige und Stöcke" und "Gruppe 3: Biegsame Dinge" oben links bis zu den verlorengegangenen Habseligkeiten der Spaziergänger wie Mütze, Schuh oder Hut unten rechts entsteht ein komplettes und sorgsam verwaltetes Ordnungssystem.

Denn das ist die zweite Botschaft in der Erzählung: dass jede Leidenschaft dem Sinn nach einer Regel folgt, ohne die sie nicht sein und sich entfalten kann. Kein Chaos der Gegenstände und der wilden Leidenschaften, sondern das Prinzip von Beherrschung und Disziplin ist hier primäres Gebot; dies aber nicht - und darauf kommt es an - als erstarrter moralischer Anspruch, sondern als Agent der Lust und des Begehrens nach Wissen.

Ist man diesem tieferen Grund erst einmal auf der Spur, öffnet sich die Geschichte zur Parabel auch für Erwachsene. Denn gewiss ist diese Folge vom Anschaffen zum Verwalten und schließlichen Verwerfen der Dinge, denen dann nur noch die Abbildung folgt, auch eine kleine Geschichte der Kulturtechniken in unserer Moderne. Die Archive sind voll und werden ins Virtuelle der digitalen Medien entsorgt, wo sie zwar unendlich viele Spuren bilden, aber eben keine, die dabei helfen, das ursprüngliche Objekt wiederzufinden.

Wie schön, denkt man dann, ist doch ein richtiges Ding, das man anfassen, schmecken und riechen oder Seite für Seite aufblättern kann wie dieses herrliche Buch; im Kreis erzählt als Ritornell und mit dem leisen Ausgang der Frage, ob es nicht am Ende die Kunst ist, die bewahrt, was wesentlich ist.

KURT DRAWERT

Ashild Kanstad Johnsen: "Kubbes Museum".

Aus dem Norwegischen von Volker Oppmann. Verlag Onkel & Onkel, Berlin 2013. 32 S., geb., 14,95 [Euro]. Ab 4 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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