Ost-Berlin. Vorzugsausgabe - Hauswald, Harald; Rathenow, Lutz
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"Ost-Berlin" ist mehr als ein Buch, es ist eine Legende. Als oppositionelle Künstler in den letzten Jahren der DDR standen der Fotograf Harald Hauswald und der Schriftsteller Lutz Rathenow unter ständiger staatlicher Beobachtung. Dennoch gelang es ihnen 1987, ein schonungslos ehrliches Porträt Ost-Berlins zu zeichnen, weit entfernt vom offiziellen Bild der "Hauptstadt der DDR". "Ein Berlin-Buch, das die Chance hat, auch in 50 Jahren noch wichtig zu sein ...", schrieb die "Welt" 1987. Seinen 30. Geburtstag nimmt der Jaron Verlag zum Anlass, "Ost-Berlin" in ganz neuer Form wiederaufzulegen: als…mehr

Produktbeschreibung
"Ost-Berlin" ist mehr als ein Buch, es ist eine Legende. Als oppositionelle Künstler in den letzten Jahren der DDR standen der Fotograf Harald Hauswald und der Schriftsteller Lutz Rathenow unter ständiger staatlicher Beobachtung. Dennoch gelang es ihnen 1987, ein schonungslos ehrliches Porträt Ost-Berlins zu zeichnen, weit entfernt vom offiziellen Bild der "Hauptstadt der DDR". "Ein Berlin-Buch, das die Chance hat, auch in 50 Jahren noch wichtig zu sein ...", schrieb die "Welt" 1987. Seinen 30. Geburtstag nimmt der Jaron Verlag zum Anlass, "Ost-Berlin" in ganz neuer Form wiederaufzulegen: als hochwertigen Fotoband, der mit seinem modernen, großzügigen Layout Hauswalds Bilder noch besser zur Geltung bringt und Rathenows kompletten Text in kompakter Form darbietet. Zudem wurden einige bislang nicht enthaltene Fotos aus dem Archiv des Fotografen hinzugefügt. Ein exzellenter Essay zur Entstehung und zur Wirkungsgeschichte des Werks von Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, einem der führenden Historiker zur Geschichte der DDR, rundet das Buch ab.
  • Produktdetails
  • Verlag: Jaron Verlag
  • Sonderausg.
  • Seitenzahl: 126
  • Erscheinungstermin: 29. September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 277mm x 225mm x 20mm
  • Gewicht: 865g
  • ISBN-13: 9783897738362
  • ISBN-10: 3897738368
  • Artikelnr.: 48281742
Autorenporträt
Harald Hauswald ist einer der bedeutendsten Fotochronisten der späten DDR. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und erhielt 2006 den Einheitspreis der Bundeszentrale für politische Bildung. Lutz Rathenow, in der DDR einer der bekanntesten Dissidenten, setzt sich als Journalist und Schriftsteller für die Aufarbeitung der SED-Diktatur ein und ist seit 2011 Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk ist Mitarbeiter der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi- Unterlagen. Er verfasste zahlreiche Publikationen zur Geschichte der DDR (z.B. "Stasi konkret", 2013).
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 25.11.2018

20. Ein Hauch von Beckett im Café

Es gibt Bücher, bei denen man immer nur "Ja! Ja!" rufen möchte, egal, welche Seite man gerade aufblättert - "Ja, so war es! So hat das alles ausgesehen!" Dieses Buch gehört dazu. Zuerst ist es 1987 erschienen, damals noch unter dem Titel "Ostberlin. Die andere Seite einer Stadt" und im Münchner Piper-Verlag. Die Autoren, der Schriftsteller Lutz Rathenow und der Fotograf Harald Hauswald, standen unter strenger Beobachtung der Stasi, die DDR-Behörden machten ihnen das Leben schwer, so oft es ging, und trotzdem konnte niemand das Erscheinen dieses Bandes verhindern, in dem die Hauptstadt der Honecker-Republik so lebensgierig, melancholisch, zornig, resigniert, herzerweichend, grotesk, sinnlich und kaputt aussah wie in keiner der offiziellen Broschüren. Noch heute taucht man, wenn man die tagträumerische Prosa von Rathenow liest, tief ins Berlin der achtziger Jahre ein: "Täglich hisst sie ihren Rauch. Eine Schicht aus Schmutz über den Dingen. Jeder riecht das Gleiche und bald nichts mehr. Doch Klagen langweilen dich. Die Nase, den Düften entwöhnt, braucht den Gestank." Und wenn man die Bilder von Harald Hauswald betrachtet, fragt man sich, wo man das alles schon einmal gesehen hat: die junge Frau in der Menge, die sich so plötzlich umdreht, dass man sich fragt, was in ihrem Kopf vorgeht; die Kinder auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz, die mit Engelsmienen in ihren Spielzeugpanzern sitzen, als hätten sie noch nie vom Kalten Krieg gehört; das Punkerpärchen in Friedrichshain, das sich für den "Kirchentag von unten" fein gemacht hat; die drei Männer in der U-Bahn, die in ihren verknitterten Gesichtern eine ganz eigene Bilanz des real existierenden Sozialismus ziehen. Es ist eine Momentaufnahme aus den lauten, bunten, damals noch ergebnisoffenen achtziger Jahren, aber es ist auch ein Rückblick auf eine Stadt, ein Land, eine Gesellschaft, die es schon bald darauf nicht mehr gab. Der Mauerfall holte Ost-Berlin zurück in die Welt, und das düstere, brüchige, gefängnisartige Idyll, in dem, wie Rathenow erzählt, die Balkone ohne Vorwarnung von den Häusern fielen und die Gespräche in den Cafés wie Dialoge von Beckett klangen, wurde von der Geschichte überrollt. Nach der Jahrtausendwende brachte der Berliner Jaron-Verlag das Buch in mehreren Neuauflagen heraus, und jetzt hat er es, ergänzt um ein Vorwort des Historikers Ilko-Sascha Kowalczuk, als Großformat ein weiteres Mal aufgelegt - nicht, um eine nostalgische Sehnsucht nach dem Gestank von Braunkohle und den bröckelnden Fassaden zu bedienen, sondern um zu zeigen, wie es gewesen ist. "Nicht jammern und picheln, mehr hammern und sicheln", steht da auf einem Transparent. Mit schönen Grüßen aus der DDR.

Andreas Kilb

Harald Hauswald / Lutz Rathenow: "Ost-Berlin: Die verschwundene Stadt". Jaron-Verlag, 128 Seiten, 20 Euro

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