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10 Kundenbewertungen


»Alles ist möglich, Engel, die Welt steht uns offen.« In der Lausitz verlebt Helene eine idyllische Kindheit, die jäh endet. Wie geht man mit den Schicksalsschlägen um, die das Leben bereit hält? Ihr Vater kehrt nur zum Sterben aus dem Ersten Weltkrieg heim, ihre jüdische Mutter zieht sich zunehmend vor den Anfeindungen ihrer Umgebung in die Verwirrung zurück. Herzensblindheit nennt Helene das und fürchtet die zunehmende Kälte der Mutter. Helene möchte Medizin studieren, ein ungewöhnlicher Traum für eine Frau zu Beginn des Jahrhunderts, doch sie träumt ihn weiter. Sie zieht mit ihrer Schwester…mehr

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Produktbeschreibung
»Alles ist möglich, Engel, die Welt steht uns offen.« In der Lausitz verlebt Helene eine idyllische Kindheit, die jäh endet. Wie geht man mit den Schicksalsschlägen um, die das Leben bereit hält? Ihr Vater kehrt nur zum Sterben aus dem Ersten Weltkrieg heim, ihre jüdische Mutter zieht sich zunehmend vor den Anfeindungen ihrer Umgebung in die Verwirrung zurück. Herzensblindheit nennt Helene das und fürchtet die zunehmende Kälte der Mutter. Helene möchte Medizin studieren, ein ungewöhnlicher Traum für eine Frau zu Beginn des Jahrhunderts, doch sie träumt ihn weiter. Sie zieht mit ihrer Schwester Martha nach Berlin, erlebt die wilden Zwanziger, und während Martha ihrer Freundin Leontine wieder begegnet, lernt Helene Carl kennen. Als der kurz vor der Verlobung stirbt, hilft auch ihr die Herzensblindheit, das Leben zu überleben. Eine schnell scheiternde Ehe mit einem überzeugten Nazi führt Helene nach Stettin, wo ihr Sohn zur Welt kommt. Die Liebe und Nähe, die der kleine Junge fordert, werden ihr zunehmend unerträglich, und bald schon geht ihr der Gedanke vom Verschwinden nicht mehr aus dem Kopf. Dann trifft sie eine ungeheuerliche Entscheidung ...

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  • Produktdetails
  • Verlag: FISCHER, S.
  • Seitenzahl: 432
  • Erscheinungstermin: 22.01.2010
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783104000299
  • Artikelnr.: 37449148
Autorenporträt
Julia Franck wurde 1970 in Berlin-Lichtenberg als eineiiger Zwilling geboren. 1978 reiste Francks Mutter mit ihren vier Töchtern über das Notaufnahmelager Marienfelde aus und konnte nach 9 Monaten nach Schleswig-Holstein in die Nähe von Rendsburg ziehen. Ab 1983 lebte sie bei Freunden in Berlin und holte 1991 das Abitur nach. In ihrer offiziellen Biografie hebt sie hervor, dass sie neben dem Studium der Fächer Jura, Altamerikanistik, Neuere deutsche Literatur und Philosophie an der FU Berlin "sieben lange Jahre als Putzfrau, zehn kurze Jahre als Kindermädchen, drei nicht zu verachtende Jahre als Kellnerin, sowie als Hilfsschwester, Phonotypistin, wissenschaftliche Hilfskraft an der Freien Universität und auch als freie Mitarbeiterin für das Radio und verschiedene Zeitungen" gearbeitet habe; unter anderem war sie Regieassistentin in der Abteilung Feature/Hörfunk beim Sender Freies Berlin. Außerdem hielt sie sich einige Monate in den Vereinigten Staaten, in Mexiko und in Guatemala auf. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Berlin-Friedenau. Das Jahr 2005 verbrachte sie als Stipendiatin in der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom. Seit 2001 ist Franck Mitglied im P.E.N.-Zentrum Deutschland.

Das meint die buecher.de-Redaktion:: Julia Franck vermag es mit einer einzigartigen erzählerischen Sensibilität in das Seelenleben ihrer Hauptfiguren einzuführen. Die Porträts ihrer Helden erscheinen nie einfarbig, sondern sind facettenreich und überaus spannend gezeichnet.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 27.09.2007

Ein Macho wie die Axt im Walde
Julia Franck hat sich mit ihrem Roman „Die Mittagsfrau” ganz dem historischen Genre verschrieben. Nur warum?
Zunächst einmal muss man es bewundern, dass eine junge Frau fremde Schicksale aus zwei Weltkriegen und der Zeit dazwischen schildert, als wäre sie dabei gewesen. Wie viel Empathie und Phantasie gehört dazu, man könnte auch sagen: wie viel Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen, von der Kühnheit des Unterfangens gar nicht zu reden. Dennoch stellt sich die Frage, welchem dunklen Drang die Hinwendung zu einer fiktiven Familiengeschichte aus der deutschen Vergangenheit eigentlich entspringt, wenn sie nicht mit der epischen Überzeugungskraft erzählt wird, die den Stoff für sich selbst sprechen ließe.
Die Mittdreißigerin Julia Franck, die ihre Prosa anfangs in der Gegenwart ansiedelte, um sich dann mit dem Roman „Lagerfeuer” in die späten siebziger Jahre zurückzubegeben, was ihr viel Beifall eintrug, zeigt sich nun ganz dem Historischen verpflichtet. Ihr neues, naturgemäß mit hohen Erwartungen befrachtetes Werk „Die Mittagsfrau” handelt von einer Krankenschwester aus der Lausitz, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts vom Leben und vom Weltgeschehen derart gebeutelt wird, dass sie schließlich ihren siebenjährigen Sohn im Chaos des Kriegsendes auf einem Bahnhof regelrecht aussetzt, um ihren eigenen Weg zu gehen.
Das beginnt atmosphärisch intensiv und sprachlich konzentriert mit einem Prolog aus der Perspektive des Kindes, holt dann weit aus und zieht sich in die Länge und Breite, wobei die Substanz merklich dünner wird, einem ausgerollten Teig vergleichbar. Im letzten Viertel kommt es noch einmal zu einer Verdichtung, und der Epilog bildet ein eindrucksvolles Pendant zum Anfang, sodass man versucht ist, darüber zu spekulieren, ob es nicht wirkungsvoller gewesen wäre, die beiden Rahmenteile zu einer Erzählung zu verschweißen und es dabei bewenden zu lassen. Denn mit dem umfangreichen Mittelstück ergeht es einem ähnlich wie mit manchen Semmeln, bei denen man zwar das rösche Äußere goutiert, aber das aufgeblähte, nicht ganz durchgebackene Innere am liebsten unauffällig entsorgen würde.
Die Funktion der Lebenserzählung ist klar: Die erschütternd kaltblütige Handlungsweise der Mutter soll durch deren Biographie erklärt, wenn nicht gerechtfertigt werden. Es stellt sich aber bei der Lektüre schon bald ein Gefühl ein, das sich auf den einfachen Nenner bringen lässt: So genau möchte man das alles gar nicht wissen. Das heißt, das Verlangen, mit der Bautzener Familie Würsich eine Spanne Lesezeit zu verbringen, stößt schnell an seine Grenzen, obwohl – oder gerade weil – diese Sippe so viele Eigenarten besitzt, die man sich in der Kulisse eines großzügig ausgestatteten Filmmelodrams sehr effektvoll vorstellen könnte. Da finden zwischen den Schwestern Helene und Martha nicht nur Machtspiele, sondern auch sexuelle Spielchen statt; da hat die Mutter nicht nur jüdische Vorfahren, sondern auch noch eine schwere psychische Störung; da ist die ältere Schwester nicht nur lesbisch, sondern auch noch morphiumsüchtig, und das Dienstmädchen, das die bäuerliche Sage von der unheilbringenden „Mittagsfrau” kolportiert, stammt nicht nur aus dem Volk der Sorben, sondern heißt auch noch Mariechen.
Der Vater, ein Druckereibesitzer, kommt einbeinig aus dem Ersten Weltkrieg heim und legt sich sogleich aufs Sterbebett. Die Mutter wird in eine Heilanstalt gebracht, und die beiden Töchter, zur Selbständigkeit erzogen und in der Krankenpflege solide ausgebildet, machen sich auf den Weg ins große, verruchte Berlin. Dort finden sie Unterschlupf im Haushalt einer emanzipierten, reichen, Kokain schnupfenden Tante, wo sämtliche Zwanzigerjahre-Bohème-Klischees einander die Hand reichen, ohne dass es auch nur einen Augenblick lustig würde. Martha tut sich mit ihrer Geliebten Leontine zusammen, und Helene, die nun in einer Apotheke arbeitet, lässt sich von Carl Wertheimer, einem Philosophiestudenten aus großbürgerlich-jüdischem Milieu, nach allen Regeln der gesitteten Liebeskunst erobern. Man geht in die Oper, flaniert am Adlon vorbei, wo „stattliche Karosserien” halten, und steigt dann in Carls Dachkammer hinauf, wo es nach gemeinsamer Spinoza-Lektüre zum Äußersten kommt: „Er vermochte kein Denken, sein Wille war abhanden gekommen, es gab keine Zähmung mehr. Er fühlte sich nackt. Die Berührung mit der Decke, die ihn von ihr trennte, erregte ihn maßlos. Mit reiner Begierde sah er Helene an und küsste sie. Er küsste ihren Mund, ihre Wangen, ihre Augen, seine Lippen spürten die glatte Haut ihrer gewölbten Stirn, die Hand ihr seidiges Haar . . .”
Mit Ariernachweis in Stettin
Wie um solchen Szenen eine Art von Seriosität entgegenzusetzen, verziert die Autorin die redselige Liebesbeziehung mit Debattensplittern der heraufziehenden Moderne. Dass aber Helenes Innenleben irreparabel geschädigt wird, als Carl, inzwischen ihr Verlobter, mit dem Fahrrad tödlich verunglückt, kann die Erzählung nur behaupten, nicht glaubhaft machen. Wenigstens bleibt dem Leser erspart, was genremäßig zu erwarten gewesen wäre – der Verlust des Geliebten durch Deportation oder andere Nazi-Machenschaften. Denn das braune Elend, von dem der Leser indes nicht viel mehr mitbekommt als die Eröffnung der Reichsautobahn, steht erst noch bevor, wie auch Helenes Ehe mit einem Mann, dessen grobschlächtige und gemeine Art ihr ein weiteres Trauma zufügt: Wilhelm, seines Zeichens Ingenieur und auf gutem Fuß mit dem Ungeist der Zeit, verschafft ihr einen arischen Pass und eine neue Heimat in Stettin, benimmt sich aber wie die Axt im Walde, nachdem er festgestellt hat, dass sie keine Jungfrau mehr ist. Das unkultivierte sexuelle Gebaren dieses holzgeschnitzten Vorkriegsmachos soll offenkundig Helenes Gefühlskälte gegenüber dem daraus hervorgegangenen Sohn grundieren. Doch auch hier gilt: So genau müsste man das alles gar nicht wissen.
Julia Franck ist zweifellos eine begabte, hochprofessionelle Erzählerin. Hier freilich wirken ihre Qualitäten ein wenig so, als seien sie in den Dienst von Marktbedürfnissen gestellt worden. Die Sinnlichkeit, die an ihren Texten wiederholt gerühmt wurde, beschränkt sich diesmal auf die detailwütige Beschreibung körperlicher Vorgänge. Sprachliche Ausrutscher im glatten Erzählfluss verstärken den Eindruck einer gewissen Unachtsamkeit: Ein Satz wie „Erich nagelte seinen Blick in Helene” sollte höchstens in einem humoristischen Roman vorkommen, und solche wie „Eine Angst ermächtigte sich Helenes Körper” oder „Die Hitze erlahmte die Menschen” eher nirgends. Aber Franck-Leser brauchen wohl nicht zu verzagen: Mit der „Mittagsfrau” ist es noch nicht aller Tage Abend. KRISTINA MAIDT-ZINKE
JULIA FRANCK: Die Mittagsfrau. Roman. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007. 430 Seiten, 19,90 Euro.
Alle historischen Räume sind uns zum Greifen nah: Kinder in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts bei einem Roller-Rennen Foto: Scherl
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 24.09.2007

Ausgesetzt
Julia Franck liest aus ihrem Buch "Die Mittagsfrau"

Gefragt, ob ihr Roman autobiographische Züge trage, erzählt Julia Franck die Geschichte ihrer Familie, die nicht weniger fesselnd ist als das Buch selbst. Als am Ende des Zweiten Weltkrieges Vorpommern durch die Rote Armee erobert wird, fliehen Julia Francks Großmutter und deren damals siebenjähriger Sohn, der Vater der Autorin, mit dem Zug Richtung Westen. Kurz nachdem sie die Oder-Neiße-Grenze passieren, steigen die beiden aus. Am Bahnsteig versichert die Frau ihrem Sohn, sie käme gleich wieder, er solle kurz warten. Sie geht und kehrt nie zu ihm zurück.

Das erste Kapitel von "Die Mittagsfrau", das Julia Franck in der vollbesetzten Buchhandlung "Marx und Co." liest, handelt von einer Begebenheit wie dieser. Diesem Anfang folgt im Buch ein Rückblick, auf mehr als 400 Seiten werden die Geschichte der Helene erzählt und die Epochen vom Kaiserreich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges geschildert.

Nach einer unbeschwerten Kindheit in der Lausitz muss Helene das Leid ihrer Eltern miterleben. Der Vater kehrt aus dem Ersten Weltkrieg zurück, stirbt jedoch kurze Zeit später, und die jüdische Mutter sucht den Anfeindungen ihrer Umgebung zu entfliehen, indem sie sich in die Verwirrung flüchtet. Mit ihrer Schwester Martha zieht Helene nach Berlin und genießt die wilden zwanziger Jahre. Helene lernt hier ihre erste große Liebe kennen und verliert sie sofort wieder. Sie heiratet Wilhelm, der ein überzeugter und erfolgreicher Nazi werden sollte. Die lieblose Ehe bringt den Sohn hervor, den die von Schicksalsschlägen gebrochene Frau allein am Bahnsteig zurücklassen wird. 1945 endet die fiktionale Aufarbeitung der Familiengeschichte. "Ich bin erzählerisch in frühere Zeiten zurückgegangen, um zu zeigen, was sein hätte können", sagt die 37 Jahre alte Autorin am Freitagabend.

Julia Francks persönliche Auseinandersetzung mit der Geschichte ihrer Großmutter aber dauert bis in die neunziger Jahre. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester macht sie sich auf die Suche nach ihrer Großmutter. Die Recherche führt sie nach Oranienburg, wo sie erfahren, dass ihre Großmutter dort ein halbes Jahr zuvor gestorben sei. Die Schwestern finden heraus, dass sie ihren Vater 1945 vorsätzlich zurückgelassen hatte und ihn später verleugnete.

Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin, die mit "Die Mittagsfrau" für den Deutschen Buchpreis 2007 nominiert ist, beschreibt das Aussetzen des Kindes als Folge von Versagen. "Dabei verstehe ich ,Versagen' im wörtlichen Sinn. Je länger ich nachgedacht habe, desto klarer wurde mir dieser unbedingte Rückzug in das Schweigen. Als die Frau, die nicht mehr lebt, sondern nur noch überlebt, mit ihrem Sohn kein Gespräch mehr führen kann, meint sie zu erkennen, dass das Kind es überall besser habe als bei ihr."

MARTIN WITTMANN

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Tobias Rüther geht in seiner Besprechung in der Sonntags-FAZ ziemlich harsch mit Julia Francks Roman "Die Mittagsfrau" ins Gericht, der das Thema Emanzipation und lesbische Liebe in der Zwischenkriegszeit behandelt. In erster Linie stört ihn Francks gestelzte Sprache, die noch die schrecklichsten Ereignisse wie Missbrauch, Vergewaltigung und Tod nicht wirklich beim Namen nennt. Er spricht in diesem Zusammenhang kritisch vom "Phänomen der wattierten Beschreibung" und der "Samtschatulle" von Francks Wortschatz, den er schließlich fast zum Lachen findet. Auch mit der Geschichte von Helene, die einen brutalen Nazi heiratet und ihren Sohn weggibt, weiß er nicht viel anzufangen. Auch warum die Autorin das Berlin der zwanziger Jahre noch einmal beschwören muss, zumal auf eine spießige, papierene Weise, die jeden Augenblick das Angelesene verrät, erschließt sich ihm nicht. Die männlichen Figuren wie auch die Begegnung der Geschlechter muten ihm klischeehaft an. Zum Ende hin stößt er auf Passagen, die er nicht nur für "traurig", sondern sogar für "ergreifend" hält, wenn etwa die innere Erstarrung Helenes geschildert wird. Aber das kann das Buch für ihn auch nicht mehr retten.

© Perlentaucher Medien GmbH