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Sie ist die älteste Darstellung des Himmels, ihre Entdeckung war eine archäologische Sensation: Die Himmelsscheibe von Nebra stammt aus keiner Hochkultur des Altertums, sie wurde im Herzen Europas gefunden. Welches verlorene Wissen birgt die rätselhafte Scheibe aus Bronze und Gold? Wer waren die Menschen, die sie vor 3.600 Jahren erschaffen haben?
Raubgräber entdeckten die Himmelsscheibe von Nebra auf der Spitze des Mittelbergs in Sachsen-Anhalt, der Archäologe Harald Meller rettete sie für die Öffentlichkeit. Seither koordiniert er die Erforschung ihrer Geheimnisse. Gemeinsam mit dem
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Produktbeschreibung
Sie ist die älteste Darstellung des Himmels, ihre Entdeckung war eine archäologische Sensation: Die Himmelsscheibe von Nebra stammt aus keiner Hochkultur des Altertums, sie wurde im Herzen Europas gefunden. Welches verlorene Wissen birgt die rätselhafte Scheibe aus Bronze und Gold? Wer waren die Menschen, die sie vor 3.600 Jahren erschaffen haben?

Raubgräber entdeckten die Himmelsscheibe von Nebra auf der Spitze des Mittelbergs in Sachsen-Anhalt, der Archäologe Harald Meller rettete sie für die Öffentlichkeit. Seither koordiniert er die Erforschung ihrer Geheimnisse. Gemeinsam mit dem Historiker und Wissenschaftsjournalisten Kai Michel entwirft er das Panorama des sagenhaften Reichs von Nebra. Dessen Kontakte reichten von Stonehenge bis in den Orient, seine Fürsten ließen sich unter gewaltigen Grabhügeln beisetzen. Es war eine Zeit, in der die Vorstellungen von Göttern, Macht und Kosmos revolutioniert wurden. Die Himmelsscheibe liefert uns den Schlüssel zu einer verschollenen Welt, der wir die Grundlagen unserer modernen Gesellschaft verdanken.

"Ein Schatz aus Bronze und Gold, vor Tausenden von Jahren vergraben, enthüllt die Existenz einer bisher unbekannten Kultur im Herzen Europas. Kein Romanautor könnte eine so spannende Handlung erfinden, wie sie dieses Buch über die Entdeckung der Himmelsscheibe von Nebra zu bieten hat."
JARED DIAMOND, Pulitzer-Preisträger
  • Produktdetails
  • Verlag: Propyläen
  • Neuauflage
  • Seitenzahl: 384
  • Erscheinungstermin: 21. September 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 249mm x 167mm x 38mm
  • Gewicht: 784g
  • ISBN-13: 9783549076460
  • ISBN-10: 3549076460
  • Artikelnr.: 52522305
Autorenporträt
Meller, Harald
Prof. Dr. Harald Meller, geboren 1960 in Olching, ist Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle an der Saale und des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Der Landesarchäologe ist ein international anerkannter Wissenschaftler und Ausstellungsmacher.

Michel, Kai
Kai Michel, geboren 1967 in Hamburg, ist Historiker und Literaturwissenschaftler. Er war Wissenschaftsredakteur bei Zeitungen wie "Die Zeit" oder "Die Weltwoche" und schreibt heute für "GEO". Er ist Co-Autor des Bestsellers "Das Tagebuch der Menschheit" und lebt in Zürich und im Schwarzwald.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 09.10.2018

Die schönen Tage von Aunjetitz
Harald Meller und Kai Michel erzählen das Epos der Himmelsscheibe von Nebra – ein archäologischer Tatsachenroman
Fast möchte man homerisch beginnen: „Singt mir, oh Musen, die Sage von der wundersamen Himmelsscheibe und vom Helden, der sie schuf und ihre Kräfte beherrschte“. Dieser Versuchung haben die beiden Autoren, Harald Meller, Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, Prähistoriker und Direktor des Landesmuseums für Vor- und Frühgeschichte in Halle, wo die Wunderscheibe heute aufbewahrt wird, und der Wissenschaftsjournalist Kai Michel, widerstanden, auch wenn sie mehrfach mit feiner Ironie darauf anspielen, dass dieser einzigartige archäologische Fund enormes homerisches Potenzial birgt. Jedenfalls ist ihnen ein spannender, flüssig geschriebener, lesens- und wissenswerter, gewissermaßen epischer Entwurf gelungen, nämlich die spektakuläre Himmelsscheibe von Nebra und ihre Zeit so umfassend zu beschreiben, gewichten und einzuordnen, dass dabei ein perspektivenreiches, manchmal tiefenscharfes Panorama der Bronzezeit zwischen etwa 2000 und 1500 vor Christus entsteht.
Die Autoren sind sich durchaus bewusst, dass ihr Versuch, die Geschichte einer schriftlosen Kultur so zu erzählen, ein gewisses Risiko bedeutet und sicher in der akademischen Zunft vieler Bedenkenträgerei, auch Missgunst und Ablehnung begegnen wird.
Ausdrückliches Vorbild ist eines der erfolgreichsten Sachbücher des letzten Jahrhunderts, C. W. Cerams 1949 erschienener Weltbestseller: „Götter, Gräber und Gelehrte“. Ceram, der eigentlich Kurt Marek hieß, konzipierte sein heute noch lehrreiches Buch als „Roman der Archäologie“. Mit ähnlichem Ansatz wagen es Meller und Michel, den, wenn man so will, Kosmos der Himmelsscheibe, die längst zum Unesco-„Weltdokumentenerbe“ gehört, erzählerisch zu entfalten auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse verschiedenster Disziplinen. Dazu gehören neben der Archäologie unter anderem Astronomie, Anthropologie, Medizin, Geologie, Kriminalistik, Physik, Chemie, Zoologie, Botanik, Evolutionsforschung, Soziologie oder Psychologie mit ihren diversen Mess- und Untersuchungsmethoden. Sie alle haben Anteil daran, dass das Phänomen „Himmelsscheibe“ heute das vielleicht am besten und vielfältigsten erforschte archäologische Fundstück weltweit ist.
Das sensationell Einmalige aber bleibt, denn: „Nach der Himmelsscheibe hat keiner gesucht. Man hatte nicht einmal die geringste Ahnung, dass etwas in ihrer Art überhaupt existieren könnte. Die Kultur, aus der sie stammte – Aunjetitz –, war nur Experten ein Begriff, und selbst die hätten nicht damit gerechnet, im heutigen Mitteldeutschland auf die bisher früheste Himmelsdarstellung der Welt zu stoßen.“
Das „Epos“ von Meller und Michel gliedert sich in zwei Teile und liefert am Ende „sieben Lehren der Himmelsscheibe“, die weit in unsere Zeit mit ihren Verwerfungen reichen. Sieben, weil die Plejaden, das Siebengestirn, auf der Scheibe zwischen Vollmond und fast Halbmond eine prominente Rolle spielen und entscheidend sind für die Entschlüsselung des „geschmiedeten Himmels“. Der erste Teil widmet sich der Kriminalstory, wie die Scheibe in unsere Welt kam: Durch Raubgrabung auf dem Mittelberg bei Nebra; es folgen Hehlereien, dann die dramatische Begegnung zwischen Harald Meller und dem damaligen Besitzer der Scheibe in einer Baseler Hotelbar und die Sicherstellung des kostbaren Objektes durch die Schweizer Polizei.
Dass noch der Fundort geklärt und untersucht werden konnte und die zwei mit der Scheibe vergrabenen Bronzeschwerter mit goldenen Griffmanschetten, zwei Bronzebeile, ein Meißel und zwei zerbrochene Armspiralen auch gerettet werden konnten, machte die Sache perfekt. Der Hort und sein Ort konnten zur Gänze so erforscht werden, dass alle Fälschungsvorwürfe und Zweifel gründlichst widerlegt wurden und in sich zusammenfielen.
Mit dem zweiten Teil überschreiten die Autoren die Grenzen zur wohl begründeten Hypothese, die immer auf der Menge archäologischer Funde und deren Deutung basiert. Dazu zählen die aufsehenerregenden Öffnungen der mächtigen rund acht Meter hohen Grabhügel von Leubingen und Helmsdorf. Meller und Michel sprechen von Fürstengräbern angesichts der bemerkenswerten Goldbeigaben, die auf Reichtum und Bedeutung der Bestatteten hinweisen. Schritt für Schritt dringen sie in jene Kultur ein, die nach dem böhmischen Dorf und Fundort Únětice nördlich von Prag Aunjetitzer Kultur genannt wird. Sie ging hervor aus der sogenannten Schnurkeramiker- und der Glockenbecherkulturen am Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit. Die Autoren folgen den Spuren des von Stonehenge bis nach Böhmen und in die Slowakei reichenden Materialtransfers, der die diversen Bronzeherstellungstechniken in Mitteleuropa ermöglichte.
Der größte Grabhügel, der Bornhöck in der Nähe des heutigen Dieskau, von Meller und Michel als „Moby Dick unter den Grabhügeln“ in Mitteleuropa bezeichnet, maß achtzig Meter im Durchmesser und war fast zwanzig Meter hoch. Er wurde im 19. Jahrhundert abgetragen, das Grab war aber leer. Allerdings wurde gleich um die Ecke ein außergewöhnlicher Goldschatz gefunden, der heute großenteils im Moskauer Puschkin-Museum liegt. Die Autoren meinen, das Gold gehörte einst zum Bestatteten in der „Pyramide des Nordens“. War hier nicht ein König begraben worden, mächtig, charismatisch, der „Herr der Himmelsscheibe“?
Im Zuge der auch durch gesicherte Mord- und Grabräubergeschichten aufregenden Beweisführung kann man sich nicht mehr dem Bild entziehen, das die Autoren entwerfen: von einem Reich von Aunjetitz, das Wissen transferierte ohne Schrift, angesiedelt auf den fruchtbaren Schwarzerdeböden Mitteldeutschlands. Zwar gab es keine Städte, aber fürstlichen Reichtum mit militärischer Macht kombiniert. Rund vierhundert Jahre dauert dieses Reich, in dem die Himmelsscheibe als zentrales Herrschaftssymbol von König zu König vererbt wird, mehrere Umarbeitungen erfährt und am Ende, als Aunjetitz der Untergang droht, wohl feierlich als höchstes Opfer an die Götter in einem Hort auf dem Mittelberg deponiert wird.
Dass einst womöglich ein Aunjetitz-Prinz in den Süden aufbrach, nach Mesopotamien reiste und von dort jene astronomischen Kenntnisse mitbrachte, die er dann so unglaublich nüchtern und rational zur Himmelsscheibe schmieden ließ, – es könnte so gewesen sein. Die Fülle der archäologischen Indizien ist erdrückend. Zugleich sind die Lücken in der Beweiskette riesig, denn jeder neue Fund, jede neue Spur wird zu neuen Deutungen führen. Doch was Harald Meller und Kai Michel hier als „Tatsachenroman“ vorlegt haben, hat einen Grad an Wahrscheinlichkeit, der sicher verdichtet, aber kaum widerlegt werden kann.
HARALD EGGEBRECHT
Sie siedelten auf den
fruchtbaren
Schwarzerdeböden
Mitteldeutschlands,
ohne Schrift, ohne Städte
Harald Meller,
Kai Michel:
Die Himmelsscheibe von Nebra. Der Schlüssel zu einer untergegangenen Kultur im Herzen Europas.
Propyläen Verlag,
Berlin 2018.
384 Seiten, 25 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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"ausgesprochen spannend erzählt, immer gut verständlich, manchmal sehr witzig", HR 2 Kultur, Ruth Fühner, 17.12.2018