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Dario ist 16 und voller Wut. Einer, dem alles egal ist, vor allem, seitdem der Vater die Familie verlassen hat. Nachdem Dario in der Schule randaliert hat, wird er zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Er soll sich um Andy kümmern, der im Rollstuhl sitzt und sich kaum mitteilen kann. Dario hat seine eigenen Vorstellungen von Fürsorge und nimmt Andy kurzerhand mit auf die Suche nach seinem Vater. Es wird eine abenteuerliche Reise, immer der Sonne nach ans Meer. Dario lernt Andys feine Signale zu lesen und diesen "Halbidioten im Rolli" mit anderen Augen zu sehen. Vor allem aber erkennt er, dass…mehr

Produktbeschreibung
Dario ist 16 und voller Wut. Einer, dem alles egal ist, vor allem, seitdem der Vater die Familie verlassen hat. Nachdem Dario in der Schule randaliert hat, wird er zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Er soll sich um Andy kümmern, der im Rollstuhl sitzt und sich kaum mitteilen kann. Dario hat seine eigenen Vorstellungen von Fürsorge und nimmt Andy kurzerhand mit auf die Suche nach seinem Vater. Es wird eine abenteuerliche Reise, immer der Sonne nach ans Meer. Dario lernt Andys feine Signale zu lesen und diesen "Halbidioten im Rolli" mit anderen Augen zu sehen. Vor allem aber erkennt er, dass nicht die anderen für seine Wut verantwortlich sind. Er hat durchaus die Wahl, welchen Weg er gehen will.
  • Produktdetails
  • Verlag: Hanser
  • Originaltitel: Il sole fra le dita
  • Artikelnr. des Verlages: 545/26260
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 160
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Erscheinungstermin: 11. März 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 142mm x 22mm
  • Gewicht: 242g
  • ISBN-13: 9783446262607
  • ISBN-10: 3446262601
  • Artikelnr.: 54342608
Autorenporträt
Clima, Gabriele
Gabriele Clima, geboren 1967 in Mailand, hat über 50 Bilderbücher, Beschäftigungsbücher, Kinder- und Jugendbücher geschrieben und entwickelt. Der Sonne nach (Hanser 2019) wurde 2017 mit dem Andersen Prize für das beste Jugendbuch ausgezeichnet und kam in die Auswahlliste des IBBY - als bestes Buch über einen behinderten Jungen.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 05.07.2019

Großer Schmerz und Schabernack
Zwei Jugendliche in einem Roadmovie mit Rollstuhl
Irgendwie sind doch alle Idioten. Zumindest in den Augen von Dario. Der nimmt sich selber dabei gar nicht aus. Schließlich gilt der 16-Jährige in der Schule als unverbesserliche Niete, aus der wohl nie etwas werden wird. Kein Wunder, dass sein Weltbild schlicht und düster ist. Immer wieder überfällt ihn der große Schmerz und die nicht minder große Wut gegen die anderen, gegen Lehrer, den Rektor, die Mutter, die Gleichaltrigen, na eben eigentlich alle, was er regelmäßig mit einer Portion „Gras“ oder irgendeinem blödsinnigen Schabernack (etwa Knallerbsen ins Weihrauchfass werfen) kompensieren muss. Man merkt schon, der Protagonist in diesem kurzweiligen wie temporeichen Buch „Der Sonne nach“ von Gabriele Clima, ist, milde gesagt, nicht eben sympathisch. Aber der erfolgreiche italienische Jugendbuchautor, der für das Buch in seinem Heimatland 2017 mit dem „Premio Andersen“ ausgezeichnet wurde, gibt Dario noch eine Chance. Er darf, besser muss, nachdem er mal wieder Mist gebaut hat, gemeinnützige Arbeit leisten. Konkret: Er hat einen „Halbidioten im Rolli“, wie er den schwer behinderten Andy anfangs sieht, zu betreuen, vier Stunden am Tag.
Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Klar, darauf baut auch der Verlag in seiner Werbung: Sein „Roadmovie der besonderen Art“ preist er geschickt an als „Ziemlich beste Freunde“ für Jugendliche. Natürlich kannte auch Clima den berühmten Film, als er 2016 das Buch schrieb. Wie im Film werden zwei Menschen, ein outcast und ein Behinderter, durch die äußeren schwierigen Umstände dazu gezwungen, miteinander auszukommen, und das im allerengsten Kontakt. Aus der Not wird aber eine Tugend, Dario und Andy kommen sich nicht nur räumlich immer näher, erkennen, dass sie gewiss keine Idioten sind, und werden schließlich, wirklich beste Freunde. Auch wenn es Dario seiner Umwelt wie dem Leser anfangs nicht leicht macht, wird sehr schnell klar, dass hier – wie häufig mit einer Flucht ins Nirgendwo – alles bald ganz anders wird. Dario haut mit Andy einfach ab, er entführt ihn aus der Behinderteneinrichtung, was Andy offensichtlich großen Spaß macht. Ein netter Mensch bastelt geschickt einen Motor und eine Gangschaltung an den Rollstuhl, mit dem die beiden knatternd durch die Gegend stromern, alle möglichen Abenteuer bestehen und sich immer besser verstehen. Irgendwo im Nirgendwo gibt es allerdings auch ein Ziel. Denn in dem Örtchen Torre Saracena lebt seit Jahren Darios Vater Nik mit einer grünhaarigen Flora zusammen. Der wird vom ahnungslosen Dario schon immer vergöttert. Er wohnt zwar „am Park“, aber nicht in einer Villa mit „einem vergoldeten Klingelschild“, wie sich der Sohn das erträumt, sondern im Wohnwagen. Und das mit viel Bier, Cannabis und einer durchgeknallten „Baumfrau“.
„Der Sonne nach“ hat einen realen Hintergrund, mit einem anderen Andy, keinem Dario, aber einer großartigen Betreuerin namens Fabiola Beretta. Die leitet in Mailand eine Organisation, die sich tatkräftig für die bessere Integration von „persone disabili“ einsetzt. Dieses engagierte Buch vermeidet jede Heroisierung Andys und verniedlicht auch nicht Andys Beeinträchtigungen. Es schildert, abgesehen von einigen wundersamen und romantischen Episoden, einigermaßen realistisch die Probleme vieler Menschen, „normal“ mit Behinderten umzugehen und sie als gleichberechtigte Menschen ernst zu nehmen. (ab 13 Jahre)
RALF HUSEMANN
Gabriele Clima: Der Sonne nach. Aus dem Italienischen von Barbara Neeb und Katharina Schmidt. Carl Hanser Verlag, München 2019. 156 Seiten,
14 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Ralf Husemann würde Gabriele Climas Jugendroman vielleicht nicht unbedingt wie die Italiener einen Preis verleihen, steht ihm aber doch wohlwollend gegenüber. Die Geschichte eines schwierigen Jugendlichen namens Dario, der zur ehrenamtlichen Betreuung des Rollstuhlfahrers Andy verdonnert wird und kurz darauf einen Roadtrip mit ihm unternimmt, sei eine Art "Ziemlich beste Freunde" für's junge Publikum und werde auch so vermarktet, gibt Husemann zu bedenken. Trotzdem findet er den Roman für "kurzweilig wie temporeich" und erkennt ihm immerhin eine "einigermaßen realistische" Darstellung des problematischen gesellschaftlichen Umgangs mit Behinderten an.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Es ist bemerkenswert, wie Clima den Freiheitsdrang des einen Jungen mit dem des anderen verknüpft; und auch, wie er das unaufdringlich poetisch, ohne große Anstrengungen macht ... Ein Roadroman, der Andy und Dario zusammenschweißt und Spannung verheißt ... Solcher Art von 'Ziemlich beste Freunde'-Coverversionen kann es gar nicht genug geben." Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel, 06.06.19

"Unterhaltsam und temporeich ... Zum Lachen, Nachdenken, Staunen ... Clima stellt die emotionale Welt der beiden Jungen glaubwürdig und berührend dar. Da hat einer ein ganz besonderes Gespür nicht nur fürs Schreiben, sondern auch für das Innenleben von Jugendlichen." Karin Haller, Österreichischer Rundfunk, 21.04.19