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In Wolfgangs Klasse grassiert das Klon-Fieber. Ein kubanischer Wissenschaftler hat es zugegeben, vor 16 Jahren zusammen mit einem deutschen Mediziner einen Menschen geklont zu haben. Nun sucht alle Welt nach dem Klon, der ungefähr in Wolfgangs Alter sein müsste. Und Wolfgangs Vater, Chefarzt der örtlichen Kurklinik, hat den Kubaner zu fraglichen Zeit gekannt. Als schließlich eine große Boulevardzeitung mit Wolfgangs Foto und der Schlagzeile "Ist das der deutsche Klon?" auf der Titelseite erscheint, ist in dem idyllischen Kurstädtchen die Hölle los ...…mehr

Produktbeschreibung
In Wolfgangs Klasse grassiert das Klon-Fieber. Ein kubanischer Wissenschaftler hat es zugegeben, vor 16 Jahren zusammen mit einem deutschen Mediziner einen Menschen geklont zu haben. Nun sucht alle Welt nach dem Klon, der ungefähr in Wolfgangs Alter sein müsste. Und Wolfgangs Vater, Chefarzt der örtlichen Kurklinik, hat den Kubaner zu fraglichen Zeit gekannt. Als schließlich eine große Boulevardzeitung mit Wolfgangs Foto und der Schlagzeile "Ist das der deutsche Klon?" auf der Titelseite erscheint, ist in dem idyllischen Kurstädtchen die Hölle los ...
  • Produktdetails
  • Verlag: Arena
  • Seitenzahl: 247
  • Abmessung: 200mm
  • Gewicht: 374g
  • ISBN-13: 9783401054254
  • ISBN-10: 3401054252
  • Artikelnr.: 10745993
Autorenporträt
Andreas Eschbachs schriftstellerische Karriere begann mit einem Umweg: In Stuttgart studierte er Luft- und Raumfahrttechnik, wechselte dann ins EDV-Fach und arbeitete als Geschäftsführer einer IT-Beratungsfirma. Obwohl er schon früh mit dem Schreiben begonnen hatte, erschien sein erster Roman, "Die Haarteppichknüpfer", erst 1995, als Eschbach bereits 36 Jahre alt war. Dann folgten moderne Klassiker wie "Solarstation", "Das Jesus-Video", "Kelwitts Stern", "Das Marsprojekt", "Quest", "Eine Billion Dollar", "Exponentialdrift", "Der letzte seiner Art", "Der Nobelpreis" oder "Ausgebrannt". Eschbach wurde mehrfach mit dem "Deutschen Science Fiction Preis" ausgezeichnet sowie mit dem "Kurd-Laßwitz-Preis". Auch international ist ihm inzwischen der Durchbruch gelungen, seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und sind auch in den USA erfolgreich. Eschbach lebt seit 2003 mit seiner Frau in der Bretagne.

Das meint die buecher.de-Redaktion: In seinen letzten Romanen entfernte sich Eschbach zunehmend vom Science-Fiction-Genre und orientiert sich in Richtung Thriller - man darf gespannt sein, wohin die Reise in Zukunft geht.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 15.03.2003

Kopiertes Kind
Andreas Eschbachs Roman von Klonen und Menschen

Von allen gesellschaftlich relevanten Entwicklungen, die Eingang gefunden haben in den Fundus unserer Literatur, ist das Thema Klonen eines der geheimnisvollsten, weil uns kaum etwas fremder und zugleich näher ist. Spätestens seit der Entzifferung des menschlichen Erbguts wird die Biotechnologie multimedial diskutiert. Der Jugendliteratur fällt nun die pikante Rolle zu, sich explizit an diejenigen zu wenden, die von den neuen Optionen vorgeblich betroffen sein werden.

Der Science-fiction-Bestsellerautor Andreas Eschbach ("Das Jesus Video") zeichnet in seinem zweiten Jugendbuch "Perfect Copy" ein Szenario, angesiedelt in naher Zukunft, das in deutscher Provinz den medienumschwärmten Ernstfall abhandelt. Für den sechzehn Jahre alten Wolfgang wird das in der Schule und den Medien umgehende Gerücht um einen geklonten Jungen zur Persönlichkeitsfrage. Sein Vater, selbst ein renommierter Forscher, hatte Kontakt zu dem Mediziner, der das Experiment geleitet haben soll. Es dauert nicht lange, bis man Wolfgang verdächtigt, das damals geklonte Kind zu sein. Ihm werden seine Anlagen fortan zum dringlichsten Anliegen, zumal er ohnehin gerade an seinem musikalischen Talent zweifelt. Haben die Eltern seine Laufbahn via Keimbahn vorgezeichnet? Seiner Herkunft auf der Spur und damit auch seiner Zukunft, gerät der Junge in einen Strudel von Ereignissen. Nur seine Freundin Svenja steht unbeirrt zu ihm: "Ich mag, wie du bist. Das ist es, was für mich zählt. Nicht wie es zustande gekommen ist, du alter Esel."

Andreas Eschbach legt hier eine brisante und hochaktuelle Romanidee vor, deren Potential er allerdings kaum nutzt, ja beinahe fahrlässig zugunsten von Thrill und Action hintanstellt. Denn eine der spannendsten Fragen für Jugendliche an der Debatte um das Klonen ist doch, wie es denen ergeht, die als Abbild, als Wunschvorstellung, als Kind nach Maß gestaltet wurden. "Wie mußte es sich anfühlen, eine genetische Kopie zu sein?" fragt sich Wolfgang einmal, und in einer Annäherung an diese Kernfrage, einem Identitätsentwurf, hätte eine große Chance gelegen.

Andreas Eschbach bietet seinen Lesern einen handwerklich routinierten Mainstream-Thriller. Das hat auch seine Reize: Spannung, Tempo, klare Gut-Böse-Markierung und dergleichen - es ist alles da. Nur sind diese Reize zugleich Handicaps, wenn etwa Wolfgangs Vater so offensichtlich zum Übeltäter verurteilt wird, daß er zum rasenden Psychopathen avanciert. Die klischeehafte Überzeichnung von Figuren wie Geschehnissen reicht bis in die Dialoge hinein, in denen ein bemühter Humor auf verstauchte Ironie trifft.

Wenn unsere kranke Spezies gerettet werden könne, werde das Heil nicht von UN-Resolutionen und diplomatischen Gipfeltreffen, sondern aus den Laboratorien kommen, schrieb Arthur Koestler. Dem imposanten und dabei so kurzsichtigen Träumen von einer Zucht, die das Züchtigen erspare, vom planbaren Produkt Mensch, erteilt Eschbach eine klare Absage. Er besorgt dies mit den Mitteln moralisierender Reizüberflutung, doch er wird seine Leser fesseln. Deshalb wird "Perfect Copy" trotz seiner Oberflächlichkeit für manche Diskussion oder sogar Reflexion gut sein.

SIMONE GIESEN

Andreas Eschbach: "Perfect Copy - Die zweite Schöpfung". Arena Verlag, Würzburg 2002. 247 S., geb., 12,90 [Euro]. Ab 12 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Einen "handwerklich routinierten Mainstream-Thriller" nennt Rezensentin Simone Giesen das zweite Jugendbuch des Science-Fiction-Bestsellerautors, dessen Reize sie mit: "Spannung, Tempo, klare Gut-Böse-Markierung" benennt. Doch gelegentlich empfindet sie diese Reize auch als Handicap, wie im Fall von klischeehaften Überzeichnungen von Figuren und Geschehnissen, die sie manchmal bis in die Dialoge hineinreichen sieht, "in denen ein bemühter Humor auf verstauchte Ironie trifft". Doch die Romanidee findet sie brisant und hochaktuell. Ein sechzehnjähriger Junge gerät in den Verdacht, ein Klon zu sein, was für ihn selbst zu Persönlichkeitsfrage wird. Leider nutze der Autor das Potenzial seiner Idee kaum, moniert die Rezensentin, stattdessen stelle er es "beinahe fahrlässig" zu Gunsten von Thrill und Action "hintan". Doch trotz seiner Oberflächlichkeit sei der Roman für manche Diskussion, "sogar Reflexion" gut, findet sie.

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