Die Alpen - Bätzing, Werner
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Bewertung von Stanzick aus Ober-Ramstadt

Werner Bätzing, Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft, wbgTheiss 2018, ISBN 978-3-8062-3779-5 Schon in den achtziger Jahren habe ich als Leser der damaligen …


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2 Kundenbewertungen

Ist das Verschwinden der Alpen als menschlicher Lebens- und Wirtschaftsraum überhaupt noch aufzuhalten? Degenerieren sie zu einem Erlebnispark für die umliegenden Metropolen? Werner Bätzing zieht Bilanz seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit dem einzigartigen Natur- und Kulturraum der Alpen. Bätzing schildert, wie die Alpen als Lebens- und Wirtschaftsraum und als Kulturlandschaft entstanden sind, wie diese im 19. und 20. Jahrhundert durch Tourismus, Industrie, Städtewachstum, Verkehr und den Zusammenbruch der Berglandwirtschaft vollständig verändert wurde (und wird), und er stellt die…mehr

Produktbeschreibung
Ist das Verschwinden der Alpen als menschlicher Lebens- und Wirtschaftsraum überhaupt noch aufzuhalten? Degenerieren sie zu einem Erlebnispark für die umliegenden Metropolen? Werner Bätzing zieht Bilanz seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit dem einzigartigen Natur- und Kulturraum der Alpen.
Bätzing schildert, wie die Alpen als Lebens- und Wirtschaftsraum und als Kulturlandschaft entstanden sind, wie diese im 19. und 20. Jahrhundert durch Tourismus, Industrie, Städtewachstum, Verkehr und den Zusammenbruch der Berglandwirtschaft vollständig verändert wurde (und wird), und er stellt die aktuelle Situation und die heutigen Probleme der Alpen im Überblick dar. Schließlich zeigt er, wie die modernen Wirtschafts- und Lebensformen so mit den traditionellen alpinen Umwelterfahrungen verbunden werden können, dass die Alpen auf neue Weise zu einem vielfältigen und dezentralen Lebens- und Wirtschaftsraum in Europa werden. Zahlreiche Fotos und Karten veranschaulichen die Argumente des Autors und machen die Lektüre zu einem Erlebnis.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 484
  • Erscheinungstermin: 10. März 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 244mm x 183mm x 39mm
  • Gewicht: 1320g
  • ISBN-13: 9783406673399
  • ISBN-10: 3406673392
  • Artikelnr.: 42020907
Autorenporträt
Werner Bätzing ist der international anerkannte Experte für den Alpenraum. Seit 1977 beschäftigt er sich in fach- und grenzübergreifender Perspektive mit den Problemen des Alpenraums. Bätzing ist u. a. wissenschaftlicher Berater der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA, Beiratsmitglied im internationalen Verein "Pro Vita Alpina" sowie Mitglied im Fachbeirat des deutschen Alpenvereins. Den Bergfreunden bekannt wurde er auch durch seine Beschreibung des piemontesischen Weitwanderwegs "Grande Traversata delle Alpi", der von der Schweizer Grenze bis zum Mittelmeer führt.
Inhaltsangabe
Vorwort
Einleitung: Was sind die Alpen?

I. Die Alpen im Agrarzeitalter

1. Der Naturraum Alpen
2. Frühe Formen der menschlichen Alpennutzung
3. Die Blüte von Wirtschaft und Kultur im Mittelalter
4. Verzögerte Modernisierungen in der Frühen Neuzeit
5. Die grundlegende Umgestaltung aller Ökosysteme im Agrarzeitalter
6. Die ökologische Stabilität der alpinen Kulturlandschaft
7. Kulturelle und politische Voraussetzungen einer nachhaltigen Naturnutzung im Agrarzeitalter

II. Der Zusammenbruch der traditionellen alpinen Welt und die neuen Nutzungsformen seit dem 19. Jahrhundert

1. Der Einbruch der Industriegesellschaft in den Alpenraum
2. Landwirtschaft in den Alpen - unverzichtbar, aber zukunftslos?
3. Die Industrie - übersehene Wirtschaftskraft in den Alpen
4. Der Tourismus - keine Schlüsselbranche im Alpenraum
5. Die Alpenstädte als regionale Wachstumszentren
6. Die Alpen als "Wasserschloss" Europas
7. Verkehr in den Alpen - mehr als nur Transit
8. Naturschutz als neuer Umgang mit den Alpen

III. Bilanzierung des grossen Strukturwandels im Alpenraum

1. Einleitung: Wie bilanziert man diesen Wandel?
2. Der ökonomische Wandel
3. Der ökologische Wandel
4. Der kulturelle Wandel
5. Typisierung des Strukturwandels: Die Alpen zwischen Vervorstädterung und Entsiedlung
6. Wichtige politische und staatliche Modifikationen des Strukturwandels
7. Gesamt-Bilanz: Die Alpen verschwinden

IV. Welche Zukunft für die Alpen?

1. Was heißt "nachhaltige Entwicklung" für die Alpen?
2. Die Alpenkonvention als Dach für regionstypische Entwicklungen
3. Die Stellung der Alpen in einem nachhaltigen Europa

Anhang
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Tabellen, Karten und Schaubilder
Register

Vorwort . 7Einleitung . 8
WAS SIND DIE ALPEN? . 10
Die schrecklichen Alpen . 14
Die schönen Alpen . 18
Die Alpen als Freizeitpark . 24
DIE NATUR DER ALPEN . 28
Die Alpen - ein junges Hochgebirge . 32
Großlandschaften der Alpen . 38
Wasser und Eis als Landschaftsgestalter . 48
Die Alpen als Regenfänger und Wasserspeicher . 58
Die Vegetation der Alpen im Naturzustand 62
Sprunghafte Naturdynamik 66
TRADITIONELLE KULTURLANDSCHAFTEN . 72
Die Alpen - kein Ungunstraum für den Menschen . 76
Strategien zum Leben mit einer sprunghaften Naturdynamik 82
Charakteristika alpiner Kulturlandschaften 90
Altsiedelräume in den Alpen . 100
Jungsiedelräume in den Alpen . 108
Transitwege, Bergbau, Marktorte und Städte 116
Die religiöse Gestaltung der Landschaft 124
DIE MODERNISIERUNG DER ALPEN 128
Verkehrserschließung als Voraussetzung der Modernisierung 132
Landwirtschaft im Alpenraum - ein Rückzug ohne Ende? 140
Gewerbe und Industrie - oft übersehen . 146
Tourismus - keine Schlüsselbranche im Alpenraum . 150
Die Alpenstädte als Wachstumszentren . 160
Die Alpen - das "Wasserschloss" Europas 164
Naturschutz als neue Realität in den Alpen . 168
AKTUELLE SITUATION UND ZUKUNFT DER ALPEN . 170
Der Rückzug der Menschen aus den peripheren Lagen . 174
Verwilderung der Landschaft und Klimawandel . 178
Verstädterung und Zersiedlung der Tallagen . 190
Freizeitparks im Hochgebirge 194
Bilanz: Die Alpen verschwinden . 206
Welche Zukunft für die Alpen? 210
Literatur und Informative Internet-Seiten . 214
Bildnachweise und Über den Autor . 215
Rezensionen
Besprechung von 08.11.2018
Ansichten einer
Kulturlandschaft
Zwei Bücher zeigen die Alpen aus ganz unterschiedlichen
Blickwinkeln. Spannend sind beide
Es liegt nahe, ein Gebirge gleichzusetzen mit Natur. Zumindest für die Alpen ist das aber falsch: Sie sind keine Natur-, sondern eine Kulturlandschaft. Die seit Jahrtausenden geprägt wird von den Menschen, die sie bewohnen und benutzen. So wären die Alpen weitaus stärker bewaldet, als sie es seit langem sind. Erst der Mensch hat viele Hänge gerodet. Gibt er die Landwirtschaft und die Viehhaltung in bestimmten Regionen auf, wachsen die freien Flächen übrigens wieder zu. Das zum Beispiel zeigt Werner Bätzing in seinem Buch „Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft“. Es ist die völlig neu überarbeitete Fortführung seines Klassikers „Bildatlas Alpen
“ von 2005.
Bätzing skizziert in dem Band klug und klar, wie die Alpen zu einer Kulturlandschaft geworden sind, welche Facetten diese hat, wie sie sich gewandelt hat und wie sie in der Gegenwart in ihrem Bestand vielerorts bedroht ist. Anschaulich wird dies besonders durch die geschickt gewählten, aussagekräftigen Fotos. Das klingt spröder, als es ist: Wer Bätzing liest, kriegt einen tiefen Begriff von den Alpen. Der emeritierte Kulturgeograf konterkariert und korrigiert damit auch das Bild, das Michael Seeber als Herausgeber von „Kunst Landschaft Tirol“ von den Alpen präsentiert. Seeber zeigt, vor allem mit Gemälden aus der Sammlung Alfons Walde, wie die Alpen überwiegend in der Malerei, aber auch in der Plakatkunst und der frühen Fotografie dargestellt worden sind. Es ist eine Ansicht dieser Gebirgswelt, die der von Bätzing in vielem widerspricht.
Beide jedoch zeigen Wahrheiten. Seeber dokumentiert den Blick von außen. „Kunst Landschaft Tirol“ verdeutlicht, welchen Begriff sich die Menschen aus dem Flachland von diesem Gebirge gemacht haben, und zwar nicht Pragmatiker wie Händler, sondern Künstler. Für sie waren die Alpen erst schrecklich-schön und später wild-romantisch. An diesem Image trägt das Gebirge noch heute. Bätzing indessen besieht sich die Alpen von innen. Spannend ist beides.
STEFAN FISCHER
Werner Bätzing: Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft WBG / Theiss, Darmstadt 2018. 216 Seiten, 38 Euro.
Michael Seeber und Stadtgemeinde Kitzbühel / Museum Kitzbühel Sammlung Alfons Walde (Hrsg.): Kunst Landschaft Tirol. Eine Entdeckungsreise von der Romantik bis zur Gegenwart. Tyrolia Verlag, Innsbruck / Wien 2018. 192 Seiten, 29,95 Euro.
Alexander Kanoldt, anfangs Kubist, später der Neuen Sachlichkeit verpflichtet, porträtiert 1920 Klausen. Zehn Jahre zuvor hat Gustav Jahn Werbung für Arlberg entworfen.
Fotos: Stiftung Museion / Museum für zeitgenössische kunst bozen, Sammlung Arnaldo Loner / Bozen
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Besprechung von 14.10.2018
NEUE REISEBÜCHER

Für den Tisch Die Alpen, wie wir sie kennen, sind im Begriff zu verschwinden. So lautet, stark verkürzt, die Botschaft zweier Bücher, die soeben erschienen sind und die Verfallsgeschichte illustrieren. Werner Bätzing, emeritierter Professor für Kulturgeographie, widmet sich in seinem Buch dem "Verschwinden einer Kulturlandschaft". Der Bildband mit wissenschaftlichen Begleittexten befasst sich zunächst allgemein mit Natur und Kultur des Gebirges, um sich dann seiner Modernisierung und Zukunft zu widmen. Massentourismus, Verstädterung und Klimawandel, "dessen Auswirkungen in den Alpen deutlicher zu sehen sind als in vielen anderen Teilen Europas", wie Bätzing schreibt, verändern die Alpen - und wenn man die gegenübergestellten Aufnahmen des Gepatschferners im österreichischen Kaunertal sieht, dann hat man dazu keine weiteren Fragen. Ein Foto aus dem Jahr 1904 zeigt einen riesigen Eisstrom, eines aus dem Jahr 2017 nur noch ein klägliches grauweißes Etwas in einer zerfurchten Kraterlandschaft. Und trotz dieses drastischen Kontrasts bewertet Bätzing "die Verstädterung der Tallagen" als die größte und chaotischste aller Veränderungen. Neue Gewerbegebiete in den alpinen Ballungszentren haben für ihn mehr Auswirkung auf das Bild der Alpen als schmelzende Gletscher auf 3000 Meter. "Die traditionellen Kulturlandschaften", schreibt Bätzing, "verschwinden durch Entsiedelung und durch Zersiedelung, und das, was vom Menschen in den Alpen übrig bleibt", seien austauschbare Formen, "die sich bestenfalls graduell von denen der europäischen Metropolen unterscheiden". Die Heidi-Alm-Romantik, die man als gestresster Großstädter noch immer mit den Alpen verbindet, verwandelt sich mehr und mehr in eine Billig-Einkaufzentren-Architektur. Bätzing schreibt: "Die Realität der Alpen und das ,Alpenbild im Kopf' fallen hier besonders weit auseinander."

Und ganz im Gegensatz zu den überbevölkerten Tälern ziehen sich Menschen "aus peripheren Lagen" mehr und mehr zurück. Diese, laut Bätzing, "Entvölkerung der Hochlagen" ist der Schlüssel zum zweiten alpinen Dekadenzbuch, dem Bildband "Geisterhäuser. Verlassene Orte in den Alpen". Er folgt dem Trend zur Begeisterung für "lost places" und inszeniert auf großformatigen Fotos verfallende Grandhotels, Wildbäder und Casinos, Staudämme, Grenzhäuschen, Minen, Militäranlagen und leerstehende Dörfer in ihrer ganzen destruktiven Pracht. Wenn das nicht alles so wunderschön aussehen würde, könnte man richtig traurig werden. Oder, um es mit Werner Bätzings erschütterndem Fazit zu sagen: "Die Alpen werden bestenfalls noch als Kulisse, Hindernis oder Störfall wahrgenommen."

asl

Werner Bätzing: "Die Alpen. Das Verschwinden einer Kulturlandschaft". Wbg Theiss, 216 Seiten, 38 Euro Stefan Hefele / Eugen E. Hüsler: "Geisterhäuser. Verlassene Orte in den Alpen". Bruckmann, 240 Seiten, 49,99 Euro

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Ein Standardwerk fà r Bergfreunde.âEURoe Thomas Merten, Geo Saison, September 2015

"Spannend und lehrreich." Bergliteratur.ch, 6. Mai 2015

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Urs Hafner begrüßt sehr, dass dieser Klassiker des Kulturgeografen Werner Bätzing neu aufgelegt und aktualisiert wurde. Denn trotz des Outdoor-Booms hat sich Bätzings Einschätzung nach die Situation der Alpen nicht verbessert. Die Landschaft sei weiter im Zerfall begriffen, alles konzentriere sich auf einige properierende Täler, die Höhenlagen werden kaum noch besiedelt, und über tausend Meter Höhe werden wahrscheinlich nur rund dreihundert durchgestylte Touristenorte überstehen, fasst Hafner die Bestandsaufnahme knapp zusammen. Freuen kann sich Hafner über diese "trostlose Aussicht" nicht, die ihm Bätzing auf die Alpen beschert, um so notwendiger findet er dessen Plädoyer, sie mit einem umfassenden Politik- und Kulturwandel als "dezentralen und Lebens- und Wirtschaftsraum" zu erhalten.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Bätzing skizziert in dem Band klug und klar, wie die Alpen zu einer Kulturlandschaft geworden sind, welche Facetten diese hat, wie sie sich gewandelt hat und wie sie in der Gegenwart in ihrem Bestand vielerorts bedroht ist. Anschaulich wird dies besonders durch die geschickt gewählten, aussagekräftigen Fotos. [...] Wer Bätzing liest, kriegt einen tiefen Begriff von den Alpen." Süddeutsche Zeitung "Wirkmächtig." Salzburger Nachrichten "Bätzing ist ein "Alpenversteher" und er hat ein fundiertes Buch geschrieben, das den Leser mitnimmt auf eine Entdeckungsreise. Prädikat: sehr lesenswert." Bayern 2 Rucksackradio "Ein Lese-Muss für Forscher, Touristen, Einheimische und alle Freunde der Alpen, denen der Erhalt dieses Lebensraumes am Herzen liegt." Der Almbauer "Mit diesem Bildband zeigt der 'Alpenprofessor' Werner Bätzing, dass wissenschaftliche Dokumentation anschaulich und spannend sein kann. ... an diesem Band kommt man in der Fachdiskussion nicht vorbei." Panorama. Das Magazin des Deutschen Alpenvereins "Jeder an den Alpen interessierten Person nur wärmstens empfohlen." Erdkunde "Ein absolutes Lese-Muss für Forscher, Touristen, Einheimische und alle Freunde der Alpen, denen der Erhalt dieses Lebensraumes etwas bedeutet. " Seehas-Magazin "Der Bildband liefert ... im buchstäblichen Sinne wertvolles Anschauungsmaterial." Geographische Rundschau "Ein absolutes Lese-Muss für Forscher, Touristen, Einheimische und alle Freunde der Alpen, denen der Erhalt dieses Lebensraumes etwas bedeutet." bergbuch.info "Für den Leser verbindet sich auf diese Weise fundiertes Sachwissen mit höchstem Sehvergnügen." (Traunspiegel) "Das sind nicht immer schöne Bilder, und sie sollen es auch nicht sein. Die "Romantik überlässt Bätzing den zahllosen Hochglanzkalendern. Er selbst dokumentiert die andere Seite der Alpen- dort, wo sich der Mensch allzu breit gemacht hat in den vergangenen Jahrzehnten.." (Sächsische Zeitung) "Das Buch ist ein Lese-Muss für Forscher, Touristen, Einheimische und Freunde der Alpen." (Abenteuer und Reisen) "Die vorliegende Monographie verdient besondere Beachtung. Die repräsentativ ausgewählten Fotos dokumentieren typische Beispiele des modernen Strukturwandels... ." Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft…mehr