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Bewertung von Winfried Stanzick

Werner Dahlheim, Die Welt zur Zeit Jesu, C.H. Beck 2017, ISBN 978-3-406-71507-5 Das vorliegende umfangreiche Buch des emeritierten Historikers Werner Dahlheim hätte ich vor 40 …


  • Format: ePub

2 Kundenbewertungen


Als Pilatus - Chef der römischen Militärverwaltung in Judäa zur Zeit des Kaisers Tiberius - den Wanderprediger Jesus aus Nazareth zum Tod am Kreuz verurteilte, wollte er mit einem Federstrich die Geschichte dieses Aufwieglers zu Ende bringen. Doch er erreichte das genaue Gegenteil: Die Jünger des Toten verließen bald darauf ihre Heimat und verbreiteten dessen Lehre in aller Welt. Wie diese Welt ausgesehen hat, erzählt Werner Dahlheim in seinem grandiosen Buch. Dabei eröffnet er seinen Lesern ein Panorama, das von den Ufern des Euphrat bis an die Küsten des Atlantiks und von den Wüsten…mehr

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Produktbeschreibung
Als Pilatus - Chef der römischen Militärverwaltung in Judäa zur Zeit des Kaisers Tiberius - den Wanderprediger Jesus aus Nazareth zum Tod am Kreuz verurteilte, wollte er mit einem Federstrich die Geschichte dieses Aufwieglers zu Ende bringen. Doch er erreichte das genaue Gegenteil: Die Jünger des Toten verließen bald darauf ihre Heimat und verbreiteten dessen Lehre in aller Welt. Wie diese Welt ausgesehen hat, erzählt Werner Dahlheim in seinem grandiosen Buch. Dabei eröffnet er seinen Lesern ein Panorama, das von den Ufern des Euphrat bis an die Küsten des Atlantiks und von den Wüsten Nordafrikas bis an die Gebirgsketten der Alpen reicht. Doch jenseits dieser Grenzen, in denen Rom seine Herrschaft über die Provinzen ausübte und die Provinzialen teils bewundernd, teils widerwillig römischer Lebensart Tribut zollten und sie sich nach und nach zu eigen machten, standen die Völker der Barbaren. Sie waren weder durch herrscherliche Effizienz noch durch Kunst und Kultur des Imperium Romanum zu beeindrucken, sondern setzten alles daran, ihre Freiheit zu verteidigen - mitunter, wie im Teutoburger Wald, mit nachhaltigem Erfolg. Erfolgreich aber war auch die subversive Kraft des neuen Gottes, der im strahlenden Rom wie im ländlichen Raum mit seiner Friedensbotschaft und Jenseitsverheißung den alten Götterhimmel zum Einsturz brachte und erst unter den einfachen Leuten, bald aber auch in der Reichselite seine Anhänger fand. Wer die politischen und gesellschaftlichen, geistigen und materiellen Verhältnisse verstehen möchte, unter denen sich der Aufstieg des Christentums vollzogen hat, dem sei dieser spannende und informative Band nachdrücklich empfohlen!

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  • Produktdetails
  • Verlag: Beck C. H.
  • Seitenzahl: 492
  • Erscheinungstermin: 30.09.2013
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406651779
  • Artikelnr.: 39621589
Autorenporträt
Werner Dahlheim lehrte bis zu seiner Emeritierung als Professor für Alte Geschichte an der Technischen Universität Berlin.
Inhaltsangabe
I. Zeit und Raum
II. Der Horizont
III. Jesus von Nazareth
IV. Der erste Schritt in die Welt
V. Getrennte Wege: Christen und Juden
VI. Die Ordnung der Welt: Das Imperium Roms
VII. Jenseits des Horizonts VIII. Kaiser und Gott
IX. Die Welt ist eine Wohltat: Die Lebensformen
X. Die Welt der Wunder, der Magie, der Märchen
XI. Die Götter der Welt
XII. Das Land ohne Wiederkehr
XIII. Der Kampf um den Glauben im Schatten des Allmächtigen
XIV. Der Sieg des Gekreuzigten
XV. Literatur im Licht des Heils: Vom Missionsprediger zum Historiker
XVI. Die Kunst der Verführung: Die heidnische Literatur
XVII. Anhang
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Der Althistoriker Werner Dahlheim erzählt in "Die Welt zur Zeit Jesu" die Geschichte eines anti-imperialen Judentums, aus dem schließlich das Christentum hervorging, sich universalisierte, sich zunehmend von seinen jüdischen Ursprüngen entfernte und seinerseits eine subversive Wirkung entfaltete, berichtet Rezensent Otto Kallscheuer. Insgesamt schildert der Autor etwa "dreihundert Jahre Blüte und Unterwanderung" in denen das reale Römische Reich und das verkündete himmlische Gottesreich als Ideale kollektiver Identität im Wettstreit lagen, erklärt der Rezensent, der allerdings nicht verrät, ob ihm Dahlheims Buch nun eigentlich gefallen hat.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 30.11.2013
Die wirkungsvollste Legende

Der Sektenbeauftragte hätte vor dieser Gruppierung gewarnt: Werner Dahlheim erkundet das Umfeld, in dem sich Jesus und seine Anhänger etablierten.

Von Alexander Grau

Im Jahr 1873 erschien ein Werk mit dem scheinbar harmlosen Titel "Über die Christlichkeit unserer heutigen Theologie". Sein Verfasser war Franz Overbeck, seit 1870 Professor für Theologie in Basel und Freund Friedrich Nietzsches. Seine These: Das Christentum sei das Produkt eines Irrtums. Die ursprüngliche Lehre des Jesus von Nazareth sei apokalyptisch und endzeitlich gewesen. Nach seinem Kreuzestod hätten dessen Anhänger jedoch vergeblich auf den Weltuntergang gewartet. Sie mussten lernen, sich in der Geschichte einzurichten. Die christliche Lehre sei somit das Ergebnis einer Enttäuschung der Urgemeinde über die ausgebliebene Apokalypse. Das eigentliche Christentum habe nur wenige Jahrzehnte existiert und sei dann untergegangen. Drei Jahrzehnte später wird Albert Schweitzer zu ähnlichen Ergebnissen kommen, sie allerdings freundlicher formulieren.

Moderne Theologen haben daraus die Konsequenz gezogen, streng zwischen historischem und geglaubtem Jesus zu unterscheiden. Doch gerade wenn man darauf besteht, dass der geglaubte Jesus moderner christlicher Religiosität mit dem antiken Wanderprediger aus Galiläa vermutlich wenig gemein hat, ist es von Bedeutung, sich die Ursprünge der jesuanischen Bewegung von Augen zu führen, ihre religiöse Mentalität, ihre Glaubensüberzeugungen und das Umfeld, in dem sie diese entwickelte. Nur so ist es möglich, ein modernes christliches Selbstverständnis zu entwickeln - oder zu kritisieren.

Einer der vielen Vorzüge von Werner Dahlheims Monographie über "Die Welt zur Zeit Jesu" liegt darin, ein anschauliches Panorama ders ersten nachchristlichen Jahrhunderts zu entwerfen. Dem Autor gelingt nicht nur eine farbige Darstellung der Epoche, er behält auch die Entstehung jener Bilder im Blick, die der christlich geprägte Mensch bis in die Gegenwart von dieser Zeit hat. Dahlheim webt beides kunstvoll ineinander: die Realgeschichte und die Anfänge ihrer Verklärung. Plastisch wird dieses Vorgehen etwa bei der Darstellung des Pontius Pilatus. Der ist seit dem Jahr 26 Präfekt in Judäa. Ein Mann ritterlicher Herkunft, der seine Sache ordentlich macht in der latent unruhigen Provinz. Bis zum Jahr 36. Da versammelte ein falscher Prophet entzückte Gläubige am Berg Garizim. Pilatus treibt die Massen gewaltsam auseinander. Es kommt zu Beschwerden. Pilatus wird nach Rom beordert. Dort jedoch verliert sich seine Spur, da bei seiner Ankunft Kaiser Tiberius verstorben war. Die Sache hatte sich erledigt. Nicht auszuschließen, dass er seinen Lebensabend in einer Villa auf dem Land verbrachte. Den Handwerkersohn aus Nazareth, den er im April 30 kreuzigen ließ, wird er da schon lange vergessen haben.

Nur wenige Jahrzehnte später wird dem Provinzverwalter ein Platz in der Weltgeschichte zugewiesen: Er wird ein Vollzugsorgan der Vorsehung, das, getrieben von der jüdischen Tempelaristokratie, den Heiland ans Kreuz schlagen ließ. Seine Frau wird zu einer ersten heidnischen Anhängerin des Jesus von Nazareth avancieren und sogar zur Heiligen - zumindest in den Ostkirchen.

Wie bei Pontius Pilatus, so ist die Quellenlage zu fast allen Figuren des Neuen Testamentes schlecht. Die Berichte der Bibel sind erkennbar tendenziös, und neutrale Quellen fehlen fast vollständig. Das gilt auch hinsichtlich der Hauptperson der Evangelien. Geboren wird Jesus zwischen 6 und 5 vor Christus in Nazareth, wo er Kindheit und Jugend verbringt. Beeindruckt von dem apokalyptischen Propheten Johannes dem Täufer, der das Gottesgericht herannahen sieht und zu Umkehr und Buße aufruft, bekennt auch Jesus öffentlich seine Sünden und lässt sich taufen. Im Jahr 29 beginnt er selbst in den Dörfern Südgaliläas zu predigen. Er meidet die größeren Städte mit hellenistischem Einfluss. Sein Publikum ist die einfache Landbevölkerung. Von seinen Anhängern erwartet er bedingungslose Hingabe. Auffällig dabei ist seine Kompromisslosigkeit: "Sie schloss", so Dahlheim, "den Bruch mit der eigenen Familie ein, den er auch selbst vollzogen hatte."

Im Frühjahr des Jahres 30 pilgert Jesus mit seinen Anhängern nach Jerusalem. Eine für ihn fremde Welt. Am Abend des 6. April wird er von der Tempelpolizei aufgegriffen und vor Mitglieder des Hohen Rates geführt. Diese überstellen ihn am nächsten Morgen an Pontius Pilatus. Da Jesus die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Verhör bestätigt, ist das Urteil eindeutig, die Strafe wird sofort vollstreckt. Die Erschütterung und Verunsicherung seiner Anhänger lässt sich nur erahnen. Schließlich hatten sie ihr bisheriges Leben für ihn aufgegeben - und dann das: kein Herabsteigen vom Kreuz, keine himmlischen Heerscharen zur Rettung. Einer unter diesen Anhängern muss dann die Idee gehabt haben, die der kleinen Gemeinschaft Trost und Zuversicht gab: Wie, wenn der Heiland gar nicht tot ist, sondern auferstanden von den Toten?

Die Legende von der Auferstehung, überliefert in widersprüchlichen Geschichten, ist die Initialzündung für das Christentum. Plötzlich machte alles wieder Sinn. Jesus musste sterben, um den Tod zu überwinden. Wie wichtig diese Botschaft war, unterstrich gut fünfundzwanzig Jahre später Paulus in seinem Brief an die Korinther: "Ist Christus aber nicht auferstanden", so schärfte er ein, "ist euer Glaube nichtig."

Unter dem Eindruck der neuen Ereignisse sammelten sich die Jesus-Anhänger wieder in Jerusalem. Bald jedoch kommt es zu Differenzen: Die konservative Fraktion um die Apostel und den Jesus-Bruder Jakobus ging täglich in den Tempel und sprach Aramäisch. Der progressive Flügel sprach Griechisch und hielt den Tempelkult für ein Vergehen gegen den Heiligen Geist. Schließlich kam es zu Konflikten mit den jüdischen Behörden. Die hellenistischen Jesus-Anhänger flohen in die weltoffene Handelsmetropole Antiochia, ihr Anführer Stephanus starb den Märtyrertod. Es war der Schritt nach Antiochia, der die junge Glaubensgemeinschaft vor dem Vergessen bewahrte, die jesuanische Botschaft aus ihrem jüdischen Kontext löste und ihr damit den gewaltigen kulturellen und geographischen Raum des römischen Imperiums öffnete.

Diese Wechselwirkung zwischen lokalen Ereignissen und dem Großraum des Römischen Reiches mit seinen vielfältigen Kulturen, Traditionen und Religionen fängt Dahlheim souverän ein. Filmisch gesprochen schneidet er gekonnt nahe gegen halbnahe Perspektiven mit Totalen. So gelingt es dem Autor, all die relevanten Ereignisebenen mit einzubeziehen, die zum Verständnis der Epoche notwendig sind: von der damaligen Zeit- und Raumauffassung über die Grenzen des Imperiums, seine soziale Struktur, die Lebensformen der Menschen, ihre religiösen Vorstellungen bis hin zu religionsgeschichtlichen Ereignissen und dem Schicksal einzelner Protagonisten.

Dabei wird der Leser an eines erinnert: Die christliche Kultur des Abendlandes ist kein Verdienst des Christentums. Die ersten Jesus-Anhänger ähnelten vielmehr einer Gemeinschaft, vor der heute jeder Sektenbeauftragte warnen würde. Dass daraus eine zivilisierte Religion wurde, die schließlich den Humanismus hervorbrachte, verdanken wir ihrem "heidnischen" Umfeld.

Werner Dahlheim: "Die Welt zur Zeit Jesu".

Verlag C. H. Beck, München 2013. 492 S., Abb., geb., 26,95 [Euro].

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