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Benutzername: juli.buecher
Wohnort: Jena
Über mich: Ich bin Juliane, 22 Jahre alt und leidenschaftliche Leserin. Seit etwas mehr als einem Jahr, führe ich einen Instagram-Buch-Account (https://www.instagram.com/juli.buecher/?hl=de) auf dem ich über Bücher schreibe, meine Meinung vertrete und mich mit anderen austausche. Außerdem schreibe ich gern Rezensionen zu einem Teil meiner gelesenen Bücher. Am liebsten lese ich Thriller, aber auch Fantasy-Bücher oder ein Roman kommt mir mal zwischen die Finger.


Bewertungen

Insgesamt 37 Bewertungen
Bewertung vom 08.10.2017
Abgeschnitten
Fitzek, Sebastian; Tsokos, Michael

Abgeschnitten


sehr gut

Abgeschnitten ist ein gemeinsames Werk von Fitzek und Tsokos. Der Thriller ist sehr rasant (Fitzek-Stil) und mit rechtsmedizinischen Elementen (Tsokos-Stil).

Inhalt:
Im Kopf einer schlimm zugerichteten Leiche findet der Rechtsmediziner Paul Herzfeld eine Telefonnummer - die Nummer seiner Tochter. Hannah wurde entführt und Herzfeld findet sich in einer Schnitzeljagd um Leben und Tod wieder. Denn auf Helgoland taucht eine weitere Leiche auf, die einen Hinweis auf den Verbleib seiner Tochter gibt. Die Insel ist aufgrund eines Unwetters aber abgeschnitten und nicht erreichbar. Über Telefon findet Herzfeld seine letzte Hoffnung - die Comiczeichnerin Linda. Sie seziert die Leiche, hat dies aber noch nie in ihrem Leben gemacht. Eine verzweifelte Suche nach Hannah beginnt...

Meine Meinung:
Das Buch wurde aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Einmal die Sicht von Paul Herzfeld, dann von Linda und die Sicht eines Mädchens, welches sich in ihrere persönlichen "Hölle" befindet. Diese unterschiedlichen Blickwinkel machen die Geschichte sehr kompakt. Somit passieren sehr viele Dinge gleichzeitig oder direkt nacheinander. Daher war die Story leider etwas zu vollgepackt. Außerdem kamen mir die Ereignisse doch etwas zu zufällig vor. Die Ereignisse spielten sich so perfekt zusammen, dass es leider etwas unrealistisch und verwirrend wirkte.

Die Spannung allerdings war durchgängig hoch und man war sehr in der Geschichte gefangen. Durch die kurzen Kapitel wurde das unterstützt und ich habe das Buch nicht aus der Hand legen können.

Die rechtsmedizinischen Elemente sind recht detailreich und wirklich toll beschrieben. Man kann sich als Leser also sehr gut vorstellen was gerade passiert.

Die Personen sind sehr authentisch dargestellt, vor allem Linda und ihre Ängste und Zweifel kann man förmlich spüren.

Das Ende kam nochmal mit sehr viel Spannung daher, da sich dort die unterschiedlichen Handlungen zusammenfügen. Allerdings passierten auch hier Dinge (bzw. tauchten Personen auf), die meiner Meinung nach für die Geschichte "to much" waren oder unnötig.

Fazit:
Die beiden Autoren wollten in dieses Buch sehr viel reinpacken. Leider ist es etwas zu viel geworden. Vor allem da das Buch nicht soo viele Seiten hat. Allerdings werden diese kleinen Mängel durch die spannende Geschichte und den tollen Schreibstil überdeckt. Auch durch den deutschen Schauplatz der Geschehnisse kann man sich gut vorstellen was gerade passiert.

Das Thema Gewalt an Kinder wurde gut eingebaut. Auch die rechtsmedizinischen Elemente sind toll beschrieben und interessant zu lesen.

Der Thriller ist sehr zu empfehlen, wenn man ein Buch voller Spannung sucht.

Bewertung vom 08.10.2017
Cop Town - Stadt der Angst
Slaughter, Karin

Cop Town - Stadt der Angst


gut

"Cop Town" ist ein Thriller der sich hauptsächlich über den Beruf des Polizisten dreht. Leider ist diese Thema recht rabiat und hart dargestellt.

Inhalt:
In Atlanta bringt ein Killer die Stimmung der Polizei zum überkochen, denn seine Opfer sind ausschließlich Cops. Niemand vermag ihn zu stoppen und das Morden geht weiter. Den Polizisten ist jedes Mittel recht, den Killer zur Strecke zu bringen. Sie beginnen eine brutale Menschenjagd und werden gefährlich wie der Killer selbst.
Kate Murphy tritt ihren ersten Dienst an und wird vor ganz andere Herausforderungen gestellt. Als Frau muss sie sich ihren Platz im Police Department hart erkämpfen...

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Karin Slaughter ist wie aus den anderen Büchern gewohnt locker und rotz der langen Kapitel sehr gut zu lesen. Die brutale Art und Weise, die die Autoren in diesem Buch hineingebracht hat allerdings ist neu. Die Stimmung des Buches ist generell sehr hart.
Die Polizisten schrecken tatsächlich vor nichts zurück und sind skrupellos und zu jeder Zeit gewaltbereit. Auch die Feindlichkeit gegenüber gewissen Menschengruppen (z.B. Frauen, Homosexuellen...) ist sehr hoch. Leider war genau dies für mich etwas zu viel und somit auch wirklich nervig. (Das Buch spielt in der Vergangenheit, allerdings kann ich mich nicht vorstellen das es wirklich soo krass war.)

Das Buch konzentrierte sich hauptsächlich auf die Brutalität der Polizisten. Der Killer und die Story um ihn an sich stand leider im Hintergrund. Auch die Spannung fehlt oft. Der Geschichte fehlt also der rote Faden. Das Buch ist recht lang und leider zieht es sich. Das Ende kam dann wiederum sehr plötzlich und ohne große Erklärung.

Das Zusammenspiel von Spannung und Auflösung hat in diesem Buch leider nicht geklappt.
Die Charaktere waren meist eher oberflächlich und einfach unsympathisch. Die Hauptfigur Kate ist der Autorin tatsächlich noch ganz gut gelungen. Man erkennt ihre Entwicklung und kann sich auch in sie hineinversetzen. Alle anderen dagegen sind sehr schwach.

Fazit:
Dieses Buch ist definitiv nicht das Beste von Karin Slaughter. Die Spannung fehlt etwas. Und die Brutalität der ganzen Geschichte war für mich zu viel. Trotzdem ist das Buch nicht schlecht. Der Schreibstil ist toll & auch die Hauptperson Kate ist ganz gut gelungen.
Das Buch zeigt, in einer recht brutalen und (meiner Meinung nach) übertriebenen Weise, das Frauen unterdrückt bzw. nicht gleichberechtigt behandelt werden.

Bewertung vom 08.10.2017
Der Näher / Martin Abel Bd.3
Löffler, Rainer

Der Näher / Martin Abel Bd.3


ausgezeichnet

"Der Näher" ist der dritte Teil rund um den Fallanalytiker Martin Abel. Das Buch lässt sich aber auch sehr gut ohne Vorwissen der anderen Teile lesen.

Inhalt:
Martin Abel übernimmt einen scheinbar harmlosen Vermisstenfall. Zwei Frauen verschwinden in der Nähe von Köln, von beiden existiert ein Abschiedsbrief. Der Fallanalytiker, Martin Abel, des Stuttgarter LKA glaubt aber nicht an ein einfaches Verschwinden der Frauen.
Eine Joggerin wird von einem merkwürdigem Mann verfolgt und fällt bei ihren Flucht in ein Erdloch im Wald. Was sie darin entdeckt ist unvorstellbar. Die Leiche einer Frau, die seit Jahren verschwunden ist, wird entdeckt. Auch eine der vermissten Frauen taucht auf und gibt erste Hinweise auf den Mörder. Es scheint einen Zusammenhang zu geben. Der Mörder ist scheinbar äußerst gestört und lebt in seiner eigenen Fantasiewelt. Er tötet seine Opfer nicht nur, sondern pflanzt ihnen auch etwas in den Körper. Martin Abel muss sich in die zerstörerischen Fantasien des Mörders hineindenken und kämpft mit der Zeit um Leben und Tod.

Meinung:
Die Geschichte ist zunächst recht leicht und der Einstieg ist locker. Doch schnell beginnt der Autor die Spannung aufzubauen. Die Story wird immer heftiger und verstrickter. Alles wird sehr detailreich beschrieben. Oft ist dies auch schockierend und sehr brutal. Der Thriller ist definitiv nichts für schwache Nerven.

Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben. Unter anderen auch aus der Sicht des Mörders. Allerdings in einer sehr guten Weise, dass man nicht weiß wer der Täter wirklich ist. Auch die Vergangenheit des Täters wird betrachtet. Dadurch dass man den Täter von klein auf kennen lernt, versteht man seine Fantasien eher und kann diese nachvollziehen. Trotzdem sind sie brutal und teils eklig. Der Täter ist ein sehr psychisch gestörter Mensch und dies lässt sich sehr gut herauslesen.

Die Charaktere, vor allem Abel sind auch sehr gut gelungen. Durch die detailreiche Beschreibung sind alle nachvollziehbar und authentisch.

Die Spannung ist dauerhaft hoch. Der Autor hat einen sehr guten Schreibstil, der sich gut lesen lässt und nie langweilig wird. Die Story baut sich langsam auf und steigerst sich in einem tollen, extrem spannenden Abschluss. Mit dem Täter habe ich nicht gerechnet.

Fazit:
Das Buch ist genial. Die Story ist sehr gut gedacht und vor allem toll ausgeschmückt. Die Charaktere sind authentisch und alles ist nachvollziehbar. Trotzdem ist es nichts für schwache Nerven, da der Täter psychisch gestört und dadurch äußerst brutal ist. Und genau die Brutalität vom Autor auch detailreich beschrieben wird.

Bewertung vom 08.10.2017
The Girl Before
Delaney, J. P.

The Girl Before


sehr gut

"The Girl before" ist als Thriller ausgeschrieben. Ich finde aber, dass es mehr ein Roman ist.

Inhalt:
Jane möchte nach einem Schicksalsschlag einen Neuanfang wagen. Auf ihrer Suche nach einem neuen Zuhause bekommt sie die Möglichkeit in ein hochmoderes Haus in London einzuziehen. Das Haus wird über eine App gesteuert, erkennt seine Bewohner und speichert dessen Vorlieben. Generell ist alles sehr minimalistisch und auf keinen Fall dekorativ eingerichtet.
Sie fühlt sich schnell auch zu dem charmanten Besitzer und Architekten des Hauses hingezogen. Doch bald darauf findet sie raus, dass ihre Vormieterin in diesem Haus verstorben ist. Außerdem scheint sie ihr sehr ähnlich gewesen zu sein. Sie stellt mit erschrecken fest, dass sie auch beginnt wie ihre Vormieterin Emma zu leben und zu lieben. Und das verheißt nichts gutes...

Meine Meinung:
Die Aufteilung des Buches fand ich toll. Man liest immer Abwechseln aus der Sicht von Emma und der von Jane. Dabei liest man teils das selbe und erkennt so, dass beide Frauen ähnlich handeln und leben. In dem Kapiteln von Emma gibt es fast keine Anführungszeichen für wörtliche Rede. Im Gegensatz zu anderen hat mich das allerdings nicht gestört.
Zwischen den Kapiteln, sozusagen als Anfang eines neuen Abschnittes im Buch stehen Fragen, welche Teil des Bewerbungsbogens für das modere Haus sind. Dies fand ich toll, da man sich so besser vorstellen konnte, was dass besondere an dem Haus ist.

Die Story allgemein ist meiner Meinung nach etwas Besonderes. Die Beschreibung des Hauses und die Lebensweise der Charaktere dort wird toll beschrieben. Ich habe selbst öfter darüber nachgedacht, wie es wäre in so einem Haus mit so vielen Regeln zu leben. Die Verknüpfung des Hauses mit der Technik fand ich auch sehr interessant.

Die Charaktere sind sehr eigen, aber man kann sie gut verstehen und ihre Geschichten nachvollziehen.
Edward, der Besitzer des Hauses, wirkt zunächst sehr charmant und interessiert an Jane, doch er entpuppt sich schnell als ein ganz anderer Mensch. Auch Emma ist etwas merkwürdig und verändert sich im Laufe des Buches.
Meiner Meinung nach sind fast alle Personen in diesem Buch etwas verrückt und teils gestört. Zur Story passt dies allerdings recht gut.

Allgemein fehlt allerdings etwas die Spannung. Das Buch lässt sich gut lesen und ist eine tolle Unterhaltung, allerdings nicht sonderlich spannend oder thrillermäßig. Die Spannung wurde am Ende etwas erhöht, aber auch nicht extrem. Das Ende ist etwas merkwürdig und fällt im Gegensatz zur Story ab. Es ist recht unspektakulär, bzw. passiert etwas, was für mich etwas unsinnig und unnötig wirkt.

Fazit:
Das Buch ist ein toller Unterhaltungs-Spannungsroman allerdings kein Thriller. Die Story an sich und die Beschreibungen sind toll. Die Schreibweise hat mir sehr gut gefallen. Nur am Ende fehlte mit das gewissen Etwas. Das Ganze Buch, rund um das Haus war etwas Besonderes, das Ende dagegen recht lahm. Trotzdem ein tolles Buch.

Bewertung vom 08.10.2017
Das Mädchen aus Brooklyn
Musso, Guillaume

Das Mädchen aus Brooklyn


sehr gut

"Das Mädchen aus Brooklyn" ist ein sehr schöner Roman. Man erfährt sowohl viel aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit.

Der Schreibstil von Musso ist sehr angenehm und locker. Zwischendurch baut er auch Spannung auf. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat einer Persönlichkeit. Dies ist sehr schön, allerdings teils zusammenhanglos bezüglich des Inhaltes, was allerdings nicht weiter störend ist. Es macht das Buch einzigartig.
Die Kapitel sind aus unterschiedlichen Sichtweisen und auch unterschiedlichen Zeiten geschrieben.
Man erfährt so viel über die Personen in der Gegenwart (z.B. Claire, Raphael, Marc) aber auch über die Vergangenheit (hier hauptsächlich von Claire).

Die Nachforschungen rund um Claire sind sehr toll beschrieben. Man ist als Leser total in der Geschichte drin und fiebert mit Raphael mit, die Vergangenheit von Claire herauszufinden.
Zwischendurch wirken die Nachforschungen etwas durcheinander. Ergeben aber letztendlich ein passendes Bild.
Das ganze Buch dreht sich darum, herauszufinden was mit Claire passiert ist, und auch was sie über Jahre versucht hat zu verheimlichen. Als Leser fühlt man sich wie in einem Ermittlungs-Roman. Allerdings ist hier nicht die Polizei der Ermittler sondern ein liebender Mann und sein bester Kumpel. Das hat für mich die Nachforschungen nochmal zu etwas Besonderem gemacht. Da sie auf unterschiedlichen, nicht behördlichen, Wegen trotzdem zu der Wahrheit gelangen. Auch wenn es meiner Meinung nach teils zu perfekt abgelaufen ist.

Das Ende kam mir etwas zu abrupt und teils unsinnig. Ich hätte mir eine schönere Aufklärung gewünscht.
Außerdem war mir die Amerikanische Politik, die auch eine Rolle spielt, sowie manche Personen too much. Das hätte meiner Meinung nach nicht sein müssen, und dafür wäre eine Aufklärung am Ende schöner gewesen.

Fazit:
Rundum hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist super angenehm und die Geschichte sehr interessant. Die Charaktere machen sie zu etwas Besonderem. Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen, sondern es ist ein toller Roman. Leider hat mir hier das Ende nicht so gut gefallen, da es etwas zu schnell kam. Trotzdem vergebe ich 4 Sterne.

Bewertung vom 08.10.2017
Wir töten nicht jeden
Salem, Carlos

Wir töten nicht jeden


schlecht

Inhalt:
Die Auftragskiller Juan Perez Perez, macht mehr oder weniger freiwillig Urlaub auf einem FKK-Campingplatz. Dort trifft er nicht nur auf seine Ex-Frau mit neuem Lover, sondern auch auf seinen ehemaligen besten Freund. Juan versucht herauszufinden, warum er genau zu diesem Platz geschickt wurde und was eigentlich gespielt wird. Dabei wird ihm von der attraktiven Yolanda allerdings der Kopf verdreht.

Meinung:
Beginnen wir mit den guten Sachen: Der Schreibstil ist sehr angenehm, teils baut sich auch etwas Spannung auf (am Ende), und die Idee der Geschichte ist super.

Leider hört es da schon auf und alles andere ging leider in die Hose. Dies leider tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes. Dieser "Krimi" sollte eher als Erotikroman deklariert werden. Auf jeder Seite scheinen die Charaktere mit ihren Geschlechtsteilen zu denken. Ständig sind zwei Menschen miteinander beschäftigt, ohne Rücksicht auf andere. Alle Frauen werden als "Sexobjekte" dargestellt und alles wird sehr macho-haft beschrieben. Die Krimihandlung wirkt wie drum herumgebaut. Dies ist allerdings nicht (wie auf dem Klappentext beschrieben) irrwitzig komisch, sondern nach einigen Seiten einfach nur noch nervig.

Die Krimigeschichte fällt dabei eher flach aus. Beziehungsweise recht oberflächlich. Dies ist möglicherweise auch der Kürze des Buches geschuldet. Als Leser kann man nicht in die Story eintauchen, sondern fühlt sich wie ein stiller Beobachter, der nur die Hälfte mitbekommt. Leider konnte ich hier nicht wie in einem Krimi mitdenken, sondern wurde vor Tatsachen gestellt, die plötzlich da waren.

Fazit:
Für einen Krimi sehr viel (zu viel) Erotik, die leider auf einer eher nervigen Art die Hauptrolle im Buch zu spielen scheint. Sonst sehr oberflächlich und teils nicht nachvollziehbar.
Ich kann es leider nicht weiterempfehlen.

Bewertung vom 08.10.2017
Und es schmilzt
Spit, Lize

Und es schmilzt


ausgezeichnet

Diese Rezension, wird möglicherweise etwas durcheinander, aber genauso ist dieses Buch und genauso lässt es seine Leser zurück.

Dieser Roman lässt mich etwas verstört zurück. Ich habe beim Lesen gelacht, geweint, war geschockt, erschrocken, habe mich geekelt, den Kopf geschüttelt und dauerhaft Mitleid empfunden.

Das klingt erstmal alles recht negativ und ich muss zugeben, dass dieses Buch wirklich hauptsächlich diese negativen Gefühle in mir ausgelöst hat. Trotzdem ist dieses Buch ein Meisterwerk in Schreibstil, Sprache und Aussage.

In diesem Buch begleiten wir Eva, sowohl in der Gegenwart als auch der Vergangenheit. Beide Handlungsstränge laufen parallel. Die Art und Weise wie es geschrieben ist, vermittelt den Leser das Gefühl, bei Eva in der Gegenwart zu sitzen und ihre Vergangenheit erzählt zu bekommen. Die einzelnen Geschehnisse wirken zunächst etwas durcheinander, wie als würde dem Erzähler zwischendurch etwas einfallen, was unbedingt erzählt werden muss. Sie ergeben aber letztendlich einen Zusammenhang und eine faszinierende wie auch verstörende Geschichte.

In der Gegenwart erhält Eva eine Einladung ihres ehemaligen besten Freundes und macht sich auf den Weg in das Dorf aus dem sie stammt. Den Ort den sie seit Jahren nicht betreten hat. Im Gepäck hat sie einen Eisblock.
In der Vergangenheit erzählt Eva über einen bestimmten Sommer, 2002, und ihren teils traumatisierenden Erlebnissen mit ihrere Familie und ihren Freunden.
Von Anfang an weiß man, dieser Sommer ging nicht gut aus.

Das Buch wirft von Anfang an sehr viele Fragen aus. Warum hat Eva einen Eisblock dabei, was ich damals im Sommer 2002 passiert, wie wird Eva reagieren, wenn sie auf ihre Freunde trifft?
Im Laufe des Buches, werden die Fragen beantwortet aber auch viele weitere stellen sich.

Die Autorin schreibt sehr lebensnah und detailgetreu, aber auch verstörend und sehr grausam. Die Charaktere sind sehr detailliert herausgearbeitet und dargestellt. Lize Spit versetzt den Leser sehr präzise in ihrer Figuren und in des Handlungsort, ein kleines Dorf, hinein.

Der Leser wird in die Geschichte hineingezogen, mitgerissen und ich konnte mich nicht wehren. Auch wenn man manche Grausamkeiten gar nicht wissen will, liest man weiter.
Das Buch ist geprägt durch die Ereignisse zweier Jungen und einem Mädchen, die seit ihrere Kindheit befreundet sind. Sie wohnen in einem kleinen Dorf, in dem jeder seine Augen vor den Grausamkeiten des Alltages verschließt. Man bekommt das Leid, die Freude, Grausamkeiten, Peinlichkeiten, Erniedrigungen und einfaches Hinnehmen, in einer neutralen, kühlen Art präsentiert.

Fazit:
Mir fällt es schwer dieses Buch zu bewerten ohne über den Inhalt zu sprechen. Es ist ein grausames Buch, dass sicher nicht für Jeden gemacht ist, vorallem nicht für schwache Nerven. Trotzdem wäre es meiner Meinung nach eine Schande, dieses Buch mit weniger als der vollen Sternebewertung zu bewerten.
Das Buch rüttelt auf, gibt Gesprächsbedarf und wird mir noch länger im Gedächtnis bleiben. Ich hoffe es bleibt nicht das einzige Buch der Autorin. Sie ist unglaublich talentiert und hat und mit diesem Buch ein Meisterdebüt gegeben.