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Benutzername: booklooker
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Bewertungen

Insgesamt 44 Bewertungen
Bewertung vom 16.09.2018
Das Vogelhaus
Meijer, Eva

Das Vogelhaus


sehr gut

Bunte Vogelwelt - triste Figuren
Das Leben der Len Howard, einer britischen Musikerin und Naturforscherin, inspirierte die Autorin Eva Meijer zu diesem Roman. Durch sie wird eine relativ unbekannte Vogelkundlerin (hoffentlich) nochmals etwas Beachtung finden, denn ihr Wirken auf dem Gebiet der Vogelkunde war einzigartig.

Gwendolen Howard widmete ihr Leben zunächst der Musik, dann - in ihrer zweiten Lebenshälfte - der Verhaltensforschung der Vögel. Dazu erwarb sie im Jahr 1938 ein Haus in Südengland - "Das Vogelhaus", welches sie mit ihren gefiederten Freunden teilte. Sie dokumentierte deren Verhalten und schrieb schließlich erfolgreich Artikel für eine Zeitschrift und veröffentlichte Bücher. Ihre Forschungsmethode war einzigartig, da sie im Einklang mit den Vögeln und der Natur stand.

Der Roman ist schön gegliedert und weitgehend chronologisch geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind mit dem jeweiligen Jahr überschrieben und zwischen den Kapiteln steht der als "Sternchen" gekennzeichnete Bericht über die Beobachtungen der Vögel.
Es ist ein ruhiger Roman über eine interessante Lebensgeschichte.

Leider bleiben die Charaktere - auch der der Hauptfigur - für meinen Geschmack etwas farblos. Emotionen konnten sie bei mir nicht hervorrufen, obwohl auch einige Nebenfiguren schwere Schicksale zu verkraften hatten. Eine Identifikation fiel mir, vielleicht auch wegen der teilweise extrem großen Zeitsprünge schwer. (Ist in den 16 Jahren von 1921 bis 1937 nichts von Bedeutung im Leben von Len passiert?)
Der Teil, der ihr Leben in London beschreibt war für mich wiederum zu langatmig und ich konnte es kaum abwarten, dass Len endlich ihr "Vogelhaus" findet (da ist bereits die Hälfte gelesen) und das Buch das vielversprechende  Zusammenleben mit den Vögeln schildert. Dies zu lesen hat viel Spaß gemacht und davon hätte es ein wenig mehr sein dürfen!

Das Cover spricht mich an und die am Buchende abgedruckten Fotos finde ich sehr schön.

Insgesamt empfehlenswert!

Bewertung vom 11.09.2018
Die Welt war so groß
Jaffe, Rona

Die Welt war so groß


ausgezeichnet

Diese Neuauflage ist ein Gewinn!

Der Roman beginnt und endet im Jahr 1977.
Anlässlich ihres 20jährigen Collegejubiläums treffen die Absolventinnen Daphne, Annabell, Chris und Emily im Radcliff College aufeinander. Teilweise hatten sie sich aus den Augen verloren, teilweise haben sie eine 20 Jahre währende Freundschaft hinter sich.

1957 machen die 4 jungen Frauen ihren Abschluss, womit sich ihre Hoffnung auf eine erfolgreiche Collegelaufbahn für alle erfüllt. Was das Schicksal für sie in den folgenden 20 Jahren für sie alle bereithält - darum geht es in diesem Roman.
Konnten sie sich ihren Traummann angeln und entpuppte er sich dann auch als solcher? Konnten berufliche Ziele erreicht und Jugendträume erfüllt werden?

Rona Jaffe beschreibt in einer wunderschönen Erzählsprache die Entwicklung der Frauen, sowohl charakterlich als auch deren soziales Umfeld. Dabei sind alle Figuren so unterschiedlich und so gut herausgearbeitet, dass man mit jeder Einzelnen mitfühlt, sich vielleicht sogar in dem ein oder anderen Charakter wiedererkennen kann.
Es geht um das Frauenbild der 50er Jahre und dessen Wandel im Laufe der Jahre. Um die Stellung des Mannes innerhalb der Familie, um oberflächliche und tiefe Freundschaften, Sexualität, persönliche Geheimnisse und um all das was das Leben sonst noch so zu bieten hat.

Der Roman hat mich tief berührt und ich empfehle ihn gerne weiter. Schön, dass es diese Neuauflage gibt!

Bewertung vom 07.09.2018
Das rote Adressbuch
Lundberg, Sofia

Das rote Adressbuch


sehr gut

Mitreißend und spannend

"Hast du genug geliebt?"

Doris ist 96 Jahre alt und verfasst mithilfe eines Adressbuchs ihre Lebensgeschichte. Diese möchte sie ihrer amerikanischen Nichte Jenny - sie ist die Einzige, die ihr geblieben ist - hinterlassen.

Doris, die 1918 geboren wurde blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Als Jugendliche verlässt sie Schweden und landet als Modell in Paris. Die Wirren des 2. Weltkrieges führen sie nach New York und von dort zurück nach Europa. Als der Krieg zu Ende ist, lebt sie wieder in Schweden und bleibt in ihrer alten Heimat. In ihrem Leben muss sie viele Verluste verkraften und Gewalt erleben. Am schmerzhaftesten ist der Verlust ihrer großen Liebe, der ihr Leben bestimmt und sie immer begleitet.

Die Kapitel sind mit den Namen der Menschen überschrieben, die Doris begegnet sind. Dadurch ist die Geschichte schön gegliedert - jedes mal, wenn der Name durchgestrichen ist, erfährt der Leser auch die Umstände des Todes dieser Person. Nach und nach lässt die Autorin so ein Doris Leben vor dem Auge des Lesers sichbar werden.

Es gibt jedoch Episoden, die sind mir zu vorhersehbar bzw. zu weit her geholt. Die immer wiederkehrenden Sätze, in denen erwähnt wird, wie schön Doris und Jenny sind - die ebenfalls gemodelt hat - waren mir zu viel.

Trotzdem ein schönes Buch für mitreißende und spannende Lesestunden welches sich gut lesen lässt.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.09.2018
Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste
Schwenke, Philipp

Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste


sehr gut

Spannend und amüsant

Ich möchte vorausschicken, dass ich bislang keinen einzigen Roman Karl Mays gelesen habe. Lediglich die Winnetoufilme habe ich in meiner Kindheit gesehen, wohl deshalb, weil mein Vater ein Fan des Autors war.
Neugierig auf den Roman von Philipp Schwenke wurde ich durch den Klappentext, der eine amüsante Geschichte und Einblicke in die Biografie eines berühmten deutschen Schriftstellers verspricht und durch das toll gestaltete Cover.

Karl May, der seine Romane stets so verfasste, als hätte er die darin beschriebenen Abenteuer selbst erlebt, muss sich mit vielen Zweiflern auseinandersetzen. Vor allem die Presse mutmaßt, dass seine beschriebenen Abenteuer allesamt seiner Phantasie entsprungen sind. Da Karl dies vehement abstreitet, kommt es zu allerlei Verwicklungen.
Mit knapp 60 Jahren begibt er sich auf eine eineinhalbjährige Reise "zu seinen eigenen Abenteuern" und muss feststellen, dass er einem Kara Ben Nemsi nicht wirklich das Wasser reichen kann. Es geht auch um das Zusammenleben mit seiner Frau Emma und um ein "beste Freunde" Ehepaar, das eine große Rolle in Karl Mays Leben spielt.
Vor allem aber geht es um Wahrheiten, die ja oftmals im Auge des Betrachters liegen.

Die Kapitel wechseln zwischen den Erlebnissen auf seiner Reise und den Geschehnissen in seiner Heimat ab. Durch die Überschriften weiß man stets wo man sich in der Geschichte befindet.
Im Prolog wird aus Karls jungen Jahren berichtet, während es im Epilog um die Jahre geht, die sich an die Geschehnisse des Hauptteils anschließen.

Ich fand die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend, amüsant, schön strukturiert und vor allem sehr unterhaltend.
Dies ist ein Verdienst der lockeren Erzählweise des Autors, der es versteht, den Leser - teilweise durch persönliche Ansprache - mitzureißen.

Die Charaktere, insbesondere der des Karl May, sind sehr gelungen dargestellt. Über seinen Hang zur Selbstüberschätzung musste ich mehr als einmal lachen - ein Charakterzug, den er mit seiner Frau Emma teilte.
Auch sämtliche Nebenfiguren - die realen, wie die phantasierten - sind sehr interessant und unterhaltsam.

Man muss kein Karl-May-Kenner oder -Fan sein, um diesen Roman zu mögen.

Ich wünsche Nick Hornby - und allen, die das Buch in englischer Sprache lesen möchten oder müssen -, dass der Brexit einer Übersetzung nicht im Wege steht.

Bewertung vom 28.08.2018
Slow Horses / Jackson Lamb Bd.1
Herron, Mick

Slow Horses / Jackson Lamb Bd.1


sehr gut

Abserviert oder Totgeglaubte leben länger

Das 'Slough House' in London, ein heruntergekommenes Gebäude - ohne Aussicht auf Besserung - ist ein Abstellgleis für ehemalige Top-Agenten des britischen Geheimdienstes MI5. Spekuliert wird darauf, dass die abservierten Agenten irgendwann von selber kündigen, wenn man sie mit unnützen Aufgaben, wie das Durchsuchen von Hausmüll, betreut. River Cartwright z. B. landete dort, weil er einen Einsatz am Bahnhof King's Cross vermasselte. Er denkt jedoch nicht daran, freiwillig die Segel zu streichen und sitzt seine Verbannung tapfer und mit Ehrgeiz aus.
Außer ihm bilden 7 weitere Ex-Top-Agenten das Team um Jackson Lamb. Sie sind die Slow Horses.
Als ein junger Pakistani entführt und im Livestream gedroht wird, ihn in 48 Stunden zu köpfen, geht ein Ruck durch die "Lahmen Gäule" und letztlich sind sie, die weitgehend Unbeachteten, die Totgeglaubten, maßgeblich an der Lösung des Falles beteiligt. Natürlich entgegen den Willen der arroganten Agenten des MI5 vom Regent's Park, die größtes Interesse daran haben, den Fall selbst zu lösen um an den "richtigen" Strippen ziehen zu können.

Bei "Slow Horses" handelt es sich um den ersten Fall für Jackson Lamb und sein Team. Die Story ist überzeugend und gut konstruiert. Die Dialoge sind super und bringen die Handlung voran. Besser kann man das nicht machen.

Der Autor führt sämtliche Figuren sehr ausführlich ein. Das geht soweit, dass der Fall, nach meinem Empfinden, erst nach über der Hälfte des Buches etwas an Fahrt aufnimmt. Der Spannungsbogen leidet darunter und wird dadurch eher zu einer "Spannungskrümmung".
Gut daran ist natürlich, dass der Leser um die Hintergründe der "gefallenen Agenten" weiß und die ausnahmslos interessanten Charaktere kennenlernt. Bei den Nebenfiguren allerdings hätte es etwas weniger sein dürfen.

Ich hätte mir mehr Gliederung gewünscht, weil mir fehlende Anhaltspunkte zu einem Szenenwechsel das Lesen manchmal schwer gemacht haben. Ich musste mich schon sehr konzentrieren und finde, dass man das Buch nicht mal eben so zwischendurch lesen kann.
Insgesamt ein empfehlenswertes Buch mit toller Story. Ich werde den zweiten Teil auf jeden Fall lesen.

Bewertung vom 21.08.2018
Ein unvergänglicher Sommer
Allende, Isabel

Ein unvergänglicher Sommer


ausgezeichnet

Fesselnde Handlung - beseelte Figuren

Festzustellen, dass einem im Herbst des Lebens "ein unvergänglicher Sommer" bevorsteht, muss großartig sein.
So zumindest entwickelt sich das von Ängsten und Zwängen bestimmte Leben des 60jährigen Richard im Laufe dieser fesselnden Geschichte.

Isabel Allende erzählt aus dem Leben dreier grundverschiedener Menschen, die durch eine schicksalhafte Begegnung aufeinandertreffen.

Richard, alleinlebender Universitätsprofessor, fährt in einem schweren Schneesturm, von Sorgen und Selbstvorwürfen geplagt, auf ein anderes Fahrzeug auf. Am Steuer sitzt Evelyn Ortega, eine junge, aus Guatemala stammende illegale Einwandererin. Im Kofferraum: eine Leiche.
Richard, schnell mit der Situation überfordert, wendet sich hilfesuchend an seine aus Chile stammende Mieterin und Kollegin Lucía Maraz. Die 62jährige, die als Gastdozentin ebenfalls an der Universität von New York lehrt und erst seit einigen Monaten in der Wohnung unter Richard wohnt, soll die Sprachbarriere zu der stotternden Evelyn durchbrechen.
Die drei stellen schnell fest, dass es nur einen Weg gibt, unbeschadet aus der Situation zu entkommen: Leiche und Fahrzeug müssen weg.
Von der Umsetzung dieses Plans, den sich daraus ergebenden Situationen und vor allem von der sich langsam anbahnenden Beziehung zwischen Lucía und Richard, erzählt die Rahmenhandlung. Es geht darum, Vertrauen zu haben in Neuanfänge, die das Leben einem vor die Füße wirft. Darum, dem Leben und der Liebe - auch in fortgeschrittenen Lebensphasen - eine Chance zu geben und darüber vielleicht in den Genuss eines "unvergänglichen Sommers" zu kommen.

Neben dieser Rahmengeschichte werden die Lebensgeschichten von Lucía, Evelyn und Richard erzählt, die ebenso wichtig daherkomen, wie die Rahmenhandlung selbst. Alle drei haben eine traumatische Vergangenheit hinter sich. Jeder von ihnen eine andere Strategie der Bewältigung.
Es geht um politische Themen wie Verfolgung, Rassismus, Menschenhandel, um Gewalt in der Ehe, physische und psychische Handicaps und vieles mehr.

Für mich ist "Ein unvergängliche Sommer" ein gelungener Roman, der viel Historisches erzählt, sowohl eine Kriminal- als auch Liebesgeschichte enthält.
Beeindruckend finde ich vor allem die bis ins kleinste Detail herausgearbeiteten Figuren. Selbst die Nebenfiguren sind charakterlich einzigartig und interessant.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.08.2018
Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte
Khong, Rachel

Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte


gut

RUHIGER ROMAN OHNE ÜBERRASCHUNGSMOMENTE

Der Roman wartet mit einem außergewöhnlich witzigen und neugierig machenden Titel auf. "Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte" weist darauf hin, dass es um eine dementielle Erkrankung geht, an der der Vater der Hauptfigur erkrankt ist.

Ruth, 30jährig, relativ frisch und unglücklich getrennt, besucht zum ersten mal seit Jahren an Weihnachten ihre Eltern. Dort wird sie mit der Demenz ihres Vaters konfrontiert und mit ihrer Mutter, die dem Vater einen längst vergangenen und einen aktuell vermuteten Seitensprung nicht verzeihen kann, sich aber scheinbar wegen der Diagnose Alzheimer nicht von ihm trennen kann.
Die Mutter bittet Ruth, für ein Jahr zu ihnen zu ziehen. Ruth kommt der Bitte ihrer Mutter nach, kündigt ihren Job und kümmert sich fortan ebenfalls um Haushalt und Vater. Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser, dass Ruth und ihr Vater, der ein beliebter Professor an einer Universität war, eine durchaus liebevolle Beziehung zueinander haben. Ruths Bruder, der sich wegen der Affäre des Vaters seinerzeit von ihm zurückgezogen hat, nähert sich durch die Erkrankung im Laufe der Geschichte wieder an sein Elternhaus an.
Der Roman berichtet von dem Jahr, das Ruth bei Ihren Eltern verbringt.

Die vielen, teilweise sehr kurzen Kapitel, die mit dem jeweiligen Datum des Tags des Geschehens überschrieben sind, gleichen Tagebucheinträgen und halten den Leser dadurch meines Erachtens sehr auf Distanz.
Ruth berichtet von ihrer gescheiterten Beziehung, von ihren Freundschaften, vor allem von den Versuchen, die Krankheit Alzeimer mit allen - manchmal
auch skurrilen - Mitteln aufzuhalten. Was sehr schön ist, es geht auch um Versöhnung und um Neuanfänge.
"Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte" ist ein ruhiger, unspektakulärer Roman, der ohne große Überraschungsmomente auskommt. Wegen der ernsten Thematik, finde ich dies aber durchaus angemessen.
Die Alzheimer-Erkrankung des Vaters wird durch einzelne, teilweise lustige und realitätsnahe Begebenheiten würdevoll geschildert.

Durch den tagebuchähnlichen Erzählstil in der Ich-Perspektive und durch die kurzen, teilweise distanziert geschriebenen Kapitel, ist es mir jedoch nicht gelungen, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Für mich blieben diese teilweise zu oberflächlich, "charakterlich farblos".

Insgesamt hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang gewünscht. Gerade was zum Beispiel die Beschreibung der Ängste und Sorgen der Angehörigen (Ruths) im Umgang mit dem erkrankten Vater im täglichen Leben angeht.

Bewertung vom 13.08.2018
Der Blumensammler
Whitehouse, David

Der Blumensammler


ausgezeichnet

DAS WERTVOLLE BAND DER ERINNERUNG

Dieses tolle Buch vereint mehrere Genres. Es ist ein atmosphärisch mitreissender Liebesroman mit spannenden Elementen und einem Hauch von Wissenschaft.

Das Cover ist ein schöner Blickfang auf jedem Büchertisch und sehr passend zum Inhalt gestaltet.

Dove, der am Telefon einer Notrufzentrale in London Dienst tut, bekommt immer starke Kopfschmerzen, wenn ihn die 30 Jahre alten Erinnerungsfetzen eines ihm unbekannten Mannes wie ein Blitz treffen.
Es sind die Erinnerungen von Peter Manyweather, einer Reinigungskraft mit eigener Firma in Manhatten.
Dieser fand seinerzeit in einer Enzyklopädie einen bewegenden Liebesbrief, der 6 äußerst seltene Blumen beschreibt. Peter machte sich daraufhin auf die Suche nach diesen Blumen. Er reiste dafür um die Welt, brachte sich in Gefahr und lernte die Liebe kennen.

Es geht darum, die Zusammenhänge der Erinnerungen von Dove mit den Erlebnissen von Peter zu ergründen und beide auf diesem Weg zu begleiten.
Es wird ein tolles Abenteuer erzählt und beide Handlungsstränge gekonnt, über einen Dritten - in dem ein Professor für Tiefseeforschung eine Rolle spielt - zusammengeführt. Am Ende bleibt keine Frage offen.

Alle Figuren sind sorgfältig herausgearbeitet, charakterlich einzigartig und es fällt einem leicht, ihnen durch die Geschichte zu folgen. Der tolle Erzählstil des Autors lässt das Lesen zu einem kurzweiligen Vergnügen werden.

Ein gelungener Roman, der mich - wie auch schon 'Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek' - schnell in seinen Bann gezogen hat.

Bewertung vom 08.08.2018
Scharfstellung
Melzer, Heike

Scharfstellung


sehr gut

EMPFEHLENSWERTES SACHBUCH
Thema des Sachbuchs von Dr. Heike Melzer ist die radikale Veränderung unseres Sexlebens.
Am Beispiel der Pornografie schildert die Autorin den Wandel, den die Pornobranche durch das Internet erfahren hat: Vom Schmuddelheft zur digitalen Befriedigung. Im Kapitel "Kinder und Jugendliche: Aufklärung geht heute anders" weist die Autorin, die in eigener Praxis sexualtherapeutisch tätig ist, auf die Folgen zu frühen Konsums pornografischer Inhalte hin.

"Scharfstellung" liest sich weniger als Ratgeber, sondern eher als Aufklärungsbuch, welches sich dank der lockeren Schreibweise sehr gut lesen lässt. Ohne belehrend oder bewertend zu sein, wird das Lesen zu einem kurzweiligen Ausflug in die Welt der Sexualität, wie sie im 21. Jahrhundert gelebt wird. Dabei wird aufgezeigt, welche dramatischen Folgen durch ständig verfügbare sexuelle Befriedigung im (echten, realen) Leben möglich sind.

Ein empfehlenswertes Sachbuch über "die neue sexuelle Revolution".

Bewertung vom 08.08.2018
Der Duft des Lebens
Bagus, Clara Maria

Der Duft des Lebens


ausgezeichnet

Aviv wächst bei der Hebamme Selma auf, da seine Mutter bei der Geburt starb. Selma gibt ihm Liebe und Zuwendung und behandelt ihn, als sei er ihr leibliches Kind. Aviv wird Glasbläser in der Glasbläserei seines Ziehvaters Abramovich und entwickelt sich zu einem aufrichtigen jungen Mann.
Eines Tages erhält Aviv den Auftrag, 50 Glasfläschchen für einen Arzt namens Kaminski zu produzieren. Dieser seelenlose Mann will sich mithilfe gestohlener Seelen eine eigene, reine Seele erschaffen. Zunächst reicht es ihm, die Seelen Sterbender zu rauben, doch schon bald wird er zum Mörder.
Aviv, der das Böse in Kaminski erkennt, will sich diesen grausamen Machenschaften entgegenstellen.

Der Roman "Der Duft des Lebens" hat mich von Beginn an fasziniert. Die feine, poetische Schreibweise der Autorin liest sich einfach wunderschön.
Es geht um die Bedeutung der Seele eines jeden Menschen, ihre tiefere Bedeutung und darum, was mit ihnen auf ihrem letzten Weg geschieht.
Darum, was das Menschsein ausmacht.

Die Bilder, die Clara Maria Bagus beim Lesen erzeugt, sind sehr lebendig, manchmal märchenhaft. Man kann mit den Figuren, die toll herausgearbeitet sind fühlen und meint, selbst Gerüche wahrnehmen zu können.
Der Roman ruft dazu auf, seine Seele zu öffnen und das Leben einzuatmen.

Für mich ist dieses durchaus auch philosophische Buch ein Geschenk.
Ich kann es uneingeschränkt empfehlen und werde es sicherlich selbst einige Male an liebe Menschen verschenken!