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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: booklooker
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Bewertungen

Insgesamt 40 Bewertungen
Bewertung vom 28.08.2018
Slow Horses / Jackson Lamb Bd.1
Herron, Mick

Slow Horses / Jackson Lamb Bd.1


sehr gut

Abserviert oder Totgeglaubte leben länger

Das 'Slough House' in London, ein heruntergekommenes Gebäude - ohne Aussicht auf Besserung - ist ein Abstellgleis für ehemalige Top-Agenten des britischen Geheimdienstes MI5. Spekuliert wird darauf, dass die abservierten Agenten irgendwann von selber kündigen, wenn man sie mit unnützen Aufgaben, wie das Durchsuchen von Hausmüll, betreut. River Cartwright z. B. landete dort, weil er einen Einsatz am Bahnhof King's Cross vermasselte. Er denkt jedoch nicht daran, freiwillig die Segel zu streichen und sitzt seine Verbannung tapfer und mit Ehrgeiz aus.
Außer ihm bilden 7 weitere Ex-Top-Agenten das Team um Jackson Lamb. Sie sind die Slow Horses.
Als ein junger Pakistani entführt und im Livestream gedroht wird, ihn in 48 Stunden zu köpfen, geht ein Ruck durch die "Lahmen Gäule" und letztlich sind sie, die weitgehend Unbeachteten, die Totgeglaubten, maßgeblich an der Lösung des Falles beteiligt. Natürlich entgegen den Willen der arroganten Agenten des MI5 vom Regent's Park, die größtes Interesse daran haben, den Fall selbst zu lösen um an den "richtigen" Strippen ziehen zu können.

Bei "Slow Horses" handelt es sich um den ersten Fall für Jackson Lamb und sein Team. Die Story ist überzeugend und gut konstruiert. Die Dialoge sind super und bringen die Handlung voran. Besser kann man das nicht machen.

Der Autor führt sämtliche Figuren sehr ausführlich ein. Das geht soweit, dass der Fall, nach meinem Empfinden, erst nach über der Hälfte des Buches etwas an Fahrt aufnimmt. Der Spannungsbogen leidet darunter und wird dadurch eher zu einer "Spannungskrümmung".
Gut daran ist natürlich, dass der Leser um die Hintergründe der "gefallenen Agenten" weiß und die ausnahmslos interessanten Charaktere kennenlernt. Bei den Nebenfiguren allerdings hätte es etwas weniger sein dürfen.

Ich hätte mir mehr Gliederung gewünscht, weil mir fehlende Anhaltspunkte zu einem Szenenwechsel das Lesen manchmal schwer gemacht haben. Ich musste mich schon sehr konzentrieren und finde, dass man das Buch nicht mal eben so zwischendurch lesen kann.
Insgesamt ein empfehlenswertes Buch mit toller Story. Ich werde den zweiten Teil auf jeden Fall lesen.

Bewertung vom 21.08.2018
Ein unvergänglicher Sommer
Allende, Isabel

Ein unvergänglicher Sommer


ausgezeichnet

Fesselnde Handlung - beseelte Figuren

Festzustellen, dass einem im Herbst des Lebens "ein unvergänglicher Sommer" bevorsteht, muss großartig sein.
So zumindest entwickelt sich das von Ängsten und Zwängen bestimmte Leben des 60jährigen Richard im Laufe dieser fesselnden Geschichte.

Isabel Allende erzählt aus dem Leben dreier grundverschiedener Menschen, die durch eine schicksalhafte Begegnung aufeinandertreffen.

Richard, alleinlebender Universitätsprofessor, fährt in einem schweren Schneesturm, von Sorgen und Selbstvorwürfen geplagt, auf ein anderes Fahrzeug auf. Am Steuer sitzt Evelyn Ortega, eine junge, aus Guatemala stammende illegale Einwandererin. Im Kofferraum: eine Leiche.
Richard, schnell mit der Situation überfordert, wendet sich hilfesuchend an seine aus Chile stammende Mieterin und Kollegin Lucía Maraz. Die 62jährige, die als Gastdozentin ebenfalls an der Universität von New York lehrt und erst seit einigen Monaten in der Wohnung unter Richard wohnt, soll die Sprachbarriere zu der stotternden Evelyn durchbrechen.
Die drei stellen schnell fest, dass es nur einen Weg gibt, unbeschadet aus der Situation zu entkommen: Leiche und Fahrzeug müssen weg.
Von der Umsetzung dieses Plans, den sich daraus ergebenden Situationen und vor allem von der sich langsam anbahnenden Beziehung zwischen Lucía und Richard, erzählt die Rahmenhandlung. Es geht darum, Vertrauen zu haben in Neuanfänge, die das Leben einem vor die Füße wirft. Darum, dem Leben und der Liebe - auch in fortgeschrittenen Lebensphasen - eine Chance zu geben und darüber vielleicht in den Genuss eines "unvergänglichen Sommers" zu kommen.

Neben dieser Rahmengeschichte werden die Lebensgeschichten von Lucía, Evelyn und Richard erzählt, die ebenso wichtig daherkomen, wie die Rahmenhandlung selbst. Alle drei haben eine traumatische Vergangenheit hinter sich. Jeder von ihnen eine andere Strategie der Bewältigung.
Es geht um politische Themen wie Verfolgung, Rassismus, Menschenhandel, um Gewalt in der Ehe, physische und psychische Handicaps und vieles mehr.

Für mich ist "Ein unvergängliche Sommer" ein gelungener Roman, der viel Historisches erzählt, sowohl eine Kriminal- als auch Liebesgeschichte enthält.
Beeindruckend finde ich vor allem die bis ins kleinste Detail herausgearbeiteten Figuren. Selbst die Nebenfiguren sind charakterlich einzigartig und interessant.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.08.2018
Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte
Khong, Rachel

Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte


gut

RUHIGER ROMAN OHNE ÜBERRASCHUNGSMOMENTE

Der Roman wartet mit einem außergewöhnlich witzigen und neugierig machenden Titel auf. "Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte" weist darauf hin, dass es um eine dementielle Erkrankung geht, an der der Vater der Hauptfigur erkrankt ist.

Ruth, 30jährig, relativ frisch und unglücklich getrennt, besucht zum ersten mal seit Jahren an Weihnachten ihre Eltern. Dort wird sie mit der Demenz ihres Vaters konfrontiert und mit ihrer Mutter, die dem Vater einen längst vergangenen und einen aktuell vermuteten Seitensprung nicht verzeihen kann, sich aber scheinbar wegen der Diagnose Alzheimer nicht von ihm trennen kann.
Die Mutter bittet Ruth, für ein Jahr zu ihnen zu ziehen. Ruth kommt der Bitte ihrer Mutter nach, kündigt ihren Job und kümmert sich fortan ebenfalls um Haushalt und Vater. Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser, dass Ruth und ihr Vater, der ein beliebter Professor an einer Universität war, eine durchaus liebevolle Beziehung zueinander haben. Ruths Bruder, der sich wegen der Affäre des Vaters seinerzeit von ihm zurückgezogen hat, nähert sich durch die Erkrankung im Laufe der Geschichte wieder an sein Elternhaus an.
Der Roman berichtet von dem Jahr, das Ruth bei Ihren Eltern verbringt.

Die vielen, teilweise sehr kurzen Kapitel, die mit dem jeweiligen Datum des Tags des Geschehens überschrieben sind, gleichen Tagebucheinträgen und halten den Leser dadurch meines Erachtens sehr auf Distanz.
Ruth berichtet von ihrer gescheiterten Beziehung, von ihren Freundschaften, vor allem von den Versuchen, die Krankheit Alzeimer mit allen - manchmal
auch skurrilen - Mitteln aufzuhalten. Was sehr schön ist, es geht auch um Versöhnung und um Neuanfänge.
"Das Jahr, in dem Dad ein Steak bügelte" ist ein ruhiger, unspektakulärer Roman, der ohne große Überraschungsmomente auskommt. Wegen der ernsten Thematik, finde ich dies aber durchaus angemessen.
Die Alzheimer-Erkrankung des Vaters wird durch einzelne, teilweise lustige und realitätsnahe Begebenheiten würdevoll geschildert.

Durch den tagebuchähnlichen Erzählstil in der Ich-Perspektive und durch die kurzen, teilweise distanziert geschriebenen Kapitel, ist es mir jedoch nicht gelungen, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Für mich blieben diese teilweise zu oberflächlich, "charakterlich farblos".

Insgesamt hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang gewünscht. Gerade was zum Beispiel die Beschreibung der Ängste und Sorgen der Angehörigen (Ruths) im Umgang mit dem erkrankten Vater im täglichen Leben angeht.

Bewertung vom 13.08.2018
Der Blumensammler
Whitehouse, David

Der Blumensammler


ausgezeichnet

DAS WERTVOLLE BAND DER ERINNERUNG

Dieses tolle Buch vereint mehrere Genres. Es ist ein atmosphärisch mitreissender Liebesroman mit spannenden Elementen und einem Hauch von Wissenschaft.

Das Cover ist ein schöner Blickfang auf jedem Büchertisch und sehr passend zum Inhalt gestaltet.

Dove, der am Telefon einer Notrufzentrale in London Dienst tut, bekommt immer starke Kopfschmerzen, wenn ihn die 30 Jahre alten Erinnerungsfetzen eines ihm unbekannten Mannes wie ein Blitz treffen.
Es sind die Erinnerungen von Peter Manyweather, einer Reinigungskraft mit eigener Firma in Manhatten.
Dieser fand seinerzeit in einer Enzyklopädie einen bewegenden Liebesbrief, der 6 äußerst seltene Blumen beschreibt. Peter machte sich daraufhin auf die Suche nach diesen Blumen. Er reiste dafür um die Welt, brachte sich in Gefahr und lernte die Liebe kennen.

Es geht darum, die Zusammenhänge der Erinnerungen von Dove mit den Erlebnissen von Peter zu ergründen und beide auf diesem Weg zu begleiten.
Es wird ein tolles Abenteuer erzählt und beide Handlungsstränge gekonnt, über einen Dritten - in dem ein Professor für Tiefseeforschung eine Rolle spielt - zusammengeführt. Am Ende bleibt keine Frage offen.

Alle Figuren sind sorgfältig herausgearbeitet, charakterlich einzigartig und es fällt einem leicht, ihnen durch die Geschichte zu folgen. Der tolle Erzählstil des Autors lässt das Lesen zu einem kurzweiligen Vergnügen werden.

Ein gelungener Roman, der mich - wie auch schon 'Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek' - schnell in seinen Bann gezogen hat.

Bewertung vom 08.08.2018
Scharfstellung
Melzer, Heike

Scharfstellung


sehr gut

EMPFEHLENSWERTES SACHBUCH
Thema des Sachbuchs von Dr. Heike Melzer ist die radikale Veränderung unseres Sexlebens.
Am Beispiel der Pornografie schildert die Autorin den Wandel, den die Pornobranche durch das Internet erfahren hat: Vom Schmuddelheft zur digitalen Befriedigung. Im Kapitel "Kinder und Jugendliche: Aufklärung geht heute anders" weist die Autorin, die in eigener Praxis sexualtherapeutisch tätig ist, auf die Folgen zu frühen Konsums pornografischer Inhalte hin.

"Scharfstellung" liest sich weniger als Ratgeber, sondern eher als Aufklärungsbuch, welches sich dank der lockeren Schreibweise sehr gut lesen lässt. Ohne belehrend oder bewertend zu sein, wird das Lesen zu einem kurzweiligen Ausflug in die Welt der Sexualität, wie sie im 21. Jahrhundert gelebt wird. Dabei wird aufgezeigt, welche dramatischen Folgen durch ständig verfügbare sexuelle Befriedigung im (echten, realen) Leben möglich sind.

Ein empfehlenswertes Sachbuch über "die neue sexuelle Revolution".

Bewertung vom 08.08.2018
Der Duft des Lebens
Bagus, Clara Maria

Der Duft des Lebens


ausgezeichnet

Aviv wächst bei der Hebamme Selma auf, da seine Mutter bei der Geburt starb. Selma gibt ihm Liebe und Zuwendung und behandelt ihn, als sei er ihr leibliches Kind. Aviv wird Glasbläser in der Glasbläserei seines Ziehvaters Abramovich und entwickelt sich zu einem aufrichtigen jungen Mann.
Eines Tages erhält Aviv den Auftrag, 50 Glasfläschchen für einen Arzt namens Kaminski zu produzieren. Dieser seelenlose Mann will sich mithilfe gestohlener Seelen eine eigene, reine Seele erschaffen. Zunächst reicht es ihm, die Seelen Sterbender zu rauben, doch schon bald wird er zum Mörder.
Aviv, der das Böse in Kaminski erkennt, will sich diesen grausamen Machenschaften entgegenstellen.

Der Roman "Der Duft des Lebens" hat mich von Beginn an fasziniert. Die feine, poetische Schreibweise der Autorin liest sich einfach wunderschön.
Es geht um die Bedeutung der Seele eines jeden Menschen, ihre tiefere Bedeutung und darum, was mit ihnen auf ihrem letzten Weg geschieht.
Darum, was das Menschsein ausmacht.

Die Bilder, die Clara Maria Bagus beim Lesen erzeugt, sind sehr lebendig, manchmal märchenhaft. Man kann mit den Figuren, die toll herausgearbeitet sind fühlen und meint, selbst Gerüche wahrnehmen zu können.
Der Roman ruft dazu auf, seine Seele zu öffnen und das Leben einzuatmen.

Für mich ist dieses durchaus auch philosophische Buch ein Geschenk.
Ich kann es uneingeschränkt empfehlen und werde es sicherlich selbst einige Male an liebe Menschen verschenken!

Bewertung vom 24.07.2018
Opfer
Lemaître, Pierre

Opfer


ausgezeichnet

Der Thriller "Opfer" von Pierre Lemaitre hat mich von der ersten bis zur dreihundertneunundzwanzigsten Seite gefesselt.
Sowohl inhaltlich, aber in besonderem Maße wegen des außergewöhnlichen Schreibstils des Autors.
Erzählt wird die Geschichte von Kommissar Verhoeven, der auf einem Überwachungsvideo mit ansehen muss, wie seine Lebensgefährtin Anne bei einem Raubüberfall brutal misshandelt wird. Wie durch ein Wunder entkommt sie, mehr tot als lebendig, ihrem Angreifer.
Im Laufe von 3 Tagen vollzieht sich seine Ermittlungsarbeit, bei der er immer tiefer auf persönliche Weise mit dem Fall verstrickt wird und schnell klar wird, dass viele Dinge anders liegen, als zunächst vermutet.
Es wird für Verhoeven nicht nur darum gehen, die Haut seiner Geliebten zu retten.
Er muss sich erneut mit dem gewaltsamen Tod seiner Ehefrau Irene auseinandersetzen und damit, dass in seiner aktuellen Beziehung zu Anne scheinbar nichts so ist, wie es scheint.
Die Story ist spannend und logisch, der Plot sehr sorgfältig ausgearbeitet, die Figuren sehr interessant.

Der Autor eröffnet dem Leser durch den Wechsel der Erzählperspektiven, der mir in dieser abwechslungsreichen Form noch nicht begegnet ist, einen besonderen Blick auf die Geschehnisse. Einerseits von oben (auktorial), mit Distanz zum Geschehen - teilweise wie mit dem Blick durch eine Kamera, andererseits wiederum sehr persönlich aus der Ich-Perspektive, was das Lesen meiner Meinung nach sehr anspruchsvoll macht.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und werde mit Sicherheit noch weitere Bücher des Autors lesen. Schön, dass dieses Werk nun in deutscher Sprache veröffentlicht wird.

Bewertung vom 23.07.2018
Hoffnung und Schicksal / Die Charité Bd.1
Schweikert, Ulrike

Hoffnung und Schicksal / Die Charité Bd.1


ausgezeichnet

Es wird die Geschichte der jungen Elisabeth erzählt, deren größter Wunsch die Selbständigkeit ist und als Krankenwärterin in die Charité kommt. Dort soll sie sich der Patienten annehmen und ist den Ärzten untergeordnet. Da sie dem Leid der Erkrankten mit viel Empathie begegnet, Anordnungen der Ärzte hinterfragt und die anderen Wärter kritisiert, wird die Figur der Elisabeth dem Leser schnell sympatisch.

Es wird die Geschichte des Herrn Dr. Dieffenbach erzählt, der als Chirurg in der Charité tätig ist und dort mit seinen fortschrittlichen Operationsmethoden die Medizin stark voranbringt und mit den Wirrungen der Liebe zu kämpfen hat.

Eine weitere Figur ist die Hebamme Martha, die als Freundin von Elisabeth, nach einem einschneidenden Ereignis ihre Tätigkeit als Hebamme aufgibt und dann ebenfalls, als Totenfrau, in der Charité tätig ist. Martha kämpft, nachdem sie ihr Mann verlassen hat vor allem für ein besseres Leben für ihren Sohn.

Natürlich sind alle Figuren irgendwie miteinander verbunden.

Das Lesen des Romans hat mir sehr viel Freude gemacht. Zum Einen berührten mich das Schicksal der kranken Menschen und die gesellschaftliche Stellung von Frauen in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts (da möchte ich wirklich nicht tauschen) und zum Anderen ist der Roman einfach nur toll geschrieben.
Die Autorin hat Historisches und Fiktionales auf wunderbare Weise miteinander verknüpft.

Bewertung vom 23.07.2018
Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
Benjamin, Ali

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren


ausgezeichnet

Ein wundervoller Roman, der einen tiefen Einblick gewährt in das Seelenleben einer Zwölfjährigen, die den Tod der besten Freundin zu verkraften hat und verstehen muss, dass jeder seine eigene Geschichte hat, die jederzeit abrupt enden kann.
("Jeder hat seine eigene Geschichte, immerzu, und keine zwei Geschichten sind gleich." )

Die Worte ihrer Mutter, dass nicht alles einen Sinn ergibt und Dinge manchmal einfach passieren, kann und will Suzie in ihrer Fassungslosigkeit über den plötzlichen Tod ihrer Freundin Franny nicht akzeptieren.
Und so begibt sie sich auf die Suche nach einer Erklärung und muss letztendlich feststellen, dass sich eben nicht alles (wissenschaftlich) erklären lässt.

Erzählt wird aus der Sicht von Suzie selbst. Dabei blickt sie immer wieder zurück auf die Freundschaft mit Franny und auf deren Entwicklung.
Nebenbei erfährt der Leser viel Interessantes über das Leben der Quallen (das Cover verrät es), welches für Suzie bei der Aufarbeitung der Tragödie zu einem zentralen Thema wird.

"Die Wahrheit über Dinge die einfach passieren" ist ein Buch über das Suchen und Finden und darüber, was es heißt am Leben zu sein, wenn man etwas Wertvolles verloren hat.
Es ist ein Buch, welches man nicht mehr aus der Hand legen möchte und in meinen Augen ein Buch auch für Erwachsene.

Bewertung vom 02.07.2018
Das Haus der Mädchen / Kerner und Oswald Bd.1
Winkelmann, Andreas

Das Haus der Mädchen / Kerner und Oswald Bd.1


sehr gut

Das Haus der Mädchen - Der Titel ist gut gewählt und das Cover verspricht einen spannenden Lese- und Mitfieberabend.

Leni Fontane, Bücherwurm vom Lande, kommt nach Hamburg um ein Praktikum in einem Verlag anzutreten. In ihrer Unterkunft in einer Villa, die sie über eine Internetplattform gebucht hat, trifft sie auf die etwas schrill wirkende Vivien. Das genaue Gegenteil von ihr selbst. Dennoch, die beiden freunden sich an. Als Vivien plötzlich verschwindet, steht für Leni schnell fest, dass etwas Schlimmes mit ihr passiert sein muss.

Es folgt eine Suche, bei der sie auf Freddy, einen Obdachlosen, trifft. Freddy, der selbst auf der Suche nach einem Mörder und dabei völlig auf sich allein gestellt ist, begibt sich ebenso wie auch Leni in große Gefahr, denn Vermisstenfall und Mord hängen zusammen.

Alle Figuren bzw. Charaktere des Romans sind gut herausgearbeitet und jeder Charakter ist interessant. Alle tragen "ein Päckchen mit sich" und aus welcher Sicht auch immer gerade erzählt wird, man möchte einfach weiterlesen.
Auch der Schreibstil lässt es zu, das Buch stundenlang nicht aus der Hand zu legen.

Einzig das Motiv der Täter blieb für mich lange fragwürdig und wirkte stellenweise konstruiert.

Fazit: Ich fühlte mich gut unterhalten.
Klare Kaufempfehlung!

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.