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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: MinnieMay
Wohnort: Dortmund
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Danksagungen: 27 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 39 Bewertungen
Bewertung vom 28.07.2010
Der Trakt
Strobel, Arno

Der Trakt


ausgezeichnet

Die Idee von „Der Trakt“ ist vielleicht nicht ganz neu, jedoch wusste Arno Strobel sie packend umzusetzen. Die Hauptprotagonistin ist sympathisch, intelligent und ich als Leserin konnte mich mit ihr identifizieren, ihr nachfühlen. Was sie erlebt ist der reinste Albtraum. Der Autor schafft es eine Urangst des Menschen, praktisch existenzlos zu sein, in einen spannenden Psychothriller einzuflechten.. Gut und verständlich ist der Schreibstil und weniger die Lösung des Rätsels treibt einen fast in den Wahnsinn, denn diese kann man ab einer gewissen Zeit schon erahnen, sondern der ständige Wechsel zwischen Freund und Feind. Alle Personen um den Hauptcharakter herum sind so undurchsichtig und fragwürdig, dass bis zum Schluss offen bleibt wer nun zu welcher Seite gehört und wer vertrauenswürdig ist.
Mein Fazit: Ein fesselnder Psychothriller der bis zum Schluss spannend bleibt und überraschende Wendungen bereithält.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.07.2010
Gottesopfer
Pleva, Tanja

Gottesopfer


weniger gut

Nach der Buchbeschreibung zu urteilen ein spannender Thriller, das war mein erster Eindruck. Nun ja, spannend war die Geschichte gerade zu Beginn schon, doch das Niveau und der Stil reichten für meinen Geschmack noch lange nicht für ein wirklich gutes Buch. Schnell und leicht verständlich lässt sich der neue Fall für Ermittler Sam O’ Connor lesen, doch die Handlung an sich plätschert oftmals nur so dahin, weiß nicht recht in welche Richtung sie gehen soll. Spirituell angehaucht und mit einem Hang zur Oberflächlichkeit jagen wir einen Täter, der brutal und als selbst ernannter „Racheengel Gottes“ durch die Lande zieht. Die Autorin schafft es nicht wirklich den Protagonisten Tiefgang zu geben, legt großen Wert auf wertende Beschreibungen der äußeren Erscheinung und schafft es mit sich oftmals wiederholenden Huldigungen unangenehm von der eigentlichen Geschichte abzulenken. Auch die immer wieder auftauchenden Anfeindungen gegen die katholische Kirche schaffen es, selbst nicht konfessionelle Leser, zumindest zu nerven. Alles in allem wirken die Figuren überzeichnet, die Ermittlungen lahm und die Handlung unecht, jedoch ist die Idee gut und die gelungenen Rückblenden in die Vergangenheit des Täters werten die Geschichte etwas auf. Allenfalls ein solider Krimi für zwischendurch…

Bewertung vom 28.07.2010
Salvador und der Club der unerhörten Wünsche
Torres Blandina, Alberto

Salvador und der Club der unerhörten Wünsche


ausgezeichnet

Salvador ist der gute Geist des Flughafens, und die Seele dieses Buches. Der Schreibstil ist so ungewöhnlich, wie die Idee zu diesem Roman, denn den Leser erwartet hier nicht etwa eine Geschichte, sondern viele kleine Geschichten und Anekdoten, witzig und charmant, unerhört und skurril oder einfach kaum zu glauben. Erzählt werden sie von Don Salvador, der den Flughafen fegt und die Leute unterhält, den Alltag schöner macht und mit seinen Geschichten den Menschen etwas mitgibt. Wir haben teil wenn er sich mit Fluggästen, oder Juana der Kioskbesitzerin unterhält und es ist gerade so, als wäre man persönlich dort und hörte ihm zu. Bücher, so unwahrscheinlich und komisch wie dieses, kann ich nicht lesen ohne zu schmunzeln und zu träumen.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.07.2010
Sehnsucht nach Elena
Haahtela, Joel

Sehnsucht nach Elena


ausgezeichnet

Leicht fliegen Joel Haahtelas Worte einem von den Seiten entgegen, legen sich auf die Seele und wollen immer wieder gelesen werden. Es wird erzählt von der Liebe, von den alltäglichen Wundern, die in unserer schnellen Zeit kaum noch wahrgenommen werden. Es wird von zwei Leben erzählt, die sich nur zufällig kreuzen und doch ist es genau dieser Zufall, sind es kleine Begebenheiten außerhalb unseres Wahrnehmungsbereiches, die ungeahnte und weitreichende Folgen haben. Bis zum Schluss die Geschichte sich selbst erklärt und eine unerwartete Wendung nimmt erfahren wir viele Gefühle und Eindrücke des Hauptprotagonisten. Es ist eine leichte, wunderbar traurig-schöne Geschichte von der Liebe und der Beständigkeit die ich noch öfter lesen werde.

Bewertung vom 25.07.2010
Schneewittchen muss sterben / Oliver von Bodenstein Bd.4
Neuhaus, Nele

Schneewittchen muss sterben / Oliver von Bodenstein Bd.4


ausgezeichnet

Dieser Krimi ist komplex, gut durchdacht und spannend bis zum Schluss. Die Autorin hält sich nicht mit allzu detaillierten Landschaftsbeschreibungen auf. Ihre Protagonisten sind facettenreich und man lernt sie im Laufe der Geschichte immer besser kennen. Nachdem Tobias Sartorius in sein Heimatdorf zurückkehrt kochen die Gemüter hoch. 10 Jahre saß er im Gefängnis, wegen Mordes an zwei jungen Mädchen, doch schnell keimt in Kriminaloberkommissarin Pia Kirchhoff der Verdacht, dass mehr hinter der Sache steckt. Immer tiefer dringen die Ermittler in das feine Netz aus Lügen, Verrat und Intrigen, welches sich durch die Dorfgemeinschaft zieht und entdecken dabei unfassbares. Die privaten Probleme der Kriminalbeamten lassen sie dabei menschlicher wirken, bleiben aber dezente Randhandlung.
Nele Neuhaus schreibt flüssig und eingängig, findet Zusammenhänge und schafft immer neue, unerwartete Wendungen. Bis zur letzten Seite kommt nie Langeweile auf und immer wenn man dachte der Lösung nahe zu sein, wendet sich das Blatt abermals. Sie legt die Messlatte hoch und schafft es das Niveau zu halten. Ein wirklich gelungener 4. Fall für ihr Ermittlerduo.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.05.2010
Blinde Flecken / Schwarz ermittelt Bd.1
Probst, Peter

Blinde Flecken / Schwarz ermittelt Bd.1


sehr gut

Der erste Kriminalroman für Erwachsene von Peter Probst kann sich sehen lassen. Der Autor zeichnet ein realistisches Bild der deutschen Gesellschaft und schildert uns auf erschreckende Weise den Einfluss der rechten Szene in allen Bereichen des Lebens. Die Charaktere sind authentisch. Sie haben Stärken und Schwächen, werden nicht glorifiziert und sind somit umso sympathischer. Die Texte sind eingängig und die Handlung ist gut konstruiert. Das Buch besticht durch viel Dialog und Monolog der Protagonisten, was wir sicher der Erfahrung des Autors im schreiben von Drehbüchern verdanken. Die Handlung ist zwar recht gut durchschaubar, so dass am Ende nicht unbedingt allzu große Überraschungen zu erwarten sind, doch dieses Buch besticht durch seine Sprache und Charaktere und ist in jedem Fall lesenswert.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.04.2010
Empörung
Roth, Philip

Empörung


ausgezeichnet

Phillip Roths Werke sind anspruchsvoll, regen zum nachdenken an, sind ein Aufschrei und gesellschaftskritisch. Ohne zu beschönigen malt Roth ein Bild der amerikanischen Gesellschaft der 50er Jahre. Der Krieg in Korea wird unvermindert grausam fortgesetzt und tausende junge Amerikaner, oft völlig unzureichend ausgebildet und schlecht gerüstet lassen dort ihr Leben. Meist sind es noch Jungen, gerade erst volljährig und inmitten pubertärer Gefühlsstrudel, zu jung zum kämpfen, zu jung zum sterben. Verschont werden Studenten, Hochschulbesucher wie Marcus Messner, der Hauptprotagonist und Erzähler dieser Geschichte. Immer nur der Beste an der Schule, seinen Eltern gehorsam und nie aufmüpfig lebt Marcus sein Leben und wiegt sich sicher. Er hat klare Ziele und ihm droht keine Gefahr. Dennoch beginnt sein sonst so selbstsicherer und willensstarker Vater mit einem mal nahezu paranoide Ängste zu entwickeln, seinem Sohn könne etwas zustoßen und diese steigern sich so stark, das Marcus um seinen Seelenfrieden zu behalten nur die Flucht als Ausweg sieht. Er wechselt das College und damit beginnt sich die Spirale zu drehen, die letztlich auf dramatischste Weise die schlimmsten Ängste von Messners Vater wahr werden lassen.
Dieses Buch bringt den Leser in eine Zeit zurück, in der die heile Welt amerikanischer Provinzen im Kontrast zum Schrecken des Korea-Krieges steht. Zum einen erleben wir die furchtbare Wirkung des Schmetterlings-Effektes, indem kleine, im Grunde banale Entscheidungen und Taten eine Folge von Ereignissen bewirken, die in ihrer rasch entwickelten Eigendynamik nicht mehr zu bremsen ist. Zum anderen klagt der Autor die Doppelmoral an, die nicht nur in den 50ern und nicht nur in Amerika das Leben in vielerlei Hinsicht bestimmt und offensichtliche Ungerechtigkeiten toleriert. Rasant spitzen sich die Ereignisse zu um am Ende auf ironische Weise zu zeigen das manchmal gerade unsere Angst vor etwas, genau dieses zur Folge haben kann.
Ein gelungenes Werk von Phillip Roth, das den Leser nachdenklich zurücklässt.

6 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.04.2010
Der Christmas Cookie Club
Pearlman, Ann

Der Christmas Cookie Club


sehr gut

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich verzaubert. Auch wenn Weihnachten schon lange hinter uns liegt, hab ich es in den letzten Tagen gelesen und die Mischung aus Frauenroman und Rezeptbuch, immer wieder gespickt mit Informationen über Zutaten und die Herkunft unserer kulinarischen Genüsse ist schlicht und einfach gelungen. Schon die Aufmachung des, zusammen mit Dr. Oetker herausgegebenen Buches, ist schön und einfallsreich, denn dem Buch liegen ein kleines Backheft mit den Rezepten der „Cookie-Hexen“ und ein hübsches Lesezeichen in Sternschnuppen Form bei.
Der Christmas-Cookie-Club besteht aus 12 Frauen, die sich einmal im Jahr treffen um zu feiern, Kekse und Rezepte auszutauschen und einen Teil ihrer Backwerke einem guten Zweck zu spenden. Aber diese Frauen verbindet mehr als nur ihre Vorliebe für süßes Gebäck, sie sind Freundinnen. Jede von ihnen hat ihre Geschichte, jede hat schlimmes und schönes erlebt, und alle sind füreinander da, hören zu und helfen einander. Die Geschichten berühren und bewegen. Ann Pearlman schreibt so, dass man sich den Frauen verbunden fühlt, mit ihnen trauern und sich freuen kann. Manchmal verliert sie sich etwas in den Erinnerungen und Erzählungen ihrer Charaktere und ab und zu fiel es mir als Leser schwer einzuordnen ob Marnie, aus deren Perspektive die ganze Geschichte erzählt wird, sich erinnert an etwas Vergangenes oder gerade in der Gegenwart ist. Das sind aber auch die einzigen Aspekte an dem Buch, die mir negativ aufgefallen sind.
Ansonsten ist der Autorin hier ein mitreißendes und unterhaltsames Werk gelungen, liebevoll und detailliert geschrieben und mit vielen Extras versehen, welches ich nur empfehlen kann.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.04.2010
Entrissen / Marina Esposito Bd.1
Carver, Tania

Entrissen / Marina Esposito Bd.1


sehr gut

Das Debüt der Autorin Tania Carver kann sich sehen lassen. Eine gut konstruierte Story, ein flüssiger und eingängiger Schreibstil und authentische Charaktere zeichnen ihr Erstlingswerk aus. In "Entrissen" treibt ein grausamer Serientäter sein Unwesen und seine Morde stechen deswegen besonders grausam heraus, weil es sich um schwangere Frauen handelt. Von den Babys fehlt jedoch jede Spur.
Es gibt eine Vielfalt verschiedenster Charaktere, vom Polizisten mit zwielichtiger Vergangenheit bis hin zur Psychologin, die zwar als starke Frau auftritt aber innerlich doch sehr verletzbar ist. Die Geschichte ist spannend bis zum Schluss und nimmt immer mal wieder eine unerwartete Wendung. Außerdem ist sie nicht für schwache Nerven und kann einen ganz schön mitnehmen. Einen kleinen Abzug bekommt das Buch dafür, dass auf die Charaktere meiner Meinung nach noch mehr eingegangen werden sollte. Die eine oder andere Frage bleibt offen und ein wenig war das Ende auch voraus zu sehen. Auch die psychologischen Aspekte hätte man mehr beleuchten können, wenn schon eine der Hauptprotagonistinnen eine Psychologin ist und extra zu dem Fall hinzugezogen wurde.
Alles in allem aber ein gelungener Thriller, der mich gespannt auf weitere Bücher von der Autorin hoffen lässt.

Bewertung vom 14.04.2010
Das Leben kleben
Lewycka, Marina

Das Leben kleben


ausgezeichnet

Im Leben von Georgina „Georgie“ Sinclair gibt es jede Menge zu kleben. Kurz nach der Trennung von ihrem Mann lernt sie Mrs. Shapiro kennen, eine verschrobene alte Dame mit vielen Macken, sieben Katzen und einer Vorliebe für Schnäppchen.
Die verschiedenen Protagonisten, die wir während der Geschichte kennenlernen sind liebevoll, skurril, witzig, charmant und voller Leben. Sie sind echt und frei von Klischees. Es macht Spaß in ihre Geschichten einzutauchen und man gewinnt sie lieb. Die Figuren haben Tiefgang und jeder für sich seine Geschichte, seine Geheimnisse die es zu lüften gilt.
Während ihrer erst so unbegreiflich erscheinenden Freundschaft zu Naomi Shapiro macht Georgie von Kapitel zu Kapitel eine Entwicklung durch wird zu guter letzt mit einem Happy End belohnt. Die Art des glücklichen Endes hält aber dann doch einige Überraschungen bereit. Die Themen, sei es der Konflikt im nahen Osten, Bibelbezüge oder auch die Funktion von Klebstoffen in der modernen Welt sind gut recherchiert und leicht verständlich erklärt.
Dieses Buch macht einfach Freude. Es treibt einem Tränen in die Augen, mal vor Freude, mal vor Traurigkeit. Diese Geschichte berührt und wirkt erfrischend für die Seele.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.