Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Frimada
Wohnort: Rhein-Sieg-Kreis
Über mich: Mutter von 3 Kindern (Mädchen, 15 Jahre und Junge, 11 Jahre. Mädchen, 7 Jahre), Vielleserin!
Danksagungen: 12 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 164 Bewertungen
Bewertung vom 20.10.2020
Das Buch Alice
Urbach, Karina

Das Buch Alice


gut

Ich fand dieses Sachbuch sehr interessant, denn es beschäftigt sich im Rahmen einer Familiengeschichte mit einer Art NS-Verbrechen, von denen ich bisher noch nie gehört hatte, nämlich dem Raub von geistigem Eigentum.

Die Großmutter der Autorin, Alice Urbach, hat vor Beginn des zweiten Weltkrieges ein Kochbuch geschrieben, das auch verlegt worden war. Nach ihrer Emigration nach England hat sie ihr Buch dann irgendwann unter dem Namen eines fremden Autors wiedergefunden.

Das Buch ist gut geschrieben. Durch viele Zitate, persönliche Briefe u. ä. liest es sich nicht wie ein reines Sachbuch. Es ist nicht trocken und sachlich geschrieben, was vielleicht daran liegt, dass die Autorin ja die Geschichte ihrer Vorfahren erzählt, was natürlich mit Gefühlen verbunden ist. Für dieses Buch ein Gewinn!

Bewertung vom 18.10.2020
Marcia aus Vermont
Stamm, Peter

Marcia aus Vermont


weniger gut

Diese Geschichte ist wirklich eher als längere Kurzgeschichte denn als Buch zu verstehen. Und damit finde ich den Preis von 14 Euro für ein HC doch extrem überteuert. Zumal die Geschichte zwar ganz okay, aber wirklich nichts besonderes ist.

Der Schreibstil ist flüssig und klar, die Geschichte logisch. Mit Weihnachten, wie es der "Untertitel" suggeriert, hat sie meiner Meinung nach aber überhaupt nichts zu tun. Sie spielt um Weihnachten, aber für mich wäre der Zeitpunkt austauschbar.

Eine Geschichte, die man als geübter Leser in 30 Minuten lesen kann. Und dann legt man das Buch weg und vergisst es sofort.

Bewertung vom 12.10.2020
Die Ältern / Pubertier Bd.4
Weiler, Jan

Die Ältern / Pubertier Bd.4


schlecht

Ich liebe die "Pubertier" Bücher von Jan Weiler, weil ich als Mutter so ziemlich alles, was er von seinen Kindern schreibt, schon selbst erlebt habe. Sein Schreibstil ist klasse, sein Humor auch. Und ich mag auch gerne, wie er sich selbst aufs Korn nimmt.

Also habe ich mich auf dieses Buch, eine Fortsetzung der "Pubertier" Reihe, total gefreut. Leider wurde ich enttäuscht.
Abgesehen davon, dass man keine 2 Stunden braucht, um es komplett zu lesen, sind viele der erzählten Episoden einfach nicht mehr neu. Nur dass sie früher Carla zugeschrieben wurden und jetzt Nick. Oder umgekehrt.
Mindestens die Hälfte des Buches kennt man also schon, wenn man die Pubertier Bücher und "Nicks Sammelsurium" bereits gelesen oder gehört hat.

Und der Rest des Buches ist einfach langweilig. Oder sinnfrei. Was soll es z. B., dass Sara plötzlich mit der Tochter zusammenziehen und er selbst mit dem Sohn? Ohne eine Trennung! Irgendwie schräg. Und nicht witzig.

Also mein Fazit: Der Autor hat ein paar lustige Anekdoten aus seinen letzten Büchern genommen und noch ein bisschen was langweiliges drumherum gebastelt und fertig war das neue Buch. Ärgerlich, dafür Geld auszugeben!

Bewertung vom 12.10.2020
Madame Curie und die Kraft zu träumen / Ikonen ihrer Zeit Bd.1
Leonard, Susanna

Madame Curie und die Kraft zu träumen / Ikonen ihrer Zeit Bd.1


weniger gut

Marie Curie ist eine Persönlichkeit, die ich immer schon sehr interessant fand. Ich finde, es gibt viele starke Frauen in unserer Vergangenheit, die unseren Respekt verdienen. Madame Curie ist eine davon. Und darum habe ich mich sehr darauf gefreut, dieses Buch zu lesen.

Leider fand ich das Buch eher enttäuschend. Es ist so geschrieben, dass die Erwachsene Madame Curie immer wieder Menschen trifft, denen sie aus unterschiedlichen Gründen ihre Vergangenheit, ihre Lebensgeschichte erzählt. Diesen kann man auch viele Fakten entnehmen, aber die Autorin schafft es nicht wirklich, den Leser Curies Emotionen mitfühlen zu lassen. Ja, man liest, was Marie Curie empfunden hat, aber es berührt einen nicht. Das finde ich sehr schade, denn das Buch ist durchaus nicht schlecht geschrieben. Es hat aber auch nichts besonderes in sich.
Mir als Leser fiel es auch schwer, in einen Leseflow zu kommen. Ich musste eher aufpassen, dass mir beim Lesen nicht die Augen zugefallen sind.

Bewertung vom 11.10.2020
Das Buch eines Sommers
Kast, Bas

Das Buch eines Sommers


ausgezeichnet

Die Geschichte fand ich dann tatsächlich auch sehr schön. Zum einen, weil es eine Ich Erzählung ist, was ich sehr gerne mag, wenn es gut geschrieben ist. Zum anderen, weil der Schreibstil wirklich sehr schön ist. Es ist gut geschrieben, und die Gefühle und Gedanken des Protagonisten kommen sehr gut rüber, ohne dass der Autor zu viele Worte benutzt. Man kann sich sehr gut mit dem Protagonisten identifizieren und eine Bindung zu ihm aufbauen.

Die Geschichte selber gefällt mir auch sehr gut. Der Protagonist hatte früher den Traum, Geschichten zu schreiben, hat es aber früh aufgegeben und die Firma seines Vaters übernommen. Er hat Frau und Kind und fühlt sich verpflichtet, für sie zu sorgen.

Doch da gibt es auch noch seinen Onkel Valentin, der selbst erfolgreicher Schriftsteller ist und zu dem der Protagonist eine enge emotionale Bindung hat. Als dieser Onkel stirbt, verbringt die kleine Familie einen Sommer in seinem Haus, und das ändert ihr Leben.

Mich hat die Geschichte sehr an mein eigenes Leben erinnert, denn ich habe ja selbst den Traum, Autorin zu werden. Und darum kann ich den Protagonisten sehr gut verstehen.

Bewertung vom 07.10.2020
Aber Töchter sind wir für immer
Wünsche, Christiane

Aber Töchter sind wir für immer


ausgezeichnet

Dieser Roman um eine Familie hat mir unheimlich gut gefallen. Der Schreibstil ist wirklich toll, es lässt sich sehr gut lesen und fesselt.
Auch wie die Geschichte erzählt wird, nämlich immer die Geschichten der einzelnen Familien, die zusammenlaufen am 80. Geburtstag des Vaters und durch die Erzählung der Gegenwart durch die jüngste Tochter, ist ganz großartig.

Man lernt die einzelnen Schicksale und Charaktere wirklich gut kennen. Alles ist stimmig und gut durchdacht, man kann die Gefühle und das Verhalten der einzelnen Personen richtig gut nachvollziehen, da man eben auch ihre Vergangenheit kennenlernt.

Ich hatte mit diesem Roman ein paar besonders schöne Lesestunden.

Bewertung vom 05.10.2020
Tu's nicht
Keret, Etgar

Tu's nicht


ausgezeichnet

Der Autor, Etgar Ketet, war mir vor diesem Buch völlig unbekannt. Ich habe mich dennoch entschieden, dieses Buch zu lesen, weil ich ein großer Fan von Kurzgeschichten bin. Ich finde, richtig gute Kurzgeschichten zu schreiben ist schwerer als einen Roman zu schreiben. Weil man einfach viel weniger Wörter zur Verfügung hat.

Das Cover dieses Buches hat mir nicht gefallen, aber hinter diesem Cover findet man absolut großartige Kurzgeschichten! Der Autor versteht es, mit wenigen, klaren Worten unheimlich viel Tiefe zu schaffen.
Oft wird die Aussage einer Geschichte im ersten Moment noch gar nicht klar, kommt erst im Anklang einer Geschichte. So etwas liebe ich sehr!

Wie der Autor es schafft, mit so einer modernen und klaren Sprache, die er so flüssig zu benutzen vermag, so eine Tiefe zu schaffen, ist toll.
Die Themen seiner Geschichten haben immer mit dem Leben zu tun, mit Kraft. Das gefällt mir sehr.

Lange habe ich keine Kurzgeschichten mehr gelesen, die mich so begeistert haben!

Bewertung vom 02.10.2020
Zauberponys gibt es doch! / Greta und Gauner Bd.1
Rhodius, Wiebke

Zauberponys gibt es doch! / Greta und Gauner Bd.1


ausgezeichnet

Was für eine schöne Geschichte für pferdebegeisterte Kinder!

Das Mädchen Greta verbringt viel Zeit mit ihrer besten Freundin und deren Pony. Und ihr allergrößter Wunsch ist es, ein eigenes Pony zu haben.
Als sie im Stall ein magisches Hufeisen findet, wird dieser Traum war, denn aus dem Hufeisen erscheint das Pony Gauner, das nicht viel größer als Greta Hand ist.
Später erfährt man aber, dass Gauner auch so groß wie ein normales Pony werden kann. Aber das Geheimnis um Gauner zu bewahren ist gar nicht so leicht.

Ich habe dieses Buch meiner 7 jährigen Tochter vorgelesen, und wir hatten viel Spaß damit. Es ist einfach und kindgerecht geschrieben, die Kapitel sind auch nicht zu lang, und zwischendurch gibt es lustige Illustrationen. Das Buch steckt voller Liebe und viel Humor, und die Geschichte ist einfach süß. Eine klare Empfehlung von uns!

Bewertung vom 01.10.2020
Gipskind
Kögl, Gabriele

Gipskind


ausgezeichnet

Ich bin total begeistert von diesem Roman! Es ist das erste Buch, das ich von Gabriele Kögl gelesen habe, und ich bin direkt total beeindruckt von ihrem Schreibstil, ihrer Sprache!

In diesem Buch geht es um ein Mädchen mit Handicap, das lange Zeit nur als "die Kleine" bezeichnet wird. Erst spät erfährt man, dass sie Andrea heißt. Schon dadurch wird einiges der Distanziertheit und Lieblosigkeit deutlich, unter denen das Mädchen zu leiden hat.
Nur die Großmutter liebt das Mädchen und steht immer hinter ihr.

Die "Kleine" entpuppt sich als starke Persönlichkeit, die sich auflehnt, die kämpft, die sich weht. Und dass sie einen solchen "aufmüpfigen" Charakter hat, ist ihr Glück, denn dadurch gelingt es ihr, sich zu einer starken, selbstreflektierten Frau heranzuwachsen und trotz der schlechten Startbedingungen ihr Leben zu meistern.

Ein wirklich tolles Buch, das ich unbedingt empfehlen möchte. Ich werde nun von der Autorin noch weitere Bücher lesen!

Bewertung vom 30.09.2020
Unziemliches Verhalten
Solnit, Rebecca

Unziemliches Verhalten


sehr gut

Bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen Roman, sondern um die Erzählung, wie die Autorin zur Feministin wurde.

Es ist wirklich toll geschrieben und sehr interessant zu lesen. Oft stellt man sich ja vor, dass jemand Aktivist wird, seine Stimme erhebt usw., weil derjenige für eine Sache brennt. Hier sieht man, dass man als Feministin nicht geboren werden muss.

Die Autorin erlebt in ihrem Leben, in ihrem Umfeld, dem Freundeskreis usw. So viel, was Frauen erniedrigt, dass sie in die Rolle der Feministin einfach "hineinwächst". Dies beim Lesen miterleben und nachvollziehen zu können, fand ich sehr spannend und inspirierend.