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Benutzername: eulenmatz
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Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 124 Bewertungen
Bewertung vom 09.08.2018
Goldener Zorn / Children of Blood and Bone Bd.1
Adeyemi, Tomi

Goldener Zorn / Children of Blood and Bone Bd.1


gut

MEINUNG:
Auf das Buch war ich sehr gespannt. Ich habe es bereits im englischsprachigen Raum als sehr gehypt empfunden und habe mich sehr gefreut, dass der Fischer Verlag es so schnell übersetzt hat. Auch ein Lob dafür, dass das Cover der englischsprachigen Ausgabe übernommen worden ist, denn das ist wirklich ein Hingucker und passt so gut zur Protagonistin Zélie.

Das Buch startet gleich ziemlich rasant. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, aus der von Zélie, Inan, der Kronprinz und seiner Schwester Amari. Eine wichtige Rolle spielt auch Zélies Bruder Tzain. Das Schicksal aller vier ist unweigerlich miteinander verbunden und ihre Wege kreuzen sich immer wieder. Man kann sagen, dass es darum geht die Magie zu retten. Die Magie wurde brutal ausgelöscht von Inan und Amaris Vater, der diese als Bedrohung ansah und der auch Zélies und Tzains Mutter zum Opfer fiel.

Zélie ist voller Wut und Impulsivität seitdem ihre Mutter brutal ermordet worden ist, was anfangs verständlich ist, aber mir auch irgendwann auf die Nerven ging. Ein vernünftiges Gespräch kann man mit ihr nicht wirklich führen. Sie handelt auch oft sehr impulsiv und bringt andere damit in Schwierigkeiten. Ihre Absichten sind natürlich löblich, aber ihre Mittel manchmal fragwürdig. Ich finde es grundsätzlich schwierig, die Magie hier nur als etwas Gutes zu betrachten, denn sie kann viel Schaden anrichten. Im Gegensatz zu den Taten von Inan wird das aber nicht verurteilt.

Inan ist eine sehr spannende Figur, weil er eigentlich für den Feind steht und als solcher betrachtet wird, aber dann doch merkt, dass Zélie und er mehr gemeinsam als er sich eingestehen will. Seine innerliche Zerrissenheit ist immer wieder spürbar. Ich hätte nicht mit ihm tauschen wollen. Amari, seine Schwester ist der Auslöser für die ganzen Ereignisse und sie bringt ein wenig Sanftmut und Ruhe in das Gespann. Zwischen ihr und Zélie entsteht auch eine Freundschaft.

Tomi Adeyemi entspinnt hier ganz eigene Welt mit Anlehnung an die afrikanische Kultur. Die Welt ist gut ausgearbeitet, allerdings sind Begriffe und Namen oft schwer, da man mit ihnen nicht so vertraut ist. Ich empfand den Schreibstil schon als sehr episch zum Teil und mir fehlte an der einen oder anderen Stelle definitiv die Spannung.

Die Autorin schreibt in ihrem Nachwort, dass das Buch aus ihrer eigenen Wut heraus entstanden ist, dass Schwarze ungerecht behandelt werden und willkürlicher Polizeigewalt zum Opfer fallen. Ich finde es toll, dass sie sich damit auseinandersetzt und finde es auch ganz wichtig, dass dieses Thema in der Literatur aufgegriffen wird, aber ich kann hier wenig Unterschied zu anderen Fantasybüchern und Dystopie erkennen, in denen häufig eine Gruppe von Menschen unterdrückt wird. Bei mir kam die Botschaft leider nicht an.

FAZIT:
Für mich ist es eine solide Fantasygeschichte, die mal etwas Neues ist, aber mir fehlte hier definitiv die Spannung und konnte jetzt auch nicht die Botschaft der Autorin entdecken bzw. hebt sich das nicht von anderen vergleichbaren Büchern ab. Ich bin mir unsicher, ob ich die Geschichte weiter verfolgen werde.

Bewertung vom 09.08.2018
Fire Queen / Die Patin Bd.2
Sangue, Vanessa

Fire Queen / Die Patin Bd.2


ausgezeichnet

MEINUNG:
Fire Queen ist der zweite Teil der Cosa Nostra Dilogie. Der erste Teil, Cold Princess, hatte mir bereits sehr gut gefallen und nun war ich sehr gespannt auf den zweiten Teil.

Der zweite Teil beginnt dort, wo der erste aufhört. Mir gefiel es, dass die Autorin am Anfang nochmal eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils verfasst hat, auch wenn dieser bei mir noch nicht allzu lang zurück lag. Cold Princess endet mit einem großen Knall und Saphiras Zukunft und die der Cosa Nostra waren sehr ungewiss. Nachdem Saphira erfahren hat, wer Madox wirklich ist, trennen sich hier auch ihre Wege.

Die erste Hälfte des Buches empfand ich als sehr spannend, denn es kommen noch so einige Sachen ans Licht, die der Handlung eine ganz andere Richtung geben. Auch sind einige Personen nicht die, als die sie sich ausgeben. Saphira ist ganz quasi ein Opfer von mehreren Intrigen, geboren aus diversen Rachegedanken. Als Leser weiß man mehr als Saphira selbst, was schon im ersten Teil so war. In diesem ersten Teil tauchen wir tief in die Abgründe der Mafia-Welt ab. Viel Romatik und Leidenschaft ist hier nicht zu finden, was für mich aber völlig in Ordnung war, weil es nicht gepasst hätte. Ich habe mich immer gefragt, wie Saphira und Madox wieder zueinander finden wollen, nachdem was passiert ist.

Im ersten Teil ist schon viel passiert, was Saphira seelische Schmerzen zugefügt hat und was sie versucht hat unter ihrer harten Schale zu verbergen, doch in diesem Teil wird nochmal eine Schippe rauf gelegt. Mir tat sie wirklich unendlich leid. Langsam bekommt auch diese harte Schale ein paar kleine Risse, was absolut verständlich ist, bei dem was sie durch machen muss. Sie wirkt ein wenig verloren, auch wenn sie sich immer noch dagegen wehrt Schwäche zu zeigen. Natürlich kann sie Madox nicht vergessen und er sie auch nicht.

Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen in diesem Teil schleichen sie ein bisschen wie Katze umeinander rum. Als Leser wünscht man sich, dass sie doch endlich aufeinander zu gehen mögen, aber zu Saphira würde es nicht passen, plötzlich alles was sie ausmacht in den Wind zu schlagen. Auch Madox weiß das und kann sich nur in kleinen Schritten annähern. Insgesamt sind beide deutlich weicher, auch sich Saphira noch sträubt. Ich fand ihre Entwicklung sehr glaubwürdig gestaltet. Nachdem was alles passiert, musste sie sich ändern. So etwas kann einfach nicht spurlos an einem Menschen vorüber gehen. Das Ende der Geschichte kommt dann relativ zügig und mündet in einem kleinen Showdown, der sehr brutal ist. Auch das Ende für Saphira und Madox gefiel mir

FAZIT:
Fire Princess gefiel mir noch besser als Cold Princess, obwohl der Fokus hier mehr auf der Spannung und den Wendungen liegt als auf dem Romance-Aspekt. Betrachtet man beide Teile zusammen, dann bekommt man eine wirklich tolle Dark Romance Dilogie geliefert, die es in sich hat und die mich durch ihre starke Protagonistin überzeugt hat. Freue mich auf weiter Bücher der Autorin!

Bewertung vom 27.07.2018
Ins Dunkel
Harper, Jane

Ins Dunkel


gut

überleben. Doch die wahre Gefahr droht von ganz anderer Seite ...
MEINUNG:
Ich habe von Jane Harper dieses Jahr bereits ihren ersten Roman Hitze bzw. The Dry gelesen und war davon sehr angetan. Durch Zufall habe ich gesehen, dass nun der zweite Teil Ins Dunkel erschienen ist. Es ist quasi Aaaron Falks zweite Fall, der aber mit dem ersten überhaupt nichts zu tun hat. Es gibt hier ein paar Andeutungen zum ersten Band, aber keine Spoiler. Man kann Hitze also getrost auch danach noch lesen. Ich finde man wird eher neugierig auf den ersten Teil, weil vieles dort erklärt wird.
Australien ist ein ungewöhnlicher bzw. in Thrillern nicht so weit verbreiteter Spielort. Diesmal entführt uns die Autorin in den australischen Busch. Fünf Frauen werden als teambildende Maßnahme auf eine Wanderung geschickt, die sie ohne Smartphone bewältigen müssen, dabei kehrt Alica Russel nicht mit den anderen zurück. Falk und seine Kollegin Carmen sind der Firma wegen Steuerbetrug auf der Spur und Alice war eine wichtige Informantin.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Vergangenheit, beginnend mit dem Start der Wanderung, und der Gegenwart, beginnend mit der Rückkehr der Frauen und den Ermittlungen, erzählt. In der Gegenwart begleiten wir Falk und Carmen, die versuchen herauszufinden, wo Alice ist und in der Vergangenheit die fünf Frauen, von denen mir keine wirklich sympathisch war. Besonders Alice fand ich sehr schwierig. Sie wirkte sehr kalt und berechnend. Man spürte auch von Anfang an, dass zwischen ihnen so viele Konflikte lauern, die unausgesprochen immer mitschwingen. Nach und nach bekommt man allerdings einen Eindruck, was so die Probleme sind. Keine von ihnen hat auch wirklich Lust auf diese Wanderung, aber leider hat das Unternehmensleitung die Gruppe zusammen gestellt im Vorfeld.
Die Erzählweise von Jane Harper ist sehr intensiv und sehr atmosphärisch, wie es auch schon bei Hitze der Fall war. Was mir allerdings fehlte war die Spannung. Fünf Frauen alleine in der Wildnis sorgt natürlich für einen gewissen Nervenkitzel, aber ich ziehe die Spannung meistens eher aus dem zu lösenden Fall. Es hat sich leider erst ganz spät herauskristallisiert, was passiert ist. Es wird vieles auch nur zwischen den Zeilen geschrieben und man muss sich seinen Teil denken. Mir das für die Einsortierung als Thriller leider ein bisschen zu wenig. Das Buch wird aber auch durch Aaron Falk getragen, den ich schon im ersten Band sehr mochte. Ich mag die stille Melancholie, die ihn umgibt. Ich hatte den Eindruck, dass sich das in diesem Teil ein bisschen gelöst hat, denn auch die Beziehung zu seinem Vater wird hier ein bisschen aufgearbeitet.

FAZIT:
Ins Dunkel ist ein atmosphärischer dichter Roman, der mich bzgl. der Spannungskurve aber leider etwas enttäuscht hat. Für einen Thriller war das für nicht ausreichend, ansonsten eine sehr gut ausgearbeitete Geschichte mit dem sympathischen Ermittler Aaron Falk. Band 3 werde ich trotzdem auf jeden Fall lesen.

Bewertung vom 24.07.2018
Eine unbeugsame Braut
Ahrnstedt, Simona

Eine unbeugsame Braut


sehr gut

MEINUNG:
Ich habe von Simona Ahrnstedt bereits Die Erbin gelesen und war gespannt, wie sie Liebesgeschichte in ein historisches Setting einbaut. Eine unbeugsame Braut kann man als zweite Teil einer Reihe betrachten, aber es geht hier immer um eine andere Frau und eine andere Zeit. Zumindest die wunderschönen Covers deuten darauf hin, dass man die Bücher miteinander verbinden kann.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang wirklich skeptisch war und auch erstmal ein bisschen brauchte, um in die Geschichte reinzukommen. Man findet sich auf jeden Fall in einem mittelalterlichen Setting in Schweden wieder, wobei die ganzen Personen frei erfunden sind und es keinen historisch-realen Bezug gibt. Man könnte dies als Kritikpunkt aufwerfen, aber da tut man in meinen Augen dem Genre unrecht, denn der Fokus liegt ganz eindeutig auf den handelnden Personen und der sich entwickelnden Liebe zwischen Markus und Illiana.

Markus und Illiana kommen unter kuriosen Umständen zusammen. Anfangs erschien mir alles ein wenig wie eine Komödie, weil es so viele skurrile Vorkommnisse gab. Illiana hat es nicht leicht, weil sie keinen Man findet, der sie heiraten möchte, sehr zum Verdruss ihrer Familie. Ich war froh für Illiana, dass sie durch die Heirat mit Markus ihr Elternhaus verlassen konnte. Markus ist sehr verschlossen, aber auch sehr loyal seinem König und dann auch Illiana gegenüber. Mir gefiel sehr, dass er Illiana nicht komplett untergräbt und auch auf ihre Bedürfnisse eingeht, auch wenn er ein Mann des Krieges ist und sich schwer damit tut seine Gefühle zu zeigen.

Um Markus‘ Herkunft wurde parallel zur der Entwicklung der Beziehung der beiden noch ein Handlungsstrang entworfen, der dem ganzen noch ein wenig Spannung gegeben hat, wenn es auch relativ vorhersehbar blieb. Dennoch gab es mir das Gefühl, dass es in dem Buch auch eine richtige Handlung gibt und das Buch ein Ziel verfolgt. Leider fehlt so etwas oft in diesem Genre.

FAZIT:
Eine schöne Liebesgeschichte mit historischem Flair, die ich nach anfänglichen Schwierigkeiten gerne gelesen habe und die mich emotional auch mitreißen konnte. Ein ideales Buch für zwischendurch, um dem Alltag zu entfliehen.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 20.07.2018
Spinster Girls 01 - Was ist schon normal?
Bourne, Holly

Spinster Girls 01 - Was ist schon normal?


sehr gut

MEINUNG:

Die Eindrücke, die zuvor bekommen haben, ließen darauf schließen, dass es eine Jugendbuchreihe ist, in der es vorrangig um feministische Themen geht. Mich sprechen solchen Themen immer an und lese dazu gerne etwas. Ich würde auch behaupten, dass es ein Thema ist, welches mir bisher in Jugendbüchern noch nicht so häufig über den Weg gelaufen ist. Mit dem Start des Buches musste ich aber feststellen, dass es hier ein ganz anderes Thema gibt, welches meiner Meinung viel stärker im Vordergrund steht und zwar ist es die psychische Erkrankung der Zwangsstörung bzw. Zwangsgedanken. Protagonistin Evie leidet nämlich unter einem Wasch- und Reinigungszwang. Das Buch beginnt damit, dass Evie nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie auf dem College neu anfängt und außer ihren besten Freundin Jane, weiß niemand von ihrer Krankheit.
Der Einfluss der Erkrankung ist in meinen Augen ein zentrales Thema in diesem Buch. So gibt es z.B. ein Genesungstagebuch von Evie, es gibt immer wieder Einschübe von ihren unguten Gedanken und es gibt immer wieder Rückblicke zu ganz speziellen Themen, wie Evie mit eigentlich normalen Situationen umgegangen ist in der Vergangenheit, z.B. das Eintreten ihrer ersten Periode. Es hat mir gut gefallen, dass Buch so aufgebaut war. Trotz aller Ernsthaftigkeit, verschaffte es eine gewisse Leichtigkeit. Evie lässt den Leser an ihrer Erkrankung im vollem Umfang teilhaben und reflektiert für ihr Alter von 16 Jahren auch schon sehr gut, wie die Allgemeinheit damit umgeht. Man spürt deutlich, dass auch ihre Eltern damit nicht so richtig umgehen können und immer Angst haben, dass sie einen Rückfall erleidet. Nur ihre kleine Schwester Rose, die ich sehr mochte als Charakter, findet einen guten Zugang zu Evie und ist auch sehr aufmerksam. Evies Gedankenkarusell ist aber nicht immer leicht zu ertragen. Die Autorin verschont den Leser hier nicht, besonders als Evie Rückfälle erleidet.
Aber natürlich geht es nicht nur um Evies Erkrankung, sondern auch um ganz normale Teenager-Probleme, wie die erste Liebe und natürlich die Spinster Girls, wobei die erst nach den Jungs kommen. Es ist deutlich spürbar, dass es sich hier um eine Geschichte handelt, die in Europa (England) angesiedelt ist, denn der Umgang mit Sex, Drogen und Alkohol ist hier deutlich entspannter als man es von amerikanischen Geschichte gewöhnt ist. Manchmal hätte man auch denken können, sie wären schon Anfang 20, so hemmungslos, wie es da auf mancher Party zuging, aber vielleicht bin ich einfach schon zu alt und kenne mich mit der heutigen Jugend nicht mehr aus.

Bewertung vom 17.07.2018
Was wir verbergen / The Ivy Years Bd.2
Bowen, Sarina

Was wir verbergen / The Ivy Years Bd.2


sehr gut

MEINUNG:
Seit der True North Serie bin ich Fan von Sarina Bowen und habe mir vorgenommen alle Bücher von ihr nach und nach zu lesen. Man kann von Glück sagen, dass sie schon viel geschrieben hat. The Ivy Years – Was wir verbergen ist der zweite Band der The Ivy Years Reihe von Sarina Bowen. Ich habe den ersten Teil vorher nicht gelesen, auch das Paar aus dem ersten Teil wieder am Rand vorkommt. Es ist also nicht notwendig den ersten vorher zu kennen.

Man muss sagen, dass der Leser nach nicht mal ganz einem Drittel weiß, was beide so mit sich herumschleppen: Scarlet hat ihren Namen ändern lassen, weil ihr Vater des Kindesmissbrauchs beschuldigt wird und Bridger lässt illegal seine kleine Schwester bei sich im College Wohnheim wohnen, weil ihre Mutter drogenabhängig ist. Außerdem sind sie beiden auch ziemlich schnell und ohne großes Aufheben zusammen. Es braucht natürlich ein bisschen Zeit bis beide dann hinter die Geheimnisse des anderen kommen und genau das birgt auch die üblichen Konfliktpotentiale und gefährdet zum Teil die Beziehung, weil sie da nicht offen drüber reden.

Mit den beiden Themen Kindesmissbrauch und im Fall von Bridgers Schwester, Kindervernachlässigung, greift die Autorin zwei schwierige Themen auf, die sie aber sensibel und auch hochspannend umsetzt. Vor allem als so langsam herauskommt, was in Scarlets Familie wirklich so alles passiert ist, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Auch mit Bridger habe ich gebangt, dass es für ihn und seine Schwester eine gute Lösung am Ende geben wird. Neben diese Themen musste die Liebesgeschichte etwas zurückstecken und wurde dann auch mal nur Nebensache.

Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen der Sicht von Scarlet und Bridger, wie es in diesem Genre üblich ist, dennoch empfand ich beide ein bisschen blass von der Ausprägung des Charakters her. Es gab wenig Ecken und Kanten, sondern sie waren einfach nur sympathisch und taten auch meist das Richtige. Gut hat mir gefallen, dass sie sich auf Augenhöhe begegnet sind und hier nicht das übliche Klischee Schüchternes-Mädchen-trifft-Bad-Boy bedient worden ist.

FAZIT:
Eine süße New Adult Geschichte, die ich gerne mal zwischendurch gelesen habe und die einige explosive Themen behandelt, die auch für Spannung gesorgt haben. Freue mich auf den dritten Band der Reihe!

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 16.07.2018
Das Haus der Mädchen
Winkelmann, Andreas

Das Haus der Mädchen


gut

MEINUNG:
Das Haus der Mädchen ist mein erstes Buch von Andreas Winkelmann und ich habe auf Grund der vielen positiven Meinungen sehr auf das Buch gefreut. Ich bin grundsätzlich immer auf der Suche nach neuen deutschen Autoren im Bereich der Thriller und Krimis.

Das Buch hat nicht viele Kapitel, aber dafür sind diese sehr lang. Innerhalb der Kapitel wechseln immer wieder die Perspektiven, was durch Nummern gekennzeichnet ist. Es gibt vier Hauptperspektiven: Die von Leni, die von Freddi, die des Kommissars Jens Kerner und die des Opfers. Das erste Kapitel war wirklich sehr spannend und hat mich auf eine richtig vielversprechende Geschichte hoffen lassen, aber leider ging es dann nur noch bergab.
Das zweite Kapitel war eine absolute Durststrecke und hielt sich irgendwie mit Nichtigkeiten auf. Leni und Freddy waren auch keine Charaktere, die ich gerne verfolgt habe. Sowohl die Ausarbeitung von beiden als auch deren Handlungen empfand ich als relativ flach und zum Teil auch klischeebehaftet. Der Kommissar gefiel mir schon besser. Manchmal klang es so als gäbe da noch eine Vorgeschichte, die ihm dem Namen „Dirty Harry“ eingebracht hat. Seine Kollegin Rebecca hat das Ganze auch noch etwas aufgelockert, obwohl man merkte, dass von ihrer Seite da auch mehr Gefühle sind und sie sich von ihm gerne mit Mozartkugeln bestechen lässt.

Über die Charaktere könnte man hinwegsehen, wenn die Handlung gut wäre. Es gibt eine richtig gute Wendung, die die Spannungskurve, dann doch noch mehr angetrieben hat. Ab da an habe ich mir das Schlimmste ausgemalt, aber das kam nicht wirklich. Ich habe hier mit deutlich mehr perfiden Grausamkeiten gerechnet nach dem ersten Kapitel, aber das Buch blieb im Vergleich zu anderen Thrillern relativ harmlos. Ich konnte dann ahnen, wer hinter dem allen steckt, auch wenn hier eine falsche Fährte ausgelegt worden ist. Es gab nicht so viel Personen, die in Frage gekommen wären.

FAZIT:
Leider kein Thriller, der mich restlos überzeugt hat. Die Vergleiche zu angelsächsischen Autoren kann ich hier leider nicht sehen. Meiner Meinung nach hätte man hier aus dem Potential mehr machen können.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Bewertung vom 13.07.2018
Ohne ein einziges Wort
Walsh, Rosie

Ohne ein einziges Wort


sehr gut

MEINUNG:
Obwohl solche klassischen Liebesromane nicht zu meinem sonst bevorzugten Beuteschema passen, war ich auf dieses Buch sehr neugierig und hatte es mir schon mit erscheinen der Verlagsvorschauen auf meiner Wunschliste notiert. Ich liebe einfach Geheimnisse und scheinbar unerklärliche Ereignisse, die Kern einer Geschichte sind.
In diesem Fall ist es das Verschwinden von Eddie. Sieben Tage hat er mit Sarah verbracht bevor er in den Urlaub wollte. Sieben Tage, die intensiver nicht hätten sein können und plötzlich reagiert er auf keine der Nachrichten und Anrufe von ihr. Das Buch beginnt damit, dass Sarah natürlich völlig fertig ist und auch ihre Freunde bald keinen Rat mehr wissen. Anfangs glaubt ihr auch niemand so richtig und sie wird aufgefordert ihn zu vergessen. Als Leser malt man sich anfangs natürlich auch das Schlimmste aus: Eddie ist tot. Damit wäre die Geschichte natürlich schnell zu Ende gewesen. Also gibt es irgendwann ein Lebenszeichen und Sarah fängt an wirklich nachzuforschen, auch bei Leuten, die ihn kennen.

Während dieses ganzen Verlaufs lernt man auch Sarah besser kennen. Obwohl sie eine erfolgreiche Organisation zusammen mit ihrem (Noch-)Mann führt, die Clown Doktors, die schwerkranke Kinder unterstützen, liegt ein Schatten auf Sarah. Ich habe schon relativ schnell am Anfang gemerkt, dass es was mit Sarahs Schwester zu tun hat. Die schien nicht mehr in ihrem Leben präsent zu sein und Sarah leidet sehr darunter, auch wenn die Ereignisse fast 20 Jahre zurück liegen, aber mehr möchte ich dazu nicht sagen, um den überraschenden Moment nicht vorweg zu nehmen.

Eddie bleibt ganz lange nur ein Phantom. Wirklich viel erfährt man nicht über ihn. Allerdings gibt es immer wieder Rückblenden auf die gemeinsamen Tage, die sie miteinander verbracht habe. Die Tage sind nicht chronologisch sortiert, damit der Leser erstmal nicht ahnt, wie es dann am Ende ist. Erst auf den letzten 100 bis 150 Seiten kommt auch Eddie zu Wort. Anfangs braucht die Geschichte, um sich zu entwickeln, dann bis zu dem Punkt, wo Eddie der Erzähler ist, ist die Spannung auf dem höchsten Punkt und danach bleibt der Ausgang zunächst auch ungewiss. Es ist Wechselbad der Gefühle und der Leser weiß nicht immer was los ist (auch wenn es zu erahnen ist).

FAZIT:
Ohne ein einziges Wort ist bis auf die Längen zu Beginn des Buches eine großartige Liebesgeschichte, bei der einem das sprichwörtliche Herz blutet als langsam klar wird, was wirklich passiert ist. Eine Liebesgeschichte, die sich erst entwickelt ohne dabei kitschig zu sein. Mir hat es sehr gefallen!

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 12.07.2018
Eifersucht / Rachel Eisenberg Bd.2
Föhr, Andreas

Eifersucht / Rachel Eisenberg Bd.2


gut

MEINUNG:
Eifersucht ist der zweite Fall der Anwältin Rachel Eisenberg. Den ersten Fall, Eisenberg, habe ich nicht gelesen, allerdings gibt es ein paar Andeutungen dazu. Man könnte das auch als Spoiler betrachten, aber sowas gerät bei mir sowieso schnell wieder in Vergessenheit.
Ohne große Einleitung ist man bei dem Thriller gleich mitten im Geschehen. Die ersten 50 Seiten waren schnell gelesen und dann ging es auch gleich los mit einer Ermittlung, die ein sehr hohes Tempo aufwies und auch erstmal ziemlich komplex erschien. Meiner Meinung nach lag das an den vielen Personen und auch Nebenschauplätze. Es hätte sich hier fast angeboten, Notizen zu machen.
Andreas Föhrs Schreibstil trägt zusätzlich zu dem rasanten Tempo bei, denn der ist sehr nüchtern und ist durch relativ kurz Sätze geprägt, die eine hohe Dynamik erzeugen und fast stakkatomäßig auf den Leser abgefeuert werden. Ich empfand es fast eher einem Drehbuch ähnlich als einem Roman. Es fehlte mir ein bisschen schriftstellerischer Finesse.

Rachel Eisenberg empfand ich zunächst auch als ziemlich speziell. Manchmal kaum vorstellbar, dass es sich hier um eine weibliche Protagonistin hält, weil sie so kaltschnäuzig und fast völlig emotionslos ist. Dennoch ist sie auch schlagfertig, gut in ihrem Job und furchtlos. Sie geht für ihre Mandantin und die Aufklärung des Falles das ein oder andere größere Wagnis ein.

Die Auflösung war für mich raffiniert gemacht und nicht vorhersehbar, aber es blieben für mich noch so einige Fragen offen. Das lässt mich immer etwas unzufrieden zurück, aber ist auch nichts Ungewöhnliches in Thrillern nach meiner Erfahrung.

FAZIT:
Ein Thriller, der so spannend ist und komplex ist, dass man kaum Zeit hat zum Durchatmen bzw. Verstehen und Mitdenken. Auch wenn Spannung in Thriller ein sehr wichtiger Faktor ist, aber hier überschlagt sich die Handlung förmlich. Ich könnte mir das Buch gut verfilmt vorstellen, da es sich fast wie ein Drehbuch las. Ich bin trotzdem gewillt es mit einem nächsten Teil zu probieren, da ich Rachel, wenn auch sehr nüchtern, sympathisch fand.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 12.07.2018
Sehnsucht / Dream Maker Bd.1
Carlan, Audrey

Sehnsucht / Dream Maker Bd.1


schlecht

MEINUNG:
Bisher habe ich noch nichts von Audrey Carlan gelesen. Ich hatte aber mal Lust auf eine leichte Erotikgeschichte für zwischendurch. Außerdem hat mich das wirklich wunderschöne Cover sehr angesprochen, weil es die Blüten einfach traumhaft sind. Leider habe ich das Buch nur ca. bis Hälfte gelesen, weil ich das abgebrochen haben. Warum ich, dass gemacht habe, möchte kurz näher erläutern.

Parker, Bo und Royce haben eine Agentur, die Frauen in jeder Lebenslage helfen. Sei es beruflich, optisch, psychisch. Von den drei Jungs bekommt man alles, auch Sex. Das ist auch schon ein großes Problem, was ich mit dem Buch hatte. Mir war schon von Anfang an klar, dass sie natürlich etwas mit ihren Kundinnen haben werden, aber nicht gleich am ersten Tag. Das betrifft vor allem Parker, der quasi der Chef der Agentur ist. Alle drei wollen super professionell wirken und denken dann noch mit ihrem besten Stück. An sich ist die Idee mit der Agentur ziemlich gut, bietet viel Potential für die Serie, die aus vier Teilen besteht, aber auch das wird relativ schnell abgehandelt.

In ersten Abschnitt fliegen die drei nach Paris, um einer Erbin einer millionenschweren Firma auf die Beine zu helfen. Bo geht mit ihr shoppen und kümmert um Make Up und Haare. Royce checkt ein bisschen die Firmenunterlagen und Parker schleppt sie am zweiten Tag ab. Ich finde das ein bisschen dürftig und auch absolut oberflächlich. Parker fand ich dadurch auch am schlimmsten. Ich finde das Verhalten einfach höchst unprofessionell.

Im zweiten Abschnitt geht es dann nach New York zu einer bekannten Schauspielerin, die ein Burn Out hat, der aber als Verlust der Muse getarnt wird. Parker muss dafür natürlich bei ihr einquartieren, was er allerdings nur mit deren Agentin abspricht als sie gar keinen eigenen Willen hat. Gleich bei der ersten Begegnung wird schon mal zusammen gebechert und die erste erotische Spannung entlädt sich auch gleich wieder. Das war es dann für mich. Hier habe ich das Buch abgebrochen, weil ich mir das nicht mehr länger antun konnt.

FAZIT:
Für mich leider ein Reinfall. Bei allem Verständnis für dieses Genre, ist das hier einfach nur unfassbar unglaubwürdig und nur auf (schnellen) Sex fokussiert. Ich werde die Reihe nicht weiterverfolgen.
Ich vergebe 1 von 5 Sternen.