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Benutzername: JotJot
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Bewertungen

Insgesamt 68 Bewertungen
Bewertung vom 01.01.2017
Die Fettlöserin
Jäger, Nicole

Die Fettlöserin


sehr gut

Abnehmen unplugged

Nicole Jäger ist Abnehmcoach und hat als solche ein Buch verfasst. Keine Innovation möchte man meinen, aber mit immerhin noch stolzen 170 kg auf den Rippen entspricht sie kaum dem Bild, was viele von Ernährungsberatern haben. Berücksichtigt man jedoch, dass sie sich schon einmal halbiert hat, dann verfügt Nicole Jäger über einen reichen Erfahrungsschatz in Sachen Abnehmen.

An diesem Wissen lässt die Fettlöserin den Leser teilhaben. Dabei wird dem Leser kein Patentrezept versprochen. Vielmehr berichtet Nicole Jäger von ihren eigenen Erlebnissen und Erkenntnissen.

So gefällt mir das Buch: Mit Die Fettlöserin hat Nicole Jäger ein Buch über das Abnehmen verfasst, dass es so eher selten gibt. Es ist eine Mischung aus Biografie und Ratgeber, das man entweder rein aus Spaß lesen kann oder eben, weil man sich aus der Lektüre Wissenszuwachs erhofft.

Das ist nicht immer angenehm, und so beginnt es schon einmal damit, dass die Autorin ehrlich beschreibt, dass sie - bis zum Entschluss - abzunehmen immer nur Ausreden parat hatte: für ihr Übergewicht und die Unfähigkeit dauerhaft Gewicht zu reduzieren. Schonungslos ehrlich wird dem Leser aufgezeigt, dass das wirklich nur Ausreden sind und man kann sich selbst den Spiegel vorhalten.

Doch natürlich bleibt es nicht dabei, es geht auch schnell zur Sache. In ihrem ganz eigenen Schreibstil, Sachkenntnis gepaart mit viel Ironie und Sarkasmus, beschreibt Nicole einmal mehr, warum Diäten einfach nicht dauerhaft funktionieren können. Sie beschreibt dagegen ziemlich klar, warum nur Essen hilft und worin die Gefahren gerade am Anfang bestehen. So kann der Leser durchaus selbst ableiten, wie auch er (oder eben sie) Gewicht reduzieren kann. Und das sowohl dauerhaft als auch der Gesundheit zuträglich.

Soweit, so gut. Informationen witzig verpackt mag ich gern. Doch manchmal empfand ich den Schreibstil als zu gewollt witzig. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich nicht unbedingt zur Zielgruppe gehöre. Ebenso anstrengend fand ich einige Wiederholungen. Ja auch ich habe meine Ernährung zum Ziele der Gewichtsreduktion umgestellt und kenne daher etliches, von dem Nicole berichtet. Das muss für mich dann aber nicht noch diverse Male ausgebreitet werden.

Fazit: Gelungener Ratgeber zur Gewichtsreduktion mit kleinen Schwächen. Besondere Empfehlung für alle Diät-Geschädigten.

Bewertung vom 26.12.2016
Who is Who? (eBook, ePUB)
Ohngemach, Leni

Who is Who? (eBook, ePUB)


gut

Aus dem Leben zweier Hochstaplerinnen

Das passiert: Die Côte d'Azur lockt viele Menschen an, neben den Reichen und Schönen auch solche, die an dem Leben der Reichen und Schönen teilhaben wollen. So kommt es, dass Moni aus Castrop-Rauxel und die Hochstaplerin Corinna ebenfalls an der Côte d'Azur landen und ein Stück vom Kuchen anhaben wollen. Beide haben es auf ein und denselben abgesehen: Milliardär Bas Fischer.

So gefällt mir das Buch: Der Roman schildert ohne hohen Anspruc aber dennoch kurzweilig das Leben an der Côte d'Azur. Dabei geht es nicht nur um das kaum erreichbare Leben der Reichen. Vielmehr geht es um die Verlockungen, die von dem zur Schau gestellten Lebensstil ausgeht.

Die beiden Hauptfiguren Moni und Corinna nehmen zwar einen großen Raum in der Handlung ein, allerdings bleiben sie sehr blass. Immer wieder laden die Handlungen der beiden Damen zum Schmunzeln ein, da sich doch eine schlauer als die andere wähnt und entsprechend handelt. Selbst als beide beschließen miteinander statt gegeneinander zu arbeiten, bleibt das Misstrauen erhalten. Blässe gilt auch für alle anderen Figuren, nett aber ohne Tiefgang.

Darüber hinaus ist die Handlung bedingt vorhersehbar. Auch wenn man schon recht schnell ahnt, dass einige Figuren nicht die sind, die sie vorgeben zu sein, so entschädigen die Wendungen durch neu eingeführte Figuren und deren Handlungen.

Fazit: So ist Who is who? Eine nette Lektüre für zwischendurch, ohne hohe Ansprüche, dafür aber mit einem netten Happy End.

Bewertung vom 11.10.2016
Auf tödlichen Sohlen / Ein MORDs-Team Bd.2 (eBook, ePUB)
Böhm, Nicole

Auf tödlichen Sohlen / Ein MORDs-Team Bd.2 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Das MORDs-Team auf tödlichen Sohlen unterwegs

Das passiert: Nachdem die vier Teens Mason, Randy, Olivia und Danielle im ersten Teil der Serie um das MORDs-Team vom Mord an Marietta King erfahren haben, machen sie sich daran, diesen Mord nun endlich aufzuklären. Dieses Vorhaben wird aber durch einen Überfall auf eine Galerie nur kurzzeitig unterbrochen. Die Jugendlichen wollen auch diesen Überfall aufklären. Immerhin könnte Olivia so an einem Wettbewerb teilnehmen, dessen Hauptpreis ein Geldgewinn über 10.000 Euro sind.

So gefällt mir das Buch: Die Serie um das MORDs-Team ist von unterschiedlichen Autoren verfasst worden. Während der Autor des ersten Bandes Andreas Suchanek war, ist Nicole Böhm Urheberin des zweiten Bandes. Den Autorenwechsel merkt man der Serie glücklicherweise nicht an. Der Schreibstil ist weiterhin locker und Jugendlichen angemessen. Dennoch ist der Krimi auch für Erwachsene nicht zu trivial, sondern durchaus spannend und mitreißend.

Auch im zweiten Teil des Romans bleibt der Mordfall Marietta King ungelöst. Wenn auch einige Puzzleteil in diesem Fall hinzukommen, so ist noch völlig unklar, wer den Mord verübt hat. Der ehemalige Direktor muss inzwischen ausgeschlossen werden. Doch was hat es mit den neuen Erkenntnissen auf sich?

Auch von den vier Teenagern erfährt man ein wenig mehr, zumindest von den beiden Mädchen Danielle und Olivia. Während die eine sich im goldenen Käfig findet, muss sich die andere schon früh im Leben behaupten. Trotz aller Einschränkungen gelingt es beiden Mädchen etwas zur Lösung des kurzen Krimis beitragen.

Apropos kurzer Krimi. Ist dieser Fall wirklich gelöst? Oder gibt es später vielleicht doch noch Verwicklungen? Eventuell sogar mit dem Fall Marietta King?

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung des All-Age-Krimis, die wiederum absolut neugierig auf den folgenden Band macht.

Bewertung vom 10.10.2016
Der lautlose Schrei / Ein MORDs-Team Bd.1 (eBook, ePUB)
Suchanek, Andreas

Der lautlose Schrei / Ein MORDs-Team Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Schatten der Vergangenheit

Das passiert: 1984 bricht eine Clique Jugendlicher in die Schule ein, um Prüfungsaufgaben zu stehlen. Ein Mädchen wird dabei ermordert...

Zurück in der Gegenwart. Im Spind von Mason, dem einstigen Sportstar der Schule, werden Drogen sichergestellt. Mason kann sich nicht erklären, wie die Drogen in seinen Spind kommen. Bei dem Versuch seine Unschuld zu beweisen, entdeckt Mason zusammen mit Randy, Danielle und Olivia einen geheimen Raum, der Aufzeichnungen der Clique enthält, die versuchten den Mord an ihrer Freundin aufzuklären. Die vier Jugendlichen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, beschließen, die Ermittlungen wieder aufzunehmen.

So gefällt mir das Buch: Das vorliegende Buch ist der Auftakt einer Krimi-Reihe, die anders ist als andere Reihen, die auch oder speziell für Jugendliche konzipiert sind. Im ersten Krimi lernt der Leser sowohl das auslösende Ereignis als auch die wichtigsten Personen der Krimi-Reihe kennen.

Insbesondere lernt der Leser die Jugendlichen kennen, die den Fall der ermordeten Marietta King in der Gegenwart lösen wollen. Diese stammen jeweils aus anderen Hintergründen: der Sportstar, das Computergenie, die Tochter aus reichem Haus und das Mädchen aus der Favela. Auch wenn sie teilweise die Klischees bedienen, die man von diesen Stereotypen hat, so lernt man schnell, dass hinter der Fassade mehr steckt und sie doch nicht so oberflächlich sind.

Der Fall der Marietta King bleibt im ersten Band noch sehr mysteriös. Es finden sich zwar immer wieder einzelne Puzzle-Stücke. So erfährt der Leser unter anderem, welche Verbindungen es zwischen den Jugendlichen aus dem Jahr 1984 und denen aus der Gegenwart gibt. Schon der Epilog I gibt aber wieder Rätsel auf und macht Lust auf die nächsten Fälle des MORDs-Teams.

Für Lust auf mehr sorgt auch der lockere und flüssige Schreibstil, der es sowohl dem jugendlichen als auch dem erwachsenen Publikum einfach macht der Handlung zu folgen. Das heißt aber nicht, dass man diesen Krimi einfach mal nebenher lesen kann. Die unterschiedlichen Handlungsstränge erfordern durchaus ein wenig Konzentration.

Fazit: Mit Der lautlose Schrei hat Andreas Suchanek einen Krimi-Auftakt geschaffen, der Lust auf die folgenden Krimis macht.

Bewertung vom 09.10.2016
Gegenwind / Mamma Carlotta Bd.10
Pauly, Gisa

Gegenwind / Mamma Carlotta Bd.10


sehr gut

Jubiläum: Mamma Carlotta zum 10. Mal auf Sylt

Das passiert: Erneut ist Mamma Carlotta, aus Umbrien stammend, auf Sylt zu Besuch um den verwitweten Schwiegersohn bei der Erziehung des Nachwuchses zu unterstützen. Beim Sylt-Marathon fällt Carlotta ein Junge in die Arme, der noch in ihren Armen verstirbt. Relativ schnell steht fest, dass es sich um einen Mord handelt. Doch es bliebt nicht bei diesem einen Mord.

Zum bereits 10. Mal ist die Italienerin auf Sylt und findet einmal mehr mehrere Leichen und fühlt sich so einmal mehr dazu berufen, sich in die Mordermittlungen einzumischen. Da sie inzwischen weiß, dass ihr Schwiegersohn, seines Zeichen Kommissar auf Westerland, dies nicht schätzt, bemüht sie sich um Zurückhaltung, was aber nicht immer gelingt. Das mag auch daran liegen, dass die Enkelkinder Caroline und Felix sowie das Gastkind Ida für Wirbel sorgen.

So gefällt mir das Buch: Einmal mehr nimmt Gisa Pauly den Leser mit auf Sylt. Dabei zeigt sie weniger die Insel der Reichen und Schönen, sondern wählt als Protagonisten die ganz normalen Bewohner der Insel. Die eher ruhigen Friesen haben sich inzwischen an die sehr quirlige Italienerin gewöhnt, freuen sich auch meist über deren Besuch. Aber auch Carlotta Capella versteht die wortkargen Friesen inzwischen besser und bemüht sich, deren Bedürfnisse zu berücksichtigen. Nicht, dass das immer funktionieren würde. Gerade diese Bemühungen Carlottas sorgen immer wieder für komische Momente, ohne dabei nervtötend zu sein.

Für weitere Schmunzelmomente sorgt Gast Ida, die immer wieder mit Pflegefällen, in Form von Tieren, Familie Wolf überfällt. Alle diese Tiere sollen möglichst nicht im Tierheim landen und so müssen Katze und Vogel, Hund und Hamster miteinander klar kommen, was natürlich eher wenig funktioniert. So nett das alles sein mag, teilweise nervt die superliebe, supernette und auch sonst sehr vorbildliche Ida. Sie ist einfach zu perfekt.

Trotz aller komischer und familiärer Momente ist Gegenwind ein Regionalkrimi. Dieser ist echt spannend. Auch wenn man als Leser recht schnell erfährt, was die Mordopfer verbindet und hat auch bald eine Idee, was das Motiv sein könnte. Nach und nach erfährt man, wie die Verbindungen aller Beteiligten untereinander aussehen. Dennoch blieb für mich lange unklar, wer welchen Mord begangen hat. Die Aufklärung war für mich dann doch ziemlich überraschend, den wahren Täter hatte ich nicht auf der Rechnung. Aber eigentlich war dann doch alles logisch.

Fazit: Ein gelungener Regionalkrimi, spannend ohne vorhersehbar zu sein. Mit der idealen Prise Humor, jedoch einem nervig perfekten Teenager.

Bewertung vom 04.10.2016
Geh doch rüber. Feinste Beobachtungen aus Ost und West
Korte, Jan

Geh doch rüber. Feinste Beobachtungen aus Ost und West


ausgezeichnet

Die kleinen Unterschiede

Das passiert: Jan Korte, geboren und aufgewachsen in den alten Bundesländern, geht 2005 in die neuen Bundesländer, um dort Politik zu machen. Seit 2005 ist Korte für seinen Wahlkreis Mitglied des Bundestags. Doch um von den Menschen vor Ort akzeptiert zu werden, muss Jan Korte einiges lernen, gibt es doch feine bis feinste Unterschied im Verhalten der Menschen in Ost und West.

So gefällt mir das Buch: Mit Ged doch rüber! hat Jan Korte eine Sammlung kurzer Geschichten und Anekdoten veröffentlicht, die er in der Hauptsache in seinem Wahlkreis, dem Wahlkreis Anhalt in Sachsen-Anhalt, erlebt hat. Doch auch die Kindheit und Jugend Kortes spielt eine Rolle.

Die gesammelten Geschichten geben dabei unter anderem einen interessanten Einblick in den Alltag eines MdB. Was macht Politiker so in einer Sitzungswoche? Was in der sitzungsfreien Zeit? All das wird aber nicht staubtrocken geschildert. Der geneigte Wähler erfährt bei der Lektüre, dass Politiker auch nur Menschen sind und so Plätze im Bundestag auch schon einmal mit Handtuch-Ersatz-Produkten reserviert werden.

Auch wenn die Politik in den Anekdoten immer eine große Rolle spielt, so lernt der Leser auch einiges über die Unterschiede zwischen und West. Sei es das Händeschütteln, den Unterschied zwischen Podiumsdiskussionen und Foren, aber auch dem Bürokratismus beim Angeln in Ost und West.

Immer kommt Korte sehr sympathisch beim Leser an. Das macht Lust darauf, Jan Korte einmal persönlich kennen zu lernen.

Fazit: Interessante Anekdoten rund um das Politikerdasein inmitten der sachsen-anhaltischen Provinz.

Bewertung vom 28.09.2016
Termiten, Tornados, Texas und wir (eBook, ePUB)
Hamkens, Inke

Termiten, Tornados, Texas und wir (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Auswandern ungeschminkt

Das passiert: Jörg und Kathrin Dreieich, Eltern dreier Kinder, bekommen die Möglichkeit vier Jahres als Expats in Amerika zu leben. Gesagt, getan, die Familie nimmt die Chance wahr. Trotz einer längeren Vorbereitungszeit, die die Dreieichs auch nutzen, ist die Auswanderung auf Zeit ein wahrer Kulturschock. Das fängt beim Wetter an, geht weiter mit unterschiedlichen Shopping-Gewohnheiten weiter und hört auch beim Umgang mit den Kindern nicht wirklich auf.

Aber nicht nur die äußeren Umstände ändern sich für die Familie komplett, auch das Familiengefüge und die Paarbeziehung von Jörg und Kathrin wird während der Auswanderung auf eine Probe gestellt. So hat Jörg schon im Vorfeld in Dallas gearbeitet und so täglich Kontakt zu Kollegen und Kunden, während Kathrin, wie auch schon in Deutschland, weiterhin zu Hause bleiben und sich um die Kinder kümmern wird. Während Kathrin in Deutschland ein soziales Umfeld hatte und sich in Extremsituationen schnell zu helfen wusste, muss Sie in den USA noch einmal komplett neu anfangen.

So gefällt mir das Buch: Spätestens seit den vielen TV-Formaten rund um das Thema Auswandern ist klar: viele Deutsche treibt die Lust auf Neues ins Ausland. Aber auch vieles sieht aus dem sicheren Deutschland betrachtet einfacher aus als sich Land der Träume dann herausstellt. Doch auch gut vorbereitete Auswanderer trifft der Kulturschock oft unerwartet. Inke Hamkens hat es mit ihrem Buch erfolgreich geschafft, die Problematik des Auswanderns sehr realistisch darzustellen.

Die Autorin schildert Kathrin und Jörg als ein ganz normales Paar, das deshalb auch mit ganz normalen Problemen zu kämpfen hat. Jörg, der als Auswanderer härter arbeiten muss als in Deutschland und Kathrin, die sich in der neuen Umgebung von ihrem Mann teilweise allein gelassen fühlt und mit ganz anderen Problemen als in Deutschland kämpfen muss. Jeder fühlt sich vom Partner allein gelassen, was dazu führt, dass auf einmal ihre Ehe auf der Kippe steht und damit auch die Frage, wie geht es für die Familie weiter.

Dabei ist Kathrin für mich der sympathischere Teil des Paars. Das mag zum einen daran liegen, dass ich mich als Frau solidarisch fühle, aber auch, dass ich Kathrin Ansichten in allen Punkten, die geschildert wurden, teilen kann. So ist sie sich durchaus der Tatsache bewusst, dass auch sie ihre Ecken und Kanten hat und damit Probleme verursacht. Allerdings sieht sie sich nur als ein Teil des Problems, gerade bei Beziehungsproblemen ist es doch so, dass immer zwei beteiligt sind.

Dagegen war mir Jörg deutlich unsympathischer, der lange Zeit zu sehr auf sich selbst fokussiert ist und die Schuld für die Beziehungsprobleme bei Kathrin sieht. Erst kurz vor Ende des Romans bekommt Jörg die Kurve. Kann er sich wirklich ändern? Da bin ich dann schon gespannt auf eine Fortsetzung.

Neben den Hauptfiguren, werden auch einige andere Figuren eingeführt. Gerade die amerikanischen Freundinnen bedienen auf den ersten Blick wirklich jedes Klischee, das wir Europäer so hegen und pflegen. Schön, dass der Leser im Laufe der Handlung auch immer mal wieder hinter die Kulissen schauen darf. Und so stellt man dann auch schnell fest, dass auch hier nur mit Wasser gekocht wird.

Diesen Roman habe ich sehr schnell verschlungen. Nachdem ich sehr schnell in die Handlung gefunden habe, war der flüssige Schreibstil und die Aneinanderreihung vieler Erlebnisse der Grund dafür, dass ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Und auch nach Ende der Lektüre ist der Roman noch lange nicht aus dem Sinn, sondern regt immer noch zum Diskutieren mit Freunden und Bekannten an.

Fazit: Gelungenes authentisches Porträt einer Auswanderung in die USA – mit allen Höhen aber auch Tiefen.

Bewertung vom 27.09.2016
Full House
Du Mont, Sky

Full House


sehr gut

Familie pur

Das passiert: Sky du Mont erzählt in kurzem Kapiteln vom Leben mit und in Familie. Unterbrochen von Tagebucheinträgen wird in Romanform das Familienleben einer so ziemlich typisch deutschen Familie geschildert. Dabei geht es vom Kennenlernen der Eltern, über die Geburt der Kinder bis hin in die Tücken der Pubertät.

So gefällt mir das Buch: Sky du Mont ist selbst verheiratet und Vater. So verwundert es nicht weiter, dass er sich das Thema Familienleben bestens kennt und aus dem Nähkästchen plaudern könnte. Sky du Mont erzählt aber nicht von seiner Familie, sondern er beschreibt das Leben einer fiktiven Familie, zu der aber sicher viele Parallelen zur Familie du Mont existieren.

So einige Stars haben sich in den letzten Jahren mit dem Schreiben von Büchern versucht, mit teilweise eher mäßigem Erfolg. Sky du Mont gehört eindeutig zu den Stars, die auch das Schreiben beherrschen. Die Geschichte ist locker und flüssig geschrieben, so dass es einfach nur Spaß macht zu lesen und zumindest ich mich eher schlecht von dem Buch lösen konnte.

In kurzen Kapiteln beschreibt du Mont Episoden aus dem Leben einer Familie mit Kindern. Dabei hat sich du Mont nicht nur auf Höhepunkte wie Geburt, Schulbeginn und Eintritt in die Pubertät beschränkt. Auch andere eher alltägliche Episoden haben Eingang in das Buch gefunden. Jeder, der Familie hat, wird sich in der ein oder anderen Episode wieder erkennen. Aber auch, wer sich nicht mehr wirklich an die eigene Kindheit erinnern mag oder kann, kann bei der Lektüre des Buches viel lachen. Frei nach du Monts Zitat „Kein Mensch, der ein Hirn hat, sollte eine Familie gründen. Doch kein Mensch, der ein Herz hat, sollte darauf verzichten.“ überlegt vielleicht sogar der ein oder andere, ob man vielleicht doch eine Familie gründen sollte. Es würde einem viel entgehen, ließe man sich nicht auf dieses Erlebnis ein.

Fazit: Witzige und absolut authentische Schilderungen aus dem Alltag Eltern mit Kind. Ein originelles Plädyoer für das „Erlebnis“ Familie.

Bewertung vom 26.09.2016
Grimmbart / Kommissar Kluftinger Bd.8
Klüpfel, Volker;Kobr, Michael

Grimmbart / Kommissar Kluftinger Bd.8


ausgezeichnet

Klufti VIII oder Culture-Clash àla Klufti

Das passiert: Kluftingers sind im Streß: Markus wird seine japanische Verlobte Yumiko endlich heiraten. Dass Kluftis Hilfe da eigentlich bitter nötig wäre, versteht sich von selbst. Doch den hält nicht nur ein neuer Fall auf Trab: eine Adelsfamilie wird erheblich dezimiert, der Rest der Familie hilft nicht wirklich bei der Aufklärung des Verbrechens. Polizeipräsident Lodenbacher ist nach München versetzt worden und die neue Polizeipräsidentin will einiges verändern, was Klufti und seine Mannschaft mächtig aufscheucht.

So gefällt mir der Krimi: Grimmbart ist inzwischen der achte Krimi um den Kult-Kommissar A. I. Kluftinger aus dem verträumten Altusried im Allgäu. Auch im achten Fall hat sich das Autoren-Duo Klüpfel/Kobr einmal mehr viel Neues einfallen lassen.

Kluftinger ist dieses Mal vielleicht etwas weniger schrullig als in anderen Romanen, allerdings schafft er es in Grimmbart unnachahmlich gut, so ziemlich alle Fettnäpfchen zu betreten, die seine neue Chefin Dombrowski aufstellt. Diese verfolgt nicht nur Mobbing unnachgiebig, sie sorgt auch zielstrebig dafür und Vorschriften eingehalten werden. Das heißt, Maier muss ernst genommen werden, lange immer wieder verschobene Trainings müssen endlich absolviert werden und selbstverständlich hat Privates nichts auf dem Kommissariat verloren. Da müssen sich alle umstellen. Klar, dass verkrampfte Bemühungen hier immer wieder für unfreiwillige Komik sorgen.

Auch das Zusammentreffen der Kluftingers mit Sazukas, den Eltern von Markus Verlobter Yumiko, sorgt für viel Komik. Allein das radebrechende Denglisch von Klufti – herrlich. Aber auch die kulturellen Unterschiede – ich sage nur Kloschuhe. Manchmal ist dieser Krimi eher Komödie.

Neben Klufti spielt auch Herr Dr. Langhammer mal wieder eine Rolle. Natürlich will er seinen Erfahrungsschatz einmal mehr ausspielen, und erneut ist es äußerst komisch, wie das schief geht. Trotzdem ist er Kluftinger dieses Mal auch eine große Hilfe, gibt er ihm doch den entscheidenden Tipp für eine erfolgreiche Hochzeitsrede.

Durch die vielen Ereignisse im Leben Kluftis gerät der Kriminalfall teilweise in den Hintergrund. Für Fans von Kluftinger, die die Bücher eher um Kluftis willen als um der Spannung willen lesen, ist das völlig in Ordnung. Denn Klufti spielt auch hier die absolut erste Trommel und das macht einfach nur Spaß. Wer jedoch einen Krimi lesen möchte, vielleicht sogar mit Mord und Totschlag im wortwörtlichen Sinne, der wird von Grimmbart wahrscheinlich eher enttäuscht sein.

Fazit: Einmal mehr Klufti wie er leibt und lebt, bei dem die Krimi-Elemente allerdings in den Hintergrund geraten.