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Benutzername: JotJot
Danksagungen: 6 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 68 Bewertungen
Bewertung vom 28.02.2016
Spätzleblues / Pipeline Praetorius Bd.3
Kabatek, Elisabeth

Spätzleblues / Pipeline Praetorius Bd.3


gut

Schwaben-Chick-Lit Teil 3

Das passiert: Line ist wieder da. Sie ist mit ihrem Leon zusammen, doch der ist in China um dort für seine Führungsposition fit zu gemacht zu werden. Line hat nach einem Jahr endlich wieder einen Job. So sehen sich die beiden zwar regelmäßig beim Skypen, aber eine Fernbeziehung zu führen ist eben nicht so einfach. Lila ist zwar mit Harald zusammen, aber dessen Ex-Frau braucht Harald immer wieder mal, was auch bei diesem Paar zu Problemen führt.

So gefällt mir der Roman: Erneut geht es in die Schwabenmetropole Stuttgart. Pipeline Preatorius sorgt erneut für Chaos und zieht dies auch unweigerlich an. Das kennt der Leser der ersten beiden Romane um Line schon. Dennoch wirkt die Katastrophen-Line inzwischen so manches Mal ziemlich nervig. Von der angesengten Kleidung ihrer Mitbewohnerin über das fast Erwischtwerden beim Handel mit BTM. Auch der Versuch im Network Marketing geht nach Line-Art in die Hose. Das Ganze ist schon etwas lustig, aber man fragt sich auch, wann Line endlich mal etwas lernt und ihr Verhalten ändert.

Leon, Lines Freund, bleibt auch in diesem Roman sehr farblos. Er ist halt in China, liebt Line wohl sehr. Doch fällt es schwer, ihn zu charakterisieren. Anders dagegen Tarik: Türkischstämmiger Macho und schwuler Moslem. Der Mann bringt Farbe nicht nur in Lines Leben, sondern auch das Leben von Lila und deren Harald. Seine Macken sind angenehm normal. Traut er sich doch erst nicht, seinen Schwarm anzusprechen, findet sein Glück dann aber doch, indem er es mal mit Romantik versucht.

Lines Schwester Katharina gefällt mir in diesem Roman am besten, auch wenn ihr Verhalten sicher am sehr kontrovers ist. Sie lässt über Weihnachten ihre Kinder allein, um festzustellen, ob ihr Schwarm der Richtige ist. Ihre Entscheidung ist auf den ersten Blick unverständlich. Ein Spin-Off dazu würde mich sehr interessieren.


Fazit: Fortsetzung mit einigen Stärken, der aber leider zunehmend schwächelt.

Bewertung vom 20.02.2016
Brezeltango / Pipeline Praetorius Bd.2
Kabatek, Elisabeth

Brezeltango / Pipeline Praetorius Bd.2


sehr gut

Es schwäbelt wieder


Das passiert: Line ist endlich mit Leon zusammen und alles könnte so schön sein. Doch auch wenn Lines Katastrophen-Gen etwas weniger ausgeprägt ist als im ersten Teil der Romanserie, so ist es dennoch vorhanden. Die Jobsuche gestaltet sich schwerer als gedacht. Ein Ausflug zu Leons Eltern ist weniger romantisch als erwartet. Und auch vor Lines und Leons Beziehung macht die Eifersucht nicht halt.

So gefällt mir das Buch: Brezeltango führt die Handlung von Laugenweckle zum Frühstück fort. Trotzdem muss man den Vorgänger-Roman nicht gelesen haben, da die zum Verständnis nötigen Handlungen noch einmal kurz zusammengefasst werden. Man trifft alte Bekannte wieder, lernt in Brezeltango aber einige weitere nette oder weniger nette Schwaben kennen.

Es ist äußerst erholsam, dass Line im zweiten Teil der Serie etwas weniger Katastrophen anzieht als zuvor. Die Kleidung zum Vorstellungsgespräch ist zwar sehr gewöhnungsbedürftig, das aber mit voller Absicht. So wirkt Line authentischer als im ersten Teil. Lila bleibt sich selbst ziemlich treu. Auch wenn sie eher durch Zufall einen Partner kennenlernt, der auf den ersten Blick nicht zu ihr zu passen scheint.

Mit den Problemen von Lines Schwester und deren Tochter wird es zwischenzeitlich deutlich ernster als es der heitere Grundton vermuten lassen würde. Doch entgegen der ersten Vermutung kann Line hier wirklich etwas helfen statt noch mehr Unheil anzurichten.

Partner Leon hätte in diesem Roman die Chance gehabt, sich etwas mehr zu profilieren. Leider ist das nicht gelungen. Er ist immer noch recht farblos. Was mich mehr störte, dass er ziemlich egozentrisch zu sein scheint. Zwar meint er es immer nur gut, aber gut gemeint ist eben oft genug das Gegenteil von gut gemacht. Interessanter finde ich da die anderen Männer, die Line erneut trifft oder kennenlernt. Wie wäre es wenn sich Line auf Tarik einließe oder wenn sie Simon privat treffen würde?

Fazit: Schöne Fortsetzung mit teilweise nicht genutztem Potential.

Bewertung vom 12.02.2016
Laugenweckle zum Frühstück / Pipeline Praetorius Bd.1 (eBook, ePUB)
Kabatek, Elisabeth

Laugenweckle zum Frühstück / Pipeline Praetorius Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Herzerwärmende Schwabenkomödie


Das passiert: Line (eigentlich ja Pipeline) hat es schlimm erwischt. Ü30, Single, mit einem Katastrophen-Gen, einer liebenswürdig merkwürdigen Familie ausgestattet, verliert ihren Job. Dafür scheint ihr aber das Glück bei den Männern hold zu sein. Der neue Nachbar – ein echtes Sahneschnittchen, ein aufregender Fotograf und ein attraktiver Polizist. Da Line die Qual der Wahl. Doch der, der zunächst der Richtige zu sein scheint, entpuppt sich als absoluter Fehlgriff und der Richtige scheint in weite Ferne zu rücken.

So gefällt mir das Buch: Mit Laugenweckle zum Frühstück hat Elisabeth Kabatek eine Komödie geschrieben, die mitten im Schwabenland, genau in Stuttgart spielt. Der Ort der Handlung, Stuttgart und seine liebenswerte Bevölkerung, waren für mich der hauptsächliche Grund, dieses Buch zu lesen. Ich habe die Stadt vor zwei Jahren für längere Zeit beruflich besucht und fühlte mich in diese Zeit zurückversetzt. Als Neigschmeckte ist für mich der Dialekt perfekt getroffen. Und auch mit Klischees wurde nicht gespart. Einfach herrlich und sehr komisch.

Die Hauptperson Line ist schon liebenswürdig, zwischenzeitlich würde man sich aber wünschen, dass sie mal etwas weniger katastrophal agiert. Andererseits, ist es durchaus vorstellbar, dass es solche Menschen gibt, die Katastrophen quasi magisch anziehen und nichts daraus lernen und es vielleicht in der Zukunft besser machen. Auch dass Warnungen ungehört bleiben, kennen wohl viele Menschen.

Freundin Lila ist eine echte Freundin, vielleicht auch ein wenig chaotisch, aber ebenso authentisch wie Line selbst. Sie hat eine Vorliebe für Schokolade, mit der sie nicht hinter dem Berg hält. Weiß sie doch selbst, dass diese Vorliebe nicht zu übersehen ist. Die kurzen Episoden, die von Lilas Umgang mit deren Schutzbefohlenen erzählen, machen diese Frau noch ein Stück weit sympathischer.

Schwarm Leon fand ich etwas farblos. Auf der einen Seite, scheint er schon zu wissen, was er will. Bleibt Leon dann aber doch seltsam unentschieden als würde er gern mehrere Eisen im Feuer haben. Dande Dorle dagegen ist aus meiner Sicht, eine Seniorin mit Herz und Durchsetzungsvermögen. Ist sie es doch, die sich um die Familie und deren Zusammenhalt kümmert. Das Happy End, das auch ihr zuteil wird, gönnt man der alten Dame von Herzen.

Fazit: Eine charmante Komödie mit Herz und urigen Charakteren.

Bewertung vom 07.02.2016
Der Hund, die Krähe, das Om... und ich!
Fröhlich, Susanne

Der Hund, die Krähe, das Om... und ich!


gut

Ein Yoga-Tagebuch

Das passiert: Susanne Fröhlich hat neben ihren Romanen schon einige Bücher zum Thema Sport und Gesundheit geschrieben. In „Der Hund, die Krähe, das Om... und ich!“ berichtet Susanne Fröhlich von einem besonderen Experiment: Sie will 100 Tage lange jeden Tag Yoga betreiben. 100 Tage lang mindestens 15 Minuten. Wie es der Autorin damit geht, welche Erfahrungen sie macht und was das für Auswirkungen auf ihr Leben hat, das schildert sie in diesem Buch.

So gefällt mir das Tagebuch: Susanne Fröhlichs Schilderungen ihren Körper in Form zu bringen, verfolge ich schon lange. Während ich mit Laufen nicht so wirklich anfreunden konnte, und auch Fitnessstudios nicht wirklich mein Ding waren, habe ich vor einiger Zeit damit begonnen, Yoga zu machen. Und in diesem Zusammenhang erinnerte ich mich auch an das Yogabuch, das ich vor längerer Zeit schon erstanden hatte.

Wer selbst schon einmal mit Yoga begonnen hat, der kann sicher die Erlebnisse der Fröhlich gut nachvollziehen. Was sich nach esoterischem Quatsch anhört, ist wirklich recht anstrengend. Gerade wenn man nicht etwas mehr als Größe 38 auf den Hüften hat, fragt man sich, ob Yoga wirklich das richtige ist. Falls man da schon überlegt aufzuhören, dann ist es sehr motivierend, wenn man liest, wie andere durchhalten. Ebenso motivierend ist es, wenn man hört, welcher Lohn das Durchhaltevermögen haben kann. Das ganze noch lustig und spritzig geschildert, das macht Spaß.

Was ich allerdings in diesem Buch vermisse sind Tipps zum Thema Durchhalten und auch Yoga selbst. Natürlich würde man so etwas nicht in einem privaten Tagebuch erwähnen. Allerdings kann man das sicher doch in einem Buch erwarten, das vermarktet werden soll.

Ebenso schade finde ich, dass sich die Tagebucheinträge ab etwa er Hälfte ähneln. Sicher variieren diese Einträge, aber das Grundmuster ist erkennbar. Die Fröhlich wird immer beweglicher und ruhiger, ihr Körper wird schlanker und konturierter, sie verliert Gewicht, was auch Familie, Freunde und Bekannte bemerken. Als Leser war ich in der zweiten Buchhälfte auf der Suche nach einer Neuigkeit, leider eher vergebens.

Fazit: Susanne Fröhlichs Yoga-Experiment kann gut als Motivation dienen. Leider wiederholen sich die Schilderungen in kleinen Variationen, sodass sich der Lesespaß zum Ende in Grenzen hält.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.02.2016
Mach mir den Garten, Liebling!
Berg, Ellen

Mach mir den Garten, Liebling!


ausgezeichnet

Die neue Lust am Gärtnern...

Das passiert: Die neue Lust am Gärtnern ist Thema des neuesten Romans von Ellen Berg. Luisa Fröhlich lebt für ihren Job und ist mit diesem gerade gar nicht glücklich. Im Büro steht Mobbing auf der Tagesordnung. Und statt der erhofften Beförderung zur Geschäftsführerin, wird Luisa ein arroganter Typ vor die Nase gesetzt. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, kündigt sich auch Tante Ruth an, die ein Jahr nach der Auswanderung ihren Garten einmal sehen möchte. Den hat Luisa leider im vergangenen Jahr von einem Friedhofsgärtner versorgen lassen, entsprechend sieht der Garten auch aus.

Doch nun muss innerhalb kürzester Zeit aus der Brache ein blühendes Paradies werden. Luisa nimmt die Herausforderung an und lernt dabei nicht nur die entspannende Wirkung von Gartenarbeit kennen. Sie lernt auch die Liebe kennen.

So gefällt mir der Roman: Einmal mehr hat Ellen Berg sich eines Themas angenommen, dass derzeit im Trend liegt. Schrebergärten werden immer häufiger von jungen Leuten bewirtschaftet, Lifestylemagazine und -produkte um diesen Bereich boomen.

Luisa ist keine der Personen, die freiwillig den Reiz eines eigenen Gartens erkennt. Genau das macht aber den Witz des Romans aus. Eine Frau, die völlig von ihrer Arbeit eingenommen ist und vom Gärtnern überhaupt keine Ahnung hat. Nur Tante Ruth zuliebe versucht sie den Garten neu zu gestalten und kommt dabei schnell an ihre Grenzen. Doch die Autorin lässt Luisa nicht einfach scheitern, sie stellt ihr einzigartige Unikate in Form von Gartennachbarn an die Seite, die Luisa immer wieder unterstützen.

Luisa lernt unter anderem auch den Mann ihres Lebens kennen. Dieser Mann ist schon etwas merkwürdig. Auf der einen Seite, nachvollziehbar, sehr eifersüchtig, auf der anderen Seite dann wieder sehr verständnisvoll. Eddies Wandlungen waren, trotz seiner Erklärungen, für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Auch wenn das Happy End der Lesefreude keinen Abbruch tut, so ist die Wendung einfach zu merkwürdig.

Der Leser könnte nach kurzer Lektüre denken, dass der Berg scheinbar nichts Neues mehr einfällt, da dem regelmäßigen Leser der Ellen-Berg-Roman einige Figuren merkwürdig bekannt vorkommen. Das liegt zum Glück aber nicht an mangelnden Einfällen, hier trifft der Leser alte Bekannte wieder. Eine tolle Idee, die hoffentlich in einem der nächsten Romane konsequenter umgesetzt wird.

Fazit: In „Mach mir den Garten, Liebling!“ ist es Luisa, die das Gärtnerleben kennenlernt. Mit all seinen Hoch und Tiefs. Dies zu verfolgen ist absolut komisch und lesenswert.

Bewertung vom 06.02.2016
Den lass ich gleich an
Berg, Ellen

Den lass ich gleich an


ausgezeichnet

Single, alleinerziehend, sucht...

Das passiert: Im Single-Roman aus der Feder von Ellen Berg dreht sich alles um eine nicht mehr ganz junge Mutter, deren Kind endlich aus dem Gröbsten raus ist und die nun endlich wieder an sich denken will. Die talentierte Fotografin Lulu versucht schon seit einiger Zeit Männer kennen zu lernen. Leider sind diese Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt, im Gegenteil der Tiefpunkt ist erreicht als sie nach einem Shooting von einem Auftraggeber zum Essen eingeladen wird und dabei so richtig gedemütigt wird.

Die bis dato eher gefühlskalte Mutter von Lulu erkennt die Not ihrer Tochter und spendiert ihr einen Urlaub auf Mallorca. Dort angekommen, verliebt sich Lulu relativ schnell in einen Mann, doch der Leser ahnt es schon, das Happy End rückt erst einmal in weite Ferne, da zwischen Lulu und dem Mann ihrer Träume einige Missverständnisse entstehen.

So gefällt mir der Roman: Mit „Den lass ich gleich an“ hat Ellen Berg einmal mehr den Zeitgeist getroffen. Immer mehr Ein-Eltern-Familien, deren erwachsener Teil sich nicht immer leicht tut, einen neuen Partner zu finden. Lulu habe ich wirklich schnell ins Herz geschlossen was sicher auch teilweise daran liegt, dass sie mich teilweise an mich selbst erinnert. Sie denkt zuerst an ihre Tochter, will immer für diese stark sein. Dabei vergisst sich Lulu schon mal selbst. Zum Glück gibt es aber ein tolles Umfeld, ihre große Familie, wie sie Lulu auch nennt, das Lulu dabei unterstützt, wieder mehr an sich selbst zu denken.

Lulus Mutter Gill und Urlaubsbekanntschaft Fusselbart stehen für viele ältere Menschen, die zwar nach außen nicht einsam zu sein scheinen, die aber insgeheim auch gern einen Partner an ihrer Seite hätten, mit dem sie auf einer Wellenlänge liegen. Aber nicht nur ältere Menschen und alleinerziehende auch attraktive junge Menschen können einsam sein, ohne dass es das Umfeld einfach so erkennt. Über diese Themen kann man nach der Lektüre des Romans wunderbar philosophieren, aber das ist sicher nicht unbedingt das Hauptanliegen.

Vielmehr soll dieser Roman einmal mehr unterhalten. Und das ist mit „Den behalt ich gleich an“ gut gelungen. Angefangen bei Lulus Versuchen ein verführerisches Outfit zusammen zu stellen. Weiter geht’s mit den Eindrücken aus dem Familienhotel, den Versuchen ihre Tochter irgendwie zu verstecken und nicht zuletzt die tolle Racheaktion an den Mann, der Lulu so gedemütigt hat.

Die Handlung und insbesondere das Ende sind schon ein Stück weit vorhersehbar. Insbesondere das Happy End ahnt man als Leser ab einer bestimmten Stelle. Trotzdem immer wieder Überraschungen, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Gerade das macht den Reiz dieses Romans aus, der sonst sicher langatmig wäre.

Fazit: Den lass ich gleich an, ist aus meiner Sicht der bisher beste Roman aus der Feder von Ellen Berg. Humor mit einigen nachdenklichen Tönen. Top.

Bewertung vom 26.01.2016
In Vino Veritas (MP3-Download)
Henn, Carsten Sebastian

In Vino Veritas (MP3-Download)


ausgezeichnet

A new star is born


Das passiert: Julius Eichendorff, Spitzenkoch im Ahrtal und seines Zeichens Inhaber des Gourmettempels „Alte Eiche“, wird mit einem Mord im engeren Familienkreis konfrontiert. Doch dabei bleibt es nicht, drei weitere Morde werden entdeckt. Weil auch eine Familienangehörige verdächtigt wird, bleibt Julius eigentlich fast nichts anderes übrig als in alter Detektivmanier zu ermitteln.


So gefällt mir das Buch: Carsten Sebastian Henn hat einen Detektiv geschaffen, der bekannte Elemente von Hercule Poirot, seine scheinbare Behäbigkeit in Bewegung und Denken und von Columbo, die scheinbare Naivität, mit vollkommen neuen Elementen mischt. Herausgekommen ist dabei ein äußerst liebenswertes Schlitzohr. Doch nicht nur die Hauptfigur Eichendorff ist mit viel Liebe zum Detail gezeichnet. Doch nicht nur der Protagonist, auch andere Figuren sind mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Es fällt mir bei diesem Roman außerordentlich leicht, in Bildern zu denken.

Die Kombination Krimi und Kulinarik ist zwar ebenfalls nicht unbedingt völlig neu. Aber auch hier gelingt es Henn eine neue Form des kulinarischen Krimis zu erschaffen. Kochen auf höchstem Niveau mit interessanten Informationen, ohne dabei in irgendeiner Form besserwisserisch zu wirken. Da macht das Zuhören und sicherlich auch das Lesen einfach Spaß und vor allen Dingen Lust auf mehr von kochenden Detektiv Julius Eichendorff.

Für mich steht schon jetzt fest, dass es ein weiteres Hörbuch wird. Jürgen von der Lippe als Hörbuchsprecher war mir bisher nicht bekannt. Seine Interpretation des ersten Eichendorff-Krimis macht sicher einen großen Teil des Genusses aus. Nicht nur Dialekte spricht von der Lippe unnachahmlich, auch Charakteren lässt er viel plastischer erscheinen.

Fazit: Der erste Eichendorff ist ein absoluter (Hör-)Genuss. Detailliert gezeichnete Figuren, interpretiert durch Jürgen von der Lippe, da wünscht man sich schnell Nachschlag.