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Benutzername: Bambisusuu
Danksagungen: 12 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 92 Bewertungen
Bewertung vom 10.08.2020
Das Vermächtnis der Seidenvilla / Seidenvilla-Saga Bd.3
Bach, Tabea

Das Vermächtnis der Seidenvilla / Seidenvilla-Saga Bd.3


sehr gut

„Das Vermächtnis der Seidenvilla“ von Tabea Bach ist das große Finale der Seidenvilla-Saga. Bereits die ersten beiden Teile fand ich sehr schön geschrieben. In diesem Roman gibt es auch wieder viele Überraschungen und Geheimnisse, die aufgedeckt werden. Man kann die Bücher aber auch gut unabhängig voneinander lesen.

Angela und Vittorio sind im Hochzeitsfieber und Nathalie bringt einen Sohn auf die Welt. Die Seidenvilla strahlt wieder im vollen Glanz, bis plötzlich das Familiendrama wieder vor der Tür steht und einige Verwandte Steine in den Weg legen. Angela setzt alles daran, die Seidenweberei zu verteidigen.

Das Buch lässt sich durch den leichten Schreibstil gut lesen. Nach kurzer Zeit habe ich das Buch verschlungen. Die Kulisse ist atemberaubend und sorgt für Urlaubsgefühle. Italien ist einfach wunderschön.

Auch dieser Teil ist wieder voll Familiendrama. Angela und Vittorio müssen sich gegen einige Familienmitglieder und Neider verteidigen. Die Seidenvilla ist ein kleiner Schatz, den jeder gerne hätte. So kommt es hier zu vielen ungeahnten Wendungen, die bis zum Schluss für Spannung sorgen.

Die Seidenvilla ist an sich etwas in den Hintergrund getreten, dennoch habe ich die Geschichte mit Angela und Vittorio gerne verfolgt. Die Charaktere versprühen eine liebevolle Art, die Kulisse ist bildhaft beschrieben und die Handlung sorgt für einen schönen Roman für Zwischendurch!

Bewertung vom 05.08.2020
Nur noch ein bisschen Glück
Ahrnstedt, Simona

Nur noch ein bisschen Glück


sehr gut

Der Liebesroman "Nur noch ein bisschen Glück" ist perfekt für den Sommer. Der Schreibstil lässt sich leicht und locker lesen. Mit einer großen Portion Humor und Romantik schafft Simona Ahrnstedt einen nette Lektüre für Zwischendurch. Nur der Tiefgang ist nicht so groß, wie erhofft. Daher keine zu hohen Erwartungen haben.

In der Geschichte geht es um Stella und Thor. Die Beiden sind absolut grundverschieden, was mich aber von Beginn an in den Bann gezogen. Stella ist eine schwedische Stadtfrau, die aufs Land reist. In Laholm möchte sie im Haus ihrer verstorbenen Großeltern mit ihrer Vergangenheit abschließen und einen Neuanfang wagen. Umgeben von idyllischer Kulisse, dem attraktiven Biobauern Thor und merkwürdigen Landbewohnern lebt sich Stella Stück für Stück auf dem Land ein. Dabei hatte sie doch große Pläne in New York...

Die Szenen mit Stella hat man amüsant vor Augen. Ihre Eingewöhnung auf dem Land ist unterhaltsam. Ich konnte mich hier sehr gut in ihre Lage hineinversetzen. Mit der gewissen Leichtigkeit ist es ein Sommerroman genau nach meinem Geschmack. Stella und Thor schließt man schnell ins Herz. Zuerst scheinen die Beiden sehr abgeneigt voneinander zu sein, aber nach wenigen Kapitel knistert es auch hier gewaltig.

Neben Thor und Stella erlebt man zudem viele Momente von anderen Charakteren. So ist unter anderem Stellas beste Freundin oft mit dabei und hat immer einen lustigen Spruch auf Lager. Ihre Art fand ich dadurch besonders authentisch. Außerdem lernt man auch Thors Tochter Juni ganz gut kennen, die sich mitten in der Pubertät befindet. Ihre rebellische Art wurde gelungen dargestellt. Mit der Zeit ist aber auch sie gegenüber Stella aufgetaut, was ich als Leser gerne verfolgt habe.

Begeistert hat mich das Buch durch die überraschenden Wendungen. So konnte man besonders zum Schluss hin nicht alles auf Anhieb erahnen. Dennoch kam das Ende zu prompt. Stella kämpft auch mit eigenen Sorgen, die dann sehr schnell abgehandelt werden. Außerdem kommt es ständig zu Liebesszenen, die meiner Meinung nach oft zu ganz unpassenden Zeitpunkten kamen. Daher hätte ich mir an einer oder anderen Stelle mehr Tiefgang gewünscht!

Bewertung vom 01.08.2020
Mein Puste-Licht-Buch: Die kleine Tröste-Fee
Tress, Sylvia

Mein Puste-Licht-Buch: Die kleine Tröste-Fee


sehr gut

Das Kinderbuch "Die kleine Tröste-Fee" ist aus der Reihe "Mein Puste-Licht-Buch" und ist mal was ganz Anderes für die Kleinen. Das Buch wird ab 18+ empfohlen, was ich nur bestätigen kann. Besonders Kinder zwischen 2-4 Jahren haben mit dem Buch viel Spaß!

Die Idee bei dem Buch ist total niedlich und schön, denn mit der kleinen Tröste-Fee kann das Kind ganz einfach Wehwehchen wegpusten. Das Kinderbuch wird mit Batterie betrieben. Diese ist bereits mit dabei, was ich bei so einem Buch aber auch erwarte. So kann der Puste-&-Staune-Spaß direkt losgehen.

Insgesamt beinhaltet die Geschichte 8 Seiten, von denen das Kind 4-mal die Wehwehchen der Tiere wegpusten kann. Für meinen Geschmack sind das eindeutig zu wenige Seiten, daher auch der Sterne-Abzug. Es ist nur ein kurzer Spiele-Spaß! Die Anwendung: Auf jeder Seite hat ein Tier ein kleinen Schmerz. Entweder ist es beispielsweise eine Erkältung, eine Verletzung oder Bauchschmerzen. Bei jedem Puster gehen die Lichter an und nach einer gewissen Zeit wieder aus. So weiß das Kind, es hat mit dem Funkeln geholfen zu trösten. Ein Möglichkeit zum Ausschalten gibt es aber auch, was bei Kindern gar nicht so schlecht ist.

Spielerisch lernt das Kind mit diesem Buch anderen Tieren bzw. Kindern zu helfen und auf deren Gesundheit zu achten. Mit den farbigen Bildern und den kurzen Sätzen hat es außerdem eine niedliche Geschichte, die sich auch prima als Gute-Nacht-Geschichte lesen lässt. Außerdem sind die Sätze gleichzeitig kurze Reime, die Kinder immer lieben. Auch die Illustrationen haben uns gut gefallen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.07.2020
Zwei fremde Leben
Goldammer, Frank

Zwei fremde Leben


sehr gut

In "Zwei fremde Leben" hat man eine spannende und emotionale Geschichte, die unter die Haut geht und zu Zeiten der DDR und dem Mauerfall spielt. Im Mittelpunkt eine Frau, die vergeblich nach ihrem verschwundenen Kind sucht. Ein Staat steht unter Verdacht, nur keiner scheint der Frau zu glauben. Denn das Kind ist angeblich eine Totgeburt gewesen.

In diesem Roman begleitet der Leser gleich drei Personen. Ricarda Raspe, die die Geburt ihres Kindes hingegen fiebert und dann durch den Tod ihres Kindes zutiefst leidet, da sie es laut Vorschrift nicht einmal sehen darf. Eine gängige Praxis in Zeiten der DDR im Jahr 1973. Dann lernt der Leser noch den Polizistin Thomas Rust kennen, der von Beginn an Verdacht schöpft und dabei immer wieder in Gefahr geriet. Sein Gefühl täuscht ihn nicht, nur sind die Mitarbeiter von der Dresdner Frauenklinik nicht von seinem Handeln begeistert. Ein Ruf steht auf dem Spiel. Zuletzt gibt es noch Claudia Behling, die 17 Jahre später von ihrer Adoption erfährt und sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter macht.

Bücher in Zeiten der DDR habe ich noch nicht viele gelesen, umso interessanter fand ich diese Geschichte. Der Autor beschreibt authentisch das Leben in einem Staat, bei dem die Stasi das Sagen hat und Gesetze herrschen, die man kaum nachvollziehen kann, so erschreckend sind diese. Den Alltag in der DDR hatte ich bildlich vor Augen. Das Zweifeln innerhalb der Gesellschaft war groß und das Verhalten zwischen den Menschen vorsichtig und angespannt. Das Misstrauen habe ich durch das Buch sehr nachempfinden können, auch wenn ich zu dieser Zeit noch nicht gelebt habe.

Das Leben in voller Ungewissheit und Sorge wurde sehr emotional beschrieben. So hat Ricarda kaum Zuspruch erhalten. Viele haben sie sogar als verrückt gehalten und ihr Verhalten in allen Maßen abgelehnt. Nicht mal die engsten Verwandten standen hinter ihr. So musste Ricarda alleine für sich und ihr verschwundenes Kind kämpfen. Das muss ein schreckliches Gefühl gewesen sein. Zwangsadoptionen waren ein großes Thema in der DDR, was aber häufig in den Hintergrund geraten ist. Der Autor bringt dies sehr fesselnd und nervenaufreibend in die Handlung ein.

Ein beeindruckender Roman mit unglaublichen Wendungen, der in zwei Zeiten spielt und ein spannendes Thema aufgreift!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.07.2020
Der Fahrer / Kerner und Oswald Bd.3
Winkelmann, Andreas

Der Fahrer / Kerner und Oswald Bd.3


ausgezeichnet

Der Thriller "Der Fahrer" wurde vom Bestseller-Autor Andreas Winkelmann geschrieben und ist mein erster Roman von ihm. Die guten Meinungen kann ich hier nur bestätigen. Dieses Buch ist grandios geschrieben, packend bis zum Schluss und ist in sich geschlossen (also auch ohne Vorkenntnisse lesbar).

Eine Frau ist nachts mit dem Auto unterwegs, aber ihre Fahrt endet tödlich. Ihre Leiche ist mit Leuchtfarbe angemalt und der Täter hat die Botschaft #Findemich hinterlassen. Nachdem weitere Opfer fallen, ist sich Kommissar Jens und sein Team sicher, es handelt sich um eine Mordserie, die genau geplant wurde. Die einzige Verbindung führt zum neuen Fahrdienst MyDriver. Außerdem scheint es der Täter auf Jens abgesehen zu haben. Eine Jagd auf Zeit beginnt...

Andreas Winkelmann schafft ab Prolog eine aufregende Geschichte, die man kaum aus den Händen legen möchte. Die Stadt Hamburg eignet sich als spannende Kulisse und das Kommissariat um Jens ist felsenfest den Täter zu schnappen. Als Leser habe ich fieberhaft mitgerätselt, konnte aber bis zum Schluss den Mörder nicht identifizieren.

Der Täter erhält neben vielen anderen Charakteren auch eine Perspektive. Seine Rolle ist durchdacht und nicht zu erahnen. In diesem Roman gibt es wirklich viele Verdächtige, aber jede führt Stück für Stück in eine Sackgasse. Die Verzweiflung des Kommissariat ist dies eindeutig anzumerken. Mit Hashtags, Leuchtfarbe und verlassenen Autos hinterlässt der Täter Spuren voller Beweise, aber nichts ist wie es scheint.

Im Fokus der Kommissare stehen eindeutig Jens und Rebecca, die sich auch privat sehr nahe stehen. So erhält man hier nicht nur den Polizeialltag kennen, sondern auch private Einblicke und Gedanken. Am Ende sind beide auch nur Menschen, die mit ihren Problemen zu kämpfen haben. Dieses authentische Gefühl fand ich sehr gelungen, sodass das Buch auch eine gewisse Tiefgründigkeit verspricht. Toll fand ich zudem, dass auch weitere Kollegen in der Handlung ihren Platz finden. Da haben wir einmal das Polizei-Duo Carina Reinicke und Levin Oktay, den Streifenpolizist Rolf Hagenah und die Chefin des Kommisariat Mareike Baumgärtner, die ebenfalls in den Fall verwickelt werden.

Zuletzt bekommt man auch die Eindrücke der Opfer gut mit. Alle haben Gemeinsamkeiten, manche gewollt, manche nur zufällig. Dabei spricht der Autor bewusst ein sehr aktuelles und wichtiges Thema an.

Ein Thriller, der vielversprechend und facettenreich ist. Die Handlung packt von erster Sekunde an und ist keineswegs blutrünstig, wie viele andere Thriller. Den Autor werde ich mir auf jeden Fall merken!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.07.2020
Ans Vorzelt kommen Geranien dran / Online-Omi Bd.14
Bergmann, Renate

Ans Vorzelt kommen Geranien dran / Online-Omi Bd.14


sehr gut

Das Buch "Ans Vorzelt kommen Geranien dran" ist wieder eine lustige Erzählung von Renate Bergmann. Auch diesmal plaudert sie aus dem Nähkästchen und berichtet von ihrem Urlaub auf dem Campingplatz. Eine nette Urlaubslektüre, die besonders für Leser geeignet ist, die Renate vielleicht noch nicht kennen. Die Geschichte lädt zum Schmunzeln ein, jedoch sollte man dabei nicht zu viel Tiefgang erwarten.

Renate Bergmann ist in der Bücherwelt einzigartig. Sie ist eine Frau, die sich selber mit ihren 82 Jahren nicht als Ruheständlerin bezeichnen will. So begleitet man Renate in diesem Roman mit in den Campingurlaub. Ihre herzlich ehrliche und unterhaltsame Art ist so amüsant, dass ich mir das Lachen an vielen Stellen verkneifen muss.

Obwohl Renate von der "alten Schule" ist und gerne gesiezt wird und die junge Generation nicht immer nachvollziehen kann, ist sie dennoch alles andere als spießig. Über ihre Freundschaften, Männerliebschaften und den aktuellen Trends hat Renate eine felsenfeste Meinung, die sie gerne offenbart. Unterhaltsam sind vor allem Szenen, wenn sie über andere Rentner, wie ihre Freundin Ilse, erzählt.

Der Schreibstil der Renate Bergmann Bücher ist klasse. Mir ihrer lockeren Art erzählt sie die Geschichte, als wäre man aktiv dabei. Mit "Wissen Se" oder "Kennen Se" bringt sie ihren Alltag dem Leser ein Stück näher. Gerne kommentiert sie hierbei moderne Techniken und das aktuelle Zeitgeschehen. Ihre Ahnungslosigkeit in diesem Bereich wird besonders durch Begriffe, wie "Täblett", "Startap" und "Schemie" deutlich. Ich mag diese authentische Schreibweise. Man kann sich Renates Erzählung ganz grandios dabei vorstellen.

Wieder ein Roman, der mir viele amüsante Lesestunden bereitet hat. Renate habe ich besonders durch ihre vorherigen Bücher in mein Herz geschlossen. Obwohl dieser Roman nicht zu meinen Favoriten gehören wird, da die Geschichte doch etwas zu kurz kommt, bleibe ich Renates Büchern weiterhin treu!

Bewertung vom 10.06.2020
Die Farben der Schönheit - Sophias Träume / Sophia Bd.2
Bomann, Corina

Die Farben der Schönheit - Sophias Träume / Sophia Bd.2


ausgezeichnet

Der Roman "Die Farben der Schönheit - Sophias Träume" ist der zweite Band einer mitreißenden und historischen Buchreihe von der Autorin Corina Bomann. Mit 576 Seiten ist das Buch eine detailreiche und tiefgründige, aber auch unglaublich spannende Geschichte.


Die Handlung spielt überwiegend in New York um 1932 und knüpft direkt an den ersten Band an. Sophia hat ihr Kind in Paris verloren. Jedoch kann sie an diese Tatsache nicht glauben, denn ein mysteriöser Hinweis vermutet etwas anderes. Zudem hat Sophia ein ungutes Gefühl bei ihrer guten Freundin Henny, die sich plötzlich so merkwürdig verhält. Ihre Reise verschlägt sie beruflich dennoch wieder nach New York, was ungeahnt positive Effekte mit sich bringt. Sie erhält die Möglichkeit bei Elizabeth Arden zu arbeiten, wodurch sich Sophia mitten im Puderkrieg zwischen Arden und Rubinstein befindet.

Dieses Reihe kann man nur mögen. Corina Bomann hat einen leichten und bildhaften Schreibstil. Mit Sophia hat man eine Hauptprotagonistin, die mir bereits im ersten Band so gut gefallen hat. Trotz ihres jungen Alters ist sie tapfer, mutig und nicht auf den Mund gefallen. Sowohl in der Frauen-, als auch in der Männerwelt kann sich Sophia stark behaupten. Ihr Charakter macht sie dadurch einfach einzigartig. Ich habe regelrecht mitfiebern müssen, da sich Sophia auch in einige Gefahren begibt.

Außerdem bietet das Buch nicht nur sympathische Charaktere, sondern auch eine spannende Handlung. Als Leser taucht man in eine aufregende Zeit, in der sich Frauen noch beweisen müssen. Mit den Ikonen Elizabeth Arden und Helena Rubinstein bekommt man tolle Einblicke in die Vergangenheit der Schmink-Industrie, aber auch zwei weibliche Charaktere in Führungspositionen, was ich total toll fand. Für Beauty-Liebhaber erfährt man dadurch fesselnde Ereignisse und hat das Gefühl, als würde man exklusive Einblicke hinter die Kulisse erhalten.


Die Atmosphäre ist in diesem Roman wunderschön. Das turbulente und aufregende Leben in der Stadt hat mir gefallen. Die Reise verschlägt Sophia im Laufe der Reihe nach Paris, New York und Berlin. Ich bin gerne in diese Orte abgetaucht und freue mich auf die Fortsetzung!

Bewertung vom 02.06.2020
Im Glanz der Seidenvilla / Seidenvilla-Saga Bd.2
Bach, Tabea

Im Glanz der Seidenvilla / Seidenvilla-Saga Bd.2


ausgezeichnet

Bei dem Roman "Im Glanz der Seidenvilla" handelt es sich um den zweiten Band der Seidenvilla von der Autorin Tabea Bach, erschienen im Bastei Lübbe Verlag. Angela stellt sich dem Kampf um ihre Weberei und erfährt darüber hinaus unerwartete Geheimnisse.

Angelas Glück und Erfolg stehen mit Vittorio und ihrer Weberei nichts im Weg. Wäre da nicht Vittorios Mutter, die die Architektin Tiziana viel lieber an der Seite ihres Sohnes sehen würde. Tiziana und Vittorio haben eine gemeinsame Vergangenheit, die nicht ungeahnt bleibt und bringen Angelas Gefühle ganz schön ins Wanken. Wird ihre Liebe standhalten? Zudem bekommt ihre Weberei einen unbekannten Konkurrent dazu. Angela nimmt den Kampf auf und versucht mit allen Mitteln ihr Leben zu retten.

Tabea Bach erzählt wundervoll den turbulenten Alltag von der Hauptcharakterin Angela, mit der man sich nur gut verstehen kann. Dieser Roman bietet eine abwechslungsreiche Geschichte durch die spannenden Einblicke in die Weberei, der kostbaren Seide, die überraschenden Familiengeheimnisse und der lebhaften Beziehung zu Vittorio. Die Geschichte lässt sich auch unabhängig vom 1.Band lesen, wodurch keine Vorkenntnisse nötig sind.

Der Fokus dieser Reihe dreht sich vor allem um die Seide. Die Autorin schafft es mit ihrem gut recherchierten Schreibstil dem Leser den zarten Stoff näher zubringen. So habe ich mich mitten in der Weberei von dem angenehmen Geruch, den fröhlichen Farben und ausgefallenen Mustern begeistern können und fühlte mich wie vor Ort. Auch die italienische Atmosphäre wurde dabei toll verpackt. Mit italienischen Namen, Orten und einzelnen Wörtern hat man Veneto vor Augen.

Außerdem bietet das Buch große Romantik, die nicht zu überladen ist. Die Beziehung zwischen Angela und Vittorio wirkt authentisch und mitfiebernd. Als Leser habe ich mich amüsiert und bin den beiden gerne gefolgt. Weitere Familienmitglieder und Bekannte sorgen ebenfalls für Spannung und Unterhaltung. Die Auf und Abs lassen das Ende überraschend.

Mich hat auch der zweite Band der Seidenvilla absolut mitreißen können. Angela ist mir so liebenswert erschienen, sodass ich mich auch auf den dritten Band sehr freue. Mit der Seide wurde ein ungewöhnliches, aber so interessantes Thema aufgegriffen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.06.2020
Kostbare Tage
Haruf, Kent

Kostbare Tage


sehr gut

"Kostbare Tage" ist ein erneuter bewegender und emotionaler Roman des verstorbenen amerikanischen Autors Kent Haruf aus dem Diogenes Verlag.

Die Handlung spielt in der fiktiven Kleinstadt Holt und erzählt von dem Mann Dad Lewis, dessen Leben sich dem Ende neigt. In diesem Sommer kümmern sich seine Frau und seine Tochter Lorraine um ihn und begleiten ihn an seinen letzten Tagen. Sein Sohn Frank hingegen hat jeglichen Kontakt abgebrochen.

Die Kleinstadt Holt ist der Mittelpunkt des Geschehens. Familie, Freunde und neue Gesichter kommen und gehen. Einige Charaktere sind aus den Vorgängern bekannt, andere wiederum noch völlig fremd. So erlebt unter anderem der örtliche Priester eine Abneigung für sein kontroverses Handeln. Außerdem zieht in das Nachbarhaus von Dad Lewis die kleine Alice ein.

Die Geschichte greift wieder beeindruckend das Thema Leben und Tod auf. In einem Augenblick erlebt man den gebrechlichen Dad Lewis, der dem Tod durch die Krebsdiagnose ganz nahe steht. In der nächsten Szene lernt man die kleine Alice kennen, dessen Leben gefühlt erst begonnen hat. Es sind nachdenkliche, bewegende und emotionale Momente, die Kent Haruf ohne viel Dramatik zur Geltung bringt. Zudem holt Dad Lewis die Vergangenheit auf, was man als Leser gebannt verfolgt. Kent Haruf -Leser werden es wiedererkennen, denn auch in diesem Roman wird bewusst auf die Anführungszeichen verzichtet. Somit verschwimmt die wörtliche Rede mit der Erzählung, was ganz beeindruckend gelungen ist.


Kent Haruf behält in diesem Roman seine sehr ruhige Sprache und seinen authentischen Schreibstil bei. Er wählt den kleinen Ort Holt, der mir bereits bekannt ist. In dem beschaulichen Ort zeigt er eine gesamte Bewohnerschaft auf, die facettenreicher nicht sein könnte. In jedem seiner Bücher setzt Haruf an einer anderen Stelle des Ortes an und bringt tiefgründige Erlebnisse zum Vorschein.

Ein Roman, der interessant nachdenkliche Themen anspricht. Viele der Charaktere besitzen authentische und tiefgründige Geschichten, dennoch ist mir nicht jeder auf Anhieb sympathisch gewesen. An den Erzählstil von Kent Haruf kommt dennoch nichts heran!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.05.2020
Auszeit bei den Abendrots
Holenstein, Alexandra

Auszeit bei den Abendrots


ausgezeichnet

Der Roman "Auszeit bei den Abendrots" ist das zweite Buch der Autorin Alexandra Holenstein und wieder genau so amüsant und unterhaltsam wie der Vorgänger "Das Heinrich-Problem".

Da steht Helene plötzlich, ganz alleine an einer Autobahnraststätte. Ihr Mann Josef weit und breit nicht zu sehen. Er hat sie tatsächlich sitzengelassen. Helene ist sprachlos, aber immerhin hat sie das Auto und kann ihre Reise dennoch fortsetzen. Josef meldet sich mit einer Auszeit und das ausgerechnet mit seiner Assistenzärztin Nathalie. Helene ist wütend, dennoch wagt sie ihr eigenes Abenteuer und unternimmt alles, wozu Josef nie Lust hatte.

Mit humorvollem Schreibstil und authentischen Charakteren hat mich auch diesmal die Autorin erneut begeistern können. Eine Beziehungskrise hatte ich noch nie so gelungen bildhaft vor Augen, wie bei diesem Roman. Die überspitzten Szenen lassen keine Auge trocken und haben mich ständig zum Schmunzeln gebracht. Helene und ihr Hund Lego sind mir regelrecht ans Herz gewachsen. Aber auch die Nebencharaktere sind amüsant geschildert worden.

Helenes und Josefs Beziehung, die unausgesprochenen Probleme und ihr eintöniger Alltag bringen beide an ihre Verzweiflung. Auch wenn es ein Frauenroman ist, erhält man durch den Wechsel der Perspektiven nicht nur Helenes Sicht, sondern auch Ausschnitte aus Josefs Situation. Beiden tut die Auszeit zu Beginn gut, dennoch geraten sie ungewollt andauernd aneinander. Als Leser war dabei Helenes schroffe und taffe Art ziemlich amüsant. Ihre Wut und Gefühle kamen dabei sehr authentisch herüber. Mit Rat ihrer Freundin versucht Helene mutig ihre eigenen Träume zu erfüllen, reist an verschiedene Orte und begibt sich zu unterschiedlichsten Seminaren. Wohin die Ehekrise hinausläuft bleibt ungewiss. Erst Stück für Stück kann der Leser mehr erahnen. Daher ist die Handlung für mich sehr abwechslungsreich und überraschend gewesen.

Die Autorin überzeugt mit ihrem lockeren Schreibstil und köstlichen Humor für einen gelungen Beziehungsroman, der für unerwartete Wendungen und lustige Momente sorgt. Das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.