Benutzername: Bambisusuu
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Bewertungen

Insgesamt 31 Bewertungen
Bewertung vom 03.11.2017
Mieze Undercover
Teichert, Mina

Mieze Undercover


ausgezeichnet

Der Roman "Mieze Undercover" ist der erste Fall für Mieze Moll und wurde von der Autorin "Mina Teichert" geschrieben. Erschienen ist der Krimi im "Eden Books Verlag".

Mieze Moll hat nicht nur einen liebevollen Ehemann, sondern auch eine bezaubernde Tochter. Ihre Freizeit verbringt sie als glückliche Ehe- und Hausfrau. Mieze möchte jedoch aus ihrem trostlosen und öden Leben entfliehen. Um Vielfalt in ihr Leben zu bringen, bewirbt sie sich spontan für einen Bürojob in einem Polizeirevier. Schnell erhält sie die Zusage. Bei einem Undercovereinsatz in einer Table-Dance-Bar begeistert Mieze ihre Kollegen und erhält direkt eine Beförderung. Doch das Gleichgewicht zwischen Mutter und Undercover-Agentin zu sein fordert viel Kraft und Mut.

Daniela Katzenberger als Hauptcharakter in einem Krimi, ist das möglich? Das schrille rosa Cover mit Daniela springt mir förmlich ins Auge. Meine erste Vermutung war eine weitere Biografie, womit ich mich getäuscht habe. Denn stattdessen handelt es sich um einen spannenden Krimi mit Witz und Charme. Überraschenderweise zeigt sich Daniela Katzenberger facettenreich. Die Autorin hat dabei ihren Charakter gut in Szene gesetzt, aber ihre Art trotzdem authentisch gelassen.

Mieze Moll ist verrückt, quirlig und lässt sich kein Blatt vor den Mund nehmen. Dennoch kommt sie dem Leser durch ihre liebe und sympathische Art vertraut vor. Der Bezug zu Daniela Katzenberger ist gelungen. Nicht nur als liebevolle Ehefrau schafft es Mieze mich als Leser von sich zu begeistern. Ihre Ermittlungen funktionieren mit einer Leichtigkeit und sind fesselnd. Die Abwechslung aus dem Mutti-Alltag tut der jungen Mutter gut. Mieze blüht auf und versucht ihren Job als Undercover-Agentin nicht zu vermasseln. Die Spannung kommt dabei nicht zu kurz.

Die Autorin Mina Teichert schafft eine humorvolle Geschichte mit guter Unterhaltung und fesselt mit ihrem Schreibstil. Nervenkitzel ist garantiert. Als Leser habe ich gespannt die Ermittlungen mitverfolgt und habe auf das Ende hingefiebert. Die Kombination aus Witz und Krimi hat mir gefallen. Auf die folgenden Fälle von Mieze Moll freue ich mich schon.

Bewertung vom 02.10.2017
Die Gärten von Istanbul
Ümit, Ahmet

Die Gärten von Istanbul


gut

Der Kriminalroman "Die Gärten von Istanbul" wurde von dem bekannten türkischen Autor "Ahmet Ümit" verfasst und ist im "btb-Verlag" erschienen. In der Türkei ist Ahmet Ümit ein Wegbereiter des Kriminalromans und hat mit diesem Roman einen Bestseller geschaffen.

Nevzat, der Oberinspektor des Morddezenats, kennt die Stadt Istanbul wie seine Westentasche. Auch seine Frau und seine Tochter wurden Opfer eines Verbrechens, das nie aufgeklärt wurde. Trotzdem entschließt sich Nevzat bei dem aktuellen Fall mitzuhelfen. An der Atatürk-Statue wird eine Leiche gefunden. Das Opfer ist ein Professor für Kunstgeschichte. Weitere Leichen werden daraufhin gefunden und alle haben eine Verbindung zu historischen Wahrzeichen in Istanbul. Ein jahrtausendalte Geschichte wird aufgerollt...

Bei dem Buch "Die Gärten von Istanbul" handelt es sich nicht nur um einen einfachen Kriminalroman. Er hat eine tiefgründige Bedeutung und beinhaltet viele Informationen über die Stadt zwischen zwei Kontinenten. Der Autor Ahmet Ümit ist durch seine politische und kritische Ansicht bekannt und beschäftigt sich viel mit der Stadt.
Faszinierend sind die sagen- und märchenhaften Hintergründe, die über die Stadt Istanbul innerhalb des Romans aufgedeckt werden. Man taucht hier in eine ganz andere Welt ein. Die Morde werden immer wieder mit der Historie verknüpft und sind alles andere als oberflächlich. Hier merkt man, dass der Autor sich lange und intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Wer nach Tiefgang sucht und historische Bücher gerne liest, ist hiermit sicherlich fündig geworden.

Der Krimi-Anteil hat mir jedoch häufig gefehlt. Bei über 700 Seiten wird die Geschichte Istanbuls in die Länge gezogen. Obwohl Nevzat und sein Team die Fälle aufklären wollen, ist die Spannung im Hintergrund geblieben. Viele Morde, aber keine mitfiebernde Stimmung. Als Leser wird man kaum in die Handlung integriert. Im Vergleich zu deutschen Krimis sind keine Verdächtige eindeutig zu erkennen, sodass das Miträtseln mir schwer gefallen ist. Eigentlich schade, da die Geschichte interessant klang.

Leider fehlende Spannung, obwohl der geschichtliche Hintergrund gut ausgebaut wurde. Vielleicht aber auch zu viele Informationen? Für wissbegierige sicherlich ein toller Roman!

Bewertung vom 30.09.2017
111 Orte in Klagenfurt und am Wörthersee, die man gesehen haben muss
Nagele, Andrea

111 Orte in Klagenfurt und am Wörthersee, die man gesehen haben muss


ausgezeichnet

Die Autorin "Andrea Nagele" ist für ihre zahlreichen Krimis bekannt und führt mit dem Reiseführer "111 Orte in Klagenfurt und am Wörthersee, die man gesehen haben muss" den Leser in eine wunderschöne Stadt mit interessanten Schauplätzen.

Die Stadt Klagenfurt liegt am größten See Kärntens, der Wörthersee. Umgeben wird der See von Gebirge und eignet sich für lange Spaziergänge und große Radtouren. Die Seenlandschaft im mediterranen Ambiente ladet zu einem erholsamen Ausflugstrip nach Österreich ein. Die Verknüpfung zwischen alten Bauwerken, interessanten, Museen und entspannungsvollen Orten machen die großartige Mischung aus. Klagenfurt ist ein magischer Ort, der voller Sagen und Legenden steckt. Eine Reise ist diese Stadt allemal wert...

In dieser Reihe sind mittlerweile zahlreiche Reiseführer erschienen, welche mit diesem Buch über die Stadt Klagenfurt und der Wörthersee erweitert wird. 111 Orte kann kaum ein Reiseführer bieten, somit hat man in diesem Buch eine große Auswahl. Fündig wird man bei den vielen Sehenswürdigkeiten selbstverständlich.

Es ist persönlich gestalten, da die Autorin selber in Klagenfurt lebt und uns Orte zeigt, die in anderen Büchern möglicherweise nicht zu finden sind. Viele Reisetipps waren neu für mich. Ich bin fasziniert, was für eine schöne Stadt hinter diesen tollen Sehenswürdigkeiten steckt. Das Buch erhält durch die Autorin etwas Einzigartiges und hebt sich von den alltäglichen Reiseführern ab. Im Vorwort erklärt die Autorin zudem noch ihre Hintergründe für dieses Buch.

Nach einem kurzen Verzeichnis starten direkt die 111 Orte. Zu jeden Sehenswürdigkeit erhält man ein Bild, was auch nicht bei allen Reiseführern üblich ist. Die Stadt wird durch viele Mythen, Sagen und Legenden ummantelt, die interessant zu verfolgen sind. Die Erzählung ist teilweise recht märchenhaft und hat meine Neugier geweckt. Der Karner von Tigring, der Spionerker und viele Museen geben mehr Informationen über die historischen Hintergründe.
Eine kleine Karte in den letzten Seiten soll für die Orientierung dienen, ist aber für "Unbekannte" nicht eindeutig zu entschlüsseln. Hier sollte man sich eine weitere Karte dazuholen.

Interessante Orte in einem kleinen Buch zusammengefasst. Auf Reise ist es handlich und einfach zu transportieren. Die Mischung aus Historik und Wellness macht die Stadt zu einem erlebnisreichen Erholungsurlaub!

Bewertung vom 27.09.2017
Morgen ist es Liebe
Maifeld, Monika

Morgen ist es Liebe


sehr gut

Die Autorin "Monika Maifeld" hat mit dem Roman "Morgen ist es Liebe" ihr Debüt veröffentlicht und hat eine herzlich, romantische Geschichte passend zur Weihnachtszeit geschrieben. Erschienen ist das Buch im "Knaur Verlag".

Die Ärztin Alexandra befindet sich auf dem Heimweg zu ihrer Mutter. In der eisigen Nacht vor Weihnachten verunglückt die junge Ärztin und kommt von der Fahrbahn ab. Im bewusstlosen Zustand rettet sie Martin Hallberg. Er wollte den kalten Tag nutzen, um sein Leben zu beenden. Ohne ihn jedoch wäre Alexandra dem Tode geweiht. Doch als die Polizei und die Hilfskräfte am Unglücksort erscheinen, ist Martin verschwunden. Die Erinnerung an sie, will Martin nicht aus dem Kopf gehen. Auch sein Abschiedsbrief in seinem Mantel macht ihn zu schaffen. Niemand darf diesen Brief lesen. Aber der Mantel ist zusammen mit der jungen Frau im Rettungswagen verschwunden...
Das Cover ist gelungen auf die Handlung abgestimmt. Die Geschichte beginnt paar Tage vor Heiligabend und wird durch die einzelnen Tage in das neue Jahr in Kapitel unterteilt. Die winterliche Stimmung wird dabei zur Geltung gebracht und verleiht eine gemütliche Atmosphäre.

In dem Debüt der Autorin Monika Maifeld lernen wir die Menschen Alexandra und Martin kennen. Beide verfolgen unterschiedliche Ziele, haben aber ein Erlebnis gemeinsam. Der Autounfall ist realistisch in Szenen gesetzt worden. Martin handelt sofort, denn ein Schicksal, das man im Nachhinein erfährt, trägt viel zur Tat bei. Anschließend möchte Martin eigentlich nur seinen Abschiedsbrief wiederbekommen und lernt dabei Alexandra kennen. Erinnern kann sie sich jedoch an ihren Retter nicht mehr.

Alexandras Verhalten gegenüber Martin ist skeptisch und unvertraut. Was sind seine Absichten und warum taucht er aus dem Nichts auf? Hierbei lernt man auch Alexandras Mutter Martha kennen, die Martin schnell in ihr Herz schließt. Martin kann, trotz Alexandras Distanz, seine Gefühle vor ihr nicht verbergen.

Die Gefühlslage der beiden Protagonisten wird ausführlich geschildert. Es ist romantisch, aber auch sehr emotional beschrieben worden. Die Geschehnisse sind authentisch, wie im wahren Leben, mit einem Auf und Ab erzählt worden und geben eine Tiefgründigkeit. Was zu Anfang kitschig und oberflächlich wirkt, wird zum Ende aufgeklärt und ergibt einen umfassenden Sinn für das Handeln von Martin und Alexandra. Viele Momente aus der Vergangenheit werden hier aufgegriffen.

Das Liebesdrama hat paar Durchhänger, ist aber zum Ende hochspannend. Es strahlt nicht nur vor lauter Romantik, sondern enthält auch Unterhaltung, Witz und Charme. Besonders für die kalte Jahreszeit ein Liebesroman, der das Herz wärmt.

Bewertung vom 27.09.2017
Der Frauenchor von Chilbury
Ryan, Jennifer

Der Frauenchor von Chilbury


ausgezeichnet

Der Roman "Der Frauenchor von Chilbury" von der englischen Autorin "Jennifer Ryan" spielt zu einer bewegenden und schwierigen Zeit, bei der es um Mut und Zusammenhalt ging.

England 1940, der Beginn des Zweiten Weltkrieges macht den Alltag schwer. Immer mehr Männer müssen nach London gehen und für das Land kämpfen. Der Pfarrer von Chilbury beschließt dadurch den Chor zu schließen. Die einzige Hoffnung, die geblieben ist, wird der Gemeinschaft entrissen. Was soll aus dem Kriegsalltag werden? Wie ein Wunder, gelingt es der Gemeinschaft von Chilbury das Gegenteil zu beweisen. Musik ist auch in schwierigen Zeiten wichtig. Die Bekanntgabe eines Frauenchors versetzt die Leute erstmal in Skepsis, doch überzeugt einige Frauen. Der Chor hilft ihnen, ihre eigene Stimme zu finden.

Der Debütroman der Autorin versetzt den Leser in die Zeit des Zweiten Weltkrieges und regt zum Nachdenken an. Fünf grundverschiedene Frauen bzw. Mädchen begleiten einen durch die Handlung. Die Handlung verläuft ähnlich wie ein Briefroman. Birefe und Tagebucheinträge zeigen, wie sich das Leben durch den Krieg verändert hat. Aber vor allem auch, was die Musik hervorbringen kann.

Den Zweiten Weltkrieg versetzen die Gemeinschaft in Angst und Schrecken. Frauen, die ihre Männer verloren haben oder sie vermissen, sind erschüttert. Die Gefühle und Emotionen, die dabei entstehen, gehen einem ans Herz. Den Verlust eines Menschen wurde realistisch und tiefgründig beschrieben. Aber auch die Gegenseite, die Ablenkung aus dem Kriegsalltag. Fünf Frauen, die durch ihre Freundschaft und ihre Liebe Stärke und Zusammenhalt finden.

Geschickt erfährt man die Position einer Frau zur damaligen Zeit. Sich ohne einen Mann durch zuschlagen, war kaum möglich. Auf eigenen Beinen stehen für viele damaligen Frauen unmöglich. Mut und Selbstbewusst schaffen es die fünf Frauen ihre Situation zu meistern. Anerkennung ist wonach sie sich sehnen und die Musik verhilft ihnen ihre Sorgen zu bewältigen. Die Spannung gelingt durch viele Momente. Themen, wie Verrat, Enttäuschung, aber auch lustige Szenen, geben dem Roman die gewisse Unterhaltung und Freude am Lesen. Das Buch ist nicht ein Drama, sondern beweist, wie die Leute auch in schwierigen Zeiten, ihre Freude finden. Die Entwicklung der Frau und ihre Rolle ist hierbei ein großer Punkt.

Im Vordergrund: das Leben vieler Frauen zur Kriegszeit. Ein selbstbewusster Roman mit Emotionen und Spannung!

Bewertung vom 27.09.2017
Das magische Labyrinth / Die drei Magier Bd.1
Bornstädt, Matthias von

Das magische Labyrinth / Die drei Magier Bd.1


ausgezeichnet

Das Kinderbuch "Die drei Magier - Das magische Labyrinth" wurde von dem bekannten Autor "Matthias von Bornstädt" verfasst und ist im "Ars Edition Verlag" erschienen. Das Buch lehnt an dem beliebten Spiel "Das magische Labyrinth" und eignet sich für Groß und Klein.

Conrad, Vicky und Mila spielen vergnügt am Badesee, doch plötzlich taucht eine fremde Welt vor ihnen auf. Der wilde Tauchgang verschafft die drei Kinder in das zauberhafte Land Algravia. Hier passieren merkwürdige Sachen: Conrad, Vicky und Mila begegnen sprechenden Bäume, lilafarbenen Katzen und verrückten Hexen. Doch auch der dunkle Magier Rabenhorst treibt sein Unwesen in Algravia. Die Bewohner sind sich sicher, die drei Freunde sind die neuen drei Magier und werden die Welt vor dem Untergang retten. Wird es funktionieren? Conrad, Vicky und Mila kennen sich mit Zauberei gar nicht aus...

Die Geschichte der drei Magier ist aufregend und interessant. Umschmückt wird es mit tollen Illustrationen in kunterbunten Farben. Besonders als Kind kann man sich hierdurch in die Handlung leichter einfinden.

Die Kapitel sind kurz gehalten, sodass man die Geschichte Stück für Stück vorlesen kann. Außerdem sind die Seiten übersichtlich und die Dialoge sorgen für Spannung. Durch unterschiedliche Schriftarten wirkt die Handlung lebendig und dynamisch. Auch die Bilder waren unterhaltsam anzusehen.

Das Lesealter ist schwer einzuschätzen. Ich denke bis zum 8. Lebensjahr sollte es beim Vorlesen bleiben. Viele Wörter werden nicht verstanden, sodass es für die 1. und 2. Klasse schwierig werden kann. Die Bilder fördern dafür umso mehr das Verständnis. Besonders schön finde ich die vielen Zaubersprüche innerhalb der Handlung, die eine spielerische Atmosphäre schaffen.

Die drei Kinder sind für ihr Alter mutig und begeben sich in ein großes Abenteuer. Besonders die kleine Vicky ist für jeden Spaß zu haben und zeigt keine Scheu. Conrad ist hingegen eher ruhig und zurückhaltend, was aber für eine gute Mischung sorgt. So hat jedes Kind die Möglichkeit sich mit einer Person zu identifizieren. Denn auch Mila entpuppt sich als große Rolle.

Ein magisches Abenteuer, das sowohl kleine, aber auch große Leser begeistern kann!

Bewertung vom 24.09.2017
Tod eines Surfers
Weissenbach, Evelyne

Tod eines Surfers


sehr gut

Das Krimidebüt "Tod eines Surfers" wurde von der Autorin "Evelyne Weissenbach" geschrieben und ist im "Prolibris Verlag" erschienen.

Clemens Holzbauer wird tot in seiner Pension aufgefunden. Erst sieht alles nach einem Unfall aus. Oder haben sich die Kommissare getäuscht? Die verrückte und liebenswerte Ermittlerin Luise Pimpernell geht von einem Mord aus und hat eine lange Liste von Verdächtigen. Clemens Holzbauer hat es sich im Sommer gut gehen lassen und hat seine Leidenschaften hemmungslos ausgelebt. Einige Frauen habe das passende Motiv, doch wer steckt tatsächlich hinter dem Mordfall...

Das schlichte Cover ist düster und der Ort wirkt verlassen. Es ist dunkel und unscheinbar. Der Fall spielt am Neusiedlersee und verspricht eine regionale Handlung.

Das Debüt der Autorin ist gelungen. Gleichzeitig ist es auch der erste Fall der Kommissarin Luise Pimpernell. Sie ist außergewöhnlich, aber auch etwas skurril. Keiner kommt an ihr vorbei, die Befragungen der Verdächtigen haben Luise nicht locker gelassen. Ähnlichkeit zu Miss Marple war deshalb vorhanden. Trotzdem habe ich sie in mein Herz geschlossen. Außerdem hat Luise die Geschichte aufrechterhalten und für gute Unterhaltung gesorgt.

Krimis mit regionalem Flair finde ich immer authentisch und absolut unterhaltsam. Dank einem Glossar habe ich mich auch in diesem Krimi mit dem Dialekt zurechtfinden können. Oft muss man sonst manche Sätze mehrmals lesen oder nachgooglen. So konnte ich fleißig mitfiebern und habe entspannt die Kapitel verfolgen können.

Der Leichenfund lässt die Handlung gleich zu Beginn starten. Auch im Laufe der Geschichte bleibt es spannend. Die Atmosphäre ist aber alles andere als blutig oder actionreich. Es ist ein Krimi, der eine angenehme Spannung hat und bis zum Ende mitfiebern lässt. Besonders das Opfer hat viele weibliche Personen, die ihn dem Tod wünschen würden. Da konnte man sich indirekt schon vorstellen in welche Richtung das Ende gehen wird. Spaß hat ich allemal bei den Ermittlungen gehabt und habe begeistert den Krimi gelesen.

Mit lockerem, leichten Schreibstil und einer verrückten Ermittlerin geht man dem Täter auf die Spur. Spannung und Unterhaltung darf hierbei nicht fehlen!

Bewertung vom 16.09.2017
Wildfutter / Kommissar Vitus Pangratz Bd.1
Bayer, Alma

Wildfutter / Kommissar Vitus Pangratz Bd.1


gut

Der Krimi "Wildfutter" wurde unter dem Pseudonym "Alma Bayer" verfasst und ist im "btb-Verlag" erschienen. Alma Bayer ist eine bekannte Journalistin in Bayern und nebenbei als Autorin tätig.

Vitus Pangratz ist ein pensionierter Kommissar, der mittlerweile seine Freizeit der Fotografie widmet. Den Traum als Naturfotograf durchzustarten lässt ihn nicht locker, sodass er sich nachts auf den Weg in den Wald macht. Ein Bild für seinen Fotokalender soll es werden, doch dann gerät er im Wald ins Stolpern. Doch was ist das? Eine angenagte Hand, die dem verschwundenen Fußballtrainer Marius Wild, auch bekannt als "Tiger", gehört. Gemeinsam begibt sich Vitus mit seiner Tochter und Lokalreporterin Johanna auf die Spurensuche.

In diesem Regionalkrimi wird die bayerische Lebensart und Atmosphäre unterhaltsam in Szene gesetzt. Forsch, aber auch unterhaltsam. Besser hätte es die Autorin nicht machen können.
Die idyllische Atmosphäre wird aber schnell durch die Tätersuche eingeschränkt. Typischerweise macht das Gerücht im Ort die Runde, sodass bald alle Bewohner Bescheid wissen. Vitus fällt es gar nicht so leicht, die Täter in eine engere Auswahl zu nehmen. "Tiger" war bei den Frauen heiß begehrt, sodass der ein oder andere Mann sich möglicherweise seinen Tod gewünscht hätte.

Der Fokus lag nicht nur bei Vitus Fall. Fußball, Intrigen und Geheimnisse werden innerhalb der Geschichte großflächig auseinander gepflückt. Die Spannung blieb dabei nicht von Dauer. Das Thema Fußball wird von verschiedenen Perspektiven betrachtet. Eltern, die Druck an ihren Kindern ausüben und in ihnen die große Karriere sehen. Auch der steinige Weg zum Erfolg spielt eine Rolle.

Unerwartet wurde auch das Liebesleben der Protagonisten breit getreten. Affären gehören zur Normalität und auch sexuelle Bedürfnisse werden je nach Laune bei dem Erstbesten ausgelebt. Für meinen Geschmack total an der eigentlichen Handlung vorbei, was ich sehr schade fand. Denn der Humor war amüsant und unterhaltsam. Diese Geschichte hätte man tatsächlich kürzer fassen können.

Humorvolle Szenen haben für den Spaß am Lesen gesorgt. Der Fußball und die Sexszenen hätten ruhig weniger sein dürfen und dafür mehr Spannung!

Bewertung vom 15.09.2017
Palast der Finsternis
Bachmann, Stefan

Palast der Finsternis


ausgezeichnet

Der Roman "Palast der Finsternis" wurde von dem Autor "Stefan Bachmann" geschrieben und lädt den Leser auf ein geheimnisvolles Abenteuer ein. Erschienen ist das Buch im "Diogenes Verlag".

Im Umland von Paris befindet sich ein Palast, der über Jahrhunderte verschüttet unter der Erde liegt. Der Palast stammt aus der Zeit der französischen Revolution. Anouk und vier weitere Jugendliche begeben sich auf die Reise nach Paris, um das Versteck zu erforschen. Die Expedition ist streng geheim und einzigartig. Doch der Auftrag trägt seine Schattenseiten bei sich. In jedem Raum, hinter jeder Tür befindet sich die nächste Gefahr. Werden sie es gemeinsam lebend hinausschaffen?

Wie oft hält der Diogenes Verlag seine Covers schlicht und einfach. Ein kleines Bild gibt erste Informationen, um was es sich in dem Buch wohl drehen wird. Das sich aber ein so spannendes und mysteriöses Abenteuer hinter diesem Roman verbirgt, hätte ich nicht vermutet.

Stefan Bachmann ist mir als Autor zuvor nicht bekannt gewesen. Sein Schreibstil weckt eine detailreiche Kulisse ohne viel Aufwand und entführt den Leser nach Paris in den unterirdischen Palast. Was sich wohl in dem Palast befindet? Fragen über Fragen stelle ich mir im Laufe des Buches. Antworten erhält man jedoch nicht auf alles. Die Spannung ist geweckt. Unterstützt wird dies durch den Zeitsprung zwischen der heutigen Zeit und dem Jahr 1789.

Die detailreiche Kulisse nimmt aber nicht die ganze Aufmerksamkeit. Im Vordergrund steht die "Außenseiterin" Anouk und die vier anderen Kandidaten, die sie in Paris kennelernt. Anouk ist seltsam und merkwürdig. Ihre distanzierte Art steht zu Anfang im Weg. Ihr ungutes Gefühl jedoch trügt sie nicht. Die fünf Jugendliche sind den Gefahren ausgesetzt und auf sich allein gestellt. Ihre Familien haben sie zurückgelassen. Hintergründe werden im Laufe der Handlung erklärt, wodurch die Kandidaten enger zusammenschweißen.

Die Einblicke in die Vergangenheit verstärken die Neugier und lassen erahnen, was as nächstes geschieht. Die Vorstellung von dem Buch hat sich positiv entwickelt. Im Nachhinein frage ich mich, welcher Genre ist hier gemeint. Obwohl es nach viel Fantasy wirkt, ist die Handlung authentisch. Auch die ungelösten Fragen machen die Geschichte nicht ganz schlüssig. Der Nervenkitzel und der Grusel sind definitiv gelungen.

Ein spannender Roman mit Horror-Gefühl und Abenteuer. Fünf Jugendliche, die mit Willensstärke und Mut sich dem unterirdischen Palast stellen!

Bewertung vom 14.09.2017
Amrita. Am Ende beginnt der Anfang
Khorana, Aditi

Amrita. Am Ende beginnt der Anfang


gut

Der Jugendroman "Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" wurde von der Autorin "Aditi Khorana" verfasst und ist im "Dressler Verlag" erschienen.

Amrita ist die Prinzessin des Königsreichs Shalingar. Als plötzlich das Königreich von dem Tyrann Sikander erobert wird, ist Amrita auf sich allein gestellt. Sie schafft es gemeinsam mit der Prophezeierin Thala die Flucht zu ergreifen und wollen zusammen die Zukunft verändern. Ihnen bleibt keine Wahl, sie müssen zurück in die Vergangenheit reisen, da wo alles begann. Muss Amrita sich zum Schluss noch selber opfern? Amrita und Thala suchen nach Möglichkeiten.

Bevor ich mir die Geschichte näher angesehen habe, ist mir geradezu das Cover entgegen gesprungen. Die detailreiche Zeichnung und die Farbenharmonie haben mich erwartungsvoll gemacht. Die Geschichte ist ebenfalls detailreich umschmückt und bietet einige Facetten. Für mich ähnelt die Geschichte nicht einem typischen Fantasyroman, sondern eher einem orientalischem, indischem Märchen.

Die Erzählung ist spannend und schön gestaltet, trotzdem bin ich bis zum Schluss mit der Geschichte nicht vertraut geworden. Die Art der Geschichte ist nicht großartig was Neues. Viele orientalische Romane, wie z.B. Zorn und Morgenröte, haben mich an die Handlung erinnert. Die Umgebung un die Szenen wurden zwar gut beschrieben und konnte man sich vorstellen, aber überzeugen konnte mich das nicht.

Vor allem der Klappentext hat meiner Meinung nach die Spannung zum Teil zerstört. Wer gerne ohne Vorkenntnisse in die Handlung möchte, sollte sich den nicht durchlesen. Denn der Verlauf der Geschichte ist schön, aber viele Szenen kann man schon erahnen. Mich konnte dadurch die Handlung nicht packen. Am Ende ist dann eine geballte Ladung Spannung, weil sich dort die meisten Geschehnisse stauen und schnell abgearbeitet werden. Der Leser hat keine entspannte Atmosphäre und auch das Mitfiebern wird dort kaum unterstützt. Daher würde ich den Klappentext eher als Zusammenfassung beschreiben, da er zu viele Informationen im Voraus beinhaltet.

Amrita, Thala und die weiteren Charaktere waren sympathisch, haben mich aber ebenfalls nicht packen können. Amrita verkörpert eine typische Prinzessin. Ihre Art ist nicht unbedingt bodenständig. Die Schilderung ist aber gelungen, ich konnte mir ihre Persönlichkeit authentisch vorstellen. Sie wirkte auf mich wie ein Kind, das nicht genau weiß, was es will. Diese Art hat sich dann natürlich auf die Handlung wiedergespiegelt.

Märchenhafte Erzählung hat meine Begeisterung bekommen. Hingegen war die Handlung langatmig und die Charaktere unspektakulär. Ein interessanter Jugendroman, der eindeutig ausbaufähig ist!