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Benutzername: Bambisusuu
Danksagungen: 6 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 38 Bewertungen
Bewertung vom 18.03.2018
Für immer ist die längste Zeit
Fabiaschi, Abby

Für immer ist die längste Zeit


ausgezeichnet

Mit dem Roman "Für immer ist die längst Zeit" hat die Autorin "Abby Fabiaschi" eine herzergreifende und emotionale Geschichte geschrieben, die zudem noch eine tolle Botschaft mit sich trägt. Erschienen ist der Roman im "S. Fischer Verlag".

Maddy hat sich mit dem Sturz vom Dach der Bibliothek das Leben genommen. Brady, Madelines Ehemann, sieht sich als Schuldigen und möchte nach der Ursache suchen. Auch Madelines Tochter Eve ist emotional angegriffen und weiß nicht, wohin mit ihren Gefühlen. Während beide mit ihren Sorgen und ihrem Alltag überfordert sind, blickt die verstorbene Maddy vom Himmel hinab. Nach kurzer Zeit wird ihr bewusst, sie muss etwas ändern. Mit ihren Gedanken, merkt sie, ist es ihr möglich Geschehnisse zu beeinflussen. Wie weit wird ihre Fähigkeit reichen?

Meine Gedanken zu diesem wunderschönen Roman sind kaum in Worte zu beschreiben. Als Leser lernt man drei ganz unterschiedliche Charaktere und ihr Emotionen bzw. Gedanken kennen. Dabei wird keiner in den Vordergrund gedrängt, sodass alles harmonisch ist. Der Schreibstil ist leicht, aber fesselt trotzdem bis zum Schluss. Neugierig werden die Gedanken der Charaktere in den verschiedenen Perspektiven geschildert. Obwohl Madeline verstorben ist, bleibt sie ein Teil der Geschichte. So etwas habe ich zuvor noch nicht gelesen und bin fasziniert von der schönen Idee.

Natürlich ist das Schicksal von Brady und Eve alles andere als leicht. Mit dem Tod der Frau bzw. Mutter umzugehen ist schwer, besonders wenn alles nach einem Selbstmord scheint. Brady zweifelt an seinen Taten als Ehemann und findet nur schwer Bezug zu seiner Tochter. Die Gedankengänge bleiben dabei stets im Fokus, aber sind keineswegs anstrengend oder zu viel.

Eve wurde interessant beschrieben. Mitten in der Pubertät hat man mit vielen "Problemen", wie Zugehörigkeit und Beliebtheit, zu tun. Mit dem Tod ihrer Mutter fällt es Eve schwer wieder in das alltägliche Leben zurückzufinden. Ihre Stimmungen gehen dadurch immer wieder auf und ab, was sehr gut dargestellt wurde.

Die Familienkonstellation finde ich innerhalb des Romanes stimmig. Alle drei Personen sind ein Teil der Handlung. Das Thema "Selbstmord" als Schwerpunkt einer Handlung zu wählen ist mutig, aber auch interessant. Der Roman ist keineswegs dramatisch und hinterlässt kein negatives Bild. Im Gegenteil es beweis wie ein Umgang danach erfolgen kann und regt zum Nachdenken an. Besonders das Ende ist nervenzerreißend und verändert die Sicht der Dinge.

Der Roman hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und besitzt einen grandiosen Schreibstil, der mitten ins Herz geht. Ich kann das Buch wärmstens weiterempfehlen!

Bewertung vom 14.03.2018
Das Glück kurz hinter Graceland
Wright, Kim

Das Glück kurz hinter Graceland


sehr gut

Die Autorin "Kim Wright" hat mit dem Roman "Das Glück kurz hinter Graceland" eine Reise in die Vergangenheit der Rock'N'Roll Zeit gestartet und unterhält auf vielfältige Weise.

Als Blues-Sängerin verdient Cory Ainsworth ihr Geld zum Leben nur schleppend. Eines Tages findet sie jedoch im alten Schuppen ihres Elternhauses das legendäre Auto von Elvis Presley. Cory sieht das Auto als schlagartigen Beweis: Elvis muss ihr biologischer Vater sein! Da ihre Mutter verstorben ist, muss sich Cory selber auf die Suche nach der Antwort machen. Die einzigen Anhaltspunkte sind, dass Corys Mutter als Backgroundsängerin bei Elvis Presley gesungen hat, aber dann doch stattdessen ihre Jugendliebe geheiratet hat. Nun muss Cory dieselbe Route abfahren, um mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden.

Gleich zu Beginn startet die Geschichte voller Spannung und Unterhaltung. Cory ist sympathisch und abenteuerlustig. Sie fackelt nicht lange und beginnt ihre Reise. Trotz weniger Beweise möchte Cory mit allen Mitteln eine Antwort finden.

Auch wenn Honey verstorben ist, spielt sie ebenfalls eine große Rolle in der Handlung. Cory erfährt viel über ihre Mutter und erhält einige hilfreiche Informationen. Doch die Antwort ist schwerer zu finden, als erwartet. Cory bekommt direkt mehrere Spuren. Für Nervenkitzel wird also bis zum Ende gesorgt.

Besonders die Einblicke in die Vergangenheit haben mir gefallen. In das Leben zu der Zeit von der Legende Elvis Presley einzutauchen, war interessant und aufregend. Die Rock'N'Roll-Zeit ist faszinierend und gibt dem Buch einen gewissen Charme. Zusätzlich kommt es immer wieder zu den Perspektivwechseln zwischen Mutter und Tochter, sodass man die Gefühle und Gedanken der beiden Charaktere näher kennenlernt.

Ein bewegendes Buch mit 70er Jahre Flair und ein Muss für Elvis-Fans! Die Mischung aus Fakten und Fiktion haben mir gut gefallen.

Bewertung vom 26.02.2018
Quatsch mit Soße / Ziemlich beste Schwestern Bd.1
Welk, Sarah

Quatsch mit Soße / Ziemlich beste Schwestern Bd.1


sehr gut

Das Kinderbuch "Ziemlich beste Schwestern - Quatsch mit Soße" wurde von der Autorin "Sarah Welk" geschrieben und ist im "Ars Edition Verlag" erschienen. Es beinhaltet schöne und bunte Illustrationen von "Sharon Harmer".

Mit den beiden Schwestern Mimi und Flo erleben kleine Leser ein regelrechtes Abenteuer. Flo und Mimi lieben neue und verrückte Ideen und sind für jeden Spaß zu haben. In 6 verschiedenen Kurzgeschichten bzw. Kapiteln begleiten wir die Schwestern.

Zu Beginn erfahren wir einen Schlechte-Laune-Tag, denn auch kleine Kinder dürfen einmal schlechte Laune haben. Witzig wird die Situation beschrieben und es wird klar, dass auch schlechte Laune schnell zur guten Laune werden kann. Fürs Vorlese-Alter würde ich jedoch Wörter, wie "scheiße" weniger erwähnen.

Haustiere werden in der Geschichte auch fokussiert, welches wirklich das Lieblingsthema bei Kindern ist. Gespannt verfolgt man die Geschichte von Mimi und Flo. Toll sind besonders hierbei die Illustrationen. Auch Emotionen und Gefühle werden bildlich großartig dargestellt.

Kreativität wird in diesem Buch ebenfalls gefördert. Mimi und Flo überlegen sich immer wieder neue Ideen, um den Tag abenteuerlustig zu gestalten. Aufpassen muss man trotzdem, weil auch die kleinen Schwestern es gerne mal übertreiben. Witzig und lustig sind die Ideen aber schon.

Auch als Erwachsener hat man seinen Spaß beim Lesen. Der Schreibstil ist verständlich und unterhaltsam. Alles wird in Kinder-Perspektive erzählt, wodurch man amüsante Einblicke in die Gedanken eines Kindes bekommt.

Eine schöne Geschichte zum Vor- und Selberlesen. Die Ideen sind für Kinder lustig, aber trotzdem im Blick zu behalten. Beim Lesen ist auf jeden Fall eine Menge Spaß dabei!

Bewertung vom 26.02.2018
Die Königin von Lankwitz
Urlacher, Max

Die Königin von Lankwitz


gut

Der Roman "Die Königin von Lankwitz" wurde von dem Autor "Max Urlacher" geschrieben und ist im "Ullstein Verlag" erschienen.

Nachdem Bea und Irene mit ihren Anfang fünfzig gerade aus dem Gefängnis sind, müssen sie eine neue Zukunft für ihre Karriere planen. In ihr altes Leben können sie nach kriminellen Taten auf jeden Fall nicht mehr zurück. Doch Bea und Irene haben schon eine Idee. Sie gründen eine Ich-AG, bei der sie auf Wunsch ihrer Klientinnen Männer ausschalten, die ihnen im Weg stehen. Bea und Irene müssen einen Gang höher einlegen, als sich eine Konkurrenz breitmacht.

Der lustige Klappentext hat mich bereits zum Schmunzeln gebracht. Bea und Irene sind zwei taffe Frauen, die auch in ihrem Alter ein untypisches Hobby pflegen. Statt sich zur Ruhe zu legen oder einem Job nachzugehen, gehen sie lieber kriminellen Machenschaften nach. Mit schwarzem Humor und einer Leichtigkeit erlebt der Leser den Alltag der beiden Frauen mit.

Besonders zu Beginn enthält die Handlung viel Witz und bringt immer wieder zum Lachen. Bea und Irene setzen sich mit ihrer illegalen Karriere auseinander und scheinen sich keiner Schuld bewusst zu sein. Ihre Professionalität bringt zu ihren Gunsten eine tolle Trittleiter für den Aufstieg ihrer Ich-AG. Das Geschehen spielt in Berlin, wo Bea und Irene bereits bekannt sind.

Hinter den tollen Charakteren und dem gewissen Charme, hat mir jedoch die Spannung gefehlt. Nach anfänglichem Humor wurde es Stück für Stück zu einer langweiligen Handlung, der es an einem guten Spannungsaufbau gefehlt hat. Schade eigentlich, da mir der Ansatz gut gefallen hat. Das Lesen ist mir dadurch langatmig vorgekommen und auch das Ende kam mir zu abrupt.

Lustige Protagonistinnen und eine interessante Idee, die aber auf jeden Fall ausbaufähig sind. Der lockere Schreibstil hat mir dabei am meisten gefallen!

Bewertung vom 26.02.2018
Hafenkino
Wolff, Steffi von

Hafenkino


gut

Die Autorin "Steffi von Wolff" bringt mit ihrem Roman "Hafenkino" den Leser auf ein lustiges Segel-Abenteuer. Erschienen ist das Buch im "Delius Klasing Verlag".

Was ist, wenn man den Mann mit einer anderen teilen muss? Als Zweitfrau ist es in einer Beziehung nicht einfach und erst recht nicht, wenn die "Andere" ein Segelboot ist. Steffi von Wolff berichtet in 18 Kapiteln von einem Leben als Lebensgefährtin eines Seglers. Von den Schwierigkeiten des An- & Von-Bord-Kommens über den Besuch von Bootsausstellungen bis hin zur Wetter-App wird hier kein Thema zurückgehalten.

Steffi von Wolff hat mit diesem Buch eine gute Mischung aus Erzählung und Sachbuch geschaffen. Denn Segelanfänger erfahren zahlreiche Tipps und Fortgeschrittene haben einiges zum Schmunzeln. Die Handlung beinhaltet viel Selbstironie und überspitzt den Alltag eines Seglers. Das Thema klang auf Anhieb interessant, auch wenn ich mich nicht mit dem Protagonisten identifizieren konnte.

Eine Dreiecksbeziehung dieser Art stelle ich mir alles andere als einfach vor. Die Vorliebe zu Booten statt zu Menschen wird immer wieder auf die Schippe genommen. Lachen kann man da kräftig, wenn man mit dem Thema vertraut ist. Da ich keine Erfahrung besitze, kam bei mir schnell gähnende Leere auf. Ich hab mir mehr Leichtigkeit und Unterhaltung erhofft. Oft kamen mir die Sprüche zu überspitzt vor, sodass ich nach wenigen Kapiteln nicht mehr das Abenteuer spüren konnte. Häufige Witze kamen erzwungen herüber und wirkten aufgesetzt auf mich. Der Schreibstil war gelungen, aber bis zum Schluss konnte ich mich leider nicht in die Geschichte einfinden. Vielleicht muss man tatsächlich segelbegeistert sein, um sich unterhalten zu fühlen.

Der Humor kam bei mir nicht an und auch das Segel-Abenteuer konnte ich nicht bis zum Schluss genießen. Einen tollen Schreibstil der Autorin habe ich trotzdem gemerkt und kann das Buch eher eingefleischten Segel-Liebhaber empfehlen!

Bewertung vom 26.02.2018
Lied der Weite
Haruf, Kent

Lied der Weite


ausgezeichnet

Der verstorbene amerikanische Autor "Kent Haruf" hat den berührenden Roman "Lied der Weite" geschrieben, welcher im "Diogenes Verlag" erschienen ist. Umhüllt von Leinenband beinhaltet die Geschichte 384 Seiten.

Mit 17 Jahren wird Victoria vor die Tür gesetzt. Sie ist schwanger, verlassen worden von ihrem Freund und seither einsam. Ihrer Lehrerin Maggie bietet ihr eine Bleibe bei den Brüdern McPheron, zwei Viehzüchter. Das Leben von sieben Menschen wird in der Kleinstadt Holt in Colorado komplett auf den Kopf gestellt.

Nach dem Bestseller "Unsere Seelen bei Nacht" von Kent Haruf ist auch dieser Roman neu aufgelegt worden. Der unverkennbare, ruhige Schreibstil ist in der Handlung erhalten geblieben. Anders als bei klassischen Belletristik-Büchern gelingt es Kent Haruf Spannung aufzubauen ohne viel Schnickschnack.

Die fiktive Kleinstadt Holt in Colorado bildet den Mittelpunkt seiner Geschichte. Eine einfache und ruhige Stadt, die aber den Alltag von sieben Menschen umkrempelt und vielfältiger nicht sein könnte. Bei dem Schreibstil fällt dabei die Eintönigkeit auf. Die wörtliche Rede wird ohne Anführungszeichen geführt und verschwimmt mit der Erzählung. Das wollige Gefühl wird dadurch nicht gestört.

Bei sieben Charakteren ist die Tiefgründigkeit auf 384 Seiten keine Leichtigkeit, was aber Kent Haruf mit Bravur meistert. Victoria erfährt zu Beginn in ihren jungen Jahren starke Schicksalsschläge. Die Ablehnung der Mutter, kein Dach über dem Kopf und dann ein neues Leben schaffen. Die Brüder McPheron sind nachvollziehbar skeptisch und wissen nicht, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Der Zwiespalt und die Emotionen werden schlicht verpackt, treffen aber direkt und sind mitreißend. Mitfühlend erlebt man das Zusammenleben.

Tiefgang entsteht ebenfalls durch den Wechsel der Protagonisten. Die Gefühle von Victoria und Einblicke in das Leben ihrer Lehrerin werden offen gelegt. Gleichzeitig kämpfen Tom Guthrie und seine Söhne Ike und Bobby Guthrie für ein normales und bodenständiges Leben. Die Charaktere werden hierbei liebenswert beschrieben. Schicksale, Sorgen, Ängste und andererseits Freude, Liebe und Zuneigung, die die Mitbewohner der Kleinstadt Holt widerfahren. Als Leser liest man die Zeilen und hat das Gefühl, als wäre man vor Ort.

Sieben Menschen und dessen Erlebnisse werden mit Tiefgründigkeit emotional beschrieben. Ein faszinierender Roman mit typischem Schreibstil des Autors Kent Haruf!

Bewertung vom 03.01.2018
The Woman in Cabin 10
Ware, Ruth

The Woman in Cabin 10


ausgezeichnet

Der Thriller "Woman in Cabin 10" wurde von der englischen Autorin "Ruth Ware" geschrieben und ist im "dtv-Verlag" 2017 erschienen. Nach ihrem Weltbestseller und erstem Thriller "Im dunklen, dunklen Wald" wagt Ruth Ware den nächsten Thriller.

Lo ist Journalistin und hat die Möglichkeit ihre schwangere Chefin auf einem Luxusschiff zu vertreten. Kurz zuvor wird bei ihr Zuhause eingebrochen und sie wird Opfer eines Angriffes. Die Kreuzfahrt ist daher ungünstig, doch die Chance will sie sich nicht entgehen lassen. Lo wird eines Nachts hautnah zur Zeugin eines Mordes. Doch Glauben schenkt ihr keiner. Die Kabine ist nie belegt gewesen. Lo verzweifelt an ihrem Verstand. Hat es den Mord wirklich gegeben? Und wenn doch, befindet sich der Mörder noch unter ihnen.

Das Buch wurde in vielen Zeitschriften und Werbungen bereits präsentiert, wodurch ich ebenfalls aufmerksam geworden bin. Die Autorin ist mir vom Hören bekannt, ihren Schreibstil kannte ich jedoch nicht. Der Thriller wirkt stilvoll, durchdacht und ähnelt stark der Mentalität von Agatha Christie.

Für einen Thriller verhält sich das Buch mit 384 Seiten in einem akzeptablen Bereich und lässt sich ohne Langatmigkeit lesen. Zu Anfang wirkt der Thriller ruhig. Auch der Einbruch weckt in mir zuerst keine großartige Spannung. Was zu Anfang unnötig erscheint, zeigt später wichtige Hintergründe. Die Autorin schafft es die Hauptprotagonistin Lo in einen bestimmten Blickwinkel zu setzen.

Die Journalistin Lo Blacklock ist mir nicht unbedingt ans Herz gewachsen, trotzdem schafft es die Autorin ihre Gedanken und Gefühle mir näher zubringen. Ich hatte das Empfinden, ich wäre vor Ort. Lo kämpft mit starken Angstzuständen. Antidepressiva gehören seitdem zu ihrem Alltag. Auch der Einbruch macht ihr auf dem Schiff weiterhin zu schaffen. Ihr distanzierte Art kann ich nach den Informationen eher nachvollziehen.

Trotz Ängste, Erpressungen und keinem Rückhalt wagt Lo die Suche nach dem Täter. Beim Leser wird dabei mit großer Verwirrung gespielt. Die Verdächtigen halten sich in Grenzen, jedoch könnte jeder auf der Kreuzfahrt in Frage kommen. Lo Blacklocks ist unschlüssig und weiß selbst nicht, was die Wahrheit ist. Psychologische Spannung wird dabei aufgebauscht. Bildet sich Lo alles ein? Ihre Antidepressiva versetzen sie in Schwankungen und bringen Lo in große Gefahr. Vertrauen kann sie niemandem. Der Nervenkitzel steigt dabei bis zur letzten Seite.

Ein guter Thriller, der den Leser fesselt und mitreißt. Der schlichte Schreibstil setzt den Fokus auf die Handlung und lässt trotzdem die Spannung erhalten!

Bewertung vom 03.11.2017
Mieze Undercover
Teichert, Mina

Mieze Undercover


ausgezeichnet

Der Roman "Mieze Undercover" ist der erste Fall für Mieze Moll und wurde von der Autorin "Mina Teichert" geschrieben. Erschienen ist der Krimi im "Eden Books Verlag".

Mieze Moll hat nicht nur einen liebevollen Ehemann, sondern auch eine bezaubernde Tochter. Ihre Freizeit verbringt sie als glückliche Ehe- und Hausfrau. Mieze möchte jedoch aus ihrem trostlosen und öden Leben entfliehen. Um Vielfalt in ihr Leben zu bringen, bewirbt sie sich spontan für einen Bürojob in einem Polizeirevier. Schnell erhält sie die Zusage. Bei einem Undercovereinsatz in einer Table-Dance-Bar begeistert Mieze ihre Kollegen und erhält direkt eine Beförderung. Doch das Gleichgewicht zwischen Mutter und Undercover-Agentin zu sein fordert viel Kraft und Mut.

Daniela Katzenberger als Hauptcharakter in einem Krimi, ist das möglich? Das schrille rosa Cover mit Daniela springt mir förmlich ins Auge. Meine erste Vermutung war eine weitere Biografie, womit ich mich getäuscht habe. Denn stattdessen handelt es sich um einen spannenden Krimi mit Witz und Charme. Überraschenderweise zeigt sich Daniela Katzenberger facettenreich. Die Autorin hat dabei ihren Charakter gut in Szene gesetzt, aber ihre Art trotzdem authentisch gelassen.

Mieze Moll ist verrückt, quirlig und lässt sich kein Blatt vor den Mund nehmen. Dennoch kommt sie dem Leser durch ihre liebe und sympathische Art vertraut vor. Der Bezug zu Daniela Katzenberger ist gelungen. Nicht nur als liebevolle Ehefrau schafft es Mieze mich als Leser von sich zu begeistern. Ihre Ermittlungen funktionieren mit einer Leichtigkeit und sind fesselnd. Die Abwechslung aus dem Mutti-Alltag tut der jungen Mutter gut. Mieze blüht auf und versucht ihren Job als Undercover-Agentin nicht zu vermasseln. Die Spannung kommt dabei nicht zu kurz.

Die Autorin Mina Teichert schafft eine humorvolle Geschichte mit guter Unterhaltung und fesselt mit ihrem Schreibstil. Nervenkitzel ist garantiert. Als Leser habe ich gespannt die Ermittlungen mitverfolgt und habe auf das Ende hingefiebert. Die Kombination aus Witz und Krimi hat mir gefallen. Auf die folgenden Fälle von Mieze Moll freue ich mich schon.

Bewertung vom 02.10.2017
Die Gärten von Istanbul
Ümit, Ahmet

Die Gärten von Istanbul


gut

Der Kriminalroman "Die Gärten von Istanbul" wurde von dem bekannten türkischen Autor "Ahmet Ümit" verfasst und ist im "btb-Verlag" erschienen. In der Türkei ist Ahmet Ümit ein Wegbereiter des Kriminalromans und hat mit diesem Roman einen Bestseller geschaffen.

Nevzat, der Oberinspektor des Morddezenats, kennt die Stadt Istanbul wie seine Westentasche. Auch seine Frau und seine Tochter wurden Opfer eines Verbrechens, das nie aufgeklärt wurde. Trotzdem entschließt sich Nevzat bei dem aktuellen Fall mitzuhelfen. An der Atatürk-Statue wird eine Leiche gefunden. Das Opfer ist ein Professor für Kunstgeschichte. Weitere Leichen werden daraufhin gefunden und alle haben eine Verbindung zu historischen Wahrzeichen in Istanbul. Ein jahrtausendalte Geschichte wird aufgerollt...

Bei dem Buch "Die Gärten von Istanbul" handelt es sich nicht nur um einen einfachen Kriminalroman. Er hat eine tiefgründige Bedeutung und beinhaltet viele Informationen über die Stadt zwischen zwei Kontinenten. Der Autor Ahmet Ümit ist durch seine politische und kritische Ansicht bekannt und beschäftigt sich viel mit der Stadt.
Faszinierend sind die sagen- und märchenhaften Hintergründe, die über die Stadt Istanbul innerhalb des Romans aufgedeckt werden. Man taucht hier in eine ganz andere Welt ein. Die Morde werden immer wieder mit der Historie verknüpft und sind alles andere als oberflächlich. Hier merkt man, dass der Autor sich lange und intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Wer nach Tiefgang sucht und historische Bücher gerne liest, ist hiermit sicherlich fündig geworden.

Der Krimi-Anteil hat mir jedoch häufig gefehlt. Bei über 700 Seiten wird die Geschichte Istanbuls in die Länge gezogen. Obwohl Nevzat und sein Team die Fälle aufklären wollen, ist die Spannung im Hintergrund geblieben. Viele Morde, aber keine mitfiebernde Stimmung. Als Leser wird man kaum in die Handlung integriert. Im Vergleich zu deutschen Krimis sind keine Verdächtige eindeutig zu erkennen, sodass das Miträtseln mir schwer gefallen ist. Eigentlich schade, da die Geschichte interessant klang.

Leider fehlende Spannung, obwohl der geschichtliche Hintergrund gut ausgebaut wurde. Vielleicht aber auch zu viele Informationen? Für wissbegierige sicherlich ein toller Roman!

Bewertung vom 30.09.2017
111 Orte in Klagenfurt und am Wörthersee, die man gesehen haben muss
Nagele, Andrea

111 Orte in Klagenfurt und am Wörthersee, die man gesehen haben muss


ausgezeichnet

Die Autorin "Andrea Nagele" ist für ihre zahlreichen Krimis bekannt und führt mit dem Reiseführer "111 Orte in Klagenfurt und am Wörthersee, die man gesehen haben muss" den Leser in eine wunderschöne Stadt mit interessanten Schauplätzen.

Die Stadt Klagenfurt liegt am größten See Kärntens, der Wörthersee. Umgeben wird der See von Gebirge und eignet sich für lange Spaziergänge und große Radtouren. Die Seenlandschaft im mediterranen Ambiente ladet zu einem erholsamen Ausflugstrip nach Österreich ein. Die Verknüpfung zwischen alten Bauwerken, interessanten, Museen und entspannungsvollen Orten machen die großartige Mischung aus. Klagenfurt ist ein magischer Ort, der voller Sagen und Legenden steckt. Eine Reise ist diese Stadt allemal wert...

In dieser Reihe sind mittlerweile zahlreiche Reiseführer erschienen, welche mit diesem Buch über die Stadt Klagenfurt und der Wörthersee erweitert wird. 111 Orte kann kaum ein Reiseführer bieten, somit hat man in diesem Buch eine große Auswahl. Fündig wird man bei den vielen Sehenswürdigkeiten selbstverständlich.

Es ist persönlich gestalten, da die Autorin selber in Klagenfurt lebt und uns Orte zeigt, die in anderen Büchern möglicherweise nicht zu finden sind. Viele Reisetipps waren neu für mich. Ich bin fasziniert, was für eine schöne Stadt hinter diesen tollen Sehenswürdigkeiten steckt. Das Buch erhält durch die Autorin etwas Einzigartiges und hebt sich von den alltäglichen Reiseführern ab. Im Vorwort erklärt die Autorin zudem noch ihre Hintergründe für dieses Buch.

Nach einem kurzen Verzeichnis starten direkt die 111 Orte. Zu jeden Sehenswürdigkeit erhält man ein Bild, was auch nicht bei allen Reiseführern üblich ist. Die Stadt wird durch viele Mythen, Sagen und Legenden ummantelt, die interessant zu verfolgen sind. Die Erzählung ist teilweise recht märchenhaft und hat meine Neugier geweckt. Der Karner von Tigring, der Spionerker und viele Museen geben mehr Informationen über die historischen Hintergründe.
Eine kleine Karte in den letzten Seiten soll für die Orientierung dienen, ist aber für "Unbekannte" nicht eindeutig zu entschlüsseln. Hier sollte man sich eine weitere Karte dazuholen.

Interessante Orte in einem kleinen Buch zusammengefasst. Auf Reise ist es handlich und einfach zu transportieren. Die Mischung aus Historik und Wellness macht die Stadt zu einem erlebnisreichen Erholungsurlaub!