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Benutzername: Bambisusuu
Danksagungen: 7 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 62 Bewertungen
Bewertung vom 05.12.2019
Das kleine Glück am Weihnachtsabend
O'Flanagan, Sheila

Das kleine Glück am Weihnachtsabend


sehr gut

Der Weihnachtsroman "Das kleine Glück am Weihnachtsabend" von der bekannten Autorin Sheila O'Flanagan aus dem Insel Verlag entzückt mit seinem bezaubernden Cover und sorgt für weihnachtliche Stimmung.

In der Geschichte spielt sich alles rund um das Hotel "Die Sugar Loaf Lodge" von Claire und Neil Archer in den Wicklow Montains. Zuerst bleiben die Buchungen in der Vorweihnachtszeit aus. Doch nach einer Annonce häufen sich die Gäste und an Weihnachten ist das Hotel ganz überfüllt. Die Gäste könnten nicht unterschiedlicher sein. Alle haben ihre eigenen Erlebnisse und Schicksale, aber trotzdem möchten sie ihre Weihnachtszeit besinnlich genießen.

Die Erzählung der Autorin gefällt mir. Die Handlung hat etwas Märchenhaftes und man fühlt sich wie in einem winterlichen Wunderland. Die Kulisse habe ich auf Anhieb vor Augen und kann das Buch für die Vorweihnachtszeit nur empfehlen. Mir gefällt der Aufbau der Handlung. Denn in jedem Kapitel wird ein neuer Charakter in den Mittelpunkt gestellt. Neben dem Heute erfährt man auch mehr über dessen Vergangenheit und Gedanken. Zum Teil ist das Buch dadurch sehr emotional und nachdenklich. Geschmackssache, ob man sowas zur Weihnachtszeit lesen mag. Aber ich fand es sehr schön und besinnlich. Mir gefällt die Tiefgründigkeit. Für jeden Charakter gab es genug Beachtung und die verschiedenen Persönlichkeiten haben für gute Unterhaltung gesorgt. Für jeden Leser gibt es hier bestimmt eine Person, mit der man sich identifizieren kann. Insgesamt eine warmherzige Geschichte, in der es mal auf eine andere Art drunter und drüber geht. Amüsant ist es auf jeden Fall und am Ende erhält jeder sein kleines Glück am Weihnachtsabend!

Bewertung vom 14.09.2019
Die schönste und die traurigste aller Nächte
Gomyde, Maurício

Die schönste und die traurigste aller Nächte


sehr gut

Der Liebesroman "Die schönste und die traurigste aller Nächte" von dem Autor Maricio Gomyde packt bereits nach wenigen Seiten. Für Liebhaber des Roman "Die Frau des Zeitreisenden" ist es absolut empfehlenswert.

Victor träumt bis heute immer noch von seiner ersten großen Liebe Amanda, denn beide wurden durch ein Schicksalsschlag schlagartig voneinander getrennt. Seitdem durchlebt er merkwürdige Zeitreisen. Glückliche Momente erlebt Victor ein zweites Mal und traurige Momente versetzen ihn in die Zukunft. Diese Eigenschaft kann er jedoch nicht ablegen oder wenigstens steuern. Amanda wird für tot erklärt, bis sie plötzlich nach zwanzig Jahren wieder auf Victor trifft...

Der Schreibstil des Autors ist wunderschön und fesselnd. Es ist eine Mischung aus Liebes- und Fantasyroman, obwohl ich sonst eigentlich ziemlich selten Fantasy lese oder mag. Das Buch hat mich daher überrascht. Die Fantasy-Elemente wirkten trotzdem authentisch und haben umso mehr für Spannung gesorgt.

Der Hauptcharakter Victor wurde toll dargestellt und hat mich auch emotional mitreißen können. Seine Gedanken und Gefühle wirkten ebenfalls realistisch. Durch die abwechselnde Perspektive konnte ich mich gut in Victor und Amanda hineinversetzen. Neben der gemeinsamen Liebesgeschichte, gehen beide ihre eigenen Wege, die man als Leser gelungen mitverfolgen kann. Im Zwiespalt mit der Vergangenheit entstehen ungeahnte Folgen. Die Suche nach dem Glück steht dabei immer im Fokus und demonstriert die Leidenschaft der beiden Protagonisten. Amanda ist mir auch sympathisch gewesen, nur konnte ich mich auf Victor, als Charakter, mehr einlassen.

Die Geschichte zwischen Victor und Amanda ist wirklich herzzerreißend und mitfiebernd. Ich bin gerne beiden Personen gefolgt und hatte Spaß in die spannende Handlung einzutauchen. Eine klare Empfehlung!

Bewertung vom 21.06.2019
Fünf Sterne für dich
Lucas, Charlotte

Fünf Sterne für dich


sehr gut

Die Autorin Charlotte Lucas hat mit dem Roman "Fünf Sterne für dich" eine unterhaltsame Liebesgeschichte geschrieben, die zum Lachen bringt und die heutige Zeit nicht besser beschreiben könnte.

Interessant und authentisch wird die Handlung in zwei Perspektiven geschildert. Einmal gibt es den Bewertungsprofi Konrad, der mit zahlreichen Rezensionen und Bewertungen im Internet sein Geld verdient. Dabei ist seine Sichtweise meist direkt, sodass auch Konrad privates Umfeld gerne in sein Bewertungsschema gerät. Und dann gibt es noch Pia, die Lehrerin seiner Tochter Mathilda. Als sie ungewollt auf seine Bewertung von ihr persönlich stößt, schwört Pia Rache.

Das Buch macht durch das Cover und den farbigen Buchschnitt einen fröhlichen Eindruck. Auch die Geschichte hat meinen Geschmack getroffen. Die Charaktere Pia und Konrad sind mir sofort sympathisch und machen einen realistischen Eindruck. Pia versucht als junge Klassenlehrerin mit allen Mitteln durchzugreifen. Der Druck ist nicht einfach und schon gar nicht, wenn selbst Eltern ihren Job nicht ernst nehmen. So auch Konrad, der sich als alleinerziehender Vater und Rezensent von fast jedem neuen Artikel auf dem Markt nun dadurch auch als Elternsprecher beweisen darf.

Der Schreibstil ist dabei grandios und fesselnd. Während Pia und Konrad mit ihren persönlichen Problemen zu kämpfen haben, taucht man als Leser zusätzlich auch immer mal wieder in den Alltag der Schüler. Mit lustigen Chatverläufen ist der heutige Zeitgeist getroffen worden. Aber auch das Thema "Mobbing" wird offensichtlich behandelt und tiefgründig dargestellt. Das Verhältnis zwischen Pia und Konrad gibt dem Ganzen noch die Spannung, sodass der Roman ein wirkliches Komplettprogramm beinhaltet. Ich hatte viel Spaß beim Lesen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.06.2019
Auris / Jula Ansorge Bd.1
Kliesch, Vincent

Auris / Jula Ansorge Bd.1


ausgezeichnet

"Auris" (= das Ohr) ist nicht nur ein besonderer Titel und ähnelt einem bekannten Thriller, sondern ist unterhaltsam, spannend und sorgt für jede Menge Nervenkitzel. Die Autoren Vincent Kliesch und Sebastian Fitzek haben gelungen zusammengearbeitet.

Der berühmte Phonetiker Matthias Hegel ist Profi in seinem Gebiet. Anhand von Klängen und Lauten aus Kehlkopf, Rachen oder durch die Atmung kann Hegel Wahrheit von Lüge unterscheiden. Trotzdem sitzt er nun im Gefängnis und soll einen Mord gestanden haben. Doch ist sein Geständnis glaubwürdig? Jula Ansorge, die True-Crime Podcasterin, möchte unbedingt die Wahrheit herausfinden. Sie ist felsenfest überzeugt, Hegel wurde zu unrecht bestraft und unschuldige Verurteilte zu rehabilitieren ist ihre große Leidenschaft. Ihre Ermittlungen bleiben jedoch nicht unbemerkt, sodass sie sich selbst in Gefahr begibt...

Besser könnte ein Start einer neuen Thriller-Reihe nicht sein. Bereits nach wenigen Seiten bin ich gefesselt. Wie bereits bei Fitzeks Roman "Der Insasse" spielen die beiden Autoren stark mit den Gefühlen des Lesers. Aufhören zu lesen viel mir schwer, nach zwei Tagen bin ich voller Nervenkitzel am Ende angelangt.

Der Aufbau der Handlung ist von Anfang bis zum Ende hin stimmig und spannend. Die Geschichte wirkt lebendig und rasant, was an den vielen Perspektiv- und Zeitwechseln liegt. So erlebt man als Leser Julas und Hegels Sicht, aber auch Einblicke in die Täterrolle. Die Zeitsprünge wirken zu Beginn undeutlich, doch nach kurzer Zeit wurde mir der Zusammenhang klar. Als Leser erfährt man hierdurch wichtige Informationen aus der Vergangenheit, die bei diesem Fall entscheidend sind.

Die beiden Hauptcharaktere Jula und Hegel finde ich beeindruckend geschildert. Sie wirken authentisch. Jula ist mir direkt sympathisch und ihre Neugier ist nachvollziehbar. Hegel hingegen wirkt professionell und zu Beginn distanziert. Sein Talent als Phonetiker habe ich spannend verfolgt, wodurch die Szenen umso fesselnder wurden. Ich habe nicht nur mitgefiebert, sondern regelrecht mitgerätselt. Aber besonders die Idee, ob alles eine Wahrheit oder eine Lüge ist, wurde genial umgesetzt.

Bewertung vom 24.05.2019
Ein Sommer voller Himbeereis
Haasis, Persephone

Ein Sommer voller Himbeereis


sehr gut

Die Liebesgeschichte "Ein Sommer voller Himbeereis" wurde von der Autorin Persephone Haasis geschrieben und ist ihr gelungener Debütroman.

Pauline hat sich mit ihrem Eiscafé "Paulines Eishimmel" einen Traum erfüllt. Mit ihren faszinierenden Ideen und neuen Eiskreationen begeistert sie ihre Gäste. Doch ihre Geldsorgen machen Pauline zu schaffen. Aber auch das Glück in der Liebe ist ihr nicht gegönnt. Um ihre Schwierigkeiten zu vergessen, versteckt Pauline heimlich, in dem Antiquitätenladen von Anna, Zettel mit ihren Wünschen. Bis es zu einer unbekannten Antwort kommt...

Die wunderschöne Handlung liest sich durch den traumhaften Schreibstil toll, sodass man in Kürze die Lesezeit vergisst. Die Kulisse und Charaktere sind interessant und habe ich schnell bildlich vor Augen. Besonders Pauline mit ihrer zuvorkommenden Art habe ich auf Anhieb gemocht.

Neben den Sorgen von Pauline und ihren einfallsreichen Ideen für neue Eissorten, tauche ich als Leser auch in den wunderschönen nostalgischen Antiquitätenladen. Die Einrichtung habe ich nach mehreren Kapiteln vor Augen. Umso schöner finde ich die geschriebenen Briefe von Pauline. Als Leser ist man gespannt, wer sie wohl zuerst findet.

Gleichzeitig erlebt man die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Denn auch Christian, der Enkelsohn von Anna, ist in großer Teil des Geschehen. Seine zu Beginn arrogante und merkwürdige Art ist abschreckend. Doch schnell merkt man, dass er sich jedoch hinter einer Fassade versteckt. Obwohl Christian den Bau eines Shopping-Center umsetzen möchte, plagt ihm nach kurzer Zeit das schlechte Gewissen. Wird Pauline das Eiscafé behalten können?

Eine wundervolle Geschichte, die traumhaft geschrieben ist und perfekt zum Sommer passt!

Bewertung vom 19.05.2019
Das kleine Hotel in der Provence
Stieglitz, Marion

Das kleine Hotel in der Provence


ausgezeichnet

Der Liebesroman "Das kleine Hotel in der Provence" ist mir durch das wunderschöne Cover mit dem tollen Ausblick ins Auge gestoßen und hat mich auf Anhieb begeistert. Aber auch die Geschichte lädt zum Träumen ein und sorgt für tolle Urlaubsgefühle.

Nach einem misslungen Jahrestag mit ihrem Freund Jan hat Lilly keine Lust mehr auf die Liebe und möchte ihren Traum in die Tat umsetzen. Kurzerhand beschließt sie ihr Leben in Deutschland zu verabschieden und einen Neustart in Frankreich zu beginnen. In der Provence eröffnet sie ihr eigenes Hotel und das nur für Single-Frauen. Doch der Schein trügt, das Hotel ist renovierungsbedürftig. Hinzu kommt der attraktive Olivier, der Lilly häufiger über dem Weg läuft, als es ihr lieb ist.

Der Roman hat das perfekte Gesamtpaket. Die Geschichte ist leicht und locker geschrieben. Die Charaktere sind mir nach kurzer Zeit vertraut, sodass ich mich wohl fühle. Besonders Lilly gibt mir das Gefühl, als würde ich sie eine Ewigkeit kennen. Aber auch die Nebencharaktere bieten Charme und interessante Eigenschaften.

Lilly ist mir mit ihrer romantischen und authentischen Art sofort sympathisch. Ihren Alltag verfolge ich als Leser gerne. Mit der Erfüllung ihres Traumes vom eigenen Hotel ist man als Leser gespannt, wie Lilly ihre Pläne in die Tat umsetzt. Ihre Entscheidung ihr altes Leben hinter sich zu lassen und eigenständig in die Provence zu ziehen ist gewagt, aber mutig zugleich. Ohne Zögern trifft sie diese Entscheidung und zeigt der Männerwelt erstmal die kalte Schulter.

Den Genuss des Single-Lebens hält nicht lange an, denn schnell kommt der ein oder andere Mann in Lillys Leben. Turbulente Szenen und Schwierigkeiten habe ich amüsant verfolgt. Nebenbei ist man gebannt durch die Vorbereitungen des Hotels.

Besonders gefallen hat mir idyllische Beschreibung von der Provence. Die Felder, die Kultur und die Atmosphäre hatte ich prima bildlich vor Augen.

Bewertung vom 03.05.2019
An der Förde singt der Tod
Jörnsson, Bengt Thomas

An der Förde singt der Tod


ausgezeichnet

Der Krimi "An der Förde singt der Tod" ist mein erster Kriminalroman des Autors Bengt Thomas Jörnsson und mit Sicherheit nicht mein letzter Roman. Die fesselnde Spannung und gelungene Unterhaltung haben mich überzeugt. Aber auch das amüsante Thema "Mord innerhalb einer Casting-Show" finde ich einfallsreich gewählt.

An der Ostsee befindet sich die neue Casting-Show "Damp sucht den Topstar", auch "DSDT" genannt, mitten bei den Dreharbeiten. Die Teilhaber erhoffen sich einen Riesenerfolg. Doch dann wird die Moderatorin Lydia Kayser tot aufgefunden und schnell ist klar, hierbei handelt es sich um Mord. Die Kommissare Paul Beck und Nick Harder sind zur Stelle und nehmen ihren neuen Fall an. Eine undurchschaubare Welt voller Geheimnisse und Intrigen erwartet die beiden Kommissare, sodass sie ein Risiko wagen und Becks Freundin Lotta Lundkvist undercover als neue Moderatorin einschleusen. Ob das die richtige Entscheidung war?

Ein Mord innerhalb einer Casting-Show ist für mich etwas Neues und hat mich neugierig gemacht. Wer möchte nicht mal hinter die Fassade einer erfolgreichen Sendung blicken? Dem Autor ist die Umsetzung dieser fiktiven prominenten Kulisse und die aufregende Atmosphäre gelungen.

Als Leser fühle ich mich nach kurzer Zeit mitten im Geschehen. Die Ermittlungen der Kommissare Paul Beck und Nick Harder wirken durch ihre authentische Art realistisch und habe ich bildlich vor Augen. Beide Kommissare wirken sympathisch, haben eine direkte Art und könnten nicht unterschiedlicher sein. Neben amüsanten Sprüchen sind die beiden immer für einen Spaß zu haben.

Die Spannung geht trotz der unblutigen und harmlosen Schreibweise nicht verloren. Denn nach dem Mord gibt es zu Beginn viele Verdächtige, sodass die Ermittler noch im Dunkeln tappen. Neben den Juroren kommen auch die sechs Kandidaten als Täter in Frage. Stück für Stück erfährt man als Leser Motive und Hintergründe der möglichen Täter, dabei kommt kein Charakter zu kurz. Als Leser habe ich deshalb bis zum Schluss mitgefiebert und konnte mir den Täter erst spät genauer ausmalen. Der Autor spielt nämlich gekonnt mit der Psyche und verwirrt den Leser absichtlich in verschiedene Richtungen.

Besonders gefallen hat mir der Blick hinter die Kulissen der Casting-Show. Allein schon die Idee mit "DSDT" abgeleitet von der Sendung "DSDS" fand ich amüsant. Auch der Haupt-Juror Boland hat mich häufig zum Schmunzeln gebracht. Auch die einzelnen Kandidaten haben interessante Persönlichkeiten mit tiefgründigen Geschichten. Neben den facettenreichen Charakteren erlebt man hautnah das Show-Business. Trotz der toten Moderatorin muss weiter für Einschaltquoten, Gesangstunden und Nachschub gesorgt werden. Die Intrigen und Geheimnisse kann ich mir auch im realen Geschäft vorstellen.

Ein absolut amüsanter, fesselnder Krimi mit tollen Charakteren und spannenden Ermittlungen. Für Drama und Einschaltquoten wird in diesem Roman auf jeden Fall gesorgt!

Bewertung vom 29.04.2019
Suppenbrunzer
Lingen, Nicole

Suppenbrunzer


ausgezeichnet

Das Krimidebüt "Suppenbrunzer" der Autorin Nicole Lingen fesselt von Beginn an. Der Leser befindet sich nach kurzer Zeit mitten im Geschehen und bekommt die Ermittlungen der Kommissarin Sophia Alvarez authentisch mit. Die Kriminalgeschichte aus dem Emons Verlag verschlägt nach Niederbayern. Die Kulisse eignet sich prima für eine spannende Geschichte.

Sophia Alvarez ist eine interessante Kommissarin, die auf mich direkt sympathisch wirkt. Auch ihre direkt und temperamentvolle Art ist unterhaltsam, jedoch für ihren Beruf nicht immer leicht. Genau aus diesem Grund wird Sophia von München in den Bayrischen Wald strafversetzt. Ausgerechnet der Ort, an dem sie aufgewachsen ist und eigentlich nie wieder zurück wollte. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft ereignet sich ein dramatischer Vorfall. An Pfingsten geht ein junges Mädchen in Flammen auf. Der Polizeichef der Dorfgemeinschaft geht von einem Suizid aus. Doch Sophia ist felsenfest von einem Mord überzeugt und möchte diesen mit allen Mitteln lösen...

Obwohl das Buch erst etwas unscheinbar wirkt, ist es dennoch aufregend und spannend aufgebaut. Die Autorin Nicole Lingen spielt gekonnt mit den Nerven des Lesers. Außerdem ist hier gelungen die Örtlichkeit, die bayrische Atmosphäre, in die Handlung eingebaut worden. Der bayrische Dialekt darf in diesem Krimi natürlich nicht fehlen. Da es nur nur einzelne Dialoge sind, habe ich aber kein Problem damit gehabt, wenn ich einen Satz mal nicht sofort verstanden habe. Dafür ist es umso amüsanter gewesen.

Die Ermittlungen stehen in der Geschichte im Fokus. Die Kommissarin Sophia Alvarez ist eine authentische Persönlichkeit, widersetzt sich ihrem Chef und versucht den Mörder auf eigene Faust zu finden. Durch ihre Strafversetzung müsste sich Sophia eigentlich zurückhalten, doch ihr Mitgefühl überwiegt. Als Leser habe ich ihre Gedanken schnell verstanden und mich gut in ihre Lage versetzen können. Als Leser habe ich zudem die Chance gehabt hinter ihre Fassade zu blicken. Immer wieder gewinnt der Leser Einblicke in Sophias Privatleben, was ebenfalls für große Aufregung sorgt und die Geschichte somit noch realistischer wirken lässt.

Der Kriminalroman ist ein absolut gelungenes Debüt der Autorin. Den "Suppenbrunzer" konnte ich kaum aus der Hand legen. Besonders der Aufbau der Kapitel hat mir gefallen. So erlangt man auch Eindrücke aus der Sicht des Mörders, welche sehr bedrohlich und gruselig sind. Zudem hat die Lokalität dem Buch eine Besonderheit gegeben, die ich bei Krimis gerne mag. Das Ende verspricht Überraschung und macht mich neugierig auf eine mögliche Fortsetzung!

Bewertung vom 12.04.2019
Das Heinrich-Problem
Holenstein, Alexandra

Das Heinrich-Problem


ausgezeichnet

"Das Heinrich-Problem" von der Autorin Alexandra Holenstein ist ein gelungener Roman, der gute Stimmung auslöst und Frauen auf lustige Weise in Sachen Rache bestärkt.

Berti Fischer ist Coach in Lebensfragen und auch wenn nicht mehr in den besten Jahren Spezialistin, was Beziehungsratschläge angeht. Ohne es zu ahnen, gerät Berti in ein Beziehungsproblem und wird knallhart von ihrem Ehemann Heinrich abserviert. Hinzu kommen noch einige Frauen, die ihren Ehemann umspielen. Berti wünscht sich nichts sehnlicher als Rache. Doch werden sich die anderen Frauen mit ihr gegen Heinrich verbünden und wem kann sie wirklich trauen?

Die amüsante, leichte Erzählung des Romans hat mich bereits nach wenigen Seiten begeistert. Der lockere Schreibstil liest sich prima und schnell sind paar Kapitel nach kurzer Zeit geschafft. Die Hauptcharakterin Berti habe ich mit ihrer authentischen Art auf Anhieb gemocht und zum ersten Mal Rache interessant gefunden.

Heinrich, der Ehemann von Berti und ein arroganter Anwalt, habe ich gleich skeptisch betrachtet. Trotz seines stolzen Alters scheint er von seiner Lebensweisheit nicht viel dazugelernt. Als fauler Ehemann hatte er eigentlich keine Schwierigkeiten mit Berti, aber irgendwann platzt jeder Frau der Kragen. Hier auf einer humorvollen Weise.

Das Ende der Ehe ist Bertis Startzeichen, um ihre wahrhaftigen Ziele zu verwirklichen. Mit hinterhältigen Lästereien und Intrigen versucht Berti sich zu Beginn nichts anmerken zu lassen. Doch Berti ist intelligent und lässt sich trotz Hausfrau-Sein nichts vormachen. Ihre selbstbewusste Persönlichkeit fand ich lustig. Ihr Leben scheint das perfekte Ideal für ihre Coach-Gespräche zu sein. Als taffe Frau versucht sie mit allen Mitteln ihre Tipps selbst in die Tat umzusetzen. Ihre Gefühle und Gedanken dabei zu verfolgen sind grandios. Ohne dick aufzuladen habe ich viel geschmunzelt.

Das Buch ist ein wahrhaftiger Lesegenuss für verregnete Tage. Denn Gute Laune ist mit Bertis Geschichte garantiert. Die Leichtigkeit fand ich toll und auch die starken Frauencharaktere sind interessant!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.04.2019
Dreizehn Gäste
Farjeon, J. Jefferson

Dreizehn Gäste


sehr gut

Die Kriminalgeschichte "Dreizehn Gäste" ist bereits 1936 in der englischen Originalausgabe erschienen und wurde von dem verstorbenen Autor Joseph Jefferson Farjeon verfasst. Seine Krimis sind große Bestseller und stammen aus dem Goldenen Zeitalter der britischen Kriminalliteratur.

Lord Aveling lädt zu einer Party auf seinem Landgut Bragley Court zwölf Gäste ein. Neben einem Schauspieler, einem Journalisten und einer Kriminalautorin befindet sich unter ihnen die seltsame Witwe Nadine Leveridge. Durch einen Vorfall am örtlichen Bahnhof hat sich die Anzahl der Gäste dadurch um eine Person erweitert, weshalb es zu der Unglückszahl Dreizehn kommt. Es lässt sich nichts Gutes vermuten. Zuerst ein zerstörtes Gemälde und anschließend ein Mord. Der Kriminalkommissar Kendall nimmt den Fall an sich. Doch welcher der Gäste ist der Täter?

Der Autor ist durch seine zahlreichen Krimis mir immer wieder ins Auge gestoßen, sodass ich besonders nach diesem spannenden Inhalt nicht zurückhalten konnte. Denn nicht nur die Inhaltsangabe ist vielversprechend. Farjeon glänzt mit seinem klassischen und britischem Schreibstil. Aber auch das wunderschöne Buchcover und das angenehme Material haben mich begeistert.

Das Landgut Bragley Court eignet sich perfekt als Kulisse für ein spektakulären Krimi. Nichts ist fesselnder als ein ruhiger, abgelegener Ort mitten im Nirgendwo. Die Atmosphäre der damaligen Zeit gibt dem Ganzen etwas mysteriöses, was es noch spannender macht.

Die ausgefallen Charaktere wirken interessant und speziell. Jeder trägt seine eigene Persönlichkeit mit sich. Durch einen unbekannten Täter unter den Gästen, ist das Diskutieren und Ermitteln groß. Als Leser habe ich die verschiedenen Meinungen fesselnd gefunden und habe gerne mitgerätselt. Auch wenn es insgesamt ein eher ruhiger und typisch britischer Kriminalroman ist, kann er trotzdem mit den heutigen Geschichten grandios mithalten.