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papilionna

Bewertungen

Insgesamt 48 Bewertungen
Bewertung vom 19.02.2024
Murder in the Family
Hunter, Cara

Murder in the Family


ausgezeichnet

Dieser Thriller ist absolut großartig, innovativ und süchtig machend. Ich hätte ihn am liebsten in einem Rutsch durchgelesen, wenn nicht Belanglosigkeiten wie Arbeit, Ehe und Privatleben dazwischengekommen wären... :)

Ich bin schon länger ein Fan von Büchern im mixed-media Format, spätestens Marisha Pessls "Night Film" hat es mir total angetan, weswegen ich auf dieses Buch hier schon länger gespannt war. Anders als andere Bücher besteht es komplett aus Skripten, Drehbüchern, Chats und Zeitungsartikeln und hat keinen prosaischen Text dazwischen. Trotzdem hat man nicht das Gefühl etwas zu verpassen, sondern erlebt quasi direkt mit, wie die Ermittler versuchen den 20 Jahre alten Kriminalfall zu lösen.

Ich dachte zwischendrin immer wieder, ich hätte die Lösung gefunden, doch dann kam die Autorin wieder mit einer neuen Enthüllung um die Ecke. Ganz wie in einer guten Serie gab es mehrere Cliffhanger, die mich sprachlos gemacht haben.

Mein einziges Manko am Buch ist, dass es zwischendrin ein paar kleine Kontinuitätsfehler gibt. Einige Jahreszahlen haben einen Dreher und im Klappentext heißt es, dass der Fall drei Jahre zurückliege, obwohl es 20 sind. Wer darauf aber nicht so sehr achtet und wie ich immer alles nachrechnen muss, hat trotzdem viel Spaß.

Bewertung vom 16.02.2024
Die geheime Gesellschaft
Penner, Sarah

Die geheime Gesellschaft


ausgezeichnet

Ich mochte ja Sarah Penners "Versteckte Apotheke" schon total gern und war deshalb positiv gespannt auf ihr neues Werk. Wie schon im letzten Buch stehen hier Frauen im Fokus, die in einer männerdominierten Branche eigentlich keinen Platz haben.

Lenna, die den Mord an ihrer Schwester Evie aufklären möchte, reist zusammen mit ihrer Spiritismuslehrerin Vaudeline nach London, um dort einen Mord an der angesehenen Séance Society aufzuklären. Sie ist dabei eine spannende Protagonistin, da sie dem Übernatürlichen gegenüber skeptisch eigestellt ist und ihm nur ihrer Schwester zuliebe eine Chance gibt. So erhält sie stellvertretend für den Leser selbst Einblicke in die Welt der Geisterbeschwörung, was sie quasi selbst zum Medium macht..naja, lassen wir das.

Das Buch ist toll geschrieben, total atmosphärisch und irre spannend. Sobald sich die Verstrickungen anfangen aufzulösen, kann man es kaum noch aus der Hand legen. Ich bin gespannt, was die Autorin als nächstes schreiben wird.

Bewertung vom 07.02.2024
Star Bringer
Wolff, Tracy;Croft, Nina

Star Bringer


gut

Ich kenne Tracy Wolff durch ihre "Crave"-Reihe, die ich erst ziemlich und dann immer weniger gut fand, weshalb ich diesem Buch eher skeptisch begegnet bin.
Das Setting und die Konstellation der Charaktere haben mich aber total an "Firefly" erinnert, weshalb es bei mir direkt einen Stein im Brett hatte.

Die verschiedenen Perspektiven sind zu Beginn etwas verwirrend, da die Hintergründe und Motive der Charaktere erst noch etabliert werden müssen, aber später habe ich mich richtig gefreut, mal wieder im Kopf von dieser oder jener Figur zu stecken.

Zum Worldbuilding: am Anfang ist alles ein bisschen verwirrend und man wird förmlich in Exposition ertränkt. Verschiedene Spezies, Religion und Politik werden entweder ohne Erklärung dahingeworfen oder in langen inneren Monologen ausgeführt. Beides finde ich eher suboptimal.
Ab einem gewissen Punkt nimmt die Handlung aber Fahrt auf und ganz schleichend, hinterrücks, wachsen einem die Charaktere richtig ans Herz.

Ich bin dennoch nicht vollends zufrieden mit diesem Buch, was vor allem an seiner exzessiven Länge liegt. Meiner Meinung nach hätte man bei den romantischen Subplots etwas einsparen können.

Bewertung vom 01.02.2024
Im Spiegel des Kosmos
Tyson, Neil deGrasse

Im Spiegel des Kosmos


gut

Ich mag Neil de Grasse Tyson natürlich wegen seiner popkulturell-wissenschaftlichen Arbeit (und seiner Stimme) und habe mich super doll auf dieses Buch gefreut, und irgendwie fühle ich mich enttäuscht.
Titel und Cover haben mich angefixt und ich habe mir eine wirklich, wortwörtlich "universelle" Sicht auf die Welt gewünscht, dass der Autor sein Steckenpferd der unterhaltsamen Astrophysik im großen Stil auspackt und irgendwie verlief sich das Buch dann doch oft im Mondänen und persönlichen Meinungen.

Mit einigen Kapiteln konnte ich mehr anfangen als mit anderen. So hat mir etwa das vierte Kapitel, indem es viel um die politischen Strukturen der USA geht, nicht so viel gegeben wie beispielsweise jene über Leben und Tod oder Schönheit und Wahrheit. Trotzdem gab es in beinahe jedem Kapitel mehrere Fakten und Zitate, die ich mir am liebsten angestrichen und gemerkt hätte.

Ich weiß noch nicht, wie nachhaltig der Eindruck des Buchs auf mich sein wird. Für den Moment des Lesens fand ich es größtenteils unterhaltsam und erhellend, aber es hat nicht die große Wirkung auf mich und mein Denken gehabt wie erhofft - muss es aber auch nicht unbedingt, es genügt ja schon, Anstoß zum weiteren Nachdenken zu geben.

Alles in allem ist dieses Buch ein hoffnungsvoller Blick auf die Erde und die Menschheit, der sowohl ernüchtert als auch tröstet.

Bewertung vom 30.01.2024
Thieves' Gambit
Lewis, Kayvion

Thieves' Gambit


weniger gut

Die Prämisse dieses Jugendbuchs ist wirklich aufregend - eine Protagonistin, die einer Familie von Dieben entstammt und Teil eines Wettbewerbs wird, bei dem Einbruch und Raub zum guten Ton gehören -, doch irgendwie wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.

Die Protagonistin Rosalyn mochte ich recht gerne, ich habe mich aber etwas schwer damit getan, die Nebencharaktere auseinanderzuhalten. Auch den romantischen Aspekt der Geschichte hätte es meines Erachtens nicht gebraucht.

Leider ist der Nervenkitzel, wie man ihn aus Ocean's kennt, im Buch für mich nicht so richtig rübergekommen. Es hat sich mehr wie ein Roadtrip-Roman angefühlt und ich musste mich mitunter aufraffen weiterzulesen. Bei einem Buch, das eigentlich nur so vor Adrenalin sprühen sollte, ist das schade.
Ich freue mich aber, dass viele andere Rezensent*innen eine bessere Erfahrung mit dem Roman hatten. Ich kann mir auch vorstellen, dass das Ganze als Film richtig gut funktionieren würde.

Bewertung vom 19.01.2024
Himmelwärts
Köhler, Karen

Himmelwärts


ausgezeichnet

"Himmelwärts" ist eine herzzerreißende, philosophische Geschichte über Trauer, in der die Freundinnen Toni und YumYum eine Nacht im Garten verbringen, um Tonis verstorbene Mutter mit einem selbstgebastelten Radio anzufunken. Sie bekommen auch Antwort - allerdings nicht so wie gedacht.

Das Buch spielt komplett in einer Nacht, durch eingeschobene Tagebucheinträge erfährt man aber auch mehr über den Tod von Tonis Mutter und ihr Leben davor. Diese Szenen sind es auch, die mich mehrfach zu Tränen gerührt haben.
Es ist eine Geschichte, die nichts beschönigt. Auch wenn man gerade die schlimmste Zeit seines Lebens durchmacht, wird es gemeine Kinder geben, denen das egal zu sein scheint.
Dieser realistische Ansatz ist bitter und mitunter schwer zu lesen, aber ich mag es, wenn Lesern, auch wenn sie jung sind, reiner Wein eingeschenkt wird.

Trotzdem ist die Geschichte nicht nur traurig, sondern auch tröstlich und hoffnungsvoll. Die Illustrationen und Typographie ergänzen den Text perfekt und laden zum Verweilen und Sinnieren ein.

Bewertung vom 02.01.2024
Das Buch Eva
Clothier, Meg

Das Buch Eva


gut

„Das Buch Eva“ startet stark und hat mich sofort abgeholt. Ein Nonnenkloster zu Zeiten der Renaissance, ein geheimnisvolles Manuskript und eine Protagonistin, die für die Klosterbibliothek zuständig ist; all das hat mich von Anfang an überzeugt. Dies in Verbindung mit dem wunderschönen Cover haben richtig Lust aufs Lesen gemacht.

Meg Clothiers Schreibstil ist eingängig und flüssig und vor allem die Protagonistin Beatrice ist sehr gut gezeichnet. Auch die anderen Charaktere heben sich gut voneinander ab.

Für eine Weile hat mir die Handlung auch Spaß gemacht, allerdings wurde mir die Geschichte irgendwann zu langatmig und etwas abgedreht, sodass ich mich ein bisschen dazu aufraffen musste weiterzulesen.
Vielleicht ist die religiöse Thematik einfach nicht so mein Fall, denn ich habe trotzdem Lust bekommen, mal wieder mehr historische Romane zu lesen.

Bewertung vom 06.12.2023
Der Spurenfinder
Kling, Marc-Uwe;Kling, Johanna;Kling, Luise

Der Spurenfinder


ausgezeichnet

Zuerst einmal muss ich ein großes Lob an den Coverdesigner aussprechen - die Illustration, die Farbwahl, Kontraste und Schriftart sind einfach perfekt und passen gut zum Inhalt des Buchs.

Auch dieser hat mich positiv überrascht. Als langjährige Leserin der Werke Marc-Uwe Klings war ich gespannt auf diesen Roman, in dem er sich mit seinen Töchtern zusammen ins Fantasy-Genre begibt. Dies ist den dreien meiner Meinung nach fantastisch gelungen. Das Buch liest sich wie ein modernes Märchen, das in einer Fantasyversion des europäischen Mittelalters spielt.
Die Charaktere sind lebhaft, witzig und versprühen viel Charme. Die Handlung dreht sich um die klassische Auflösung eines mysteriösen Kriminalfalls, der allerdings mit übernatürlichen Elementen gespickt ist.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, was für Känguru-Vorbelastete vielleicht nicht suuuper optimal ist. Marc-Uwe Kling kann total gut in verschiedenen Stimmen lesen, aber manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, dass da gerade das Känguru mit mir redet. Das soll aber keine Kritik am Werk sein, das ist ja nur meine persönliche Erfahrung.

Bewertung vom 30.11.2023
Im Schatten der Wahrheit / Starling Nights Bd.1
Niemeitz, Merit

Im Schatten der Wahrheit / Starling Nights Bd.1


weniger gut

Bei Geheimgesellschaften im universitären Setting bin ich ja grundsätzlich am Start, aber zwischen "Starling Nights" und mir ist der Funke leider nicht übergesprungen. Es wird auch kein Kuss fallen.

Ich bin bis zum Schluss nicht richtig mit den Charakteren warm geworden, vor allem Cliff hat mir nicht viel gegeben. An der Protagonistin Mabel hat mir gefallen, dass nicht sie es ist, die in die Fänge der Geheimverbindung rutscht, sondern ihre beste Freundin. Mabel versucht sie daraus zu befreien, was für mich eine erfrischende Abwechslung zu anderen Romanen des Genres ist.

Dem Plot konnte ich leider nicht so viel abgewinnen, er war mir zu überzogen und theatralisch. Die Geheimgesellschaft konnte ich nicht richtig ernst nehmen und mir wurde die Handlung irgendwann zu abgedreht und langatmig, sodass es mir schwerfiel, bei der Sache zu bleiben.

Insgesamt konnte mich das Buch nicht richtig überzeugen und ich werde nicht zum zweiten Band greifen. Vielleicht mache ich erst einmal eine Pause vom Dark Academia-Genre...

Bewertung vom 27.11.2023
GUY'S GIRL
Noyes, Emma

GUY'S GIRL


gut

"Guy's Girl" ist eine feinfühlig erzählte Liebes- und Lebensgeschichte zweier Menschen, deren Probleme und Gefühle sie über Jahre davon abhalten, zueinanderzufinden. Ginny und Adrian sind dabei so authentisch erzählt und sensibel gezeichnete Charaktere, dass sie sich unfassbar real anfühlen.

Die Auseinandersetzung mit Ginnys Essstörung(en) ist schonungslos ehrlich und gewinnt über den Verlauf der Geschichte schleichend immer mehr an Bedeutung. Da die Autorin eigene Erfahrungen in diesem Roman verarbeitet hat, würde ich mir auch nie anmaßen, darüber zu urteilen oder es bewerten zu wollen.

Was ich allerdings beurteilen kann und will sind die auffallenden "Pick me"-vibes dieses Buchs. Schon beim Titel haben sich mir die Ohren aufgestellt, aber ich wollte nicht vorschnell urteilen. Dann heißt es im Text aber des Öfteren, dass Ginny lieber mit Männern befreundet sei, da Frauenfreundschaften kompliziert seien, dass sie einfach "eine von den Jungs" sei und so weiter.
Dies hätte eine Basis für Ginnys Charakterentwicklung sein können, und sie bildet im Roman ein paar wenige Beziehungen mit weiblichen Charakteren, aber eine wirklich kritische Auseinandersetzung mit den problematischen Aussagen findet nicht statt. Zumindest meine Freude mit dem Buch hat das geschmälert, andere mögen darüber aber anders denken.

Wer das Buch lesen möchte und Probleme mit dem Thema Essstörungen hat, sollte sich bewusst sein, dass diese im Buch wirklich sehr, sehr explizit beschrieben werden.