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Benutzername: meldsebjon
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Danksagungen: 9 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 35 Bewertungen
Bewertung vom 25.07.2019
Die letzte Witwe / Georgia Bd.7
Slaughter, Karin

Die letzte Witwe / Georgia Bd.7


ausgezeichnet

Erst braucht man ein bisschen, bis man sich in die Geschichte vertieft hat, einiges ist recht kompliziert. Aber wenn man einmal so richtig drin ist, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen!
Karin Slaughter zeigt sich wieder einmal als absolut aktuelle Autorin. Viele technische Details aber auch eine Menge derzeit politische aktuelle Ströhmungen geben dem Thriller sein Grundgerüst und das macht es besonders lesenswert!
Erst wird eine Wissenschaftlerin entführt und dann, mehr oder weniger zufällig, auch Sara Linton. Sie gerät in eine merkwürdige Welt hinein, eine Art paramilitärische und sektenartige Bewegung, in der eigentlich nichts so wirklich zusammenpasst. Irgendwie schafft sie es, den Ermittlern Nachrichten zukommen zu lassen.
Parallel zu Saras Erlebnissen erlebt man die Arbeit der Ermittler, die teilweise schon sehr viel länger mit dem Thema befasst sind, aber alles unter Verschluss halten, weil es höchster Geheimhaltung unterliegt. Man rührt im Dunkeln und nur gelegentlich tauchen wichtige Informationen auf.
Ein toller Thriller!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.03.2019
Das Echo der Wahrheit
Chirovici, Eugene O.

Das Echo der Wahrheit


ausgezeichnet

Was ist Wahrheit?
Eine Nacht in Paris vor etwa 40 Jahren gibt Rätsel auf. Der Psychiater James Cobb soll helfen, die Wahrheit für Joshua Fleischer, einen Millionär und Mäzen durch Hypnose zu entschlüsseln. Da er um die verschlungenen Wege weiß, mit denen das Gehirn vor der Wahrheit schützen kann, ist er von Anfang an skeptisch. Tatsächlich werden durch die Hypnosesitzungen keine grundlegend neuen Erkenntnisse ans Licht befördert. Trotzdem lässt ihn die Geschichte nicht mehr los, er forscht weiter. Dies geschieht auch, weil diese Geschichte in einer bestimmten Weise ein eigenes Geheimnis aus seiner Vergangenheit berührt. Im Laufe seiner Nachforschungen stößt er auf andere Personen, die auf die Geschichte gestoßen wurden und sich darin verloren haben. Immer neue Facetten tun sich auf, dem Geheimnis scheint man nicht wirklich näher zu kommen und trotzdem entsteht eine ungeheure Spannung.
Der Erzählstil hat mich von Anfang an an Poe erinnert: Scheinbar ein emotionsloser Bericht, einfach geschrieben. Immer tiefer geht es in Abgründe hinein, die sich Anfangs gar nicht erahnen lassen. Fazit: Richtig gut, bitte mehr!

Bewertung vom 09.05.2014
Die Jasminschwestern
Bomann, Corina

Die Jasminschwestern


ausgezeichnet

Glück und Unglück: Nahe beieinander

Melanie Sommer ist aufstrebende Modefotografin und steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem Verlobten Robert Michaelis. Als sie von einem Auslandseinsatz zurück nach Berlin kommt schreibt sie Robert noch eine SMS, hört dann aber nichts mehr von ihm. Auf dem Weg zu ihr ist er verunglückt und liegt jetzt im Koma. Melanie ist verzweifelt, tritt beruflich kürzer und ist ständig im Krankenhaus, bis sie irgendwann einfach nicht mehr kann. Ihre Mutter, eine angesehene Modeschöpferin, rät ihr, ihre Großmütter, eigentlich Groß- und Urgroßmutter, zu besuchen. Diese haben etwas außerhalb von Berlin in einem Schloss ein Museum aufgebaut, in dem Kleidung aus mehreren Jahrhunderten ausgestellt wird und wo Melanie schon immer gerne war.

Sie wird herzlich aufgenommen. Ihre Urgroßmutter Hanna, die aus Indochina stammt, beginnt ihr ihre faszinierende Lebensgeschichte zu erzählen. Vielleicht konnte sie sie bisher niemandem erzählen, weil manche der Personen, von denen sie berichtet anderen bekannt waren., Vielleicht wollte sie auch den Vorhang hinter all dem schließen. Melanie ist nun aber auch in einer schrecklichen Situation und Hanna glaubt, dass ihre Geschichte ihr helfen kann. Sie beginnt mit ihren ersten Jahren in Indochina, wo sie zunächst wohlbehütet im Hause eines Regierungsbeamten aufwuchs. Selbst ging es ihr damals gut, sie verschloss aber nicht die Augen vor dem Elend anderer Menschen und kam so zu ihrer Schwester Thanh. Beide halten zusammen, als das Leben sich von einer etwas rauheren Seite zeigte, werden dann aber auseinander gerissen. Hanna, die zu der Zeit noch Hoa Nhài hieß, verschlägt es nach Hamburg, wo sie Schlimmes erlebt. Später kommt sie nach Berlin und nach Paris, erlebt die Wirtschaftskrise und den zweiten Weltkrieg. Sie hatte bereits als Mädchen Geld mit Näharbeiten verdient und lernt jetzt noch die Herstellung von Hüten. Auch tritt die Liebe in ihr Leben.

Melanie hört zu, entspannt sich, leidet mit und wird so ein wenig besser mit ihrem Leid fertig. Parallel zu der Erzählung ihrer Urgroßmutter entwickelt sich auch ihr Leben weiter.

Zwei spannende Geschichten werden da gleichzeitig erzählt und zwar auf eine ausgezeichnete Art. Wie immer bei Corina Bomann spielt ein Teil in Asien, ein Teil in Europa, ein Teil in der Gegenwart und ein Teil in der Vergangenheit. Wie immer gibt es auch Requisiten, die den Weg in die Vergangenheit bereiten. All diese Ähnlichkeiten führen aber keineswegs dazu, das Ganze langweilig werden zu lassen, im Gegenteil. Fand ich Teile der "Schmetterlingsinsel" ein wenig langatmig und unwahrscheinlich, habe ich im "Mondscheingarten" eine deutliche Steigerung gespürt und war dementsprechend gespannt auf den neuen Roman. Meine Erwartungen wurden nicht getrogen, die Autorin wird immer besser. Sie hält den Spannungsbogen deutlich länger und höher, man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen. Sicher liegt hier keine besonders wertvolle Literatur vor, aber eines der besten Bücher, die die sogenannte leichte Literatur hervorbringen kann. Ein Buch, dass ich gerne weiterempfehlen möchte. Solche Bücher sind sicher leicht zu lesen, aber ganz sicher nicht so leicht zu schreiben, was die Unzahl der richtig schlechten Bücher dieses Genres belegt.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.06.2013
Die Rosen von Montevideo
Federico, Carla

Die Rosen von Montevideo


sehr gut

Deutsch-Südamerikanische Familiensaga

Vom Jahr 1829 bis zum Jahr 1889 spannt sich diese Familiengeschichte der de la Vegas und der Gothmanns, die in Uruguay, Paraguay und Deutschland spielt.
Rosa de la Vega ist die Tochter einer deutschen Mutter und eines Kaufmanns aus Montevideo. Sie soll aus Geschäftsgründen mit einem viel älteren Mann verheiratet werden, flieht aus ihrem Elternhaus und wird von Albert Gothmann, einem deutschen Bankier, aus Gefahr gerettet. Sie verliebt sich in ihn und setzt mit Hilfe Ihres Bruders die Eheschließung mit ihm durch. Geplant ist ein späteres Leben in Montevideo, doch dann kommt alles anders und das Ehepaar muss in Frankfurt bleiben. Dort ist das Leben ganz anders und die dortige Gesellschaft schwierig für die temperamentvolle Rosa, die Eheleute entfremden sich.

Die gemeinsame Tochter Valeria und ihre Kusine Claire hängen sehr aneinander, reisen gemeinsam nach Montevideo und verlieben sich dort in die "falschen" Männer aus Sicht ihrer Familien. Eine abenteuerliche Reise durch Uruguay, Argentinien und Paraguay beginnt, viele Abenteuer sind zu bestehen und die nächste Generation entsteht. Auch diese hat so ihre Schwierigkeiten...

Mehr soll hier nicht verraten werden, denn die Neugier auf diesen Roman sollte erhalten bleiben. Für mich war es eine völlig neue Welt, diese südamerikanischen Staaten in diesem Zeitraum. Man erfährt viel über das alltägliche Leben, die Politik in diesen Staaten und die Beziehungen zu den Staaten Europas. Sehr positiv ist auch die Darstellung der Frauen und ihrer Zwänge, weit von den romantisch verbrämten Erzählungen entfernt, die sonst manchmal geboten werden, sondern eher so, wie die Realität vermutlich war. Das alles ist gut und fesselnd geschrieben, daher leicht zu lesen. Schade nur, dass das Ende ein wenig von der Glaubwürdigkeit vermissen lässt, die sonst das ganze Buch ausgezeichnet hat.

Bewertung vom 26.05.2013
Ein seltsamer Ort zum Sterben
Miller, Derek B.

Ein seltsamer Ort zum Sterben


ausgezeichnet

Am Endes des Lebens....

... bereut man nicht die Dinge die man getan hat, sondern die, die man unterlassen hat. Sheldon Horowitz bereut, dass er seinen Sohn nicht davon abgeraten hat, für Amerika am Korea-Krieg teilzunehmen, was ihn das Leben gekostet hat. Er fühlt sich deshalb schuldig am Tod seines Sohnes. Dessen Tochter Rhea hat er gemeinsam mit seiner Frau Hannah aufgezogen. Inzwischen ist diese mit Partner Lars nach Norwegen gezogen und seine Frau ist gestorben. Nun erwartet Rhea selbst Nachwuchs und Sheldon, den alle Donnie nennen, scheint dement zu sein, leidet vielleicht unter Alzheimer.

Nun ist also ein Mann im Alter von 82 Jahren in einem Land gelandet, dessen Sprache er nicht versteht, dessen Bewohner ihm seltsam erscheinen. Er spürt sein Alter, leidet unter Arthritis, hat nicht für alles die Kraft, die er sich wünschen würde und erlebt in seiner Phantasie immer wieder Szenen aus der Vergangenheit. Manche hat er selbst erlebt, andere entspringen seiner Phantasie, dienen der Bewältigung der Vergangenheit. Der Unterschied zwischen beidem ist ihm völlig bewusst. Er mag also so manche Krankheit mit sich herumschleppen, aber seine geistige Gesundheit ist vollständig vorhanden. Vielmehr hatte er festgestellt "dass man ihm so ziemlich alles durchgehen ließ, weil die Leute ihn für einen verrückten alten Kauz hielten."

Und dieser verrückte alte Kauz hört eines Tages, wie in der Wohnung über ihm eine Frau von einem Mann bedrängt wird. Als diese flieht, öffnet er die Wohnungstür und versteckt sie. Ihr selbst kann er nicht helfen, aber ihren kleinen Sohn kann er verstecken und flieht mit ihm vor einigen Verfolgern, auch vor der Polizei. Er hinterlässt einen Zettel mit einem Hinweis, der den Verdacht der Polizei bestätigt, um seine geistige Gesundheit sei es nicht gut bestellt. Erst als er es über einen längeren Zeitraum schafft, verborgen zu bleiben, vermutet man, dass er eher gerissen als dement ist.

Während der Reise mit dem kleinen Jungen, den er Paul nennt, dessen Namen er aber nicht kennt, erfährt der Leser einiges über die Vergangenheit des alten Mannes. Als Jude hat er ein besonderes Auge für Antisemitismus, den geschichtlich bekannten, aber auch den verschwiegenen und den aktuell auf der Welt anzutreffenden. Selbst Jude zu sein hat ihn geprägt und macht manche seiner Handlungen verständlich. Als Junger Mann war er in Vietnam als Scharfschütze, hat dort eine Menge Dinge gelernt, die sich bei der aktuellen Verfolgungsjagd als nützlich erweisen. Über seine damaligen Erlebnisse hat früher er nie gesprochen und als er jetzt damit herauskam war das für seine Umwelt ein weiterer Beleg dafür, dass sein Geist abbaut.

Parallel dazu ermittelt die Polizei, versucht die Hintergründe des Mordes zu verstehen. So langsam lichtet sich das Dunkel um diese Tat und auch um das Ziel und den Grund für Sheldons Flucht.

Ein sehr vielschichtiger Roman, bei dem es schwer fällt, ihn einem bestimmten Genre zuzuordnen. Ein bisschen Thriller, ein bisschen politischer und historischer Roman, aber insgesamt ein wirklich lesenswertes, ungewöhnliches Buch. Man erfährt einige Hintergründe, die der Geschichtsunterricht in der Schule nicht vermittelt hat Ohne erhobenen Zeigefinger wird Verständnis geweckt, für Toleranz geworben. Es ist nicht ganz einfach zu lesen, regt zum Nachdenken und Hinterfragen an. Ich liebe solche Bücher!!

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.02.2013
Die Regenbogentruppe
Hirata, Andrea

Die Regenbogentruppe


ausgezeichnet

Der Wert der Bildung
Bildung erlangen um der Bildung willen, Wissen um des Wissens willen - das ist es, was die wenigen Schüler der armen Schule Muhammadiyah im indonesischen Belitung erreichen wollen. Es ist ihnen klar, dass all ihr Lernen ihnen keinen anderen als den vorgezeichneten Weg erschließen kann: Von morgens bis abends harte, körperliche Arbeit mit dem Ziel, das absolute Minimun für den Lebensunterhalt erwirtschaften zu können. Ein Ausbruch aus dem vorgezeichneten Muster ist nicht möglich, da es keine Möglichkeit gibt, nach dem Abschluss an dieser Schule weiterzulernen.

Und trotzdem gehen sie nicht nur mit Begeisterung ans Werk, überwinden immer wieder die schlimmsten Widerstände um zu lernen. Jedes neu erworbene Wissen macht sie reicher, jede überwundene Schwierigkeit schweißt sie fester zusammen. Die Klasse selbst setzt sich aus verschiedenen Charakteren zusammen, die man so ähnlich auch in Deutschland finden könnte: Zwei Hochbegabte, einen unterdurchschnittlich begabten, einen Redner, mehrere Mitläufer mit unterschiedlichen Begabungsschwerpunkten. Zusammengeschweißt durch die Energie ihrer beiden Lehrer, die fest daran glauben, dass Bildung einen Wert hat.

Dieses Buch sollte an deutschen Schulen Pflichtlektüre werden! Hier wird anschaulich erzählt, gegen welche Widerstände sich Kinder in Indonesien einen regelmäßigen Schulbesuch erkämpfen müssen und wollen. Den bitterarmen Familien fällt es schwer, die Kinder zu verlieren, die mit kleineren Arbeiten gelegentlich auch in jungen Jahren schon zum Familienunterhalt beitragen können und müssen. Selbst ohne jegliche schulische Bildung fällt es ihnen auch schwer, den Nutzen zu verstehen. Ein Ende der Schullaufbahn ist abzusehen, denn spätestens bei der Mittelschule wird Schulgeld erhoben und das kann niemand aufbringen. Und trotzdem finden sich zu Beginn des Schuljahres die zehn Kinder, die erforderlich sind, um die Schule vor der Schließung zu bewahren.Weder ein Schulweg von 40 km Länge, noch ein Krokodil auf dem Weg noch eine kaputte Fahrradkette hält die Schüler ab, in der Schule zu erscheinen und sich von der 15jährigen (!) Lehrerin unterrichten zu lassen. Ganz spannend und auch humorvoll geschrieben regt dieses Buch zum Nachdenken an. Obwohl es aussichtlos zu sein scheint, kämpfen diese Kinder um Bildung. Wie ganz anders geht es doch hier zu! Auf diese Art wird ein tieferer Einblick in die indonesische Welt gewährt, als es jeder Reiseführer kann.

Andrea Hirata hat eine ungewöhnliche Lebensgeschichte und auch ein ungewöhnliches Buch geschrieben. Ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Mitleid heischen zu wollen, schildert er die Geschichte der Regenbogentrupp, die auch ein Teil seines Lebens ist. Diese Kinder hätten unser Mitleid verdient, wenn es um die äußeren Lebensumstände ginge, denn bittere Armut ist Teil ihres Lebens. Trotzdem steckt darin so viel Lebensfreude, soviel Durchsetzungskraft, dass man durchaus auch Neid empfinden kann. Wie viel wertvoller sind doch Dinge, die man sich erkämpfen muss!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.09.2012
Die Akte Vaterland / Kommissar Gereon Rath Bd.4
Kutscher, Volker

Die Akte Vaterland / Kommissar Gereon Rath Bd.4


ausgezeichnet

Besser geht es nicht!

Besser kann man einen historischen Krimi nicht schreiben! Spannende Handlung, akribisch recherchierter Hintergrund in der Sprache der heutigen Zeit, aber mit Annäherungen an die damalige. Das ist wieder einmal eines der seltenen Bücher, die man langsam liest, damit das Lesevergnügen nicht so schnell zu Ende ist.

Zum Inhalt: Gereon Rath hat an mehreren Fronten zu kämpfen. Seine Freundin Charlie kommt nach längerem Auslandsaufenthalt zurück nach Berlin. Sie fängt bei der Kripo als Kommissaranwärterin an, wo sie schon früher als Stenotypistin gearbeitet hat. Gereon möchte sie heiraten, das ist aber alles nicht so ganz einfach, wie sich herausstellt. Beruflich hat er auch so seine Schwierigkeiten, weil er gerne etwas unkonventionell ermittelt und auch wegen seiner geradlinigen, etwas naiven Einstellung zur Politik.

Eine Leiche wird im Aufzug des Hauses Vaterland gefunden. Ein Spirituosenlieferant ist dort offenbar ertrunken. Weil das schon mangels Wasser eigentlich unmöglich ist, wird in Richtung Mord ermittelt. Es stellt sich heraus, dass es in Deutschland schon einige ähnliche Fälle gegeben hat. Nach längerem Forschen findet man eine Verbindung der Toten und die Spur führt nach Masuren. Dieser Fährte folgt Kommissar Rath. Charlie ermittelt undercover im Haus Vaterland, kommt dabei einer Erpressung auf die Spur. Diese hat irgendwie auch mit einer Spirituosenfabrik in Masuren zu tun. Gereon Rath stößt auf einen 10 Jahre alten Mordfall in Masuren, bei dem vielleicht nicht alles so war, wie es schien. Und tritt mit dieser Vermutung einigen Leuten auf die Füsse, gerät selbst in Gefahr.

Mehr sollte man wirklich nicht berichten, um den hoffentlich vielen Lesern nicht die Spannung zu nehmen. Die dunklen Wolken, die sich im Jahre 1932 über ganz Deutschland, speziell aber über Berlin zusammenziehen, kann man sehr gut spüren. Mit dem Wissen der heutigen Zeit sind die Warnsignale nicht zu übersehen. Man kann aber auch gut verstehen, dass die Menschen der damaligen Zeit diese Zeichen nicht ernst genommen haben, hatten sie doch auch ein Leben und Aufgaben, die ihnen damals wichtiger erschienen.

Besonders hervorheben möchte ich noch die Liebe zum Detaíl, die Sorgfalt, mit der hier alles der Zeit entsprechend dargestellt wird. Das ist kein schnell heruntergeschriebener Roman, sondern ein Buch, das mit viel Sorgfalt zu einem harmonischen Ganzen gestaltet wurde. Ich werde kein zukünftiges Buch von Volker Kutscher verpassen!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.