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Benutzername: Leseschneckchen555
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Bewertungen

Insgesamt 89 Bewertungen
Bewertung vom 06.08.2020
Die herrlich unperfekte Mutter: Dein Weg zu mentaler Gelassenheit - von Stress und Überforderung zum entspannten Familienalltag
Sophie Geibert

Die herrlich unperfekte Mutter: Dein Weg zu mentaler Gelassenheit - von Stress und Überforderung zum entspannten Familienalltag


ausgezeichnet

Mental Load - Endlich versteht mich jemand

Es sind nicht die Kinder, die uns Mamis im Alltag stressen, sondern viel mehr die vielen Termine, die Organisation des Tages und das Gefühl, bloß alles richtig oder noch besser, nämlich perfekt zu machen. Wer kennt sie nicht, die Gedankenketten, die sich gnadenlos über den Tag verteilt aneinanderreihen? Auf dem Weg zur Arbeit, das Kind zur Kita bringen, das Auto tanken nicht vergessen und im Supermarkt die Nudeln für das Mittagessen besorgen, damit es nachher schnell geht und der Zahnarzttermin pünktlich eingehalten werden kann, weil im Anschluss schon wieder Fußballtraining ist und am Abend die Elternversammlung stattfindet. So oder so ähnlich sieht es aus, unser übliches Alltagschaos. Redet dann noch jemand über die vielen anderen Gedanken und Kleinigkeiten, die zwischen all den Terminen zusätzlich in unserem Kopf herumspuken? Nein? Aber genau das sollten wir tun!
In diesem wertvollen Ratgeber gibt die Autorin Sophie Geibert unserem Problem nicht nur einen Namen, und zwar Mental Load, sondern wir lernen auch mit unserer Alltagsituation besser umzugehen. Sie gibt Hinweise, die uns erkennen lassen, was wir wirklich leisten. Sie stellt uns Wege vor, unsere Arbeit aufzuteilen, ein Stück weit abzugeben und endlich wieder etwas Freiraum in unsere Gedanken zu schaffen. Außerdem vermittelt sie uns Möglichkeiten, uns mit unserem Partner besser zu verständigen, damit das Ganze nicht in einem ewigen Klagen ausartet. Und genau diese vielen Tipps, bringt die Autorin uns auf ungeheuer sympathische Weise näher. So, dass es einfach Spaß macht, dieses Buch zur Hand zu nehmen.
Mich jedenfalls hatte Sophie Geibert schon auf den ersten Seiten auf ihrer Seite. Es war überraschend und erfreulich mich in all ihrem geschriebenen so deutlich wiederzufinden. Ich habe mich von ihr absolut verstanden gefühlt. Auch wenn ich nicht gleich alle Ratschläge in die Praxis umgesetzt habe, hat mir das Buch dennoch ein unglaublich gutes Gefühl vermittelt. Es hat mir definitiv noch einmal einen klaren Blick auf die Probleme des Alltags verschafft und viele Möglichkeiten bereitgestellt, daran etwas zu ändern. Ich bin sehr froh, das Buch gelesen zu haben und freue mich darauf, es meinen Freudinnen weiterzuempfehlen.

Bewertung vom 02.08.2020
Letzte Spur Berlin
Karbassion, Marty

Letzte Spur Berlin


ausgezeichnet

Wenn die Liebe und die Sehnsucht zum Vater dich nicht ruhen lässt
In dieser aufwühlenden Geschichte begleiten wir Mehdi Karbassion, der sein Leben im Iran hinter sich lassen muss und nach Deutschland flüchtet. Seine Kindheit und ebenso seine Jugend im Iran sind von Kummer begleitet. Schon als Junge lernt er Menschen kennen, die ihn in Schwierigkeiten bringen. Hunger, Armut und Krieg stehen an der Tagesordnung. Diese Umstände zwingen ihn letztendlich dazu, das Land zu verlassen. Nach einer gefährlichen und aufregenden Flucht landet er schließlich in Deutschland. Doch ohne jegliche Unterstützung von Familie oder Freunden und mit der Sehnsucht nach der Heimat, in diesem fremden Land Fuß zu fassen, ist nicht leicht. Immer wieder gerät er in Schwierigkeiten und lässt sich auf Typen ein, die ihm nicht guttun. Ist es die Not, die ihn zu so manch unmöglicher Tat veranlasst? In seinem Herzen weiß Mehdi genau, dass seine Vorgehensweise nicht die Richtige ist, doch findet er nicht die Kraft, gegen das Böse anzukämpfen. Er schlittert weiter von einer kriminellen Machenschaft in die nächste. Die Verlockung auf das große Geschäft ist einfach zu groß und die Zeit der Entbehrung war zu lang.
Marty Karbassion, der Sohn von Mehdi Karbassion stellt in diesem Buch die Vergangenheit nach und erzählt die Geschichte seines Vaters. Sein angenehmer Schreibstil hat mir hier ausgesprochen gut gefallen und ließ mich sofort in das Geschehen eintauchen. Manche Ausdrücke waren für die siebziger, achtziger Jahre vielleicht etwas zu neu. Dennoch vermittelten sie mir genau das richtige Gefühl, um sehr nah an den Personen und dem Geschehen zu sein. Die Spannung war dauerhaft vorhanden. Ich würde sogar behaupten die Anspannung beim Lesen ließ überhaupt nicht nach. Ich kam nicht mehr aus dem Zittern heraus. Denn war gerade mal eine Sache glimpflich ausgegangen, zögerte Mehdi nicht lange und ließ sich direkt auf die nächste heikle Angelegenheit ein. Es kam alles auf den Tisch, was man sich unter undurchsichtigen Geschäften dieser Zeit nur vorstellen kann. Diebstahl, Menschenschmuggel, Drogen, Fälschungen oder Mithilfe bei der Stasi. Eine bunte Palette der Straftaten und ein Leben unter ständigem psychischen Stress, ließen Mehdi aber nicht vor seinen gefährlichen Operationen zurückschrecken.
Gefesselt hat mich neben den aufreibenden Kriminaltaten aber vor allem das Leben im Iran, die Wirren der Parteikämpfe und der Ablauf seiner Flucht. Hier wird sehr deutlich, in welch einer miserablen Lage sich Mehdi, und mit ihm viele andere, befunden haben. Viele Möglichkeiten hatten die meisten nicht und egal für welchen Weg man sich entschied, es schien keiner der wirklich richtige zu sein. Kein Wunder, wenn man vor lauter Perspektivlosigkeit auf die falsche Fährte gerät. Doch trotzdem brachte mich das Buch sehr zum Nachdenken und ich stellte mir nicht nur einmal die Frage, ob nicht jeder Mensch die Chance hat, ein „guter“ Mensch zu werden? War Mehdi nicht bereit dazu, weiterhin den Preis der Entbehrung dafür zu zahlen?
Zum Ende hin fieberte ich dem Geschehen nur noch mit, konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hoffte darauf, endlich einen triftigen Grund zu finden, der stärker wiegt als der, seine Kinder zurück zu lassen.
Eine wunderschön und voller Liebe geschriebene emotionale Geschichte, die aufwühlt, fesselt, mitzittern lässt und extrem zum Nachdenken anregt.

Bewertung vom 22.07.2020
Wir haben was zu feiern / Familie Flickenteppich Bd.2
Taschinski, Stefanie

Wir haben was zu feiern / Familie Flickenteppich Bd.2


ausgezeichnet

Zusammen schaffen wir das!!!

Bei Familie Flickenteppich ist immer was los. Das kommt daher, weil sie in einem großen Haus mit vielen netten Nachbarn wohnen. Deshalb geschehen auch täglich neue überraschende und aufregende Dinge. Ob es nun die entflogenen Sittiche von Oma Becker sind, die wieder eingefangen werden müssen; der Geburtstag der kleinen Jojo, der angemessen gefeiert werden will, oder aber die neue Erfindung vom Grafen, die so laut ist, dass man das ganze Haus damit aufwecken könnte.
Erzählt werden die Geschichten von Emma, der Mittleren der Familie Flickenteppich. Emma hat noch einen älteren Bruder namens Ben und eine kleine Schwester, die sich Jojo nennt. Und dann gibt es natürlich noch Papa Olli. Die Mama der Kinder ist leider in Australien. Natürlich ist das Fehlen der Mutter in der Geschichte dauerhaft präsent. Dieser Umstand macht die drei Geschwister zwar sehr traurig, jedoch wissen sie ausgesprochen gut mit ihrer Situation umzugehen. Es ist einfach süß zu beobachten, wie gut die Geschwister füreinander sorgen. Auch den Papa versuchen sie zu unterstützen, denn schließlich muss er sich, nach dem Verschwinden der Mutter, allein um alles Kümmern und ganz nebenbei noch die Brötchen verdienen. Er gibt alles, was in seinen Kräften steht, um seine lieben Kinder glücklich zu machen. Beim Lesen erwärmte es mir geradezu das Herz und machte mich gleichzeitig traurig, weil man doch ziemlich deutlich mitbekommt, wie sehr den Kindern ihre Mama fehlt. Zum Glück gibt es noch jede Menge andere liebenswerte Menschen im Haus mit der Nummer 11. Sie alle zusammen ergeben eine perfekte Flickenteppichfamilie und sind sofort bereit, einander zu helfen. Sie stehen jederzeit mit netten Worten oder Taten zur Seite. Der Zusammenhalt wird in der Familie Flickenteppich großgeschrieben. Das kann man auf jeder Seite deutlich spüren.
Auf diese Weise ziehen sich die wunderbaren kleinen Geschichten ab 8 Jahren, eingefasst in 22 Kapitel, über 231 Seiten. Wer mag kann sich zum Beispiel jeden Abend vor dem Einschlafen ein Kapitel vornehmen. Denn meist hat jedes Kapitel auch ein neues Abenteuer zu erzählen. Darin enthalten sind wichtige Themen, wie zum Beispiel Zusammenhalt, Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Fürsorge oder auch Verlust. Als Leser fühlt man mit der Familie Flickenteppich mit. Man freut sich und spürt genauso auch die Traurigkeit der Kinder, wenn ihnen wieder einmal bewusst wird, wie sehr sie doch ihre Mama vermissen. Definitiv ist diese liebevolle Geschichte also auch von rührenden Momenten begleitet. Trotz alledem vermittelt sie aber ein leichtes Gefühl und wirkt nicht zu schwer auf Kinder.
Was die Illustrationen von Anne Kathrin-Behl angeht, so waren sie es, die mich überhaupt erst einmal auf das Buch aufmerksam gemacht haben. Ich liebe farbenfrohe Kinderbücher. Und wenn man allein den Buchdeckel betrachtet, hegt man den Wunsch unbedingt mehr von diesem bunten Leben zu entdecken. Zum Glück wird man auch im Inneren mit diesen hübschen leuchtenden Zeichnungen belohnt, die sich nebenbei noch perfekt der Geschichte anpassen.
Selbstverständlich kann das Buch „Familie Flickenteppich -Wir haben was zu feiern“ unabhängig von Band 1 gelesen werden, so wie wir es gemacht haben. Während des Lesens habe ich es aber bedauert, dass ich so wenig über die einzelnen Personen und vor allem über die fehlende Mama wusste. Wer also die Abenteuer der Familie Flickenteppich von Anfang an erleben möchte, der sollte mit Band 1 „Familie Flickenteppich – Wir ziehen ein“ beginnen und all die netten Leute aus Haus Nummer 11 erst einmal kennenlernen. Wir werden das schleunigst nachholen.

Bewertung vom 22.07.2020
Time to Love - Tausche altes Leben gegen neue Liebe
O'Leary, Beth

Time to Love - Tausche altes Leben gegen neue Liebe


ausgezeichnet

Für die Liebe ist es nie zu spät, warum nicht mal was neues wagen?

Für einen neuen Blickwinkel ist es nie zu spät. Genau das denken sich auch Leena und Eileen, als sie ganz spontan für zwei Monate ihre Wohnungen tauschen. Leena wurde zu Zwangsurlaub verdonnert und braucht dringend eine Auszeit von der Arbeit. Diese bekommt sie natürlich am besten in Omas Haus auf dem Land. Außerdem gibt es nach dem Tod ihrer Schwester noch jede Menge aufzuarbeiten, zu dem Leena bisher nicht bereit war und sich stattdessen lieber jede freie Minute mit Arbeit zugeschaufelt hat. Großmutter Eileen wollte schon als junges Mädchen unbedingt nach London. Und weil sie gerade dringend nach einem Abenteuer in Sachen Liebe sucht, trifft sich die Gelegenheit, mit ihrer Enkelin Leena für kurze Zeit das Leben zu tauschen, doch geradezu perfekt. Auf dem Land in Hamleigh ist die Auswahl an Männern in ihrem Alter nämlich ziemlich spärlich. In London bieten sich dagegen ganz neue Möglichkeiten.
Dieses Buch hat mich in den Urlaub begleitet und ich glaube genau dafür ist es perfekt gemacht. Es liefert eine so leichte und angenehme Stimmung, dass man sich damit einfach nur wohlfühlen kann. Weil der Schreibstil locker ist, hatte ich überhaupt keine Probleme in die Geschichte einzutauchen. Schon der Klappentext ließ darauf hoffen, dass ich es hier mit einer guten Portion Humor zu tun haben werde und ich wurde nicht enttäuscht. Denn allein die fast achtzigjährige Großmutter Eileen konnte mich mit ihrer Männersuche und ihrer bezaubernd lockeren Art bestens unterhalten und bereitete mir eine Menge verdammt lustiger Szenen. Bei der sortierten Leena hingegen war es schön zu beobachten, wie sie auf dem Land nach und nach entspannte. Sie verwandelte sich von einer arbeitswütigen und kontrollierten Frau wieder in ein menschliches Wesen und ließ endlich auch den Schmerz über den Verlust ihrer Schwester zu. Abwechselnd aus Leenas und Eileens Perspektive begleitete ich die Beiden bei der Verwirklichung ihrer neuen Ziele und lernte dabei nicht nur einige lustige, wie interessante Personen aus Hamleigh kennen, sondern auch Leenas Mitbewohner aus London. Das Buch lieferte mir nicht nur durchweg gute Unterhaltung, es war ein Genuss.
Nach „Love to Share“ aus dem letzten Jahr, eine weitere leichte und vor allem überraschende Geschichte. Auch wenn sich die Storys gar nicht so sehr ähneln, hat mir dieses Buch das gleiche wohlige Gefühl vermittelt. Es lässt mich auf mehr Lesestoff dieser Autorin hoffen. Absolute Leseempfehlung für all jene, die gerade Lust haben, ein wenig abzuschalten und zu genießen.

Bewertung vom 19.06.2020
Wozu wir fähig sind
El Omari, Laila

Wozu wir fähig sind


sehr gut

Auch die besten Freunde haben ihre Leichen im Keller

Unauffällig und völlig selbstverständlich haben sich Alexander und seine Begleitung Leonora unter die Leute gemischt. Alexander scheint eine fast unheimliche Freude daran zu haben, mit den Menschen in seinem Umfeld zu spielen. Er hat einen Plan, nur welchen, das gibt er nicht bekannt. Immer an seiner Seite ist Leonora. Sie ist still und geheimnisvoll. Irgendetwas aus ihrer Vergangenheit bereitet ihr Probleme. Ob sie Alexanders Freundin ist, das weiß niemand so genau. Beide finden sich plötzlich in einer Gruppe junger Leute wieder, die sich alle in irgendeiner Form untereinander kennen. Ob nun von der Uni oder von der Zeit davor, jeder von ihnen hat eine Geschichte. Doch wie diese zusammengehört, dass soll der Leser erst später erfahren. Alina und Patrick sind schon seit langer Zeit ein Paar. Alles wirkt perfekt in ihrer Beziehung. Doch als Alexander auftaucht, ändert sich das. Alina weiß, dass Alexander etwas Gefährliches in sich trägt und trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Robin, ein Freund von Alina, fühlt sich hingegen zu Alexanders Begleitung Leonora hingezogen. In welcher Form ihm das nachher zum Verhängnis wird, dass müsst ihr natürlich selbst herausfinden.
Erst einmal möchte ich damit beginnen, dass allein das Cover absolut genial ist. Was man nicht auf den ersten Blick sieht, ist, dass der Buchdeckel durch glänzende Rillen geprägt ist. Das fühlt sich nicht nur klasse an, sondern hat mich immer wieder verleitet, über den Buchdeckel zu streichen. Dazu die Schrift in Neonfarbe auf schwarz-grau-weißem Hintergrund, richtig cool. Hier hat sich der Coppenrath Verlag mal wieder etwas Geniales einfallen lassen.
Direkt beim Einstieg in das Buch schimmert das Mysteriöse durch. Schnell wurde mir klar, dass es sich hier definitiv um eine spannende Story dreht, in der es immer etwas zu Rätseln gibt. Wohin mich diese Geschichte aber letztendlich führt, wusste ich lange Zeit nicht. Jeder Abschnitt beginnt mit einer neuen Person. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte, gibt aber nie genug preis, um sich daraus ein zusammenhängendes Bild zu zaubern. Ich verspürte von Seite zu Seite mehr Lust, das herauszufinden. Denn eines war klar, hier geht es darum, den Bösewicht für etwas zu finden. Nur für was und wer das sein sollte, das musste ich schon selbst herausfinden. Gestehen muss ich auch, dass ich erst kurz vor der Mitte des Buches so wirklich den Überblick hatte. Zwar wurde aus der Erzählperspektive geschrieben, aber ständig wechselten die Charaktere. Der Eine war mit dem bekannt, der nächste mit dem Anderen. Alle zusammen bilden eine Kette, aber die musste erst einmal aneinandergereiht werden. Es gibt Sprünge von der Vergangenheit in die Gegenwart und vor jedem Kapitel steht ein Zitat einer beteiligten Person. Das Zitat regte nicht nur zum Nachdenken an, sondern führte ein wenig in die Irre, machte mich aber zusätzlich noch neugieriger auf die Story. Trotz all der Verwirrungen hatte ich Spaß an der Story. Ich wollte unbedingt dahinter steigen, um was es hier überhaupt geht und warum so gehandelt wird. Zum Schluss hin wurde es dann noch einmal richtig spannend. Obwohl das Ende zwar immer vorhersehbarer wurde, konnte es mich trotzdem überraschen.
Definitiv ein Buch zum Nachdenken. Es zeigt ziemlich deutlich wie allzu oft der Schein doch trügt und wie schnell sich deine Freunde zu Betrügern entpuppen können. Spannung, gute Unterhaltung und jede Menge Rätsel.

Bewertung vom 15.06.2020
Sonnengelber Frühling
Bartsch, Carina

Sonnengelber Frühling


ausgezeichnet

Emely und Elyas - endlich vereint

Wenn du nach verzehrend langer Zeit deiner großen Liebe gegenüberstehst und weißt, dass er genauso fühlt wie du, dann ist es gar nicht einfach, damit umzugehen. Endlich sind Emely und Elyas ein Paar. Die großen Missverständnisse sind aus dem Weg geräumt. Alles was sie tun müssen, ist ihre Liebe zu genießen. Und doch ist es nicht leicht, sich einfach fallenzulassen. Emely kann ihr Glück kaum fassen. Alles fühlt sich neu und doch so vertraut an. Ist es da ein Wunder, wenn man vor lauter Sorge, alles richtig zu machen, ganz vergisst, überhaupt zu handeln?
Der Start ins Buch war wie die Rückkehr zu einem alten Lieblingsort. Stück für Stück kommen die Erinnerungen zurück und plötzlich ist wieder dieses Glücksgefühl da.
Entgegen dem Rat der Autorin habe ich mit dem dritten Band dieser Reihe begonnen, ohne die Vorgänger noch einmal gelesen zu haben. Ich wollte einfach so schnell wie möglich mit diesem Buch beginnen. Es ist bereits sechs Jahre her, als ich „Kirschroter Sommer“ und „Türkisgrüner Winter“ verschlungen habe. Demzufolge waren meine Erinnerungen an die beiden Bücher nicht mehr ganz frisch. Es gab Lücken meinerseits, besonders was die Nebencharaktere betrifft. Gerade zu Beginn des Buches habe ich mir dann schon manchmal gewünscht, ich hätte etwas mehr Zeit aufgebracht und die ersten zwei Bände noch einmal gelesen. Die geladene und knisternde Stimmung zwischen Emely und Elyas, die mich sofort wieder packte, war mir aber nur allzu vertraut und zog mich mit. Denn genau diese Zankereien zwischen den Beiden waren es, die mich vom ersten Buch an so sehr amüsiert und mich verdammt gut unterhalten haben. Es ist die besondere Atmosphäre, die tiefen Gefühle, im Wechsel mit ihren lockeren Dialogen und den humorvollen Auseinandersetzungen, die das Buch harmonisch machen. Ich deute es einfach als gutes Zeichen, wenn man während des Lesens mehrfach und überraschend laut auflachen muss. An Carina Bartschs Büchern gefällt mir nicht nur der leichte Schreibstil. Sie hat unglaublich gute Hauptcharaktere geschaffen. Mein absoluter Favorit ist eindeutig Elyas. Ich würde sogar behaupten, er ist mir der Liebste aller Protagonisten, denen ich bisher, in all meinen gelesenen Büchern, begegnet bin. Ich liebe seine liebevollen Neckereien Emely gegenüber so sehr, dass ich gar nicht genug davon bekommen kann.
Auch Emely ist ein herzensguter Mensch. Sie hat ebenso schlagfertige Kommentare auf Lager wie Elyas und steht ihrer großen Liebe in nichts nach. Ihre manchmal so tollpatschige Art ist süß und macht sie ungeheuer sympathisch. Auch wenn sie meine Geduld, mit ihrer übervorsichtigen Art, manchmal etwas strapazierte, so gehört gerade diese zu ihrer Persönlichkeit und macht sie unvergleichlich.
Vielleicht war Band 3 nicht so aufregend, wie die ersten beiden Bände, weil vor allem das Fiebern und Hoffen auf ein Happy End fehlte. Denn dieses haben die Zwei bereits zu Beginn des Buches erreicht. Das Ziel, dem sie nun entgegensteuern ist definitiv ein anderes, aber auch dieses hat nicht nur eine gute Unterhaltung zu bieten, sondern vermittelt auch Werte, in denen es darum geht, sich mit gewissen Dingen genau die Zeit zu nehmen, die man wirklich braucht. Wenn dein Partner dir diesen Freiraum lässt, dann ist allein das schon ein gutes Zeichen. Mir hat es jedenfalls viel Freude bereitet, dem Wachsen der Beziehung zu folgen. Emely und Elyas haben einen neuen Abschnitt aufgenommen. Es können noch andere Lebensabschnitte folgen. Also werde ich auch auf einen „goldorangenen Herbst“ oder ähnliches hoffen. Allein schon wegen Elyas ist mir das Buch die fünf vollen Sternchen wert.

Bewertung vom 28.05.2020
Denn Geister vergessen nie
Koch, Jessica

Denn Geister vergessen nie


ausgezeichnet

Du allein bestimmst nicht dein Leben

Die beiden Brüder Mian und Jano sind nach einem Ereignis aus der Kindheit fest miteinander verbunden und teilen eine besondere Gabe. Beide haben ein unglaublich feines Gespür für jede Art von Einflüssen.
Amy hat nach einem Schicksalsschlag jegliche Freude am Leben verloren. Als sie auf die Brüder trifft, machen genau diese Zwei es sich zur Aufgabe, die junge Frau von ihrer Trauer zu befreien. Ist es Bestimmung, dass sie sich begegnen?
Als sie gemeinsam zu einer Segeltour aufbrechen, hatten weder Amy noch Mian die Absicht, dass sich zwischen ihnen etwas entwickelt. Denn eigentlich hatte Amy mit Collin das Boot bestiegen. Ist es nur Mians feinfühlige Art und sein Wissen, wie es um sie steht, oder ist da noch mehr? Immer wieder sucht Amy seine Nähe, was Collin nicht gerade zu begeistern scheint. Er hatte ganz andere Absichten, als er Amy zu diesem Segeltrip mit seinem Schwager Jayden und dessen Freund Ben einlud. Dass am Ende auch Mian mit ins Boot steigt und seine Pläne durchkreuzt, war nicht zu erahnen.

Die einzigartige Geschichte von Jessica Koch hat mich überrascht und zum ersten Mal in die Welt der Geister entführt. Denn Mian und sein Bruder Jano hatten schon früh in ihrer Kindheit eine Begegnung mit ihnen. Damals ging es um Leben und Tod und brachte ungeahnte Veränderungen mit sich. Dieser Rückblick in die Vergangenheit ließ direkt auf den ersten Seiten dieses Buches unglaublich viel Spannung entstehen und gab mir immer mehr Aufschluss über das, was sich damals ereignete. Im Wechsel zu diesem Rückblick wurde über Collins Schwester Marie, die traurige Amy und den außergewöhnlichen Mian geschrieben. So fiel es mir leicht in die Gefühlswelt all dieser Charaktere hineinzuschnuppern. Jeder einzelne von ihnen eröffnete mir neue Erkenntnisse. Auch wenn zu Beginn viele Charaktere auftreten, hatte ich, auch dank des angenehmen Schreibstils, keinerlei Schwierigkeiten, sie auseinander zu halten. Denn alle haben sehr unterschiedliche, authentische und einzigartige Charaktereigenschaften. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die Brüder Jano und Mian. Aber auch den verantwortungsvollen Jayden mochte ich ebenso sehr wie seine schwangere Frau Marie.
Nach einer kurzen Vorgeschichte spielt sich das Geschehen praktisch auf dem offenen Meer ab, und zwar auf Jaydens Segelboot. Lediglich die schwangere Marie und Mians Bruder Jano müssen an Land bleiben und übernehmen ihre Rolle von dort aus.
Die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen, meiner Meinung nach, in diesem Buch eine viel bedeutendere Rolle als die eigentliche Liebesgeschichte. Obwohl ich ein absoluter Fan von Lovestorys bin, hat mir der Ablauf hier sehr gut gefallen. Es war interessant, zu beobachten, was gewisse Situationen in den einzelnen Persönlichkeiten auslösten. An abwechslungsreichen Ereignissen hat es definitiv nicht gefehlt. Der Trip in die Geisterwelt war interessant und aufregend, ohne gar übertrieben zu wirken. Ich finde gerade dieser Part, vermischt mit den daraus entstandenen Umständen, hat die Geschichte so besonders gemacht.
Wer schon Bücher der Autorin gelesen hat, weiß, wie sehr sie die Leser mitreißt und was man am Ende zu erwarten hat. Ich kann nur so viel sagen, dass mir zum Schluss hin mehrfach die Tränen kamen und ich Mühe hatte, mit meinen brennenden Augen weiterzulesen. Ich bin begeistert von diesem einzigartigen Leseerlebnis.

Bewertung vom 22.05.2020
Der magische Pakt / Die Zuckermeister Bd.1
Voosen, Tanja

Der magische Pakt / Die Zuckermeister Bd.1


ausgezeichnet

Der größte Zauber steckt in wahrer Freundschaft

Der Knaller dieses Buches ist allein schon das Cover mit seinen goldenen Schnörkeln und den glitzernden und fliegenden Bonbonketten. Sie verteilen sich über die ganze Seite und lassen das Bild einfach wunderbar magisch wirken. Die Illustratorin Viktoria Gavrilenko hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und das Buch, allein schon durch sein Aussehen, zu einem wahren Schmuckstück verzaubert. Auch im Innenteil begegneten mir immer wieder Schwarzweißzeichnungen mit den ausgesprochen hübschen Figuren dieses Abenteuers und mit vielen süßen Köstlichkeiten. So bekam die Geschichte noch etwas mehr Lebendigkeit und ich konnte mich gut in die zauberhafte Welt der Zuckermeister hineinfühlen.
Was mir ebenfalls sehr gut gefällt, ist, dass der Goldrand des Einbands auch im aufgeklappten Zustand, immer wieder hervorblitzt. Das verleiht dem Buch während des Lesens, noch etwas mehr Glanz und rahmt das Geschriebene elegant ein.
Der Start in die Geschichte, der Autorin Tanja Voosen, gelang mir sehr gut, weil der Schreibstil leicht und flüssig ist. Die Altersempfehlung des Buches beginnt bei 9 Jahren. Ich bin mir noch nicht sicher, wie gut meine Tochter, in ebendiesem Alter, mit dem Buch zurechtkommen wird. Denn die Schriftgröße ist recht klein und die Seitenzahl von 272 Seiten könnte ihr vielleicht etwas lang werden. Die 37 Kapitel hingegen sind aber schön kurzgehalten, sodass häufige Pausen, auch für jüngere Leser definitiv möglich sind. Das perfekte Lesealter für dieses Abenteuer würde ich bei 10 bis 12 Jahren ansetzen. Genau wie ich, können aber auch Erwachsene und all jene, die Süßigkeiten lieben, mit diesem Buch ihren Spaß bekommen. Ist man nämlich erst einmal in die magische Geschichte des Zuckerzaubers eingetaucht, fällt es schwer, mit dem Lesen aufzuhören. Die Spannung baut sich von Seite zu Seite mehr auf und man möchte unbedingt erfahren, was als nächstes geschieht.
Die Charaktere sind lebensecht und abwechslungsreich. Die herzensgute Elina ist liebevoll, verliert niemals ein böses Wort und ist stets bereit, ihre Hilfe anzubieten. Charlotte, auch Charlie genannt, nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie hat immer einen lockeren, frechen Spruch parat und ergänzt sich geradezu perfekt mit Elina, eben weil sie das genaue Gegenteil ihrer Freundin wiederspiegelt. Schließlich kommt noch der mürrische Robert hinzu, der stets einen Moment braucht, um mit Fremden warm zu werden. Aber auch er entwickelt sich zu einem besonders guten Freund und macht das Trio komplett.
Die Geschichte lädt in ein perfektes Abenteuer ein, indem es an Kreativität nur so wimmelt und das für magische sowie himmlisch süße Lesestunden sorgt. Sie beschert uns Lesern das fantastische Gefühl, welches man spürt, wenn man wahre Freunde findet. Und sie zeigt uns wie wunderbar leicht man sich über seine Ängste hinwegsetzen kann, wenn man gemeinsame Stärke einsetzt. Absolute Leseempfehlung von mir!!!

Bewertung vom 04.05.2020
Only you - Alles beginnt in Rom
Eberlen, Kate

Only you - Alles beginnt in Rom


ausgezeichnet

In die Liebe getanzt
Als die zurückhaltende Letty und der extrovertierte Alf in Rom aufeinandertreffen, scheinen Welten zwischen ihnen zu liegen. Zwar haben sie beide das gleiche Ziel und möchten die italienische Sprache lernen. Doch sieht es so aus, als sei das vorerst die einzige Gemeinsamkeit, die sie einander teilen. Erst nachdem Alf immer wieder versucht, Letty in Gespräche zu verwickeln, stellt sich heraus, dass es viel mehr gibt, was die Zwei verbindet. Sie teilen eine große Leidenschaft miteinander. Und zwar das Tanzen.
Eigentlich hatte Letty nach einem Unfall den Tanz für immer aus ihrem Leben verbannt, doch Alf hat das Talent, verborgene Wünsche aus der ehemaligen Tänzerin herauszulocken. Trotz Lettys Vorgeschichte, die ihr die Freude am Leben nahm, schafft Alf es, ihr ein Gefühl von Freiheit zu vermitteln und sich glücklich zu fühlen. Umgekehrt scheint Alf endlich zu verstehen, was Liebe bedeutet. Denn was er verspürt, wenn er in Lettys Nähe ist, hat er nie zuvor gefühlt. Außerdem begleitet dieses Mädchen seine Gedanken viel mehr als es je zuvor jemand geschafft hat.
Doch weder Letty noch Alf können unbeschwert in eine neue Liebe abtauchen. Bei Letty ist es die Vergangenheit, die sie verfolgt. Bei Alf ist es seine momentane Lebenssituation, die nicht nur Entscheidungen, sondern auch ein Handeln von ihm abverlangt.

Der Start in das 496 Seiten starke Buch, das aus zwei Perspektiven erzählt wird, fiel mir nicht schwer. Da sich der größte Teil dieser Geschichte in Rom abspielt und Letty sowie Alf gemeinsam einen Italienischkurs belegen, tauchen auch einige Sätze in dieser Sprache auf. Hin und wieder hatte ich das Bedürfnis etwas nachzuschlagen, aber im Grunde konnte man sich vieles, was nicht übersetzt wurde, auch denken. Zur Sprache hinzu kamen noch einige bildliche Beschreibungen Roms, die dem Buch einen besonderen Charme verliehen.
Ich hatte keine Probleme mit den Charakteren warm zu werden. An Alf gefiel mir besonders seine offene Art und die auffällig gute Beobachtungsgabe. Er hat ein ausgezeichnetes Talent, auf Menschen einzugehen und sie zu animieren. Mich hat es amüsiert, seine Gedanken zu lesen und festzustellen, welche Schlüsse er daraus zieht. Bei der in sich gekehrten Letty, waren es weniger die Charakterzüge, die mich von ihr überzeugten, sondern ihre negativen Erfahrungen aus der Vergangenheit. Je mehr ich von ihr erfuhr, desto klarer konnte ich sehen, warum sie sich so zurückhaltend verhielt. Sie hatte einige gute Gründe, warum sie Abstand von den Menschen hielt und ich konnte sie nur zu gut verstehen.
Schön war deshalb zu beobachten, wie Alf es schaffte Letty immer mehr aus ihrem Schneckenhaus hervorzulocken. Fast kam es mir vor, als hätte Letty nur auf diese Rettung gewartet. Noch schöner war zu erkennen, wie perfekt die Zwei aufeinander reagierten, als das Eis erst einmal gebrochen war. Letty taute auf und erkannte durch Alf, was es heißt zu Leben. Und auch Alf wurde durch Letty etwas klar. Nämlich wie man sich fühlt, wenn man ganz und gar verliebt ist.
Ab und zu gab es einige Passagen im Buch die sich zogen. Dann tauchten aber plötzlich Überraschungsmomente auf, die den Blickwinkel komplett änderten und die Geschichte mit neuer Spannung bereicherten. Das hat für mich das Buch um einiges aufgewertet. Deshalb fiel es mir nicht schwer, über die etwas langgezogenen Seiten hinwegzusehen.
Die negative Kritik über das Buch fällt bei mir eher gering aus. Denn die wenigen Stellen, die mir nicht zusagten, sind einfach zu unbedeutend, um einen Stern abzuziehen. Ich fand die Story erfrischend anders und trotz einiger schwerer Themen nicht zu dramatisch, sondern mitreißend. Sie hat mich gut unterhalten und wurde mit einem schönen Ende abgerundet. Fünf Sterne von mir für ein paar gemütliche Lesestunden.