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Benutzername: Island
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Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 64 Bewertungen
Bewertung vom 26.02.2021
Dein erster Blick für immer
Folbigg, Zoe

Dein erster Blick für immer


sehr gut

Maya pendelt täglich mit dem Zug von einem Londoner Vorort in die britische Hauptstadt, wo sie bei einer großen Fashion Marke im Marketing arbeitet. Ihre wahre Leidenschaft gilt aber dem Backen von Macarons und sie glaubt an die große Liebe. Im gleichen Pendlerzug ist auch oft James, der Mayas Interesse geweckt hat, obwohl sie bisher kein Wort miteinander gewechselt haben. Irgendwann fast sie sich aber ein Herz, steckt ihm einen Brief zu und erfährt dann durch seine Antwort per Mail von ihm, dass er vergeben ist.

Damit beginnt die Geschichte, dann kommt es erst einmal zu Rückblicken, wie das Leben von Maya und James in den Monaten davor jeweils verlaufen ist und irgendwann geht es dann auch mit der Zeit nach dem Brief weiter. Das ist beim Lesen etwas verwirrend, da diese Zeitsprünge nicht immer gekennzeichnet sind. Zudem gibt es einige Nebenhandlungen, die mit der eigentlichen Geschichte um Maya und James wenig zu tun haben.

Positiv hervorzuheben ist aber, dass Maya sehr sympathisch ist und einen angenehmen Humor hat, kein tussiges Modepüppchen, wie man auf Grund ihres Berufes vielleicht vermuten würde. Auch James ist mir sympathisch, aber ich kann nicht alle seine Verhaltensweisen voll verstehen.

Insgesamt betrachtet, fand ich den Roman durchaus unterhaltsam und mit der Zeit kam man auch mit den verschiedenen Zeitebenen klar. Der Schreibstil war für mich anfangs auch aufgrund der inkonsequenten Verwendung verschiedener Vergangenheitsformen etwas ungewohnt, aber auch daran gewöhnt man sich. Insgesamt hätte ich auf manch eine Nebenhandlung verzichten können und hätte mir dafür gewünscht, dass es mehr um Maya und James und das, was sie daran hindert, zusammenzukommen geht.

Bewertung vom 22.02.2021
Lebenssekunden
Fuchs, Katharina

Lebenssekunden


ausgezeichnet

Der neue Roman von Katharina Fuchs spielt im Nachkriegsdeutschland. Im Mittelpunkt stehen zwei, zu Beginn der Geschichte gerade einmal 15-jähruge junge Frauen. Angelika aus Kassel fliegt vom Gymnasium, an dem Mädchen noch nicht so richtig erwünscht sind. Anschließend kämpft sie darum, trotzdem Fotografin werden zu können, was damals auch noch als Männerberuf galt. Christine wächst zeitgleich in der noch jungen DDR auf und soll dort Profiturnerin werden, was mit großen Qualen, sowohl physischer als auch psychischer Art verbunden ist.

Beim Lesen begleiten wir die beiden jungen Frauen, deren Wege sich irgendwann kreuzen, beim Erwachsenwerden, das mit vielen Höhen und Tiefen verbunden ist. Dabei erfährt man auch hautnah mehr über das Leben in den beiden politischen Systemen, BRD und DDR und allgemein in den 60er Jahren, besonders auch um den Mauerbau herum. Sehr eindrucksvoll ist dabei, wie perfide man in der DDR auch in deren Anfangsjahren schon Druck auf die Menschen ausübte.

Katharina Fuchs beschreibt das alles sehr anschaulich und fesselnd. Die Charaktere der beiden jungen Frauen sind überzeugend ausgestaltet und man kann sich beim Lesen gut in ihre jeweilige Situation einfühlen. Daher empfehle ich den Roman auf jeden Fall allen weiter, die gerne tiefgründige Geschichten aus der jüngeren deutschen Vergangenheit lesen.

Bewertung vom 06.02.2021
Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
Schröder, Alena

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid


ausgezeichnet

Hannah ist 27 und arbeitet in Berlin an ihrer Dissertation in Germanistik. Mit ihrem Doktorvater beginnt sie eine Affäre, zuvor hatte sie immer wieder One Night Stands, aber keine ernsthafte Beziehung. Ihre recht alternative Mutter ist vor einiger Zeit an Krebs gestorben, aber ihre mittlerweile 95-jährige, geistig noch sehr fitte Oma Evelyn besucht sie einmal wöchentlich in deren Seniorenresidenz. So bekommt sie mit, dass die alte Dame einen Brief aus Israel bekommen hat, in dem steht dass diese die nächste Verwandte jüdischer Vorfahren ist und daher potentielle Erbin derer im Dritten Reich geraubten Kunstgegenstände, sollte diese, unter anderem eben das Bild der "Jungen Frau am Fenster stehend, blaues Kleid" wieder auftauchen. Hannah erfährt so zum ersten Mal von den jüdischen Verwandten ihrer Großmutter, deren leibliche Mutter Senta im Berlin der 20er Jahre einen jüdischen Verleger geheiratet hatte.

Auf einer zweiten Zeitebene erfährt der Leser mehr über Senta, wie sie zunächst unglücklich mit einem Militärpiloten verheiratet ist, den sie wegen der ungewollten Schwangerschaft mit Evelyn heiraten musste, obwohl es ihr großer Traum war, mit ihrer besten Freundin nach Berlin zu gehen. Diesen Traum erfüllt sie sich schließlich doch und lässt Evelyn bei deren Tante väterlicherseits zurück, wodurch das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter für immer angeknackst ist.

Hannah findet nun nach und nach mehr über die Geschichte von Senta heraus, was nicht so leicht ist, weil Evelyn nicht gerne über sie spricht. Dabei findet sie auch langsam zu sich selbst und merkt, was ihr wichtig ist.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, Hannah als Protagonistin ist mir sehr sympathisch und ich fand es interessant, mit ihr immer mehr über die Geschichte ihre Urgroßmutter Senta und der jungen Evelyn und deren Leben vor und während der Zeit des Nationalsozialismus und auch danach zu erfahren. Durch die verschiedenen Zeitebenen blieb die Geschichte lange spannend. Der Schreibstil der Autorin ist sehr anschaulich und gut verständlich.

Bewertung vom 06.02.2021
Wie mein bescheuerter Bruder Klassensprecher in meiner Klasse wurde ... / Das ungeheimste Tagebuch der Welt! Bd.1
Fröhlich, Anja;Krause, Patrick

Wie mein bescheuerter Bruder Klassensprecher in meiner Klasse wurde ... / Das ungeheimste Tagebuch der Welt! Bd.1


ausgezeichnet

Seit die Mutter von Paul und der Vater von Karline fest zusammenleben, bilden sie zusammen eine Patchworkfamilie, was der Nachwuchs nicht immer so prickelnd findet. Nachdem Paul dann auch noch die sechste Jahrgangsstufe wiederholen muss, gehen sie sogar in die gleiche Klasse, was bei beiden wenig Freude auslöst. Und dann wird Paul auch noch zum Klassensprecher gewählt, Karline ist so gar nicht erfreut. Sie hat aber einen Trumpf gegen ihn in der Hand. Obwohl er sich über ihr Tagebuch lustig macht, schreibt er heimlich auch Einträge in sein "Logbuch" und sie kennt sein Versteck und kann so heimlich mitlesen.

Das Buch ist dann auch abwechselnd aus der Perspektive von Karline und Paul verfasst und erzählt in authentischer Sprache aus deren Perspektive davon, was sie gerade so erleben und was sie beschäftigt. Und natürlich auch, was sie aneinander nervt. Durch die Perspektivwechsel können sich Jungen genauso gut wie Mädchen in die Situationen hineinversetzen und das Buch ist für beide Geschlechter ebenso geeignet, wie auch für Kinder, die selbst nicht in einer Patchworkfamilie aufwachsen, denn auch leibliche Geschwister gehen sich gegenseitig auf die Nerven. Und Einzelkinder werden ebenfalls gut unterhalten und können sich daran erfreuen, keine Geschwisterstreitigkeiten ausfechten zu müssen.

Die verschiedenen Schriftarten lassen alles modern und tagebuchähnlich wirken, aber ohne dass die Lesbarkeit der Schrift zu sehr darunter leidet. Die Illustrationen sind ebenfalls sehr modern, witzig und ansprechend gestaltet und lockern den Text zusätzlich auf. Der Schreibstil ist gut lesbar und passt zu den Tagebucheinträgen der Kinder.

Bewertung vom 06.02.2021
Dein bester Freund? Bist du!
Kienle, Dela

Dein bester Freund? Bist du!


ausgezeichnet

Zunächst hat mich der, für ein Paperback-Buch recht stabile, Einband und das größere Format positiv überrascht und auch die farbigen Innenseiten. Für diese Aufmachung ist der Preis von knapp zehn Euro wirklich fair.

Der Inhalt des Buches gefällt mir auch sehr gut. Es ist nicht dazu gedacht, es komplett in einem Zug durchzulesen und es dann nie mehr anzufassen, sondern dazu, in Situationen, in denen man sich unsicher fühlt, die passenden Seiten aufzuschlagen und entweder etwas Aufbauendes zu lesen oder gute Tipps zu bekommen, wie es künftig besser laufen könnte, wie man sich besser konzentrieren kann und wie man Stress abbaut. Auch wissenschaftliche Erkenntnisse zu relevanten Themen, wie der Funktionsweise des Gehirns, werden altersgerecht vorgestellt und Vorurteile entkräftet. Außerdem lädt es ohne erhobenen Zeigefinger dazu sein, sein eigenes Verhalten zu reflektieren, zum Beispiel auch mit kurzen Psychotests, und liefert kreative und Spaß versprechende Vorschläge für eine abwechslungsreichere Freizeitgestaltung. Auch im Buch selbst kann immer mal wieder etwas ausgefüllt werden und wenn es einem später mal wieder in die Hände fällt, ist es sicher ein ganz interessantes Erinnerungsstück an diese aufregende Phase der (Vor-) Pubertät. Alle Seiten durch die farbige Gestaltung, verschiedene Schrifttypen und moderne Illustrationen sehr ansprechend und abwechslungsreich gestaltet.

Ich finde, das Buch ist für Kinder ab frühestens zehn Jahren geeignet, je nach Entwicklungsstand. Es ist auf jeden Fall auch ein schönes Geschenk zum Geburtstag, zur Firmung oder zur Konfirmation. Grundsätzlich richtet es sich an beide Geschlechter, ich denke aber, dass Mädchen sich besser darauf einlassen können, als Jungen. Das hängt aber auch vom jeweiligen Charakter ab.

Bewertung vom 01.02.2021
Wo wir Kinder waren
Naumann, Kati

Wo wir Kinder waren


ausgezeichnet

Eva, Iris und Jan kommen in im thüringischen Sonneberg zusammen, um das Haus ihrer Großeltern und Urgroßeltern leer zu räumen, die dort eine Spielzeugfabrik betrieben, die die verschiedenen politischen Systeme ab dem Kaiserreich überdauerte, aber nach der Wende zu Grunde ging. Auch die drei Protagonist:innen haben sich seit ihrer Kindheit entfremdet, stoßen aber beim Entrümpeln auf gemeinsame Erinnerungen. Mit jedem der verschiedenen Gegenstände, die sie in dem Haus entdecken, wechselt die Autorin dann immer auf die zweite Zeitebene zurück in die Vergangenheit der Familie und man erfährt mehr über die Familien- und natürlich die Firmengeschichte, aber auch, was es mit dem jeweiligen Erinnerungsstück auf sich hat. Und auch die drei Erb:innen nähern sich einander langsam wieder an.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, da ich Geschichten, in deren Mittelpunkt ein Familienunternehmen steht, immer sehr interessant finde. Sonneberg ist gar nicht so weit von meiner Heimat entfernt, auch wenn diese in Westdeutschland liegt. Umso spannender finde ich es, mehr über die Tradition der Spielzeugherstellung zu erfahren, für die der Ort berühmt ist und darüber, wie die verschiedenen politischen Systeme das Leben der Fabrikantenfamilie beeinflussten. Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und angenehm lesbar.

Bewertung vom 01.02.2021
2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt
Richter, Noah

2,5 Grad - Morgen stirbt die Welt


sehr gut

Der Klappentext hat mich wirklich neugierig auf das Buch gemacht, da es zwar in naher Zukunft spielt, es aber um Szenarien geht, die nicht allzu unrealistisch sind, wenn der Mensch die Klimaerwärmung weiter vorantreibt.

Während in Deutschland gerade Flüsse über die Ufer treten und der ansteigende Meeresspiegel dazu führt, dass auch viele deutsche und europäische Städte unbewohnbar werden, stirbt der Forscher Jakob Richter, weil seine Forschungsstation in der Aktis aufgrund der schmelzenden Eismassen zusammenbricht. Seiner schwangeren Freundin Leela in Deutschland hat er kurz zuvor noch per E-Mail verschlüsselte Daten zukommen lassen, die geheime Informationen über Konzerne und Politiker enthalten, die mit ihrem Verhalten zur Erderwärmung beitragen. Leela soll diese Daten den richtigen Personen zukommen lassen, sie und ihre Unterstützer geraten aber schnell ins Visier eines Killers, der sie zum Schweigen bringen soll. In weiteren Handlungssträngen geht es dann noch um riesige Flüchtlings ströme aus Afrika, da die Heimat der Menschen dort unbewohnbar geworden ist, um neue Rechte, die an die Macht kommen wollen, eine christliche Endzeitsekte, um Politiker und um radikale Klimaschützer, die mit allen Mitteln kämpfen.

Soweit klingt das alles sehr spannend. Auf manchen Handlungsstrang und manche Person hätte aber auch verzichtet werden können. Einerseits tragen die häufigen Perspektivwechsel mit Cliffhangern am Ende zwar zum Spannungsaufbau bei, zu viele Handlungsstränge zerreißen die Geschichte für meinen Geschmack aber zu sehr. Auch hätte ich eine realistischere Herangehensweise gewünscht, manche Geschehnisse und Verhaltensweisen der Protagonist:innen sind dann doch zu übertrieben oder zu abstrus. Mich persönlich hätte dich Geschichte noch viel mehr gepackt, wenn ich durchgehend das Gefühl gehabt hätte, dass dies alles in wenigen Jahrzehnten wirklich Realität in Deutschland sein könnte. Der Schreibstil des Autors ist jedoch gut lesbar und auch anschaulich.

Bewertung vom 15.01.2021
Socke und Sophie - Pferdesprache leicht gemacht
Zeh, Juli

Socke und Sophie - Pferdesprache leicht gemacht


ausgezeichnet

Juli Zeh kennt man eigentlich eher als Verfasserin von gesellschaftskritischen Romanen für Erwachsene, mit denen sie schon oft die Bestsellerlisten anführte und ganz nebenbei ist sie auch noch Verfassungsrichterin. Sie liebt aber auch Pferde, ihre Familie besitzt mehrere, und hat bereits für Erwachsene die "Gebrauchsanweisung für Pferde" verfasst. Nun folgt mit "Socke und Sophie" eine Mischung aus Romanhandlung und Wissensvermittlung über Pferde, die sich an junge, pferdeinteressierte Leser:innen ab dem Grundschulalter richtet.
Unterstützung erhielt sie dabei vom Illustrator Flix, der die Geschichte mit sehr ansprechenden Bildern auflockert, die sogar in Farbe abgedruckt wurden.

Protagonistin Sophie (12) hätte sehr gerne ein eigenes Pferd, weiß aber auch, dass der Unterhalt eines solchen Tieres sehr teuer ist und ihre Familie sich das nicht leisten kann. Doch dann ergibt sich die Gelegenheit, dass sie das Pony Socke in Pflege nehmen darf, was sie zunächst sehr freut. Doch, da Socke misshandelt wurde, gelingt es ihm nicht mehr so leicht, Menschen zu vertrauen und Sophie bekommt einfach keinen Zugang zu ihm, was auch zu gefährlichen Situationen führt. Außerdem besteht so die Gefahr, dass Socke nicht auf dem Michaelis-Hof bleiben darf. Daher muss Sophie dringend Pferdesprache lernen, um endlich verstehen zu können, was Socke stört.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Sophie und Socke erzählt, sodass man als Leser:in einen guten Eindruck davon bekommt, wie beide sich jeweils fühlen und welche Missverständnisse auftreten. Der Schreibstil ist der jungen Zielgruppe angepasst, gut verständlich, teilweise umgangssprachlich, aber auch nicht so sehr, dass es übertrieben wirkt. Natürlich spielt auch Fachwissen zu Pferden eine nicht unwichtige Rolle. Dieses wird nicht in langen Abhandlungen im Roman mit untergebracht, sondern solche Begriffe sind farbig hervorgehoben und wer mehr zu diesem Thema wissen will, kann im "Lexikon" am Ende des Buches recht ausführliche Informationen dazu erhalten. Besonders gefällt mir auch, dass der Roman keine falschen, romantischen Vorstellungen bei den jungen Leser:innen weckt, wie es ist, sich um ein Pferd zu kümmern, sondern ungeschönt zeigt, dass nicht immer alles unkompliziert läuft. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne an alle pferdeinteressierten junge Leser:innen weiter.

Bewertung vom 15.01.2021
One Last Song / One-Last-Serie Bd.1
Böhm, Nicole

One Last Song / One-Last-Serie Bd.1


sehr gut

Rileys großer Traum ist es, Musicaldarstellerin zu werden, ihr Bruder glaubt an sie und bestärkt sie darin, diesen Traum zu verfolgen, ihr selbst mangelt es jedoch etwas an Selbstvertrauen und auch ihr Vater gibt ihr nur zwei Jahre, bis sie es geschafft haben muss, auf eigenen Beinen zu stehen und diese Zeit neigt sich schon langsam dem Ende entgegen. Da New York sehr teuer ist, jobbt Riley nebenbei in Bars, wo sie nicht immer besonders gut von den Chefs und Gästen behandelt wird. Dann bekommt sie aber einen Kellnerjob im Bistro einer renommierten Musikschule und lernt dort Julian kennen, dessen Band gerade in New York auftritt und beide fühlen sich voneinander angezogen. Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht Julians Vergangenheit und Rileys Traum vom Musical, der langsam endgültig zu platzen droht.

Meiner Meinung nach handelt es sich bei diesem Roman um eine typische Young Adult Geschichte, deren Protagonistin in diesem Fall den großen Traum hat, Musicaldarstellerin zu werden. Diesen Weg verfolgt sie für meinen Geschmack etwas zu naiv und manches entwickelt sich dann einfach recht vorhersehbar und es werden auch immer wieder Klischees bedient. Ich denke aber, Liebhaber:innen des Genres werden Gefallen an der Handlung und der Protagonistin finden und auch der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar. Zudem entführt sie ihre Leser:innen in die pulsierende Metropole New York, ein interessanter Schauplatz, zu dem man so wenigstens beim Lesen in Gedanken reisen kann, wenn es in echt schon aktuell nicht möglich ist.

Bewertung vom 15.01.2021
Der Elternkompass
Schmidt, Nicola

Der Elternkompass


sehr gut

Nicola Schmidt kam auf die Idee, ihren "Elternkompass" zu verfassen, nachdem ihr erstes Kind geboren war und ihr immer wieder Menschen mit mehr Erfahrung ungefragt hilfreiche Tipps geben wollten, wie sie sich in welchen Situationen mit dem Baby verhalten sollte. Sie begann nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu allen möglichen Bereichen der Kindererziehung zu suchen und verschiedene Studien zu vergleichen und zu hinterfragen. Das alles mit dem Hintergedanken, dass sie sich wünscht, dass aus den Kindern verantwortungsbewusste, resiliente Erwachsene werden sollen, die in ihrer Kindheit ein gesundes Urvertrauen entwickeln konnten.

Beginnend mit der Schwangerschaft und den verschiedenen Möglichkeiten der Geburt stellt sie Erkenntnisse aus der Forschung vor, welche Untersuchungen und Verhaltensweisen notwendig sind und welche eher kontraproduktiv. Dabei spielt ihre eigene Einstellung natürlich trotz aller Wissenschaftlichkeit eine gewisse Rolle.
Anschließend geht es um alle möglichen Punkte, die Eltern von Babys und Kleinkinder beschäftigen, inklusive aktueller Trends zur Ernährung oder zum "sauber werden", Kinderbetreuung ja oder nein, die Vor- und Nachteile von Geschwistern und viel mehr. Anschließend wird auch das Schulalter im Zusammenhang mit dem lebenslangen Lernen noch kurz angesprochen, wobei hier hauptsächlich deutlich wird, dass die Autorin (vielleicht auch zurecht) wenig vom deutschen Schulsystem hält (was Studien ja auch teilweise belegen).

Hauptsächlich ist das Buch sicher für (werdende) Eltern interessant, die sich dann je nach Entwicklungsphase des Kindes im Elternkompass informieren können, was wissenschaftliche Aussagen zu diesem Punkt sind, um anschließend selbst zu entscheiden, wie sie persönlich es handhaben wollen. Die Autorin rät schließlich auch selbst dazu, dass man sich ruhig mehr auf sein Gefühl als auf das, was andere sagen, verlassen soll. Allzu viele handfeste Tipps, wie etwas konkret im Familienalltag umgesetzt werden kann, sollte man aber nicht erwarten.