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Benutzername: Marianne
Wohnort: Attenhofen
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Bewertungen

Insgesamt 121 Bewertungen
Bewertung vom 15.10.2018
Das Kind aus dem versteckten Dorf
Joubert, Irma

Das Kind aus dem versteckten Dorf


ausgezeichnet

Mentje ist ein zehnjähriges Mädchen, das in Holland lebt. Da ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist, lebt sie alleine mit ihrem Vater. An einem schönen Sommertag arbeitet sie mit ihrem Vater auf einem Feld. Etwas rührt sich an ihrem nahegelegenen Haus. Ihr Vater geht zum Haus und ruft ihr zu, sie soll sich verstecken, bis er zurückkommt. Aber er kommt nicht zurück.

Die kleine Mentje weiß nicht, was sie tun soll. Abends kehrt sie vorsichtig zum Haus zurück, aber ihr Vater ist nirgends zu finden. Am nächsten Morgen stellt sie fest, dass auch die jüdische Familie, die ihr Vater versteckt hatte, nicht mehr da ist. Mentje befürchtet, dass jemand sie verraten hat.

Durch die dunkle Nacht sucht sie den Weg zu einem Bekannten ihres Vaters, von dem sie sicher ist, dass sie ihm vertrauen kann. Dieser Mann bringt sie zu einem Versteck im Wald, in dem in mehreren Hütten Menschen untergetaucht sind. Mentje bleibt etwa ein Jahr in diesem versteckten Dorf, das vor allem Juden beherbergt. Obwohl sie ihren Vater schmerzlich vermisst, wird dieses teilweise unterirdische Dorf bald ihr neues Zuhause. Da aber dieses Versteck zu unsicher ist, muss Mentje in den letzten Kriegsmonaten zu ihrer Tante nach Arnheim. Dort wartet jeder Bewohner sehnsüchtig auf die Befreiung durch die Alliierten, aber zuerst wird die Stadt noch heftig umkämpft.

Mentje und ihr Cousin finden zwei verletzte Fallschirmjäger. Obwohl jeder, der den alliierten Soldaten hilft, hingerichtet werden kann, kümmern sie sich um die Beiden und freunden sich mit ihnen an. Eines der Fallschirmjäger kommt aus Südafrika, und neben Mentjes Geschichte, verfolgt der Leser auch seine Erlebnisse in der Armee und später in seiner Heimat.

Mentje ist ein mutiges Mädchen, das viel zu früh selbstständig werden muss. Ihr Vater erzog sie liebevoll, gab ihr viel Geborgenheit, und lebte ihr den Glauben vor, wie diese Stelle zeigt: „Nach dem Lesen hat er das Buch auf den Tisch neben seinen Stuhl gelegt und ihr noch mehr vom Herrn erzählt, denn er kannte ihn sehr gut. So hat sie ihn auch kennengelernt: eng an ihren Vater gelehnt, den groben Stoff seiner Jacke an ihrer Wange, das Klopfen seines Herzens unter ihrem Ohr, seine große Hand um ihren Kopf, seine schwieligen Bauernfinger, die ihre Wange gestreichelt haben.“ In schweren Zeiten kann Mentje von diesen Erfahrungen zehren, auch wenn sie zeitweise so enttäuscht ist, dass sie sich von Gott entfernt. Es fällt ihr sehr schwer sich in einer neuen Umgebung einzugewöhnen, und doch wird das von diesem jungen Opfer des Kriegs immer wieder verlangt.

Diese Geschichte beruht auf wahre Begebenheiten. Das versteckte Dorf im Wald hat ebenso existiert, wie die vielen Widerstandskämpfer, die mutig ihr Leben riskierten, um andere zu retten. Mentjes Vater musste, wie viele andere, einen hohen Preis dafür zahlen, dass er sich für Verfolgte einsetzte.

Trotz der vielen aufwühlenden Erlebnisse, die Mentje durchlebt, ist der Ton dieses Buchs ruhig. Der Leser verfolgt Mentjes Entwicklung, von einer ängstlichen Neunjährigen zu einem selbstbewussten, starken Teenager. Sie lernt, wie sie ihre Angst überwinden kann, und sie setzt schließlich selbst ihr Leben ein, um andere zu retten. Trotzdem ist sie ein ganz normales Mädchen, das manchmal trotzig und aufmüpfig ist, und immer wieder wütend und voller Kummer.

Fazit: Durch die Augen eines jungen Mädchens, erlebt der Leser die schrecklichen letzten Kriegsjahre. Diese spannende Geschichte ist sehr gut recherchiert, und der Leser erfährt interessante Fakten über den niederländischen Widerstand im Dritten Reich. Sehr empfehlenswert!

Bewertung vom 08.10.2018
Die Fischerkinder. Im Auge des Sturms
Feurer, Melissa C.

Die Fischerkinder. Im Auge des Sturms


sehr gut

Diese Geschichte spielt in der Zukunft, an einem unbekannten Ort in Europa. Seitdem Mira im ersten Band dieser Trilogie in einem verbotenen Buch über Jesus gelesen hat, besucht sie geheime Versammlungen, die Treffen der sogenannten Fischerkinder. Diese Zusammenkünfte werfen viele Fragen in ihr auf, denn bisher wurde ihr im Elternhaus und in der Schule vermittelt, dass sie es in diesem totalitären Staat guthat. Als der geheime Treffpunkt der Gruppe verraten wird, wird Mira von einem guten Freund gerettet. Dieser wird jedoch dafür gefangen genommen und in die Hauptstadt überführt. In diesem zweiten Band möchte Mira ihn befreien, auch wenn sie gar nicht weiß, wie sie das schaffen soll.

Ihr Freund, Chas, begleitet sie, obwohl er eigentlich geplant hatte das Land zu verlassen. Zum Glück trifft Mira unterwegs andere Fischerkinder, die sie unterstützen, denn Chas leidet anfangs sehr unter den Folgen einer starken Verletzung. Schließlich gelangt die Gruppe an ihr Ziel, und Mira lernt die dortigen Rebellen kennen, die in einer geheimen Stadt unter der Hauptstadt leben.

Die schwierigste Aufgabe liegt aber noch vor ihr. Wie kann sie ihren Freund Filip aus dem schrecklichen Verlies unter dem Palast retten? Außerdem schwanken Miras Gefühle hin und her. Sie hat sowohl für Chas als auch für den gefangenen Filip Gefühle.

Die kleine Gruppe der Fischerkinder hat mit den Rebellen einiges gemeinsam, aber verfolgen sie wirklich dasselbe Ziel? Mira erkennt, dass Veränderung in ihrem Land nötig ist, und sie will sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, aber sie ist sich nicht sicher, welche Rolle sie dabei spielen soll. In den Rebellenzusammenkünften bekommt Mira eine erste Ahnung von Demokratie, und es eröffnet ihr eine ganz neue Welt.

Dieser spannende zweite Teil setzt unmittelbar am Ende des ersten Teils an, obwohl genug erklärt wird, sodass die wichtigsten Zusammenhänge in diesem Buch auch ohne Vorkenntnisse klar sind. Mira ist sehr sympathisch, und der Leser verfolgt, wie sie im Laufe des Buchs an den Herausforderungen wächst. Am Anfang ist sie völlig überfordert mit der Pflege von Chas, am Ende plant eine reifere Mira die Befreiung Filips, und sie unternimmt mutig den wichtigsten Teil der Befreiungsaktion.

Der Glaube spielt in diesem Buch eine tragende Rolle. Der Leiter der Fischerkinder, Edmund, ermutigt die Gruppe immer wieder mit Geschichten über biblische Gestalten, die ähnliches erlebt haben. Der Glaube, der für die Fischerkinder so selbstverständlich ist, wird von den meisten Rebellen nur belächelt. Außerdem müssen sich die Fischerkinder mit der Frage auseinandersetzen, inwieweit sie bereit sind Gewalt einzusetzen, um das Land zu befreien.

Fazit: Ein spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt. Fragen, die uns bewegen, z.B. die Verfolgung von Christen oder Religionsfreiheit, bekommen eine neue Brisanz, indem Jugendliche in einer zukünftigen Zeit sich mit ähnlichen Themen auseinandersetzen. Sehr empfehlenswert!

Bewertung vom 04.10.2018
Selbst wenn du mich vergisst
Story, Laura; Schuchmann, Jennifer

Selbst wenn du mich vergisst


sehr gut

Laura und Martin sind erst ein Jahr verheiratet, als sie einen Anruf bekommt, der ihre Lebensträume zerstört. Dabei hat sie doch nur ganz normale Wünsche und Träume; ein schönes Zuhause, Kinder, und ein gesichertes Einkommen, damit sie bei den Kindern zuhause bleiben kann.

Martin leidet seit einiger Zeit an merkwürdigen Symptomen; auffallend ist vor allem eine starke Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Mit diesem Anruf teilt er Laura mit, was sein Doktor festgestellt hat. Martin hat ein Gehirntumor. Froh wenigstens jetzt eine Diagnose zu haben, hoffen beide, dass sie nach einer OP dort weitermachen können, wo sie waren; aber es kommt anders.

Der Eingriff gelingt zwar, aber die Wunde am Kopf verheilt nicht richtig. Völlig unerwartet schwebt Martin auf einmal in Lebensgefahr. Eine Not-OP soll helfen, doch danach sind Teile seines Gehirns beschädigt. Er verlierst sein Kurzzeit-Gedächtnis, und auch seine Sicht ist nun stark eingeschränkt.

Laura und Martin beten jeden Tag verzweifelt um Heilung, und sie glauben auch, dass Gott die Macht dazu hat. Aber es geschieht keine spontane Heilung. Nur winzige Schritte zurück zum selbstständigen Leben sind bei Martin zu sehen. Laura ist nun so damit beschäftigt ihrem Mann zu helfen und finanziell für die kleine Familie zu sorgen, dass ihre Träume alle zerbrochen zu sein scheinen.

Wie gestaltet sich der Alltag mit einem Mann, der dieselbe Frage mehrmals stellt, weil er die Antwort sofort wieder vergisst? Der keine Freude mehr an Büchern und Filmen hat, weil er sich nicht an den Inhalt erinnern kann? Dessen Leben von der regelmäßigen Einnahme seiner Medikamenten abhängt, er sich aber nicht merken kann, wann er sie zuletzt eingenommen hat? Der nur schwer mit Freunden reden kann, da er sich nicht daran erinnert, was sie ihm zuletzt erzählt haben? Und ist es unter diesen Umständen überhaupt zu verantworten Kinder zu haben?

Durch diese Schwierigkeiten lernt Laura viel über Gott und sich selbst. Sie merkt, dass sie viele Mythen über Gott geglaubt hat, z.B., dass er nur nahe ist, wenn es ihr gut geht, oder dass Gott sie bestrafen will, wenn er das Gewünschte nicht gibt. Sie lernt, dass gerade die schweren Zeiten uns näher zu Gott bringen. Eine wichtige Erkenntnis für sie ist auch, dass Gott nicht nur Lebensgeschichten gebraucht, die gut ausgehen. Auch inmitten unserer Kämpfe und Schwierigkeiten können wir andere ermutigen, indem wir unsere persönliche Geschichte erzählen, auch wenn die Geschichte Versagen und Zweifel enthält.

Dieses Buch ist sehr ermutigend und hilfreich, vor allem, wenn man darunter leidet, dass Gebete nicht erhört werden. Sehr offen berichtet Laura von ihren Problemen, ihren Zweifeln und ihrem Versagen. Dabei betont sie immer wieder, dass Gott immer für uns da ist, und dass sein größter Wunsch eine Beziehung mit uns ist. So können Probleme ein Segen sein, wenn sie unsere Beziehung zu Gott vertiefen.

Auch wenn die Erkenntnisse in der zweiten Hälfte des Buchs gut und sehr wichtig und hilfreich sind, wechselt das Buch hier unvermittelt von einem Erlebnisbericht zu einem ermutigenden Sachbuch. In diesem Teil werden mehrere biblische Geschichten betrachtet und ausgelegt. Wer in erster Linie an Lauras Erfahrungen interessiert ist, findet diesen Teil vielleicht etwas zu lang. Schade ist, dass der Leser nur wenig über Martins Sicht der Krankheit erfährt.

Fazit: Eine junge Ehe und ein sehr schweres Schicksal, an der diese Ehe zu zerbrechen droht, lehrt die Autorin fest auf Gott zu vertrauen. Ihr Glaube wird durch die Schwierigkeiten echter und lebendiger, sodass sie schließlich auch das Schwere als Segen Gottes annehmen kann. Ein sehr ermutigendes Buch, vor allem wenn Gott Gebete nicht so erhört, wie wir uns das wünschen würden.

Bewertung vom 24.09.2018
Gelebte Jüngerschaft
Sanders, J. Oswald

Gelebte Jüngerschaft


ausgezeichnet

In diesem kleinen Buch finden sich zwanzig kurze Betrachtungen über das Leben eines Jüngers. Ein Jünger ist ein Christ, der nicht nur durch Geburt oder dem Namen nach Christ ist. Es ist die Bezeichnung für jemanden, der mit allem was er ist und hat, Jesus nachfolgen will.

Der Autor, John Oswald Sanders, lebte von 1902 bis 1992. Der Neuseeländer war lange Zeit der weltweite Leiter der Überseeischen Missionsgesellschaft, einer Missionsorganisation, deren Schwerpunkt auf die Missionsarbeit in Ostasien liegt.

Jedes Kapitel geht auf einen anderen Aspekt der Jüngerschaft ein. Einige Themen sind Gebet, Liebe, Prüfungen, Kraft oder Einsamkeit. Es wird aber nicht nur gezeigt, was von einem Jünger erwartet wird, die Liebe, Gnade und Kraft Gottes werden dem Leser anschaulich vor Augen gemalt.

Die Kapitel beginnen jeweils mit einem passenden Vers, und auch in den Ausführungen wird sehr oft auf Bibelstellen Bezug genommen. Hilfreiche Beispiele aus dem Alltag ergänzen die Betrachtungen, dabei geht es oft um Menschen, die in Missionsgebieten tätig sind.

Es geht in diesem Buch vor allem um das persönliche Leben des Jüngers, was für ein Mensch man im Herzen und in der Stille ist. Sanders schreibt, „Satan fürchtet sich nicht vor unseren theologischen Studien, unserem Unterricht und unserer Predigt. Er lacht über unsere Mühe, macht sich über unsere Weisheit lustig; aber wenn wir beten, zittert er.“

Die Kapitel haben genau die richtige Länge, um täglich zur Stillen Zeit gelesen zu werden. Die Gedanken sind ermutigend und herausfordernd.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch, voller zeitloser Weisheit, für Menschen, die bewusst als Jünger leben wollen.

Bewertung vom 24.09.2018
Bäm!
Teichen, Frauke; Teichen, Tobias

Bäm!


sehr gut

Bäm! Wenn es in einer Beziehung knallt, ist das nicht schön. Viele ziehen sich spätestens dann lieber zurück, denn sie haben Angst vor Konflikten. Und der Zeitgeist sagt uns, wenn es in einer Beziehung Probleme gibt, sollte man vielleicht eine andere Person suchen, mit der man glücklicher werden könnte.

Das Autoren-Ehepaar erzählt in diesem Buch, was sie über die Gestaltung einer liebevollen Beziehung gelernt haben. Dazu gehören auch Konflikte, die eine Beziehung stärken können, wenn man dabei das richtige Werkzeug einsetzt.

Mit vielen Beispielen aus ihrem Leben, ganz praktischen Tipps, vielen Zeichnungen, und einer bunten Gestaltung, wird es beim Lesen nicht langweilig.

In der ersten Hälfte des Buchs werden viele grundsätzliche Hilfen und Konzepte zur Beziehungspflege weitergegeben. Als Grundlage einer funktionierenden Beziehung sehen die Autoren eine lebendige Beziehung mit Gott. Das heißt unter anderem, auch mit Gott über Konflikte sprechen, damit der eigene Blickwinkel zurechtgerückt wird, und man bereit wird den Standpunkt des anderen zu verstehen. Einige hilfreiche Modelle werden dem Leser schon bekannt sein, z.B. die Liebessprachen oder das verstehende Zuhören. Die Quellenangaben könnten auch als Literaturliste zur Vertiefung der einzelnen Konzepte angesehen werden.

Der zweite Teil will praktische Hilfen zur Konfliktbewältigung geben. Dabei geht es vor allem um konstruktive Kritik, Vergebung und Kommunikation. Die Beispiele sind sehr hilfreich. Manche Grafiken passen sehr gut zum Text, und fassen auf humorvolle Weise die wichtigste Aussage zusammen. Der konstruktive Umgang mit Konflikten wird immer wieder mit sportlichem Training verglichen. Es fällt vielleicht anfangs schwer sich zu überwinden, aber nachher ist man sehr froh, dass man sich eingesetzt hat. Zum Schluss wird der Leser ermutigt mit kleinen Schritten anzufangen, die stets vergrößert werden.

Fazit: Für junge und junggebliebene Menschen, die lernen wollen Konflikte konstruktiv zu bewältigen. Eine ausführlichere Rezension findet sich bei strickleserl.com.

Bewertung vom 22.09.2018
Stärker denn je
Rosenkranz, Déborah

Stärker denn je


sehr gut

Déborah Rosenkranz ist eine vielseitig begabte, hübsche, junge Frau. Sie kann mehrere Sprachen fließend sprechen und ist eine international bekannte Sängerin; vor allem aber gibt sie jungen Frauen Lebensmut, indem sie sehr offen aus ihrem eigenen Leben erzählt.

Ihr Herz schlägt für Frauen, die sich nur schwer selbst annehmen können. Sie war selbst sieben lange Jahre magersüchtig. Der Anstoß zu ihrer Heilung kam durch das Gebet ihrer Eltern. Auf ihren Tourneen lässt sie das Publikum gerne an ihren früheren Kämpfen und Schwierigkeiten teilnehmen, denn sie möchte ihren Zuhörern einen Ausweg aus zerstörerischen Verhaltensmustern zeigen. Sie ahnt jedoch nicht, dass ihr die schwerste Lektion noch bevorsteht.

Durch die Vermittlung von Freunden, lernt sie den attraktiven, vermögenden Luc kennen. Déborah und Luc haben sehr viel gemeinsam, schon bei der ersten Begegnung klickt es. Für Déborah ist es besonders schön, dass ihnen beiden der Glaube sehr wichtig ist. Luc unterstützt sie nach Kräften bei ihrer Arbeit unter jungen Frauen und ihrer Karriere als Sängerin. Die erste Phase der Freundschaft ist traumhaft schön. Da beide scheinbar perfekt zusammenpassen, wird schon bald über eine Hochzeit nachgedacht.

Lucs Interesse an Déborahs Karriere lässt aber schnell nach. Déborah hat immer mehr das Gefühl Lucs Ansprüchen nicht zu genügen, egal wie sehr sie ihre eigenen Träume aufgibt und versucht sich ihm anzupassen. Und doch hält sie lange an dieser großen Liebe fest. Dabei ist sie sich oft nicht sicher, ob ihre Liebe erwidert wird. Verletzende Bemerkungen häufen sich, und das nagt sehr an Déborahs Selbstwertgefühl. Als die Beziehung endgültig zerbricht, verfällt sie in eine Erschöpfungsdepression. Der Weg zur Heilung ist lang und schwierig, aber nach dieser großen Krise fühlt sich Déborah „stärker denn je“.

Dieses Buch besticht durch die Offenheit der Autorin. Nur eine sehr starke Frau hat den Mut so ehrlich über Liebeskummer, Antriebslosigkeit, Trauer und Hoffnungslosigkeit zu berichten. Stellenweise verweilt die Erzählung recht lange bei Déborahs Gefühlwelt, aber vielleicht hilft gerade das Lesern, die Ähnliches erleben.

Der Schreibstil ist überraschend anders als bei den meisten Büchern. Déborah berichtet detailliert über ihr Erleben, dabei reflektiert sie gleichzeitig über ihre Fehler und zitiert viele passende Bibelverse. Vor allem aber tritt sie ins persönliche Gespräch mit den Lesern. Sie macht deutlich, dass sie die Kämpfe und Schwierigkeiten, die vor allem Frauen zu schaffen machen, versteht. Ihre Worte sind dabei stets sehr ermutigend und positiv. Déborah betont immer wieder, wie wichtig die Weisheit der Bibel ist, und sie ermutigt den Leser sich oft in diesem wichtigen Buch zu vertiefen.

Ein Zitat fasst das Anliegen dieses Buchs gut zusammen. Déborah wünscht ihren Lesern, „Die Gewissheit, dass jede von uns einzigartig, wertvoll und in jedem Moment liebenswert ist. Dass sich nichts an uns ändern muss, damit wir Liebe verdienen.“

Fazit: Nur wenige Frauen würden sich trauen so schonungslos offen über eine zerbrochene Beziehung zu berichten. Déborah ist gestärkt aus diesem Kummer hervorgegangen, und diese Stärke möchte sie auch ihren Lesern vermitteln. Gerade Frauen, die sich in einer Beziehung nicht geliebt fühlen, oder die von einem geliebten Menschen verlassen wurden, und nun an ihrem Selbstwert zweifeln, werden durch das Lesen dieses Buchs gestärkt werden. Sehr empfehlenswert!

Bewertung vom 17.09.2018
Der Abgrund in dir
Lehane, Dennis

Der Abgrund in dir


gut

Das Buch beginnt mit einer dramatischen Szene auf einem Boot, in der Rachel ihren Mann erschießt. Im letzten Moment sieht sie, wie er sie liebevoll anschaut. Was hat sie nur getan?

Nach dieser erschütternden Szene wird Rachels Leben aufgerollt, von Kindheit an. Sie wächst allein mit ihrer Mutter auf, einer herrschsüchtigen, kalten Frau. Rachel möchte nichts lieber als einfach wissen, wer ihr Vater ist, aber ihre Mutter nimmt ihr Geheimnis mit ins Grab.

Rachel entdeckt im Nachlass ihrer Mutter einige Fotos. Könnte hier ein Hinweis auf ihren Vater zu finden sein? Sie beauftragt einen Privatdetektiv, der ihr offen sagt, dass diese wenigen Hinweise nicht reichen, um ihren Vater zu finden.

Ein geheimnisvolles Band verbindet sie mit diesem Detektiv, auch wenn sie sich bald danach aus den Augen verlieren. Rachel heiratet, und arbeitet erfolgreich als Journalistin. Doch nach einem Einsatz auf Haiti ist nichts mehr wie davor. Nach einem peinlichen Zusammenbruch bei einem Dreh, wagt sie sich nicht mehr unter Menschen. Ihre Ehe scheitert, aber schon bald entdeckt sie ihren Retter. Aber irgendwann weiß sie nicht mehr, was stimmt. Ist dieser Mann wirklich ihr Retter? Oder benutzt er sie nur als Schachfigur in einem krankhaften Spiel?

Am Anfang des Buchs scheint die Suche nach dem Vater das Hauptthema des Buchs zu sein. Aber schon bald führt diese Suche in eine andere Richtung. Die Auflösung dieser Suche ist dann schließlich recht belanglos im großen Ganzen des Buchs.

Obwohl die Erzählung größtenteils spannend ist, sind die aufgeschriebenen Gedanken Rachels manchmal zu lang und wiederholen sich. Dadurch verliert die Geschichte an Spannung. Die Innenwelt Rachels ist zwar wichtig für die Geschichte, aber weniger hätte auch gereicht. Das Ende ist etwas enttäuschend; einige lose Enden bleiben offen, und das Ergebnis lässt den Leser unbefriedigt zurück.

Fazit: Eine teilweise sehr gut erzählte und spannende Gesichte, die aber an einigen Stellen besser sein könnte.

Bewertung vom 16.09.2018
Predigen
Keller, Timothy

Predigen


ausgezeichnet

Was könnte bei einer Predigt wichtiger sein, als mit Gottes Wort die Herzen der Zuhörer zu erreichen? Timothy Keller hat selbst eine lebendige Gemeinde in Manhattan gegründet, in einer Gegend, in der viele glaubensferne Menschen leben. In diesem Buch verbindet er seine große Liebe zu dem Evangelium mit den Fragen und Zweifeln der Menschen in unserer heutigen Gesellschaft. Dabei geht es nicht nur um die Sonntagspredigt von der Kanzel, sondern auch um die Verkündigung im kleineren Kreis.

Das Buch ist ein drei Hauptabschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt geht es um Gottes Wort. Im Mittelpunkt der Bibel, so der Autor, steht immer Jesus Christus. Das belegt er mit vielen Beispielen.

Sowohl Gesetzlosigkeit als auch Gesetzlichkeit haben dieselbe Wurzel, die Einstellung, dass Gott es nicht gut mit uns meint. In dem einen Fall wendet der Mensch sich von Gott ab, im anderen Fall versucht er Gottes Gunst zu erzwingen, indem er gut ist und alle Regeln einhält. Im Gegensatz dazu steht das Evangelium; Gott überträgt die Gerechtigkeit Christi auf uns. Gute Werke sind die Folge einer liebenden Beziehung mit Gott, nicht die Voraussetzung. Aus diesem Grund ruft Keller immer wieder dazu auf über Christus zu predigen. Ganz gleich um was es geht, wenn wir den Blick der Zuhörer auf Christus richten, beugen wir den Versuch vor, unsere Gerechtigkeit aus eigener Kraft zu schaffen.

„Wo der Prediger die Probleme der Christen unter seinen Zuhörern durch das Evangelium löst – also nicht, indem er sie auffordert, sich gefälligst anzustrengen, sondern indem er ihnen größer macht, was Christus für sie getan hat – werden einerseits die Christen innerlich gestärkt und aufgebaut und die Nichtchristen hören das Evangelium.“

Im zweiten Teil des Buchs geht es um das Umfeld unserer Zuhörer. Tim Keller schreibt, „Kontextualisierung heißt, auf die Kultur, zu der ich predige, einzugehen und sie gleichzeitig infrage zu stellen. Es heißt, die Götzen einer Gesellschaft bloßstellen, während man gleichzeitig den Menschen in ihr und ihren Hoffnungen und Sehnsüchten mit Achtung begegnet.“ Er beleuchtet die gegenwärtigen Meinungen und Ansichten der heutigen Menschen. Auch Christen übernehmen unbewusst diese Gedanken. Für den Prediger gilt es das Gute an diesen Meinungen aufzuzeigen, in einem zweiten Schritt aber zu zeigen, wo diese Einstellungen vom Evangelium korrigiert werden müssen. Sehr interessant in diesem Abschnitt sind die Gedanken des Autors zu dem Thema, „Christus dem Herzen predigen“. Wie erreicht der Prediger, dass seine Zuhörer nicht nur zustimmen, sondern auch bereit sind sich verändern zu lassen?

In einem kurzen dritten Teil geht es um das Wirken des Heiligen Geistes. Der Prediger, der für sich persönlich Zeit nimmt die Bibel zu lesen und beten, schafft eine gute Voraussetzung für das Wirken des Geistes. Der Geist wirkt vor allem durch ein verändertes Wesen des Predigers, in dem Herzlichkeit und Autorität zusammenkommen.

In einem wertvollen Anhang, gibt der Autor dann sehr viele praktische Tipps; von der Textbetrachtung bis hin zur Sprache der Predigt, gibt er dem Leser viele Hilfsmittel mit auf dem Weg.
Die Anmerkungen am Schluss des Buchs sind sehr umfangreich und enthalten viele Informationen. Dadurch ist das Buch gut lesbar, und doch können einzelne Gedanken, die den Leser interessieren, vertieft werden.

Obwohl Keller schreibt, dass dieses Buch keine Anleitung ist, sondern ein Manifest, ist es gefüllt mit vielen hilfreichen, praktischen Anregungen. Das Herz des Buchs ist aber das Evangelium. Auf jeder Seite ist die feste Überzeugung zu spüren – eine kraftvolle Predigt ist immer Christuszentriert.

Aus diesem Buch werden nicht nur Menschen etwas lernen, die eine Pre

Bewertung vom 06.09.2018
Der Bibelraucher
Buntz, Wilhelm

Der Bibelraucher


ausgezeichnet

Weil Wilhelms Mutter kein weiteres Kind wollte, beachtet sie ihren neugeborenen Jungen einfach nicht. Seine Schwester, nur wenige Jahre älter, versucht ihn notdürftig zu versorgen. Schon bald kann die Mutter das Geschrei des hungrigen, wunden Jungen nicht ertragen. Sie bringt ihn hinaus, und lässt ihn an einem Feld zum Sterben zurück.

Zum Glück wird der kleine Junge gefunden, aber seine Versorgung lässt immer noch viel zum Wünschen übrig. Der arme Junge kommt von einem Zuhause ins nächste, und schließlich von einem Heim ins nächste. Schon bald wird er verhaltensauffällig, vermutlich sucht er auf diese Weise Aufmerksamkeit. Trotz einiger guten Wegbegleiter, kommt er innerlich nicht zur Ruhe.

Als Jugendlicher verursacht er einen Verkehrsunfall, bei dem ein Polizist ums Leben kommt. So kommt er erstmals ins Gefängnis. Alle Versuche nach der Entlassung Fuß zu fassen scheitern. Ein Leben voller Verbrechen beginnt. Schließlich ist Wilhelm ein Gesuchter. Er wird verraten und muss eine lange Gefängnisstrafe absitzen.

Auch im Gefängnis kommt er nicht zur Ruhe, darum landet er oft in der Arrestzelle. Er darf nicht viel mitnehmen, nur eine Bibel. Dazu schmuggelt er Tabak in die Zelle, und entdeckt, dass die dünnen Blätter der Bibel sich hervorragend als Zigarettenpapier eignen. Aus Trotz liest er vor dem Zigarettendrehen jede einzelne Seite. Sechs Jahre dauert es, bis er sich ins Neue Testament hineingeraucht hat. Und eines Tages lassen ihn die Worte der Bergpredigt nicht los. Er erkennt, wie sinnlos und ziellos sein Leben ist, und mit Gottes Hilfe beginnt er allmählich ein neues Leben.

Dieses neue Leben bringt, neben unbegreiflichen Wundern, auch Rückschläge und Versuchungen mit sich. Das größte Wunder jedoch ist sein vollkommen umgekrempeltes Leben.

Einmal angefangen, fällt es sehr schwer diese spannende Lebensgeschichte aus der Hand zu legen. Schön ist, dass die Erzählung nicht mit der Lebenswende endet. Der Autor berichtet ehrlich über die Herausforderungen und Enttäuschungen in seinem neuen Leben als Christ.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch über die unglaubliche Kraft von Gottes Wort, das ein hoffnungsloses Leben völlig verändern kann.

Bewertung vom 25.08.2018
Tel Aviv by Neni
Molcho, Haya; NENI

Tel Aviv by Neni


ausgezeichnet

Haya Molcho hat schon mehrere Kochbücher veröffentlicht. Dieses Buch entstand als Zusammenarbeit mit ihren vier Söhnen. Die Anfangsbuchstaben ihrer Namen bilden die Bezeichnung für eine erfolgreiche Restaurantkette der gehobenen Klasse, NENI.

In diesem Buch finden sich etwa sechzig NENI-Erfolgsrezepte. Die Zubereitung wird ausführlich beschrieben, und zu jedem Rezept gibt es ein ansprechendes Foto. Einige der Zutaten sind aus deutscher Sicht exotisch, z.B. Sivri oder Zaatar. Zu diesen Zutaten gibt es hinten im Buch eine Erklärung, und oft auch einen Vorschlag, was als Ersatz dienen könnte. Sehr schön sind „Hayas Tipps“, die oft neben den Rezepten stehen. Das gibt dem Buch eine persönliche Note.

Aber dieses Buch ist nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Reiseführer der besonderen Art. Neben Bildern und einigen Infos zu Sehenswürdigkeiten in Tel Aviv, werden viele Menschen vorgestellt. Ihre Lebensgeschichten sind interessant, teilweise auch berührend, und auf diese Weise bekommt der Leser einen sehr vertrauten Einblick in eine besondere kosmopolitische Stadt.

Die Rezepte sind teilweise ausgefallen, z.B. Rosengeranien-Basilikum-Sirup oder Oktopus am Stiel. Andere Gerichte sind bekannt, wie Focaccia oder Shakshuka. Oft vermischen sie Kulturen verschiedener Länder, was vielleicht daherkommt, dass Einwanderer aus unterschiedlichen Ländern ihre Kochkultur in die neue Heimat mitgebracht haben.

Fazit: Ein sehr ansprechend gestaltetes Buch. Die Rezepte sind aufwändig und nicht alltäglich; genau richtig für besondere Anlässe. Vor allem Menschen, die sich für andere Kulturen interessieren, werden viel Freude an den Geschichten haben. Eine gelungene Mischung aus Rezepten und Lebensfreude!