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Benutzername: Marianne
Wohnort: Attenhofen
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Bewertungen

Insgesamt 150 Bewertungen
Bewertung vom 20.04.2019
Sag dem Abenteuer, ich komme
Rieck, Lea

Sag dem Abenteuer, ich komme


sehr gut

Die 30jährige Lea Rieck könnte zufrieden sein. Sie hat eine gute Arbeit in München, und eine Zusage für eine Stelle, die ihr noch besser gefällt. Trotzdem fehlt ihr etwas. Kurzentschlossen kündigt sie und verzichtet auf die neue Stelle, denn sie will ihren großen Traum erfüllen. Sie möchte mit dem Motorrad einmal um die Welt.

Sie verkauft ihren Besitz, kündigt Wohnung und Versicherungen, und mit dem Erlös macht sie sich auf den Weg. Von der Türkei nach Russland, weiter durch mehrere asiatische Länder, nach Australien, Südamerika, Nordamerika, und schließlich zurück nach Europa. Etwa anderthalb Jahre dauert die Reise. Dabei entdeckt sie nicht nur viel über andere Länder und Kulturen, sie lernt auch einiges über sich selbst.

Dieses Buch ist nicht nur eine Reisebeschreibung. Lea Rieck gibt viele Gespräche wider, die sie mit Menschen geführt hat, die sie unterwegs getroffen hat. Der Leser erfährt einiges über ihre Kämpfe mit dem Motorrad, z.B. das Aufrichten der schweren Maschine nach einem Sturz, oder die Suche nach Ersatzteilen. Und natürlich berichtet sie über viele der Länder, die sie besucht hat. Sie beschreibt Menschen, ihre Lebensart und viele Naturschönheiten. Dabei lässt sie den Leser auch an ihre Kämpfe und Ängste teilnehmen. Auf halbem Weg plagt sie eine Depression, und sie setzt sich mit ihrer Schwierigkeit Menschen zu vertrauen auseinander. Gelegentlich berichtet sie aus ihrer Kindheit, um zu erklären warum sie in einer bestimmten Situation so, und nicht anders, reagiert.

Hilfreich sind die kurzen Hinweise zur Planung einer ähnlichen Reise am Ende des Buchs. Die Fotos in den drei Bilderteilen sind künstlerisch schön gestaltet, teilweise aber auch etwas klein.

Lea Riecks Reisebericht ist sehr gut und fesselnd geschrieben. Er enthält alle Elemente einer guten Geschichte; Erlebnisse, Lebensweisheiten, und auch die Liebe spielt eine Rolle. Die Entscheidungen der Autorin, z.B. was ihr Liebesleben betrifft, sind nicht immer nachvollziehbar, und mancher Leser stört sich vielleicht an ihrem Bericht über den Besuch einer merkwürdigen Show in Thailand.

Bei ein paar Begegnungen fragt man sich, ob nicht einiges dazu gedichtet wurde, denn es ist unwahrscheinlich, dass abgelegene Dorfbewohner in Nepal oder Pakistan so gut Englisch sprechen, dass man sich über philosophische Gedanken austauschen kann. Aber auch wenn nicht alle Gespräche tatsächlich so stattgefunden haben, passen sie gut zur Geschichte. Gerade die Abwechslung zwischen Reisen und Begegnungen vergrößert bei diesem Buch den Lesespaß.

Fazit: Ein spannender Bericht über eine abenteuerliche Reise, gespickt mit philosophischen Erkenntnissen und Lebensweisheiten. Natürlich interessant für alle Motorradbegeisterte, aber auch für alle, die sich für Lebensberichte und fremde Kulturen interessieren.

Bewertung vom 17.04.2019
Milch, Honig und Granat-Äpfel
Lackert, Ina

Milch, Honig und Granat-Äpfel


sehr gut

Die Autorin, Ina Lackert, berichtet in diesem Buch von ihren zwölf Jahren in Israel, vom Jahr 2000 bis 2012. In der etwa 30jährigen Erzieherin in Braunschweig erwacht um die Jahrhundertwende der Wunsch nach Israel zu gehen. Sie ist betroffen wegen der Schuld der Deutschen im Dritten Reich, darum möchte sie ein persönliches Zeichen der Versöhnung setzen, indem sie Juden in Israel hilft. Obwohl ihr Dienst bei „Bridges for Peace“ in Jerusalem zunächst nur ein Jahr dauern soll, entschließt sie sich von Jahr zu Jahr länger zu bleiben.

Das Leben in Israel ist viel schwerer als in Deutschland. Das liegt nicht nur an den vielen Terroranschlägen. Auch Alltägliches, wie Behördengänge, das Wetter oder das Fahren auf den Straßen Jerusalems, erschwert das Leben und kostet Kraft.

Von Anfang an bemüht sie sich die Sprache zu lernen. Dadurch hat sie viele wertvolle Begegnungen, denn sie nutzt jede Gelegenheit, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Sie berichtet von unzähligen Menschen, die entweder direkt oder durch das Sterben von Angehörigen Opfer eines Anschlags sind. Sie erzählt auch von der Verteilung von liebevoll verpackte Päckchen an Soldaten oder Benachteiligte, und von vielen anderen Hilfsdiensten unter den zahlreichen Armen Israels.

Der Blick auf dieses bewegte Land, über mehrere Jahre hinweg, ist interessant. Der Leser erfährt vieles, über das in den Nachrichten kaum berichtet wird. Das große Leid durch Terrorakte wird ebenso spürbar, wie die allgegenwärtige Angst zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein. Bei solchen Ängsten hilft nur das Vertrauen, das Gott über Leben und Tod wacht. Die Autorin berichtet auch von Bewahrung, die sie selbst oder Freunde erleben.

Dieses umfangreiche Buch sammelt die Berichte, die Ina Lackert im Laufe der Jahre an ihren Freundeskreis schrieb. Ein Kapitel berichtet jeweils über ein Kalenderjahr. Nach einer kurzen Einführung in jedes Jahr, finden sich ihre Berichte von damals auf jeweils zwischen 30 und 40 Seiten.

Dabei berichtet die Autorin nicht nur über ihre Erlebnisse in Israel. Immer wieder finden sich gedankliche Einschübe, die an Andachten erinnern. Die Autorin greift verschiedene Themen oder Bibelstellen auf, wobei ihre Hebräisch Kenntnisse bereichernd sind. Die tiefere Bedeutung von biblischen Begriffen, wie Segen, ist aufschlussreich. Manchmal stören aber diese Einschübe beim Lesen, gerade wenn man eher an das Leben in Israel interessiert ist.

Fazit: Dieses Buch ist mehr als ein Erlebnisbericht über das alltägliche Leben in Israel, und damit sicher interessant für alle Liebhaber des Heiligen Landes.

Bewertung vom 17.04.2019
Schritte wagen, Wunder erleben
Gudelius, Désirée; Holtus, Delia

Schritte wagen, Wunder erleben


sehr gut

In diesem Buch finden sich Vorschläge für insgesamt zwölf Gruppentreffen für Frauen. Dabei werden fünf biblische Frauengestalten näher betrachtet. Nach einem einleitenden Abend geht es jeweils an zwei Abenden um Lydia, Ruth, Naomi, Rahel und Lea. Bei einem letzten Abend werden dann die Einsichten und Erkenntnisse der vorherigen Treffen besprochen.

Diese Frauen hatten Probleme, Sorgen und Anliegen, die wir mit ihnen teilen. Aber auch in positiver Hinsicht können wir von ihnen lernen. Einige Themen, die behandelt werden sind Neid, schlechte Entscheidungen, Geduld oder Gastfreundschaft.

Das Außergewöhnliche an diesem Buch ist, dass es für die Treffen auch jeweils einen Rezeptvorschlag gibt; so kann die besprochene Gastfreundschaft auch gleich eingeübt werden. Es sind zumeist einfache, deftige Speisen, wie Bruschetta oder Käsestangen.

Nach einigen einleitenden Gedanken zur jeweiligen Frau, gibt es für jeden Abend ein oder zwei Vorschläge für einen kreativen Einstieg. Dann folgen ein kurzer Bibeltext und ein Auszug aus einem Buch von Elisabeth Mittelstädt, in dem es um dieselben fünf Frauen geht. Nach mehreren Fragen für das Gruppengespräch, die vermutlich der Schwerpunkt der Treffen sein werden, folgen ein paar Fragen zum persönlichen Nachdenken, einige Liedvorschläge, Anregungen um das Besprochene praktisch umzusetzen, und ein kurzes Gebet.

Der Titel ist vielleicht irreführend, da es in den Texten weniger um Wunder geht, als vielmehr darum Spuren im Leben anderer zu hinterlassen. Schade ist, dass die drei Fragen für das persönliche Nachdenken bei jeder Themeneinheit fast identisch sind. Aber ansonsten ist das Konzept dieses Buchs gelungen. Vor allem die vielfältigen Fragen für das Gruppengespräch führen sicher zu wichtigen Erkenntnissen. Eine gute Idee sind die praktischen Vorschläge zur Umsetzung, denn so kann das Erarbeitete gleich eingeübt werden.

Fazit: Ein hilfreiches Buch, um gemeinsam mit anderen Frauen von einigen Frauen der Bibel zu lernen.

Bewertung vom 16.04.2019
Das Jahr nach dem Abi
Bühre, Paul

Das Jahr nach dem Abi


weniger gut

Der Autor dieses Buchs, Paul Bühre, wurde schon in jungen Jahren durch sein Buch „Teenie Leaks“ bekannt. Mit seinem Verdienst als Autor erfüllt sich der Abiturient einen langgehegten Traum. Ein Jahr lang reist er in verschiedene Länder.

Seine erste Station ist eine Kung-Fu-Schule in China. Schon immer von Action-Helden begeistert, möchte er diese Kampfsportart erlernen. Er staunt über die kleinen Kinder, die in dieser traditionellen Schule leben. Sie trainieren jeden Tag viele Stunden und werden bei Fehlern körperlich gezüchtigt. Als zahlender Gast hat Paul natürlich wesentlich mehr Freiheit. Da er keine Vorkenntnisse hat, ist der Unterricht schwerer als erwartet und der Meister nur selten zufrieden.

Nach mehreren Monaten reist er weiter zur nächsten Station. In einer ärmlichen Dorfschule in Indien soll er die Grundschüler unterrichten. Er sehnt sich zurück nach den chinesischen Kindern, denn seine Schüler sind kaum zu bändigen. Der Unterricht scheitert auch an der Sprache – die Kinder können nur sehr wenig Englisch, und Paul Bühre kann kein Tamil. Das Zusammenleben mit seinen Gastgebern wird immer unangenehmer, und schließlich reist der Autor weiter.

Nach einem kurzen Stopp Zuhause, geht es nach Schottland. Sein Gastgeber dort sucht einen Helfer für verschiedene Aufgaben auf seinem Grundstück. Paul Bühre merkt schnell, dass praktische Arbeiten ihm überhaupt nicht liegen. Nach einer kurzen Phase, in der er sehr glücklich ist, geht es auch hier schnell bergab, und schneller als erwartet ist er wieder in Deutschland.

Wer vor allem an fremde Länder und Kulturen interessiert ist, wird vermutlich von diesem Buch enttäuscht sein. Zwar erfährt der Leser ein paar Einzelheiten über das Leben in diesen drei Ländern, aber sehr viel mehr ist von dem Frust des Autors die Rede. In China fühlt er sich am wohlsten, aber auch da ärgert er sich immer wieder, z.B. über Mit-Lernende, oder auch über den Meister, wenn dieser ihm nicht genug Aufmerksamkeit zuteilwerden lässt. In Indien geht es bergab. Er beschwert sich ständig über seine Gasteltern, sieht aber nicht, dass er in ihren Augen vielleicht mehr Last ist, als Hilfe. Schade auch, dass er nicht mit seinen Schülern warm wird; seine Berichte sind gespickt von lieblosen Bemerkungen über seine Schar. Auch in Schottland geht es ihm nicht besser. Mit seinem Gastgeber kommt er sehr schlecht aus, bis er schließlich aus dem Haus geworfen wird. Natürlich könnte die Schuld in jedem Fall nur auf der anderen Seite liegen, aber das ist nicht sehr realistisch. Auf jeden Fall ist es unangenehm die vielen Schimpftiraden des Autors zu lesen.

Fazit: Stellenweise gut und humorvoll geschrieben, ist dieses Buch dennoch eine Enttäuschung. Der Leser erfährt weniger als erwartet über fremde Kulturen und Menschen. Wenn auch die Offenheit des Autors gut ist, wäre es sicher hilfreich, wenn er auch sein Verhalten hinterfragen würde, anstatt nur auf seine Gastgeber zu schimpfen. Dadurch ist das Lesen weder angenehm noch erfreulich. Zweifelhaft ist auch, ob die Überlegungen des Autors anderen Abiturienten helfen können, denn nur die Wenigsten werden das nötige Kleingeld für eine solche Reise haben.

Bewertung vom 06.04.2019
Die Geschichte der schweigenden Frauen
Shah, Bina

Die Geschichte der schweigenden Frauen


sehr gut

Diese Dystopie spielt in Green Land, der Hauptstadt Südwest-Asiens. Nach einem verheerenden letzten Krieg und schrecklichen Seuchen droht die Menschheit auszusterben. Dazu kommt ein tödlicher Virus, der nur Frauen befällt. In dieser zukünftigen Welt sind Frauen ein kostbares Gut, denn nur sie können den dringend benötigten Nachwuchs austragen.

Um möglichst viele Nachkommen zu produzieren, bekommen Frauen mehrere Männer. Sie werden dabei wie eine Ware an berechtigte Männer verteilt. Schon in der Jugend werden sie auf ihre Rolle als Mütter vorbereitet. Verheiratete Frauen werden dann ständig untersucht und kontrolliert, und sie bekommen Medikamente um ihre Fruchtbarkeit zu erhöhen. Ihren Wert erhalten sie allein durch ihre Fähigkeit Kinder zu bekommen.

Vertrautheit in der Ehe in dieser Welt der Polyandrie zu einem Fremdwort geworden. Darunter leiden die Männer, die ohne diese Intimität hart und bitter werden. Eine Geheimorganisation lebt von dieser Not. Frauen werden für eine Nacht verkauft, nicht als Prostituierte, sondern als Gefährtinnen, die zuhören und Gesellschaft leisten.

Sabine gehört zu dieser verbotenen Organisation, denn für sie war die Vorstellung gleich mehrmals verheiratet zu werden eine Qual. Als sie in Lebensgefahr gerät, droht die Untergrundorganisation aufzufliegen. Dabei stellt sich die Leiterin einige wichtige Fragen. Dient das, was als eine Revolte begann, wirklich den Frauen? Oder ist diese scheinbare Freiheit nur eine andere Form der Knechtschaft?

Als Dystopie hat dieses Buch einige Mängel. Obwohl der Leser interessante Einzelheiten über diese Welt der Zukunft erfährt, bleibt dieses Konstrukt eher schemenhaft. Das ist aber auch nicht die Intention der Erzählerin. Die pakistanische Autorin übt mit dieser weisen Geschichte Gesellschaftskritik.

Nicht erst in einer zukünftigen Welt, sondern schon heute gibt es viele Ländern, in denen Frauen ihren Wert durch das Produzieren von Nachkommen erhalten. Wie in diesem Buch, haben sie nicht die Freiheit selbst zu entscheiden, ob und wen sie heiraten werden. In der Ehe werden sie nicht als Partner und Vertraute gesehen.

Einmal angefangen, fällt es schwer dieses spannende Buch aus der Hand zu legen. Auch wenn manche Handlungsstränge nicht so gut durchdacht sind, regt dieses Buch zum Nachdenken an.

Fazit: Eine interessante Erzählung über eine zukünftige Gesellschaft, die Fragen über die Rolle der Frau aufwirft. Zu empfehlen für alle, die sich für Frauenthemen und fremde Kulturen interessieren.

Bewertung vom 04.04.2019
Sexlife
Kalupner, Daniel

Sexlife


ausgezeichnet

Dieser Sex-Ratgeber richtet sich an Männer, was schon am frechen Cover deutlich wird. Der Autor, Daniel Kalupner, Pastor einer modernen christlichen Gemeinde, verrät das Rezept für richtig guten Sex. Aber es kostet etwas; der Preis ist exklusive Intimität.

Mit hilfreichen Erklärungen über körperliche Vorgänge beim Sex, gepaart mit biblischen Ratschlägen, zeigt der Autor wie wichtig eine intime, vertraute Beziehung ist. Nur in einer solchen Beziehung kann Sex in seiner ganzen Fülle erlebt werden. Wenn diese Voraussetzung stimmt, wird Sex zu einer Oase, die beiden Partnern Kraft für den Alltag gibt.

Der Autor steht zu seinen christlichen Maßstäben, denn er ist davon überzeugt, dass sie ungeheuer hilfreich sind. Aber er lässt dem Leser die Freiheit seine Aussagen zu prüfen und zu verwerfen. Er will dem Leser nichts überstülpen, er erzählt einfach von seinen Erfahrungen. Dabei bezieht er aber eine klare Position: So schwer es auch in einer sexualisierten Welt sein mag, Exklusivität – Treue – und Intimität sind die Hauptzutaten für eine wirklich erfüllende Sexualität.

Der Leser spürt, dass Daniel Kalupner und seine Frau eine vertraute Beziehung haben. So kann er nicht nur erklären, wie Männer denken, und welche Wünsche und Vorstellungen sie haben, sondern er zeigt Männern auch in welchen Punkten Frauen ganz anders empfinden. Mit diesem Werkzeug kann Mann das Feuer der Leidenschaft neu entfachen.

Der Leser wird mit „du“ angesprochen. Sprache und Aufmachung sind modern und scheinen sich vor allem an jüngere Leser zu richten. Der Inhalt ist aber für Leser jeder Altersgruppe interessant, und auch nicht nur für Männer. Paare, die das Buch gemeinsam lesen, können das Gelesene besprechen und damit an ihre exklusive, intime Beziehung arbeiten.

Wer mehr über den Inhalt wissen möchte, findet auf strickleserl.com eine ausführlichere Rezension.

Fazit: Eine Perle unter den Neuerscheinungen. Hier stimmt alles; eine gelungene Aufmachung, unterhaltsam und männergerecht geschrieben - und der Inhalt ist spitze. Mit einem Erfolgsrezept für guten Sex, können müde Ehen belebt werden und junge Menschen lernen, worauf es in einer Ehe ankommt.

Bewertung vom 31.03.2019
Finger weg! Nur für Mädels
Schüer, Melanie

Finger weg! Nur für Mädels


gut

Die Zeit der Pubertät ist schwierig. Nicht nur der Körper verändert sich, Gefühle und Gedanken sind oft in Aufruhr, und die Beziehung zu den Eltern verändert sich. Mädchen haben jede Menge Fragen, aber diese Fragen sind zum Teil so persönlich und intim, dass sie nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Da kann dieses Buch eine Hilfe sein.

Die Themenauswahl umfasst die wichtigsten Fragen in diesem Alter. Es geht um den Körper und Selbstwert, das Thema Sexualität wird sehr ausführlich behandelt, und daneben geht es in kürzeren Kapiteln um Freundschaften und Mobbing, Süchte und die Berufswahl.

Die einzelnen Themen werden mit dem Tagebucheintrag eines 15jährigen Mädchens eingeleitet, die sich in ihrem veränderten Körper nicht wohlfühlt, sich verliebt, und sich Gedanken über Mobbing und Schule macht. Nach dieser Einleitung kommen jeweils sachliche Erklärungen. Dazwischen wird der Text immer wieder durch Einschübe aufgelockert, zum Beispiel Checklisten, Handynachrichten oder zum Thema passende Tipps.

Sehr schön und hilfreich sind die Gedanken zur Selbstannahme, und auch die wichtige Warnung vor Ess-Störungen. So schreibt die Autorin, „… echte Schönheit kommt von innen. Deine Einstellung, dein Umgang mit dir selbst und mit anderen ist das, was dich wirklich schön macht.“

Dieses Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen. Der nichtchristliche Leser wird sich vielleicht auf die selbstverständlichen Hinweise auf Gott stören. Christliche Eltern hingegen werden teilweise den ethischen Maßstäben, die hier vorgestellt werden, nicht zustimmen. Auch wenn die Autorin empfiehlt mit dem Sex bis zur Ehe zu warten, ist sie der Meinung, dass das nicht unbedingt von der Bibel her klar ist, und letztlich jedem selbst überlassen bleibt.

Auch Selbstbefriedigung sei in Ordnung, solange es nicht ausartet. „Für den späteren Sex zu zweit kann es sogar sehr hilfreich sein, wenn man seinen Körper schon kennt, und weiß, was sich gut anfühlt und wie man sich auf erotisches Empfinden einlassen kann.“ Es ist die Frage, ob Sex allein wirklich eine gute oder gar notwendige Voraussetzung für eine Partnerschaft ist. Außerdem wird dieses Buch ab elf Jahren empfohlen, ein Alter in dem die meisten Mädchen mit Sicherheit nicht auf die Idee kommen würden sich selbst zu befriedigen. Da könnten diese Erklärungen eine ungesunde Neugierde erwecken.

Bei Teenager Schwangerschaften gibt es Alternativen zur Abtreibung, meint die Autorin, aber auch das müsse jeder selbst wissen. Und entgegen der Aussage der Autorin, sagen Experten, dass die Pille danach ein Embryo, also Leben, abtreiben kann. Auch auf das Thema Homosexualität geht die Autorin ein. Hier empfiehlt sie sich nicht voreilig festzulegen, wenn gelegentlich homoerotische Gefühle da sind, aber auch da sind ihrer Meinung nach die biblischen Aussagen nicht maßgeblich, da sie auf dem Hintergrund ihrer Entstehungszeit verstanden werden müssen.

Auch in anderen Kapiteln gibt es Aussagen, die unter Umständen nicht den Erwartungen christlicher Eltern entsprechen. So wird zwar auf Gottes Hilfe hingewiesen, aber auch empfohlen sich einen inneren Helfer vorzustellen, der in Schwierigkeiten bei einem ist und hilft. Hoffentlich erweckt das nicht den Eindruck Gottes Hilfe wäre auch eine seelische Krücke, um besser mit dem Leben zurechtzukommen. Zu der Frage, warum es Leid gibt, wird eine fragwürdige Theorie vorgestellt. Gottes Allmacht bedeute vielleicht nur „extrem mächtig“. Vielleicht gibt es manches, das er nicht tun kann, und darum gibt es Leid in der Welt. Leid, das Gott gerne beseitigen würde, wenn er die Macht dazu hätte. Das ist weder in theologischer noch in seelsorgerischer Hinsicht hilfreich.

Fazit: Dieses Buch enthält wunderbare Aussagen über Körperannahme und Selbstwert, aber wenn es um theologische und ethische Fragen geht, scheinen die Aussagen einen Spagat darzustellen, vielleicht um sowohl christliche als auch nichtchristliche Leser

Bewertung vom 31.03.2019
Okkult belastet oder psychisch krank
Großklaus, Michael

Okkult belastet oder psychisch krank


sehr gut

Pastor Michael Großklaus bringt in diesem kurzen Handbuch sein umfangreiches psychologisches und theologisches Fachwissen ein. Auch seine praktischen Erfahrungen in der Seelsorge kommen ihm zugute. Mit diesem Buch möchte er Gemeinden einen Leitfaden geben, um bei Hilfesuchenden zwischen Dämonisierung und psychischer Erkrankung zu unterscheiden.

Im ersten Teil geht es um den momentanen Kenntnisstand der Psychologie. Neben Hinweisen zur Diagnose, geht der Autor auf wissenschaftliche Ansätze ein. Die Forschung steht vor der Aufgabe übernatürliche Phänomene zu erklären, denn man kann nicht leugnen, dass es sie gibt.

Im zweiten, ausführlichsten Teil untersucht der Autor den biblischen und kirchengeschichtlichen Befund. Er nennt die Bibelstellen im Alten und Neuen Testament, die Dämonen erwähnen, und kommt zu dem Schluss, dass nach biblischem Verständnis Menschen eher dämonisiert sind, und nicht besessen. Der Unterschied ist, dass ein Mensch vielleicht einen oder mehrere Dämonen beherbergt, jedoch nicht völlig unter ihrer Kontrolle ist. Das wäre für einen Christen sowieso nicht möglich, denn in ihm wohnt der Heilige Geist. Nach der biblischen Betrachtung, untersucht er den Umgang der Kirche mit dem Dämonenglauben. Er stellt fest, dass bis heute Exorzismus in der katholischen Kirche eine Rolle spielt, in der evangelischen Kirche jedoch nicht. Daneben gibt es einige Freikirchen, vor allem pfingstlerische und charismatische, die die Austreibung von Dämonen praktizieren.

Im dritten Teil geht es um den praktischen Umgang mit Hilfesuchenden. Dem Autor ist es ein Anliegen nicht bei jeder Störung einen Dämon als Ursache zu vermuten. Auch Christen können unter psychische Erkrankungen leiden. Außerdem nimmt der Autor dem Leser die Angst vor Filmen und Gegenständen mit magischen Inhalten. Auch wenn manche Christen davor warnen, der Gartenzwerg des Nachbarn oder ein Harry Potter Film führen nicht zu einer dämonischen Belastung. Das wäre nur der Fall, wenn man an die Macht von diesem Gegenstand oder Film glauben würde.

In der Praxis klärt er mit dem Ratsuchenden zunächst ab, ob eine körperliche oder seelische Ursache vorliegt. In wenigen Fällen ist tatsächlich ein Dämon der Verursacher des Problems. Wichtig ist ihm, dass die Austreibung weder laut noch spektakulär sein muss. Weder Gott noch Dämonen sind schwerhörig, meint der Autor.

Er betont immer wieder, dass Gott den Teufel besiegt hat. Wir sollten den Fokus auf Gott richten, nicht auf den Teufel. „Mein Alltag in den unterschiedlichen Aufgaben und Diensten besteht selten im Austreiben von Dämonen. Auch mein Verkündigungsdienst betonte und betont nie den Durcheinanderbringer, sondern den Auferstandenen. Wo immer wir uns zu sehr auf die Finsternis fokussieren, wird es ungesund. Wir predigen Jesus Christus – dennoch gibt es diesen Dienst der Befreiung.“ Diese Ausgewogenheit, mit dem Fokus auf Gott, ist die große Stärke dieses Buchs.

Da das Buch relativ kurz ist, gibt es nur wenige praktische Beispiele aus dem Dienst des Autors. Auch wenn es ihm vermutlich darum geht, die Austreibung von Dämonen nicht zu etwas Spektakulärem zu erheben, wird sich der Leser vielleicht mehr Beispiele und Richtlinien zum Umgang mit dämonischer Belastung wünschen.

Positiv hervorzuheben ist der nüchterne Schreibstil dieses Buchs. Durch eine Vielzahl an Fachbegriffen, richtet es sich wohl eher an Theologen und Psychologen, als an Laien.

Fazit: Ein kurzer und hilfreicher Leitfaden zur Unterscheidung zwischen okkulter Belastung und psychischer Erkrankung, der vor allem Fachkräfte interessieren dürfte.

Bewertung vom 25.03.2019
Übermorgenland
Spieker, Markus

Übermorgenland


ausgezeichnet

Der 1970 geborene Autor Markus Spieker ist Historiker und Journalist. Er verbringt vier Jahre als Auslandskorrespondent der ARD in Asien, von 2014 bis 2018. Von seinem Wohnort in der indischen Großstadt Neu-Delhi aus, reist er in verschiedene asiatische Länder; Pakistan, Afghanistan, Nepal Bangladesch und andere. Er berichtet über Krisen und menschliche Schicksale. Eine Menge faszinierende Geschichten warteten anschließend darauf erzählt zu werden.

Aber etwas Anderes bewegt den Autor noch mehr. Die Welt befindet sich im Wandel. Drei bedeutende Trends verändern die Welt im Sturm; die Globalisierung, die Digitalisierung und die Individualisierung. Und während in der Vergangenheit zuerst Europa und anschließend Amerika eine wichtige Rolle im Weltgeschehen spielte, wird die Zukunft, nach Meinung des Autors, vor allem von Asien geprägt werden.

Das Buch gliedert sich in drei Teilen, wobei der zweite Teil am Umfangreichsten ist. Der erste Teil, „Gesternland“, ist ein Abschied vom Gestern. Andere Länder überholen Deutschland, wenn es um die Fortschrittlichkeit geht. Unsere Weltanschauung beruht oft nicht auf Tatsachen, sondern auf Meinungen, die auch stark von der einseitigen Berichterstattung der Medien geprägt sind. Wie zukunftsfähig sind wir Deutsche da noch?

Im zweiten Teil fragt der Autor, wohin unsere sich Welt bewegt. Anhand von zwanzig Thesen zeigt er auf, welchen Herausforderungen wir uns heute stellen müssen. Er schreibt über den Fluch und Segen der Technik und fragt sich, ob künstliche Intelligenz uns eines Tages ersetzen wird. Er wundert sich, dass niemand Kinder und Jugendliche vor der allgegenwärtigen Pornographie schützt. Die Welt wird auch religiöser, und doch werden in vielen Ländern Christen verfolgt. Die Welt wird wütender, gleichzeitig aber auch sicherer.

Der dritte Teil verspricht viel: „Übermorgenland: Wie wir besser, krisenfester und unsterblich werden“. Markus Spieker bietet zehn Ratschläge, um die im letzten Teil genannte Herausforderungen zu begegnen. Dabei spielen Tradition und Gemeinschaft eine wichtige Rolle. Aber auch der Glaube macht einen großen Unterschied. Das wird vor allem an Beispielen von Christen deutlich, die durch ihren aufopferungsvollen Einsatz Leben verändern.

Markus Spieker bekennt von Anfang an offen, dass er bei seiner Betrachtung des Weltgeschehens voreingenommen ist. Er ist überzeugter Christ. Immer wieder betont er die Stärke des christlichen Glaubens, wobei ihm bewusst ist, dass es auch Schattenseiten in der Geschichte des Christentums gegeben hat. Aber als Historiker entkräftet er auch die Mythe über die friedlichen Eroberungszüge des Islams.

Die Sprache ist flott und bildhaft, aber auch anspruchsvoll. Er ist belesen, und verweist immer wieder auf passende Aussagen von Dichtern und Philosophen. Aktuelle Ereignisse werden oft mit einem spöttischen Unterton betrachtet. Vieles wird, bei der Fülle der Themen, nur kurz angerissen, was das Buch für einen breiten Leserkreis interessant macht. Das Buch bietet viel Stoff zum Nachdenken, aber nicht viele Lösungen für unser Übermorgenland. Hoffnung bietet vor allem der Glaube, wie der Autor am Ende des Buchs erklärt.

Die größte Stärke dieses Buchs sind vermutlich die vielen anschaulichen Erlebnisberichte aus Spiekers Zeit als Auslandskorrespondent, die seine Thesen untermalen. So erfährt der Leser beispielsweise von Schulen an ungewöhnlichen Orten in Afghanistan, dem gefährlichen Beruf des Honigsammlers in Nepal, oder den Gräueltaten, die den Rohingyas in Bangladesch angetan wurden. Aber auch von Menschen, die auf beeindruckende Weise ihren christlichen Glauben leben, ist die Rede, zum Beispiel von Ruth Pfau, die sich in Karachi um Leprakranke sorgte, oder der bleibenden Veränderung in Indien durch Missionare, die Bildung und Werte mitbrachten.

Fazit: Eine rasante Schau auf gegenwärtige Entwicklungen, mit einigen Ratschlägen für die Zukunft. Besonders zu empfehlen für alle, die sich für das Tagesgeschehen und Zukunftsp

Bewertung vom 23.03.2019
Mein Versprechen
Gerber, Roy

Mein Versprechen


sehr gut

Roy Gerber hat einen besonderen Hund. Gemeinsam mit diesem einfühlsamen Therapie-Hund, Ziba, begleitet er einmal ein Ferienlager für missbrauchte Kinder in den Vereinigten Staaten. Die Kinder fassen schnell Vertrauen zu Ziba. Sie können ihm ihr Herz ausschütten, oder ihn einfach nur streicheln. Roy ist erschütternd, als er von den Schicksalen von einigen der Kinder erfährt. Am Ende des Ferienlagers nimmt die kleine Faith ihre rote Feder aus den Haaren und steckt sie an Zibas Halsband. Dabei bittet sie Roy, „Versprich mir, dass du dich zusammen mit Ziba um Kinder wie mich kümmerst.“ In Tränen aufgelöst, gibt er ihr gerne dieses Versprechen. Das passt zwar nicht zu seinem derzeitigen Lebensentwurf, aber ein Prozess der Veränderung ist schon in Gang.

Als Kind hatte er sich mit Leistung um die Anerkennung seines Vaters bemüht. Das setzt er im Beruf fort. Der Schweizer nutzt eine günstige Gelegenheit, um in die Vereinigte Staaten zu ziehen. Dort führt er ein Leben auf der Überholspur. Er investiert viel Zeit und Kraft im Aufbau von drei erfolgreichen Firmen. Er hat alles, was Geld kaufen kann. Er verkehrt mit Millionären, Schauspielern und anderen Prominenten.

Glücklich ist er trotzdem nicht. Roy möchte nicht mehr eine Rolle spielen, er sucht seine wirkliche Identität. Er macht zaghafte Schritte im Glauben, und ihm gefällt seine neue, ehrenamtliche Aufgabe bei Therapiehund-Einsätzen. Später studiert er Theologie und weitet seine Dienste für Benachteiligte aus. So schwer es ihm fällt, lernt er mit wenig Geld auszukommen. Es geschieht nicht über Nacht, aber sein Leben verändert sich völlig.

Jahre später hat er den Eindruck er soll zurück in die Schweiz. Dort richtet er, unter anderem, eine Notrufnummer für missbrauchte Kinder ein, denn er hat sein Versprechen an Faith nicht vergessen. Die rote Feder begleitet ihn noch immer.

Dieses umfangreiche Buch schildert das Leben von Roy Gerber. Der letzte Teil ist weniger Biographie, sondern eher eine Auseinandersetzung mit dem Thema sexueller Missbrauch. Die kurzen Einblicke in die Geschichten von einigen Opfern sind bewegend. Und immer wieder wird die hohe Zahl der missbrauchten Kinder genannt.

Roy Gerber lässt den Leser in diesem Buch in sein Leben blicken. Die Beziehung zu Gott, die sein Leben so stark verändert hat, ist für ihn inzwischen das Wichtigste. Er spricht gern und viel mit seinem himmlischen Vater. Er erlebt auch Gottes Eingreifen, zum Beispiel bei einer wunderbaren Chili-Vermehrung. Der Leser profitiert von den Lebensweisheiten des Autors. Geistlicher Wachstum ist ihm ein wichtiges Anliegen, denn wer anderen helfen will, muss erst selbst gesundwerden. Roy ist überzeugt, wenn Gott jemanden wie ihn verändern kann, dann kann er jeden gebrauchen. Und wir Christen sind zum Helfen aufgerufen. Wir sollen die Hände und Füße von Jesus sein.

Die Sprache dieses Buchs ist einfach und leger. Fast freundschaftlich erzählt der Autor offen aus seinem Leben. Auch über falsche Wege und Fehlentscheidungen berichtet er. Stellenweise könnte das Erzählte gekürzt werden, denn einiges wird wiederholt. Das sind vermutlich die Sachen, die dem Autor besonders am Herzen liegen. Manchmal fehlen Übergänge. Trotz dieser kleinen Mängel lohnt es sich dieses Buch zu lesen. Es ist ermutigend zu sehen, wie Gott das Leben dieses reichen Unternehmers verändert hat. Der Leser spürt, nicht das Anhäufen von Besitz führt zu einem erfüllten Leben, sondern der Dienst am Mitmenschen.

Fazit: Eine sehr empfehlenswerte Autobiographie, die eine Lebenswende beschreibt und das Problem des sexuellen Missbrauchs beleuchtet.