Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Marianne
Wohnort: Attenhofen
Über mich:
Danksagungen: 12 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 287 Bewertungen
Bewertung vom 21.02.2021
Wach!

Wach!


sehr gut

Die Zeitschrift „Aufatmen“ entstand im Jahr 1995 aus dem Wunsch der Gründer heraus von einem echten und ungeheuchelten Glauben zu schreiben. Sie hatten genug von Predigten, die hohe Ziele verkünden, aber nichts mit dem wirklichen Leben zu tun haben. „Hier schreiben Menschen, die auf Augenhöhe Glaubenserfahrungen austauschen, von ihren Wegen zu und mit Gott berichten und einander anspornen wollen zu wachsendem Vertrauen und größerer Hingabe.“

In diesem Buch schreiben 27 Autoren, deren Artikel diese Zeitschrift geprägt haben, über wichtige Glaubenserfahrungen in ihrem Leben. Die Erlebnisse sind vielfältig. Da erzählt ein Geigenbauer von seiner Arbeit und leitet daraus wichtige geistliche Erkenntnisse ab. Ein Unternehmer erzählt von seinen Sorgen und von einem Bibelvers, der ihm eine neue Blickrichtung gibt. Ein Pilger auf dem Jakobsweg überlegt was der Mensch wirklich zum Leben braucht. Eine Musikerin fasst ihre jahrelange Beobachtungen über Anbetung zusammen.

Viele der Verfasser sind im christlichen Bereich bekannt, zum Beispiel Bianka Bleier, Thomas Härry, Marion Warrington, Peter Strauch, Ulrich Eggers, Albert Frey und Birgit Schilling. Ihre Bücher, Vorträge und Lieder haben das evangelikale Christentum in Deutschland geprägt. Beeindruckend ist die Ehrlichkeit, mit der diese prominente Christen aus ihrem Leben berichten.

Die Artikel decken eine große Bandbreite an Gotteserfahrungen ab. Da jeder Leser an einem anderen Punkt in seinem Glaubensleben steht, sind vermutlich nicht alle Artikel für jeden relevant. Die Artikel lassen sich im Schnitt in zehn Minuten lesen. Sie können in einer beliebigen Reihenfolge gelesen werden.

Im Grunde geht es in diesem Buch um einen Glauben, der bewusst und ehrlich gelebt wird; das heißt sich Gottes Gegenwart bewusst sein und aus seiner Kraft heraus leben, anstatt auf fromme Weise versuchen das Richtige zu tun und nach außen darzustellen.

Ein Beispiel aus dem Beitrag von Peter Strauch zeigt das. „Besonders bei unseren Pastorentreffen fällt mir manchmal auf, dass wir über Bibeltexte reden, als wäre Gott in Wirklichkeit nicht da. Gerade wir ‚Fulltimer‘ sind hier besonders gefährdet. Der berufliche Umgang mit der Bibel verleitet uns, daraus eine ‚Sache‘ zu machen, mit der wir mehr oder weniger geistvoll hantieren. Ganz so wie jemand, der vermeintlich klug einen Liebesbrief interpretiert und nicht begreift, dass es den Geliebten wirklich gibt und der selbst anwesend ist.“

Fazit: Ein Lesebuch der besonderen Art über den christlichen Glauben. Verschiedene deutschsprachige Autoren schreiben ehrlich über ihre Gottesbeziehung. Sie lassen den Leser an ihre Zweifel und Kämpfe teilnehmen, aber auch an die Kraft, die ihnen diese Beziehung gibt. Empfehlenswert für Menschen, die sich nach einer tieferen Gottesbeziehung sehnen.

Bewertung vom 09.02.2021
Ermordet in Kabul
Führer, Heidemarie

Ermordet in Kabul


sehr gut

Nach ihrer Geburt ist Simone Beck schwer krank. Es ist ein Wunder, dass sie überlebt. Doch nicht nur das; obwohl ihr Gehirn zeitweise schlecht durchblutet war und die Prognosen sehr schlecht waren, entwickelt sie sich zu einer vorbildlichen Schülerin. Schon früh hat sie ein großes Ziel vor Augen: Sie möchte Missionarin werden.

Nach einer Ausbildung zur Erzieherin verbringt sie zwei Jahre auf einem christlichen Schiff, das die Welt mit einer fahrenden Bücherstube bereist. In jedem Hafen versucht die Schiffsbesatzung die einheimische Bevölkerung zu unterstützen, sei es durch Hilfsdienste oder durch christliche Veranstaltungen und Schulungen. Das Leben an Bord des Schiffs ist herausfordernd, denn es leben Menschen vieler Nationalitäten auf engstem Raum zusammen. Doch ist diese Zeit für Simone sehr wertvoll. Sie besucht anschließend eine Bibelschule und bereitet sich auf einen missionarischen Dienst vor. Da ihr Sprachen liegen, lässt sie sich außerdem zur Linguistin ausbilden. Ihr Herz schlägt für die arabische Welt und sie hat ein klares Ziel vor Augen. Sie möchte eine Sprache erlernen, für die es noch keine Schriftsprache gibt, und dazu beitragen, dass diese Sprache gelesen und geschrieben werden kann – in der Hoffnung, dass es eines Tages in dieser Sprache eine Bibelübersetzung gibt.

In Afghanistan angekommen, besucht sie zunächst eine Sprachschule. Schon bald ist sie selbst für die Sprachkurse zuständig. Dabei entwickelt sie neue, bessere Lernmethoden. Nach vielen Jahren ist es soweit und sie kann zu einem entlegenen Volksstamm ziehen und ihre Sprache erlernen, die Khiva-Sprache. Doch mitten in dieser fruchtbaren Zeit muss sie die Arbeit schweren Herzens abgeben.

Und dann wird diese begabte, Gott hingegebene Frau mit nur 44 Jahren aus dem Leben gerissen.

Dieses Buch ist vor allem aus Briefen, E-Mails, Rundbriefen und Predigten der verstorbenen Simone Beck entstanden. Sorgfältig wird ein Bild dieser zielstrebigen, intelligenten Frau gemalt. Der Leser erfährt viel über die Herausforderungen des Lebens als Missionarin in einem einsamem Dorf –eisige Temperaturen, heimliche Joggingrunden und eine begrenzte Lebensmittelauswahl sind nur einige dieser Schwierigkeiten.

Vor allem im ersten Teil des Buchs leidet die Erzählform ein wenig an dieser Herangehensweise, aber spätestens als Simone in Afghanistan ist, ist die Erzählung so spannend, dass diese Zusammenstellung von Zeugnissen kaum auffällt. Manchmal scheint zwar zu sehr die Person im Mittelpunkt zu stehen und nicht die Arbeit, aber das ist verständlich bei der Trauer über den Verlust dieser besonderen Frau.

Simone wurde in einer schweren Zeit gefragt, „‚Warum lohnt es sich, sich auch dann für Jesus einzusetzen, wenn es gefährlich oder scheinbar fruchtlos ist?‘ Sie antwortete: ‚Weil Jesus Christus alles in allem ist und weil es sich lohnt, mit ihm zu leben und mit ihm zu sterben – egal, wo.‘“ Das ist die Botschaft, die durch dieses Buch hindurchscheint.

Fazit: Ein spannendes und herausforderndes Buch über eine Frau, die ihr Leben für ihren Glauben und für das Wohl ihrer Mitmenschen einsetzt. Dieses Buch zeichnet ein authentisches Bild von den Freuden und Schwierigkeiten eines Lebens als Missionarin in einem schwierigen, islamischen Land. Sehr empfehlenswert!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.02.2021
Rees Howells
Grubb, Norman P.

Rees Howells


sehr gut

Rees Howells lebte in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Wales, von 1879 bis 1950. Am bekanntesten wurde er wohl dafür, dass er während des Zweiten Weltkriegs zusammen mit seiner Lebensgemeinschaft anhaltende Fürbitte ausübte. Damit konnten sie, glaubt man an die Macht des Gebets, durch Gottes Eingreifen den Lauf der Weltgeschichte verändern.

Rees Howells ist das sechste von elf Kindern. Schon mit zwölf Jahren muss er arbeiten, um zum Einkommen der Familie beizutragen.

Er wächst in einem christlichen Elternhaus auf, doch erst als junger Erwachsener erkennt er, dass es nicht reicht einfach nur gut zu sein. Im Angesicht des Todes begreift er, dass er zu seiner Rettung darauf angewiesen ist, dass ein Gerechter, Jesus Christus, für seine Sünden stirbt.

Zu dieser Bekehrung kommt ein besonderes Erlebnis dazu, als er nach einem schweren Kampf dem Heiligen Geist sein Leben ganz übergibt. Nun werden Gehorsamsschritte von ihm verlangt. Manchmal geht es dabei um seine Liebe zum Geld, andere Male um seinen Wunsch geachtet und wertgeschätzt zu werden.

Mehr und mehr versteht er sich als Fürbitter, als jemand, der die Last des Leidenden trägt und damit viel inbrünstiger für ein Anliegen eintreten kann. Er erlebt Heilungen, aber auch unerhörte Gebete.

Nach einer Zeit in der Mission, in der eine große Erweckung geschieht, kauft er in seiner Heimat mehrere Anwesen, die er als Bibelschulen und Heime für Kinder benutzt. Dabei lebt er in Hinblick auf die Kosten in enger Abhängigkeit von Gott.

Dieses Buch ist ein christlicher Klassiker. Vor fast siebzig Jahren geschrieben ist es einerseits von einer großen Tiefe des Glaubens gekennzeichnet, andererseits sind manche Episoden für den heutigen Leser ungewöhnlich, zum Beispiel wie sehr Rees sich schämt, als er ohne Hut und unrasiert unter Menschen gehen muss, weil Gott an seinem Stolz arbeiten will. Doch auch wenn die Begebenheiten damals ganz anders waren, kann ein solches Erlebnis gut auf das eigene Leben übertragen werden.

Andere Aussagen geben schwerwiegendere Rätsel auf, zum Beispiel der Gedanke, dass die Krankheit eines Kranken vom Beter selbst getragen werden muss, oder das unerbittliche Drängen des Heiligen Geistes ihm das Leben bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu übergeben. Es gäbe viele weitere Beispiele, wie Rees‘ Verhältnis zur katholischen Kirche oder Zusagen Gottes, die nicht wie erwartet eintreffen und dann umgedeutet werden.

Trotz dieser Schwierigkeiten ist dieses Buch nicht nur gut geschrieben, sondern sehr herausfordernd. Am Beispiel von Rees Howells zeigt sich, wie selbstverliebt und gleichgültig Menschen heute als Christen leben. Es ist vor allem beeindruckend, wie Howells bereit ist mit allem was er ist und hat in andere Menschen zu investieren, damit sie gerettet werden. Das bedeutet für ihn und seine Frau sogar den Verzicht auf das eigene Kind, das von Verwandten aufgezogen wird, da es zu dieser Zeit zu gefährlich ist ein Kleinkind mit nach Afrika aufs Missionsfeld zu nehmen.

Fazit: Diese Lebensgeschichte ist sicher nicht eine Anleitung, die jeder nachahmen sollte, doch ist sie ein beeindruckendes Zeugnis dafür, wie Gott einen Menschen benutzen kann, wenn er sich ihm ganz hingibt. Empfehlenswert!

Bewertung vom 06.02.2021
Probier's mal mit Gelassenheit

Probier's mal mit Gelassenheit


sehr gut

Gerade Frauen leiden oft darunter, dass sie sich zu viel aufbürden. Sie wollen, gerade als Familienfrauen, alles möglichst perfekt machen, und es anderen rechtmachen. Das führt, bei der Fülle ihrer Aufgaben, zu einem gestressten Leben oder gar zu einem Zusammenbruch.

In diesem Buch erzählen mehrere Frauen, was ihnen in stressigen Zeiten geholfen hat. Die Ratschläge reichen von medizinischen Hinweisen hin zu Tipps zur Entschleunigung des Lebensstils und Hinweise darauf, wie der Glaube helfen kann gelassener zu werden.

Die Beiträge sind einfach geschrieben und lassen sich jeweils in wenigen Minuten lesen. Das ist eine Stärke dieses Buchs, denn wer gestresst ist, kann so immer mal nur einen kleinen Happen lesen. Es gibt sechs Themenbereiche, die logisch aufeinander folgen. Zuerst geht es um Symptome und Auswirkungen von Stress, dann folgen persönliche Erfahrungsberichte, ein Abschnitt über Perfektionismus, erste Hilfen, langfristige Hilfen und schließlich die Ruhe, die bei Gott zu finden ist.

Ob es um eine gestohlene Auszeit von der Familie geht – gestohlen, weil es logisch betrachtet unmöglich ist einfach wegzugehen - oder um Wege die eigenen Ansprüche zurückzuschrauben, die Tipps und Erfahrungen sind interessant und können Anregungen für das eigene Leben sein. Ein paar Beiträge von Medizinerinnen zeigen, welche Symptome erste Warnhinweise für ein übervolles Leben sein können, oder was Frauen, die unter Stress leiden, empfohlen wird. Besonders schön sind die abschließende Gedanken über die Ruhe, die Gott uns gönnt – ob regelmäßig am Feiertag oder wenn wir am Ende unserer Kräfte sind.

Fazit: Eine „Erste Hilfe“ für Frauen, die unter Stress leiden. In vielen kurzen Beiträgen berichten Frauen über stressige Zeiten in ihrem Leben und was ihnen geholfen hat. Die Infos eignen sich gut als erste Anlaufstelle, wenn das Lebenstempo zu schnell geworden ist. Empfehlenswert!

Bewertung vom 31.01.2021
Die Kannenbäckerin
Spratte, Annette

Die Kannenbäckerin


ausgezeichnet

Innerhalb kurzer Zeit verliert Johanna alle aus ihrer Familie an die Pest. Sie ist wütend auf Gott, der ihr alles genommen hat. Sie ist dankbar, dass sie zumindest ein Zuhause hat, doch ihre Nachbarin drängt sie dazu wegzugehen und sich in Sicherheit zu bringen. Johanna weiß nicht genau welche Gefahr ihr droht, aber in diesen unsicheren Zeiten im dreißigjährigen Krieg vertraut sie der Nachbarin. Zum Glück erinnert sie sich daran, dass sie einen Onkel hat. Sie kennt ihn zwar nicht, da die Brüder zerstritten waren, aber sie entschließt sich bei ihm Obhut zu suchen.

Der Weg dorthin ist zwar nicht weit, doch wegen den herumstreunenden Soldaten gefährlich. Darum macht sich Johanna als Junge verkleidet auf den Weg. Trotz aller Trauer um ihre Familie genießt sie die neugefundene Freiheit als Junge zu leben. Darum lässt sie ihre Tante und ihren Onkel im Glauben, dass sie ein Junge ist.

Ihr Onkel ist Töpfer und Johanna darf ihm bei der Arbeit helfen. Nach und nach führt er sie in die Kunst des Töpferhandwerks ein und sie entdeckt ihre große Begabung für die Gestaltung von schönem Geschirr. Sie ist mit ihrem neuen Leben rundum zufrieden, bis ans Licht kommt, dass sie eine junge Frau ist. Ihr Leben nimmt eine gefährliche Wende.

Dieses spannende Buch gibt einen authentischen Einblick in das Leben einer längst vergangenen Zeit. Am Anfang ist das Tempo vielleicht etwas zu schnell, es fällt schwer sich mit Johanna zu identifizieren, doch das ändert sich bald. Die mutige und entschlossene Johanna wächst dem Leser ans Herz. Es ist erschreckend, mit welchen Einschränkungen Frauen in dieser Zeit leben mussten. So wird Johanna trotz ihrer Begabung von den anderen Töpfern bedroht und stark angefeindet.

Auf ihrer schweren Reise zu einem glücklichen Leben hadert Johanna immer wieder mit Gott, bis sie erkennt, wie gut er trotz allen Verlusten für sie sorgt. In ihren größten Schwierigkeiten vertraut sie sich Gott an und weiß fortan um seine Bewahrung. Das Thema Glaube fügt sich in guter und natürlicher Weise in die Geschichte ein.

Fazit: Eine spannende historische Erzählung, die ein eindrückliches Bild vom Leben zu Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs malt. Eine junge Frau wächst heran und findet ihren Platz im Leben und inneren Frieden durch ihren Glauben an Gott.

Bewertung vom 30.01.2021
Verwurzelt!
Herbst, Michael; Todjeras, Patrick

Verwurzelt!


sehr gut

In der Bibel werden Glaubende an mehreren Stellen mit einem stark verwurzelten Baum verglichen, zum Beispiel im ersten Psalm. Im Neuen Testament wird deutlich in welchem Boden diese Wurzeln wachsen - in Christus und der Liebe Gottes.

In diesem Buch möchten die beiden Autoren Christen zu einem Leben ermutigen, dass im Glauben verwurzelt, und dadurch stark und lebendig ist. Sie schreiben, „Lebendiges und mündiges Christsein hat damit zu tun, dass wir in der Liebe Christi verwurzelt sind. Diese Wurzel gibt uns Halt, sie versorgt uns mit allen nötigen Nährstoffen, macht uns belastbar und vital.“ Jesus Christus steht im Mittelpunkt, denn es geht ihnen vor allem um Nachfolge. Und es geht um Umkehr, das heißt eine Änderung der Blickrichtung auf Jesus. „Der lebendige und mündige Glaube schaut auf Jesus. Er geht Jesus nach. In Gedanken. Im Gespräch. In der Gemeinschaft. In der Anfechtung. Im Dank. Im tätigen Dasein. Im Erfolg. Im Leiden. In der Liebe zu den Menschen, zu denen Jesus unterwegs ist.“

In den vier Teilen des Buchs geht es zuerst um den Boden, in dem wir wachsen, also um den Weg in die Gemeinde, der Familie Jesu. Im zweiten Teil geht es um Jesus, denn an Jesus sehen wir was wirklich wichtig ist. Die Autoren zeigen an Beispielen aus dem Leben Jesu wie ein Leben in der Nachfolge aussehen kann. Der dritte Teil zeigt weitere Auswirkungen dieses neuen Lebens aus dem Glauben heraus, zum Beispiel die Neuausrichtung unserer Prioritäten. Im vierten Teil geht es schließlich um den Blick auf den guten Vater, den wir durch Jesus besser kennenlernen dürfen.

Jedes dieser vier Teile enthält mehrere Kapitel, die sich jeweils in fünf bis zehn Minuten lesen lassen. Sie beginnen meistens mit einem Beispiel aus dem täglichen Leben, um anschließend – oft anhand einer biblischen Geschichten –zu beschreiben wie Nachfolge aussieht. Die Gedanken helfen auch manche schwierige Geschichten zu verstehen, zum Beispiel Abrahams Gehorsam, als er bereit war seinen Sohn zu opfern.

Passend zum Buch gibt es ein Heft für Kleingruppen, damit sich auch Gemeindegruppen damit auseinandersetzen können, wie Menschen reifer im Glauben und lebendige und mündige Christen werden können.

Fazit: In diesem Buch wird das Leben der Nachfolge leicht verständlich erklärt. Die Inhalte sind besonders interessant für Menschen, die neu im Glauben sind, oder die sich bisher wenig mit Fragen der Nachfolge auseinandergesetzt haben, vielleicht weil sie Glauben als eine Aktivität gesehen haben, die allein am Sonntagvormittag Bedeutung hat.

Bewertung vom 14.01.2021
Die Glaubenskriegerin
Ahmad, Esther;Borlase, Craig

Die Glaubenskriegerin


ausgezeichnet

Zakhira sehnt sich so sehr nach der Liebe ihres Vaters. Nach zwei Mädchen hat er auf einen Sohn gehofft. Nach der Geburt lässt er alle in der Umgebung seine Verärgerung über die Geburt einer weiteren Tochter spüren. Auch wenn seine Ablehnung mit der Zeit abnimmt, weiß jeder, dass dieses Mädchen nicht vom Vater gewollt war. Darunter leidet Zakhira in ihrer Kindheit und Jugend.

Umso mehr bemüht sie sich darum in der Schule gute Leistungen zu bringen, denn vielleicht kann sie sich so etwas Zuneigung und Aufmerksamkeit verdienen. Aber nach nur wenigen Schuljahren soll sie diese aufregende Welt des Wissens verlassen. Ihr wird gesagt ein Mädchen brauche so etwas nicht. Ein Bekannter setzt sich für sie ein, und so kann sie wenigstens eine religiöse Schule besuchen. Dort lernt sie nicht nur Mathe und die Naturwissenschaften, sondern ihr wird eindringlich erklärt, wie grausam die Christen zu den Muslimen sind. In ihr wächst Hass auf diese Ungläubigen. Sie wäre bereit alles für den Islam zu tun.

Nur wenige Tage bevor sie eine Ausbildung zur Glaubenskriegerin bekommen soll, hat sie einen Traum, den sie sich nicht erklären kann. Dieser Mann, diese Worte, dieser neue Name. Der Traum erfüllt sie mit einem unerklärlichem Frieden, doch sie spürt auch, dass sie dieser Sache auf den Grund gehen muss. Sie verschiebt den Beginn ihrer Ausbildung und sucht nach Antworten. Dabei begegnet sie jemandem, der ihr herausfordernde Fragen zu ihrem Glauben stellt. Sie beginnt im Koran nach Antworten zu forschen. Was sie da entdeckt macht sie stutzig und ihr ganzes Weltbild gerät ins Wanken.

Es ist berührend mitzuerleben, wie sich die kleine Zakhira nach Liebe sehnt, und wie eifrig sie ihren islamischen Glauben lebt. Denselben Eifer und Mut setzt sie auch später ein, als sie Jesus kennenlernt. Das ist herausfordernd für Christen, denen diese Begeisterung fehlt. Als Zakhira nach langer Suche eine Bibel bekommt, ist sie überwältigt vor Dankbarkeit. Als sie Hoffnung durch den Glauben findet, will sie das unbedingt anderen mitteilen, auch wenn sie dafür Nachteile in Kauf nehmen muss. Und als ihre Familie von ihrem Glauben erfährt, ist sie sogar bereit dafür zu sterben. Wie viel können wir von einem solchen Glaubenszeugnis lernen. Es ist schrecklich, dass die Bibel, Gottesdienste und das Bekennen oft so nebensächlich für uns geworden sind.

Da Zakhira herausgefordert wird ihren neugefunden Glauben aufzugeben und zum Islam zurückzukehren, muss sie mit vielen islamischen Glaubensgelehrten debattieren. Dabei zeigt sie den Zuhörern, wie der Koran zur Bibel hinführt. Sie kennt die Schwachstellen des Korans und weist gerne darauf hin.

Es ist interessant, wie sie zum Glauben findet. Ihr Mentor im Glauben versucht keineswegs sie eifrig zu überzeugen, sondern er lässt ihr Zeit, damit sie selbst entdecken kann, welche Religion wahr ist.

Fazit: Ein sehr wichtiges Buch über eine junge Frau, die alles aufgibt, um Jesus nachzufolgen, weil sie sicher ist, dass sie die Wahrheit gefunden hat. Der Leser erfährt viel über den Islam und den Koran, und wird herausgefordert seinen Glauben ernster zu nehmen.

Bewertung vom 14.01.2021
Woran merke ich, dass Gott mich liebt?
Voß, Harry

Woran merke ich, dass Gott mich liebt?


ausgezeichnet

Kinder wollen die Welt verstehen. Sie haben viele Fragen, gerade wenn es um den Glauben geht. In diesem Buch beantwortet der bekannte Kinderbuchautor Harry Voß über sechzig Fragen, die Kinder ihm im Laufe der Jahre gestellt haben. Zum Teil sind es dieselben Fragen, auf die er sich schon als Kind eine Antwort gewünscht hätte.

Bei den Fragen geht es um ganz verschiedene Themen. Das Buch beginnt mit Fragen über Gott, Jesus und den Heiligen Geist. Anschließend geht es um das Böse, die Zuverlässigkeit der Bibel, das Anfang und Ende der Welt, und um das Leben als Christ.

Jede Frage beginnt mit Namen und Alter des Fragestellers. Nach der Frage kommt eine ausführliche Erklärung, die manchmal nur eine halbe Seite lang ist, sich aber teilweise auch über mehrere Seiten erstreckt. Die Fragesteller sind zwischen 8 und 15 Jahre alt, wobei die meisten Mädchen und Jungen 10 bis 12 sind.

Auf viele Fragen gibt es keine eindeutige Antwort, zum Beispiel auf die Frage, was mit Menschen geschieht, die nie von Jesus gehört haben, oder die Frage nach der Entstehung der Welt. Harry Voß gibt bei solchen Fragen zu, dass es keine einfache Antwort gibt. Er erklärt wie verschiedene Christen diese Fragen beantworten, vor allem aber betont er, dass wir uns darauf verlassen können, dass Gott ein guter, gerechter und liebevoller Gott ist – auch wenn wir nicht alles verstehen und erklären können.

Sehr hilfreich sind die konkreten Tipps für junge Menschen, die als Christen leben wollen. Der Autor gibt nicht nur praktische Ratschläge für das Bibellesen und Gebet, sondern erklärt beispielsweise auch, wie im Familienalltag Konflikte vermieden werden können.

Auffallend bei den Antworten ist der liebevolle und herzliche Ton. Jede Antwort endet mit einem persönlichen Gruß des Autors. Bei Fragen nach Schuld und Versagen macht er Mut mit Gott zu sprechen. Wenn es darum geht den Glauben zu bezeugen, zum Beispiel wenn das Thema Evolution im Unterricht behandelt wird, zeigt der Autor Wege, wie Kinder zu ihrem Glauben stehen können, auch wenn sie sich nicht trauen viel zu sagen.

Die Fragen und Antworten in diesem Buch sind so offen gehalten, dass es für alle christliche Konfessionen ein wertvoller Ratgeber ist. Die Grundlage der Antworten ist stets die Bibel, nicht irgendwelche kirchliche Dogmen oder Gemeindetraditionen. Wo es verschiedene Standpunkte gibt, werden diese wertungsfrei vorgestellt.

Bewertung vom 28.12.2020
2047 - Ein Blick in die Ewigkeit
Wittpennig, Susanne

2047 - Ein Blick in die Ewigkeit


ausgezeichnet

Mit einem harten Aufprall landet die 16jährige Lisa in einer neuen Zeit. Von 2018 sollte es eigentlich zurück ins Jahr 1990 gehen, damit sie ihr normales Leben wieder aufnehmen kann. Doch nichts, was vor ihren Augen auftaucht, kommt ihr bekannt vor. Und sie ist nicht allein. Der gleichaltrige Kyle ist versehentlich mit ihr durch die Zeit gereist.

Lisa stellt fest, dass sie nicht wie geplant in die Vergangenheit gereist ist, sondern in die Zukunft. Kyle und sie befinden sich im Jahr 2047. Wie froh ist sie als sie alte Freunde trifft. Ihr Jugendfreund Momo ist ein reicher, einflussreicher Mann, der sich darum kümmern will, dass sie zurück in ihre eigene Zeit reisen kann. Doch das ist nicht so einfach.

Zuerst einmal müssen Lisa und Kyle die Schule besuchen. Das alte Schulgebäude steht noch, doch alles andere ist im Jahr 2047 anders. Momo möchte, dass die Beiden so wenig wie möglich von den aktuellen Weltereignissen erfahren, doch sie bekommen genug mit, um zu wissen, dass der ganze Fortschritt seine Schattenseiten hat. Überteuerte Lebensmittel, Angst vor ansteckenden Krankheiten, psychische Krankheiten von Jugendlichen, die nur noch schwer die reale und virtuelle Welt auseinanderhalten können - das sind nur einige der beunruhigenden Erscheinungen der neuen Zeit.

Es gibt natürlich auch wunderbare Erfindungen, die das Leben erleichtern. Doch Lisa kann ihren Aufenthalt in dieser neuen Welt nicht genießen, denn sie sehnt sich nach ihrer eigenen Zeit. Und eine wichtige Frage lässt sie nicht los. Wenn sie in ihre eigene Zeit zurückfindet, wird sie mit ihrem Wissen aus der Zukunft vielleicht andere Entscheidungen treffen, aber wie werden ihre Entscheidungen ihre und die Zukunft anderer verändern?

Dieses dicke Buch mit seinen 600 Seiten ist gut und spannend geschrieben. Die Beschreibung der zukünftigen Welt wirkt glaubhaft. Die Gefühle, Probleme und Fragen der Jugendlichen werden gut dargestellt. Es gibt bis zum Schluss Überraschungen, das macht dieses Buch so interessant.

Die Frage nach dem Schöpfer, der unsere Lebenszeit in seiner Hand hält, taucht immer wieder auf. Lisa ist eine Suchende, die nach dem frühen Tod ihrer Eltern viele Fragen hat, darum kann sie nur schwer an einen liebenden Gott glauben. Die Fragen nach dem Warum bleiben offen, aber es wird betont, dass jeder Einzelne Verantwortung trägt für die Entscheidungen, die er trifft.

Fazit: Dieses Buch ist definitiv ein „page turner“! Mit einer spannenden Handlung, einem dezenten Hinweis auf die Gefahren der virtuellen Welt, einer Prise Liebe und lebenswichtige Fragen bietet dieses Buch alles, was ein gutes Jugendbuch ausmacht. Sehr empfehlenswert, nicht nur für junge Leser!

Bewertung vom 17.12.2020
Erinnerungen aus Glas
Dobson, Melanie

Erinnerungen aus Glas


ausgezeichnet

In diesem spannenden Roman, der auf wahre Begebenheiten beruht, geht es um die Rettung jüdischer Kinder in den Niederlanden im Dritten Reich. Nicht nur Widerstandskämpfer, ganz gewöhnliche Menschen riskieren ihr Leben in einem stillen Protest gegen das Unrechtsregime.

In diesem Buch werden zwei Geschichten erzählt, die nach und nach zusammenfließen. Da sind zum einen die Ereignisse in den letzten Kriegsjahren in Holland, zum anderen wird von einer reichen, amerikanischen Familie in der heutigen Zeit erzählt.

Die junge Studentin Josie übernimmt immer mal wieder kleine Aufträge und Botendienste für ihren älteren Bruder Samuel, der im Widerstand aktiv ist. Einmal kann sie nur knapp einer Festnahme entkommen. Erst da wird ihr klar, wie gefährlich diese Aufgabe ist. Trotzdem möchte sie noch mehr tun, denn sie erlebt hautnah mit, wie immer mehr Juden deportiert werden. Als sie die Möglichkeit hat bei der Rettung von Kindern mitzuhelfen, zögert sie nicht.

Eliese kommt als junges Mädchen aus Deutschland nach Holland. Ihrem wohlhabender Vater gehört eine Bank. Wegen seinen großen Investitionen fühlt er sich zunächst sicher, auch als Jude. In den letzten Kriegsjahren muss Eliese bei der Aufnahme der Juden, die deportiert werden sollen, mithelfen. Sie erlebt wie gefühllos die Nazis die Kinder behandeln. Da hat sie eine Idee, wie einzelne Kinder gerettet werden können.

Mehr als siebzig Jahre später sehnt sich Ava nach einer liebevollen Familie. Als Jugendliche verlor sie ihre nächsten Angehörigen und wurde von der reichen Familie ihrer Mutter aufgenommen. Aber außer der Familienmatriarchin würden sie wohl alle am liebsten loswerden, weil sie ihr Erbe nicht teilen wollen.

Avas Aufgabe besteht darin wohltätige Organisationen für die Familienstiftung auszuwählen und zu überprüfen. Eine kurze Reise nach Uganda verändert ihr Leben, und hilft ihr bei der Suche nach ihren Wurzeln.

Diese Geschichte ist sehr fesselnd geschrieben. Es gibt viele Familiengeheimnisse, die erst nach und nach ans Licht kommen. Die Charaktere sind allesamt einzigartig und sehr gut gezeichnet, auch solche, die nur einen kurzen Auftritt haben. Da gibt, zum Beispiel, es die eigenwillige alte Frau, die sterbenden Kindern im Krankenhaus eine letzte Freude macht, die Nachbarin, die als Krankenschwester aufopfernd in einem jüdischen Lager arbeitet oder die liebevolle Betreuerin der Kinder in der Tagesstätte.

Auch das Lebensgefühl der Niederlanden wird gut wiedergegeben. Dieses kleine Volk, dass auf den Angriff der Deutschen nicht vorbereitet war, tat doch in mutiger Weise was es konnte, um Menschen zu retten und Widerstand zu leisten.
Der christliche Glaube spielt in dieser Geschichte eine wichtige Rolle. Es geht um Themen wie Schuld und Versagen, und um Gottes rettende Liebe. Die Hinweise auf Gott passen gut zur Handlung und passen gut zur Geschichte.

Fazit: Einmal begonnen, kann man dieses Buch nur schwer aus der Hand legen. Eine inspirierende Geschichte über das mutige Handeln einzelner Menschen zur Rettung der Hilflosen, verbunden mit einer Geschichte über die Kehrseite von Geld und Macht. Sehr empfehlenswert, besonders für Menschen, die historische Romane lieben!