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Benutzername: sleepwalker
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Bewertungen

Insgesamt 164 Bewertungen
Bewertung vom 06.08.2020
Frank Goosen über The Beatles / KiWi Musikbibliothek Bd.6
Goosen, Frank

Frank Goosen über The Beatles / KiWi Musikbibliothek Bd.6


ausgezeichnet

„Frank Goosen über The Beatles“ ist Teil der Kiwi-Musikbibliothek und da ich „Lady Bitch Ray über Madonna“ schon gelesen habe, habe ich mich auf das Buch gefreut. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Das Buch selbst besteht aus drei fast gleich langen Teilen. Im ersten Teil beschreibt der Autor, wie er mit 13 Jahren überhaupt zum Beatles-Fan wurde, denn schließlich hatten die sich getrennt, als er gerade mal vier Jahre alt war. Und der Weg zum leidenschaftlichen Fan war für ihn genauso wenig einfach, wie seinerzeit für meinen eigenen Vater. „Meine Familie steckte knietief im deutschen Schlager.“ – oh ja. „Meine Omma schwärmte für Karel Gott“ – nochmal ja. Und dennoch wurden mein 1950 geborener Vater und der 1966 geborene Frank Goosen glühende Beatles-Verehrer. Goosen nicht zuletzt deshalb, weil sein eigener Vater statt eines Lohns für eine Elektriker-(schwarz)Arbeit Schallplatten, nämlich das Rote und das Blaue Album und Abbey Road von den Beatles, für seinen Sohn genommen hat. Da zeigte Papa-Goosen nicht nur, wie lieb er seinen Sohn hatte (er hatte ihm „nur selten etwas mitgebracht. Abgesehen von den Beatles-Platten erinnere ich mich eigentlich nur an eine herrlich hässliche Seppelfigur mit grünem Hut, Goldkettchen, vorstehenden Zähnen und unentwegt nickendem Kopf, die er während einer Messe in München erstanden hatte, als er noch bei einer anderen Firma angestellt gewesen war, bevor er seine eigene gründete.“), sondern erinnerte sich tatsächlich auch an den Musikgeschmack des Juniors.
Er schreibt über den Tag, an dem John Lennon erschossen wurde. „Ich glaube, es war Susanne, die sagte: »Verdammt, wieso nicht McCartney?« Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich kurz darüber nachdachte, ob es nicht tatsächlich besser gewesen wäre…“. Beschreibt, wie er selbst erste Gehversuche an der Gitarre und im Songwriting unternahm und wie sein Fantum jahrelang zwischen alten Platten und den Solo-Platten der Beatles-Mitglieder so dahingeplätscherte war.
Im zweiten Teil wandelt der Autor zur Vorbereitung aufs Schreiben des Buchs mit Frau, zwei pubertierenden Söhnen und dem Guide Steve in Liverpool auf den Spuren der Beatles, besucht die Penny Lane und sämtliche Geburts- und Elternhäuser. Durch Steves ständigen Fragen hat Frank Goosen sicher noch neue Nuancen der Beatles erkannt – ob er seine Söhne zu Fans gemacht hat, wage ich allerdings sehr zu bezweifeln.
Im dritten Teil ordnet er noch einmal sämtliche Alben samt ausgewählter Stücke für sich ein. Er schreibt knackige Kurzkritiken dazu, viele der Stücke kenne ich, manche nicht, auf jeden Fall machen seine Anmerkungen dazu Lust drauf, wieder mal reinzuhören.
Natürlich ist das Buch keine Biografie der Beatles. Und keine Autobiografie des Autors. Es zeigt schlicht seine persönliche Schnittmenge mit den Jungs aus Liverpool. Nicht mehr und nicht weniger. Noch eine Beatles-Biografie hätte die Welt auch ganz sicher nicht gebraucht. Der Autor schreibt lustig und kurzweilig, natürlich, denn er ist Kabarettist. Und auch Kritik fehlt nicht. So stellt er anhand von immer wieder auftauchenden musikalischen Wiederholungen eines fest: „Die Beatles hatten sich in den sieben Jahren, in denen sie zusammen professionell aufgenommen hatten (1962–1969), auserzählt.“ Und obwohl ich erst 1977 geboren wurde, konnte ich mich in vielem von dem, was er beschreibt wiederfinden, denn mein Vater war ein Beatles-Fan. Allerdings bin ich mit Tonbandgerät statt einer Schneider Kompaktanlage aufgewachsen. So war seine nostalgische Reise in die Jugend irgendwie auch meine und ich bedanke mich fürs Mitnehmen. Von mir 5 Sterne.

Bewertung vom 04.08.2020
Sommer der Wahrheit / Sheridan Grant Bd.1
Neuhaus, Nele

Sommer der Wahrheit / Sheridan Grant Bd.1


sehr gut

Im Jahr 1994 ist Sheridan Grant ein 15jähriges Mädchen, das auf einer Farm in Nebraska lebt. Aufgewachsen als Adoptivkind, geliebt vom Vater, eher gehasst von der Mutter („Du benimmst dich wirklich wie der letzte Abschaum! Ich schäme mich, dass du unseren Namen trägst, du … du … niederträchtiger, schlechter Mensch!“), von einem ihrer vier Brüder schikaniert und gequält. Sie passt mit ihrer Liebe zu Literatur und Musik, ihrer Begeisterung für Bücher und ihren guten Noten nicht wirklich in die Familie und in die Welt aus Farmarbeit und Kirche. „Ich passte so wenig in die Familie Grant wie ein Eisbär in die Wüste.“, konstatiert sie, zudem ist sie das einzige Mädchen neben den vier leiblichen Söhnen ihrer Eltern. Sie pubertiert und rebelliert vor allem gegen die Mutter und dann überschlagen sich die Ereignisse in ihrem Leben. Sie forscht nach ihrer Herkunft, sucht ihre Wurzeln, kämpft mit Widrigkeiten und muss Hindernisse überwinden und findet dabei über Umwege und zahlreiche Liebhaber (oder in ihrem Fall eher Sexualpartner) ihren eigenen Weg ins Leben. Muss sie auch, denn sie stellt nach und nach fest, dass sie sich auf niemanden wirklich verlassen kann.
„Sommer der Wahrheit“ von Nele Neuhaus ist der erste Teil der Trilogie um Sheridan Grant. Es ist in der Hauptsache ein unterhaltsamer Coming-of-Age-Roman über Familiengeheimnisse, manchmal auch tiefgründig, ab und zu nachdenklich machend. Mir ist in Sheridans Entwicklung in Anbetracht ihres Alters definitiv zu viel sexuelle Aktivität verarbeitet, aber vielleicht bin ich da auch zu prüde. Alles in allem überstürzen sich die Ereignisse in ihrem Leben vielleicht auch ein bisschen zu viel und zu heftig, man kann es unrealistisch nennen oder „ein bewegtes Leben“.
Sheridan ist ein sehr interessanter Charakter. Die Mischung aus kindlicher Unbedarftheit und Naivität und ihrer fast promisken Art ist explosiv. Ihr Vater kommt mir sehr unbeholfen und oft hilflos vor, die Hosen in der Beziehung hat definitiv seine Frau an, allerdings lässt er sehenden Auges zu, dass seine Familie zerbricht. Da bedient Nele Neuhaus auch jegliches Klischee der hinterwäldlerischen Farmbewohner, denn die heuchlerische, fast bigotte Mutter, hätte mit ihren Ansichten statt in die 1990er Jahre auch ins vorige Jahrhundert gepasst. Vertrauen, Vertrauensseligkeit, Lügen, falsche Freunde, Einsamkeit und Hoffnung sind zentrale Elemente des Buchs und machen es zu einem runden und gelungenen Werk, in dem Sheridan eine manchmal schmerzvolle Entwicklung durchläuft.
Zwar sind Klischee, Theatralik und Tragik sehr präsent, was ich allerdings einem Unterhaltungsroman nicht ankreiden kann, er erhebt ja nicht den Anspruch, große Literatur zu sein. Und natürlich hat Sheridan zu allen Schicksalsschlägen und Problemen noch ein riesiges musikalisches Talent – natürlich, sonst müsste man ja kein Buch draus machen. Insgesamt geht sehr viel schief und sehr viel sehr glatt, es ist sehr konstruiert und plakativ, aber trotz ein paar Längen und ein paar wirren Windungen nie langweilig sondern packend, manchmal spannend und flott zu lesen. Obwohl ich ein überzeugter Krimi-Leser bin, hat das Buch mich trotz der vielen (manchmal auch sehr konstruierten) Schicksalsschläge gut unterhalten und ich freue mich auf die folgenden Teile. Wer allerdings ein Buch im Stil der Krimis von Nele Neuhaus erwartet, könnte enttäuscht sein. Dieses Buch hat damit nicht einmal stilistisch etwas gemeinsam. Zwar ist die Sprache einfach, das Buch flott und leicht zu lesen, aber die Spannung und die Atmosphäre der Taunus-Krimis fehlen völlig. Von mir aber klare 4 Sterne.

Bewertung vom 04.08.2020
Zeiten des Sturms / Sheridan Grant Bd.3
Neuhaus, Nele

Zeiten des Sturms / Sheridan Grant Bd.3


sehr gut

„Zeiten des Sturms“ heißt der dritte und letzte von Nele Neuhaus‘ Serie um Sheridan Grant. Und stürmisch geht es auch in diesem Buch weiter.
Nach viel Hin und Her in den ersten beiden Büchern (man kann das dritter aber problemlos einzeln lesen, alles Wichtige wird „wiedergekäut“) wähnt sich die inzwischen 21jährige Sheridan endlich am Ziel angekommen: sie hat mit Dr. Paul Sutton einen Mann gefunden, der sie aufrichtig liebt und sie heiraten möchte. Aber, wie schon im zweiten Teil, holt sie auch hier ihre Vergangenheit wieder ein und sie bricht abermals ihre Zelte ab. Um in Nebraska ihrer Familie nahe zu sein und eventuell doch noch ihren Traum, Sängerin zu werden, verwirklichen zu können.
Die Geschichte ist dicht und flott erzählt, die Autorin musste alle Ideen, die sie noch rund um Sheridan und ihre Familie hatte, in diesem Band unterbringen. Manchmal kommt es einem sehr konstruiert vor, sicher war es nicht einfach alle losen Enden und die verschiedenen Handlungsstränge zu einem stimmigen Ende zu verbinden. Sheridan hat sich zwar ein bisschen weiterentwickelt, ist aber immer noch fast so naiv wie im ersten Band, sowohl was ihre Liebesgeschichten, als auch was ihre Karriere als Sängerin betrifft. Einerseits ist sie eine starke junge Frau, andererseits braucht sie immer wieder Rat und Hilfe von anderen, um sich nicht in Dinge zu verstricken, die ihr nicht guttun. Sie findet gute und schlechte Freunde und erweist sich manchmal als eine undankbare, unreife, inzwischen aber über 20jährige, Göre. Freundschaften gehen in die Brüche, es wird geliebt und getrennt – also insgesamt wenig Neues.
In der Hauptsache sind die Charaktere alte Bekannte, sie zeigen sich nur manchmal von einer anderen, unerwarteten Seite. Die Zeitsprünge innerhalb der Geschichte sind manchmal ziemlich groß, was das Buch manchmal wie einen Par-Force-Ritt erscheinen lässt, manchmal wie ein „Abhaken von Ideen und Ereignissen“. Aber der Schluss ist stimmig. Für mich kam er überraschend und ein bisschen abrupt, aber es ist ein stimmiger Abschluss der Trilogie, meiner Meinung nach sollte es keinen vierten Teil geben. Jede weitere Zeile zu dieser Reihe wäre zu viel und vermutlich nur noch abgedroschene Wiederholung.
Sprachlich ist das Buch schlicht, einfach und flott zu lesen. Die Geschichte ist ebenso konstruiert und voller Klischees, mit Ereignissen zugepackt und ein ewiges Hin und Her wie in den anderen beiden Teilen. Aber wer die mochte, mag auch den dritten. Mir ging es auf jeden Fall so. Die Trilogie hat mich bestens unterhalten und mich drei Nächte lang wachgehalten. Im Vergleich zum zweiten Teil finde ich den dritten wieder stärker, dem ersten eher ebenbürtig. Die einzigen Längen für mich waren, wenn die vielen Ereignisse aus den Vorgänger-Bänden wieder aufgewärmt wurden, was aber natürlich wichtig ist, um das Buch auch unabhängig von den anderen lesen zu können. Von mir dafür also klare 4 Sterne.

Bewertung vom 04.08.2020
Straße nach Nirgendwo / Sheridan Grant Bd.2
Neuhaus, Nele

Straße nach Nirgendwo / Sheridan Grant Bd.2


gut

Erst einmal vorab: „Straße nach Nirgendwo“ von Nele Neuhaus ist der zweite Teil der Reihe um Sheridan Grant. Er schließt nahtlos an den ersten Band „Sommer der Wahrheit“ an, kann aber dank der vielen Erklärungen problemlos einzeln gelesen werden.
Der erste Teil hatte mit einem großen Familienstreit geendet, in dessen Folge die inzwischen 17jährige Sheridan die Farm verlassen hat. Aber weit ist sie noch nicht gekommen, als sie alles wieder einholt: ihr gleichaltriger Bruder Esra läuft auf der Farm Amok, erschießt fünf Menschen und verletzt zwei schwer. Er selbst wir ebenfalls erschossen. Obwohl Sheridan nicht einmal zu Hause war, macht sie sich große Vorwürfe und auch in der Berichterstattung der Medien und nach Meinung vieler (allen voran ihrer Mutter) ist sie die wahre Schuldige. Schließlich hat sie alles mit der Suche nach ihrer Identität (im ersten Band) in Gang gesetzt.
Mehr möchte ich zum Inhalt des Buchs gar nicht sagen. Es geht auf jeden Fall spannend weiter, Sheridan ist immer noch auf der Suche nach sich selbst und droht nicht nur einmal, sich komplett zu verlieren. Sie gerät immer wieder an Menschen, die ihr nicht guttun und sie begibt sich dank ihrer nach wie vor naiven und unbedarften Art immer wieder in Gefahr. Und natürlich dürfen auch (toxische) Liebesgeschichten nicht fehlen. Und auch zahlreiche (ziemlich konstruierte) Wirrungen sind neben den vielen Klischees wieder Haupt-Element dieser coming-of-age Geschichte. Es geht wieder um Liebe, Hass, Lügen, Misstrauen, Vertrauen und vor allem (immer noch) um die Suche nach Wurzeln, Wahrheit und Identität.
Anders als im ersten Teil wird dieses Buch in zwei Handlungssträngen erzählt: den von Sheridan in der Ich-Form und den des Polizisten Jordan Blystone in der dritten Person. Die Stränge verknüpfen sich ab und zu, werden dann aber wieder getrennt weitererzählt. Sprachlich war das Buch flott geschrieben und leicht zu lesen. Ein grober Schnitzer ist „Du schuldest Mr Dubois bis heute zweihundertfünfzigtausend Riesen. Und heute ist Zahltag.“ – dabei geht es um 250.000 Dollar, nicht um 250 Millionen, Riesen ist ein Synonym für Tausend, nicht für Dollar.
Die Charaktere sind wie im ersten Teil sehr bunt gemischt, alt, jung, reich, arm, hübsch, weniger hübsch – da hat die Autorin nichts ausgelassen. Mit Sheridan konnte ich allerdings, anders als im ersten Band, nicht mehr wirklich warm werden. Sie hat sich trotz der Schicksalsschläge kaum weiterentwickelt, ist immer noch das promiske und naive Mädchen. Jordan Blystone konnte da mit seiner ruhigen, kompetenten und unvoreingenommenen Art bei mir eher punkten. Dass er die zentrale Figur des zweiten Handlungsstrangs ist, lässt natürlich auch tief blicken.
Alles in allem fand ich das Buch um einiges schwächer als den ersten Teil, aber immer noch als Unterhaltungslektüre hervorragend geeignet. Schon allein wegen der leichten, deskriptiven Sprache und weil man das Buch flott durchlesen kann. Allerdings muss die Autorin sich viel Mühe geben, um nicht von klischeehaft und vom Schicksal gebeutelt ins Seichte und leicht Kitschige abzurutschen. Es ist auf jeden Fall ein unterhaltsames Buch, das aber keinen großen und vor allem keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Von mir 3 Sterne.

Bewertung vom 30.07.2020
Euren Applaus könnt ihr euch sonst wohin stecken
Böhmer, Nina

Euren Applaus könnt ihr euch sonst wohin stecken


gut

„Euren Applaus könnt ihr euch wohin stecken“ ist der erweiterte Wutbrief der Krankenschwester Nina Böhmer. Ihr ursprünglicher Wutbrief erschien bei Facebook, wo sie sich am 23. März 2020 Luft zum Thema „Pflegenotstand“ machte. So weit so gut, so wichtig, so richtig.
Aber in ihrem Buch, das sie in der Zeit der Kurzarbeit schreiben konnte, schießt sie meiner Meinung nach manchmal übers Ziel hinaus und manchmal fehlt das Konzept und der rote Faden. Der Inhalt ist ja reichlich bekannt, bedrückend und macht fassungslos und wütend. Krankenhäuser werden kaputtgespart, Ausrüstung fehlt, die Pflegekräfte sind neben den gesundheitlichen Risiken und der Arbeitsüberlastung auch noch (sexuellen) Belästigungen ausgesetzt. Deutschland hat zu wenige Pflegekräfte und die, die es gibt, werden viel zu schlecht bezahlt, wie viele andere „systemrelevante“ Berufe auch. Und das nicht erst seit Corona. In dem Punkt stimme ich der Autorin vollumfänglich zu und sie hat natürlich auch Recht mit der Aussage, dass Klatschen vom Balkon nicht hilft.
Dass die Verfasserin des Buchs schreibt wie ihr der Schnabel gewachsen ist, kann man schon am Titel erkennen. Das ist einerseits authentisch und vielleicht sogar charmant. Andererseits aber manchmal falsch und ärgerlich, vor allem ihre Wortwahl finde ich einer Krankenschwester nicht würdig. So schreibt sie über „Corona-Hysterie“, Planlosigkeit, „Panikmache“ und die Deutschen an sich als Merkels „Fußvolk“, da klingt sie schon fast wie die Verschwörungstheoretiker, die aktuell ihr Unwesen treiben. Am Anfang des Buchs beschreibt sie die Angst um ihren asthmakranken Freund und stellt sich selbst als leicht hypochondrisch dar, als jemand, der beim leisesten Krankheitszeichen zu kolloidalem Silber oder „Silberwasser“ greift (etwas, das keinen erwiesenen Nutzen hat und selbst von der FDA als „Quacksalberei“ bezeichnet wird). Später schreibt sie plötzlich „Ich hatte keine Angst vor dem Coronavirus. Die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen ebenso wenig.“, schreibt über „Gerede und Getue der Politiker, die immer mehr Maßnahmen verhängten und meine Reise zu Sam gefährdeten“ und für sie war „die Regierung von Angela Merkel eine viel größere Bedrohung als das Virus Covid-19.“ – purer Egoismus in diesem Fall.
„Hysterie und Panik wurden in Berlins Krankenhäusern auf merkwürdige Weise sichtbar. Viele Menschen machten sich wegen des Coronavirus ins Hemd“, „Die Situation nahm beinahe schizophrene Züge an“ – nicht nur, dass sie jeden, der (berechtigte) Angst vor dem Virus hat/te, praktisch als Schisser und Angsthasen angreift, sie verwendet auch noch den Begriff „schizophren“ in diesem Zusammenhang völlig falsch. Sie greift das Robert-Koch-Institut wegen „seltsamer Empfehlungen“ an, sieht sich selbst in ihren Freiheiten eingeschränkt, fragte sich auch, „ob das rigorose Schließen aller Schulen, Kitas, Cafés, Restaurants und kleiner Konzertsäle notwendig war.“ Mit Blick auf die Zahlen, vor allem in den USA, würde ich sagen: ja.
Alles in allem ist das Thema des Buchs unstrittig enorm wichtig und es muss darüber geschrieben werden, es muss diskutiert werden und man muss alle Hebel in Bewegung setzen, dass sich an den Umständen irgendwann mal etwas ändert, vor allem angesichts der Tatsache, dass Versprechen von Seiten der Politik praktisch ständig gebrochen werden (siehe Corona-Bonus für Pflegekräfte). Aber ob ein solches Buch hilft, weiß ich auch nicht. Mir sind in dem Buch zu wenige Fakten und Zahlen, der Rest ist purer Rant. Für das Thema von mir 5 Sterne, für die Umsetzung 1, im Mittel 3.

Bewertung vom 30.07.2020
Die verstummte Frau / Georgia Bd.8
Slaughter, Karin

Die verstummte Frau / Georgia Bd.8


ausgezeichnet

Innerhalb nur eines Jahres hat Karin Slaughter nach „Die letzte Witwe“ mit „Die verstummte Frau“ ein neues Buch, den achten Teil ihrer Georgia-Serie, auf den Markt gebracht. Und für mich hat sie damit wieder einen exzellenten Sarah-Will-Krimi abgeliefert.
Über die Geschichte an sich kann man nicht viel sagen, ohne zu spoilern. Sara Linton arbeitet wieder als Rechtsmedizinerin für das GBI und damit eng mit Will Trent, Faith Mitchell und Amanda Wagner zusammen. Daryl Nesbitt, ein wegen Mordes Verurteilter, bietet den Ermittlern nach einer Gefängnis-Revolte Informationen an. Er selbst sei unschuldig verurteilt worden, der wahre Täter läuft noch frei herum. Und tatsächlich gibt es schlüssige Hinweise darauf, denn es gibt noch weitere Opfer, die ins Schema passen – auch nachdem Nesbitt schon im Gefängnis war.
Verstrickt in diesen acht Jahre alten Justiz-Irrtum ist ausgerechnet Saras vor fünf Jahren ermordeter Ehemann Jeffrey Tolliver und seine verhasste ehemalige Kollegin Lena Adams. Eine Mischung aus aktuellen Fällen und Cold Cases folgt, eine gekonnte Verflechtung von Jetzt und Damals, viel Brutalität und Perversion und ein bisschen Liebe (sowohl die aktuelle Liebesgeschichte zwischen Will Trent und Sara Linton, als auch die Alte Liebesgeschichte zwischen Sara und Jeffrey und die Tatsache, dass sie ihn immer noch vermisst). Außerdem trifft man beim Lesen auf viele alte Bekannte aus den früheren Teilen der Serie.
Sprachlich ist das Buch gewohnt schonungslos und brutal, blutig und aggressiv, meiner Meinung nach aber weniger eklig beschrieben, als in anderen Bänden der Reihe. Die Verflechtung von Vergangenheit und Gegenwart gelingt der Autorin ganz hervorragend, der Spannungsbogen ist konstant hoch, Leerlauf und Langeweile gibt es kaum, höchstens mal kurze „Verschnaufpausen“. Gröbere Übersetzungsfehler fand ich wenige, allerdings ist es der Rang eines Sergeant und nicht der „Rang eines Sergeanten“, denn das bezeichnet etwas anderes, als gemeint ist. Dativ und Genitiv ist auch manchmal nicht ganz so korrekt und ab und zu ist die Sprache ein bisschen holprig, was aber dem Lesegenuss keinen Abbruch tut. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, der Schluss hat mich sehr überrascht, ist aber absolut stimmig. Die Liebesgeschichte ist eine Mischung aus romantisch, verzweifelt, rührend und manchmal tragisch. Obwohl ich ein hartgesottener Krimi-Leser bin, trieb mir der Schluss die Tränen in die Augen, das ist mir zuletzt bei Karin Slaughter passiert, als Jeffrey Tolliver starb. Alle Daumen hoch für dieses Buch und von mir mit 5 Sternen eine ganz klare Lese-Empfehlung.

Bewertung vom 24.07.2020
Broken - Sechs Geschichten
Winslow, Don

Broken - Sechs Geschichten


ausgezeichnet

„Broken“ von Don Winslow ist eine Sammlung aus sechs Kurzgeschichten. Da die Geschichten ziemlich unterschiedlich sind, möchte ich gar nicht auf einzelne Abschnitte eingehen. Jede Geschichte steht für sich, jede ist spannend, die Themen sind vor allem Gewalt, Drogen und Rache. Teils sind sie sehr blutig und brutal geschrieben, nichts für schwache Nerven, aber so müssen Mini-Thriller sein. Und zwischen den Zeilen kann man auch noch die philosophische Frage nach Moral, Ethik, Schuld und der Schlechtigkeit der Welt herauslesen. So schaffen es sogar Thriller, den Leser zum Nachdenken anzuregen.
Die Geschichten sind nicht zuletzt aufgrund ihrer Kürze (die längste ist etwa 90 Seiten lang) sehr dicht und packend geschrieben und flott, oft rasant, manchmal fast abgehackt erzählt. Langeweile kommt nie auf. Ob nun Charaktere aus anderen Büchern von Don Winslow in den Geschichten auftreten, kann ich nicht beurteilen, das Buch war mein erstes (aber sicher nicht mein letztes) des Autors. Sprachlich ist das Buch wie ich es vom Genre erwartet habe: schonungslos, brutal und oft voller Kraftausdrücke.
Für mich war das Buch eine Werkschau des Autors, eine Art Werbung für seine „normalen“ Thriller. Bei mir hat es seine Wirkung nicht verfehlt, ich werde auf jeden Fall weitere Bücher von ihm lesen. Daher von mir eine ganz klare Lese-Empfehlung sowohl für „Neulinge“ als auch für Fans des Autors und 5 Sterne.

Bewertung vom 23.07.2020
Unter den Stollen der Strand
Cohn-Bendit, Daniel

Unter den Stollen der Strand


sehr gut

Als jemand, der 1977 geboren ist, war mir Daniel Cohn-Bendit als Grünen-Politiker und später als Europa-Abgeordneter ein Begriff. Wie Fußball-verrückt er ist, wusste ich nicht. Aber in „Unter den Stollen der Strand. Fußball und Politik – mein Leben“ tobt er sich zu diesem Thema aus. Gekonnt verknüpft er Episoden aus seinem Leben mit Anekdoten aus dem Fußball und Grundsätzen der Politik. Aber das Buch ist keine wirkliche Autobiografie, dafür sind Fußball und Politik zu dominant und sein Leben zu sehr im Hintergrund – und wenn es Geschichten aus seinem Leben gibt, dann haben sie meistens – richtig! – was mit Fußball oder Politik zu tun.
Ganz eindeutig: das eine geht für ihn nicht ohne das andere. Und so ist das Buch teilweise schwierig zu lesen und wirkt etwas konfus. Schwierig deshalb, da er sich nicht wirklich an ein Konzept hält, sondern, wie es manchmal scheint, „von Hölzchen auf Stöckchen“ kommt. Er rennt praktisch durch die Geschichte des Fußballs seit den 1950er Jahren, verknüpft sie mit politischen Ereignissen und ein paar privaten Erlebnissen. Damit schafft er ein sehr dichtes Werk, in dem jeder Satz passt, jedes Wort seine Daseinsberechtigung hat und ich musste es manchmal aus der Hand legen, um durchzuatmen.
Das Buch ist ein bisschen wie ein Fußballspiel: mal rasant, mal überhastet und manchmal muss man den Angriff noch einmal von vorn starten (in meinem Fall: zurückblättern und nachlesen). Nein, in der Hinsicht ist es definitiv keine leichte Lektüre. Und obwohl ich politisch mit Daniel Cohn-Bendit in vielem nicht konform gehe und auch seine Fußball-Leidenschaft bei weitem nicht teile – vieles, was er in seinem Buch an- und ausspricht, spricht mir aus der Seele. Sei es der falsch verstandene Nationalismus und Patriotismus von sogenannten Fußballfans, Korruption, Fanatismus und Faschismus und auch die zunehmende Wichtigkeit des Frauenfußballs – alles hat in dem Buch seinen Platz gefunden. Auch die Tatsache, dass er wegen Jair Bolsonaro mehr und mehr die Freude an Brasilien und dem brasilianischen Fußball verliert („Manchmal frage ich mich, ob »Brasilien, mon amour« für mich langsam zu »Brasilien, je t’aime … moi non plus« wird.“) fehlt nicht.
Sein Hass auf Deutschland scheint sich mit den Jahren abgeschliffen zu haben. Obwohl er seit vielen Jahren in Deutschland lebt, identifiziert er sich aber bis heute nicht mit dem Land. Schuld daran ist vermutlich die Frankfurter Eintracht. „Ich kann Ihnen nur sagen, ob Sie Franzose, Türke, Balkanbewohner, Araber, Afrikaner, Asiate oder sonst was sind – wenn Sie sich drei, vier Spiele in Folge in der Commerzbank-Arena ansehen würden, wären Sie danach für den Rest Ihres Lebens »Frankfurter«.“ Deshalb schlägt er für Sportveranstaltungen im Allgemeinen, Fußballspiele im Besonderen vor, erbitterten Nationalismus und Patriotismus außen vor zu lassen und sich auf eine Art „Fanismus“ zu einigen.
Alles in allem ist das Buch schwer einzuordnen. Es ist keine Autobiografie und kein Sportbuch. Es ist kein politisches Manifest und kein Roman. Es ist irgendwie eine Mischung aus allem möglichen, aber eine gelungene und auch für diejenigen ein Lesevergnügen, die keine Fußballfans oder Vollblutpolitiker sind. Mir persönlich hat das Buch mit seiner Begeisterung und auch seinen Ansichten einen neuen Zugang sowohl zum Fußball als auch zur Politik eröffnet. Sprachlich ist es, wie man es von Daniel Cohn-Bendit kennt: ausschweifend, manchmal ein bisschen hektisch, aber präzise und mit treffender Wortwahl formuliert („ Fundamentalismus ist, ob religiös, nationalistisch, laizistisch oder ökologisch, Quatsch mit Soße.“). Man könnte auch sagen, es ist manchmal so unbequem wie er selbst. Manche Wortwahl ist allerding sehr „gehoben“, wie zum Beispiel das Wort „nachgerade“, das ich in dem Zusammenhang noch nicht einmal kannte. Auch wenn der „Unterhaltungswert“ sich für mich teilweise wegen des vielen Hintergrundwissens zum Fußball in Grenzen hielt – für Sprache und Aussage von mir 4 Sterne.

Bewertung vom 23.07.2020
Bornholmer Schatten
Peters, Katharina

Bornholmer Schatten


sehr gut

Als ausgerechnet ihr erster Fall in Rostock schiefgeht, zieht sich Kommissarin Sarah Pirohl auf die dänische Insel Bornholm zurück. Aber der Fall ist noch nicht aufgeklärt, denn obwohl ihr damaliger Hauptverdächtiger tot ist, passiert ein sehr ähnlicher Mord, weitere folgen. Und so holen Sarah auch in der Insel-Idylle die Geschehnisse wieder ein, nicht zuletzt, weil ihr ehemaliger Kollege Henrik Buchner und die BKA-Ermittlerin Hannah Jakob überzeugt sind, dass die Taten etwas mit ihr zu tun haben. Nach und nach stellt sich heraus: das zwischen Sarah und dem Täter ist etwas Persönliches. Und was haben ihr Vater, seine Anwaltskanzlei und die Staatsanwältin Yvonne Beyer mit alldem zu tun?
„Bornholmer Schatten“ ist der Auftakt zu einer „Sara Pirohl ermittelt“-Serie von Katharina Peters. Und dieser Auftakt ist ihr meiner Meinung nach durchaus gelungen. Nachdem ich von der Autorin bereits „Fischermord“ gelesen habe (die Hauptfigur ist da die Kommissarin Romy Beccare), hatte ich eine Ahnung, was mich mit dem Buch erwartete. Hintergründige Spannung, gut ausgearbeitete Charaktere und ein Hauch Liebe – also schlicht ein handwerklich guter Krimi. Dass die Autorin zum Beispiel mit Hannah Jakob Figuren aus anderen Serien in diesem Krimi übernommen hat, ist für Kenner sicher ein interessanter Aspekt, für mich als Neuling spielt das kaum eine Rolle. Alles nötige Hintergrundwissen wird vermittelt, Verständnisprobleme gibt es keine.
Die Autorin verknüpft mehrere Elemente sehr gekonnt miteinander: Rechtsextremismus, Parteispenden, Morde, Familie und natürlich darf eine Liebesgeschichte nicht fehlen. Alles in allem ist das Buch eher hintergründig spannend, es gibt einige Leichen und viel Gewalt. Die Charaktere sind bodenständig beschrieben, vor allem der dänische Journalist Frederik Thomsen, Sarahs Kollege Henrik und die Ermittlerin Hannah Jakob konnten meine Sympathie sehr schnell gewinnen. Sarah selbst kommt eher ein bisschen spröde daher, voller Selbstzweifel und Unsicherheit – nicht unsympathisch, aber ich brauchte eine Weile, um mit ihr warm zu werden.
Sprachlich ist das Buch gewohnt flüssig geschrieben und flott zu lesen. Der einzige wirklich auffällige Fehler ist die Tatsache, dass in der Buchbeschreibung Sara ohne „h“ geschrieben wurde, das ganze Buch über dann aber mit. Dankenswerterweise verzichtet die Autorin auf übermäßige Kraftausdrücke und Schimpfwörter. Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, die Autorin verzettelt sich ein bisschen zwischen den Schauplätzen und den Charakteren, gegen Ende schafft sie es aber, alle losen Enden zu verknüpfen und alles nach einigen Irrwegen und falschen Fährten schlüssig und zufriedenstellend aufzulösen. Vor allem gegen Ende nimmt das Buch enorm Fahrt auf, wird so spannend, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich endlich wusste, was tatsächlich hinter allem steckt.
Zufriedenstellend ist daher auch mein Gesamturteil für das Buch, solide 4 Sterne für einen soliden, gut konzipierten Krimi mit sehr guten Ideen zu einem (leider) sehr aktuellen Thema. Macht Spaß zu lesen und Lust auf mehr.

Bewertung vom 20.07.2020
Die Organisation des Terrors - Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1943-1945

Die Organisation des Terrors - Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1943-1945


ausgezeichnet

Mit „Die Organisation des Terrors - Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1943-1945“ hat der Historiker Dr. Matthias Uhl zusammen mit seinen Kollegen Thomas Pruschwitz, Martin Holler, Jean-Luc Leleu und Dieter Pohl unglaubliches geschafft. Er hat den lange verschollen geglaubten Terminkalender von SS-Chef Heinrich Himmler aufbereitet, „entschlüsselt“ und der Leserschaft zugänglich gemacht. Grundlage für die Edition bilden die überlieferten Terminblätter des Dienstkalenders aus dem Zentralarchiv des russischen Verteidigungsministeriums, dazu kamen sein Tischkalender und seine handschriftlichen Telefonnotizen. Das war in mehrerlei Hinsicht kein einfaches Unterfangen, denn zum einen schrieb Himmler in einer Art „Geheimschrift“, einer Mischung aus Sütterlin und lateinischer Schreibschrift, zudem galt es Abkürzungen und Zeichen zu entschlüsseln. Und dazu dann noch der Inhalt der Kalender aus der Zeit zwischen dem 1.1.1943 und dem 15.3.1945. Absolut keine leichte Kost.
Denn in diesen 26,5 Monaten skizziert Himmler nahezu lückenlos überliefert und in mageren Worten Triviales aus seinem Leben neben Aufzeichnungen zu Krieg und Holocaust. Nur für sechs Tage gibt es in dieser Zeit keine Einträge. „Telefonat mit Mami und Püppi“ (mit seiner Frau und seiner Tochter) finden sich da neben Frisör- und Massageterminen und Ausflügen zu seiner „Zweitfamilie“ nach Mecklenburg (er hatte mit seiner ehemaligen Sekretärin zwei uneheliche Kinder) auch Besprechungen zur Vernichtung der Juden und Termine zu Besuchen in Konzentrationslagern (wie beispielsweise am 12. Februar 1942 in Sobibor) sind vermerkt. Wie penibel der Kalender geführt wurde, zeigt, wie pedantisch Himmler als Mensch war. Und ebenso akkurat durchgeplant wie seine Tage, so sollte auch Völkermord vonstattengehen. Er war einerseits der große Strippenzieher hinter dem Schreibtisch, besuchte und besichtigte aber auch die Stätten der Gräueltaten.
Die Aufarbeitung der Kalender war eine enorme wissenschaftliche Leistung. Dass dabei kein Roman herauskommen kann, war von vornherein klar. Das Buch ist ein verstörendes Dokument. So viel Gewalt, Leid und Menschenverachtung in so mageren Worten. Dazwischen die Einordnung der Autoren/Herausgeber. Das Buch kann man nicht einfach so lesen. Man muss immer wieder Pausen machen, eventuell das eine oder andere auch selbst noch recherchieren, um die politisch-zeitliche Einordnung nachzuvollziehen. Damit wird es zu einer gelungenen Mischung aus Sach-, Fach- und Geschichtsbuch und eine Grundlage für weiterführende Lektüre. Ein Buch, das betroffen, nachdenklich, vielleicht auch wütend macht. Von mir eine ganz klare Lese-Empfehlung für historisch interessierte Leser, die sich eventuell für besseres Verständnis gerne auch über das vorliegende Buch hinaus weiter in das Thema einarbeiten wollen. 5 Sterne.