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Benutzername: NiliBine70
Wohnort: Duisburg
Über mich:
Danksagungen: 71 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 183 Bewertungen
Bewertung vom 18.03.2018
Unter pechschwarzen Sternen
Krantz, Gereon

Unter pechschwarzen Sternen


sehr gut

Inhalt:
In Berlin geht offenbar ein grausamer Serienkiller um, der Freude daran hat, Frauen bestialisch unter Folter zu ermorden und danach dann fast schon künstlerisch zu inszinieren. Ob es sich nun um einen Geisteskranken oder einen Ritualmörder oder was auch immer handelt, sollen Harder und Vogt herausfinden. Die beiden stehen sich aber erst einmal gegenseitig mehr im Weg. Harder, der Schimanski-esk gerne mal buchstäblich Russisch Roulette spielt und Vogt, die schon sehr spießig anmutende, intelligente und ehrgeizige Kollegin, die kein gutes Haar an ihrem Partner lässt.

Viele Lösungswege tun sich auf, doch welcher ist der richtige. Das müssen die beiden schnellstens herausfinden, denn offenbar tickt für die weibliche Bevölkerung in Berlin eine Zeitbombe. Wann schlägt der Killer wieder zu...

Meine Meinung:

Debüt mit Schimanski-Note

Man möge mir den Vergleich verzeihen, aber es gab nun einmal Stellen in der Geschichte, da war ich sofort an unseren Duisburger Kult-Kommissar erinnert! Ob gewollt oder doch nicht, kann ich von hier aus nicht beurteilen, aber auch wenn ich Schimanski ansich sehr liebe, für mich war es in der Geschichte hier einfach too much, zu klischeehaft. Zumindest bis zur Hälfte des Buches.

Bis dahin hat es mich etwas gehemmt, genervt fast schon, und ich dachte etliche Male „Bitte, lass gut sein!“. Irgendwann wie gesagt zur Mitte hin wars dann auch wirklich besser und ab dem Zeitpunkt hat es mich in die Geschichte reingesogen.

Gelockt hat mich allerdings zunächst mal das Cover mit der Kurzbeschreibung. Meine Güte, das klang so nach einem „Muss ich lesen“, das war schon nicht mehr feierlich ;-) Und deswegen freute ich mich auch wirklich sehr, dass ich für Spread & Read mal wieder einen Titel lesen durfte und dann auch noch so einen!

Der Bezug zum Cover findet sich eigentlich recht flott in der Geschichte, denn so einen Widderkopf hat die erste Leiche auf ihren Schultern, als sie gefunden wird. Gruselig, ekelig, mich aber in seinen Bann ziehend ;-) Wie immer, so was krankes reizt mich!

Und wenn man mal von den wie gesagt erst mal sehr nervigen Eskapaden von Harder absieht und erst recht von dem Geplänkel zwischen Vogt und ihm, dann wird die Spurensuche, das Ermitteln ein echter Spaß! Genau mein Ding! Und als dann Harder endlich zeigen konnte, was er wirklich drauf hat, da wurde es wirklich richtig richtig gut!

Neben Harder und Vogt, den beiden ermittelnden Hauptfiguren, gibt es natürlich noch andere Figuren. Diese sind sehr gut dargestellt, man sieht sich direkt vor sich. Genau wie die Locations in Berlin. Sowas macht ja was mit dem Leser, wenn man die Örtlichkeiten im Kopfkino wirklich vor sich sieht. Wenn das man nicht die halbe Miete ist :)

Mir hat auch der Stil des Autors sehr gefallen. Es lässt sich alles leicht lesen, man gerät nicht unnötig ins Stocken durch ellenlange Sätze und der Spannungsbogen wird konitnuierlich bis zum Nervenzerreißen aufgebaut. Das lässt wirklich hoffen. Denn wie ich erfahren habe, wird es noch weitergehen mit Harder und Vogt :) Und ganz klar, da bin ich denn auch sicherlich wieder mit dabei!

Fazit:
Ein super erdachter Thriller mit leichten Startschwierigkeiten, der aber dann doch seinen unwiderstehlichen Sog entwickelt!

Bewertung:

4 von 5 Nilpferden

Danke an Spread & Read und Pro Talk Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung vom 21.01.2018
Goldkap
Doh, Rainer

Goldkap


gut

Inhalt:
In Nordnorwegen, 300 km hinter dem Polarkreis, zeigt sich unerwartet schönstes Sommerwetter, welches eigentlich die Laune hebt. Doch dann taucht eine Wasserleiche auf und zerstört Kommissar Arne Jakobson die Sommerlaune gewaltig. Als Mörder des deutschen Hobby-Archäologen kommen einige in Frage. Doch die Gerüchte um einen riesigen Goldschatz der Wehrmacht, der in einem Bunker liegen soll, richten das Augenmerk auf einen ganz anderen Kreis.

Doch dann verändert ein weiterer Mord alles.

Meine Meinung:

Gold oder nicht Gold, das ist hier die Frage!

Die Kurzbeschreibung hatte mich gleich angesprochen und ich freute mich deswegen sehr, dass ich für Spread & Read diesen 2. Teil der Krimi-Reihe lesen durfte.

Die Ansiedlung in Norwegen fand ich sehr ansprechend, weil ich finde, dass das nordische Setting sehr viel für Krimis/Thriller tut. Die Stimmung ist gleich „duster“, man hat direkt Bilder vor Augen. Auch wenn bei „Goldkap“ bei der eigentlichen Geschichte ja Sommer ist ;-) Trotzdem, ich finde es immer sehr vorteilhaft, wenn man im Kopfkino gleich passende, sprechende Bilder vor Augen hat.

Auch hat mich die Tatsache, dass ein Wehrmachts-Schatz eine Rolle spielen sollte, sehr angesprochen und gelockt. Ich fand zudem, dass das Cover dazu wirklich sehr gut passt. Diese reduzierten Farben haben mich ein Stück weit an anchcolorierte Filmaufnahmen aus den Kriegsjahren erinnert.

Der Einstieg mit der Vorgeschichte in der Vergangenheit, dem Konvoi der Wehrmacht, der verunglückt und dann der Sprung wieder in die Gegenwart war schon recht gut, doch irgendwo litt dann die Spannung darunter. Vielleicht, wenn es kürzer, nicht so ausschweifend gewesen wäre, hätte mich das alles mehr erreicht, genau wie hinterher die Entwicklungen. So muss ich leider sagen, dass ich streckenweise überlegt habe, höre ich auf, doch das wäre dann doch nicht fair gewesen.

Allerdings muss ich schon sagen, dass dem Autor seine Kenntnis des Nordens hilft, denn so kann er den Leser sehr wohl mitnehmen nach Tromso und in die Umgebung

Ich kann jetzt auch nicht beurteilen, ob mir vielleicht das Vorwissen aus „Mordkap“ weitergeholfen hätte oder ich dadurch einen besseren Zugang gehabt hätte.

So jedoch bin ich nicht richtig warm geworden mit Arne und Amelie und der Geschichte.

Fazit:
Auch wenn mich die Geschichte jetzt nicht so erreicht hat, denke ich, dass für Fans des Nordens und der Krimis, die in dieser Region spielen, „Goldkap“ein unterhaltsamer Krimi ist.

Bewertung vom 21.01.2018
The Woman in Cabin 10
Ware, Ruth

The Woman in Cabin 10


ausgezeichnet

Inhalt:
Laura, genannt „Lo“ Blacklock, ihres Zeichens Journalistin mit dem Willen zum Karrieresprung glaubt sich am Ziel ihrer Träume. Sie soll ihre Chefin auf einer Luxuskreuzfahrt vertreten. Der Zufall will es, dass ihr Ex-Freund Ben ebenfalls mit von der Partie ist. Jedoch ist das nur ein unangenehmer Aspekt der ganzen Reise. Am ersten Abend auf See glaubt Lo, dass in der Kabine neben ihrer, in Kabine 10, eine Frau ermordet und über Bord geworfen wurde. Doch als sie gemeinsam mit dem von ihr alarmierten Sicherheitsoffizier nach Spuren in eben jener Kabine sucht, ist nichts auffindbar. Auch nicht die Frau, die Lo dort angetroffen hat, als sie dort klopfte.

Niemand glaubt Lo und alles deutet immer mehr darauf hin, dass sie unter Alkohol- und Tabletteneinfluss halluziniert. Doch Lo selbst ist weiterhin felsenfest davon überzeugt, dass in Kabine 10 nicht alles mit rechten Dingen zugeht und etwas vor ihr verborgen werden soll. Nichts ahnend, in welches Wespennest sie mit ihrer Neugier sticht...

Meine Meinung:

Tödliches Schauspiel

Das erste, was ich dachte, als ich das Cover von „Woman in Cabin 10“ sah war, das kommt mir so verflucht bekannt vor ;-) Naja, ein Bullauge ist halt ein Bullauge... Aber es passt schon zur Geschichte. Nur warum man einen englischen Titel gewählt hat und nicht die Übersetzung, das würde mich noch interessieren. „Die Frau in Kabine 10“ wäre doch kein schlechter Titel...

Naja, auf die Entwicklung in der Geschichte war ich schon sehr gespannt, nachdem die Kurzbeschreibung schon sehr interessant klang. Und ich wurde auch nicht enttäuscht.

Sehr plakativ wird der Leser mit auf die Aurora Borealis, das Luxuskreuzfahrtschiff, mitgenommen. Man sieht den Kristalllüster, man sieht das Holz und bekommt ein Feeling für das ganze luxuriöse Ambiente.

Und genauso wird einem Lo, die Hauptfigur, vor Augen geführt. Ihre Labilität, ihre Träume und auch ihre Fehler. Sie ist keine Superheldin, keine geborene Ermittlerin, die dank Kommissar Zufall auf einen mysteriösen Mordfall stößt. Ehe sie sichs versieht, steckt sie mitten in etwas, womit weder sei noch der Leser rechnet.

Die Tatsache, dass sich alles auf hoher See abspielt, die Internet- und Handyverbindung nicht zu funktionieren scheint, macht spnannungsmäßig was mit dem Leser. Die Ausweglosigkeit, die Gefahr, man spürt sie fast körperlich und ist somit mitten drin im Geschehen.

Zwischendurch glaubte ich, genau zu wissen, was vor sich ging und wer der oder die Bösen sind. Doch ich wurde eines Besseren belehrt und mir blieb dann auch mal der Mund offen. Also alles in allem wurde ich gut und spannend unterhalten.

Mir gefiel auch, dass Ruth Ware nicht auf das Schema des ersten Buches, „Im dunklen dunklen Wald“ gesetzt hat, sondern wirklich eine ganz andere Richtung eingeschlagen hat. Da merkt man dann als Leser, dass sie mehr kann, als einen erfolgreichen Titel rausbringen! Bleibt zu hoffen, dass noch mehr so spannendes aus ihrer Feder für uns noch in Zukunft erscheint.

Fazit:
Ein gut ausgeklügelter, spannender Thriller auf hoher See, der ohne viel Blut und detailierte Schockszenen auskommt.

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Danke an dtv für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung vom 21.01.2018
Die Bücherkatze
Berberich, Eva

Die Bücherkatze


ausgezeichnet

Inhalt:
Geschichten über Katzen... wer weiß sie als Katzenfreund nicht zu erzählen, oder hat nicht schon unzählige gehört, gelesen. An einem Ort so viele unterschiedliche Betrachtungsweisen der Samtpfoten versammelt zu finden, ist mitreißend, berührend, manchmal nachdenklich stimmend und ja, auch schon mal etwas melancholisch. Katzen, die der Geschichte Geschichte eingehaucht haben, ob nun ersonnen oder tatsächlich, sie alle haben ihren Pfotenabdruck hinterlassen und selbst am Himmel findet man sie. Also hereinspaziert in eine Welt „von Menschen, Katzen und Büchern“.

Meine Meinung:

Liebevoll zusammengestellte Hommage an unsere Samtpfoten

Eine Anthologie über Katzen, wie sollte ich da widerstehen?!! Und dann werden auch noch gleich zwei meiner großen Lieben meines Lebens im Titel vereint, Bücher und Katzen... Danke Frau Berberich, mehr Köder auslegen mussten Sie wirklich nicht :)

Das Cover ist ganz zauberhaft, diese kleine schwarze Schönheit vor diesem Traum von einem Bücherregal und wie sie da auf dem aufgeschlagenen Buch liegt... Herrlich! Ein gelungenes Cover für dieses Buch.

Und dann ging sie los, meine Reise durch diese schönen, traurigen, humorvollen, melancholischen, nachdenklich machenden Katzengeschichten. Man verliert sich schnell darin, spürt das samtige Fell der pelzigen Schönheiten und ist als Katzenmensch eigentlich genau richtig.

Die Geschichten werden von Zeichnungen eingeleitet, die auch schon mal einen Blick mehr wert sind.

Ich möchte wirklich nicht zu viel über die Geschichten sagen, die sich in dem Buch finden, das wäre unfair und nimmt zu viel weg. Einen klitzekleinen Einblick in zwei Geschichten hatte ich ja im Rahmen unserer Blogtour zu dem Buch schon gewährt (klick), aber mehr folgt nun nicht.

Ich kann nur sagen, lesen und sich bezaubern lassen! Und vielleicht passiert Euch ja dann das gleiche, wie hier, unser Wallee-Kater hat sich ganz leise angeschlichen und sich in meine Kniekehle gelegt. Er war zufrieden, dass ich ein Katzenbuch gelesen habe :) Vielleicht hat er es aber auch heimlich vor mir gelesen, wer weiß das schon...

Fazit:
Für Katzenfans und Liebhaber poetischer Geschichten über Katzen.

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Danke an dtv. für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung vom 14.12.2017
Nur ein Wort
Talberg, Christina

Nur ein Wort


sehr gut

Inhalt:
Die chaotische Anna ist auf dem Sprung nach Buenos Aires, wo sie eine Feldstudie über ein Art alternatives Kloster für Mönche, Nonnen und Priester und ihre Geliebten schreiben will. Und somit wohl auch vor einem Leben zu fliehen, in dem es bisher noch keine richtige Liebe für sie gab. Bisher hat sie sich mit Männern wohl eingelassen, aber Liebe hat sie dabei nicht verspürt. Und ausgerechnet ihr läuft nun Pedro, ein aus Kolumbien geflohener katholischer Pfarrer über den Weg und er schlägt bei beiden ein, der Blitz der Liebe.

Und beide Seiten wehren sich gegen eine Liebe, die nach den heutigen Moralvorstellungen nicht sein darf.

Meine Meinung:

Alles hätte so schön sein können

Ich lasse mich wirklich auf mal ganz andere Bücher ein. Bin auch sehr neugierig gewesen, was mich hier hinter diesem schlichten und doch so sprechenden Cover verbirgt. Auch der Titel ist gut gewählt. Denn Liebe ist ja auch nur ein Wort...

Zu Beginn ist alles sehr chaotisch, wie die Hauptfigur, Anna, selbst auch. Sehr wuselig, wie sie Pedro kennen lernt, die ganze Familie Annas scheint ein einziger wuseliger Haufen zu sein, schon immer. Das hat mich schon schmunzeln lassen, aber ist leider auch sehr im Vordergrund geblieben. Manchmal kann diese Selbstironie, die Anna an den Tag legt, bei Protagonisten sehr sympathisch sein, aber hier hat es mich einfach gestört, um mich wirklich auf die Geschichte so richtig einlassen zu können.

Und noch etwas hat mich gestört und die Stirn runzeln lassen. Die Texte der Salsa-Musik mögen schön oder melancholisch sein, nur sorry, ich versteh sie nicht! Entweder wäre da eine Übersetzung als Fußnote schön gewesen oder gleich im Text. Ich gestehe, da war ich schon ganz schnell versucht, das Buch gleich wieder zuzuklappen, weil ich dachte, wenn das so weitergeht, dann werde ich jedes Mal aus dem Lesefluss rausgerissen. Ja, ich fühlte mich so ein Stück weit auch ausgeschlossen, weil ich außen vor blieb, was die Bedeutung der Textstellen anging. Nicht schön, wenn man doch eigentlich in ein Buch eintauchen möchte.

Die Liebesgeschichte zwischen Anna und Pedro ist schon sehr schön und aufregend streckenweise erdacht, aber irgendwie hätte da auch noch mehr gehen können. Für meine Begriffe zumindest.

Aber generell finde ich es gut, wenn so eine Geschichte überhaupt erzählt wird. Es wird ja doch noch immer tabuisiert, dass gerade katholische Geistliche oder Nonnen auch Gefühle haben können, sich verlieben. Und so ein Roman wie „Nur ein Wort“ könnte ein Vorbote sein, wenn nur die richtigen Leute ihn auch lesen und vielleicht erkennen, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind und Veränderungen gesund sind und nicht den Untergang des Abendlandes bedeuten müssen ;-)

Insofern hat die Autorin gut daran getan, kein „0/8/15“-Setting zu nehmen, sondern rund umd das Thema Zölibat, politische Verfolgung und das dann in der Stadt der Liebe anzusiedeln.

Das große Highlight war die Story für mich dann am Ende zwar nicht, aber ich fand es gut zu lesen und bin eigentlich schon gespannt, was die Autorin als nächstes präsentieren mag!

Fazit:
Die Liebe fällt da hin, wo sie will... das zeigt dieser Roman sehr deutlich, wenn auch mit kleinen Schwächen.

Bewertung:

4 von 5 Nilpferden

Danke an Pro Talk und Spread & Read für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Bewertung vom 27.11.2017
Tausend Teufel / Max Heller Bd.2
Goldammer, Frank

Tausend Teufel / Max Heller Bd.2


ausgezeichnet

Meine Meinung:
Wer ist frei von Schuld
Ein zweiter Fall für Max Heller, wie sehr habe ich drauf hingefiebert! Es war schon ein tolles Gefühl, das Buch mit der gleichen Haptik wie den Angstmann in Händen zu halten. Allein dieses Gefühl verursachte eine ungeheure Vorfreude! Was würde den Leser erwarten, was muss Max Heller diesmal sehen, hören, erleben… Aufregung!

Und dann ging es los. Eine Leiche, ein abgetrennter Kopf in einem Rucksack! Bämm! Das war ein Einstieg, der einem gleich mal etwas die Luft nimmt und Herzklopfen beschert. Ich hatte zumindest damit nicht so in der Ausprägung gerechnet. Und am liebsten hätte ich in einem Rutsch durchgelesen, weil es nämlich genauso mitreißend und herzklopfenverursachend weiter geht!

Keine Chance, ich verrate jetzt natürlich nicht, was alles passiert, aber es geht schon sehr rasant zu. Und brutal.

Irgendwann fing ich an zu grübeln. Klar, Nachkriegszeit heißt ja nicht, dass alle sich jetzt lieb haben! Ich musste umdenken. Die Menschen hatten viel verloren, nicht nur Angehörige, nein, auch oftmals wirklich buchstäblich alles, Haus und ihr ganzes Hab und Gut. Da ist es doch nur verständlich, dass sich irgendwo Leute wieder was beschaffen wollen. Und kriminelle Energie gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Wenn man das einmal verinnerlicht hat, versteht man auch ganz schnell das Dilemma von Max Heller selbst.

Er hat seine Prinzipien, was ich total klasse finde, was auch ihn so ausmacht, ihn so sympathisch macht. Aber er hat auch einen Auftrag, einen Job zu erledigen, Verantwortung, für seine Frau, für seinen Kollegen, für die Menschen. Schwierig, da nicht schwach zu werden!

Erneut gelingt es Frank Goldammer auch mich zu überzeugen, wo ich eigentlich Krimis und Thriller lieber lese, die in der Gegenwart spielen. Aber wie er es schafft, einen mit einem Fingerschnipp mit in die Zeit zu nehmen und dort auch zu halten, das ist schon echt große Kunst. Nicht eine Sekunde spürt man den oftmals doch bei Storys, die in dem Zweite-Weltkrieg-Setting spielen, verwendeten erhobenen Zeigefinger. Das ist das große Geheimnis. Und doch kann man sehr gut die Brisanz spüren, die Nöte, die Ängste der Menschen zu der Zeit. Gleichzeitig ist da wieder der Krimnalfall, der dieses Mal doch recht heftig anmutet, geschickt verwoben mit der Geschichte der Zeit. Einfach nur toll zu lesen!

Die Superlative gehen einem irgendwann aus und wahrscheinlich denken viele auch, ja klar, erzähl Du mal… Wenn Ihr mir nicht glaubt, lest die „Tausend Teufel“ und danach sprechen wir uns wieder

Bewertung vom 28.09.2017
NAZI-ALLERGIE
Kaindl, Marianne

NAZI-ALLERGIE


ausgezeichnet

Inhalt:

Gerade noch hat Stefan, der menschliche Lebensgefährte an Frauchens Seite, mit Davide zusammengesessen und kurz darauf liegt dieser sterbend auf der Straße. Angeblich ein tragischer Unfall. Doch wieso lächelt die Frau, die den Unfall verursacht hat, auf einmal so komisch böse, als keiner hinschaut? Coco riecht förmlich, dass hier nicht alles mit richtigen Dingen zugeht! Und was sind das überhaupt für merkwürdige, hasserfüllte Strömungen, die sie da wahrnimmt?

Für die kleine, schlaue Ermittler-Katze ist schnell klar, hier liegt ein Mord vor, das war kein Unfall! Und auch klar: das Team der Ermittlerkatzen muss da eingreifen!!

Auch im dritten Fall der Coco-Katzenkrimis sind die Stars die Katzen. Doch dieses Mal wartet eine viel größere, weitreichendere Gefahr auf sie, die sich nicht einfach wegschnurren lässt...

Meine Meinung:

Es geht uns alle an!

Ich glaube, der Titel des Buches "Nazi-Allergie" weist einem schon den Weg, welche Thematik im dritten Coco-Katzenkrimi angepackt wird. Und das gefiel mir von Anfang an. Hier wird nichts weichgespült, eher sehr deutlich an- und ausgesprochen! Das können Katzen. Sie sind direkt, scheuen nicht die Konfrontation. Deswegen muss man sich hier schon gefasst machen, es wird kein Heitutei-haha-wie-lustig-Büchlein. Es geht um ein Thema, was uns gerade in den letzten Tagen wieder sehr beschäftigt und den Kopf schütteln lässt.

Doch fangen wir mal beim Cover an. Es ist auch hier ein etwas anderer Weg beschritten worden. Das Rot, die Katzen auf den Ästen...ich habe mich sofort darin verliebt! Und auch wie in den anderen Teilen finden sich hier zum Abschluss eines jeden Kapitels immer kleine, wirklich ganz zauberhafte Katzenzeichnungen, die einem -auch bei diesem brisanten Thema- das Herz als Katzenmensch aufgehen lassen.

Der Einstieg geschieht dann wieder ganz leicht, man liest liebgewonnene Figuren wieder, öffnet sein Herz. Und dann geschieht das Verbrechen und es kommen eigentlich noch etliche dazu, wenn man genau hinliest! Der braune Sumpf macht vor Katzen-Krimis nicht halt. Logisch! Das ist unsere Welt, vor der können wir uns nicht verschließen... Doch es macht einen irgendwie noch mal betroffener, wenn man hier, in dieser kätzischen Welt, auf einmal den völlig idiotischen und völlig widersinnigen Parolen begegnet, Personen, die man schon beim ersten Ansehen auch in der Realität nicht ein Körnchen Sympathie entgegenbringen kann.

So ging es mir und ich habe teilweise mit Zornesfalten auf der Stirn gelesen (sagt mein Mann!), weil ich am liebsten eingegriffen hätte, die Katzen unterstützt hätte, wenn ich nur könnte, auch mal jemandem eine eine Signatur auf der Wange mit den Krallen hinterlassen wollte, der so einen Blödsinn von sich gibt...

Doch keine Angst! Cocos Scharfsinn, Goldies Planungsfähigkeiten und all die anderen, talentierten Katzen haben auch natürlich ihre Auftritte und zeigen uns, was sie können. Aber sie können so viel mehr! Und das kommt hier auch ganz besonders zum Tragen! Die Vielfalt machts, egal, woher Du kommst, was Du machst, ob Streuner oder Rasse, Du wirst für Dein Dir eigenes Wesen geliebt und akzeptiert. Eine wundervolle Kernaussage, die wir uns alle auf die Fahnen schreiben sollten! Also wieder mal: Die Katzen machen uns vor, wie es geht :)

Es geht gewohnt kätzisch bei aller Dramatik zu, es wird gefeiert (jaaa, auch Pauli, die Blogkatze von "Lesende Samtpfote war mit dabei!!!) geliebt, geeifersüchtelt... und in gewohnter Manier durch den Fall und alles Schlimme geleitet. Von daher ein toller 3. Teil, mit einer besonderen Botschaft und von daher besonders lesenswert und wertvoll! Auf dass noch mehr Fälle folgen mögen!

Fazit:

Ein besonderer, zum Nachdenken (hoffentlich!) anregender 3. Coco-Katzenkrimi, den ich allen Katzenmenschen und Krimifreunden ans Herz legen möchte!

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Bewertung vom 24.09.2017
Das Vermächtnis des Hypnotiseurs
Kaindl, Marianne

Das Vermächtnis des Hypnotiseurs


ausgezeichnet

Inhalt:

Ein oppulentes Fest, gestaltet wie ein Ball im venezianischen Karneval, bildet einen schönen Rahmen. Und dann stirbt die Gastgeberin! Was zunächst nach einem lupenreinen Selbstmord aussieht, bedingt durch einen uralten Fluch, mit einer Legende verbunden, entpuppt sich denn doch zu einem aufregenden, interessanten Fall für die Krimikatzen rund um Coco.

Meine Meinung:

Ein alter Fluch und Hypnose

Ich hatte mich wirklich sehr auf den 2. Band rund um Coco und ihre Krimikatzenbande gefreut. Und was soll ich sagen, ich bin noch begeisterter, wie schon vom ersten Teil :)

Allein der Beginn mit diesem Fest im Stil eines Maskenballs zum venezianischen Karneval, ein tolles Setting, bei dem einfach irgendwas passieren MUSS! Und das tut es dann ja auch. Und wie ich finde, ein „tolles“ Verbrechen, mit dem die cleveren und mit allen Wassern gewaschenen Krimikatzen sich da beschäftigen!

Man sagt ja schon mal so leicht hin, dass unsere Samtpfoten uns hypnotisieren wollen, wenn sie so vor einem sitzen, einen niederstarren zu scheinen. Vielleicht wollen sie uns da tatsächlich zu irgendwas kriegen. Oder uns auch einfach so nur was sagen. Auf alle Fälle seh ich mich in dieser Story sehr bestätigt :) Katzen sind nicht nur die besseren Ermittler, nein, sie sind auch ganz großartige Hypnotiseure!

Wie auch schon im ersten Fall kommen hier die ganz unterschiedlichen Talente der einzelnen Miezen zum tragen. Sie haben alle ihre Aufgabe beim Lösen des Falls und zeigens gemeinsam den Zweibeinern wieder so richtig. Mir macht das wirklich Spaß!

Ein bisschen was lernen tut man denn auch noch ganz nebenbei und fast, ohne dass mans merkt ;-) Oder wusstet Ihr, woher der englische Begriff „to mesmerize“ stammt? Nein? Seht Ihr, ich habe mir auch nie Gedanken darüber gemacht. Aber jetzt weiß ichs :)

Die süße Coco und ihre ganze Rasselbande, samt ihren unzähligen Geburtstagsgästen (ja, eine richtig tolle Party gibt’s auch noch!), ihren süßen Kindern sind mir ziemlich ans Herz gewachsen und ich wünschte, ich könnte alle mal kraulen!

Danke für eine schöne Unterhaltung mit einem echt gut ausgedachten Kriminalfall, liebe Marianne!

Fazit:
Wiederum ein ganz bezaubernder Katzen-Kriminalfall mit einem ungewöhnlichen Verbrechen.

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

© Sabine Kettschau/Niliversum

Bewertung vom 23.09.2017
Sechs Katzen und ein Todesfall
Kaindl, Marianne

Sechs Katzen und ein Todesfall


ausgezeichnet

Inhalt:

Es war einmal.... so fangen alle Märchen an. Doch wir sind hier nicht im Märchen. Das stellen auch Goldie, Maxi, Purzel, Merlin, Percy und nicht zuletzt die kleine Coco fest. Auf einmal ist das Frauchen verhaftet, die Futternäpfe gähnend leer und es kümmert sich niemand um sie! Da ist doch was oberfaul! Und tatsächlich, Rebekka, das Frauchen der 6 ungewöhnlichen Katzen, wird verdächtigt, ihren Ex-Mann, Franz Frummelmann, vergiftet zu haben und sitzt in Untersuchungshaft. Unvorstellbar! Und genauso sehen das die Katzen auch und Coco motiviert sie alle, die Unschuld von Frauchen zu beweisen. Mit allen möglichen und für uns Menschen auch schon mal unmöglichen Methoden und Hilfsmitteln. Leider begibt sich die vorwitzige Coco auch schon mal sehr in Gefahr und wäre ohne ihre Mitkatzen wahrlich aufgeschmissen.

Das Leben einer Privatermittlerin ist kein Zuckerschlecken. Erst recht nicht, wenn ein vietnamesischer Koch sie als Vorspeise zubereiten will...

Meine Meinung:

Katzen sind die besseren Ermittler!

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne mal wirklich harte Kost lese, blutig, mit Psychopathen etc. Aaaber, wer mich kennt, der weiß auch, dass ich Katzen liebe! Nicht nur meinen Walleemann, sondern generell haben es mir diese Zauberwesen mit dem weichen Fell und den scharfen Krallen angetan. Und gerne greife ich auch zu Büchern mit Katzen. Da geht mir das Herz auf! Ja, ich habe auch die Felidae-Romane verschlungen, aber das ist was ganz anderes.

Hier haben wir es mit einem Team von zauberhaften Katzen mit ganz unterschiedlichen Talenten zu tun. Und alleine das lässt es ganz gewaltig „menscheln“ zwischen den Samtpfoten. Und man kann da gerne auch mal Parallelen ziehen oder sich etwas zu Herzen nehmen! Finde ich ja eh, dass wir uns von den Katzen ruhig mal was abucken können!

Ich will auch gar nicht allzu viel zum Inhalt sagen, das solltet Ihr Euch selbst erlesen, wenn Ihr Euch drauf einlasst. Es ist wirklich eine ganz süße Geschichte mit einem echten Kriminalfall, den die Samtpfoten bravourös auflösen und sich verflucht geschickt auch im Umgang mit modernster Technik zeigen. Chapeau! ;-)

Der Stil der Autorin ist schön flüssig und leicht zu lesen und der kätzische Touch ist einfach entzückend und hat mich das ein ums andere Mal schmunzeln lassen :)

Wer natürlich knallharte Action sucht, ist hier grundverkehrt. Diese Geschichte rund um Coco und ihre Mitermittlerkatzen ist eher dazu gedacht, sich fallen zu lassen, abzuschalten, in eine ganz andere Welt zu tauchen und einfach zu genießen und sich ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu lassen.

Kurz gesagt, es ist ein schönes Buch, mit wunderschönen Helden, den Katzen, die uns Menschen noch was vormachen ;-)

Bevor ich es vergesse, ein gewisses Augenmerk möchte ich noch auf das Cover richten. Die Augen, die einem prägnant direkt ins Auge fallen, sind ebenfalls wunderschön und die niedlichen Katzen am unteren Rand wirken durch den schwarzen Hintergrund auch sehr schön und leuchten geradezu. Ich finde, ein sehr „beredtes“ Bild :)

Fazit:
Ein süßer Katzen-Krimi mit ungewöhnlichen Helden, die ungewöhnliche Hilfsmittel nutzen.

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Danke an Marianne Kaindl für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

© Sabine Kettschau/Niliversum

Bewertung vom 27.08.2017
Killerinstinkt
Harbort, Stephan

Killerinstinkt


ausgezeichnet

Inhalt:
Warum Männer oder Frauen zu Mördern oder gar zu Serienmördern werden, das hat unterschiedlichste Gründe. Stephan Harbort hat mit vielen von ihnen gesprochen, sie analysiert, Hintergründe aufgedeckt und lässt den Leser nunmehr einen Blick auf eben diese Serienmörder werfen, ihm selbst über die Schulter blicken. Er zeigt Methoden seiner Arbeit auf, um hinter die Masken zu schauen, dem Bösen auf die Schliche zu kommen und eben vermeintlich unlösbare Fälle aufzuklären.

Meine Meinung:

Mit dem Bösen Auge in Auge

Wieder einmal wage ich den Blick hinter diese Buchdeckel und folge Stephan Harbort bei seiner Arbeit. Diesmal sind es unterschiedliche Fälle, die aber alle eins gemein haben: Sie schockieren uns, sie lassen uns schaudern, den Kopf schütteln, manches Mal Unverständnis erleben. Aber durch die Erläuterungen des Autors erleben wir auch seine Arbeit von einer uns ansonsten fremden Seite, erleben die Frustration, wenn man als Ermittler vor „Wände“ läuft, obwohl man ganz genau spürt, dass da etwas faul ist.

Da fliegen vermeintlich wasserdichte Alibis und Pläne auf, weil ein gieriger Mörder in seiner Überheblichkeit Fehler macht, weil er glaubt, ihm kann sowieso niemand das Wasser reichen. Leichen tauchen wieder auf, obwohl sie doch so sicher vor Entdeckung versteckt waren.

Ich möchte gar nicht zu viel preisgeben von dem in „Killerinstinkt“ verarbeiteten Fällen. Es lohnt sich, wenn man daran interessiert ist, einmal etwas anderes als reine Fiktion zu lesen. Hier ist das reale Verbrechen und die von mir so oft genannten menschlichen Abgründe, die mich persönlich immer wieder sehr schockieren, abstoßen, aber auch immens faszinieren und fesseln. Und dann sind da auch Aussagen, Beschreibungen, Erlebnisse von Angehörigen der Opfer oder gar des Täters, seiner „Freunde“, die von seinem dunklen Geheimnis zum Teil nichts ahnten... Das alles im Gesamtpaket ist -wieder mal!- besser als jeder Thriller, den man sich ausdenken kann!

Mich persönlich beeindruckt an dem ganzen sehr, dass Stephan Harbort mit Inbrunst seinen Job macht und nicht am Leben, an den Menschen verzweifelt ist. Wenn man sich vorstellt, dass er mit eder ein oder anderen „Bestie“ - so werden Serienmörder ja gern landläufig bezeichnet – tatsächlich an einem Tisch gesessen hat, ihm Dinge entlockt hat, Vertrauen aufgebaut hat, dann bekommt man schon eine Gänsehaut!

Vermutlich wird das auch nicht mein letztes Buch vom Autor sein! Den ein oder anderen, für mich sehr interessanten Titel, hat er ja schon veröffentlicht!

Fazit:
Das Böse, was uns tagtäglich umgibt, lesbar aufbereitet von Stephan Harbort mit viel Insiderwissen. Lesenswert, wenn man sich mit dem Wesen der Serienmörder beschäftigen möchte und die harte Realität wirklich aushält!

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Danke an Stephan Harbort für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!