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Benutzername: Annegret
Wohnort: Gladbeck
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Bewertungen

Insgesamt 13 Bewertungen
12
Bewertung vom 05.07.2019
Das Haus der Verlassenen
Gunnis, Emily

Das Haus der Verlassenen


sehr gut

Die Autorin Emily Gunnis führt den Leser ihres fiktiven Romans "Das Haus der Verlassenen" in der Gegenwart zur Journalistin Samantha Harper, die über einen Brief aus der Vergangenheit von einer jungen Mutter stolpert, die darum fleht, aus St. Margaret's gerettet zu werden. In der Vergangenheit treffen wir auf Ivy Jenkins, die nach St. Margaret's geschickt wurde, weil sie als unverheiratete junge Frau schwanger wurde. Ihr Baby wird ihr weggenommen und es wird gegen ihren Willen adoptiert.

In der Geschichte, die in den 50-iger Jahren spielt, erfahren wir wir von Ivy, der das Baby weggenommen wurde, und von Elvira, die in das Heim zurückgebracht wurde, weil die Adoptiveltern sie zurückbrachten. Ivy versucht, sich um Elvira, die noch sehr jung ist, zu kümmern.

Als Sam Briefe von Ivy entdeckt, will sie mehr herausfinden. Denn diese Briefe berühren sie.

In Rückblenden erfahren wir viel von dem, was damals passiert ist, über Nonnen, Priester, Ärzte usw. Die Babys wurden den Müttern weggenommen. Die Mütter mußten schwere Arbeiten erledigen und lebten in den Heimen unter grausamen Bedingungen.

Die Kapitel werden aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, so daß oft in der Zeit hin- und hergesprungen wird. Erst im Laufe des Buches eröffnet sich der endgültige Blick auf die Geschehnisse.

Daß es damals durchaus normal war, den Frauen die Kinder wegzunehmen, basiert auf den Moralvorstellungen damaliger Zeit. Junge, unverheiratete Frauen, die schwanger wurden, waren aller Rechte beraubt. Ihr Leben war ruiniert.

Mir fiel es immer schwerer, weiter in die Geschichte vorzudringen, denn die Grausamkeiten nahmen immer mehr überhand. Das Ende des Romans hat mich versöhnt.

Ich für meinen Teil bin froh, daß sich die Einstellung gegenüber Müttern und ihren Kinder grundlegend geändert hat. Die Pädagogik hat gelernt!

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.02.2019
Das geheime Glück
Cohen, Julie

Das geheime Glück


ausgezeichnet

Die Autorin Julie Cohen erzählt eine Liebesgeschichte, die von Robbie und Emily, und zwar rückwärts. Sie haben seit Jahrzehnten zusammengelebt. Als Robbie an Alzheimer erkrankt, beschließt er, aus dem Leben zu scheiden, damit seine große Liebe Emily geschützt ist. Denn sie haben ein Geheimnis bewahrt, von dem niemand wissen durfte.

Die Protagonisten der Geschichte sind gut ausgearbeitet. Ich habe Emily und Robert von Anfang an ins Herz geschlossen. Es ist keine einfache Geschichte. Sie zeigt die vielen Momente ihres Lebens, an denen sie Entscheidungen treffen mußten, die manchmal sehr schwer fielen. Wir lernen Familienmitglieder und Freunde kennen, die in der Geschichte auftauchen und wieder verschwinden. Und erst ganz am Ende der Geschichte, dem eigentlich Beginn, wird das Geheimnis enthüllt. Dieses Geheimnis läßt den Leser nachdenklich zurück.

Es ist eine Geschichte mit tragischen Begebenheiten, mit Familie, Alkoholismus, Unfruchtbarkeit, Alzheimer und tiefer Liebe. Ich kann diese emotionale Geschichte sehr empfehlen.

Bewertung vom 15.10.2018
Ich komme mit
Waldis, Angelika

Ich komme mit


ausgezeichnet

Mit "Ich komme mit" hat die Autorin Angelika Waldis einen wunderbaren, zum Nachdenken anregenden Roman über Freundschaft, Leben und Sterben geschrieben.
Der 21-jährige Lazy und die über 70-jährige Vita leben in dem Haus in der Torstraße 6. Sie freunden sich an und Vita kümmert sich hingebungsvoll um Lazy. Lazy hat Leukämie und Vita mag nicht mehr leben.Sie beschließen, gemeinsam aus dem Leben zu gehen.
Die Autorin hat es hervorragend verstanden, das Leben der Protagonisten einzufangen. Beide versuchen, sich auf das Gegenüber einzustellen, einander zu unterstützen. Die Krankheit zerrt sehr an Lazy. Sowohl Lazy als auch Vita versuchen, Schwierigkeiten auszublenden und durch persönliche Mantras den Alltag zu meistern.
Zu Philosophieren, das Leben auch mal auf die Schippe zu nehmen, hilft ihnen ungemein dabei.
Ich kann diese Geschichte für Zwischendurch sehr empfehlen!

Bewertung vom 26.06.2018
Die letzte Stunde
Walters, Minette

Die letzte Stunde


ausgezeichnet

Der schwarze Tod

Die britische Autorin Minette Walters hat mit dem historischen Roman "Die letzte Stunde" eine Geschichte geschrieben, in der es um die Pest und um eine außergewöhnliche Frau in England im Jahre 1348 geht.
Lord Richard, dar Herr von Develish, versucht, auf einem entfernteren Anwesen eine Ehe für seine 14-jährige Tochter Eleanor zu arrangieren, als die Pest ausbricht. Lady Anne, eine sehr kluge Frau, die das Lesen, Schreiben und ein wenig Heilkunst im Kloster gelernt hat, will die Bewohner von Develish vor der Pest schützen Die Leibeigenen werden auf dem Anwesen untergebracht und die Zugbrücke des Wassergrabens wird zerstört und verbrannt.

Lady Anne glaubt nicht daran, daß die Pest eine Strafe Gottes ist, so wie im Mittelalter angenommen wurde. Man darf nicht alles glauben, was die Kirche sagt. Lady Anne übernimmt zusammen mit dem Leibeigenen Taddeus, den sie zum neuen Verwalter erklärt, die Führung der Gemeinschaft.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Lady Anne geschrieben. Im Laufe der Zeit lernen wir viele der Bewohner kennen, ihre ganz persönlichen Geschichten. Wir erleben, wie die Gemeinschaft im Kampf um das Überleben über sich hinauswächst.

Die Autorin hat alles sehr detailreich beschrieben, so daß man sich die Szenen gut vor Augen führen kann.
Die Geschichte ist sehr spannend, von Anfang bis ... zum Cliffhanger. Erst da erfahren wir, daß die Geschichte bald weitergeht. Es gibt einen zweiten Teil!

Mir hat der erste Teil sehr gut gefallen. Auf den zweiten Teil warte ich ungeduldig!

Bewertung vom 05.02.2018
Der Fall Kallmann
Nesser, Hakan

Der Fall Kallmann


weniger gut

Der Autor Hakan Nesser führt uns in seinem Roman "Der Fall Kallmann" zu Leon Berger, der an der Bergtunaschule in Schweden als Nachfolger von Eugen Kallmann als Lehrer nach den Sommerferien seinen Dienst antritt. Er will einen neuen Anfang starten, denn er ist in seinem alten Leben nicht mit dem Tod seiner Frau und seiner Tochter zurecht gekommen. In Kallmanns Schreibtisch findet er geheimnisvolle Tagebücher, bei denen man nicht weiß, ob sie der Wahrheit entsprechen oder ob es sich um ausgedachte Geschichten handelt. Ist der Lehrer Eugen Kallmann vielleicht gar nicht eines natürlichen Todes gestorben?

Die Geschehnisse um den Fall Kallmann werden von verschiedenen Protagonisten in der Ich-Perspektive dargestellt, so daß man auch einiges aus ihrem Leben erfährt. Was zu Anfang sehr erbaulich erscheint, zieht sich immer mehr in die Länge. Mühsam muß Steinchen an Steinchen gesetzt werden.

Für mich war dieser Roman der erste von Hakan Nesser. Ich habe von diesem Autor mehr Spannung erwartet und muß sagen, daß mich dieser Roman enttäuscht hat. Es war mehr ein langsames Plätschern, als ein ständiger, großartiger Fluss, in Richtung Ziel, in Richtung Auflösung.

Bewertung vom 23.11.2017
Die Stille zwischen Himmel und Meer
Seck, Kati

Die Stille zwischen Himmel und Meer


ausgezeichnet

In ihrem Roman "Die Stille zwischen Himmel und Meer" führt uns die Autorin Kati Seck zu Edda Sturm, die zum ersten Mal in ihrem Leben an die Nordsee fährt, um ihre schreckliche Vergangenheit zu verarbeiten und sich ihren Ängsten zu stellen. Hier begegnet sie Sebastian Winkler, einem jungen Mann, der ebenfalls mit seiner Vergangenheit kämpft.

Edda ist an die Nordsee gefahren, um sich hier - an einem unbekannten Ort - ihren Ängsten zu stellen, ihren Ängsten vor dem Himmel und vor den Menschen. Als Fünfjährige wurde sie von einer Frau entführt und über zwölf Jahre lang in einem Kellerraum - abgeschottet von der Außenwelt - gefangen gehalten. Auch nach sieben Jahre, nachdem ihr die Flucht gelungen ist, hat sie mit ihrer Vergangenheit immer noch nicht abgeschlossen.

Wegen einer Doppelbuchung kommt Sebastian in ihrem Ferienhaus unter. Der zunächst mürrisch erscheinende Sebastian erweist sich im Laufe der Geschichte als eine große Hilfe für Edda, die immer wieder mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat.
Sebastian selbst hat mit dem Tod seiner Ehefrau zu kämpfen, die bei einer Bergwanderung abgestürzt ist.

Die Autorin schafft es, Eddas Gefühlsleben einfühlsam und deutlich zum Ausdruck zu bringen. Auch wenn das Geschehen in ihrer Kindheit und Jugend als sehr bedrückend empfunden werden muß, so zeigt sich, daß Edda ihren Kampf - zurück ins Leben - nie aufgegeben hat und mit viel Mut in eine neue Zukunft gehen kann.

Ich gebe zu, daß ich beim Lesen des Öfteren anhalten mußte, nicht nur um das Gelesene zu verarbeiten, sondern auch, um mich, mit Edda, über ihre kleinen und großen Erfolge zu freuen.

Ich kann diesen berührenden Roman sehr empfehlen, zeigt er doch, daß es sich lohnt, für sein Leben zu kämpfen.

Bewertung vom 25.10.2017
Was vom Tage übrig blieb
Ishiguro, Kazuo

Was vom Tage übrig blieb


ausgezeichnet

Das Buch des diesjährigen Literaturnobelpreisträgers hat mich neugierig gemacht und ich muß sagen, daß mich meine Erwartungen voll erfüllt haben.

Wir können auf Darlington Hall das Leben des britischen Butlers Stevens verfolgen, der seinen Beruf als Berufung sieht und voll darin aufgeht. Erst als Miss Kenton als Haushälterin eingestellt wird, wird sein Leben durcheinander gebracht.

Der Autor versteht es, die Protagonisten ausführlich zu beschreiben, so daß man sich gut in sie hineinversetzen kann. Man möchte sogar manchmal den Butler Stevens anstupsen und ihm sagen, daß er sich nicht allzu sehr in seiner Arbeit verstecken soll. Denn schließlich ist er auch ein Mensch.

Eine wirklich spannende und eindringliche Geschichte, die ich sehr weiterempfehlen kann.

Bewertung vom 25.10.2017
Sonntags in Trondheim / Die Lügenhaus-Serie Bd.4
Ragde, Anne B.

Sonntags in Trondheim / Die Lügenhaus-Serie Bd.4


weniger gut

Die Autorin Anne B. Ragde führt uns in ihrem Roman "Sonntags in Trondheim" zu der skurrilen Familie Neshov. Mit dem schwulen Erlend, Torrun, der Erbin eines Hofes in Trondheim und Bestatter Margido erleben wir Alltägliches, Schräges, Melancholisches, so wie im richtigen Leben eben.

Die drei vorherigen Bücher habe ich nicht gelesen. Vielleicht wäre mir dann das Lesen dieses Buches einfacher gefallen. Für mich war dieses Buch eindeutig zu anstrengend.

Außerdem hat mir der zu sehr ins Detail gehende Stil nicht gefallen. Weniger wäre mehr gewesen!

Bewertung vom 31.07.2017
Frag nicht nach Sonnenschein
Kinsella, Sophie

Frag nicht nach Sonnenschein


sehr gut

Mein erstes Buch von Sophie Kinsella - und ich bin nicht enttäuscht worden!

Die Autorin Sophie Kinsella entführt uns in ihrem Roman "Frag nicht nach Sonnenschein" zu Katie Brenner, die nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem Vater allein im ländlichen Somerset aufgezogen wurde. Ihr lang gehegter Traum geht in Erfüllung und sie bekommt einen Job in London. London ist für Katie die Traumstadt, in der das Leben nur so überbrodelt.

Leider erweist sich ihre Chefin Demeter als Tyrannin. Katie verliebt sich auch noch in die Affäre ihrer Chefin Alex. Aber der plötzliche Rausschmiss ist dann wirklich die Höhe!

Zu Katies Glück braucht ihr Vater ihre Hilfe. Denn die Somerset-Farm soll zu einem Glampingplatz werden. Ausgerechnet Demeter und Alex tauchen dort auf!

Katie, oder Cat, wie sie sich auf ihrer Arbeitsstelle nennt, hat endlich einen Job in ihrer Traumstadt London ergattert. Sie hat nur ein winziges Zimmer in einer Wohngemeinschaft, aber sie lebt in London richtig auf.
Katie ist ehrgeizig und versucht auch eigene Ideen in der Branding-Agentur anzubringen. Mit ihrer Chefin Demeter ist allerdings alles ein wenig schwierig. Bei ihr muß immer alles perfekt sein.

Als ihr urplötzlich gekündigt wird und sie keine andere Arbeit findet, muß sie nach Somerset zurück. Ihr Vater freut sich sehr, als Katie sich bereiterklärt, seine Idee eines Glampingplatzes auf der Farm zu unterstützen. Alles scheint gut anzulaufen, bis ihre Chefin Demeter und Alex auftauchen.

Die Autorin versteht es, eine unterhaltsame Geschichte mit viel Humor zu unterlegen. Katie ist einfach sehr sympathisch. Sie ist ehrgeizig und strebsam, sie läßt sich nicht so leicht unterkriegen. Mit ihren Mitmenschen pflegt sie einen liebevollen Umgang. Auch wenn sie eine enge Verbindung zu ihrem Vater hat, verschweigt sie ihm lieber die Schwierigkeiten, die sie hat, um ihn nicht zu belasten.

Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, denn sie ist abwechslungsreich und sehr unterhaltsam. Als Leser habe ich mit Katie in Gedanken mitfiebern müssen, denn das Leben läuft nicht immer so perfekt, wie man sich das manchmal wünscht. Eine tolle Urlaubslektüre!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.04.2017
Die Zitronenschwestern
Cebeni, Valentina

Die Zitronenschwestern


ausgezeichnet

Die Autorin Valentina Cebeni entführt uns in ihrem Roman zu Elettra und ihrer Mutter Edda, die seit einem Jahr im Koma liegt. Die Bäckerei der Mutter ist mittlerweile pleite und Elettra weiß nicht mehr weiter. Als sie in den Sachen ihrer Mutter eine Fahrkarte zur Isola del Titano findet, reist sie dorthin, um mehr über ihre Mutter zu erfahren. Denn sie weiß nur, daß sie dort von Nonnen aufgezogen wurde.

Im Kloster auf der Insel, das inzwischen baufällig ist, leben nur noch drei Frauen: Lea, Dominique und Nicole. Sie freut sich über Leas Angebot, im Kloster zu wohnen. Scheinbar kann keine der Frauen ihr etwas über ihre Mutter sagen. Elettra hört Stimmen und Schritte, was aber von den anderen schnell abgetan wird.
Im Kloster fühlt sich Elettra ihrer Mutter sehr nahe. Als sie auf den Künstler Adrian trifft, fühlt sie sich sehr hingezogen zu ihm.

Leider steht das Kloster vor großen Problemen. Der Bürgermeister will das Kloster weghaben und dort ein Luxushotel und einen Golfplatz errichten lassen.
Elettra will mit den anderen Frauen darum kämpfen, damit das Kloster erhalten bleibt und sie weiterhin dort leben können. Das wird ein harter Kampf!

Die Autorin lädt die Leser ein, sich mit dem Leben der Protagonisten vertraut zu machen. Viele Puzzlesteine müssen allmählich zusammengefügt werden.

Die Inselbewohner haben ein schweres Schicksal erlitten, als bei einem starken Sturm die Fischer nicht mehr nach Hause kamen. Die Witwen wurden wie Ausgestoßene behandelt, was ich ziemlich schlimm fand.
Lea wuchs als Waise im Kloster auf, konnte aber schließlich das Kloster kaufen. Dominique und Nicole sind Witwen, die im Kloster Zuflucht gesucht haben.

Was mir sehr gut gefallen hat, sind die vielen verführerischen Rezepte. Da fühlt man sich gleich in eine Backstube versetzt.

Beim Lesen der Geschichte lief bei mir im Kopf unwillkürlich ein Film ab. Man kann die Zerrissenheit der Leute fühlen, die kein einfaches Leben führen. Jeder versucht, auf seine Weise mit seinen Problemen fertig zu werden, aber erst zusammen sind sie stark, können sie weiterkommen.

Sich auf den Weg zu machen, um die Spuren seiner Familie zu suchen, ist keine leichte Aufgabe, aber Elettra stellt sich ihr, trotz immer wiederkehrender Schwierigkeiten.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen.

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