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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Annegret
Wohnort: Gladbeck
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Bewertungen

Insgesamt 14 Bewertungen
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Bewertung vom 23.04.2017
Die Zitronenschwestern
Cebeni, Valentina

Die Zitronenschwestern


ausgezeichnet

Die Autorin Valentina Cebeni entführt uns in ihrem Roman zu Elettra und ihrer Mutter Edda, die seit einem Jahr im Koma liegt. Die Bäckerei der Mutter ist mittlerweile pleite und Elettra weiß nicht mehr weiter. Als sie in den Sachen ihrer Mutter eine Fahrkarte zur Isola del Titano findet, reist sie dorthin, um mehr über ihre Mutter zu erfahren. Denn sie weiß nur, daß sie dort von Nonnen aufgezogen wurde.

Im Kloster auf der Insel, das inzwischen baufällig ist, leben nur noch drei Frauen: Lea, Dominique und Nicole. Sie freut sich über Leas Angebot, im Kloster zu wohnen. Scheinbar kann keine der Frauen ihr etwas über ihre Mutter sagen. Elettra hört Stimmen und Schritte, was aber von den anderen schnell abgetan wird.
Im Kloster fühlt sich Elettra ihrer Mutter sehr nahe. Als sie auf den Künstler Adrian trifft, fühlt sie sich sehr hingezogen zu ihm.

Leider steht das Kloster vor großen Problemen. Der Bürgermeister will das Kloster weghaben und dort ein Luxushotel und einen Golfplatz errichten lassen.
Elettra will mit den anderen Frauen darum kämpfen, damit das Kloster erhalten bleibt und sie weiterhin dort leben können. Das wird ein harter Kampf!

Die Autorin lädt die Leser ein, sich mit dem Leben der Protagonisten vertraut zu machen. Viele Puzzlesteine müssen allmählich zusammengefügt werden.

Die Inselbewohner haben ein schweres Schicksal erlitten, als bei einem starken Sturm die Fischer nicht mehr nach Hause kamen. Die Witwen wurden wie Ausgestoßene behandelt, was ich ziemlich schlimm fand.
Lea wuchs als Waise im Kloster auf, konnte aber schließlich das Kloster kaufen. Dominique und Nicole sind Witwen, die im Kloster Zuflucht gesucht haben.

Was mir sehr gut gefallen hat, sind die vielen verführerischen Rezepte. Da fühlt man sich gleich in eine Backstube versetzt.

Beim Lesen der Geschichte lief bei mir im Kopf unwillkürlich ein Film ab. Man kann die Zerrissenheit der Leute fühlen, die kein einfaches Leben führen. Jeder versucht, auf seine Weise mit seinen Problemen fertig zu werden, aber erst zusammen sind sie stark, können sie weiterkommen.

Sich auf den Weg zu machen, um die Spuren seiner Familie zu suchen, ist keine leichte Aufgabe, aber Elettra stellt sich ihr, trotz immer wiederkehrender Schwierigkeiten.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen.

Bewertung vom 23.01.2017
Die Perlenfrauen
Agnew, Katie

Die Perlenfrauen


ausgezeichnet

Lebenslinien

Die berühmte Schauspielerin Tilly Beaumont liegt im Sterben, als sie ihre Enkelin Sophia bittet, nach einer Perlenkette zu suchen, die sie von ihrem Vater zu ihrem 18. Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Da sie immer ein gutes Verhältnis zu ihrer Großmutter hatte, läßt sich Sophia auf die Suche ein.

Die Autorin Katie Agnew hat es wunderbar verstanden, die Lebenslinien von Frauen von verschiedenen Generationen anschaulich zu verweben. Jede dieser Frauen hat versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen, wobei die Wege nicht immer geradeaus verliefen. Es mußten viele Hürden überwunden, viel Schmerz ertragen werden. Aber ihr starker Wille, ihr Durchhaltevermögen, ihre Ausdauer bringen sie weiter.

Die Perlenkette, deren Perlen unter halsbrecherischem Bedingungen von japanischen Amas - Perlentaucherinnen - aus dem Meer gefischt wurden, könnte sehr viel erzählen von diversen Familiengeheimnissen und Mißverständnissen. Und vor allen Dingen von der Liebe, das wichtigste Element des Lebens.

Mir hat diese spannende Geschichte sehr gut gefallen!

Bewertung vom 19.10.2016
Die Spuren meiner Mutter
Picoult, Jodi

Die Spuren meiner Mutter


ausgezeichnet

Jenna ist 13 Jahre alt und sucht nach ihrer Mutter Alice, die vor 10 Jahren nach einem Vorfall im Elefantenreservat spurlos verschwunden ist. Mit Hilfe des Mediums Serenity und dem Privatdetektiv Virgil versuchen sie herauszufinden, was damals im Elefantenpark vorgefallen ist.

Da ich Jodi Picoult bereits aus "Beim Leben meiner Schwester" kannte, freute ich mich auf dieses Buch, zumal das Cover auf Elefanten einstimmte.

Der Anfang war ja noch interessant, aber dann wurde immer wieder zwischen Jenna, Serenity und Virgil gewechselt und ihre Perspektiven der Geschichte dargelegt. Die Mutter Alice erzählte viel über Elefanten, über ihre Gewohnheiten, über ihr Verhalten. Das war mir leider viel zu langatmig.

Mir hat diese Geschichte nicht gefallen, denn der Fluß war irgendwie gestört. Noch werde ich Jodi Picoult aber nicht aufgeben!

Bewertung vom 09.08.2016
Bühlerhöhe
Glaser, Brigitte

Bühlerhöhe


ausgezeichnet

Die Autorin Brigitte Glaser entführt ihre Leser in ihrem Roman "Bühlerhöhe" in den Schwarzwald zum Nobelhotel Bühlerhöhe und zu den zwei Frauen Rosa Silbermann und Sophie Reisacher.

Rosa Silbermann, die in den dreißiger Jahren nach Palästina ausgewandert ist, wird vom Mossad, dem israelischen Geheimdienst, nach Deutschland geschickt, um den Bundeskanzler Konrad Adenauer während seinem Aufenthalt im Schwarzwald zu beschützen.

Ihre Gegenspielerin, Sophie Reisacher, die Hausdame der Bühlerhöhe, hat ihre Heimatstadt Straßburg verlassen und träumt vom gesellschaftlichen Aufstieg.

Beide Frauen wissen aus eigener Erfahrung, was es heißt, in einem neuen Land einen Neustart zu machen.

Die junge Bundesrepublik hat im Jahre 1952 den großen Krieg noch nicht vergessen. Ein großes Thema, das den Bundeskanzler Adenauer beschäftigt, ist die Wiedergutmachung für das an den Juden zugefügte Unrecht.
Aus wirtschaftlichen Interessen schickt der israelische Geheimdienst eine Person, die den Schutz des Kanzlers im Urlaub gewährleisten soll.

Und Rosa Silbermann ist bestens dafür geeignet, da sie sich wegen früheren Aufenthalten in der Gegend der Bühlerhöhe sehr gut auskennt.

Ihr zur Seite gestellt werden soll Ari, ein Mann, der in gut bürgerlichem Hause in Berlin aufgewachsen ist.
Die Schwierigkeiten beginnen, als Ari zum vereinbarten Zeitpunkt nicht auftaucht.

Die Autorin hat es ausgezeichnet verstanden, uns die Protagonisten nahezubringen. Beim Lesen fühlt man sich ihnen ganz nahe, als ob man direkt am Ort des Geschehens ist.

Die Beschreibung der Bühlerhöhe und der Umgebung läßt einem vermuten, daß man sich um Urlaub befindet. Nur geht es gar nicht so friedlich zu im Schwarzwald.

Die Autorin hat mit eingehender Recherche das Bild der damaligen Zeit wiedergegeben, teils auch den Schrecken der Vergangenheit wieder hervorgeholt.

Mit Rosa Silbermann und Sophie Reisacher wurden zwei starke Frauen porträtiert, die in der Welt der Männer Ihre Frau stehen mußten, die eine sehr überlegt und erfahren, die andere eher gefühlsmäßig geleitet.

Die Geschichte ist von Anfang bis Ende interessant. Sie ist so geschrieben, daß man das Buch kaum aus der Hand legen möchte, um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

Für mich ist dieses Buch eindeutig mein Lesehighlight 2016! Es verbindet Politik und Spannung, eine sehr gelungene Mischung!

Ich bedanke mich dafür, daß ich dieses Buch vorablesen durfte!

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