Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Bella von www.bellaswonderworld.de
Wohnort: Karlsruhe
Über mich: Ich bin 31 Jahre alt und mein größtes Hobby ist das Lesen. Ich verschlinge alle möglichen Titel querbeet durch die verschiedensten Genres. Meine Leseleidenschaft teile ich mit anderen Lesebegeisterten auf meinem Blog www.bellaswonderworld.de
Danksagungen: 378 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 919 Bewertungen
Bewertung vom 05.06.2020
Der Skorpion Gesamtausgabe 2 / Der Skorpion Gesamtausgabe Bd.2
Desberg, Stéphen

Der Skorpion Gesamtausgabe 2 / Der Skorpion Gesamtausgabe Bd.2


ausgezeichnet

Beschreibung

Dem machiavellistischen Adlerkardinal ist es durch die heilige Reliquie, das Petruskreuz, gelungen auf den Papststuhl zu gelangen. Doch der Skorpion hält das Kreuz für eine Fälschung und macht sich gefolgt von Trebaldis Mönchskriegern auf die Suche nach dem wahrhaftigen Petruskreuz, um den neuen Papst als Betrüger und Mörder zu entlarven und den Tod seiner Mutter endlich zu rächen.

Seine Erkundungen führten den Skorpion mit seinem treuen Begleiter Husar sowie der ägyptischen Giftmischerin Méjaï und Ansea Latal auf eine gefährliche Reise nach Konstantinopel und Kappadokien, wo ihn neue Abenteuer erwarten.

Meine Meinung

Die zweite Gesamtausgabe der frankobelgischen Mantel- und Degen-Comic Serie »Der Skorpion« von Stéphen Desberg und Enrico Marini ist ganz frisch am 26. Mai 2020 in einem hochwertigen Hardcover-Format vom Carlsen Verlag neu herausgebracht worden und enthält die von 2005 bis 2009 als Softcover veröffentlichte Einzeltitel: »Das heilige Tal«, »Der Schatz der Templer«, »Im Namen des Vaters« und »Der Schatten des Engels«.

Zum Abschluss der ersten Gesamtausgabe führte die Suche nach Hinweisen zum Verbleib des wahren Petruskreuz den Skorpion mit seinen Begleiter*innen in das orientalische Konstantinopel, dort begeht Ansea Latal Verrat, sodass er und Méjaï als Gefangene enden. Der Auftakt in diesem Buch beginnt zunächst mit einer Rückblende in das 13. Jahrhundert, welche die Belagerung von Akkon und einen Auszug der Schlacht der Templer um die letzte bedeutsame Bastion des Königreiches Jerusalem abbildet, bevor wir erfahren was mit unserem Titelhelden und der schönen Ägypterin passiert und wie sie ihren Folterknechten entkommen.

Stéphen Desberg und Enrico Marinis Geschichte über den verwegenen Skorpion verknüpft auch in dieser zweiten Gesamtausgabe eine spannende fiktive Storyline mit historischen Hintergründen zu den Templern und dem Vatikan. Außerdem erfahren die Leser*innen in diesen Bänden mehr über die geheimnisvolle Herkunft des geschickten Degenkämpfers.

Die Dynamik zwischen den Charakteren entwickelt sich durch das gekonnte Spiel mit Stereotypen von Band zu Band weiter und macht durch die Kombination verschiedener Interessen-Bündnisse, die für eindrucksvolle Plot-Twists sorgen, einfach Spaß. Besonders gelungen finde ich die selbstbewussten Damen an der Seite des Skorpions, bei denen man sich nie so ganz sicher sein kann, auf welcher Seite sie gerade kämpfen. Für ausreichend Amore sorgt die aufgeladene Spannung zwischen Armando und Méjaï die zu einer ausgewachsenen Liebelei heranreift.

Ausgewogenheit zu der temporeichen Geschichte schafft Husar, der treue Sidekick des Skorpions, auf den man einfach immer bauen kann, auch wenn dieser nun eine Räuberin an die Seite gestellt bekommt.

Marini versteht es mit seiner schwungvollen Stiftführung Landschaften, Architektur und vor allen Dingen Charaktere in Bewegung abzubilden und diese mit lebendigen Farben zu aquarellieren. Durch das fantastische Artwork des Illustrators gelingt es direkt in die erdachte Welt einzutauchen, dabei folgt man den Weggefährten in eine orientalische Welt, sieht den Derwischen beim hypnotischen Tanz zu und bekommt Gelegenheit bei actionreichen Verfolgungsjagden und westernmäßigen Kämpfen mit den Mönchskriegern mitzufiebern.

Fazit

Ein filmreifes Mantel- und Degen-Abenteuer das mit den wundervoll aquarellierten Bildern Marinis und einem reizvollen Mix aus Action und einprägsamen Protagonisten besticht.

Bewertung vom 05.06.2020
Der Skorpion Gesamtausgabe 1 / Der Skorpion Gesamtausgabe Bd.1
Marini, Enrico; Desberg, Stephen

Der Skorpion Gesamtausgabe 1 / Der Skorpion Gesamtausgabe Bd.1


ausgezeichnet

Die erste Gesamtausgabe der frankobelgischen Mantel- und Degen-Comic Serie »Der Skorpion« von Stéphen Desberg und Enrico Marini wurde im Dezember 2019 in einem hochwertigen Hardcover-Format vom Carlsen Verlag neu herausgebracht und enthält die ersten vier von 2001 bis 2004 als Softcover veröffentlichte Einzeltitel: »Das Teufelsmal«, »Das Geheimnis des Papstes«, »Das Petruskreuz« und »Der Dämon im Vatikan«.

Stéphen Desberg und Enrico Marini präsentieren in ihrem abenteuerlichen Epos das mit historischen Einflüssen besticht, eine ziemlich gelungene Mixtur, die sich am einfachsten als Mischung aus »Indiana Jones«, »Zorro« und »Die drei Musketiere« beschreiben lässt.

Der attraktive Titelheld Armando Catalano ist aufgrund seines Males als »Der Skorpion« bekannt, durch seine Tätigkeit als Reliquienhändler auch in der gehobenen Gesellschaft ein gern gesehener Gast und wird von hübschen Frauen umschwärmt, als wäre er der süßeste Honig. Davon lässt sich der Haudegen zumeist wenig beeindrucken, doch die Giftmischerin Méjaï, welche mit seinem Mord beauftragt wurde und die feurige Rothaarige, Ansea Latal, scheinen wenig beeindruckt und wecken damit sein Interesse.

Im Fokus der actionreichen Geschichte stehen aber vielmehr neun mächtige Familien, die seit Jahrhunderten die Fäden des Geschehens in ihren Händen halten und für die maßgebliche Politik verantwortlich sind. Der Adlerkardinal mit seiner machiavellistische Gesinnung gehört einer dieser Familien an und schmiedet ein Mordkomplott gegen den Papst, um sich die gesamte Macht zu sichern. Mithilfe seiner mörderischen Mönchskrieger und der Auftragskillerin Méjaï trachtet er dem Skorpion nach seinem Leben. Warum das so ist, bleibt vorerst allerdings im Dunkeln.

Enrico Marini überzeugt mit detailverliebten Hintergründen und einer kräftigen Aquarell-Kolorierung, die das Rom des 18. Jahrhunderts brillant in Szene setzen. Die Charakterillustrationen suchen ihresgleichen, denn Marini versteht es die Figuren durch viele Bewegungsabbildungen lebendig werden zu lassen. Der verwegene Skorpion und die Damen des Abenteuers versprühen einen ästhetischen Sexappeal, dem man sich nicht entziehen kann, während die Schurken mit hervorstechenden Gesichtszügen oder gar Masken eine subtile Abneigung heraufbeschwören. Die künstleriche Gesamtumsetzung hat mich vollkommen überzeugt und im Zusammenspiel mit der fesselnden Geschichte für ein furioses Kopfkino gesorgt.

Stéphen Desberg und Enrico Marini haben aus Fiktion und einem Hauch Geschichte einen fesselnden Comic über die Macht hinter Religon und Kirche ersponnen und diese mit Intrigen, Verrat, und Moralphilosophie gewürzt. Leser*innen denen verschwörerische Abenteuergeschichten mit historischen Einflüssen am Herzen liegen, werden bei diesem Mantel- und Degen-Epos auf ihre Kosten kommen. Allerdings sei gesagt, dass die Kirche und die Templer zwar eine Rolle in diesem Comic einnehmen, die restliche Handlung jedoch frei erdacht ist. Etwas Schade finde ich, dass dieser Gesamtausgabe nur zwei Skizzenseiten und kein zusätzliches Material zu den Hintergründen beigefügt wurde.

Fazit

Spannung, Humor und amouröse Verstrickungen sorgen vor einem historischen Hintergrund des 18. Jahrhunderts für knisternde Popcorn-Unterhaltung.

Bewertung vom 05.06.2020
The Frost Files - Letzte Hoffnung
Ford, Jackson

The Frost Files - Letzte Hoffnung


sehr gut

Beschreibung

Durch ihre psychokinetischen Fähigkeiten wurde Teagan Frost Teil zu einem wertvollen Mitglied einer geheimen und bunt zusammengewürfelten Regierungstruppe. So lange Teagan sich nichts zu Schulden kommen lässt und die mysteriösen Aufträge erfüllt, die unter keinen Umständen Aufsehen erregen dürfen, beschützt sie die Regierung vor Denjenigen, die sie aufschneiden und die genetische Herkunft ihrer paranormalen Fähigkeiten erforschen wollen.

Als ein Auftrag unerwartete Schwierigkeiten mit sich bringt und Teagan mit ihrer Teamkollegin Annie aus dem 82. Stockwerk eines Firmen-Hochhauses springt, wird am nächsten Tag der Chef einer Textilfirma, durch Stahlstangen erdrosselt, aufgefunden. Als Mörder kommt eigentlich nur Teagan mit ihrer Gabe in Frage, doch über eine solch mächtige Kraft verfügt sie nicht. In den nächsten 22 Stunden versucht sie ihre Unschuld zu beweisen und denjenigen aufzuspüren, der zum Mörder wurde.

Meine Meinung

Ich liebe Geschichten über Charaktere mit paranormalen Fähigkeiten und besonders dann, wenn diese dann auch noch in eine solch turbulenten Verpackung gesteckt daherkommen, wie Jackson Fords »The Frost Files – Letzte Hoffnung«. Im englischen Original ist der rasante Urban Fantasy Roman unter dem Titel »The Girl Who Could Move Sh*t With Her Mind« erschienen, welcher genau wie das Originalcover viel besser zum Inhalt der Story passt.

Jackson Ford wirft seine Leser*innen direkt in die Handlung, was sogleich den Spannungsbogen auf die Spitze treibt. Danach beschäftigt sich der Autor, der bereits unter seinem Realnamen Rob Boffard einige Science Fiction Romane veröffentlichte, mit dem Aufbau der Geschichte und führt die Mitglieder der ultra- geheimen Einsatztruppe der US-Regierung, die unter dem Deckmantel einer Umzugsfirma »China Shop« agieren, ein. Die ungleiche Gruppe besteht aus dem Organisationstalent Paul, der im Rollstuhl sitzenden und kriegserfahrenen Hackerin Reggie, der robusten Annie mit krimineller Vergangenheit und dem mexikanischen Fahrer Carlos.

Teagan Frost ist durch die Gen-Experimente ihrer verstorbenen Eltern als einziger Mensch zur Psychokinese (PK) fähig, sie kann alle nicht organischen Dinge, sofern diese nicht zu schwer sind, erspüren und bewegen und ist damit das wertvollste Mitglied der Einheit. Durch ihre Fähigkeit rückt sie nach einem Einsatz jedoch als Mörderin in den Fokus und obwohl sie nicht über die Kraft für eine solche Tat verfügt, muss sie ihr Team erst davon überzeugen unschuldig zu sein. Es muss also noch jemanden mit wesentlich stärkeren PK Kräften geben, und diesen Jemand gilt es in nur 22 Stunden aufzuspüren. Eine rasante Jagd quer durch Los Angeles nimmt ihren Lauf, dabei spielen nicht nur Verstrickungen großer Firmen- und Regierungsangelegenheiten eine Rolle, sondern auch gefährliche Gangs wie die Crisps und Bloods und die Vernetzung auf der Straße durch Obdachlose.

Die Hauptprotagonistin Teagan ist keine Superheldin im herkömmlichen Sinne und möchte am liebsten ein ganz gewöhnliches Leben führen, ohne ständig von dem guten Willen der Regierungsbeamte abhängig zu sein und andauernd der Gefahr, von jemanden aufgeschnitten zu werden, zu schweben. Außerdem ist sie auch nicht eine grazile Schönheit mit Gardemaß wie es Wonder Woman oder Black Widow sind. Das Teagan anders ist beweist sie auch mit ihrem gossenhaften Slang, ihrer Vorliebe für Essen in allen Variationen und dem Traum eines Tages ein eigenes Restaurant zu eröffnen.

Neben der polarisierenden Teagan bleiben ihre Mitstreiter leider alle etwas blass, doch ich bin überzeugt davon das sich dies noch ändern wird, schließlich ist »Letzte Hoffnung« erst der Auftakt zur Reihe »The Frost Files«.

Fazit

Packende Fantasy im X-Men Stil, die mit einer frechen Superheldin und Ghetto-Slang für frischen Wind sorgt.

Bewertung vom 04.06.2020
Hexen hexen
Dahl, Roald; Bagieu, Pénélope

Hexen hexen


ausgezeichnet

Der walisische Schriftsteller Roald Dahl, der von 1916 bis 1990 lebte und dessen Werke in über 60 Sprachen übersetzt wurden, ist für seine fantasievollen Kinderbücher wie z. B. »Charlie und die Schokoladenfabrik« (engl. »Charlie and the Chocolate Factory«), »Matilda« (engl. »Matilda«) und »Sophiechen und der Riese« (engl. »The BFG«) uvm. berühmt. Die meisten seiner Kinderbücher haben es sogar als Filmadaptionen namhafter Regisseure wie Tim Burton, Steven Spielberg und Robert Zemeckis mit Starbesetzung (Johnny Depp als Willy Wonka, Danny DeVito als Harry Wurmwald) auf die große Kinoleinwand geschafft.

Der Film zu »Hexen hexen« lief 1990 in den deutschen Kinos und wird mit einer Neuverfilmung mit Anne Hathaway als Großhexe und Octavia Spencer als Großmutter unter dem Titel »The Witches« voraussichtlich Ende des Jahres 2020 ein Revival erleben.

Die französische Illustratorin Pénélope Bagieu hat sich ebenfalls der urkomischen und teilweise ganz schön gruseligen Kindergeschichte angenommen und daraus einen Comic kreiert, der auch Erwachsene hervorragend zu unterhalten weiß. Ich habe mich direkt in die fantasievolle Geschichte über einen Waisenjungen, seine supercoole Oma und den Kinder hassenden Hexen, die sich nur durch ein paar Merkmale von normalen Frauen unterscheiden.

Die kettenrauchende Oma mit den fliederfarbenen Haaren ist der Star des Comics und wird von Pénélope Bagieu ganz herrlich in Szene gesetzt. Trotz ihrer kleinen Körpergröße und den dicken Brillengläsern sieht sie die Welt mit offenen Augen und steht ihrem Enkel in der schweren Zeit nach dem Verlust seiner Eltern bei. Damit er sich vor weiteren Gefahren schützen kann, erzählt sie ihm eine Geschichte über Hexen, die tatsächlich existieren und woran er diese erkennen kann.

Durch Zufall wird der Junge Zeuge einer Hexenversammlung und bekommt den teuflischen Plan der Großen Hochhexe zu Ohren, als diese ihren Mithexen erklärt, wie sie alle Kinder vernichten will, indem sich diese mit einer geheimen Formula 86 versetzten Süßigkeiten in Mäuse verwandeln. Die Hexen entdecken allerdings den kindlichen Mithörer und verwandeln ihn sofort in eine Maus.

»Hexen hexen« entwickelt sich nach und nach zu einer abenteuerlichen Geschichte mit jeder Menge Action und gruseligen Hexen, deren Plan es zu vernichten gilt. Gemeinsam mit einer Mäuse-Freundin und der Hilfe seiner Oma gelingt es dem mutigen Mäuse-Jungen den Spieß herumzudrehen, was zu einer herrlichen Slapstick-Szene in der Hotelküche führt. Bagieus cartooneske Illustrationen fügen sich perfekt in die kreative Geschichte Dahls ein und in ihren Panels beweist die Zeichnerin immer wieder ein gutes Händchen für Perspektivwechsel. Trotz ein paar kleinerer Änderungen bleibt Pénélope Bagieu recht nahe an der Originalgeschichte und verleiht dieser, gerade im Hinblick auf Gleichberechtigung, einen moderneren Anstrich.

Dieser Kindergeschichte lässt sich in den leicht verständlichen Panels ohne Probleme folgen und eignet sich daher für alle Leser*innen, die gerne eine humorvolle Hexengeschichte mit herzlichen Charakteren lesen möchten und den Einstieg in die Welt der Comics wagen möchten.

Fazit

Die originelle Hexengeschichte von Roald Dahl bekommt in der Comicadaption von Pénélope Bagieu ein etwas moderneres Gewand verpasst und unterhält mit ihren feinen Zeichnungen famos!

Bewertung vom 04.06.2020
Die verlorene Tochter der Sternbergs
Correa, Armando Lucas

Die verlorene Tochter der Sternbergs


sehr gut

Bücher, Filme, Dokumentationen und Gedenkstätten über die schrecklichen Gräueltaten während des Zweiten Weltkrieges interessieren und begleiten mich schon seit dem Geschichtsunterricht an der Schule und sind ein wichtiges Mittel, um uns die Auswüchse einer Diktatur, die neben den unzähligen Kriegsopfern auf dem Schlachtfeld weitere Millionen Opfer durch den Holocaust forderte, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Armando Lucas Correa hat in Gedenken an all die jüdischen Familien, die durch den Zweiten Weltkrieg auseinander gerissen wurden und schreckliches Leid ertragen mussten seinen Roman »Die verlorene Tochter der Sternbergs« geschrieben. In dieser Geschichte erzählt er von einer jüdischen Ehefrau und Mutter, die durch die Bücherverbrennungen zunächst ihren geliebten »Büchergarten« schließen muss und wenig später ihren Mann verliert.

Correa greift in der Ausschmückung seines Settings die zeichnenden Ereignisse für die Bevölkerung von Kriegsbeginn insbesondere der Judenverfolgung auf und projiziert damit direkt die Bilder von brennenden Bücherbergen, lodernden Synagogen und die zersplitterten Fenster der jüdischen Geschäfte auf das innere Auge seiner Leser*innen. In Berlin ist es für Amanda und ihre beiden kleinen Töchter nicht mehr sicher, und so schickt sie die gerade einmal sechsjährige Viera mit der MS St. Louis, und der Hoffnung auf ein besseres Leben, auf eine ungewisse Reise nach Kuba, während sie kurzerhand beschließt, die erst dreijährige Lina mit sich nach Frankreich zu nehmen. Das Schicksal meint es nicht gut mit der verzweifelten Frau, denn auch in der ländlichen Abgeschiedenheit von Oradour-sur-Glane, das zweiundzwanzig Kilometer von Limoges und über zweihundert Kilometer südöstlich von Bordeux gelegen ist, sind sie nicht von der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten sicher.

Das Schicksal führt Amanda und Lina in ein Arbeitslager voller Entbehrungen und Angst und noch einmal geht die mutige Mutter mit allem, was ihr möglich ist, das Wagnis ein, ihre noch verbliebene Tochter vor dem NS-Regime zu schützen und ihr zur Flucht zu verhelfen. Ab diesem Zeitpunkt ist für Lina das Leben als eine Sternberg vorüber, denn zu ihrem eigenen Schutz wird sie als Élise bei der befreundeten französischen Familie aufgenommen.

Dem Autor gelingt es mit seinem unverschnörkelten Erzählstil die bedrückende Atmosphäre der Kriegsjahre heraufzubeschwören und die schrecklich ausweglose Lage der jüdischen Bevölkerung aufs Tablo zu bringen. Die Sternbergs existierten zwar nicht, werden in diesem Roman aber glaubhaft zum Sinnbild für Millionen anderer Familien, die durch die Schrecken und Gräuel des Zweiten Weltkrieges auseinander gerissen wurden, denn Correa hat gut recherchiert und somit eine authentische Story konstruiert, wie sie tatsächlich hätte passieren können.

Der Roman wird zu einem Teil aus der Perspektive von Amanda erzählt, als diese dazu jedoch nicht mehr fähig ist schlüpfen die Leser*innen in die Haut der kleinen Lina, die für ihr zartes Alter jedoch etwas zu unkindlich wirkt. Klar lässt der Krieg Kinder schneller erwachsen werden, doch in meinen Augen hätte man hier einen deutlicheren Unterschied zur Perspektive ihrer Mutter erspüren müssen.

Fazit

»Die verlorene Tochter der Sternbergs« ist ein empfehlenswerter wie auch berührender Roman für alle, die sich für die Schrecken des Zweiten Weltkrieges insbesondere des Holocaust und seiner Auswirkung auf jüdische Familien interessieren und diese Zeit nicht in Vergessenheit geraten lassen wollen.

Bewertung vom 04.06.2020
Deadpool vs. Black Panther
Kibblesmith, Daniel; López Ortiz, Ricardo

Deadpool vs. Black Panther


sehr gut

In »Deadpool vs. Black Panther: Für eine Handvoll Vibranium« zeigt Daniel Kibblesmith eindrucksvoll was passiert, wenn ein rotzfrecher Antiheld daherkommt und auf einmal zu verklickern versucht, dass er ein Stück des wertvollsten Rohstoffes der Welt für die Heilung eines seiner Opfer benötigt und dabei auf den stolzen und zumeist klug handelnden König Wakandas trifft.

Vor dem hoch entwickelten Setting des afrikanischen Landes Wakanda entbrennt zwischen Deadpool und Black Panther eine handfeste Prügelei, als der ehemalige Söldner Wade Wilson versucht ein Stück des Vibraniums zu stehlen. Natürlich nur mit den besten Vorsätzen und ganz in Deadpool-Manier, mit jederzeit einem flotten Spruch auf den maskierten Lippen.

In den Panels nimmt Ricardo Lopez Ortiz die Action aus diesem mitreißenden Zweikampf auf, und jagt die Helden der Geschichte durch die Handlung. Die kurzweilige und spannende Storyline hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn in meinen Augen Deadpool in dieser Geschichte eine deutlich bessere Figur abgibt als König T’Challa in seinem Raubkatzenkostüm.

Fazit

Ein kurzweiliges wie auch unterhaltsames Superhelden-Comic-Abenteuer!

Bewertung vom 04.06.2020
Bowie
Allred, Michael; Horton, Steve

Bowie


ausgezeichnet

Der biographische Comic über das wandelbare Pop-Chamäleon David Bowie, der am 8. Januar 1947 unter dem bürgerlichen Namen David Robert Jones in London geboren wurde, beginnt mit einem Konzertausschnitt vom 3. Juli 1973, bei dem Bowie sein Alter Ego Ziggy Stardust im Londoner Hammersmith Odeon sterben lässt und somit eine Ära abschließt, um sich für neue Wandlungen zu öffnen.

Im Folgenden wagen Michael Allred (ebenfalls ein großer Bowie Fan) und Steve Horton, die Schreiber dieser opulenten Bowie Comicgraphie, einen Rückblick zu den Anfängen des Künstlers und entführen die Leser*innen in die 60er und 70er Jahre, um die Entstehung von Ziggy Stardust mit den eindrucksvollen Zeichnung von Michael Allred, die von seiner Frau Laura Allred mit satten und zur Zeit passenden Farben koloriert wurden, zu bebildern.

Der Durchbruch gelang David Bowie 1971 mit »Hunky Dory«, das erste Album das er für die Plattenfirma RCA Records aufnahm und von vielerlei popkulturellen Einflüssen geprägt wurde. Der Weg zur wahren Glam Rock Stilikone war bereitet und verfestigte sich mit den kommenden Platten »The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars« (1972), »Aladdin Sane« (1973), »Pin Ups« (1973) und »Diamond Dogs« (1974). Diese und noch ettliche weitere bekannten Daten und Fakten wurden von Michael Allred und Steve Horton in »Bowie – Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume« zusammengetragen. Somit dürfen eingefleischte Fans also keine neuen Erkenntnisse erwarten, sondern eher ein Nachschlagewerk, das die Atmosphäre um die wilden 60er und 70er Jahre insbesondere der Essenz des Glam Rock gekonnt einfängt.

Vor diesem Comic war mir, obwohl ich Bowies Musik sehr gerne mag und mich Songs wie »Space Oddity«, »Life on Mars?« und »Moonage Daydream« mit ihrem fast schon außerirdischen und experimentellen Charme faszinieren, nicht sehr viel über den Ausnahmekünstler und Grenzensprenger David Bowie bekannt. Daher war das Lesen von »Bowie – Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagträume« für mich eine rasante Achterbahnfahrt, die eine Bilderflut ganz im Retrostil bereit hiel und mit unglaublicher Detailverliebtheit sowie der prachtvollen Koloration besticht.

Teilweise droht das Lettering mit einem Überfluss an Namen zu anderen Künstlern und Wegbegleitern sowie Konzertterminen zu erschlagen. Darüber kann ich allerdings getrost hinwegsehen, denn falls mich etwas mehr interessiert nehme ich solche Einflüsse gerne zum Anlass nachzuschlagen und mich noch weiter zu belesen. Ganz anders sieht es natürlich mit großen Bekannten aus der Zeit des Rock ’n’ Roll wie z. B. Freddie Mecury, Elton John, Alice Cooper uvm. aus, die ebenso in den Panels auftauchen wie Bowies Frauen.

Michael Allreds grandiose Illustrationen, die durch atemberaubender Splashpages, eine besonders starke Sogwirkung entfalten, lassen das Kunstobjekt David Bowie, der sich immer wieder in so vielen Facetten präsentierte und neu erdachte, lebendig werden. Konzerte, Plattencover, Filme in denen Bowie als Schauspieler mitwirkte, Designer die seinen Stil beeinflussten – das alles wird in prächtigen Panels aufbereitet, welche durch ihre unterschiedliche Darbietungsformen zum ausgiebigen Betrachten und Entdecken einladen.

Dieser Comic ist Liebe auf den ersten und auch letzten Blick, denn zu den detaillierten Illustrationen lässt auch das Nachwort durchblicken, dass es sich bei diesem Werk um ein Buch von Fans für Fans, und solche die es noch werden wollen, handelt. Es würde mich wahnsinnig freuen, wenn es tatsächlich noch einen weiteren Comic aus der Zeichenspitze von Allred geben würde, denn hier wurde nur ein Bruchteil des Lebens und musikalischen Wirkens Bowies eingefangen.

Fazit

So berauschend und glamourös wie die Stil- und Popikone selbst, liefern Michael Allred, Steve Horton und Laura Allred mit »Bowie – Sternenstaub, Strahlenkanonen und Tagräume« ein hypnotisierendes Comic-Werk über den Weg zur Kunstfigur Ziggy Stardust.

Bewertung vom 04.06.2020
Verbena
Byrne, Ruth Anne

Verbena


sehr gut

Der Fantasy-Jugend-Roman »Verbena. Hexenjagd« von Ruth Anne Byrne ist bereits rein optisch ein kleines Highlight, denn auch wenn mir der Coveraufdruck nicht zu einhundert Prozent gefällt, so ist die satte grüne Farbe und der mit Kräutern verzierte Buchschnitt eine wahre Augenweide! Sehr schön finde ich auch, dass neben dem Mädchengesicht zusätzlich noch die Mardergestalt einen Platz erhalten hat. Außerdem finde ich Karten bei phantastischen Büchern immer unheimlich hilfreich, daher konnte hier mit dem Abdruck einer solchen im Vorsatzpapier noch ein zusätzlicher Pluspunkt gesammelt werden.

Die Schriftstellerin hat ihre Geschichte um die 17-jährige begabte Verbena auf eine Trilogie ausgelegt und führt in ihrem Auftaktband »Verbena. Hexenjagd« in das mittelalterlich anmuntende Setting ein, knüpft eine Verbundenheit zu den vorgestellten Protagonisten und lässt ein Gespür für die Beziehungen unter diesen erwachen. Die unaufgeregte und flüssige Erzählweise von Ruth Anne Byrne passt zu der Geschichte sehr gut und ließ mich zu keiner Zeit temporeiche Spannung vermissen. Die Ruhe und Sorgfältigkeit mit der Byrne ihre Geschichte aufbaut, lassen dem Erzählten genügend Raum, um sich zu Entfalten und auf die Leser*innen wirken zu können. Dennoch bin ich bin mir fast schon sicher, dass in den beiden kommenden Büchern noch jede Menge Action und atemlose Handlungsverläufe zu erwarten sind.

Mit meiner Vorliebe für Hexen-Geschichten kam ich durch dieses Buch voll auf meine Kosten, denn die Erzählung über die die Titelheldin Verbena, wie sie ihre magische Begabung entdeckt nachdem sie eine starke innere Bindung zu dem jungen Marder Malve aufnimmt und nun nicht nur in die Welt der Heilkäruter- und Pflanzen eintaucht, sondern auch von längst vergessenen Volksgeistern hört, entwickelt eine mitreißende Atmosphäre. Die Spannung des Erzählten baut sich durch die unterschwellig lauernde Gefahr, des entdeckt Werdens durch die Hüter, und der Beziehung zu dem begehrtesten Junggesellen des Dorfes die sich durch Eifersucht zu einem Pulverfass entwickeln könnte. Schließlich ist da der geheimnisvolle Valerian, der von Verbena gesund gepflegt wird und schon bald stellt sich eine besondere Vertrautheit zwischen Patient und Heilerin ein.

Die Zeichnung der einzelnen Charaktere wurde trotz der gerade einmal 272 Seiten gelungen umgesetzt, während die Hauptprotagonistin Verbena natürlich einen Feinschliff erhält, der die Leser*innen durch die Ich-Erzähl-Perspektive mit den Wünschen, Ängsten und Hoffnungen mitfiebern lässt, wird für ihren heimlichen Schwarm Finn und ihre beste Freundin Fria natürlich nicht soviel Raum für Details gewährt (was in meinen Augen auch nicht nötig ist). Der Haupthandlungsort ist die Heilerei und so bekommt man unweigerlich auch mehr über Verbenas Ziehmutter Alraune und Valerian präsentiert, woraus sich ein spannendes Gesamtkonstrukt entspinnt das sicherlich noch einige Geheimnisse in sich trägt.

Besonders verliebt habe ich mich in die glaubhafte Darstellung der Verbindung zwischen Verbena und dem Marder, über die die Titelheldin zunächst keine Macht hat und es mehr als einmal erdulden muss, in den denkbar ungünstigsten Momenten aus ihrem Körper herausgerissen und in Malve hineingesogen zu werden. Die daraus resultierenden Szenen haben einen tollen Unterhaltungswert!

Ruth Anne Byrne hat mit ihrer Geschichte meinen Geschmack gut getroffen und für mich steht fest, dass in dieser Trilogie noch jede Menge Potenzial steckt, sodass bei mir die Vorfreude auf den Folgeband »Verbena. Hexenflucht«, der voraussichtlich im Herbst 2020 erscheinen wird, schon ganz auf meiner Seite ist!

Fazit

Eine runde Mischung aus Fantasy, History und dynamischen Protagonisten machen aus »Verbena. Hexenjagd« einen vielversprechenden Trilogie-Auftakt!

Bewertung vom 04.06.2020
Die Dame, die Kälte und der Teufel / Mercy Bd.1
Andolfo, Mirka

Die Dame, die Kälte und der Teufel / Mercy Bd.1


sehr gut

Das düstere Cover von Mirka Andolfos neuer Comic-Serie »Mercy« zeigt eine feine Lady mit einer übernatürlichen Rankengestalt in der Hand und ist mir direkt ins Auge gestochen, denn ich mag sehr gerne geheimnisvolle und mystisch behaftete Geschichten. Noch besser ist es, wenn es in diesen Geschichten auch noch Monster gibt, wie in dieser! Der erste Band der Reihe trägt den Titel »Die Dame, die Kälte und der Teufel« und ist meine erste Lektüre der italienischen Szenaristin und Illustratorin Mirka Andolfo.

Die Geschichte beginnt mit einer tragischen Katastrophe in der Miene der Swansons in der Kleinstadt Woodsburgh und schwenkt dann auf die Trauerfeier für die Opfer des Unglücks um, bei der Lady Swanson die Vorwürfe und den Unmut in der Gemeinde zu spüren bekommt.

Außerdem wird ein Bild der Gesellschaft, die durch die mysteriösen Vorgänge beeinflusst wurde gezeichnet. Die Menschen schreiben alle schrecklichen Vorgänge in ihrer Gemeinde dem »Teufel von Woodsburgh« zu, es gibt neben der feinen und gut betuchten Einwohnern auch Armut und Verzweiflung und der Grad zwischen Hoffnung und Glaube scheint zu verschwimmen. Zu den ärmsten Kreaturen Woodsburghs zählt auch das kleine Waisenmädchen Rory, welches ihre Mutter schmerzlich vermisst.

Eines Tages zieht die übernatürlich schöne Lady Nolwenn Hellaine mit ihrem Butler Goodwill aus Seattle in die verschlafene Kleinstadt und mit ihrer Ankunft nehmen blutige Vorkommnisse ihren Lauf. Während die Adlige Lady Hellaine bei einer Party ihre Mitbürger, darunter auch die in Ungnade gefallene Familie Swanson, für sich gewinnen möchte drückt das düstere Geheimnis der feinen Dame immer weiter an die Oberfläche. Ein Zufall führt Lady Hellaine und das unschuldige Waisenmädchen Rory zueinander und es entsteht ein Band zwischen ihnen, dessen genaue Auswirkungen noch nicht genauer zu deuten sind. Haben hier Licht und Dunkelheit zueinander gefunden?

Mirka Andofos Illustrationen sind eine Augenweide und haben mich von der ersten bis zur letzten Seite mit ihrer Magie verzaubert. Die detailreichen Panels bestechen mit fein gezeichneten Figuren, die durch ihre übergroßen Augen einen mangaesken Touch mitbringen, brillanten Farben, die für eine übersinnliche Atmosphäre sorgen und perfekt mit der düsteren Storyline verschmelzen.

In diesem Auftaktband werden unheimlich viele Fragen aufgeworfen und die Antworten bleiben noch unter der Oberfläche im Dunkeln. Damit erzeugt Andolfo eine prickelnde Spannung und ein subtiles Grauen, welches einen großen Reiz der Story ausmacht und zudem den Gothic-Novel Charakter unterstreicht. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man am Ende zumindest eine bessere Ahnung davon erhält, wohin die Reise gehen wird. Es bleibt also spannend und ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung dieser düsteren Gruselgeschichte!

Fazit

Mysteriöser Horror vereint mit Schauerroman-Atmosphäre und den ästhetischen Bildern Andolfos machen Lust darauf, mehr über die geheimnisvolle Lady Hellaine zu erfahren!

Bewertung vom 04.06.2020
Die roten Schriftrollen / Die ältesten Flüche Bd.1
Clare, Cassandra; Chu, Wesley

Die roten Schriftrollen / Die ältesten Flüche Bd.1


ausgezeichnet

Beschreibung

Die Beziehung des Schattenjägers Alexander Lightwood und des Hexenmeisters Magnus Bane steht noch ganz am Anfang und in einem romantischen Europa-Urlaub möchten sie die frischen Gefühle der großen Liebe voll auskosten. Doch kaum in der Stadt der Liebe angekommen, werden die beiden mit einem Dämonenkult konfrontiert, der zwar schon seit Jahrzehnten besteht, nun aber mit aller Macht die Welt ins Chaos stürzen will. Außerdem soll als Gründer des Kultes »Blutrote Hand« Magnus Bane verantwortlich sein, welcher keinerlei Erinnerungen an diese Zeit hat. Die Ereignisse führen Magnus und Alec quer durch Europa und stellen ihre noch junge Liebesbeziehung auf eine harte Probe.

Meine Meinung

Die Welt der Schattenjäger von Cassandra Clare begleitet mich schon seit vielen Jahren und ich habe immer noch nicht genug von dieser packenden Urban Fantasy mit ihren kampferprobten Engelskriegern, den Vampiren, Werwölfen und Feen der Unterwelt und den ständig lauernden Dämonen. Mit viel Fingerspitzengefühl hat Clare ein unglaublich fesselndes Universum erschaffen und dieses mit lebendigen Charakteren besiedelt, bei denen ich immer mehr das Gefühl bekomme, dass es sich um reale Persönlichkeiten und nicht um fiktive Protagonisten handelt. Daher freue ich mich immer über neue Romane und Reihen, die in dieser Welt verankert sind.

»Die Roten Schriftrollen« ist der erste Titel aus Cassandra Clares neuer Schattenjäger Trilogie »Die ältesten Flüche«, in der sie gemeinsam mit Wesley Chu die Gay-Romance Geschichte von Alec Lightwood und Magnus Bane (welches mit Abstand meine Lieblingsprotagonisten aus Clares Universum sind) näher beleuchtet. Zeitlich gesehen ist das neue Werk zwischen »City of Glass« und »City of Fallen Angels« angesiedelt.

Für die Fan-Gemeinde der Schattenjäger-Welt ist dieses Buch ein absolutes MUSS, da die bezaubernde Liebesgeschichte von Alec und Magnus endlich mehr Raum bekommt und man natürlich auch alten Bekannten begegnet. Aber auch für Neueinsteiger bietet diese Trilogie eine hervorragende Möglichkeit, endlich in die phantastische Welt Clares einzutauchen, ohne dazu große Vorkenntnisse mitbringen zu müssen. Allerdings wird man dann nicht alle Nuancen und Verknüpfungen erkennen, daher ist meine Empfehlung, zuerst die ersten drei Bände der »Chroniken der Unterwelt« zu lesen.

Das Setting ist über mehrere europäische Städte verteilt, begonnen in der romantischen französischen Hauptstadt Paris, über einen Maskenball in der venezianischen Hauptstadt Venedig und schließlich erhält die Geschichte ihren Höhepunkt inmitten der italienischen Hauptstadt Rom – diese Vielfalt hat mir unheimlich gut gefallen!

Die romantische Atmosphäre vor der Kulisse des Eiffelturms oder der glamourösen Fahrt mit dem Orientexpress wird jäh unterbrochen durch die Aktivitäten eines Dämonenkultes und somit kommt zur eigentlichen Urlaubsreise der frisch verliebten ein ordentlicher Schuss Spannung und Action hinzu. Im Endergebnis präsentieren Clare & Chu einen berauschenden Cocktail, der mich das Buch kaum aus der Hand legen ließ.

Die Beziehung von Alex und Magnus wird einer Belastungsprobe unterzogen, denn die Vergangenheit des, durch die Jahrhunderte, erfahrenden Hexenmeisters beginnt ihn einzuholen und da er über keine Erinnerungen an den Dämonenkult verfügt, drohen dunkle Gedanken den rosaroten Horizont zu verdunkeln. Mein Highlight an diesem Buch ist die Darstellung der so frischen und dennoch unglaublich starken Bande, die die Liebenden verbindet. Mit ungebrochenem Vertrauen zueinander und einer starken Liebe gehört dieses Dream-Team definitiv zu meinen liebsten Buch-Paaren!

Fazit

Ein absolutes Highlight für eingefleischte Schattenjäger-Fans, die von Alec und Magnus nicht genug bekommen können!