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Benutzername: Mike
Wohnort: Ennepe-Ruhr-Kreis
Über mich: Ich mag Bücher wirklich sehr gerne ^^


Bewertungen

Insgesamt 54 Bewertungen
Bewertung vom 14.10.2018
Piccola Sicilia
Speck, Daniel

Piccola Sicilia


gut

Schöne Atmosphäre, mittelmäßige Protagonisten

Protagonisten
Nina lässt sich scheiden und fühlt sich nun etwas verloren, fragt sich, was sie von Leben wollte, und wie die Ehe sie verändert hat. Als eine fremde Frau ihr erzählt, ihre Tante zu sein, und noch sagt, dass alles, was sie über ihren Großvater Moritz weiß, nicht stimmt, will Nina alles darüber wissen. Sowohl sie als auch diese angebliche Tante Joëlle fand ich eher fade. Zwar macht Nina eine kleine Entwicklung durch, aber sie hört sich nur die Geschichte an und trotz ihrer Gefühle habe ich sie immer als sehr gleichgültig empfunden.

Yasmina arbeitet in einem Hotel in Tunis, bis es dort zu gefährlich für Juden wird. Ihre heimliche Liebe zu ihrem Adoptivbruder Victor ist im Grunde ihr einziger Antrieb. Diese Besessenheit konnte ich kaum nachvollziehen, da Victor ein egoistischer Feigling ist, der rebelliert und sich doch die Anerkennung seines Vaters wünscht - ohne etwas dafür tun zu müssen.

Moritz ist kein Kämpfer, sondern als Photograph eher ein stiller Beobachter. Hautnah darf er miterleben, wie Bilder nachgestellt werden und zu Propaganda Material werden. Er denkt oft mal an seine Verlobte, aber das, was er in Tunis erlebt, distanziert ihn weiter von diesem, das in unerreichbare Ferne zu rücken scheint.

Handlung und Schreibstil
Die Protagonisten konnten mich nicht gerade überzeugen, da ich zwar ihre Geschichten rührend fand, die Charakterzüge aber weniger sympathisch. Die Liebesgeschichte hat sich dermaßen anders entwickelt als erwartet, dass sie mich geradezu gestört hat und für mich das ganze Buch verschlechtert hat.

Das Buch hatte viele schöne, zitierwürdige Sätze, aber ansonsten fand ich es etwas abgehackt und außerdem hat sich das Buch etwas in die Länge gezogen und dadurch war es auch etwas anstrengend. Das Setting ist zwar spannend, da es viel Potenzial zu Konflikten und tiefen Gefühlen hat, und das wurde auch gut genutzt. An diesem Buch gefiel mir nämlich besonders die Darstellung der unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Der Autor hat nie vergessen, was für verschiedene Personen direkt vor Ort waren und hat immer die verschiedenen Reaktionen mit berücksichtigt und damit eine authentische Atmosphäre geschaffen.

Fazit
Insgesamt hat mir "Piccola Sicilia" nur mittelmäßig gut gefallen, zwar mochte ich die Atmosphäre, aber die Protagonisten fand ich nicht sympathisch und das Buch zog sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Länge.

Bewertung vom 04.10.2018
Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard (eBook, ePUB)
Carter, Cara

Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard (eBook, ePUB)


weniger gut

Oberflächliche Charaktere und keine Spannung

Protagonisten
Am Anfang hatte Connor gar keine Lust darauf, Babysitter zu spielen, doch als er den Ernst der Situation erkennt, setzt er sich natürlich voll und ganz für Lenas Schutz ein. Dass Lena sich so bockig anstellt, macht seinen Job schon schwieriger, aber dann ist er nach wider Willen scharf auf sie, und das macht die Situation nur noch schlimmer.

Lena ist eine verwöhnte Zicke, sie liebt Partys, Shopping Touren, Luxus und vor allem sich selbst. Als sie bedroht wird, nimmt sie das nicht ernst. Als sie angeschossen wird, ist sie etwas stinkig. Es dauert ewig, bis sie de Ernst der Situation begreift, und bis dahin ist sie unglaublich nervig. Danach ist sie auch nicht viel besser und bleibt ein sehr oberflächlicher Charakter.

Sparrow ist der eigentliche Held der Geschichte. Er ist ein Computergenie und liefert unserem Duo alle nötigen Informationen. Und damit meine ich wirklich alle, denn die beiden sind selbst nicht aktiv genug, um mal selbst etwas herauszufinden. Sparrow liebt Verschwörungstheorien und ist immer auf der Jagd nach neuen Enthüllungen. Obwohl ich ihn schon fast zu übertrieben fand, war er noch das beste an diesem Buch.

Handlung und Schreibstil
Ich hatte einige Schwierigkeiten mit dem Buch, denn es war höchstens zwischendurch ganz nett plätschernd und ansonsten nicht gerade überzeugend.
Die beiden Protagonisten sind auf der Flucht und zwischendurch kommt es zu kleinen Auseinandersetzungen, und ansonsten tun sie nichts, weil sie nichts können. Dann kontaktieren sie Sparrow oder er meldet sich bei ihnen und liefert neue Informationen, die dann irgendwas neues bringen. Sie sind also fern vom Geschehen, darum konnte mich die Handlung mit der russischen Mafia auch nicht überzeugen, auch wenn ich die Idee eigentlich interessant fand.
Dann gab es noch einige kurze Kapitel aus anderen Perspektiven, die ich einfach nur unnötig fand und zum Schluss hin einen Zwischenfall, der gar nicht zum Rest des Buches passte.
Ich musste mich jetzt nicht gerade durchquälen, aber ich war unzufrieden und musste öfter die Stirn runzeln, als dass ich etwas gut fand.

Fazit
"Projekt: Phoenix - Geliebter Bodyguard" konnte mich leider gar nicht überzeugen. Weder die Charaktere, noch die Handlung und spannend fand ich es schon gar nicht.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.09.2018
Heute schon für morgen träumen
Nelson Spielman, Lori

Heute schon für morgen träumen


sehr gut

Eine selbsterfüllende Prophezeiung über Generationen

Eine Einladung reißt Emilia aus ihrem tristen Alltag: Ihre Großtante Poppy möchte ihren 80. Geburtstag mit ihr in Italien verbringen.
Aber Emilias Großmutter erlaubt das niemals und Emilia selbst traut sich nicht, sich dem Wort ihrer Nonna zu widersetzen und ihre gewohnte Umgebung zu verlassen. Dann beginnt sie aber plötzlich zu sehen, dass ihr Leben nicht von ihr bestimmt wird. Poppy sagt, alles sei möglich, aber davon muss Emilia sich erstmal selbst überzeugen ...

Protagonisten
Emilia ist ein schüchternes graues Mäuschen, das sich einfach herumschubsen lässt und nichts dagegen tut. Ihre Großmutter schließt sie aus und behandelt sie anders, da Emilia eine "Zweitgeborene" ist und damit eigentlich nie wirklich Glück im Leben haben und ganz sicher nicht heiraten wird. Emilia stört das kaum, denn so hat auch niemand Erwartungen an sie und sie erledigt entspannt ihre Pflichten.
Bis sie plötzlich doch überlegt, ob diese Reise nicht ganz nett wäre. Für sie spricht nicht wirklich etwas dagegen und es bedeutet endlich mal etwas Freiheit, denn obwohl sie sich nicht viel aus dem sogenannten Fluch macht, will sie nicht länger die Last dessen spüren. Die Entwicklung, die sie macht, ist wirklich schön mitzulesen, da sie wirklich ihre inneren Hindernisse bewältigt und über sich selbst hinauswächst.

Lucy ist schon das Gegenteil zu der schüchternen Emilia, die sich in ihrer Ecke verkriecht. Sie ist ebenfalls die jüngere Tochter, aber sie kämpft gegen den Fluch an und ist fest entschlossen, einen Mann zu finden. Sie wirkt ebenfalls jung und leichtsinnig, aber auf eine ganz andere Art als Emilia, nämlich laut und aufdringlich.

Handlung und Schreibstil
Im Zentrum des Buches steht dieser Fluch. Im Grunde ist es nicht mehr als eine selbsterfüllende Prophezeiung, die unglaubliche Ausmaße annimmt. Es betrifft Generationen von Frauen, denen eingeredet wird, sie würden nicht glücklich werden, worauf sie das entweder akzeptieren und in Selbstmitleid baden oder wie Lucy so verzweifelt darum kämpfen, dass jede kleinste Niederlage nur den Fluch bestätigt. Dann gibt es Leute wie Emilias Großmutter, die ihre Kinder in dem Glauben an den Fluch aufziehen und das eine Kind bevorzugen und die andere Tochter eher als Plagegeist ansehen. Es geht hier zum einen darum, den Fluch zu besiegen, aber vor allem, den Erwartungen anderer zu entkommen und sich selbst zu entfalten.

Ansonsten geht es noch um Liebe in der Familie, Zusammenhalt und Loyalität. Neben der Italienreise gab es noch die Geschichte, die Poppy über ihre Jugend und ihre große Liebe erzählt, und auch diese konnte mich mitreißen, weil es ähnliche Themen behandelte und außerdem noch zeigte, wie es zu der Kluft zwischen den Schwestern Poppy und Emilias Großmutter kam.

Fazit
"Heute schon für morgen träumen" hat mir wirklich ganz gut gefallen. Familie, Liebe, eine selbsterfüllende Prophezeiung und wie man seinen eigenen Weg geht und den Erwartungen anderer entkommt. Wirklich schön geschrieben.

Bewertung vom 16.09.2018
Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1
Snow, Rose

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit / Lügenwahrheit Bd.1


gut

Nett, aber kaum spannend

Protagonisten
June tritt ihr Auslandsjahr in England an, während dem sie im Haus ihres Onkels wohnen wird. Womit sie nicht rechnet: Geheimnisse, Mysterien, ein Herrenhaus und zwei ungleiche Brüder, die ihr den Atem rauben. Natürlich sind ihre beiden adoptierten Cousins Blake und Preston unglaublich attraktiv und scheinen sich beide vorgenommen zu haben, sie verrückt zu machen. Sie fühlt sich zu beiden irgendwie hingezogen und will das eigentlich gar nicht, da sie Ziele hat, die sie erreichen will und sie will sich auch nicht ablenken lassen.

Blake ist meist eher mies drauf und provoziert June am laufenden Band, während Preston, sein Gegenstück, absolut charmant ist und quasi Honig von seinen Lippen träufelt. Die Situation zwischen den Jungs ist angespannt und sie sind immer nur am Streiten. Ansonsten entsprechen sie absolut den üblichen Helden und Bad Boys in Jugendbüchern. Geheimnisvoll, attraktiv und harte Schale, weicher Kern.

Handlung und Schreibstil
Eigentlich hat mir das Buch schon gut gefallen und ich habe es schnell lesen können, aber letztendlich war es einfach etwas langweilig. Im Großen und Ganzen ist nichts passiert, die Handlung beschränkt sich eher auf normale Teenager-Erfahrungen, kleine Liebesdramen zwischen einem Mädchen und zwei Jungs und kleine magische Entdeckungen.
Die Magie kam mir hier etwas kurz, auch wenn sie doch ganz interessant ist. Es dauert ewig, bis sich etwas regt, und dann folgt darauf auch nicht allzu viel. Es kommt einfach kaum Spannung auf und das Ende konnte mich auch nicht überzeugen. Ich fand es aber ganz unterhaltsam und habe keine größeren Kritikpunkte, hoffe einfach auf etwas mehr von allem in den Fortsetzungen.

Fazit
Insgesamt konnte mich "Das erste Buch der Lügenwahrheit" ganz gut unterhalten, aber es war nur mäßig spannend und plätscherte vor sich hin. Ich hoffe auf mehr in der Fortsetzung!

Bewertung vom 15.09.2018
Save Us / Maxton Hall Bd.3
Kasten, Mona

Save Us / Maxton Hall Bd.3


weniger gut

Ich hatte ein ganz grundlegendes Problem mit diesem Buch: Es geht nicht mehr um Ruby und James. An sich klingt das nicht so schlimm, denn natürlich dürfen auch mal andere Charaktere zu Wort kommen, nur leider drängen diese das Hauptpaar vollkommen in den Hintergrund und wir haben drei weitere Pärchen, die sehr viel Platz in der Geschichte einnehmen. Sie werden im Klappentext mit keinem Wort erwähnt und waren auch in beiden Vorgängern nicht annährend so im Mittelpunkt, weswegen es mich hier dann so gestört hat, weil ich eben mehr über Ruby und James lesen wollte und überraschenderweise etwas ganz anderes bekam.
Ruby und James lösten ihre Probleme sehr schnell und taten im Hauptteil rein gar nichts, erst zum Ende hin kam bei ihnen wieder etwas Spannung auf, die auch wieder sofort vorbei war. Insgesamt plätschert die ganze Handlung vor sich hin, weil im Eiltempo so viele Liebesgeschichten durchlebt werden, mit Höhen und Tiefen und doch sehr knapp, weil ja dann sofort der nächste dran ist. Ich fand es nach den deutlich stärkeren Vorgängern sehr schade, dass dieser letzte Band durch zu viel mittelmäßig interessanten Inhalt so langweilig geworden ist.

Charaktere
Wir haben nur Paare, die wir vorher schon kannten, völlig neue Zusammensetzungen wären dann wirklich zu viel gewesen.
Bei Ruby und James kommt nur wenig Neues dazu. James findet langsam mehr Selbstvertrauen und wagt es mehr und mehr auf eigenen Beinen zu stehen, während Ruby noch um ihre Träume kämpft, wie sie das immer tut. Sie ist sehr freundlich zu allen und ihre Verzweiflung macht sie nicht fies oder so. James wirkt immer nachdenklich und bedrückt, weil er eine schwierige Zeit mit seiner Familie durchmacht und tut eigentlich nicht besonders viel. Das war es ja, was ich an diesem Buch so schade fand - bei Ruby und James verändert sich gefühlt nichts.

Dann sind da noch Lydia und Graham, deren Liebesgeschichte ich in diesem Buch eigentlich am besten fand, dafür aber schon wieder zu kurz. Sie spielten schon lange genug eine Rolle, um sich auch für ihr Happy End zu interessieren und mussten ja auch schon eine Menge durchmachen, sodass sie es auch wirklich verdient hätten.

Bei Wren und Ember sowie bei Kesh und Alistair hatte ich nicht so richtigen Zugang zu den Charakteren, weil sie bisher nicht so wichtig waren und mich dann etwas genervt haben, weil sie von der Haupthandlung ablenkten. Ihre Geschichten waren simpel gestrickt und konnten mich einfach nicht fesseln. Ember fühlt sich von ihrer Schwester ungerecht behandelt, ist unsicher wegen ihrer Figur und will dazugehören. Sie reagiert recht sensibel auf alles von Wren, der gerade sein Vermögen verloren hat und sich an seinem neuen Platz noch nicht ganz zurechtfindet. Kesh kann nicht zu seiner Sexualität stehen, womit Alistair nicht klarkommt, weil er richtig mit ihm zusammen sein möchte. Hier wurden interessante Themen angeschnitten, aber es wirkte einfach zu eilig, um mich ganz überzeugen zu können.

Fazit
Leider muss ich sagen, dass "Save Us" als Finale der Maxton-Hall-Trilogie der schwächste Band für mich war. Nebencharaktere drängten Ruby und James völlig in den Hintergrund, sodass die Spannung leider verloren ging und mich das Buch gar nicht mehr fesseln konnte.

Bewertung vom 10.09.2018
Zehn Jahre musst du opfern / Dark Palace Bd.1
James, Vic

Zehn Jahre musst du opfern / Dark Palace Bd.1


sehr gut

Spannend, aber zu viele Perspektiven

Protagonisten
Luke in der Sklavenstadt Millmoor wurde von seiner Familie getrennt und die nächsten zehn Jahre sehen übel aus, aber er gibt nie auf und lässt sich nicht unterkriegen. Für andere ist er mutig und setzt sich gern für seine Mitmenschen und für Gerechtigkeit ein. Seine Schwester Abi ist schlau und unterstützt ihre Familie, doch sie lässt sich auch oft von Gefühlen leiten und trifft weniger schlaue Entscheidungen. Bouda, die Verlobte des Erben der Jardines, ist etwas zu ehrgeizig und hinterlistig und könnte auf ihrem Weg nach oben wirklich alles tun. Und Silyen Jardines Motive lassen sich gar nicht durchschauen und alle sind seinen Launen ausgesetzt ...

Handlung und Schreibstil
Für meinen Geschmack gibt es etwas zu viele Charaktere und auch viel zu viele Perspektiven, die dann nicht mal regelmäßige Auftritte hatten. Es gibt Perspektiven, die nur ein- oder zweimal zu Wort kamen und diese nur dafür einzuführen, finde ich schade, weil es dann nicht mehr davon gibt. Für eine einmalige Sache lohnt sich die Verwirrung einfach nicht.

Zwischen den einzelnen Kapiteln, bei denen die Perspektiven immer wechseln, vergeht viel Zeit und man verpasst auch viele Dinge, zu denen ich gerne mehr gelesen hätte. Es gab die Hauptschauplätze Kyneston und Millmoor, bei beiden gibt es Sklaven, über deren Umstände und Leid ich gerne mehr erfahren hätte. Doch leider wird die Zeit eher knapp und rückblickend beschrieben und es vergehen Wochen der Arbeit, bis man wieder etwas vom Tagesablauf sieht. Zwar geht man als Leser automatisch davon aus, dass es schrecklich ist, ein Sklave zu sein, aber ich hätte das Leid gerne etwas mehr zu spüren bekommen um auch bei einem Akt der Rebellion mehr mitfiebern zu können.

Ansonsten war es aber durchaus spannend. Es gibt eben rebellische Aktionen, Intrigen und auch ganz nette magische Momente. Es unterscheidet sich nicht durch großartige Ideen von anderen Jugendbüchern, aber es war keinesfalls langweilig und konnte mich gut unterhalten.

Fazit
Insgesamt hatte "Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern" zwar keine großartigen neuen Ideen oder absolut unglaubliche Überraschungen, aber es war durchaus spannend und unterhaltsam.

Bewertung vom 27.07.2018
Fire Queen / Die Patin Bd.2
Sangue, Vanessa

Fire Queen / Die Patin Bd.2


weniger gut

Das Feuer dieser Königin brennt eher schwach
Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Sie hat ihre Regeln gebrochen und ihn viel zu nah an sich heran gelassen, und nun zahlt sie den Preis ...
Saphira hat Madox vertraut, doch er hat sich als Feind entpuppt. Wie konnte sie so blind sein und warum schmerzt sein Verrat so sehr? Nun will sie die Vargas mehr denn je besiegen und sich vor allem an Madox rächen.
Doch während andere Gegner sich auf Saphiras Vernichtung vorbereiten, will Madox eigentlich nur wieder bei ihr sein ...

Cover und Titel
Da der Titel des ersten Buches so gut gepasst hat, hatte ich mich schon auf eine furiose, kraftvolle Saphira gefreut und die Rachegelüste am Anfang schienen vielversprechend. Doch leider konnte Saphira diesem Titel nicht ganz gerecht werden und daher finde ich den Titel auch nicht so perfekt wie im ersten Teil.

Protagonisten
Leider konnte Saphira meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Nach ihrem starken, dominanten Auftreten im ersten Band habe ich hier sogar noch mehr von ihr erhofft, da sie nun ja auch einen neuen Antrieb hat: Rache. Und ja, sie ist verletzt und nimmt Madox seinen schrecklichen Verrat zu Recht übel, aber sie unternimmt nur wenig und beweist leider an keiner Stelle, dass sie dem Titel Capo gerecht wird.
Durch ihre emotionale Verwirrung erkennt sie, dass ihr Madox wohl doch eine Menge bedeutet und dieser empfindet das ähnlich. Trotz seines Verrats sorgt er sich sehr um ihr Wohl, vermisst sie und zeigt das auch immer wieder. Unser gefährlicher Attentäter wurde in diesem Buch ziemlich weich und ließ oft Gefühle durchscheinen.
Zwar finde ich es gut, dass sich die Charaktere in emotionaler Hinsicht weiterentwickelt haben, aber gleichzeitig finde ich es auch schade, wie viel von ihrer herrischen Persönlichkeit gleichzeitig verloren ging. Gerade das hatte mir im ersten Buch so gut gefallen und hier hat mir sehr gefehlt.

Handlung und Schreibstil
Mein Problem mit Fire Queen war vor allem, dass es nicht annähernd an den Vorgänger rankam. Wir haben hier eigentlich eine interessante Kulisse, die dann aber kaum genutzt wird und keinerlei Tiefe hat, sondern nebenbei lief. Man hat wenig über das Leben der Charaktere in diesem Umfeld erfahren und auch wenig darüber, wie die aktuelle Lage so ist. Die Mitglieder der Famiglia waren eher unscheinbare Spielfiguren und obwohl betont wird, wie wichtig die Famiglia ist, konnte man das nicht spüren.
Von Madox, Saphira und anderen hohen Tieren würde man angesichts ihrer Vorgeschichte ja erwarten, dass sie misstrauisch sind, sich aber auch mit Intrigen auskennen und vieles durchschauen. Zwar ist ihnen das auch manchmal gelungen, aber dann waren mir die geschmiedeten Pläne immer viel zu simpel gestrickt und waren kaum mehr als direkte Angriffe. Zwar brutal, aber ziemlich langweilig.
Die Liebesgeschichte zwischen Saphira und Madox hat mir gut gefallen, doch ansonsten haben mir an einigen Stellen mehr Gefühle gefehlt. Es kommt oft zu Toden und diese sind sowohl in der Ausführung als auch in der Verarbeitung schnell abgehakt. Man könnte auch sagen, dass die Leute der Cosa Nostra daran gewohnt sind, aber doch nicht bei jedem.

Fazit
Insgesamt konnte "Fire Queen" dem Vorgänger einfach nicht gerecht werden. Die Charaktere waren nur ein Schatten ihrer früheren Persönlichkeit, die Handlung war eher einfach gestrickt und das Setting war auch nicht mehr wirklich überzeugend. Schade!

Bewertung vom 23.06.2018
Goldener Zorn / Children of Blood and Bone Bd.1
Adeyemi, Tomi

Goldener Zorn / Children of Blood and Bone Bd.1


sehr gut

Auf der Suche nach Orïshas Magie

Protagonisten
Zélie musste schon einiges mitansehen, zuerst den Tod ihrer Mutter in jener Nacht vor elf Jahren, und zur gleichen Zeit auch noch, wie ihr Vater seine Stärke verlor. Und auch die Magie verschwand ganz aus ihrem Leben. Zurück blieben nur schmerzvolle Erinnerungen an bessere Zeiten und mit dem weißen Haar ein Merkmal, dass sie zum Opfer macht, obwohl sie selbst noch nie richtig Magie spüren konnte. Sie ist wütend auf all jene, die Schuld daran sind und würde sich gerne alle persönlich vornehmen, wenn sie nur könnte, denn sie handelt oft ziemlich impulsiv und unbedacht und bringt sich damit gelegentlich in Schwierigkeiten. Sie ist mit Leidenschaft bei ihren Handlungen und bereit, für ihre Wünsche zu kämpfen, da sie einfach nicht länger ein Leben führen will, bei dem sie ständig in Furcht lebt.

Amari ist die Prinzessin des Landes, aber sie war schon immer eher ein Vogel in einem goldenen Käfig und sah nicht viel vom Leben außerhalb des Palasts. Das Leben am Hof findet sie aufgesetzt und fühlt sich dort einfach nicht wohl. Ihre beste Freundin ist ihre Dienerin Binta, eine Divîné, aber ihre Herkunft ist Amari egal. Doch als diese getötet wird und Amari einige schreckliche Tatsachen erfährt, hält sie es nicht länger aus, stiehlt das magische Artefakt und stößt auf ihrer Flucht auf Zélie. Zu Amaris primären Motiven geht es nicht darum, die Magie zu retten, sondern vor allem ihre Freundin zu rächen. Sie möchte in Andenken an sie den Divîné helfen und ihrem Vater die Stirn bieten. Zwar schmerzt es sie, ihren Bruder Inan auf der gegnerischen Seite zu wissen, aber sie hält an ihrer Überzeugung fest.

Prinz Inan ist zu meinem Lieblingscharakter geworden, vielleicht weil er noch mehr durchmachen muss als die anderen. Ihm wurde zwar seit seiner Kindheit eingebläut, wie böse Magie sei und dass die Wünsche seines Vaters auch seine Wünsche sind, aber er ist nicht blind. Eher ist er fehlgeleitet und hat Angst vor Konsequenzen. Während sein Vater gerne einen Schlussstrich zieht und alle Bedrohungen eliminieren möchte, ist so viel Tod nicht in Inans Sinn, denn er fühlt sich seinem Volk verpflichtet und möchte die unschuldigen Menschen beschützen. Er bevorzugt also eher friedliche Wege, aber manchmal hat er keine andere Wahl. Als er auf der Jagd nach seiner Schwester und der Schriftrolle bei sich selbst Veränderungen ausmacht, verwirrt ihn das und ihm kommen noch die da gewesene Zweifel. Ist Magie nur böse? Haben die Maji es wirklich verdient, so brutal getötet zu werden?

Handlung und Schreibstil
Für mich war das Buch jetzt nicht auffällig anders als andere Jugendbücher, die in High-Fantasy-Welten spielen. Die Tiere waren zwar eher exotisch und natürlich wurden die Hautfarben anders beschrieben, aber sonst war es für mich nicht außerordentlich anders und ich habe darin auch keinen besonders afrikanischen Geist erkennen können - wobei man da auch hinzufügen muss, dass ich mich da nicht besonders auskenne.

Ansonsten hat es mir aber auch gut gefallen. Zwar finde ich magische Artefakte manchmal etwas unnatürlich wirkend, aber die Reise und das Abenteuer waren durchaus spannend. Die Welt der Divîné und Maji sowie ihrer Götter war wirklich interessant und ich hätte gerne noch mehr davon gesehen. Es wurden auch wichtige Punkte angesprochen, wie zum Beispiel, dass nach der Rückkehr der Magie sicher nicht direkt Frieden herrschen würde und dass auch die Gaben der Maji zu neuem Leid führen könnten.
Einige Szenen wirkten leider etwas zu konstruiert und haben in dem Moment nicht wirklich Sinn ergeben, was dann etwas unangenehm aufstieß, aber es war nicht weiter schlimm.

Fazit
Insgesamt hat mir "Children of Blood and Bone - Goldener Zorn" wirklich gut gefallen. Die magische Welt war faszinierend, auch wenn ich gerne mehr davon gesehen hätte. Auch die Charaktere konnten mich wirklich überzeugen!

Bewertung vom 13.06.2018
Hades' Hangmen - Styx (eBook, ePUB)
Cole, Tillie

Hades' Hangmen - Styx (eBook, ePUB)


sehr gut

Religiöser Orden vs MC - Mitgelitten und mitgefiebert!
Protagonisten
Salome, die dann aber bald in Mae umbenannt wird, ist wirklich verletzt und das Leben war grausam zu ihr. Ihre Kindheit und Jugend waren wirklich schrecklich und neue Enthüllungen bezüglich ihrer Zeit in diesem scheußlichen Orden konnten mich wirklich jedes Mal schockieren. Ich habe wirklich mit ihr gelitten und hab wirklich immer für das Beste für sie gehofft.
Sie wirkt oft sehr naiv und trotz allem ist sie sehr gutgläubig und hoffnungsvoll, auch wenn sie oft Angst hat. Sie hat ein gutes Herz und die Taten in den Kreisen der Hangmen sind für sie sehr ungewohnt und verstörend. Sie hat wegen der Predigen der Jünger keine besonders hohe Meinung von sich selbst, aber durch die Unterstützung von Styx, Rider und anderen MC-Mitglieder findet sie Selbstvertrauen und ihren eigenen Weg.

Styx ist der Wortlose Hangman, denn er redet nicht. Er ist nicht vollständig stumm, aber er schafft es nicht, mit jedem zu reden, und wenn doch, muss er heftig stottern. Und ein stotternder Präsident eines Motorrad Clubs? Um weiterhin ernstgenommen zu werden, wissen nur sehr wenige Vertraute von seiner Stimme, der Rest hält ihn für stumm.
Als Anführer der Hangmen ist er dementsprechend gewalttätig und auch oft aggressiv, was Mae immer wieder erschüttert, aber so sieht sein Leben nunmal aus. Waffen, Motorräder, seine Gitarre und Frauen - so sieht seine Welt aus, doch Mae würde er lieber von diesen Dingen fernhalten. Wenn es um sie geht, dann wird er viel sanfter, will alle vernichten, die sie verletzt haben, und er reagiert immer rasend eifersüchtig, wenn ein Mann auch nur in ihre Richtung schaut.

Andere Charaktere
Rider ist der Arzt der Hangmen und stammt aus einer religiösen Familie. Diese beiden Tatsachen sorgen dafür, dass er nicht nur viel Zeit mit der verletzten Mae verbringt, sondern sie auch versteht und sich dadurch rasch mit ihr anfreundet. Er ist weniger aufdringlich und aggressiv als Styx, er spielt Spiele mit Mae und redet mit ihr und scheint mit seiner sanften Art auf dem ersten Blick viel besser für Mae geeignet zu sein. Nur schlägt ihr Herz bei Rider nicht annähernd so wild wie bei Styx!

Es gibt einige weitere Charaktere, die eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel einige Frauen im MC, mit denen Mae sich anfreundet, oder einige Männer, die mit Styx zusammen eben illegale MC-Sachen machen. Auch die Charaktere, die in den nächsten Büchern im Mittelpunkt stehen, tauchten auf und die romantischen Beziehungen wurden schon stark angedeutet - was ich etwas komisch fand, es wirkte einfach total unnatürlich.

Handlung und Schreibstil
Wir hatten hier zwei extreme Welten, die dazu auch noch so gegensätzlich waren. Mae aus dieser wahnsinnigen Sekte, die Frauen unmenschlich und abscheulich behandelt, und Styx aus dem MC voller Gewalt und Sex. Ich fand das aber wirklich gut gewählt, denn so konnte man eine Menge aus den Charakteren rausholen und dramatische Situationen entstanden wie von selbst.
Nur fand ich dann, vor allem zum Schluss hin, nicht mehr alles so glaubwürdig und auch oft sehr unnatürlich. Obwohl ich es wirklich bewegend fand und oft mitgelitten habe, war ich doch irritiert, als das Ende dann plötzlich so übereilt und unnatürlich wirkte.

Wegen der wirklich heftigen Szenen würde ich es übrigens nur Lesern über 16 Jahren empfehlen, wenn nicht sogar älter!

Fazit
Ich fand "Hades' Hangmen - Styx" wirklich sehr bewegend und habe wirklich mitgefiebert, gehofft, dass Styx und Mae glücklich werden und das auch alles andere gut ausgeht. Nur konnte es mich zu Ende hin doch nicht vollkommen überzeugen.

Bewertung vom 05.06.2018
Schwestern für einen Sommer
Lyra, Cecilia

Schwestern für einen Sommer


sehr gut

Bewegender Roman über zwei Schwestern und ihr Familien(un)glück

Eine Weile haben sie jeden Sommer zusammen im Strandhaus ihrer Großmutter verbracht und es war die schönste Zeit ihres Lebens.
Doch in den letzten fünfzehn Jahren haben sich die Schwestern Cassie und Julie nicht gesehen und nicht miteinander geredet, zu schrecklich ist die Tragödie von damals.
Nun treibt sie der letzte Wille ihrer Großmutter wieder in das Haus voller schöner Erinnerungen, wo sie den Sommer zusammen verbringen sollen.
Werden sie sich den Familiengeheimnissen stellen und wieder zu Schwestern werden oder sich weiter in Schweigen hüllen?

Protagonisten
Cassie ist Paartherapeutin, unter anderem im Fernsehen, und hat auch ihren Freund auf diese Art und Weise kennengelernt. Sie wünscht sich, mit ihm glücklich sein zu können, doch seine Frau droht ihm und erlaubt es ihm nicht, sie endgültig zu verlassen.
Sie wurde in ihrer Kindheit immer wieder Zeuge, wie ihre Schwester von allen geliebt wird und oft sogar bevorzugt, weil sie so hübsch ist. Dadurch hatte Cassie oft das Gefühl, weniger gut zu sein.

Julie fand ich am Anfang sympathischer, weil sie Randnotizen macht, Märchen erzählt und sehr verletzlich ist. Sie wünscht sich eine glückliche Ehe mit Kindern, doch ihr egoistischer Mann Patrick hat andere Vorstellungen. Er möchte eine Frau, die durch Shopping zufriedengestellt wird und sich in der Öffentlichkeit perfekt präsentiert. Doch Julie ist keine Puppe ohne Gefühle, sie ist in der Ehe nicht ganz glücklich und sehnt sich nach mehr.
Ihren Vater hat sie in ihrer Kindheit sehr angehimmelt und sucht noch immer nach Kontakt, auch wenn er sich nicht immer meldet. Da ihre Mutter immer glücklich war, wenn er da war und sie sich bei ihm immer wohl fühlte, sehnt sie sich nach einer glücklichen Familie.

Andere Charaktere
Viele Charaktere aus Gegenwart und Vergangenheit spielen hier eine Rolle und führen uns zu der aktuellen Situation der Geschwister. Die Beziehung zwischen Vater und den beiden Müttern hat die beiden Mädchen geprägt, sodass sie verschiedene Vorstellungen von Liebe und Ehe haben und nun müssen sie sich mit diesen auseinandersetzen, um das Glück zu finden.

Handlung und Schreibstil
Es geht hier nicht nur um die beiden Schwestern, sondern auch sehr viel um Familie und Ehe, Liebe und Neid. Beide Schwestern glauben, dass die jeweils Andere das bessere Los gezogen haben muss und ihre eigene Kindheit wird von einer Sehnsucht nach einem anderen Leben überschattet.

Es gab hier eigentlich nur Ehen, die in die Brüche gingen. Cassies Eltern, von Cassies Freund Daniel und seine Frau, und natürlich Julie und Patrick. An was müssen sie denken, was ist das Richtige, was macht sie glücklich? Meistens passt nicht alles zusammen und man muss sich für eine Seite entscheiden. Etwas schade fand ich hier aber, dass es immer einen eigentlich offensichtlichen "Bösen" gab, der mehr oder weniger Schuld an der Situation zu sein schien.

Meine letzte Kritik wäre noch, dass es recht wenig Handlung auf sehr vielen Seiten war. Es gab die üblichen Missverständnisse, die durch Schweigen entstehen, einige Wiederholungen und andere Längen. Ansonsten hat mir das Buch aber gut gefallen. Die Schicksale der Charaktere konnten mich berühren und ich habe wirklich die ganze Zeit mitgefiebert.

Fazit
Insgesamt hat mir "Schwestern für einen Sommer" wirklich gut gefallen. Es hatte einige Längen, aber ich habe oft mitgefiebert und mir wirklich das Beste für die beiden Schwestern gewünscht.