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Benutzername: Mike
Wohnort: Ennepe-Ruhr-Kreis
Über mich: Ich mag Bücher wirklich sehr gerne ^^


Bewertungen

Insgesamt 48 Bewertungen
Bewertung vom 27.07.2018
Fire Queen / Die Patin Bd.2
Sangue, Vanessa

Fire Queen / Die Patin Bd.2


weniger gut

Das Feuer dieser Königin brennt eher schwach
Enthält Spoiler zum Vorgänger!

Sie hat ihre Regeln gebrochen und ihn viel zu nah an sich heran gelassen, und nun zahlt sie den Preis ...
Saphira hat Madox vertraut, doch er hat sich als Feind entpuppt. Wie konnte sie so blind sein und warum schmerzt sein Verrat so sehr? Nun will sie die Vargas mehr denn je besiegen und sich vor allem an Madox rächen.
Doch während andere Gegner sich auf Saphiras Vernichtung vorbereiten, will Madox eigentlich nur wieder bei ihr sein ...

Cover und Titel
Da der Titel des ersten Buches so gut gepasst hat, hatte ich mich schon auf eine furiose, kraftvolle Saphira gefreut und die Rachegelüste am Anfang schienen vielversprechend. Doch leider konnte Saphira diesem Titel nicht ganz gerecht werden und daher finde ich den Titel auch nicht so perfekt wie im ersten Teil.

Protagonisten
Leider konnte Saphira meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Nach ihrem starken, dominanten Auftreten im ersten Band habe ich hier sogar noch mehr von ihr erhofft, da sie nun ja auch einen neuen Antrieb hat: Rache. Und ja, sie ist verletzt und nimmt Madox seinen schrecklichen Verrat zu Recht übel, aber sie unternimmt nur wenig und beweist leider an keiner Stelle, dass sie dem Titel Capo gerecht wird.
Durch ihre emotionale Verwirrung erkennt sie, dass ihr Madox wohl doch eine Menge bedeutet und dieser empfindet das ähnlich. Trotz seines Verrats sorgt er sich sehr um ihr Wohl, vermisst sie und zeigt das auch immer wieder. Unser gefährlicher Attentäter wurde in diesem Buch ziemlich weich und ließ oft Gefühle durchscheinen.
Zwar finde ich es gut, dass sich die Charaktere in emotionaler Hinsicht weiterentwickelt haben, aber gleichzeitig finde ich es auch schade, wie viel von ihrer herrischen Persönlichkeit gleichzeitig verloren ging. Gerade das hatte mir im ersten Buch so gut gefallen und hier hat mir sehr gefehlt.

Handlung und Schreibstil
Mein Problem mit Fire Queen war vor allem, dass es nicht annähernd an den Vorgänger rankam. Wir haben hier eigentlich eine interessante Kulisse, die dann aber kaum genutzt wird und keinerlei Tiefe hat, sondern nebenbei lief. Man hat wenig über das Leben der Charaktere in diesem Umfeld erfahren und auch wenig darüber, wie die aktuelle Lage so ist. Die Mitglieder der Famiglia waren eher unscheinbare Spielfiguren und obwohl betont wird, wie wichtig die Famiglia ist, konnte man das nicht spüren.
Von Madox, Saphira und anderen hohen Tieren würde man angesichts ihrer Vorgeschichte ja erwarten, dass sie misstrauisch sind, sich aber auch mit Intrigen auskennen und vieles durchschauen. Zwar ist ihnen das auch manchmal gelungen, aber dann waren mir die geschmiedeten Pläne immer viel zu simpel gestrickt und waren kaum mehr als direkte Angriffe. Zwar brutal, aber ziemlich langweilig.
Die Liebesgeschichte zwischen Saphira und Madox hat mir gut gefallen, doch ansonsten haben mir an einigen Stellen mehr Gefühle gefehlt. Es kommt oft zu Toden und diese sind sowohl in der Ausführung als auch in der Verarbeitung schnell abgehakt. Man könnte auch sagen, dass die Leute der Cosa Nostra daran gewohnt sind, aber doch nicht bei jedem.

Fazit
Insgesamt konnte "Fire Queen" dem Vorgänger einfach nicht gerecht werden. Die Charaktere waren nur ein Schatten ihrer früheren Persönlichkeit, die Handlung war eher einfach gestrickt und das Setting war auch nicht mehr wirklich überzeugend. Schade!

Bewertung vom 23.06.2018
Goldener Zorn / Children of Blood and Bone Bd.1
Adeyemi, Tomi

Goldener Zorn / Children of Blood and Bone Bd.1


sehr gut

Auf der Suche nach Orïshas Magie

Protagonisten
Zélie musste schon einiges mitansehen, zuerst den Tod ihrer Mutter in jener Nacht vor elf Jahren, und zur gleichen Zeit auch noch, wie ihr Vater seine Stärke verlor. Und auch die Magie verschwand ganz aus ihrem Leben. Zurück blieben nur schmerzvolle Erinnerungen an bessere Zeiten und mit dem weißen Haar ein Merkmal, dass sie zum Opfer macht, obwohl sie selbst noch nie richtig Magie spüren konnte. Sie ist wütend auf all jene, die Schuld daran sind und würde sich gerne alle persönlich vornehmen, wenn sie nur könnte, denn sie handelt oft ziemlich impulsiv und unbedacht und bringt sich damit gelegentlich in Schwierigkeiten. Sie ist mit Leidenschaft bei ihren Handlungen und bereit, für ihre Wünsche zu kämpfen, da sie einfach nicht länger ein Leben führen will, bei dem sie ständig in Furcht lebt.

Amari ist die Prinzessin des Landes, aber sie war schon immer eher ein Vogel in einem goldenen Käfig und sah nicht viel vom Leben außerhalb des Palasts. Das Leben am Hof findet sie aufgesetzt und fühlt sich dort einfach nicht wohl. Ihre beste Freundin ist ihre Dienerin Binta, eine Divîné, aber ihre Herkunft ist Amari egal. Doch als diese getötet wird und Amari einige schreckliche Tatsachen erfährt, hält sie es nicht länger aus, stiehlt das magische Artefakt und stößt auf ihrer Flucht auf Zélie. Zu Amaris primären Motiven geht es nicht darum, die Magie zu retten, sondern vor allem ihre Freundin zu rächen. Sie möchte in Andenken an sie den Divîné helfen und ihrem Vater die Stirn bieten. Zwar schmerzt es sie, ihren Bruder Inan auf der gegnerischen Seite zu wissen, aber sie hält an ihrer Überzeugung fest.

Prinz Inan ist zu meinem Lieblingscharakter geworden, vielleicht weil er noch mehr durchmachen muss als die anderen. Ihm wurde zwar seit seiner Kindheit eingebläut, wie böse Magie sei und dass die Wünsche seines Vaters auch seine Wünsche sind, aber er ist nicht blind. Eher ist er fehlgeleitet und hat Angst vor Konsequenzen. Während sein Vater gerne einen Schlussstrich zieht und alle Bedrohungen eliminieren möchte, ist so viel Tod nicht in Inans Sinn, denn er fühlt sich seinem Volk verpflichtet und möchte die unschuldigen Menschen beschützen. Er bevorzugt also eher friedliche Wege, aber manchmal hat er keine andere Wahl. Als er auf der Jagd nach seiner Schwester und der Schriftrolle bei sich selbst Veränderungen ausmacht, verwirrt ihn das und ihm kommen noch die da gewesene Zweifel. Ist Magie nur böse? Haben die Maji es wirklich verdient, so brutal getötet zu werden?

Handlung und Schreibstil
Für mich war das Buch jetzt nicht auffällig anders als andere Jugendbücher, die in High-Fantasy-Welten spielen. Die Tiere waren zwar eher exotisch und natürlich wurden die Hautfarben anders beschrieben, aber sonst war es für mich nicht außerordentlich anders und ich habe darin auch keinen besonders afrikanischen Geist erkennen können - wobei man da auch hinzufügen muss, dass ich mich da nicht besonders auskenne.

Ansonsten hat es mir aber auch gut gefallen. Zwar finde ich magische Artefakte manchmal etwas unnatürlich wirkend, aber die Reise und das Abenteuer waren durchaus spannend. Die Welt der Divîné und Maji sowie ihrer Götter war wirklich interessant und ich hätte gerne noch mehr davon gesehen. Es wurden auch wichtige Punkte angesprochen, wie zum Beispiel, dass nach der Rückkehr der Magie sicher nicht direkt Frieden herrschen würde und dass auch die Gaben der Maji zu neuem Leid führen könnten.
Einige Szenen wirkten leider etwas zu konstruiert und haben in dem Moment nicht wirklich Sinn ergeben, was dann etwas unangenehm aufstieß, aber es war nicht weiter schlimm.

Fazit
Insgesamt hat mir "Children of Blood and Bone - Goldener Zorn" wirklich gut gefallen. Die magische Welt war faszinierend, auch wenn ich gerne mehr davon gesehen hätte. Auch die Charaktere konnten mich wirklich überzeugen!

Bewertung vom 13.06.2018
Hades' Hangmen - Styx (eBook, ePUB)
Cole, Tillie

Hades' Hangmen - Styx (eBook, ePUB)


sehr gut

Religiöser Orden vs MC - Mitgelitten und mitgefiebert!
Protagonisten
Salome, die dann aber bald in Mae umbenannt wird, ist wirklich verletzt und das Leben war grausam zu ihr. Ihre Kindheit und Jugend waren wirklich schrecklich und neue Enthüllungen bezüglich ihrer Zeit in diesem scheußlichen Orden konnten mich wirklich jedes Mal schockieren. Ich habe wirklich mit ihr gelitten und hab wirklich immer für das Beste für sie gehofft.
Sie wirkt oft sehr naiv und trotz allem ist sie sehr gutgläubig und hoffnungsvoll, auch wenn sie oft Angst hat. Sie hat ein gutes Herz und die Taten in den Kreisen der Hangmen sind für sie sehr ungewohnt und verstörend. Sie hat wegen der Predigen der Jünger keine besonders hohe Meinung von sich selbst, aber durch die Unterstützung von Styx, Rider und anderen MC-Mitglieder findet sie Selbstvertrauen und ihren eigenen Weg.

Styx ist der Wortlose Hangman, denn er redet nicht. Er ist nicht vollständig stumm, aber er schafft es nicht, mit jedem zu reden, und wenn doch, muss er heftig stottern. Und ein stotternder Präsident eines Motorrad Clubs? Um weiterhin ernstgenommen zu werden, wissen nur sehr wenige Vertraute von seiner Stimme, der Rest hält ihn für stumm.
Als Anführer der Hangmen ist er dementsprechend gewalttätig und auch oft aggressiv, was Mae immer wieder erschüttert, aber so sieht sein Leben nunmal aus. Waffen, Motorräder, seine Gitarre und Frauen - so sieht seine Welt aus, doch Mae würde er lieber von diesen Dingen fernhalten. Wenn es um sie geht, dann wird er viel sanfter, will alle vernichten, die sie verletzt haben, und er reagiert immer rasend eifersüchtig, wenn ein Mann auch nur in ihre Richtung schaut.

Andere Charaktere
Rider ist der Arzt der Hangmen und stammt aus einer religiösen Familie. Diese beiden Tatsachen sorgen dafür, dass er nicht nur viel Zeit mit der verletzten Mae verbringt, sondern sie auch versteht und sich dadurch rasch mit ihr anfreundet. Er ist weniger aufdringlich und aggressiv als Styx, er spielt Spiele mit Mae und redet mit ihr und scheint mit seiner sanften Art auf dem ersten Blick viel besser für Mae geeignet zu sein. Nur schlägt ihr Herz bei Rider nicht annähernd so wild wie bei Styx!

Es gibt einige weitere Charaktere, die eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel einige Frauen im MC, mit denen Mae sich anfreundet, oder einige Männer, die mit Styx zusammen eben illegale MC-Sachen machen. Auch die Charaktere, die in den nächsten Büchern im Mittelpunkt stehen, tauchten auf und die romantischen Beziehungen wurden schon stark angedeutet - was ich etwas komisch fand, es wirkte einfach total unnatürlich.

Handlung und Schreibstil
Wir hatten hier zwei extreme Welten, die dazu auch noch so gegensätzlich waren. Mae aus dieser wahnsinnigen Sekte, die Frauen unmenschlich und abscheulich behandelt, und Styx aus dem MC voller Gewalt und Sex. Ich fand das aber wirklich gut gewählt, denn so konnte man eine Menge aus den Charakteren rausholen und dramatische Situationen entstanden wie von selbst.
Nur fand ich dann, vor allem zum Schluss hin, nicht mehr alles so glaubwürdig und auch oft sehr unnatürlich. Obwohl ich es wirklich bewegend fand und oft mitgelitten habe, war ich doch irritiert, als das Ende dann plötzlich so übereilt und unnatürlich wirkte.

Wegen der wirklich heftigen Szenen würde ich es übrigens nur Lesern über 16 Jahren empfehlen, wenn nicht sogar älter!

Fazit
Ich fand "Hades' Hangmen - Styx" wirklich sehr bewegend und habe wirklich mitgefiebert, gehofft, dass Styx und Mae glücklich werden und das auch alles andere gut ausgeht. Nur konnte es mich zu Ende hin doch nicht vollkommen überzeugen.

Bewertung vom 05.06.2018
Schwestern für einen Sommer
Lyra, Cecilia

Schwestern für einen Sommer


sehr gut

Bewegender Roman über zwei Schwestern und ihr Familien(un)glück

Eine Weile haben sie jeden Sommer zusammen im Strandhaus ihrer Großmutter verbracht und es war die schönste Zeit ihres Lebens.
Doch in den letzten fünfzehn Jahren haben sich die Schwestern Cassie und Julie nicht gesehen und nicht miteinander geredet, zu schrecklich ist die Tragödie von damals.
Nun treibt sie der letzte Wille ihrer Großmutter wieder in das Haus voller schöner Erinnerungen, wo sie den Sommer zusammen verbringen sollen.
Werden sie sich den Familiengeheimnissen stellen und wieder zu Schwestern werden oder sich weiter in Schweigen hüllen?

Protagonisten
Cassie ist Paartherapeutin, unter anderem im Fernsehen, und hat auch ihren Freund auf diese Art und Weise kennengelernt. Sie wünscht sich, mit ihm glücklich sein zu können, doch seine Frau droht ihm und erlaubt es ihm nicht, sie endgültig zu verlassen.
Sie wurde in ihrer Kindheit immer wieder Zeuge, wie ihre Schwester von allen geliebt wird und oft sogar bevorzugt, weil sie so hübsch ist. Dadurch hatte Cassie oft das Gefühl, weniger gut zu sein.

Julie fand ich am Anfang sympathischer, weil sie Randnotizen macht, Märchen erzählt und sehr verletzlich ist. Sie wünscht sich eine glückliche Ehe mit Kindern, doch ihr egoistischer Mann Patrick hat andere Vorstellungen. Er möchte eine Frau, die durch Shopping zufriedengestellt wird und sich in der Öffentlichkeit perfekt präsentiert. Doch Julie ist keine Puppe ohne Gefühle, sie ist in der Ehe nicht ganz glücklich und sehnt sich nach mehr.
Ihren Vater hat sie in ihrer Kindheit sehr angehimmelt und sucht noch immer nach Kontakt, auch wenn er sich nicht immer meldet. Da ihre Mutter immer glücklich war, wenn er da war und sie sich bei ihm immer wohl fühlte, sehnt sie sich nach einer glücklichen Familie.

Andere Charaktere
Viele Charaktere aus Gegenwart und Vergangenheit spielen hier eine Rolle und führen uns zu der aktuellen Situation der Geschwister. Die Beziehung zwischen Vater und den beiden Müttern hat die beiden Mädchen geprägt, sodass sie verschiedene Vorstellungen von Liebe und Ehe haben und nun müssen sie sich mit diesen auseinandersetzen, um das Glück zu finden.

Handlung und Schreibstil
Es geht hier nicht nur um die beiden Schwestern, sondern auch sehr viel um Familie und Ehe, Liebe und Neid. Beide Schwestern glauben, dass die jeweils Andere das bessere Los gezogen haben muss und ihre eigene Kindheit wird von einer Sehnsucht nach einem anderen Leben überschattet.

Es gab hier eigentlich nur Ehen, die in die Brüche gingen. Cassies Eltern, von Cassies Freund Daniel und seine Frau, und natürlich Julie und Patrick. An was müssen sie denken, was ist das Richtige, was macht sie glücklich? Meistens passt nicht alles zusammen und man muss sich für eine Seite entscheiden. Etwas schade fand ich hier aber, dass es immer einen eigentlich offensichtlichen "Bösen" gab, der mehr oder weniger Schuld an der Situation zu sein schien.

Meine letzte Kritik wäre noch, dass es recht wenig Handlung auf sehr vielen Seiten war. Es gab die üblichen Missverständnisse, die durch Schweigen entstehen, einige Wiederholungen und andere Längen. Ansonsten hat mir das Buch aber gut gefallen. Die Schicksale der Charaktere konnten mich berühren und ich habe wirklich die ganze Zeit mitgefiebert.

Fazit
Insgesamt hat mir "Schwestern für einen Sommer" wirklich gut gefallen. Es hatte einige Längen, aber ich habe oft mitgefiebert und mir wirklich das Beste für die beiden Schwestern gewünscht.

Bewertung vom 01.06.2018
Going for the Goal (eBook, ePUB)
Rider, Sara

Going for the Goal (eBook, ePUB)


sehr gut

Und sie hat sich ihren Klienten doch nackt vorgestellt!

Vor fast zehn Jahren haben Nick und Jillian sich auf einer Party kennengelernt und seitdem konnten sie einander nicht vergessen. Jillian Nichols ist inzwischen Sportagentin geworden und baut mit harter Arbeit ihre Marke auf. Und Nick "The Punisher" Sallinger ist noch immer ein erfolgreicher Eishockeyspieler, doch im Moment braucht er jemanden, der ihm zu einem besseren Image verhilft und wendet sich dabei an dieses Mädchen von jener Party. Für Jillian könnte er zum Problem werden, denn Nick ist kein einfacher Klient. Außerdem sollte sie sich ihren vielversprechenden Klienten definitiv nicht nackt vollstellen, wenn sie als Agentin noch etwas erreichen möchte ...

Protagonisten
Jillian Nichols träumt davon, eine erfolgreiche Sportagentin zu werden, die ihre Klienten nicht übers Ohr haut und der die Bedürfnisse und Wünsche der Sportler wichtiger sind als ihr eigenes Einkommen. Als Frau hat sie es nicht leicht und wird von ihren männlichen Kollegen kaum ernst genommen. Vor allem ihr ehemaliger Boss Lou Parsons macht ihr die Arbeit recht schwer, obwohl sie wirklich für ihre Arbeit und ihre Klienten lebt.
Als Nick Sallinger, der seit Jahren eine große Rolle in ihren Fantasien spielt, in ihrem Büro auftaucht, weiß sie nicht, wie sie sich entscheiden soll, denn einerseits will sie ihm helfen und es würde ihrem Geschäft guttun, wenn alles gut liefe, aber er ist gleichzeitig ein Risiko, weil er sich nicht benimmt. Als er seinen Willen beweist, kann sie aber nicht anders, weil sie ein weiches Herz hat.

Aber auch Nick Sallinger hat ein super weiches Herz. Wenn er Ungerechtigkeit sieht, will er sie am liebsten sofort selbst in Angriff nehmen und er hält das bescheuerte Verhalten seines Teamkollegen Liakos kaum aus, denn er benimmt sich eigentlich immer daneben und provoziert Nick ununterbrochen. Und Nick verliert dann gelegentlich die Kontrolle.
Er ist sehr leidenschaftlich und das perfekte Beispiel für "Harte Schale, weicher Kern". Er mag Kinder und ist hilfsbereit, liebt sein Team und seinen Bruder. Und die taffe Jillian hat sich in sein Herz geschlichen, darum will er auch sie beschützen und hört auf ihren Rat, der seine Karriere retten soll. Zwar will er eigentlich seiner Karriere den Vorrang geben und professionell bleiben, aber er kann ihr einfach nicht widerstehen und nähert sich ihr vorsichtig an und möchte sie dabei nicht verschrecken.

Andere Charaktere
Lou Parsons ist ein sexistisches Schwein und hat ein riesengroßes Ego, dass die weibliche Konkurrenz nicht duldet. Wenn es bei ihr mal gut läuft, dann ist er sofort zur Stelle, um ihre Klienten zu stehlen und sie außerdem zu demütigen. Der Eishockeyspieler Sebastian Liakos ist recht ähnlich gepolt. Er provoziert seine Teamkollegen und will Nick unbedingt loswerden, indem er ihn zu leichtsinnigen Taten verleitet, während er selbst durch seine Beziehungen in Sicherheit ist und sich alles erlauben kann. Ein richtiges Ekelpaket, dass Frauen ausnutzt und sich selbst für einen tollen Hecht hält.

Handlung und Schreibstil
Die Eishockeyspiele werden nicht besonders ausführlich geschildert, was ich absolut in Ordnung fand. Zwischendurch gibt es Zeitsprünge, die mich kurz verwirrten, aber nach einigen Zeilen konnte man der Handlung wieder perfekt folgen.
Es geht eher um taktisches Vorgehen, etwas Manipulation und List, Liebe und Leidenschaft zur Arbeit, und natürlich um die Beziehung zwischen Nick und Jillian. Ich fand alles wirklich gut durchdacht und auch recht überzeugend. Die beiden sind ein süßes Pärchen und ergänzen sich super.

Fazit
"Going for the Goal" hat mir wirklich gut gefallen. Die Beziehung der beiden Protagonisten fand ich süß und überzeugend und auch die Welt der Sportler und Agenten war sehr interessant!

Bewertung vom 16.05.2018
Vom Eis berührt / Fire & Frost Bd.1
Blake, Elly

Vom Eis berührt / Fire & Frost Bd.1


gut

Nicht ganz so spannend wie erhofft

Ruby ist eine Fireblood, die im Land des Frostkönigs gejagt und getötet werden würde. Als dieses gefährliche Geheimnis entdeckt wird, wird sie eingesperrt und ausgerechnet zwei Frostbloods retten sie aus ihrem eisigen Gefängnis und gewähren ihr Zuflucht. Doch Mönch Thistle und der geheimnisvolle Arcus haben auch Erwartungen an sie: Ruby soll mit ihrer Feuermagie den Thron des Königs zerstören und so wieder für Frieden sorgen ...

Protagonisten
Ruby ist schon immer etwas abgeschottet von anderen gewesen, weil sie nunmal ein Geheimnis hatte. Nur ihrer Mutter und Großmutter war sie nahe und lernte von beiden das Heilen und von letzterer wenige Grundlagen der Feuermagie. Sie will ihre Fähigkeiten besser beherrschen, damit sie sich im Notfall verteidigen und ihre Liebsten beschützen kann. Doch danach ist es der Wunsch nach Rache und Gerechtigkeit, die sie antreibt und weiterkämpfen lässt. Trotz der vielen Mühe bleibt sie stark und gibt nie auf.
Sie ist aber auch sensibel und will nicht auf ihre Feuermagie reduziert werden, die in ihrer Heimat verachtet wird. Sie ist in ständiger Gefahr, lässt sich davon nicht einschüchtern, doch sie freut sich auch, wenn jemand ihr dennoch freundlich begegnet.

Arcus ist ja sooo geheimnisvoll. Er ist ein mächtiger Frostblood, der trotzdem menschliche Schwächen hat, aber meist ist er sehr kühl und lässt sich nicht von Emotionen leiten. Mit einer Maske oder Kapuze verbirgt er meist sein Gesicht und wirkt dadurch noch unnahbarer. Und er ist eben ein geheimnisvoller heißer Typ, im Grunde wie jeder andere männliche Protagonist :D

Handlung und Schreibstil
Die Welt der Fire- und Frostbloods hat mir ganz gut gefallen. Die beiden gegensätzlichen Elemente konnte auf jeden Fall für spannende Kämpfe sorgen, und sie waren noch nicht alles. Es war tatsächlich noch ein wenig komplizierter und diese weiteren Details mit den vier Göttern fand ich gut gelungen. Es war nicht so viel Magie, dass es genervt hätte oder unübersichtlich wurde, sondern in einer guten Dosis, die der magischen Welt interessante neue Facetten verlieh.

Leider fand ich einiges recht vorhersehbar und das hat die Spannung etwas zerstört. Eine Überraschung am Ende fand ich leider auch gar nicht mehr überraschend, weil ich so etwas schon öfter gelesen habe, und es darum etwas öde finde.

Fazit
"Fire & Frost - Vom Eis berührt" hatte eine ganz nette Geschichte und war auch unterhaltsam, nur fand ich es leider nicht besonders spannend.

Bewertung vom 04.05.2018
Das Erbe der Magie / Hidden Legacy Bd.1 (eBook, ePUB)
Andrews, Ilona

Das Erbe der Magie / Hidden Legacy Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Krimi, Fantasy und Romance in einer explosiven Mischung

Magie ist alles in dieser Welt, aber Nevada hält ihre Fähigkeiten trotzdem geheim, weil sie frei sein will. Wirklich frei ist sie aber trotzdem nicht, darum muss sie sich auf die Jagd nach dem gefährlichen Feuermagier Adam Pierce begeben, der eigentlich einige Nummern zu groß für sie ist.
Dann begegnet sie auch noch Connor "Mad" Rogan, der ebenfalls an Pierce interessiert ist. Wider Willen tut Nevada sich mit Mad Rogan zusammen, dabei kommt sie ihm näher, als sie es erwartet hätte ...

Cover
Das Cover finde ich auf jeden Fall deutlich besser als das englische Romance-Cover. Die Übergänge von Haaren zu Flammen finde ich auch sehr gelungen!

Protagonisten
Nevada ist die Hauptverdienerin ihrer Familie und somit lastet eine große Verantwortung auf ihren Schultern, dazu muss sie auch noch tun, was ihr Vorgesetzter von ihr verlangt, denn sonst könnte sie auch ihre Detektei verlieren und ihre Familie hätte nichts mehr. Als sie den Auftrag bekommt, Adam Pierce, einen der gefährlichsten Pyrokineten ihrer Zeit, zu seiner Familie zu bringen, willigt sie nur sehr widerwillig ein, da das auch für sie sehr gefährlich ist und sie eigentlich gar nicht für so eine Mission qualifiziert ist. Sie hat die geheime Fähigkeit, die sie Lügen erkennen lässt, und auch wenn ihr das als Detektivin sehr hilft, kann es sie nicht schützen. Also sie hat schon Angst, aber sie lässt sich davon nicht von ihren Zielen abbringen.

Connor "Mad" Rogan, meistens nur Mad Rogan genannt, hat aus persönlichen Gründen auch Interesse daran, Adam Pierce zu finden. Es ist ein sehr mächtiger und noch dazu sehr reicher Telekinet mit sehr viel Einfluss, der sich auch schon einen Namen gemacht hat. Er kann es mit Pierce aufnehmen, und ja so groß, männlich, heiß und alles, was das Herz begehrt (und was Nevadas freche Oma gern mal anmerkt). Und dazu ist er auch ziemlich clever und auf jeden Fall auf einer Wellenlänge mit Nevada. Die beiden finde ich wirklich großartig zusammen, weil Mad Rogan mit frechen Sprüchen selbst die lässige Nevada zur Weißglut, und ich habe jede Szene mit den beiden wirklich genossen.

Adam Pierce kam mir oft vor, wie ein verwöhntes Kind und auch etwas wie eine Witzfigur, denn er ist wahnsinnig arrogant und wird von seiner Familie nur verhätschelt und immer beschützt, sodass er aus jedem Schlamassel ohne jegliche Konsequenzen rauskommt. Trotz all der Macht und der Gefahr, die von ihm ausgeht, wusste ich daher nie, was ich von ihm halten soll. Ich fand ihn jedenfalls sehr interessant!

Handlung und Schreibstil
Mir hat bei diesem Buch die Kombination der verschiedenen Elemente gefallen. Nevada ist eine Privatdetektivin, daher hat die Handlung auch viele Krimi-Aspekte, und natürlich ist da die Magie und außerdem ist da noch das Knistern zwischen Nevada und Mad Connor, das dem ganzen noch diese romantische, sexy Atmosphäre verleiht.

Die Urban Fantasy fand ich auch sehr gelungen, die verschiedenen Regeln konnte man gut nachvollziehen und das meiste fand ich faszinierend und in sich sehr stimmig, auch wenn ich natürlich noch Fragen habe, die ich im nächsten Buch erklärt hoffe.
Wir hatten hier magische Fähigkeiten, die von gewissen Substanzen erzeugt und verstärkt werden, außerdem bestimmt ihre Magie auch ihren "Wert" und die Träger dieser Fähigkeiten werden vom Militär benutzt und an ihnen wird oft weiter experimentiert. Die Magie war sowohl wissenschaftlich als auch mit Ritualen sehr zauberhaft und eben magisch!
Alles zusammen fand ich wahnsinnig spannend und keine Sekunde langweilig.

Fazit
"Hidden Legacy - Das Erbe der Magie" hat mich positiv überrascht und es hat mir wirklich sehr gut gefallen. Krimi, Fantasy und Romance in einer wunderbaren, explosiven Mischung!

Bewertung vom 04.05.2018
Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1
Banghart, Tracy

Die Rebellinnen / Iron Flowers Bd.1


sehr gut

Zwei rebellische Schwestern in ihrer persönlichen Hölle

Nomi und Serina sind zwei sehr unterschiedliche Schwestern, aber ihre Liebe schweißt sie zusammen. Serina wurde seit Jahren zu einer eleganten und schönen Frau erzogen, damit sie nun eine Grace des Thronfolgers werden kann. Sie träumt von dem schönen Leben im Palast, während ihre Schwester Nomi das eher als den schlimmsten Albtraum betrachtet. Sie möchte nicht wie alle Frauen im Land unterdrückt werden und hasst die Umstände, unter denen Frauen leben müssen.
Doch dann werden die beiden Schwestern brutal getrennt und landen beide in ihrer persönlichen Hölle, angetrieben von dem Gedanken, zu entkommen, und sich wiederzufinden ...

Protagonisten
Nomi wirkt von Anfang an rebellischer, weil sie so andere Wünsche und Träume hat. Manchmal wirkt sie sehr jung, weil sie doch recht naiv ist, obwohl sie das ganz sicher nicht sein will. Sie hat ein großes Geheimnis, das sie sofort ins Gefängnis bringen würde, weil Frauen eigentlich aus jedem beliebigen Grund bestraft werden. Nomi wünscht sich, dass sich das ändert, aber sie ist impulsiv und bringt sich dadurch eher in Gefahr statt etwas zu bewirken. Wenn sie Leute auf ihrer Seite glaubt, vertraut sie ihnen schon mal zu schnell und das fand ich dann sehr schade, weil sie sonst ja schon ein frecher Charakter ist, und dann hat sie auch oft wieder Willen Angst und lässt sich dadurch kleinmachen.

Serina wurde immer bevorzugt behandelt, da sie durch ihre Schönheit Chancen auf ein Leben als Grace hatte. Ihr größter Wunsch und Lebensziel ist es also quasi, ein Teil des Harems des Thronfolgers zu werden, denn das ist das Beste, was eine Frau in ihrem Reich erreichen kann. Dadurch hatte ich keine besonders hohe Meinung von ihr, aber im Laufe des Buches hat sie sich als mutiger und entschlossener Charakter bewiesen. Wenn es hart auf hart kommt, setzt sie sich durch und macht sich für andere stark.

Handlung und Schreibstil
Wir sehen in diesem Buch zwei ganz verschiedene Welten: Den Palast und die Insel des Verderbens. Generell werden Frauen immer und überall unterdrückt und im Palast empfinden sie es auch noch als Ehre, weil sie dabei ja hübsch aussehen. Doch dann ist da die Gefängnisinsel, wo die ganz üblen Frauen landen, zum Beispiel jene, die Arbeiten oder Lesen wollen. Dort sind die Umstände aber ganz anders und unmenschlich, sodass aus den Frauen sehr starke, brutale und entschlossene Individuen werden. Der Palast ist ein goldener Käfig, die Insel ein Kolosseum und wirklich schön ist es in diesem Reich als Frau wohl nirgendwo.

Mir hat diese radikale Darstellung der Unterdrückung gut gefallen und ich fand auch das Patriarchat sehr überzeugend. Die Sprache war mir nur etwas zu simpel, auch wenn es sehr locker zu lesen war. Und ich hatte doch noch etwas mehr von beiden Schwestern erwartet, zumindest von einer, die etwas blasser schien. Mir ging hier vieles oft zu schnell und einfach, aber an sich fand ich es stellenweise durchaus spannend - also die Spannung hat die anderen, eher plätschernden Szenen etwas ausgeglichen.

Fazit
Mir hat "Iron Flowers - Die Rebellinnen" ziemlich gut gefallen, ich hätte nur noch etwas gefehlt, weil ich an anderen Stellen noch mehr Spannung erwartet hätte, und stattdessen eher naives Vertrauen gefunden habe.

Bewertung vom 03.05.2018
Fanatisch
Schröder, Patricia

Fanatisch


gut

Die Spannung ging leider an mir vorbei

Nara und fünf andere Mädchen sind nach einem sechstägigen Verschwinden wieder aufgetaucht. Religiöse Fanatiker haben sie eingesperrt und auf grausame Weise Ritualen unterzogen. Was hat das alles zu bedeuten und warum wurden gerade sie auserwählt?
Als sie zurück sind, schweigen sie, denn ihr Peiniger hat ihnen gedroht, sie und ihre Lieben zu verletzen, wenn sie nicht genau das tun, was ihnen befohlen wird. Nara muss herausfinden, was im Kopf dieses Fanatikers vor sich geht, sonst wird sie ihm nicht entkommen, bevor es zu spät ist ...

Cover und Titel
Die einerseits hellen und dunkleren violetten Farbschimmer sehen toll aus. Das weiße Kreuz an Stelle des T hebt sich wunderbar davon ab.

Protagonisten
Nara lernt man schon einige Wochen vor ihrer Entführung kennen und merkt, wie sie sich fühlt und was ihre Motive und Sorgen sind. So merkt man, dass ihr viel an ihrer Familie liegt und dass sie sich besonders um ihren kleinen Bruder sorgt, den sie nunmal um jeden Preis beschützen möchte. Außerdem erfährt man von ihrer komplizierten Beziehung zu ihrem besten Freund Jaime, da sie nach einigem Hin und Her nicht mehr so sind wie früher. Als sie nun aber unheimliche Nachrichten erhält, teilt sie es nicht mit ihrer seltsamen besten Freundin, sondern wendet sich wieder an Jaime, der nun wieder für sie da ist, wie immer. Jaime lässt sich auch nicht von den Vorurteilen seines Vaters abhalten, mit der jungen Araberin befreundet zu sein.
Man merkt aber schon, dass die Lage nicht so entspannt ist, denn Nara sieht Jamie nur als Freund, während er das eher anders sieht.

Handlung und Schreibstil
Es beginnt mit einem Zeitungsartikel nach dem Wiederauftauchen der Mädchen, und auch durch den Klappentext ahnt man, was geschehen wird. Doch die Handlung beginnt dann einige Wochen vorher und zeigt, wie Nara vorher bedroht wird und wie es zu der Entführung kommt. Auch die sechs Tage erlebt man mit sowie natürlich die Zeit danach. Ich hatte beim Klappentext eher erwartet, dass es hauptsächlich um die Geschehnisse nach der Entführung ginge. Darum kam mir alles davor vielleicht etwas weniger spannend vor, weil die schlimmeren Dinge - die Qualen während der Entführung - ja noch bevorstanden. So kam mir der Rest wohl vergleichsweise harmlos vor, denn ich fand es nicht allzu spannend. Und das, obwohl ich es sonst eigentlich schon gelungen fand. Die fanatischen Handlungen waren durchaus unheimlich und auch recht überzeugend.

Manche Situationen fand ich sehr komisch aufgelöst und die Entwicklungen oder Reaktionen wirkten teilweise schon fast unnatürlich, aber das hat mir nicht weiter gestört. Etwas enttäuscht hat mich aber das Ende, weil ich zunächst gar nicht ganz verstanden habe, was passiert, und das folgte auch noch auf hohe Erwartungen, sodass ich zum Schluss eher verwirrt als gespannt war.

Fazit
Mir hat "Fanatisch" recht gut gefallen, vollkommen überzeugen konnte es mich aber leider nicht, denn die Spannung ging trotz des unheimlichen Fanatismus an mir vorbei.

Bewertung vom 19.04.2018
Der Zopf
Colombani, Laetitia

Der Zopf


sehr gut

Smita ist eine Dalit, eine Unberührbare, unterhalb aller Kasten. Ihr Schicksal ist es, Exkremente der anderen zu säubern. Sie mag dieses Leben nicht, aber sie kann auch nichts an den Umständen ändern. Nur für ihre Tochter Lalita wünscht sie, dass diese zur Schule gehen und all dem entkommen kann, da sie es niemals übers Herz bringen würde, ihre kleine zarte Tochter zu dieser widerlichen, demütigenden Arbeit zu zwingen. Sie arbeitet hart, um Lalita ein besseres Leben zu ermöglichen, dass einer Dalit in diesem Dorf sonst nicht möglich wäre. Sie ist mutig und stark, obwohl sie ihr ganzes Leben nur gedemütigt wurde und wie Abschaum behandelt wurde.

Sarah ist wohl die Personifikation von Ehrgeiz. Sie musste hart um ihre Partnerschaft bei der Anwaltskanzlei kämpfen und will diese Position auf keinen Fall gefährden. Sie ist gut in ihrem Job, aber das reicht ihr nicht, wenn sie so gut sein will wie die Männer, mit denen sie konkurriert. Für ihre Kinder hat sie kaum Zeit, da sie sich keinen Tag freinehmen möchte und mit ihrem Job verheiratet scheint. Als sie erkrankt, ist sie entschlossen, wie gewohnt weiterzuarbeiten und sich nichts anmerken zu lassen, damit sie unverwundbar bleibt und all ihre Arbeit nicht umsonst war. Ihre harte Mauer, die sie mühsam aufrecht erhält, schützt einen weichen Kern, ein Mädchen, das Anerkennung möchte.

Giulia arbeitet in der Perückenfabrik ihrer Familie, ein Unternehmen, dass die Familie seit Generationen führt und mit vielen Traditionen verbindet. Doch dann schlägt das Leben zu und alles, was sie besitzen, steht auf dem Spiel. Da hat Giulia kaum die Gelegenheit ihre neu entdeckten Gefühle für ihren Geliebten zu genießen, weil sie auch andere Sorgen hat. Ihre Familie und die Traditionen bedeuten ihr viel, sie möchte anders als ihre Schwestern nicht etwas vollkommen anderes tun, sondern das gleiche Geschäft fortführen und das Erbe bewahren, wenn auch auf eine andere Art.

Handlung und Schreibstil
Einiges an diesem Buch fand ich wirklich toll, anderes etwas schwächer.
Wir hatten hier drei Handlungsstränge, die zum Schluss eine Verbindung hergestellt haben, die nicht zu erzwungen wirkte. Ich fand aber nicht alle Handlungsstränge so emotional berührend, denn während ich mit Smita richtig mitgelitten habe und für Sarah auch viel Mitgefühl aufbringen konnte, ließ Giulias Schicksal mich eher kalt. Zwar hatte ich auch mit ihr Mitleid, aber ihre Geschichte konnte mich nicht so sehr überzeugen wie die anderen.
Ich fand es schade, dass auf dem Umschlag schon der Ausgang der Geschichte stand anstelle der Ausgangspunkte, aber das habe ich seltsamerweise gar nicht vorher gelesen, da die Inhaltsbeschreibung im Internet eine andere war.

Am meisten haben mich die Umstände in Indien schockiert. Es ist ein großes Land mit vielen verschiedenen Arten von Menschen und ich dachte, schon etwas über das Kastensystem zu wissen, aber was hier aufgewühlt wurde, war unglaublich und ich habe vieles nochmal recherchiert, weil ich es wirklich nicht glauben konnte.

Ich dachte erst, ich könnte Probleme mit den fehlenden Anführungsstrichen haben, aber dem war definitiv nicht so. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm und die indirekte Rede fand ich eigentlich sogar sehr gut gewählt.

Fazit
"Der Zopf" hat mir wirklich ziemlich gut gefallen! Zwei der drei Schicksale konnten mich wirklich mitreißen und haben mich sehr berührt.