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Benutzername: rewa
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Bewertungen

Insgesamt 202 Bewertungen
Bewertung vom 23.01.2022
Zur falschen Zeit am falschen Ort
Mayer, Carmen; Gungl, Petra K.; Keller, Yvonne; Nolden, Renate; Polkehn, Edith Anna; Arz, Martin; Scheuermann, Petra; Edelmann, Gitta; Vollenberg, Brigitte; Werner, Ingrid; Willams, Fenna; Raifura, Daniel; Wind, Jennifer B.; Schwarz-Haderek, Dana; Schmid-Spreer, Ursula; Teuner, Jan-Mikael; Brathe, Maiken; Lamberts, Brigitte; Lange, Kerstin; Quinke, Sibyl

Zur falschen Zeit am falschen Ort


ausgezeichnet

Wer kennt das nicht, dass man immer wieder einmal das Gefühl hat am falschen Ort zur falschen Zeit zu sein. So ergeht es auch den Protagonisten in den Kurzgeschichten ,, Zur falschen Zeit, am falschen Ort“ in denen die Autorin und Herausgeberin Brigitte Lamberts gemeinsam mit anderen AutorInnen dieser Frage nachgeht.
Ich mag Anthologien, weil es interessant ist, wie Autoren ihre Intension einer Geschichte ihren Lesern kurz und kompakt näher bringen möchten. Hier ist es 20 AutorInnen wunderbar gelungen sowohl Spannung, Emotionen und Humor in ihren Geschichten unterzubringen.
Man findet berührende Geschichten, die als Hintergrund wahre Ereignisse haben wie den Anschlag auf das World-Trade-Center oder den verheerenden Tsunami der in Thailand viele Todesopfer forderte. Aber auch Geschichten, die zum Nachdenken anregen und zeigen, dass man auch in den eigenen vier Wänden nicht immer am richtigen Ort ist und die Zeit die dabei verloren geht schicksalshafte Wendungen annehmen kann. Trotz Tragik und Verzweiflung in manchen Geschichten findet man immer wieder kleine Hoffnungsschimmer, die zeigen, dass das Leben weitergehen muss und auch kann. Die Kurzgeschichten sind wie kleine Wundertüten, wo man nie weiß, welche Überraschung man darin finden wird. Ein interessantes Thema, das auch immer wieder humorvoll und witzig aufgearbeitet worden ist. Die bunte Mischung der 20 Kurzgeschichten haben wunderbar miteinander harmoniert und ich bin froh, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit an der Leserunde teilgenommen zu haben.

Bewertung vom 16.01.2022
Das Tor ins Anderswann
Kruber, Sabine

Das Tor ins Anderswann


sehr gut

Die 14 jährige Jana ist zwar gerne bei ihrer Oma, aber nicht, wenn sie die Weihnachtfeiertage lieber mit ihrer Band verbringen würde. Bis zu dem Tag als sie bei einem Spaziergang einen Holzengel findet und ein Geistermädchen sie von nun an jede Nacht um Hilf bittet. Durch ein Baumportal im Wald landet Jana plötzlich im Jahr 1838, wo sie nun ein unsichtbarer Geist ist, der eine wichtige und nicht immer ungefährliche Aufgabe zu lösen hat. Doch ihre neu gewonnen Freunde, wie der Straßenjunge Matthias oder der sympathische Arzt Konstantin Heydenreich helfen ihr sich in ihrer fremden Umgebung zurecht zu finden. Auch wenn Jana ihre Oma jeden Tag anlügen muss und weiß, dass ihr keiner glauben würde, wie sie ihre Zeit verbringt, fühlt sie sich verpflichtet, jeden Tag diese Zeitreise zu unternehmen, denn sie spürt, dass nur sie es schaffen kann dem Geistermädchen zu helfen.
,, Das Tor ins Anderswann“ von Sabine Kruber, entführt den Leser in eine winterlich/weihnachtliche Geschichte in 24 Kapiteln. Es ist eine abenteuerliche und fantasievolle Reise in die Vergangenheit, die von der Autorin sehr schön und auch einfühlsam erzählt wird. Jana ist ein taffes und neugieriges Mädchen, das stets auf der Seite der Schwachen und Hilfesuchenden steht. Dass sie dabei ständig ihre Oma anlügen muss, damit sie heimlich verschwinden kann, hat mich ein wenig gestört, denn vielleicht hätte es ihre Oma sogar verstanden, denn in der Vergangenheit, haben sich die Menschen auch sehr schnell an Jana als ,,Geist“ gewöhnt. Die Geschichte liest sich flüssig und Spannung und Einfallsreichtum findet man darin immer wieder. Es werden auch unschöne und berührende Szenen geschildert, wo die Autorin gut beschrieben hat, wie damals mit Menschen, die anders waren, umgegangen wurde.
Es ist eine schöne Geschichte, wo man mit Jana mit fiebern kann. Es stehen sich immer wieder sympathische und unsympathische Protagonisten gegenüber, wo man stets hofft, dass das Gute siegen wird. Der Aufbau der Geschichte, die sich über die 24 Kapiteln erstreckt, ist gut gewählt und man kann als Leser bis zum Schluss mit fiebern, ob es Jana gelingen wird, das Geheimnis von dem Geistermädchen zu lösen. Eine fantasievolle Reise in die Vergangenheit, die ein doch unerwartetes Ende für den Leser parat hält.

Bewertung vom 11.01.2022
Amors Pfeil traf eine Katze
van Hattem, Brigitte

Amors Pfeil traf eine Katze


ausgezeichnet

Wer wissen möchte wo, wann und warum plötzlich die Liebe zuschlagen kann, dem möchte ich das Buch von Brigitte van Hattem ,,Amors Pfeil traf eine Katze“ ans Herz legen. Hier findet man 21 Liebesgeschichten, die sich auf vielfältige Art und Weise mit diesem Thema beschäftigen.
Oft sind es zufällige Begegnungen, sei es bei einem Ausflug wo ein verlorenes Handy unerwartetes Liebesglück beschert oder eine Katze, die von liebevollen Menschen aufgenommen wird und dabei unerwartet Amor spielt. Die Mischung die die Autorin dabei dem Leser präsentiert reicht von humorvoll und witzig, bis emotional und zum Nachdenken anregend. Bei manchen Geschichten ahnt man zwar bereits wie es ausgehen wird, was aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut. Dafür gibt es dann wieder Geschichten, wo ich den Ausgang so nicht erwartet hätte.
Wer es sich also mit kleinen, aber feinen Liebesgeschichten die Zeit vertreiben möchte, der wird mit ,,Amors Pfeil traf eine Katze“ sicher seine Freude haben.

Bewertung vom 09.01.2022
Liebe und Verbrechen
Raguß, Gerd

Liebe und Verbrechen


weniger gut

Der junge Staatsanwalt Arnulf Kraß lebt nach dem brutalen Mord an seiner geliebten Frau sehr zurückgezogen. Für ihn gibt es nur die Arbeit und er ist sich sicher, dass er nie wieder eine Frau lieben könnte. Bis zu dem Tag, als die attraktive Praktikantin Aurea Schneider bei ihm zu arbeiten beginnt. Hin und hergerissen zwischen verborgen geglaubten Gefühlen und einem dunklen Geheimnis, kommen sich beide näher und Arnulf muss dabei Entscheidungen treffen, die für sein weiteres Leben von großer Bedeutung sein werden.
Es gibt selten Bücher, die mir nicht gefallen, bei diesem war es aber wieder einmal so. Der Roman ,, Liebe und Verbrechen – Arnulf und die gefährliche Neugier der Aurea Schneider“ von Gerd Raguß hat mir zwar vom Klappentext her gefallen, aber die Umsetzung hat mir leider gar nicht zugesagt. Angefangen mit den beiden Protagonisten Arnulf und Aurea, die mir beide extrem unsympathisch waren. Arnulf, der sich nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau zurückgezogen hat, hätte ich ja noch verstehen können, aber sein Selbstmitleid, das sich Seitenweise dahin zieht, war mir dann doch zu viel. Immer wieder rollen ihm Tränen übers Gesicht, als er sich für Aurea zu interessieren beginnt, weiß er nicht was er machen soll, vor allem, was könnten die Kollegen denken, wenn sie ihm gefällt. Also lässt er sie nach anfänglicher Sympathie erst einmal wieder links liegen. Ebenso hat mich gestört, dass immer wieder erwähnt wurde, dass er das geerbte Familienunternehmen unter der Voraussetzung weiterführen soll, dass er heiratet und eigene Kinder dazu bekommt, denn z.b adoptierte würden dabei nicht gelten. Aurea war zum Schluss ganz unten durch bei mir, denn wenn jemand es toll findet, dass man Mörder und andere Verbrecher ebenfalls umbringt und sie nichts anderes erwartet hat und im Grunde darauf stolz ist, muss ich leider sagen, dass dieser Roman ganz und gar nicht meinen Vorstellungen entspricht. Der Schreibstil und die Dialoge waren für mich ebenfalls nicht zielführend um Spannung zu erzeugen, denn mit Sätzen wie ,, Seitdem die Erde ihren Platz im Universum gefunden hat, geht jeden Morgen die Sonne auf, so auch heute....“ habe ich nicht viel anfangen können.
Was spannend und interessant geklungen hat konnte mich leider nicht überzeugen.

Bewertung vom 26.12.2021
Mohnblumen (eBook, ePUB)
Szaszka, Markus

Mohnblumen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Während die 9 jährige Linh abends durch das Krankenhaus streift um das Zimmer ihrer Mutter wieder zu finden, begegnet sie plötzlich einer jungen Punkerin namens Mori, die sie bei ihrer Suche begleitet. Was Linh aber nicht weiß ist, dass der Tod in Moris Gestalt bei ihr ist um einen Auftrag zu erfüllen. In den nächsten Stunden lernt Linh vieles über das Leben und trifft Menschen, deren Schicksal sie zum Nachdenken anregt. Eine abenteuerliche Nacht beginnt, die Linh nicht so schnell vergessen wird.

Aus der Reihe ,, Großstadtballade“ von Markus Szaszka, bekommt dieses Mal der Leser im Roman ,, Mohnblumen“ die berührende und lehrreiche Geschichte von der kleinen Linh und ihrem Streifzug durch das Krankenhaus in Wien zu lesen. Es ist eine fantasievolle und trotzdem sehr emotionale Geschichte, die mit Weisheiten und wunderschönen Gedankengängen gespickt ist. Dass hier sogar der Tod menschliche Züge aufweist und alles andere als furchterregend ist, macht die ganze Handlung noch liebenswürdiger, als sie bisher schon ist. Als Leser wird man von Beginn weg in die Geschichte hineingezogen und es ist erstaunlich welch philosophische Gedanken der Autor dabei auf jeder Seite einfließen ließ. Man findet dabei so viele schöne Sätze, wo man ständig diese aufschreiben und irgendwo aufhängen möchte. Selbst traurige und nicht so schöne Erlebnisse wie Einsamkeit oder Krankheit lässt der Autor in einem anderen Licht erscheinen, wo man trotzdem dabei sogar immer wieder etwas positives herausfinden kann und man selbst sein Leben in einem anderen Licht betrachten kann. Die Handlung ist auf 140 Seiten natürlich sehr komprimiert und auch die 9 jährige Linh erscheint ob ihres Alters mit ihren Fragen und Aussagen manchmal älter als sie tatsächlich ist.
Trotzdem ist der Inhalt für den Leser nicht nur lehrreich, ohne dass er das Gefühl hat belehrt zu werden, sondern es ist auch ein Eintauchen in sein eigenes Leben, wo man vieles als selbstverständlich hinnimmt ohne darüber nachzudenken, welche Möglichkeiten das Leben eigentlich bietet um es lebenswert zu machen.

Bewertung vom 25.12.2021
DIE LIEBESMASCHINE (eBook, ePUB)
Behrend, Gabriele

DIE LIEBESMASCHINE (eBook, ePUB)


gut

In 12 verschiedenen Geschichten, wo die meisten SF angehaucht sind, nimmt die Autorin Gabriele Behrend den Leser auf eine abenteuerliche Reise mit , wo man diverse Geschichten über verschiedene Beziehungen zwischen Menschen, aber auch KI und sonstige seltsame Protagonisten begleiten darf.
Manche Geschichten sind richtig berührend, wo man Ende ob des Ausganges oft überrascht ist. So war es schön zu lesen, dass eine KI menschliche Züge aufweist und versucht ,,seine“ Menschen glücklich zu machen.
Aber auch erschütternde Geschichten sind zu finden, wo ein Mann seinem Leben einem Ende setzen möchte und seine Beraterin ihm wieder neuen Lebensmut gibt mit einem besonderen Hintergedanken.
Auf vielfältige Art und Weise zeigt die Autorin wie Beziehungen zueinander sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben können.
Es gibt aber auch einige Geschichten, wo ich leider den Hintergedanken der Autorin nicht nachvollziehen oder auch verstehen konnte. Was es dadurch nicht leicht gemacht hat einen wirklichen Zugang zu finden.
Schön war, dass es im Grunde in fast jeder Geschichte immer wieder einen Hoffnungsschimmer gegeben hat, dass sich etwas zum Guten wenden kann und dass man aber KI nie unterschätzen sollte.
Eine bunte SF Geschichten Sammlung mit einer guten Abwechslung, wo sicher jeder die eine oder andere Lieblingsgeschichte finden kann.

Bewertung vom 17.12.2021
Kommissar Gennat und das Attentat auf den Orientexpress
Stürickow, Regina

Kommissar Gennat und das Attentat auf den Orientexpress


gut

In der Nähe von Berlin, in der Kleinstadt Jüterbog, kommt es 1931 zu einer Zugentgleisung. Es sollte aber nicht die letzte sein. Denn einige Monate später kommt es zu einem noch tragischeren Unglück, als der legendäre Orient Express auf seinem Weg nach Wien in Ungarn ebenfalls entgleist und es dabei viele Todesopfer gibt. Kommissare aus drei Ländern, Österreich, Deutschland und Ungarn, schließen sich zusammen und versuchen den Täter zu finden. Allen voran der Berliner Kommissar Gennat und sein Freund der Reporter Max Kaminsky, der gemeinsam mit seiner Frau Lissy das Zugsunglück unbeschadet überstanden hat, sind an der raschen Aufklärung interessiert. Es gibt viele Spuren die lange nicht zum Erfolg führen, bis ein Zufall den Ermittlern dabei hilft.
,,Kommissar Gennat und der Anschlag auf den Orient Express“ ist der 3. Band aus der Reihe rund um den gemütlichen und sympathischen Kommissar Ernst Gennat. Die Autorin Regina Stürickow hat dabei wieder einmal den damals tatsächlich lebenden erfolgreichsten und begabtesten Kriminalisten Deutschlands mit einem Kriminalfall betreut, den es ebenfalls gegeben hat. Dabei hat sie gute Recherche betrieben und fiktive Ereignisse mit tatsächlichen gemischt. Am Ende des Romans findet man einen interessanten historischen Anhang zum tatsächlichen Kriminalfall. Es finden sich auch Personen wieder, die ebenfalls damals gelebt haben wie z.B die bekannte Sängerin und Tänzerin Josephine Baker.
Die Geschichte ist interessant und auch die Protagonisten haben mir gut gefallen, dass auch Lissy öfters ihre Nase in Ermittlungen gesteckt hat, hat mir nichts ausgemacht und es war eine humorvolle Auflockerung. Dass nach dem Titel nach die Ereignisse erst relativ spät im Buch stattfinden, hat mich ein wenig gewundert, da doch recht lange über das erste Attentat in Jüterbog berichtet wurde. Der Erzählstil ist teilweise recht nüchtern und man spürt dabei nicht immer wirklich Gefühle und Empfindungen der Protagonisten. Hingegen wirkt dann der Attentäter wie ein Psychopath, der sehr verwirrt erscheint und auch die Polizei vor so manches Rätsel stellt. Ein interessanter Roman wo man eintauchen kann in die Vergangenheit und man dabei so ganz nebenbei echte Kriminalfälle kennen lernt.

Bewertung vom 04.12.2021
Hannerl und ihr zu klein geratener Prinz
Schmidinger, Dolores

Hannerl und ihr zu klein geratener Prinz


ausgezeichnet

,,Hannerl und ihr zu klein geratener Prinz“ ist die berührende und spannende Familiengeschichte, erzählt von der österreichischen Schauspielerin und Kabarettistin Dolores Schmidinger. Wer sie kennt weiß, dass man auf eine spitze Zunge und auch auf zynische Bemerkungen gefasst sein muss.
In ihrer biografischen Erzählung wird der Leser Zeuge, wie ihre Großmutter Barbara und ihre Mutter Johanna, genannt Hannerl, in einer Zeit aufgewachsen sind, in der die Frauen nicht nur einmal um ihre Rechte und Anerkennungen kämpfen mussten.
Man liest die Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge, weil Dolores Schmidinger er wunderbar versteht selbst in tragischen und berührenden Szenen einen Anflug von Humor aufblitzen zu lassen.
Es ist eine Familiengeschichte wo man nicht nur von Vergewaltigung oder glühenden Nationalsozialisten liest, sondern auch von starken Frauen, die ihr Leben selbst bestimmen möchten. Das damalige Rollenbild der Frau, dem Mann zu dienen und für die Familie da zu sein wird sowohl von Barbara als auch von Hannerl, nicht wirklich akzeptiert. Auch wenn sie nicht immer glücklich waren in ihrem Leben, so haben sie stets versucht ihre eigenen Weg zu gehen, selbst wenn es einige Stolpersteine gegeben hat. Auch Dolores Vater, der konservative Erzkatholik Josef Schmidinger, der alles andere als ein Traummann für ihre Mutter war, nimmt in der Erzählung einen wichtigen Part ihrer Familiengeschichte ein, die dabei alles andere als rühmlich war. Besonders gut haben mir dabei auch die schon fast in Vergessenheit geratenen alten österreichischen Ausdrücke gefallen, die wunderbar zu den Geschichten dazu gepasst haben. Aber auch tatsächliche Ereignisse wie Hitlers Rede 1935 auf dem Parteitag oder bekannte Wegbegleiter wie Adelheid Popp, Frauenrechtlerin und Sozialistin, finden sich in der Geschichte wieder.
Der Erzählstil ist eher nüchtern und manchmal vielleicht auch etwas zu direkt, wo man als Leser erschüttert ist, wenn man es liest, aber gerade diese Art macht die Geschichte interessant und es ist eine mutige Aufarbeitung von Dolores Schmidinger, die ungeschönt ihre Familiengeschichte erzählt.

Bewertung vom 27.11.2021
Bittersüßer Nachtschatten (eBook, ePUB)
Wasle, Ann-Kathrin

Bittersüßer Nachtschatten (eBook, ePUB)


sehr gut

Die Kellnerin Rita ist ständig genervt, besonders wenn sie von Männern ungut angesprochen wird und sie bei ihrer Arbeit auch dann freundlich sein soll, wenn es ihr gar nicht danach ist. Da taucht eines Tages der geheimnisvolle Lucian auf und nimmt sie zu einer Party unter der Basilika in der Prager Altstadt mit. Und plötzlich wird ihr eine seltsame Frage gestellt ,,Was würdest du vom Teufel verlangen, wenn er dir einen Wunsch gewährt? “ Für Rita ist diese Frage natürlich nicht ernst gemeint, aber ein wenig mehr an Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein würde sie sich schon wünschen. Auf einmal scheint ihr Leben wie verwandelt zu sein. Dumme Anmachsprüche von Männern bietet sie in einer Art und Weise Paroli, die ihr manchmal schon selbst Angst macht. Doch mit der Zeit kommen ihr Zweifel ob ihr eigenes Verhalten von fremden Mächten gesteuert ist und sie fühlt sich zunehmends unwohler. Es passieren viele ungewöhnliche Dinge, die sie sich bald selbst nicht mehr erklären kann und sie fragt sich, ob wirklich der Teufel seine Hand im Spiel hat.

,, Bittersüßer Nachtschatten“ ist der erste Teil der neuen Urban-Fantasy-Reihe Nachtschattengewächse von der Autorin Ann- Kathrin Wasle. Ihr Schauplatz ist dabei Prag, wo die Autorin eine besondere und düstere Stimmung eingefangen hat, wo sie den Leser durch verwinkelte Gassen und unterirdische Labyrinthe unter die Altstadt mit nimmt. Es ist eine fantastische Geschichte wo die Protagonistin erkennen muss, wie schnell ein unbedachter Wunsch in Erfüllung gehen kann. Aus der sprachlosen und schüchternen Rita wird eine selbstbewusste und schlagfertige Person, die aber mit der Zeit Angst vor sich selber bekommt. Rita wirkt dabei nicht immer wirklich sympathisch, weil sie Menschen, auch solche, die es gut mir ihr meinen, vor den Kopf stößt und Dinge tut, die ihr im Nachhinein wieder leid tun. Sie ist dabei einen Zwang ausgesetzt, den sie nicht wirklich steuern kann. Dass Belästigungen an Frauen ein wichtiges Thema ist, ist klar, nur manchmal wurde es für mich zu oft bei Rita erwähnt. Manche negative Handlungen von ihr sind dabei als ,,normal“ rüber gekommen, was nicht unbedingt so toleriert werden sollte. Trotzdem war die Geschichte spannend und vor allem die geheimnisvollen anderen Protagonisten, wo man als Leser nicht weiß, wer nun wirklich der Gute und wer der Böse ist, lassen die Neugierde steigern für den nächsten Band.

Bewertung vom 20.11.2021
Auf der Pirsch mit Knittelwirsch
Flunk, Luzius

Auf der Pirsch mit Knittelwirsch


gut

,, Auf der Pirsch mit Knittelwirwsch“ sind humorvolle kurze Geschichten, die der Autor Luzius Flunk selber erlebt oder von anderen Personen erzählt bekommen hat. In verschiedenen Kapiteln wie ein Vorwort
* HgFzBdB – Häufig gestellte Fragen zur Benutzung dieses Buches

* Begegnungen im Alltag
* Begegnungen in öffentlichen Verkehrsmitteln
* Begegnungen auf Reisen
* Begegnungen in der Vorweihnachtszeit
* Begegnung mit dem Anhang

Entführt der Autor den Leser in teils absurde und skurrile Geschichten aus dem Alltag, die so mancher von uns schon selbst einmal erlebt hat. Egal ob man einen nervigen Handyklingelton ständig hören muss oder ob man Zeuge von Sinn befreiten Dialogen von Jugendlichen lauscht, eines kleines Schmunzeln wird manchmal dabei zu entlocken sein. Zu mehr hat es aber leider bei mir nicht gereicht, da mir die immer wieder für mich ,,krampfhaften“ lustigen Wortschöpfungen des Autors nicht vom Hocker reißen konnten. Bei den kurzen Erzählungen werden sicher andere Leser auf ihre Kosten kommen und für ein kurzes Lesevergnügen ist dabei gesorgt.