Benutzername: ReiShimura
Wohnort: Graz
Über mich:
Danksagungen: 1 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 49 Bewertungen
Bewertung vom 04.07.2017
Wyvern
Serwotka, Veronika

Wyvern


sehr gut

Tarik und sein kleiner Bruder Quirin hatten es bis jetzt nicht leicht im Leben. Ihre Schwester wurde bei einer ihrer Einsätze als Jägerin von einem Wyvern getötet und ihr Vater starb beim Kampf gegen einen Reiter. Gerade der Tod des Vaters macht das Leben besonders schwer für die zwei, da er sich weigerte den Reiter zu töten und seither als Verräter und Feigling gilt. Doch Tarik setzt alles daran, dass ihr Leben besser wird und er den Namen seines Vater reinwaschen kann. Dieses Jahr soll es endlich klappen, dass er zur Jäger Prüfung zugelassen wird, nach dem in die Kommission bereits zwei Mal angewiesen hat. Doch Quirins aufmüpfiges und unangepasstes Wesen macht die ganze Sache für Tarik nicht einfacher. Vor allem als Quirin gegen eines der wichtigsten Gesetze Canthars verstößt spitzt sich die Lage zu.
"Das Streben des Jägers" ist der Auftakt zur "Wyvern" Reihe und dies merkt man auch im Laufe des Buches sehr gut. Vor allem der Beschreibung der Welt, der Gesetze und der Personen wird sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dies erleichtert den Einstieg ungemein und hilft bei der Vorstellung sehr gut, geht dabei aber auf Kosten der Spannung. Über sehr weite Bereiche des Buches plätschert die Handlung eher vor sich hin und dies wird auch noch dadurch verstärkt, dass ab der zweiten Hälfte des Buches noch ein weiterer Handlungsstrang hinzugefügt wird. Dadurch werden neue Personen eingeführt, welche auch ausführlich beschrieben werden müssen. Besonders gestört hat mich an diesem zweiten Handlungsstrang, der sich zwei Barden widmet, dass am Anfang nicht ersichtlich war, wie dies in die Haupthandlung eingeflochten werden soll.
Die Charaktere allen voran natürlich die Brüder Quirin und Tarik sind äußerst sympathisch und durchaus lebensecht beschrieben. Sie kämpfen mit durchaus realen Problemen wie Geldmangel, Armut, Schule, Ausbildung und allgemeinen Geschwisterkonflikten. Dabei sind beide alles andere als perfekt, sondern bestechen eher durch ihre kleine Makel und Fehler. Durch ihre Vielschichtigkeit bekommen sie eine unglaubliche Tiefe und als Leser findet man leicht die eine oder andere Eigenschaft mit der man sich identifizieren kann. Besonders herausragend ist die unglaubliche Willenskraft und Stärke die beide mitbringen. Auch wenn dies an manchen Stellen ein wenig unrealistisch und aufgesetzt wirkt. Obwohl Tarik nur Stöcke zwischen die Beine geworfen wird, gibt er nicht auf, bewundernswert, aber wie gesagt, nicht ganz realistisch.
Die Wyvern, eine spezielle Unterart der Drachen, wurden sehr gut beschrieben, für meinen Geschmack hätte ihnen aber noch deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden können. Ich denke, dass dies aber im zweiten Teil der Fall sein wird.
"Das Streben des Jägers" ist eine durchaus durchdachte Fantasygeschichte, die allerdings auch reale Themen anspricht und von verschiedenen Seiten beleuchtet, wie z.B. das Thema artgerechte Tierhaltung. Hierbei zeigt die Autorin Veronika Serwotka verschiedene Denkweisen auf und versucht dem Leser das Thema ohne erhobenen Zeigefinger zu präsentieren.
Auch wenn ich die fehlende Spannung das Leseerlebnis ein wenig getrübt hat, bin ich trotzdem schon sehr gespannt auf den zweiten Teil.

Bewertung vom 04.07.2017
Keine Lizenz zum Verlieben (eBook, ePUB)
Hope, C. A.

Keine Lizenz zum Verlieben (eBook, ePUB)


gut

So etwas konnte auch nur ihrer verrückten Schwester Meike einfallen. Ein Vertrag mit LEA - Der Love Event Agency als Geburtstagsgeschenk. Trotz ihrer großen Vorbehalte lässt sich Rena darauf ein und wird plötzlich aus ihrer Komfortzone heraus geschmissen. Eine "zufällige" Bekanntschaft reiht sich an die nächste und Rena weiß nicht mehr welche echt und welche davon eine inszinierte LEA Begegnung ist. Aber auch beruflich läuft auf einmal nicht mehr alles so rund wie vorher. Denn der neue Praktikant "Mr. Grumpy" macht Rena das Leben schwer.
Die Idee der Agentur LEA war der Grund warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Ich konnte mir nämlich nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Denn die Agentur verspricht ihren Klienten "lang vermisstes Kribbeln im Bauch und ein emotionales Feuerwerk“, aber: Verlieben exklusive. Dieser Satz hat mich neugierig gemacht, aber auch gleichzeitig Fragezeichen in meinen Augen erscheinen lassen. Leider sind diese Fragezeichen bis zum Schluss nicht ganz verschwunden. Dies liegt meiner Meinung vor allem an der Kürze des Romans. Dieser umfasst nämlich nur gut 100 Seiten und aufgrund dessen fehlt einfach der Raum für langatmige Erklärungen. Dies trifft auch auf die Personenbeschreibungen zu. Die Äußerlichkeiten werden zwar kurz erläutert, so dass man einen halbwegs guten Eindruck bekommt wie die Charaktere aussehen für die Gedanken und Gefühle bleibt allerdings kaum Platz. Einerseits finde ich dies sehr schade, da den Charakteren ein wenig Tiefe fehlt, andererseits bleibt mehr Raum für eigene Interpretationen und Schlüsse.
Eine Spannungskurve ist nicht wirklich vorhanden und an vielen Stellen empfand ich die Geschichte als sehr vorhersehbar. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mich gut unterhalten gefühlt habe. Am Ende gab es dann doch noch die eine oder andere Überraschung und dies hat mich dann wieder ein wenig entschädigt.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass wenn ich gewusst hätte, dass es sich hierbei um einen Kurzroman handelt, dass ich das Buch wahrscheinlich nicht gelesen hätte. Dies ist allerdings nicht der Fehler der Autorin, sondern mein eigener, da ich zu Beginn nicht auf die Seitenzahl geachtet habe. Meiner Meinung nach ist dieses Buch perfekt für einen gemütlichen Tag am Strand oder für alle die wenig Zeit haben.
"Keine Lizenz zum Verlieben" bietet ein kurzweiliges Lesevergnügen mit einer großen Portion Humor.

Bewertung vom 04.07.2017
Das Leben fällt, wohin es will
Hülsmann, Petra

Das Leben fällt, wohin es will


sehr gut

Die Schwestern Marie und Christine könnten kaum unterschiedlicher sein. Christine ist eine verantwortungsbewusst, ordnungsliebend und durchorganisiert. Denn nur so schafft sie es ihre Kinder und ihren Job in der Familienwerft unter einen Hut zu bringen. Marie hingegen ist chaotisch, freiheitsliebend und genießt ihr Leben in vollen Zügen. Bis Christine schwer erkrankt und Marie einspringen muss. Sowohl zu hause bei den Kindern als auch in der Werft. Gerade letzteres ist ein besonders schwerer Schritt, hat sie doch der Werft und ihrer Leidenschaft fürs Segeln und für Boote schon vor über 10 Jahren den Rücken gekehrt. Doch es hilft alles nichts, Marie muss sich ihrem Schicksal ergeben und versuchen den Platz ihrer Schwester einzunehmen. Doch das ist schwerer als gedacht.

Auf den ersten Blick erscheint "Das Leben fällt wohin es will" wie ein typischer locker leichter Frauen- und Liebesroman. Doch bereits nach wenigen Seiten merkt man, dass sich hier viel mehr versteckt. Einerseits natürlich aufgrund Christines Erkrankung die in all ihren Facetten durchleuchtet wird und andererseits aufgrund der familieneigenen Werft. Yachten und Segelboote sind ein ständiger Begleiter während des Lesens und der eine oder andere Fachbegriff wird verwendet. Dies stellt aber auch für nicht boot-affine Leser kein Problem dar, da Autorin Petra Hülsmann die Begriffe sehr gut erklärt. Wer allerdings mit Booten überhaupt nichts anfangen kann, sollte aber meiner Meinung nach eher die Finger von diesem Buch lassen, da sie schon ein zentrales Thema darstellen.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht der jüngeren Schwester Marie. Aufgrund dessen erfährt der Leser auch besonders viel über ihre Gedanken und Gefühle. Man durchlebt Marie die guten und schlechten Zeiten und auch wenn man ihre Handlungsweisen nicht immer gut heißen kann, so kann man sie doch nachvollziehen. Über Christines Gedanken und Gefühle erfährt man hingegen weniger bzw. nur genau so viel wie sie Marie erzählt. Dies finde ich ein wenig schade, da ich zwischendurch wirklich meine Schwierigkeiten mit Christine hatte. Schön wäre gewesen, wenn einzeln Kapitel aus Sicht von Christine erzählt worden wären. Ich kann allerdings nachvollziehen, warum die Autorin dies nicht gemacht hätte. Das Krankheitsthema wäre dadurch noch mehr in den Fokus gerückt und hätte den Eindruck des leichten Frauenromans vollständig zerstört.

Obwohl sich das Ende bereits relativ früh abzeichnet und dadurch die Spannung eher nicht vorhanden ist, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Dies liegt auf der einen Seite an dem sehr angenehmen Schreibstil der Autorin und andererseits daran, dass einige Handlungsstränge bis zum Schluss offen bleiben.
"Das Leben fällt wohin es will" war für mich das erste Buch von Autorin Petra Hülsmann, aber ich bin mir sicher, dass es nicht das letzte bleiben wird.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.07.2017
Strongfood - Das Kochbuch
Froböse, Ingo

Strongfood - Das Kochbuch


ausgezeichnet

Wer abnehmen will muss nicht nur richtig essen, sondern auch Sport treiben. Dieser Grundsatz ist jedem klar, der sich mit dem Thema Abnehmen beschäftigt. Aber nicht jedem der Sport treibt ist klar, welchen großen Einfluss die Ernährung auf seine sportlichen Leistungen hat. Und genau an diesem Punkt setzt "Strongfood - Das Kochbuch" an. Es richtet sich an Ausdauer- und Kraftsportler und zeigt wie sich sowohl in der Trainings-, Wettkampf- aber auch in der Rekonvaleszenzphase ernähren sollten.

Neben sehr schmackhaften Rezepten bietet das Kochbuch vor allem auch einen sehr ausführlichen Theorieteil. Gerade die Formeln zur Berechnung des Grund- und Leistungsumsatzes sowie die Tabellen mit dem Energieverbrauch zu ausgewählten Sportarten haben mich persönlich sehr begeistert. Besonders gut hat mir bei den Tabellen gefallen, dass einerseits eine breite Auswahl an Sportarten abgedeckt wird und andererseits nicht nur Werte für einen Durchschnittsmann bzw. eine Durchschnittsfrau angegeben werden. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen werden vier verschiedene Gewichte angegeben, so dass die meisten ihren Bedarf sehr gut abschätzen können.
Des weiteren wird auf die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett eingegangen. Wobei die Autoren deutlich hervorheben, dass der Körper alle drei Stoffe benötigt. Die Zusammenstellung aber natürlich von der Sportart bzw. dem Trainingsstand abhängig ist. Ausgesprochen positiv ist mir aufgefallen, dass die Autoren sich von Proteinshakes ein wenig distanzieren und sich für natürliche Proteinquellen aussprechen. Dies merkt man in weiterer Folge auch bei den Rezepten, da hier kaum Eiweißpulver verwendet wird.

Die einzelnen Rezepte werden in die folgenden fünf Kategorien eingeteilt: Vor dem Training, nach dem Training, Rekonvaleszenz, Schnelle Snacks für Zwischendurch und Ernährung an trainingsfreien Tagen. In allen Kategorien wird dann noch einmal eine Unterteilung in Ausdauer- und Kraftsport gemacht. Die Mengenangaben sind dabei immer für eine Person gedacht. Meiner Meinung eine sehr gute Lösung, da es leichter ist die Mengen zu Verdoppeln als zu Halbieren. Bei anderen Kochbüchern hat man oft das Problem, dass wenn man ein Rezept für eine Person kochen möchte vor der Frage steht, wie man ein rohes Ei am besten halbiert. Die verwendeten Zutaten sind im Großen und Ganzen im normalem, gut sortierten Supermarkt erhältlich. Nur einige wenige Spezialzutaten wie z.B. Lupinien werden verwendet.

Die Fotos der Gerichte sind äußerst stilvoll und machen auf jeden Fall Lust das Gericht nachzukochen. Die angegebene Zubereitungszeit ist meiner Meinung nach durchaus realistisch, auch wenn ich bei dem einen oder anderen Rezept doch ein paar Minuten mehr gebraucht habe. Die Beschreibungen der Zubereitung ist zwar eher kurz gehalten, aber meiner Meinung nach ausführlich genug. Zu Beginn hatte ich befürchtet, dass die Rezepte sehr fleischlastig sein werden, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Natürlich sind einige Gerichte mit Fleisch enthalten, diese werden aber sehr gut ergänzt von Fischgerichten und auch einigen vegetarischen Rezepten. Auch Liebhaber von Süßigkeiten kommen auf ihre Kosten und finden sehr gute Alternativen, wenn wieder mal der Heißhunger auf Schokolade im Anmarsch ist.

Obwohl sich das Kochbuch vornehmlich an Sportler richtet, würde ich es nicht nur auf diese Zielgruppe beschränken. Auch nicht Sportler kommen bei den ausgewogenen und schmackhaften Rezepten voll auf ihre Kosten. Diese sollten allerdings sehr gut auf die Kalorienangaben achten, da die Gerichte für Sportler optimiert sind. Als Nichtsportler schießt man schnell mal über seinen Kalorienbedarf hinaus wenn man sich Frühstück, Mittag, Abendessen und Snacks aus diesem Buch gönnt.

Bewertung vom 20.06.2017
Schlaflos in Manhattan / From Manhattan with Love Bd.1
Morgan, Sarah

Schlaflos in Manhattan / From Manhattan with Love Bd.1


sehr gut

Eigentlich ist Paige ganz zufrieden mit ihrem Leben. Sie liebt ihren Job als Eventplanerin und darf dabei noch dazu mit ihren besten Freundinnen Eva und Franky zusammenarbeiten. Außerdem wohnt sie mit den beiden zusammen in ihrer absoluten Traumstadt Manhattan. Doch plötzlich ist alles anders. Die drei Mädels stehen ohne Job da und wissen nicht wie es weitergehen soll. Zurück nach Hause? Undenkbar! Und plötzlich hat Jake, der beste Freund von Paiges Bruder Matt, die rettende Idee. Soll Paige den Schritt ins Ungewisse wirklich wagen?
„Schlaflos in Manhattan“ ist der Auftakt zur 6-teiligen „From Manhattan with Love“ Serie der Autorin Sarah Morgan. Die einzelnen Bücher bauen zwar aufeinander auf, sind aber trotzdem in sich abgeschlossen. Das vorliegende Buch kann ohne Probleme auch als Einzelband gelesen werden. Wenn man allerdings wissen möchte ob auch Eva und Franky ihr Glück finden, sollte man unbedingt die Folgebände lesen.

Die drei Freundinnen Paige, Eva und Franky sind junge, unabhängige Frauen, die mehr oder weniger fest im Leben stehen und äußerst liebenswert und sympathisch sind. Man merkt, dass sie sich schon ewig kennen und blendend verstehen und dies obwohl sie eigentlich grundverschieden sind. Eva ist die hoffnungslose Romantikerin in der Runde, die an die große Liebe glaubt und von ihrem Ritter auf dem weißen Ross träumt. Franky hingegen hat mit Romantik und Liebe nicht sonderlich viel am Hut und kümmert sich lieber aufopferungsvoll um ihre Pflanzen. Paige stellt für mich ein wenig das Bindeglied zwischen den beiden dar, sie schlichtet die kleinen Streitigkeiten und hält das Dreiergespann zusammen. Sie ist das Organisationstalent und die absolute Perfektionistin. Unterstützt und ergänzt wird das Trio von Paiges Bruder Matt, einem selbstständigen Landschaftsgärtner und seinem besten Freund Jake, einem äußerst erfolgreichem Unternehmer und Womanizer.
Bereits relativ früh ist klar, welche Pärchen Konfiguration sich ergeben wird, auch wenn es bis dorthin natürlich ein langer und steiniger Weg ist. Typisch Frauenroman eben, ohne ein bisschen Drama gibt es kein Happy End. Die Stimmung ist aber nicht nur kitschig romantisch, sondern teilweise auch sehr sinnlich aufgeladen und die eine oder andere erotische Szene wird auch eingestreut. Dies wurde allerdings wirklich sehr dezent von der Autorin vorgenommen, so dass es an keiner Stelle plump oder unpassend wirkt.
Neben den Irrungen und Wirrungen der Herzen gibt es aber noch ein paar andere Handlungsstränge. Einerseits werden die Vergangenheiten der Protagonisten teilweise sehr ausführlich thematisiert und man merkt schnell, dass es keiner von ihnen bis jetzt sonderlich leicht in seinem Leben hatte. Besonders die Vergangenheit von Jake und Paige, die eigentlichen Stars des Buches, wird sehr ausführlich beschrieben. Hierbei meine ich sowohl die eigene, als auch die gemeinsame. Mir haben diese Rückblicke sehr gut gefallen, da man dadurch ein besseres Verständnis für die Charaktere bekommt und sie deutlich an Tiefe gewonnen haben. Andererseits spielt auch das Berufsleben der Protagonisten eine sehr wichtige Rolle. Auch dies hat meinen Geschmack getroffen, da sich das Buch dadurch ein wenig von der klassischen, kitschigen Liebesschnulze entfernt hat.
Am meisten begeistern konnten mich aber die detailreichen Beschreibungen der Stadt New York und der Umgebung. Gerade diese Szenen haben einen unglaublichen Zauber ausgestrahlt und erinnerten mich an die Bilder aus „Sex and the City“ und an Woody Allen Filme.
„Schlaflos in Manhattan“ ist an vielen Stellen eine Spur zu vorhersehbar und kitschig, aber für mich dennoch wieder mal ein sehr guter Vertreter des Liebesroman Genres. Ein Buch zum Augen schließen und träumen: Vom Big Apple und der großen Liebe.

Bewertung vom 19.06.2017
Rechne immer mit dem Schlimmsten
Nuottimäki, Petteri

Rechne immer mit dem Schlimmsten


sehr gut

Mit der großen Hoffnung im Gepäck, dass in Schweden alles besser wird, wandert der Finne Matti Aalto mit seiner Familie dorthin aus. Der Neubeginn startet holprig und ein Todesfall in der Familie macht die ganze Sache nicht einfacher. Doch mit der Zeit scheint alles besser zu werden. Matti ist sehr erfolgreich mit seiner Raubtierinsekten-Zucht und verkauft diese als Schädlingsbekämpfung. Aber Matti weiß, dass es nicht immer so schön bleiben wird und rechnet wie immer mit dem Schlimmsten. Und schon bald soll er Recht haben, denn trotz seiner außergewöhnlichen Erziehungsmethoden scheinen die Kinder völlig motivationslos und unbegabt zu sein. Matti setzt alles daran seine Kinder wieder auf die Spur zu bringen und einen würdigen Nachfolger für sein Geschäft zu finden. Doch die Zeit läuft im davon.
„Rechne immer mit dem Schlimmsten“ ist der erste Roman des Finnen Petteri Nuottimäki, der wie auch seine Hauptperson Matti Aalto, in Schweden aufgewachsen ist. Diese Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr, denn der Autor hat sich bei diesem Buch von realen Begebenheiten inspirieren lassen.
Das Buch zeichnet sich durch einen etwas ungewöhnlichen Erzählstil aus. Generell wird die Geschichte von einem außenstehenden Dritten erzählt, dennoch hat man an manchen Stellen, dass Gefühl, dass der Erzähler ein Teil der Familie oder ein sehr enger Freund sein muss. Trotzdem werden immer wieder Lücken offenbart, in denen der Erzähler zu gibt, dass er eigentlich nicht so genau weiß was eigentlich passiert ist und das eben beschriebene wahr sein kann oder eben auch nicht. Unterstrichen wird das Ganze noch durch eine Reihe von Fußnoten, die einerseits zur Begriffserklärung dienen, was vor allem bei den Kriegsepisoden sehr hilfreich ist, andererseits aber auch um zusätzliche kleine Anekdoten zu erzählen. Ein wenig wird dadurch der Lesefluss unterbrochen, für mich war dies aber nicht weiter störend, da ich schlimmeres gewöhnt bin, z.B. aus „Schrecklich amüsant aber in Zukunft ohne mich“ von David Foster Wallace.
Auch wenn der Klappentext eine normale Familiengeschichte vermuten lässt, ist diese Geschichte sowie auch die Familie alles andere als normal. Die einzelnen Episoden die erzählt werden übertreffen sich an Absurdität und Skurrilität und dies trifft auch auf die Familienmitglieder zu. Hin und wieder bleibt einem als Leser nichts anderes übrig als den Kopf zu schütteln, zu staunen oder lauthals zu lachen. Zu meiner großen Verwunderung kann ich auch nach Abschluss des Buches keinen der Charaktere als liebenswert oder besonders sympathisch beschreiben. Trotzdem hat mich die Geschichte gefesselt und ich wollte wissen wie es Matti, seiner Frau Beata und seinen Kinder Raimo, Risto, Elina und Antti ergeht.
Der Einstieg in das Buch selbst ist mir persönlich äußerst schwer gefallen. Dies lag vor allem an dem gewöhnungsbedürftigen Erzählstil, aber auch an den Kriegsgeschichten von Matti. Im Nachhinein kann ich nicht mit Sicherheit sagen, an welcher Stelle genau der Punkt kam an dem ich Feuer und Flamme für die Geschichte wurde, aber von Kapitel zu Kapitel hat sie mir immer besser gefallen. An den Stil habe ich mich dann doch recht schnell gewöhnt und dieses ironische und sarkastische zu schätzen und lieben gelernt.
Auch das Ende fand ich sehr gut, da es eigentlich alle Handlungsstränge noch einmal aufgreift, zusammenführt und zu einem Abschluss bringt. Dennoch bleibt genug Raum für eigene Gedanken, wie es denn mit der Familie weitergehen wird.
„Rechne immer mit dem Schlimmsten“ ist eine etwas andere Art von Familiengeschichte, voll mit schwarzem Humor, ein wenig Slapstick und einem Haufen Sarkasmus und Raubinsekten. Kein leichtes Buch, aber definitiv eines bei dem sich die Mühe belohnt macht.

Bewertung vom 14.06.2017
Magonia Bd.1
Headley, Maria D.

Magonia Bd.1


gut

Ein normales Leben führen, dies ist der größte Wunsch der 16jährigen Aza Ray. Leider scheint ihr niemand diesen Wunsch erfüllen zu können, da sie seit ihrer frühesten Kindheit an einer seltenen Lungenkrankheit leidet. Die Ärzte sind rat- und machtlos, da Aza bis dato die einzige mit dieser Krankheit ist. Ihre Atemnot wird immer schlimmer und auf einmal fängt sie auch noch an zu halluzinieren. Sie sieht ein Segelschiff in den Wolken und hört Vögel ihren Namen rufen. Und dann passiert es: Die Atemnot wird so schlimm, dass Aza zu ersticken droht. Als sie jedoch ihre Augen wieder auf schlägt befindet sie sich nicht auf der Intensivstation im Krankenhaus wie sie es erwartet hatte, sondern auf einem Schiff in den Wolken und ein Vogelmensch erklärt ihr, dass sie sich in Magonia befindet. Zum ersten Mal in ihrem Leben kann Aza frei atmen und fühlt sich gesund.
Die Magonia- Reihe ist als Zweiteiler konzipiert, wobei der zweite Teil bis dato noch nicht auf Deutsch erschienen ist. Dies tut dem Lesevergnügen des ersten Bandes aber keinen Abbruch, da die Geschichte mehr oder weniger in sich abgeschlossen ist.
Die Erzählperspektive wird im Laufe der Geschichte immer wieder gewechselt. Der Großteil wird aus Azas Sicht erzählt, es gibt aber auch einige Kapitel in den Jason die Rolle des Erzählers übernimmt. Aufgrund der kapitelweisen Strukturierung führt der Perspektivenwechsel zu keinerlei Verwirrungen, sondern ermöglicht dem Leser auch Jason besser kennen zu lernen. Der Erzählstil ist dabei besonders im ersten Teil sehr locker, legere und ein wenig flapsig. Dies passt aber sehr gut zu den beiden Protagonisten. Vor allem Aza besticht mit ihrer frechen und sarkastischen Art und Weise. Obwohl die durch ihre Krankheit stark eingeschränkt ist, versucht sie das Leben in vollen Zügen zu genießen und möglichst stark und unabhängig zu sein. Dies ändert sich aber sobald sie Magonia betritt. Ihr Gesundheitszustand verbessert sich zwar dramatisch, dafür wirkt sie sehr verunsichert, schüchtern und naiv. Bis zu einem gewissen Grad kann man ihren Wandel nachvollziehen, da sie sich in einer ihr völligen unbekannten und fremden Welt befindet. Trotzdem habe ich ihre freche, aufmüpfige Art doch sehr vermisst.
Jason ergänzt Aza perfekt und man versteht sofort, warum die zwei die besten Freunde sind. Jason glänzt vor allem durch sein einzigartiges Gedächtnis, seine Intelligenz und seinen Humor. Beide Charaktere heben sich deutlich von anderen Jugendlichen ihres Alters ab, sind aber trotzdem so sympathisch angelegt, dass man gerne mit ihnen befreundet sein möchte.
Meiner Meinung nach kann man das Buch in drei große Abschnitte einteilen. Den ersten der nur auf der Erde spielt, den zweiten der nur auf Magonia spielt und den dritten der sich beiden Welten widmet. Die Spannungskurve ist in allen drei Teilen sehr unterschiedlich ausgeprägt und gerade im zweiten Teil flacht sie sehr stark ab. Dort geht es eher um das Kennenlernen von Magonia und den Wesen die darin leben. Sehr gut hat mir gefallen, dass die Autorin auf aktuelle und wichtige Themen eingeht. Umwelt- und Tierschutz spielen genauso eine Rolle, wie auch Sklaverei und Rassismus. Dies alles verpackt sie sehr geschickt in die Geschichte, so dass der Leser sehr wohl zum Nachdenken angeregt wird, aber sich nicht belehrt oder bevormundet vorkommt. Den zweiten und dritten Teil finde ich persönlich ein wenig unausgeglichen, denn was an Spannung im Mittelteil fehlt wird am Ende hinzugestopft. Zum Schluss hin kam für meinen Geschmack ein wenig zu viel auf einmal und ich bin fast atemlos von einer Situation in die nächste gestolpert. Ein wenig konnte ich hierbei nachvollziehen wie sich Aza zu Beginn des Buches gefühlt haben muss.
Auch wenn Magonia einige Schwächen aufweist, hatte ich doch ein sehr angenehmes Lesevergnügen. Die detailreichen Beschreibungen und die phantasievollen Bewohner Magonias haben dabei maßgeblich beigetragen. Ich freue mich schon sehr auf den Nachfolgeband.

Bewertung vom 14.06.2017
Mittsommerleuchten
Hellberg, Åsa

Mittsommerleuchten


gut

Es scheint als hätte Gloria den Jackpot geknackt. Mit ihren 53 Jahren darf sie die Rolle ihres Lebens spielen, die Hauptrolle in der Oper „Carmen“. Doch obwohl ihr die Rolle wie auf den Leib geschneidert ist, hält sich ihre Begeisterung in Grenzen, denn an der Produktion werden auch Dominik und Sebastian teilnehmen, beides ehemalige Liebhaber von ihr. Vor allem der Gedanke an Dominik macht ihr das Leben schwer und sie hat keine Ahnung wie sie ihm gegenüber treten soll. Und als ob das Gefühlschaos nicht schon groß genug wäre, beschließt auf einmal auch noch ihre ansonsten so beständige und stabile Schwester sich von ihrem Mann zu trennen.
Gloria ist ein sehr komplexer Charakter. Einerseits sehr unabhängig, erfolgreich und selbstbewusst, andererseits aber auch launisch, zickig, unsicher und einsam. Bis zum Schluss wurde ich nicht ganz schau aus der Operndiva. Dies sollte aber nicht unbedingt als Kritik aufgefasst werden, denn es gibt nichts Schlimmeres als Personen die man auf den ersten Blick durchschaut. Leider muss ich aber sagen, dass sie für mich kein besonders sympathischer Charakter war. Wirklich warm geworden bin ich mit ihr nicht, dies liegt vor allem an ihren doch etwas nervigen und teilweise herablassenden Art, ihren Stimmungsschwankungen und ihrem Hygiene-Tick. Ihre Schwester Agnes ist das komplette Gegenteil. Sie besticht durch ihre beständige und konservative Art, sieht die Dinge pragmatisch und lässt kaum Gefühle zu. Umso überraschender ist ihr Entschluss sich nach jahrelanger Ehe von ihrem Mann zu trennen. Ihre kühle und reservierte Art unterscheidet sie zwar grundlegend von ihrer Schwester, macht sie aber auch nicht unbedingt sympathischer. Positiv hervorheben möchte ich aber, dass die Personen sehr detailgenau beschrieben wurden und Großteils auch authentisch wirkten.
Aber nicht nur mit den Protagonisten, sondern auch mit der Geschichte als Ganzes hatte ich persönlich so meine Probleme. Der Einstieg viel mir schwer und über lange Strecken plätschert einfach alles so vor sich hin. Welche fesseln konnte mich die erste Hälfte des Buches nicht und ich habe es daher mehrmals weggelegt. Erst gegen Mitte der zweiten Hälfte wurde es ein wenig besser und vor allem kam ein wenig mehr Schwung hinein. Trotzdem hinterlässt „Mittsommerleuchten“ einen schalen Geschmack bei mir. So richtig vom Hocker reißen konnte es mich nicht und obwohl ich den Schreibstil ehrlich gesagt sehr ansprechend fand, werde ich eher nicht mehr zu einem Buch der Autorin greifen. Klappentext und Cover haben auf mich den Eindruck eines leichten und phasenweisen lustigen Romans erweckt, leider fand ich dann eher eine schwerfällige und teilweise langatmige Geschichte vor.
Der größte Pluspunkt von „Mittsommerleuchten“ liegt in den Beschreibungen der Umgebung, des Alltags an der Oper und der schwedischen Lebenskultur. Gerade die letzten zwei Punkte waren für mich besonders interessant, da ich mit beiden noch sehr wenige Erfahrungen gemacht habe.
„Mittsommerleuchten“ ist handwerklich gut gestaltet, entsprach nur leider nicht meinem Geschmack und meinen Erwartungen. Einige Handlungsstränge konnten durchaus mein Interesse wecken und gegen Ende hin habe ich auch wirklich gefallen an der Story gefunden. Leider musste ich mich aber über längere Phasen wirklich zum Lesen quälen.

Bewertung vom 13.06.2017
Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge
Hogan, Ruth

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge


ausgezeichnet

Am schwärzesten Tag seines Lebens hat Anthony Peardew die wichtigsten zwei Sachen in seinem Leben verloren, seine große Liebe und Verlobte Therese und ein Medaillon, welches er von ihr bekommen hatte. Unter den beiden Verlusten leidet Anthony auch Jahre später noch schwer und er hofft noch immer zumindest das Medaillon irgendwann wieder zu finden. Auf seinen Spaziergängen hält er daher ständig die Augen und offen und findet so einiges, nur nicht das was er sucht. Doch jeden gefundenen Gegenstand nimmt Anthony mit, etikettiert ihn liebevoll und bewahrt ihn auf. In der Hoffnung die Dinge irgendwann an den Besitzer zurückgeben zu können. Doch er weiß, dass ihm nicht mehr gelingen wird diese Aufgabe zu vollenden. So verfügt er, dass seine Assistentin und Haushälterin Laura sein Erbe fortführen soll. Laura tritt dieser Mammutaufgabe völlig unvorbereitet entgegen und weiß nicht wirklich wie sie dies bewältigen soll.
„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen. Neben der Geschichte von Anthony und Laura und der einzigartigen Sammlung gibt es auch noch einen Erzählstrang über Eunice und Bomber. Außerdem werden immer wieder kleine Geschichten der verlorenen Gegenstände eingeflochten. Trotz dieser vielen und auf den ersten Blick unzusammenhängenden Erzählstränge ergibt dies von Anfang an ein rundes Bild. Ich persönlich habe beim Lesen gespürt, dass alles irgendwie zusammengehört, auch wenn die Verbindung nicht sofort greifbar war.
Neben den vielen kleinen Episoden sind es vor allem die Charaktere die dieses Buch auszeichnen und zu etwas ganz besonderem machen. Autorin Ruth Hogan beschreibt ihre Charaktere mit einer unglaublichen Liebe und Hingabe und sehr detailreich, dass ich die Personen von Anfang an vor mir gesehen habe. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern trifft dies hier auch nicht nur auf die Hauptpersonen, sondern auch auf die, vielleicht eher unwichtigeren, Nebencharaktere zu.
Mein persönlicher Favorit war und ist Sunshine, das Nachbarsmädchen mit Daunendron (Down-Syndrom) und einer unglaublichen Begabung. Sie strahlt eine unglaubliche Lebensfreude und Herzenswärme aus und ist für mich der heimliche Star des Buches. Das sie des Öfteren unter ihrer Andersartigkeit gelitten hat wird kurz und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger thematisiert. Trotzdem sind diese Passagen sehr ergreifend und regen, jedenfalls mich, zum Nachdenken an. Aber nicht nur Sunshine, sondern auch Laura, Freddy, Eunice und Bomber habe ich sehr in mein Herz geschlossen und der Abschied ist mir schwer sehr gefallen.
Die Stimmung des gesamten Buches ist eher eine ruhige und gediegene. Spannung und Action sucht man vergeblich, dies sollte aber von Anfang an klar sein, bei so einem „Feel good“ Titel. Der fehlende Spannungsanteil wird durch eine Achterbahn der Gefühle und ansprechende Wortwahl ausgeglichen. Ruth Hogan erschafft mit ihren Worten eine unglaubliche Stimmungskulisse die die Geschichte perfekt untermalt. An manchen Stellen musste ich laut lachen, während ich an anderen ein wenig zum schniefen kam oder den Kopf geschüttelt habe über diesen Irrsinn. Nach Abschluss des Buches saß ich minutenlang da, habe das Buch in Händen gehalten und über das gelesene nachgedacht. Dies passiert mir eigentlich eher selten, denn fertig, ist Ende ist aus. „Mr. Peardew“ hat bei mir aber deutlich nachgewirkt und tut es noch immer. Dies ist wieder mal eine dieser Geschichten die einem im Gedächtnis bleiben und nicht mehr loslassen.
„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ ist meiner Meinung nach auf jeden Fall eines der Highlights des bisherigen Jahres. Liebenswerte Charaktere, eine herzerwärmende Botschaft und eine unglaubliche Stimmung machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem.

Bewertung vom 09.06.2017
Alice = Alice
Schilonka, Maxi

Alice = Alice


sehr gut

Die eineiigen Zwillinge Alice und Scarlett leben seit einiger Zeit an verschiedenen Enden der Stadt. Seit der Scheidung der Eltern lebt Alice bei ihrer Mutter, während Scarlett zu ihrem Vater gezogen ist. Aufgrund der räumlichen Trennung ist auch der Kontakt der Zwillinge eingeschlafen und umso härter trifft Alice der Scarletts Fenstersturz. Noch schockierter ist sie, als sie erfährt, dass es möglicherweise ein Selbstmordversuch ihrer Schwester war. Während Scarlett im Koma liegt beschließt Alice kurzentschlossen das Leben ihrer Schwester anzunehmen um herauszufinden wie es zu diesem „Unfall“ kommen konnte. Als Scarlett verkleidet nimmt Alice ihren Platz in der Schule ein und lernt ihre Mitschüler und Freunde kennen. Eines Tages findet sie einige von Scarletts Zeichnungen in ihrem Zimmer. Alice nimmt die Zeichnungen mit ins Krankenhaus in der Hoffnung, ihre Schwester dadurch aus dem Koma zu befreien. Doch alles kommt anders, anstatt das Scarlett wieder aufwacht, findet sich Alice im Wunderland wieder und muss dort einige Abenteuer überstehen.
Für mich war es dieses Jahr bereits die zweite „Alice im Wunderland“ Adaption die ich gelesen habe. Auch das erste Buch „Alice – Follow the White“ von Stephanie Kempin ist im Papierverziehrer Verlag erschienen. Da mich dieses sehr begeistert hat, habe ich natürlich sehr große Erwartungen in „Alice = Alice“ gesetzt. Leider muss ich sagen, dass ich am Anfang doch ein wenig enttäuscht war. Dies liegt aber weder am Schreibstil von Maxi Schilonka noch an der Geschichte selbst, sondern einfach und allein an meinen Erwartungen. „Alice – Follow the White“ setzt die Figuren aus „Alice im Wunderland“ in einen völligen neuen und ungewohnten Kontext. So etwas hatte ich mir eigentlich auch von „Alice = Alice“ erwartet und genau hier wurden meine Erwartungen enttäuscht, denn die Geschichte bleibt relativ nah am Original dran. Das vorliegende Buch hebt sich jedoch dadurch hervor, dass es auf einmalige und besondere Art und Weise die Realität mit dem Wunderland verknüpft. Dies geschieht mit einer gewissen Leichtigkeit und Schwerelosigkeit, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat.
Die realen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und mit einer großen Liebe zum Detail beschrieben. Bei den Wunderlandcharakteren fehlt mir diese detailtreue an manchen Stellen, für mich persönlich aber nicht weiter tragisch, da ich das Original sehr gut kenne und dadurch die Personen sehr gut vor meinem geistigen Auge sehen kann. Bei den Beschreibungen merkt man dafür wieder die Detailgenauigkeit sehr gut, denn diese werden wiederum sehr ausführlich beschrieben. Des Weiteren fand ich den Schreib- und Erzählstil der Autorin sehr angenehm. Sie schreibt auf eine sehr jugendliche und lockere Art und Weise, ohne dabei aufgesetzt oder gekünstelt zu wirken. Außerdem passt diese legere Sprache hervorragend zu den jungen Charakteren.
Leider schwächelt die Geschichte an manchen Stellen ein wenig. Alice geht den Rollentausch ohne große Vorbereitung an und erkennt recht schnell, dass sie völlig überfordert ist. Soweit kann ich das Ganze auch noch nachvollziehen. Die Schwierigkeiten für mich fangen an dem Punkt an, an dem niemand in der Schule ihr Dasein anzweifelt. Alice stolpert mehr oder weniger durch Scarletts Leben, doch weder Lehrer noch Schüler stellen dies in Frage; leider ein wenig unglaubwürdig.
Ansonsten hat mich die Geschichte sehr gefesselt, auch wenn die Spannung nicht wirklich greifbar war. An manchen Stellen hat es sich für mich ein wenig gezogen, aber trotzdem wollte ich immer wissen wie es weiter geht und war von der einen oder anderen Wendung doch sehr überrascht.
Besonders die Idee, dass Wunderland mit der Realität zu verknüpfen hat mich begeistert und ich gratuliere Autorin Maxi Schilonka für diesen Geniestreich. In meinen Augen ist die Geschichte nicht 100% glaubwürdig und durchdacht. Trotzdem hatte ich ein einmaliges und wunderbares Leseerlebnis.