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Benutzername: pajo47
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Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 04.04.2019
Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem.
Läckberg, Camilla

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem.


ausgezeichnet

Ein Käfig ist ein Käfig, auch wenn er golden ist.
Matilda ist Faye. Oder besser gesagt, Faye war Matilda. Matilda hat Fjällbacka verlassen und will in Stockholm studieren. Sie lässt ihre Vergangenheit hinter sich. Das wird auch dadurch deutlich, dass sie Faye als Namen benutzt. Mit dem Namen Matilda hat sie ihre Vergangenheit abgelegt. Was in der Vergangenheit passiert ist, erfahren wir erst so nach und nach in persönlichen Rückblicken.

In Stockholm lernt Faye Jack kennen. Sie hilft ihm beim Aufbau einer erfolgreichen Firma und er heiratet Faye. Die Ehe erweist sich bald als goldener Käfig. Aber der Ausbruch aus dem Käfig ist nicht so einfach, weil Faye ihrem Mann hörig ist und irgendwelche Fehler nur immer bei sich aber niemals bei ihm sucht.

Damit ist der Inhalt der ersten Hälfte des Buches beschrieben. Wie es Faye dann mit Hilfe ihrer Freundin Chris und einer Leidensgenossin namens Kerstin gelingt, doch noch aus dem Käfig auszubrechen und den Spieß umzudrehen, finden wir in der zweiten Hälfte des Buches.

Camilla Läckberg schreibt flüssig und gut zu lesen. Die Anzahl der handelnden Personen ist gut überschaubar. Sie macht nicht den Fehler, den man oft in Romanen findet, wo man den Verdacht hat, dass die Autoren/innen die Qualität des Romans an der Anzahl der auftretenden Personen festmachen wollen.

Läckberg beschreibt quasi drei Erzählstränge nebeneinander her. Die Haupterzählung ist die Gegenwart, also Fayes Ehe und die Zeit danach. Hier beschreibt Läckberg das Geschehen mit Faye in der Hauptrolle.

Zwischendurch erfahren wir (durch Überschriften kenntlich gemacht) etwas über Fayes (Matildas) Vergangenheit in Fjällbacka. Hier tritt Faye als Erzählerin auf.

Und eingestreut an wenigen Stellen finden wir (durch eine andere Schriftart kenntlich gemacht) kurze Hinweise in rätselhafter Form als Vorgriff auf das Ende des Buches.

Das hört sich jetzt etwas kompliziert an. Aber es ist leicht zu durchschauen und man behält immer den Überblick. Spannung bis zum Schluss bis zur überraschenden Aufklärung. Leseempfehlung!

Bewertung vom 25.03.2019
Schatten der Toten / Judith Kepler Bd.3
Herrmann, Elisabeth

Schatten der Toten / Judith Kepler Bd.3


ausgezeichnet

Ein interessanter Abschluss

Der dreibändige Zyklus um Judith Kepler hat mit "Schatten der Toten" einen interessanten Abschluss gefunden. Bei mehrbändigen Reihen wird oft der Fehler gemacht, dass bei späteren Folgen die Leser/innen, die vorhergehende Bände nicht gelesen haben, sich in dem aktuellen Buch nicht zurecht finden, weil ihnen zu viele Vorkenntnisse fehlen. Das hat Elisabeth Herrmann in diesem Buch geschickt vermieden. Man kann das Buch auch ohne die Vorkenntnisse aus den beiden vorhergehenden Bänden lesen. Immer wieder schiebt sie kleine Rückblicke auf vorhergehende Geschehnisse ein. Das macht sie aber so geschickt, dass es für Neulinge eine notwendige Erläuterung ist, und für die anderen eine Erinnerung an vorher: Ach ja, so war das!

Zum Inhalt will ich nicht viel sagen, um nicht zu viel zu verraten. Es geht um Judith Keppler, die als Tatortreinigerin arbeitet. Ihre Vergangenheit holt sie, wie im zweiten Band, wieder ein. Ihr Vater Bastide Larcan spielt auch wieder eine Rolle. Auch Frederik Meister und seine Tochter Tabea aus dem zweiten Band spielen eine wichtige Rolle. Und dann ist da noch Isa Kellermann vom Verfassungsschutz. Auf geheimdienstlicher Ebene spielt sich das Meiste ab. Vieles entwickelt sich aus Beziehungen und Geschehnissen der Vergangenheit. Da sind mehrere Erzählstränge, die Herrmann aber gut meistert und am Ende zusammenführt. Manche Zusammenhänge vermutet man und fühlt sich betätigt, wenn es so kommt. Bei anderen Zusammenhängen wird man überrascht, dass es doch anders ist als gedacht.

Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Bis auf den Mittelteil, wo der Spannungsbogen etwas abfällt und meiner Ansicht nach einige unnötige Längen sind, steigt die Spannung bis zum Höhepunkt am Ende immer weiter an. Das, was ich als Längen angesehen habe, hat Herrmann wahrscheinlich absichtlich als retardierende Momente eingebaut.

Insgesamt gesehen eine Leseempfehlung für Leser/innen, die gerne spannende Geschichten aus dem Geheimdienstmilieu lesen. Ob die Serie um Judith Kepler mit diesem dritten Band zu Ende geht, oder eventuell doch noch ein weiteres Buch folgen wird? Lesen Sie den letzten Absatz des Buches.

Bewertung vom 17.03.2019
Rheinblick
Glaser, Brigitte

Rheinblick


ausgezeichnet

Überraschend interessant

Rheinblick ohne Rheinblick! Die Kneipe von Helga Kessel hat zwar keinen Rheinblick aber einen direkten Blick auf den Bundestag zu Bonner Zeiten. Daher ist ihre Kneipe auch ein Treffpunkt der Politiker alle Couleur. Da werden die aktuellen politischen Verhältnisse besprochen und Pläne geschmiedet. Helga hält sich dabei wohlweislich immer zurück, wenn Sie um ihre Meinung gefragt wird, jedenfalls fast immer.

Die Handlung spielt zu der Zeit, als Willi Brandt zum Bundeskanzler gewählt ist. Doch er muss sich einer Operation unterziehen und darf danach einige Zeit nicht sprechen. Da kommt die zweite Hauptperson Sonja Engel ins Spiel. Sie soll dem neu gewählten Kanzler Willy Brandt als Therapeutin helfen, seine Stimme wieder zu bekommen.

Aber da sind noch viele weitere Personen, die sich da in Bonn ein Stelldichein geben. Da geht es um Intrigen und gebrochene Versprechen. Sogar ein Mord ist geschehen. Ob da eine Spur in politische Kreise führt?

Ich hatte mir von einem Buch zu einem politischen Thema aus Bonn nicht sehr viel versprochen, wurde aber positiv überrascht. Brigitte Glaser schafft es, viele kleine Schauplätze und viele verschiedene Gruppen und Grüppchen handelnder Personen in kurzen Kapiteln so übersichtlich darzustellen, dass man nie den Zusammenhang verlieren kann. Ich habe schon einige Bücher gelesen, bei denen weniger Personen auftraten und ein heilloses Wirrwarr entstand, das einen nicht durchblicken lies. Immer wieder musste ich dann zurückblättern, um den Zusammenhang wieder zu finden.

Hier jedoch schafft Brigitte Glaser es mit Leichtigkeit, dass der Leser immer den Zusammenhang findet. Sie zeichnet ihre Personen alle, auch die weniger wichtigen Neben-Personen, liebevoll und sehr markant, dass es einfach ist, trotz (oder wegen?) der kurzen Kapitel den Faden nicht zu verlieren.

Ein Blick hinter die Kulissen des politischen Treibens in Bonn aber auch ein Blick auf viele "normale" Menschen mit ihren eigenen Empfindlichkeiten. Viele reale Personen der Geschichte und einige dazu erfundene Personen ergeben eine rundum gelungene und lesenswerte Geschichte.

Bewertung vom 05.03.2019
Lago Mortale
Conti, Giulia

Lago Mortale


gut

Am Ende Krimi

Simon (oder italienisch: Simone) Strasser, ursprünglich Polizeireporter in Frankfurt, hat seinen Wohnsitz an den beschaulichen Lago d'Orta verlegt. Wie man es in einem Krimi erwartet, wird er dort in einen Fall verwickelt. Das heißt, verwickelt ist eigentlich die falsche Bezeichnung. Strasser bringt sich, nachdem er die erste Leiche entdeckt hat, selbst in den Fall ein.

Alte Geschichten zweier Familien, Geheimnisse aus zurück liegender Partisanenzeit und diverse Beziehungen spielen wichtige Rollen. Nach einigen Recherchen findet Strasser dann die Lösung und es kommt zum Showdown. Das heißt zum Ende des Buches wird der Krimi dann ein Krimi.

Vorher zeigt sich, dass Guilia Conti sich in der Gegend auskennt und sie liebt. Das merkt man an ausufernden Beschreibungen der Gegenden oder von Speisen und Getränken: Das erwartet man in einem Reiseführer. In einem Krimi können solche Beschreibungen zum Lokalkolorit beitragen, aber bitte im Maßen.

Bei allem Überschwank im Lokalkolorit bleibt Conti bei der Beschreibung der Handlung und der Personen sehr emotionslos. Hier bleibt alles recht flach. Erst zum Schluss entwickelt sich dann der eigentliche Krimi. Meiner Meinung nach sollte Conti bei eventuellen weiteren Büchern hier die Gewichtung etwas verändern.

Abschließendes Urteil: Leichte Sommerlektüre z. B. für den Urlaub am Strand.

Bewertung vom 28.02.2019
Liebes Kind
Hausmann, Romy

Liebes Kind


ausgezeichnet

Ich hatte den hinteren Klappentext über die Autorin vorher nicht gelesen und war erstaunt, dass dieses Buch ein Erstlingswerk ist. Es ist sehr gut gelungen. Romy Hausmann schreibt aus der Sicht der Hauptpersonen heraus. Das machen andere gestandene Schriftsteller/innen auch und lassen den Leser zu Beginn der einzelnen Kapitel erst mal im Unklaren, aus welcher Sicht das Kapitel geschrieben ist. Dieses Verfahren, dass wohl angeblich künstlerisch wertvoll ist, finde ich nur schlimm. Und deshalb ist es um so toller, dass Hausmann nicht diesen Weg einschlägt, sondern die einzelnen Kapitel immer mit dem Namen der Person überschreibt, aus deren Sicht berichtet wird.

Auch den Fehler, den man oft in Debütromanen findet, dass die Autoren/innen viel zu viel an handelnden Personen, Erzählsträngen und Handlungsorten in den Roman packen, macht Hausmann nicht. Die Personenzahl und die Handlungsstränge sind überschaubar. Man findet sich immer gut zurecht.

Dabei gelingt Hausmann eine Sache ganz hervorragend, nämlich den Leser immer mal wieder in die Irre zu führen. Kaum hat man sich etwas ausgedacht, wie es wohl weiter gehen könnte, wie die Lösung des Ganzen aussehen könnte, schon geschieht etwas, was die schöne Lösung über den Haufen wirft. Toll gemacht.

Ein Debütroman ohne Anfängerfehler. Liebe Frau Hausmann, noch gerne viele weitere solche Romane.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.02.2019
Der Patriot
Engman, Pascal

Der Patriot


ausgezeichnet

Erschreckend

Zwei Plots, die am Ende zusammengeführt werden, finden wir im Buch: Da ist Carl, der "Titelheld", also der sogenannte Patriot. Er sieht die Welt auf eine sehr beschränkte Weise. Als Rechtsradikaler bekämpft er gemeinsam mit zwei Freunden Journalistinnen und Journalisten, die für ein liberales Schweden in Fragen der Migration eintreten.

Zum anderen ist da August, der vor vielen Jahren nach einer Straftat aus Schweden weggegangen ist und unter anderem in der Fremdenlegion gedient hat. In Chile werden seine Frau und sein bester Freund umgebracht. Daraufhin beschließt August wieder nach Schweden zurückzugehen.

Die Journalistin Amanda ist dann die Person, in der die beiden Erzählstränge zusammen kommen. Sie ist Augusts frühere Freundin und außerdem steht sie auf der Todesliste von Carl. So kommt es dann zum spannenden Finale.

Pascal Engman bringt die Gedankengänge Carls sehr dicht an den Leser heran. Fast unbeteiligt beschreibt er, wie Carl seine abstrusen Folgerungen vorträgt, mit denen er seine Kumpane immer wieder auf seine Richtung einschwört. Erschreckend ist es an dieser irrealen Gedankenwelt Carls teilzuhaben, die für ihn und seine Gleichgesinnten einfach nur normal ist.

Ein Buch, dass die Bezeichnung Thriller zu Recht trägt. Für Leser und Leserinnen, die es nicht ganz so brutal mögen, aber nicht zu empfehlen.

Bewertung vom 28.02.2019
Die Farben des Feuers
Lemaitre, Pierre

Die Farben des Feuers


ausgezeichnet

Wie du mir so ich dir

Der Roman beginnt mit einem Todesfall und einem Unfall. Der einflussreiche französische Bankier Marcel Péricourt verstirbt im Jahre 1927. Bei seiner Beerdigung fällt sein Enkel Paul aus dem ersten Stock. Ob es ein Unfall ist, ein versuchter Selbstmord oder Mord bleibt zunächst unklar. Paul überlebt den Sturz, bleibt aber gelähmt und muss im Rollstuhl sitzen. Seine Mutter Madeleine ist die Alleinerbin des großen Bankimperiums ihres Vaters. Von der Sorge um ihren Sohn Paul sehr in Anspruch genommen, kümmert sie sich zu wenig um die Bankgeschäfte und vertraut zu sehr den falschen Personen, die sie um ihr Erbe bringen. Madeleine rächt sich, indem sie denen, die Ihr geschadet haben, alles heimzahlt.

Ich gebe zu, dass ich den Roman zur Hand genommen habe ohne große Erwartungen. Ich lag falsch. Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Je mehr man zum Ende kommt, desto mehr ist es wie bei einem guten Krimi. Man kann nicht los lassen, da man wissen möchte, wie es ausgeht.

Lemaitre ist dabei ein souverän anschaulich schildernder Erzähler. Dann finden wir wörtlich wieder gegebene Unterhaltungen so lebensecht, dass sie direkt in ein Drehbuch übernommen werden könnten. Ein besonderer Kunstgriff sind immer wieder kurze Sätze, mit denen er den Leser direkt anspricht. So wie ein netter Freund, der einem gerade von einem Geschehen berichtet.

Ich habe nicht bereut, den Roman gelesen zu haben. Ganz im Gegenteil.

Bewertung vom 25.01.2019
Fünf Tage im Mai
Hager, Elisabeth

Fünf Tage im Mai


ausgezeichnet

Überrascht

Überrascht war ich von dem Buch. Eigentlich war es nur ein Zufall, dass ich es gelesen habe. "Es lag da so 'rum."

Ich dachte bei dem Titel zunächst an 5 aufeinanderfolgende Tage im Mai. Aber es handelt sich um 5 einzelne Tage im Mai aber in 5 verschiedenen Jahren. Insgesamt geht es um einem Zeitraum von 18 Jahren. Ort der Handlung ist ein Dorf im Gebirge. Illy und ihr Urgroßvater Tatka sind die Hauptpersonen. Bei Tatka findet Illy immer Verständnis, auch wenn es sich zum Beispiel um das Verhältnis zu Tristan handelt. Den Umgang mit Tristan hatten ihre Eltern ihr verboten, da Tristan so gar nicht ins Dorfklischee passt, denn er trinkt, kifft und hat lange Haare, die bis zur Hüfte reichen.

Dadurch dass nur fünf Tage aus den 18 Jahren exemplarisch erzählt werden, ergibt sich die Schwierigkeit, das zu erzählen, was jeweils in der Zwischenzeit geschehen ist. Elisabeth R. Hager macht das raffiniert, indem sie diese Geschehnisse im Nachhinein erst wage andeutet und dann immer deutlicher werden lässt.

Angenehm zu lesen, übersichtliche Anzahl der handelnden Personen, gute Charakterisierung der Personen, besonders der Hauptpersonen, alles in allem ein lesenswertes Buch. Gut, dass ich zufällig darauf gestoßen bin.

Bewertung vom 05.01.2019
Stella
Würger, Takis

Stella


ausgezeichnet

Intensiv

Kristin oder Stella? Stella oder Kristin?

Friedrich wächst in begüterten Verhältnissen am Genfer See auf. Sein Vater ist oft geschäftlich unterwegs. Seine Mutter, eine Malerin, strebt für ihren Sohn eine Maler-Karriere an. Doch nach einem Unfall verliert Friedrich die Fähigkeit Farben zu sehen. Damit ist eine Maler-Karriere nicht mehr möglich. Die Mutter verfällt immer mehr dem Alkohol.

Als junger Mann geht Friedrich nach Berlin. Er will selbst erleben, was man sich über das Leben in Berlin erzählt. Der Aufenthalt ist nur für eine kurze Zeit geplant. Daraus wird dann jedoch ein ganzes Jahr. Das Jahr 1942, das Friedrich in Berlin verbringt, ist der Hauptteil des Buches. Hier trifft er Kristin. Sie ist Aktmodell in einer Zeichenschule, die Friedrich in Berlin besucht. Er trifft sie aber auch in einer Bar, wo sie als Sängerin auftritt. Die beiden verleben die meiste Zeit zusammen und Friedrichs Zimmer im Grandhotel wird quasi Kristins neues Zuhause.

Erst nach einiger Zeit, als Kristin plötzlich kahlgeschoren und mit Folterspuren bei Friedrich im Hotel auftaucht, wird klar, dass Kristin eigentlich Stella Goldschlag heißt und Jüdin ist.

In die Liebesgeschichte zwischen den beiden, die fiktiv ist, sind echte Protokolle aus späteren Gerichtsverhandlungen gegen Stella verflochten. In diesen Verhandlungen geht es darum, dass Stella andere Juden an die Gestapo verraten hat und dadurch deren Tod mit verursacht hat. Sie hat dies zunächst getan, um ihre Eltern vor dem Transport ins Vernichtungslager zu retten.

Durch das Einflechten der echten Protokolle in die fiktive Geschichte schafft Würger es, eine sehr dichte Geschichte zu erzählen, die einen nicht so leicht los lässt. Berührend ist sie und dabei gleichzeitig verstörend. Eine besondere Sichtweise auf die Geschehnisse in dem einen Jahr 1942 in Berlin.

Ein Buch, das man am liebsten in einem Rutsch lesen möchte. Ein Buch, das eine unbedingte Empfehlung verdient.

Bewertung vom 23.12.2018
Die Plotter
Kim, Un-Su

Die Plotter


gut

Außergewöhnlich ungewöhnlich

Zunächst mal das Äußere: Das Cover ist gelungen. Eine weiße Chrysantheme, die Blume des Todes, ziert das Cover. Dazu sind das gesamte Cover und auch der Schnitt mit roten Tropfen wie mit Blut besprenkelt.

Raeseng ist die Hauptfigur des Buches. Ihn begleiten wir bis zum Ende. Das Ungewöhnliche dabei ist: Raeseng ist ein Killer, ein Berufskiller in Korea. Er gehört zu einer tödlichen Organisation. Die oberen Bosse und Politiker beschließen, wer umgebracht werden soll. Die sogenannten Plotter erfinden dann einen Plot, das heißt eine Geschichte, die glaubhaft ist und zum Tode der gewünschten Person führt. Am unteren Ende ist es dann Raeseng, der dafür sorgt, dass dieser Plot genau und mit dem gewünschten Effekt ausgeführt wird.

Soweit der ungewöhnliche Plot des Buches. Die Umsetzung ist jedoch nicht so ganz nach meinem Geschmack. Da erfolgen des öfteren ungewöhnliche Sprünge. Langatmige nicht besonders interessante Gespräche sind an der Tagesordnung. Trotz des außergewöhnlichen Plots will keine echte Spannung aufkommen. Die Handlung plätschert selbst bei Mordszenen nur so dahin. Das mag gewollt sein, als ein Hinweis darauf, wie die handelnden Personen innerlich unbeteiligt bleiben. Aber etwas mehr von einem spannenden Thriller, wie auf dem Titel vermerkt, hätte ich mir doch gewünscht.