Benutzer
Top-Rezensenten Übersicht

Benutzername: 
pajo47
Wohnort: 
Sundern

Bewertungen

Insgesamt 190 Bewertungen
Bewertung vom 16.04.2024
Physio @Home
Lämmle, Vanessa

Physio @Home


ausgezeichnet

Bewegung

Bewegung ist alles. Man kennt den Spruch "Wer rastet, der rostet". In diesem Buch legt auch Vanessa Lämmle Wert auf Bewegung und zwar unter dem Grundsatz: "Auch kleine Bewegungen sind besser als keine Bewegungen".

Das Buch ist in einzelne Themenbereiche gegliedert wie Füße, Knie, Rücken usw. Man muss das Buch nicht von vorn bis hinten durcharbeiten sondern kann sich den Bereich, der einen persönlich interessiert, heraussuchen. Jeder weiß selbst, welche Muskeln bei seinem Körper ein Bewegungsdefizit haben, z. B. wegen langer sitzender Tätigkeit.

Man sollte jedoch auf jeden Fall die grundsätzlichen Erläuterungen ansehen, die am Anfang des Buches und zu Beginn jedes Kapitels stehen. Die einzelnen Übungen sind sehr verständlich beschrieben. Die zahlreichen Abbildungen bieten eine weitere gute Orientierung.

Sehr positiv fand ich die Hinweise, wie man zum Beispiel bei körperlichen Einschränkungen die einzelnen Übungen variieren kann.

Nur die Seitenangaben im Inhaltverzeichnis, sollten bei den letzten Kapiteln dem Buch angepasst werden. Der 30-Tage-Plan befindet sich zum Beispiel erst 17 Seiten weiter hinten als angegeben.

Bewertung vom 22.03.2024
Der Lärm des Lebens
Hartmann, Jörg

Der Lärm des Lebens


ausgezeichnet

3 Tage

"Das Buch gefällt dir", sagte meine Frau. Sie machte es daran fest, dass ich es in drei Tagen durchgelesen hatte. Sie hat recht. Wenn mir ein Buch gefällt, habe ich es (leider) ganz schnell durch.

Jörg Hartmann erzählt von sich, seinen Großeltern, seinen Eltern, seiner Familie, wie er zum Schauspielern kam. Sein Wunsch-Theater war die Schaubühne in Berlin. Es ist spannend zu lesen, welche Klimmzüge er macht, nur um als Schauspielschüler an der Schaubühne vorsprechen zu können.

Hartmann gibt uns einen tiefen persönlichen Einblick in die Gefühlswelt als Schauspieler. Er sieht das Team des Theaters als große Familie. Dabei macht es ihm immer wieder Kummer, die eigene Familie wegen eines Engagements in einem anderen Ort einige Zeit verlassen zu müssen.

Jörg Hartmann war mir vor der Lektüre dieses Buches ein Begriff als Kommissar Faber im Dortmund-Tatort. Faber, das ist die Figur im Film. Die Person dahinter ist anders. Sie kann man im Buch entdecken.

Bewertung vom 20.03.2024
Lichtjahre im Dunkel
Ani, Friedrich

Lichtjahre im Dunkel


sehr gut

Kaum Süden!

Privatdetektiv Tabor Süden und Oberkommissarin Fariza Nasri treten wieder auf. Der Inhaber eines Schreibwarenladens wird vermisst und Tage später tot im Kofferraum eines Autos entdeckt. Ermordet mit einem Messer. Da könnte sich jetzt ein Krimi entwickeln. Doch einen klassischen Krimi wollte Ani wohl nicht abliefern. Passend ist auf dem Cover auch nur "Roman" vermerkt.

Ich hatte mir von Friedrich Ani mehr oder etwas anderes erhofft. Der Roman fängt toll an. Da merkt man den Könner. Ani schafft es, mit wenigen Worten eine so dichte und passende Atmosphäre zu schaffen, dass man sich mitten im Geschehen fühlt. Da sind vor allem zwei Situationen hervorzuheben, das erste Gespräch Südens mit der Frau des Ermordeten und der erste Besuch Südens im Blauen Eck, der Stammkneipe des Ermordeten. Doch dann verliert Ani sich in der recht konfusen und meist sehr alkoholgeschwängerten Gedankenwelt einiger Personen. Das kann interessant sein. Ich fand es jedoch zu konfus und zu lang.

Nach dem angenehmen Beginn taucht Süden erst ganz am Ende wieder auf. zwischendurch soll er angeblich laut Klappentext im Hintergrund die Fäden ziehen. Ein solches Ziehen von Fäden habe ich allerdings nicht gefunden.

Bewertung vom 18.03.2024
James
Everett, Percival

James


ausgezeichnet

Aufrüttelnd

Ein Buch, das mich gefesselt hat. Vor allem zwei Figuren, die uns von Mark Twain her bekannt sind, spielen hier die Hauptrollen. Das ist einmal Huckleberry Finn, hier nur Huck genannt. Die zweite Figur ist Jim bzw. James, der bei Twain nur eine Nebenrolle spielte. Hier ist Jim die Hauptperson. Jim ist Sklave und soll verkauft werden. Er flieht zusammen mit Huck. Spannende, beinahe unglaubliche Erlebnisse folgen. Immer wieder wird die grausame Wirklichkeit des Sklaventums drastisch beschrieben. Es sind Abenteuer, die die Protagonisten erleben, aber lebensgefährliche Abenteuer, wobei die Hauptgefahr von Weißen droht, die die Schwarzen nur als Vieh ansehen.

Dabei ist es brandgefährlich, wenn ein Sklave wie Jim lesen und schreiben kann und sich nicht nur in der sogenannten Sklavensprache sondern in der Sprache der Weißen ausdrücken kann. Da kann man dem Übersetzer nur ein großes Kompliment machen, da er es geschafft hat, diese spezielle Sklavensprache im Deutschen nachzubilden.

Percival Everetts Roman hat, obwohl er in längst vergangenen Zeiten spielt, eine erschreckende Aktualität. Liest und hört man doch immer wieder, wie einige Menschen andere Menschen als minderwertig betrachten, z. B. wegen ihrer Hautfarbe.

Es ist ein Zwei-Tages-Roman. Das ist bei mir ein Qualitätskennzeichen. Denn ich konnte es nur schwer aus der Hand legen und hatte es nach zwei Tagen durchgelesen. Absolute Lese Empfehlung.

Bewertung vom 10.03.2024
Wir werden jung sein
Leo, Maxim

Wir werden jung sein


ausgezeichnet

Unsterblich

Maxim Leo packt ein interessantes Thema an. Wie wäre es, wenn man unsterblich sein könnte? Das Mittel zur Unsterblichkeit entwickelt in seinem Roman Professor Mosländer eher zufällig. Er will ein Medikament herstellen, das zur Regeneration des Herzmuskels gedacht ist. Doch es regeneriert nicht nur den Herzmuskel sondern den ganzen Körper. Die vier Probanden, die den Test mitmachen, fühlen sich plötzlich wieder jung und sind rein organisch 8 Jahre jünger.

Das hört sich zunächst einmal ganz toll an. Man könnte sich immer wieder ein paar Jahre jünger machen. Als dieser Erfolg publik wird, kommen natürlich sofort aus den unterschiedlichen Richtungen Begehrlichkeiten. Und es zeigen sich auch andere Probleme, was das Zusammenleben der Menschen angeht.

Das Buch ist gut zu lesen. Die Kapitel sind sinnvoll gesetzt. Am Ende bleibt es etwas offen. Aber das ist bei dem Thema auch sinnvoll.

Bewertung vom 10.03.2024
Kantika
Graver, Elizabeth

Kantika


ausgezeichnet

Odyssee

Elisabeth Graver hat mit diesem Roman ihrer Großmutter Rebecca Cohen ein Denkmal gesetzt. Dieses Denkmal hat Rebecca auch verdient. Ihre Odyssee ging von Istanbul über Barcelona und Havanna nach New York. Zwischendurch stirbt ihr erster Mann. Um ihren Kindern eine neue Familie zu bieten und weil es in Spanien für sie immer gefährlicher wird, trifft sie sich mit Sam, dem Ehemann ihrer verstorbenen Freundin, auf Kuba und schließt mit ihm eine neue Ehe. Sie kümmert sehr um Sams behinderte Tochter.

Das Besondere an Rebecca ist, dass sie in jeder ihrer Lebensstationen das Beste aus den Gegebenheiten zu machen weiß. Sie bekommt auch zusammen mit Sam noch weitere Kindern und versucht allen Kindern einen ihren jeweiligen Fähigkeiten entsprechenden Lebensweg zu ermöglichen.

Man merkt, mit welcher liebevollen Nähe Graver den Weg ihrer Großmutter nachzeichnet. Ein Buch das anrührt.

Bewertung vom 16.02.2024
Das Lächeln der Königin
Gerhold, Stefanie

Das Lächeln der Königin


sehr gut

Simon und Nofretete

Wie kam Nofretete nach Berlin? Nofretete ist die eigentliche Hauptfigur des Romans von Stefanie Gerhold. Die zweite Hauptfigur ist Simon, ein Unternehmer, der sein Vermögen hauptsächlich mit Baumwolle erwirtschaftet hat. Er unterstützt den Archäologen Ludwig Borchardt, der bei einer Ausgrabung in Ägypten die Büste der Nofretete findet. Simons Sohn wird nach Ägypten geschickt, um die Figur nach Berlin zu schaffen.

Simon engagiert sich nicht nur für die Ausgrabungen in Ägypten sondern auch für Kunst und Kultur und unterstützt ein Waisenhaus. Auch die Angestellten und Arbeiter seines Unternehmens sind ihm ans Herz gewachsen. Gerhold stellt Simon als universellen Wohltäter dar. Vielleicht etwas zu idealisiert?

Ich hatte vorher das das Buch "Die Königin" von Sebastian Conrad gelesen. Das hat sich als sehr günstig erwiesen. Denn Conrad hat ein Sachbuch über Nofretete geschrieben. Dadurch ließen sich die Ereignisse in Gerholds Roman sehr gut geschichtlich einordnen.

Bewertung vom 13.02.2024
Die Spiele
Schmidt, Stephan

Die Spiele


gut

Zäh

Es geht um Spiele, genauer um die Vergabe der Olympischen Spiele 2032. Werden sie in China, in Afrika oder in Europa stattfinden? Der entsprechende Kongress des IOC findet in China statt. Da wird Charles Murandi, der mosambikanische IOC-Funktionär, ermordet in seinem Hotelzimmer aufgefunden.

Alles klar soweit! Jetzt könnte es spannend werden. Aber die Spannung bleibt aus. Die Handlung zieht sich zäh dahin. Für ein spannendes Buch von diesem Umfang brauche ich normalerweise zwei Tage. Dieser Roman beschäftigte mich etwa eine Woche, weil ich jeweils wenig Lust hatte, weiter zu lesen. Das dauernde Hin- und Herspringen zwischen vergangenen Zeiten in Afrika und in der DDR, den Tagen vor dem Mord, dem Mord-Tag und den Tagen nach dem Mord tragen nicht gerade zum besseren Durchschauen der Zusammenhänge bei.

Doch! Ganz zum Schluss erhebt sich die dahin dümpelnde Spannungskurve etwas. Kein Krimi, eher eine Geschichte um und über die politischen Verhältnisse in China, wo sich der Autor offensichtlich bestens auskennt.

Bewertung vom 03.02.2024
Die Königin
Conrad, Sebastian

Die Königin


ausgezeichnet

Wissenswertes über eine Königin

Was verbindet man oft mit einem wissenschaftlichen Buch? Genau! Unverständliche lange Sätze, viele Fremdworte und wissenschaftliche Fachausdrücke. Dabei kann man schon mal den Eindruck haben, dass Autoren der Meinung sind, je mehr Fremdworte desto besser und wissenschaftlicher.

Sebastian Conrad schafft es, ein wissenschaftliches Sachbuch vorzulegen, dass man gern liest, weil es leicht zu lesen ist. Es ist keine Trivialliteratur. Er erhebt schon einen guten wissenschaftlichen Anspruch. Das merkt man auch am Umfang der Fußnoten und des Literurverzeichnisses. Es sind mehr als 80 Seiten. Da kann man nur sagen: Conrad legt eine richtige Fleißarbeit vor. Das Ergebnis ist also nicht einfach so dahin geschrieben sondern fußt auf vielen literarischen Quellen. Was will man mehr. Ich kann die Lektüre nur sehr empfehlen.

Bewertung vom 11.01.2024
Pilgrim / Oxen Bd.6
Jensen, Jens Henrik

Pilgrim / Oxen Bd.6


ausgezeichnet

Auf ein Neues

Als Pilger ist Niels Oxen unterwegs. Er hat sich auf eine lange Wanderung gemacht, um den Kopf wieder klar zu bekommen nach den grausamen Erlebnissen im Vorgängerband "Noctis". Dabei findet er eine neue emotionale Verbindung zu seinem Sohn Markus, die auf Gegenseitigkeit beruht. Das hört sich bisher nicht nach einem Thriller an. Aber der kommt in gewohnt spannender Weise. Dabei ist nicht nur vor allem Oxen als Hauptakteur aktiv, wie zum Beispiel im Vorgängerband, sondern Margarethe Frank ist in einer sehr tragenden Rolle dabei. Auch Axel Mossmann spielt wieder mit und hat eine sehr undurchsichtige Rolle.

Jens Henrik Jensens Roman ist wie gewohnt gut lesbar, ohne dass man die Übersicht über die handelnden Personen verliert. Was sich im Laufe des Romans an Undurchsichtigem und Rätselhaften aufbaut, wird in einer genialen Schlussszene aufgeklärt.

Ich kann mir allerdings vorstellen, dass Leserinnen und Leser, die den Vorgängerband "Noctis" nicht gelesen haben, Schwierigkeiten haben könnten, manche Zusammenhänge zu erkennen. Es wird sich in diesem Fall lohnen, erst "Noctis" zu lesen, da sich der vorliegende Roman sehr dicht daran anschließt.