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Benutzername: Helena
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Bewertungen

Insgesamt 66 Bewertungen
Bewertung vom 20.05.2020
Das Buch der Blumen
Rygiert, Beate

Das Buch der Blumen


ausgezeichnet

Als Beate Rygiert im Alter von fünf Jahren ihr erstes Blumenbeet gestaltete, wurde damit der Grundstock für ihre Faszination für die Welt der Pflanzen gelegt. "Und obwohl es noch Jahrzehnte dauern sollte, bis ich einen eigenen Garten besaß, so hatte ich den Kreislauf von Säen, Pflegen, Bewundern und Ernten und vor allem von Werden und Vergehen ein für allemal verinnerlicht", schreibt die Autorin im Vorwort von "Das Buch der Blumen". Durch seine blumenverzierte Gestaltung springt einem das Buchcover direkt ins Auge und wenn man es in der Hand hält, fühlt es sich sehr natürlich an. Naturhaft ist auch sein Inneres: Beate Rygiert macht uns mit einer großen Vielzahl an Pflanzen vertraut: Da wären zum einen die allseits bewunderten Blumen wie die Rose, die Tulpe, die Kamelie, die Orchidee, die Nelke und das Veilchen zu nennen. Auch die persönlichen Favoriten der Autorin wie die Kuhschelle und in Vergessenheit geratene Blumen wie die Zinnie und die Kapuzinerkresse werden behandelt. Zum anderen finden auch Pflanzen Eingang in das Buch, die nicht nur wegen ihres Äußeren eine Faszination auf die Menschen ausüben, wie der Mohn oder der Kaktus. Last but not least werden in einem Kapitel all diejenigen Pflanzen zusammengefasst, die von uns so leichtfertig als Unkraut bezeichnet werden.

Die Autorin liefert uns in ihrem Blumen-Werk mit dem einnehmenden Schreibstil nicht nur eine anschauliche Kulturgeschichte der obengenannten Blumen und informiert uns über deren Wirkstoffe, sie plädiert auch für einen umweltbewussten Umgang mit den Pflanzen, die wir in unserem Garten anbauen. Bei aller Blumenliebe sollte man sich doch stets vor Augen halten, dass die Blumen ihre ganze Pracht nicht etwa für uns Menschen, sondern für das Insektenreich entfalten und damit auch ihnen den Vorrang lassen.

"Das Buch der Blumen" ist ein schönes, ein informatives und ja vor allem ein wichtiges Buch. Ich kann es jedem nur wärmstens ans Herz legen.

Bewertung vom 12.05.2020
Das Beste von allem
Jaffe, Rona

Das Beste von allem


ausgezeichnet

Caroline Bender verlässt mit zwanzig Jahren Port Blair, um in dem Verlag Fabian Publications ihren ersten Job als Sekretärin anzutreten. Mit ihren dunklen Haaren und hellen Augen und einem Gesicht, das Freundlichkeit und Intelligenz verrät, ist sie „mehr als herkömmlich hübsch“. Was zunächst als Flucht vor der Vergangenheit beginnt – ihr Verlobter und einzige große Liebe Eddie lässt sie sitzen und heiratet eine andere – verwandelt sich bald in eine erfüllende Tätigkeit, so dass sie die Karriereleiter bis zur autonomen Lektorin erklimmt.

April Morrison mit den großen blauen Augen, der zierlichen Nase mit Sommersprossen und dem dichtem, gelocktem Haar ist von geradezu atemberaubender Schönheit. Sie kommt ursprünglich von Colorado nach New York, weil sie von einer Schauspielkarriere träumt. Aber sie braucht Geld und so überbrückt sie die Zeit bis dahin ebenfalls bei Fabian Publications. Als sie ihrem Traummann Dexter begegnet, stellt sie fest, dass ihre eigentliche Bestimmung im Eheleben besteht. Doch Dexter ist nicht bereit und fähig zu einer Liebe, in der man Verantwortung für den anderen übernimmt.

Aus demselben Grund wie April verschlägt es Gregg Adams, ein sehr schlankes Mädchen mit langem blondem Haar, von Dallas nach New York. Auf einer Party lernt sie den berühmten Theaterproduzenten David Wilder Savage kennen. Sie gehen ein Liebesverhältnis ein und er verhilft ihr zu kleinen Theaterrollen. Während er auch Zeit zum Alleinsein beansprucht, verschlossen und unnahbar erscheint, ist ihre von Kontrollsucht geprägte Liebe zu ihm verschlingender, zerstörerischer Natur. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Barbara Lemont, ein unauffälliges Mädchen, aber mit ansprechendem Gesicht, hat eine kleine Tochter und ist bereits geschieden. Große Hoffnungen bezüglich der Liebe hat sie nicht mehr, sie wird wohl alleinerziehend bleiben müssen. Als sie Sidney Carter kennenlernt, in dessen Gegenwart sie sich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen und verstanden fühlt, glaubt sie das große Los doch noch gezogen zu haben. Doch Sidney ist leider verheiratet, eine Beziehung scheint nicht möglich.

Im zarten Alter von sechsundzwanzig Jahren veröffentlicht Rona Jaffe ihren Debütroman »Das Beste von allem«. Nach ihrem Abschluss am Radcliffe College hat sie selbst wie ihre Figur Caroline Bender fast vier Jahre lang in einem Verlag gearbeitet: Angefangen hat sie als Schreibkraft und sich dann zur stellvertretenden Redakteurin hochgearbeitet. Um sich ganz dem Schreiben widmen zu können, gab sie ihre Stelle auf und schrieb ihren Debütroman, in dem sie erstmals Tabuthemen wie Abtreibung und sexuelle Belästigung behandelt. „Ich wusste nicht, ob das, was meine Freundinnen und ich erlebten, unnormal war, deshalb führte ich mit fünfzig Frauen Interviews, denn ich wollte herausfinden, ob sie ähnliche Erfahrungen machten – mit Männern, bei der Arbeit und angesichts all der Dinge, über die niemand in der Öffentlichkeit sprach“, schreibt Rona Jaffe in ihrem Nachwort von 2005. „Ich hatte keine Ahnung, dass sich Millionen von Frauen angesprochen fühlen würden.“ Der Roman wird ein riesiger Bestseller und Hollywood kauft direkt die Filmrechte.

Der Roman verblüfft nicht nur durch seine unverhohlene Thematisierung von Tabuthemen, sondern auch durch seine tiefgehende Kenntnis der menschlichen Natur und Psyche. Die Autorin ist mit einem Tiefblick weit über ihr Alter gesegnet. Mit ihrer analytischen und zugleich sehr gefühlvollen Sprache zeichnet Rona Jaffe ein empathisches und verständiges Bild der New Yorker Gesellschaft und trifft den Nerv der Zeit. „Die Ehrlichkeit von »Das Beste von allem« machte den Weg frei für andere Autoren. Und in vielerlei Hinsicht ist das Buch heute so relevant wie damals“, schreibt Rona Jaffe. „»Das Beste von allem« ist ein soziologisches Dokument, aber es handelt auch von Veränderung: wie sich die Träume verändern, wie sich das Leben verändert, wie alles, was einem zustößt, etwas anderes verändert.“

Bewertung vom 11.05.2020
Die Tanzenden
Mas, Victoria

Die Tanzenden


sehr gut

„Ich bezweifle, dass es außerhalb dieser Mauern Freiheit gibt. Ich bin den größten Teil meines Lebens draußen gewesen und habe mich nicht frei gefühlt. Die Sehnsucht muss sich woanders erfüllen. Darauf zu warten, dass man befreit wird, ist ein vergebliches und unerträgliches Gefühl.“

Paris, 1885: Schauplatz des Geschehens ist die Salpêtrière, Europas wohl bekannteste Nervenheilanstalt für geisteskranke Frauen. Für das von Zerstreuung und Sensation übersättigte Pariser Publikum stellt der alljährliche Ball an Mittfasten - von der Pariser Bourgeoisie schlicht „Ball der Verrückten“ genannt - eine willkommene Abwechslung dar, um der eigenen Schaulust zu frönen. Die Insassinnen flößen Angst ein und üben gleichzeitig Faszination aus, sie verursachen Unbehagen und regen gleichzeitig die Phantasie an. Für die Patientinnen selbst stellt der Ball den Höhepunkt des Jahres dar. An diesem Tag weicht jegliches Unwohlsein der allumfassenden Festtagsstimmung. Ein jede darf sich an diesem Tag ihren Träumen und Sehnsüchten hingeben. Für zwei von ihnen, Eugénie und Louise, sollen die Träume von Freiheit und Selbstbestimmung eine konkrete Realisierung finden. Doch damit Eugénie in die Freiheit gehen darf, muss eine andere ihren Platz einnehmen.

Vicoria Mas nimmt sich in ihrem Erstlingswerk einem Thema an, das eher zu den blinden Flecken von Paris zu zählen ist. Dem deutschsprachigen Leser mag die Salpêtrière aus „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“ - Rilkes einzigem Roman von 1910, in dem er seine Parisaufenthalte von 1902/03 verarbeitet - ein Begriff sein. Weitere fiktive Werke, die sich diesem Thema widmen, sind rar gesät. Paris, die Hauptstadt des 19. Jahrhunderts, ist ein Ort der Weltoffenheit. Es ist die Stadt, die die Moderne erfand. Sie steckt voller Schwung, Eleganz und Zauber. Als kulturelles, wirtschaftliches und politisches Zentrum Europas bietet sie eine unausschöpfliche Quelle an schillernden und funkelnden Geschichten.

Doch Victoria Mas entscheidet sich für die Kehrseite dieser blendenden Fassade. Sie entführt uns mit Entschlossenheit in die dunklen Winkel dieses funkelnden Bauwerks. Sie liefert uns einen historischen Abriss über die Geschichte der Salpêtrière und lässt uns die Zustände in dieser Anstalt um 1885 näher betrachten. „Eine Mülldeponie für all jene, die die öffentliche Ordnung gefährdeten. Eine Anstalt für Frauen, deren Empfindungen nicht den Erwartungen entsprachen. Ein Gefängnis für diejenigen, die sich einer eigenen Meinung schuldig gemacht hatten.“ Drei verschiedene Frauenfiguren projiziert die Autorin vor unser inneres Auge, um uns in eine vom Patriarchat geprägte Gesellschaftsordnung zu entführen. Sie lässt uns an drei Lebensschicksalen teilhaben, die von Tragik gezeichnet sind, die es ohne den männlichen Übergriff so nicht gegeben hätte. Obwohl Victoria Mas dies auf einfühlsame und berührende Weise bewerkstelligt, ist sie gleichzeitig um eine gewisse emotionale Distanz bemüht. Die Leserin soll mit-fühlen, aber dabei das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren: Frauen sind stark, so wie sie sind. Nicht umsonst wurden den Frauen von Männern intellektuelle und körperliche (das Korsett!) Fesseln angelegt: „Dass die Männer ihnen solche Grenzen aufgezwungen hatten, legte den Gedanken nahe, dass sie die Frauen nicht verachteten, sondern vielmehr fürchteten.“ Statt sich gegenseitig zu untergraben, sollten Frauen füreinander einstehen und füreinander kämpfen - so meine Interpretation von Victoria Mas' Roman „Die Tanzenden“.

Bewertung vom 05.05.2020
Wie uns die Liebe fand
Stihlé, Claire

Wie uns die Liebe fand


weniger gut

Elsass 2019: Die 92-jährige Ich-Erzählerin Marie-Anne Nanon möchte uns über das Jahr 1979 erzählen, in dem sich vieles für sie und ihre vier Töchter (allesamt Kopien von Madame Nan) änderte. Nach dem Tod ihres Mannes hat sie sich mit ihrer Familie mehr schlecht als recht über Wasser gehalten. Als ihr von Monsieur Boberschram der heruntergekommene Lebensmittelladen geschenkt wird, wendet sich das Blatt schlagartig. Nach einer gelungenen Erneuerung und Verschönerung, wird "Chez Malou" geradezu von Kundschaft überrannt. Das liegt nicht nur an dem einladenden Ambiente des Ladens, der außergewöhnlichen Schönheit der Bedienung und an Madame Nans kleinen Magenfüllern, die sich äußerster Beliebtheit erfreuen, sondern an einer Erfindung Maries (Madame Nans ältester Tochter) und ihres Freundes Malou: den sogenannten Liebesbomben, die nicht nur das Geschäft florieren lassen, sondern auch das ganze Dorf in einen sinnenfreudigen Liebestaumel versetzen. Alle, bis auf Madame Nanon selbst, die ihre plötzliche Liebe für Monsieur Boberschram entdeckt, der sich ihr gegenüber seltsam verhält. Während Madame Nan immer wieder Ereignisse aus dem Jahr 1940 Revue passieren lässt, nähern wir uns gemeinsam dem Geheimnis, der hinter Monsieur Boberschrams seltsamen Verhalten steckt.

In das Cover von "Wie uns die Liebe fand" habe ich mich direkt verguckt. Bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, bin ich erstmal lange mit den Fingern über den Buchdeckel gefahren: Nicht nur die Schrift ist geprägt, sondern auch die farbigen Blütenblätter, sodass sie sich im Gegensatz zu den graugefärbten Blättern "frisch" anfühlen. So wie einige unserer Erinnerungen frisch und andere verblasst sind. Eine schöne Idee.

So sehr mir das Äußere des Romans gefallen hat, so sehr habe ich mir gewünscht, dass der Inhalt mich ebenfalls für sich einnehmen würde. Leider war dem nicht so. Das gesamte Buch über habe ich auf die "Geschichte" gewartet, die uns Madame Nan unbedingt erzählen wollte. Dass die Familie Nan einen Laden betreibt und dort Liebesbomben anbietet, die ganz Bois-de-Val in ein "Freudendorf" verwandelt, ist für mich noch keine Handlung. Gut, es gibt da noch den Witwer Boberschram, für den Madame Nan plötzlich Liebe entwickelt, der eine Zeitlang zum Essen kommt, dann nicht mehr und irgendwann wieder auftaucht, um etwas zu beichten, das 1940 passierte. Und natürlich werden sie am Ende doch noch ein Paar. Diese "Geschichte" wird allerdings in ellenlangen Beschreibungen von Banalitäten ertränkt, sodass man am Ende erschlagen nur noch kapitulieren kann. Allein die Verbindung der beiden Zeitebenen und Handlungsstränge von 1940 und 1979 beißt sich: der Ton passt oft zum Erzählten nicht und das Geschehen wirkt nicht authentisch. Reaktionen und Gefühle werden theatralisch und übertrieben dargestellt, die Figuren sind eindimensional und überzeichnet - das alles umrankt von ausschweifendem, blumigem Schreibstil. Es tut mir leid, aber dieses literarische Debüt ist reinster Kitsch.

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Bewertung vom 20.04.2020
Wenn der Winter vorbei ist
Verbogt, Thomas

Wenn der Winter vorbei ist


sehr gut

„Es geht nicht um die Wirklichkeit, sondern um die Wahrheit.“

Thomas zieht mit seiner Frau Aimee um. Möglicherweise das letzte Mal in seinem Leben, das in den Fünfziger Jahren begann. Der Umzug und das Leben in der neuen Wohnung lösen Erinnerungen an Personen und Ereignisse aus, die der Autor auf literarische Weise aufarbeitet. Das gegenwärtige Leben mit Aimee bildet quasi den Erzählrahmen, in den die einzelnen Momentaufnahmen eingebettet werden. „Das ist der Mittelpunkt des eigenen Lebens: dieses brüchige, brillante Bollwerk, das Erinnerungen beherbergt. Man hat dort rund um die Uhr Zutritt, es ist nie zu weit weg, niemand kommt einem dort in die Quere, und man hat alle Zeit der Welt. Es herrscht dort ein strahlendes Licht und Vieles wird klarer, auch wenn sich nicht alles enthüllen lässt. Letztendlich geht es nur darum im Leben: in diesem brüchigen, brillanten Bollwerk heimisch zu werden.“

„Wenn der Winter vorbei ist“ ist eindeutig als Autofiktion zu verstehen (nicht umsonst trägt der Ich-Erzähler denselben Namen wie der Autor). Thomas Verbogt lässt uns in sein Innerstes blicken, er lässt uns an seinen Ängsten, Unzulänglichkeiten und Fehlern teilhaben, ohne etwas zu verschleiern. Mit Mut und Vertrauen legt er alles dar. Er schreibt darüber, wie ihn seine Erinnerungen prägen und immer wieder heimsuchen („Nichts geht vorbei. Vergangenheit ist meist nur ein Wort.“) Über allem schwebt eine gewisse Melancholie, die aber nicht runterzieht, sondern berührt und zu eigenen Reflexionen anregt. Obwohl „Wenn der Winter vorbei ist“ kein dickes Buch ist, handelt es sich trotzdem nicht um Prosa, die man in einem Atemzug durchliest. Man muss immer wieder an bestimmten Stellen verweilen und die Worte des Autors auf sich wirken lassen. Man wird dazu angeregt, nach ähnlichen Gefühlen und Erkenntnissen in seinem eigenen Leben zu suchen, um das Geschriebene zu verinnerlichen. Wer nach einer Geschichte, die von Kontinuität und Spannung geprägt ist, sucht, ist mit „Wenn der Winter vorbei ist“ nicht gut beraten, der sollte nicht zu diesem Buch greifen. Es ist kein Buch, bei dem es darauf ankommt, „worauf die Handlung hinausläuft, sondern auf das, was ist - irgendwo am Rande unseres Denkens.“

„Wenn der Winter vorbei ist“ ist ein stilles, ein ruhiges Buch. Gleichzeitig ist es aber auch dynamisch, es reißt einen mit, wenn man es am wenigsten erwartet. Es ist ein Buch mit leisem Ernst. „Diesen Ernst saugt man förmlich auf, es ist ein Ernst, der einen aufwertet, einem wirklich etwas gibt.“

Bewertung vom 10.04.2020
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung / Sophia Bd.1
Bomann, Corina

Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung / Sophia Bd.1


sehr gut

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“ dichtete Hermann Hesse einst. Man könnte meinen, diese Zeilen hätten auch von der in Berlin lebenden Chemiestudentin Sophia Krohn stammen können. Mit gerade mal 21 Jahren steht sie 1926 vor den Scherben ihres Lebens. Sie ist ungewollt schwanger und der Dozent, mit dem sie eine Affäre hat, steht nicht zu ihr, sondern drängt sie dazu abzutreiben – dabei ist ein derartiger Eingriff äußerst gefährlich. Doch für Sophia, die erkennt, dass dieser Mann sie nie geliebt hat, steht von vornherein fest: Das Kind will sie behalten. Die Konsequenzen ihrer Entscheidung sind schmerzvoll: Ihr Chemiestudium muss Sophia aufgeben und ihre Eltern setzen sie mit den Worten „Wir haben keine Tochter mehr!“ auf die Straße. Sophia bleibt nichts Anderes übrig, als bei ihrer Freundin Hanny unterzukommen, die als Tänzerin im Nelson-Theater arbeitet. Als Hanny unerwartet ein Engagement bei den Folies Bergère angeboten wird, kommt Sophia mit. Wie es der Zufall will, stößt sie in Paris auf einen der berühmten Schönheitssalons Helena Rubinsteins und kehrt so zu ihrer großen Leidenschaft – der Produktion von Kosmetik – zurück. Sie entwickelt eine Creme, die Helena Rubinstein von Sophias Talent überzeugt, sodass sie sie kurzerhand nach New York mitnimmt. Dort soll Sophia im Chemielabor neue Produkte für Helena Rubinsteins Schönheitsimperium herstellen. Wird Sophia in New York ein neues Leben aufbauen können, berufliche Erfüllung und vielleicht sogar eine neue Liebe finden?

„Sophias Hoffnung – Die Farben der Schönheit“ ist mein erster Roman von Corina Bomann. Ich habe bisher noch nichts von der gefeiertesten Schriftstellerin der deutschen Unterhaltungsliteratur gelesen und bin ihrer Schreibkunst direkt mit diesem Roman erlegen. Die Autorin schreibt mit einer Leichtigkeit, die sich auf die Leserin überträgt. Der Erzählstil ist weder überladen, noch zu schlicht. Es weist genau das richtige Maß an Beschreibung, Gefühl und Reflexion auf. Ab und zu mag einem einiges etwas klischeehaft erscheinen, das Lesevergnügen wird dadurch keineswegs getrübt.

Mit der Figur Sophia Krohns entwickelt Corina Bomann eine starke Protagonistin, mit der man sich identifizieren kann, mit der man mitfühlt und die man bewundert. Obwohl keinesfalls frei von menschlicher Schwäche ist sie eine kluge, mutige, gefühlvolle und zielstrebige Frau, der es immer wieder gelingt, sich von einem tiefen Fall zu erheben und wieder von neuem anzufangen. Durch die Ich-Perspektive ist man ganz besonders nah an der Protagonistin. Sie lässt uns in ihr Innerstes blicken, das schön, inspirierend und motivierend ist.

Auch die reale Person der Helena Rubinstein hat die Autorin überzeugend dargestellt. Sieht man sich Bilder dieser Frau an und liest sich ein wenig in ihre Biografie ein, denkt man unweigerlich: Genauso könnte diese Frau gewesen sein. Grundsätzlich finde ich Fiktion, die in ein historisches Setting eingebettet ist, äußerst ansprechend und interessant. Mit der Kosmetikbranche im Allgemeinen und Helena Rubinsteins Schönheitsimperium im Speziellen hat Corina Bomann eine Nische gefunden, die auf fiktionaler Ebene bisher nicht behandelt wurde und somit einen ganz besonderen Reiz hat – nicht zuletzt gerade aufgrund unser weiblichen Schwäche für die Welt der Kosmetik.

Corina Bomann ist mit dem ersten Band ihrer Trilogie ein spannendes, bewegendes und berührendes Werk gelungen. Ich warte schon gespannt auf die weiteren Bände.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.04.2020
Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich, Von einer Begegnung, die alles veränderte
Randau, Tessa

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich, Von einer Begegnung, die alles veränderte


sehr gut

„Die Arbeit läuft dir nicht davon, während du deinen Kindern den Regenbogen zeigst, aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.“

Als ich das Büchlein „Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich“ aus dem Umschlag herausnahm, hatte ich den Eindruck eine Broschüre zur Lebenshilfe in den Händen zu halten: Das Buch ist äußerst klein, dünn und kompakt; das Cover vermittelt Lebensfreude, Ausgeglichenheit und Ruhe. Es lädt dazu ein, es zu öffnen und in den Inhalt einzutauchen - dieser Einladung leistet man auch direkt Folge.

Für ein bis zwei Stündchen taucht man in das Leben der Ich-Erzälerin ein, die uns in schlichter, schnörkelloser Sprache von einer schicksalhaften Begegnung erzählt, die ihr Leben verändert. Die Ich-Erzählerin ist Ehefrau und Mutter zweier Kinder, sie ist erfolgreich in ihrem Beruf, hat ein großes Haus mit Garten und kann mehrmals im Jahr in den Urlaub fliegen. Eigentlich müsste sie glücklich sein, doch sie fühlt sich zunehmend ausgelaugt und gestresst. Kaum kommt sie von der Arbeit nach Hause zurück, wartet ein Berg an Haushaltsarbeit auf sie, der bewerkstelligt werden möchte. Die Ich-Erzählerin hat den Eindruck, dass ihr die Zeit, ihr Leben durch die Finger rinnt: Sie hat keine Zeit für ihre Kinder, ihren Mann, ihre Freunde, für sich selbst. Da begegnet sie im Wald an ihrem Lieblingsplatz einer älteren Frau, die sie etappenweise mit den vier Fragen des Lebens konfrontiert, die das Leben der jungen Frau verändern sollen.

Tessa Randau inspirierte ihre eigene Arbeit als selbstständige Stress- und Burnout-Beraterin zu ihrem Buch „Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich“, das halb Sachbuch, halb Fiktion ist. Sie wurde von dem Wunsch geleitet, möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, einen erfüllenden Lebensweg zu finden. Mit einer alltagsnahen Geschichte, in der sich wohl jede Frau mehr oder weniger wiederfinden wird, führt sie uns vor Augen, wie wir unser Leben überdenken und umgestalten können, sodass wir zu einem erfüllten und glücklichen Dasein gelangen. Wir müssen nur vollkommen ehrlich gegenüber uns selbst die vier Fragen des Lebens beantworten.

Bewertung vom 05.04.2020
Die Kunst des stilvollen Wanderns - Ein philosophischer Wegweiser
Graham, Stephen

Die Kunst des stilvollen Wanderns - Ein philosophischer Wegweiser


ausgezeichnet

„Leben ist nicht die Länge der Zeit, sondern die Breite der menschlichen Erfahrung.“

Stephan Graham war ein leidenschaftlicher Wanderer. Wer glaubt, mit dem Buch „Die Kunst des stilvollen Wanderns“ nimmt er einen Ratgeber in die Hand, der ihn darin unterweist, wie er kleine Wanderungen, Tagesausflüge am besten bewerkstelligt, der irrt sich gewaltig. Stephan Graham möchte uns beibringen wie wir ganze Länder zu Fuß erforschen können, er schildert die Art des Reisens und Erkundens eines „wahren Bohemiens und Lebenswanderers“. Das Wandern ist für Graham nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern eine eigene Lebensform, die eine einzigartige Philosophie und Stärke in sich birgt: „Wandern ist eine Kunst: Derjenige, der weiß, wie man wandert, weiß auch, wie man lebt.“

Das Wandern ist in vieler Hinsicht absolut einzigartig. Man fühlt sich eins mit der Natur und dem Universum. Man versteht intuitiv so vieles, was man in der Stadt, in seinem eingefahrenen zivilisatorischen Leben nicht versteht: „Das Leben wird nicht etwa von Stunde zu Stunde, Tag zu Tag, Jahr zu Jahr immer großartiger - sein Wert steckt im Augenblick, nicht im Langstreckenlauf.“ Deshalb ermuntert Graham den Wanderer auch zum Verweilen: „Die Natur versucht, uns etwas mitzuteilen. Sie spricht zu uns auf einer Langwelle.“

Dabei legt er uns nicht nur ganz konkrete Ratschläge zur Hand, die u. a. die Ausrüstung, das Entfachen von Feuer und die Schutzsuche bei Gewittern betrifft, sondern möchte uns auch auf philosophische Weise mit dem Lebensgefühl vertraut machen, welches das Wandern vermittelt. So spricht der Autor beispielsweise davon, welche Bedeutung Lieder und Dichtung auf die Qualität des Wanderns hätten: „Gesang und Dichtung machen den Wanderer zum Bürger des Universums, ein paar Augenblicke lang kennt er sämtliche Geheimnisse und Mysterien, Tiefen und Höhen.“ Oder wie erquicklich es sei, ein Wandertagebuch zu führen: „Ihr eigener Gedanke, niedergeschrieben an dem Tag, an dem er Ihnen kam, ist wie ein mentaler Schnappschuss. [...] Am Ende einer langen Wanderung werden Sie sich freuen, ein Buch vor sich zu haben, das über und über mit Notizen bedeckt ist. Es protokolliert gewissermaßen die geistige Dimension Ihres Abenteuers und erinnert Sie daran, wenn Sie in späteren Jahren darin blättern.“

Stephan Graham, der ein äußerst belesener Schriftsteller ist, ergötzt uns immer wieder mit passenden Zitaten aus der schönen Literatur – vornehmlich Shakespeare und Kipling – sowie, zum Teil abgewandelten, Bibelzitaten. Ein erheiterndes Beispiel für ein abgewandeltes Bibelzitat wäre zum Beispiel folgendes: Der Autor beschreibt wie er mit seiner Frau, die von ihm entwickelte Zickzack-Methode bei der Erkundung von Städten auf London anwandte, wobei sie auf eine vermeintliche Sackgasse stießen: „Wir fürchteten [...] umkehren zu müssen, da entdeckten wir ein Nadelöhr, durch das der reiche Mann ins göttliche Reich des Green Park gelangt.“

„Die Kunst des stilvollen Wanderns“ ist nicht nur ein interessantes Zeitdokument, das uns Aufschluss über den damaligen Lebensstil, gesellschaftliche Zustände und den Zugang zur Natur gibt, sondern ist eine Quelle der Inspiration und des Vergnügens. Es ist sowohl kurzweilig als auch philosophisch. Gelten viele der Empfehlungen und Ratschläge für heute als überholt – schließlich ist der Ratgeber fast hundert Jahre alt – bleibt doch vieles von dem, was der Autor schreibt, für immer zeitlos: „Es ist nicht die Luft allein, die heilt und erfüllt, sondern das, was man mit ihr atmet: den Geist der freien Natur, die weite des Himmels. Man greift nach dem grenzenlosen Horizont. Das lässt einen Menschen wachsen, verleiht ihm innere Stärke. [...] Ganz allein soll man im Mittelpunkt der Welt stehen, und das göttliche Bilderbuch wird einem in die Hände gelegt, damit man es öffnen, betrachten und in seinen prachtvollen Seiten blättern kann.“

„Die Kunst des stilvollen Wanderns“ ist zweifellos ein Klassiker, der in keinem Bücheregal fehlen sollte!

Bewertung vom 25.03.2020
Offene See
Myers, Benjamin

Offene See


sehr gut

„Möge das Heute für immer währen, Robert. Begreifst du, was wir hier machen? Wir untergraben just das, was die Menschheit zusammenhält. Wir werfen die Ketten ab. Ist das nicht genial?“

Während seiner Wanderung durch England trifft der sechzehnjährige Robert auf Dulcie Piper, eine äußerst unkonventionelle ältere Dame. Aus ein paar Stunden werden Tage, aus Tagen werden Wochen. Robert bleibt den ganzen Sommer bei Dulcie. Während er das heruntergekommene ehemalige Cottage neben ihrem Haus wieder auf Vordermann bringt und abends im Meer schwimmt, kocht Dulcie für sie beide und eröffnet Robert, der aus einer einfachen Bergarbeiterfamilie aus dem Norden stammt, die Welt der Bücher und der Poesie, denn „ein gutes Gedicht bricht die Austernschale des Verstandes auf, um die Perle darin freizulegen. Es findet Wörter für Gefühle, deren Definitionen sich allen Versuchen des verbalen Ausdrucks entziehen.“

Sie wird zu seiner Lehrerin und Mentorin, die ihn darin ermutigt, aus vorgefertigten Lebensschemata auszubrechen (wenn er von seiner Wanderschaft zurückkehrt, soll er in die Fußstapfen seines Vaters treten und im Bergbau arbeiten) und das zu tun, wofür er wirklich brennt: „Jeder junge Mann, der sein Leben geplant hat, ist zu bemitleiden, da Pläne kaum Platz für Zufälle und unerwartete Entdeckungen lassen. Und überdies ist jeder Mensch an sich [...] eine sich ständig verändernde Entität, ebenso wie die Welt um ihn herum. Was für ein trostloses Leben führen doch diejenigen, die sich familiären Erwartungen oder Traditionen beugen. [...] Du musst dein Leben haargenau so leben, wie du willst, nicht für irgendjemand anderen.“

Doch Robert profitiert nicht nur von der Lebensweisheit und Güte der älteren Frau, die ihn ohne jegliche Vorbehalte bei sich aufnimmt, er bringt auch seinerseits Licht in das Leben Dulcies: Während seiner Renovierungsarbeiten stößt er auf eine Mappe mit Gedichten. Wie sich herausstellt, stammen sie von der deutschen Dichterin Romy, die mit Dulcie in enger Freundschaft verbunden war, sich aber vor sechs Jahren das Leben nahm. Dulcie hat nie die hinterlassenen Gedichte gelesen, unter Roberts Einfluss fühlt sie sich jedoch schließlich der Herausforderung gewachsen und öffnet sich gegenüber Romys Poesie. So widmen sie sich von nun an jeden Abend einem Gedicht, bis sich am Ende herausstellt, dass Romy einen persönlichen Abschiedsgruß an Dulcie versteckt hat. Auf diese Weise kann Dulcie mit der Tragödie Frieden schließen und bringt schließlich auch deren Gedichte heraus.

Was Robert über den Gedichtband schreibt, könnte man auf das Buch „Offene See“ selbst anwenden: „Ich hielt ein dünnes, kunstvoll gebundenes Buch mit geprägtem Einband in den Händen. [...] Es war traumhaft schön.“ Und das ist es wirklich: Ein Kleinod hält man mit dem Roman „Offene See“ in Händen - sowohl äußerlich als auch innerlich. Der Roman kommt leicht und leise daher. Man muss sein Herz und seinen Verstand öffnen, um all die zarten Klänge wahrzunehmen.

Bewertung vom 23.03.2020
Eine fast perfekte Welt
Agus, Milena

Eine fast perfekte Welt


gut

„Papa, glaubst du, das Kind wird sterben?“
„Nein, ich glaube, das war nur ein Versuch. Kann man es ihm verübeln? Er sehnt sich nach einer anderen Welt. Einer perfekten Welt. Daran leiden wir doch alle. Aber dann finden wir uns irgendwie zurecht. Auch Gregorio wird sich zurechtfinden. Bestimmt spürt er, dass wir hier draußen auf ihn warten und dass wir ihn lieben. Vielleicht reicht ihm das bereits, um zu beschließen, hierzubleiben.“

Ester lebt auf Sardinien. Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als dass sie ihr Verlobter Raffaele von diesem steinigen Leben wegbringt. Doch kaum ist sie mit ihrem Mann in Genua und dann in Mailand, wünscht sie sich ihr altes Leben auf Sardinien zurück. Als sie nach vielen Jahren schließlich mit Raffaele und ihrer Tochter Felicita dorthin zurückkehrt, stellt sie fest, dass das Leben, das sie zunächst verabscheut und nach dem sie sich später jahrelang gesehnt hat, doch nicht das Wahre ist. Felicita dagegen fühlt sich überall wohl, wo das Schicksal sie hinführt. So lebt sie sowohl gerne in Mailand und dann auf Sardinien als auch in Cagliari, wo sie hinzieht, um dort mit ihrem unehelichen Sohn Gregorio zu leben. Gregorio wiederum, der mit der Zeit ein großes Talent im Klavierspielen entwickelt, zieht es nach New York, in die Stadt des Jazz, wo er sein persönliches Glück zu finden hofft.

Milena Agus legt uns mit „Eine fast perfekte Welt“ eine moderne Fabel dar, in der die Figuren auf einige wenige Merkmale reduziert werden und der Roman voller symbolischer Szenen ist. Ester, Raffaele, Felicita, Gregorio und einige weitere Figuren haben eine Gemeinsamkeit – sie suchen nach dem gelobten Land, ihrem eigenen, persönlichen gelobten Land. Während Ester beispielsweise zu den Personen gehört, die ihr ganzes Leben lang auf der Suche sind und nie dort, wo sie sich gerade befinden, glücklich sind, ist Felicita das genaue Gegenteil von ihr. Sie findet sich an jedem Ort, wo sie das Schicksal verschlägt, zurecht und findet zu persönlichem Glück. Felicita wird somit zur Verkünderin ermutigender Lebensweisheiten, von denen wir profitieren können, denn schließlich sind wir ja alle in gewisser Weise auf der Suche nach unserem eigenen gelobten Land. Einige sind an dem Ort, wo sie leben, und mit dem, was sie haben, vollkommen zufrieden; andere sind stets auf der Suche nach etwas Größerem, Schönerem, Optimalerem. Vielleicht ist das gelobte Land auch kein Dauerzustand, sondern äußert sich in den wenigen, flüchtigen Momenten unseres Lebens? In einer Berührung, einem Duft, einer Melodie?

Milena Agus' „Eine fast perfekte Welt“ kann nicht mit denselben Maßstäben wie ein Roman gemessen werden, denn die Geschichte ist wenig romanhaft. Eine richtige Handlung fehlt, die Figuren bleiben schemenhaft. Die Autorin wollte uns vielmehr ein Werk mit Symbolkraft darlegen. Zu den Figuren konnte man somit keine Verbindung aufbauen und einige der symbolhaften Versatzstücke und Geschichten haben sich mir in ihrer Aussage nicht erschlossen, weshalb ich nur drei Sterne vergebe. Alles in allem ist „Eine fast perfekte Welt“ aber ein lesenswerter Roman, der je nach gegenwärtiger Situation des Lesers wohl in seiner Wirkungsintensität stark variieren kann.