Benutzername: Buchdrache


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Insgesamt 80 Bewertungen
Bewertung vom 15.10.2017
Voyage of the Jerle Shannara 3c Box Set
Brooks, Terry

Voyage of the Jerle Shannara 3c Box Set


sehr gut

In der so facettenreichen Fantasy tun sich hin und wieder einzelne Autoren und Reihen besonders hervor. So auch die Welt der Shannaras von Terry Brooks, welche einst als Schatten Mittelerdes begann, doch längst daraus hervorgetreten ist. The Voyage of the Jerle Shannara ist eine Trilogie, die die gefährliche Expedition des Druiden Walkers in unbekannte Länder begleitet.

Als ein halb toter Elf an der Küste angespült wird, beginnt eine Zeit des Umbruchs. Denn dieser Elf ist der verschollene und totgeglaubte Bruder des Elfenkönigs Ahren Elessedil, der bei sich die Karte zu einem wertvollen Schatz trägt: die ebenso verloren geglaubten Elfensteine, die zu suchen er vor dreißig Jahren aufgebrochen war. Der Druide Walker Boh ersucht Ahren, um eine Expedition zu finanzieren, die die Elfensteine in einem fernen und fremden Land zu suchen. Doch schon kurz darauf treten ihre Feinde in Aktion und ermorden Ahren, um diese Expedition gar nicht erst zustande kommen zu lassen. Mit seinem letzten Atemzug leitet Ahren jedoch alles in die Wege, damit Walker dennoch aufbrechen kann. Er und seine Mannschaft werden dabei von tödlichen Gegenspielern verfolgt: Der Ilse Witch und ihrem Meister, dem Morgawr.

Das war mein erster Ausflug in die Welt von Shannara, im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass diese Reihe innerhalb des Zyklus zwar unabhängig von den anderen Reihen gelesen werden kann, sie jedoch einige frühere Ereignisse spoilert (so unter anderem die Serie), was ein wenig ärgerlich war.

Das Worldbuilding sticht hier definitiv sehr heraus. Wir befinden uns in einer postapokalyptischen Welt, genauer gesagt: unserer Welt. Verheerende Kriege haben alle Länder gravierend verändert und die Menschheit nahezu ausgelöscht. Aus den Resten der Menschen sind Gnome, Zwerge und Trolle hervorgegangen, doch auch Wege zwischen den Dimensionen haben sich aufgetan, durch die Magie sowie Elfen und Dämonen in die Welt gelangen konnten. Noch immer finden sich Reste der alten Zivilisation der Menschen und letzte technische Relikte. Darunter ist zum Beispiel auch der Supercomputer Antrax, der die Ruinen von Casteldown bewacht, wohin Walkers Expedition ihn und seine Begleiter führt, um die Elfensteine und magische Bücher mit Wissen aus der alten Welt zu suchen. Dazu gibt es dann auch noch Steampunkelemente wie zum Beispiel Luftschiffe.

Brooks vermischt damit klassische High Fantasy, die diese Bücher immer noch vornehmlich sind, mit Elementen der Science Fiction, was wirklich sehr, sehr cool ist und auch ebenso gut umgesetzt wurde. Da gilt es dann zum Beispiel auf einmal, mit Magie und Schwertern gegen Cyborgs und durchdrehende Computer zu kämpfen. So ein Kontrast kommt einem definitiv selten unter die Finger, was eine sehr angenehme Abwechslung zum Einheitsbrei ist.

Das Buch nimmt sich Zeit und stellt die wichtigsten Charaktere neben Walker ausführlich vor. Auf der anderen Seite werden einige andere Expeditionsteilnehmer nur kurz angerissen oder gar nicht groß vorgestellt, was den Eindruck vermittelt, dass sie eher Kanonenfutter sind, die im Laufe der Expedition hops gehen, damit es die Hauptprotagonisten mit Plot armor nicht treffen muss. Das hat einen schalen Beigeschmack.

Eben weil manche Charaktere bei der Vorstellung gegenüber anderen etwas hinten über fallen gelassen wurden, kommt man manchmal etwas durcheinander, wer denn nun bei der Fülle an Charakteren wer war. Dadurch stolpert man auch manchmal über die Handlung und läuft Gefahr, etwas zu überblättern und nicht mehr ganz mitzukommen. Der rote Faden bleibt jedoch klar, außerdem gibt es immer wieder Stellen, bei denen man plötzlich wieder völlig am Ball bleibt und gar nicht mehr aufhören kann zu lesen, sodass ein paar Durststrecken dann doch in Vergessenheit geraten.
Und es gibt einige Plottwists, die einen teils ziemlich vom Hocker reißen. Wer ist denn nun der Junge Bek und wer ist eigentlich die Ilse Witch? Das waren Dinge, die durchaus einen »Woah, wie cool!«-Ausruf auslösen können.

Bewertung vom 24.09.2017
Legenden von Nuareth - Heldentaten (eBook, ePUB)
Benne, Jörg

Legenden von Nuareth - Heldentaten (eBook, ePUB)


sehr gut

Diese kleine Geschichte besteht aus drei Kurzgeschichten, die in die Rahmenhandlung eines Gerichtsschreibers eingebettet sind, welcher ein Buch über seine Abenteuer schrieb, welches er nun vorstellen möchte. Ich halte das für eine sehr kreative Idee, weil das Buch, das er vorstellen will, das tatsächlich verlegte Werk des Autors ist. Die Kurzgeschichten sind damit eher Leseproben, aber sehr clever und ansprechend verpackte. Die Idee hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. Auch die drei Kurzgeschichten selber waren schöne kleine Geschichten. Sie waren jetzt nicht die ungewöhnlichsten und absolut kreativsten, aber schön geschrieben und kurzweilig. Auf jeden Fall eine schöne und gelungene Idee, um das eigene Buch zu bewerben!

Bewertung vom 24.09.2017
Das Erwachen des Feuers / Draconis Memoria Bd.1
Ryan, Anthony

Das Erwachen des Feuers / Draconis Memoria Bd.1


sehr gut

Feurig geht es einher in Anthony Ryans »Das Erwachen des Feuers«, der Auftaktband seiner »Draconis Memoria«-Reihe. Hier trifft High Fantasy auf das viktorianische Zeitalter und Drachen treten gegen Kanonen an.

Im Blut der Drachen liegt Macht, die sich jedoch nur wenige Blutgesegnete nutzbar machen können. Vier Drachenarten sind bekannt, doch als Gerüchte über einen fünften Drachen aufkommen, ist die Aufregung groß. Welche Macht liegt im Blut dieses fünften Drachen? Jeder will sich den Drachen als erstes aneignen, doch dabei entdecken die Agentin Lizanne, der unregistrierte Blutgesegnete Clay und der Offizier Hilemore, dass dieser fünfte Drache eine ungeahnte Gefahr für die gesamte Menschheit darstellen könnte.

Natürlich muss man positiv anmerken, dass es eine willkommene Abwechslung zum üblichen pseudo-mittelalterlichen Fantasysetting ist, dass hier die Kanonen donnern. Die Welt, in der dieser Roman spielt, erinnert mit seinen großen Industriefirmen, den Gewehren und Kanonen und dem Pioniergeist der Unternehmer an das viktorianische Zeitalter und bringt damit ein schönes Flair in die Lektüre.

Das Magiesystem in diesem Buch liegt im Blut der Drachen. Jede Drachenart hat eine eigene Kraft im Blut. So kann ein Blutgesegneter beispielsweise mittels Blut von blauen Drachen über große Distanzen mit anderen Blutgesegneten Kontakt aufnehmen und mit Rot eine große Hitze erzeugen. Das System erinnert damit sehr stark an das aus Mistborn von Brandon Sanderson, nur dass es hier Blut ist und keine Metalle, in denen die besondere Magie liegt.

Ryan gelingt es besonders gut, die Kampfszenen zu Leben zu erwecken. Gerade sie stehen einem besonders lebhaft vor Augen, und der Autor schreckt auch nicht zurück, die zerstörerische Gewalt der Waffen zu illustrieren.

Das Buch fordert einige Aufmerksamkeit vom Leser bei der Lektüre. Ryan kaut dem Leser nicht jedes Detail seiner Geschichte vor, sondern lässt ihn selbst die Welt erleben und erkunden. Das ist prinzipiell eigentlich sehr löblich, hier führt es jedoch dazu, dass man schnell einmal den Faden verliert und dann nicht mehr so wirklich weiß, wer nun wer ist. Die drei Hauptprotagonisten merkt man sich durchaus, aber bei ihren Begleitern wird es schon einmal kritisch.

Trotzdem: Das Buch bietet kurzweilige Unterhaltung und liest sich trotz der Länge erstaunlich schnell weg. Das Setting macht Spaß zu erkunden, und wer Sandersons Mistborn-Magiesystem mochte, wird auch hieran seine Freude finden.


Ich danke dem Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bewertung vom 17.09.2017
Ilse Witch
Brooks, Terry

Ilse Witch


sehr gut

Damit beginne ich einen weiteren Ausflug in einen der Klassiker der Fantasy. Dieses Buch, genauer eine Sammlung mit allen drei Romanen der Voyage of the Jerle Shannara, war am ehesten zur Hand, daher hatte ich auch damit angefangen, die Welt der Shannaras zu erkunden - auch wenn sich hinterher herausstellte, dass ich doch besser mit dem chronologisch ersten Buch begonnen hätte, da mir das den einen oder anderen Spoiler dazu erspart hätte. Trotzdem: Mir gefällt die Reihe bis hierher. Ich liebe das Worldbuilding einfach, es ist genial! Außerdem gibt's coole Luftschiffe. Von dem, was ich im Vorfeld an Trailern und Bildern zur Serie gesehen hatte, hatte ich auch bei den Büchern mehr Science Fiction als Fantasy erwartet, aber tatsächlich ist es doch mehr Fantasy mit einzelnen SciFi Elementen. Diese Mischung ist echt cool! Außerdem schmunzle ich über den einen oder anderen bekannten Begriff wie Faerie (aus Tolkiens bedeutenden Essay On Fairy-Stories), Morrowindl (Morrowind aus den Elder Scrolls Spielen) und Alt Mer (Altmer, die Hochelfen ebenfalls aus den Elder Scrolls Spielen). Das zeigt, wie viel Einfluss Brooks aus anderen Fantasy-Werken hatte und auch Einfluss auf andere ausübte. Nur besonders am Ende hatte ich ziemlich den Faden verloren. Das Buch ist ein Slowburner und nimmt sich Zeit, die wichtigsten Charaktere einzuführen. Darüber hinaus gibt es noch einige andere Charaktere, die aber vergleichsweise kurz nur eingeführt wurden und ich immer wieder vergesse, wer die nun waren. Aktuell habe ich das Gefühl, dass die auch nur die üblichen Statisten sind, die zum geschnetzelt Werden da sind.

Bewertung vom 17.09.2017
Snapshot (eBook, ePUB)
Sanderson, Brandon

Snapshot (eBook, ePUB)


sehr gut

Eine Kurzgeschichte aus einer der vielen Welten, die Firefight aus den Reckoners-Romanen erschaffen kann. Sanderson legt hiermit eine Science-Fiction-Kriminalgeschichte mit mehreren Handlungsebenen vor. Gerade die Ebenen haben mich allerdings sehr verwirrt, weil ich den Plottwist und dann noch einmal den Plottwist im Plottwist am Ende überhaupt nicht mitbekommen habe, da ich so völlig auf die durchaus spannende Rahmenhandlung fixiert war. Das hatte es mir dann doch ein klein wenig kaputt gemacht, da ich vom Ende völlig überrumpelt wurde und mit den ganzen Plottwist so gar nicht gerechnet hatte. Insgesamt aber doch eine sehr spannende und lohnenswerte Geschichte. Insbesondere die Snapshot-Technologie, die hier eine zentrale Rolle spielte, wirft einige interessante Aspekte auf, die auch im Text vielseitig diskutiert werden.

Bewertung vom 17.09.2017
Grünes Gold / Schwertfeuer-Saga Bd.3
Corvus, Robert

Grünes Gold / Schwertfeuer-Saga Bd.3


sehr gut

Ein letztes Mal ertönt »Hammerschlag!«, der Schlachtruf der Söldnerlegion des Schwertfeuers. Mit »Grünes Gold« schließt Autor Robert Corvus seine Dark Fantasy Reihe der Schwertfeuer-Saga ab.

Dieses Mal geht es für die Legion in den wilden Dschungel. Dort sollen sie für eine aufstrebende Baronie die Eingeborenen vertreiben. Sie stoßen jedoch auch von Seiten der Siedler der Baronie auf Ablehnung und schnell wird ihnen klar: Hier geht es um mehr als nur Landeroberung. Der Dschungel hat mehr Schätze als nur grüne Jade zu bieten. Besonders Eivora entwickelt ein Interesse, diese Schätze zu bergen. Auch wenn sie dabei nicht nur sich, sondern ihre Legion in Gefahr bringt.

Man ist sofort wieder drin im Geschehen, und das ist genau so zu verstehen. Noch nicht einmal eine Seite verging, und schon rasselten die Schwerter. Hier geht es von Anfang an gleich heiß her, der Leser ist davon genauso überrumpelt wie die Söldner, die nicht damit gerechnet haben, sofort nach Ankunft angegriffen zu werden. Das ist ein sehr gut gelungener Effekt, denn so weiß der Leser genauso wenig wie die Söldner, was hier gerade vor sich geht. Da niemand zunächst so wirklich weiß, wer der Feind ist und mit was zu rechnen ist, löst das eine gewisse Verwirrung aus. Die ist allerdings positiv zu werten, denn so ist der Leser genau wie die Söldner bestrebt, mehr über die mysteriösen Angreifer herauszufinden, was gleichzeitig das Gefühl der Gefahr des Unbekannten verstärkt. Auf jeden Fall ein super gelungenes erzählerisches Mittel, das viel zur Atmosphäre beiträgt!

Die Welt der Söldner von Rogator ist sehr lebendig gestaltet. Nun kennt man die Protagonisten aus zwei vorherigen Romanen und einer Kurzgeschichte, doch noch immer gibt es neue Details zu entdecken. Gonters Inspektion seiner Einheit und viele andere kleine Dinge lassen die Welt sehr detailgetreu und zum Greifen nahe erscheinen.

Insbesondere Eivora hat sich in meinen Augen unter den Charakteren hervor getan. Sie macht eine besonders starke Entwicklung durch, die von einigen Fehlern geprägt ist, die sie begeht. Das bringt sowohl sie als auch andere in Gefahr, und sie muss die Konsequenzen dafür tragen. Es ist schön zu sehen, dass auch Hauptprotagonisten nicht immer die strahlenden Helden sind, die aus jeder Misere, in die sie mitunter auch selbst verschuldet geraten, ungeschoren davon kommen.

Auch miteinander entwickeln sich die Charaktere. Neue Bündnisse und Vertrauens- und Misstrauensverhältnisse entstehen, sowie auch neue Liaisons. Es ist Bewegung in den zwischencharakterlichen Beziehungen, die den Roman nicht langweilig erscheinen lassen.

Ganz besonders hat mir übrigens Bratz, der sprechende Beo, gefallen. Er war mit seiner frechen Art immer für einen Lacher gut. Bratz und Midalin, seine Besitzerin, entstammen übrigens der Kurzgeschichte »Söldnergold«, was ich schön fand, da diese so auch in den Hauptzyklus Einfluss fand. Man muss sie allerdings nicht kennen, die für die Hauptreihe neuen Charaktere werden auch hier noch einmal eingeführt.

Alles in allem doch ein schöner Abschlussband, der mit einem runden Ende einher kommt. Am Ende bleibt die Wehmut, dass es jetzt vorbei ist. Allerdings lohnt sich bei dieser Reihe ein Reread, da sie auch dann noch mit spannenden neuen Details aufwarten kann, die man beim ersten Lesen vielleicht gar nicht so wahrgenommen hat. Also auf ein weiteres Mal: »Hammerschlag!«

Bewertung vom 17.09.2017
Das große Hobbit-Buch
Tolkien, John R. R.

Das große Hobbit-Buch


ausgezeichnet

Im Englischen heißt das Buch The Annotated Hobbit und wurde von Douglas A. Anderson bearbeitet. Es beinhaltet im Deutschen die Übersetzung des Hobbits von Wolfgang Krege. Der Tolkienforscher Anderson hat den Text mit zahlreichen Anmerkungen versehen, die Einblicke in die Entstehungsgeschichte und Hintergründe des Hobbits geben. Die Anmerkungen wurden von Lisa Kuppler übersetzt und editiert, sodass sie auch etwas zur deutschen Geschichte des Hobbits sagen.

Schon rein optisch ist das Buch freilich eine Augenweide. Ich finde es immer schön, wenn Illustrationen von Tolkien selbst verwendet werden. Außerdem gefallen mir sehr die Goldintarsien auf dem Cover. Worauf es aber noch viel mehr ankommt, ist der Inhalt. Der kommt neben dem eigentlichen Text mit einem Vorwort und einer Einführung in Tolkiens Leben und die Thematik des Hobbits einher. Außerdem gibt es einen Anhang, der viele Sachen wie zum Beispiel die Editionsgeschichte noch einmal übersichtlich zusammenfasst, sowie die Erzählung »Die Fahrt zum Erebor« als auch einen weiteren Anhang zur deutschen Editionsgeschichte.

Jede Seite des Buches ist in zwei Spalten geteilt. In der Inneren steht der Text, in der Äußeren sind die Anmerkungen platziert. Dort finden sich auch duzende Illustrationen verschiedener Hobbit-Ausgaben aus verschiedensten Ländern sowie kurze Informationen zu den jeweiligen Künstlern. Im Mittelteil gibt es auch eine Reihe von Farbillustrationen hauptsächlich von Alan Lee, Tolkien und den deutschen Coverausgaben und Illustratoren.

Besonders die Anmerkungen Andersons samt der Edition durch Kuppler haben es in sich. Auch Kenner können dadurch noch viel Neues lernen. Einige Aspekte wurden mir deutlich vor Augen geführt, die mir so gar nicht bewusst waren. Für mich war es die spannendste Erkenntnis, dass in der ersten Ausgabe des Hobbits Gollum den Ring als Geschenk für das verlorene Rätselspiel hergeben wollte. Das wurde später überarbeitet, damit es mit dem Herrn der Ringe zusammenpasst. Bilbo sagt jedoch beim Rat, dass er ursprünglich den Zwergen die unwahre Geschichte erzählt habe, er habe den Ring als Geschenk erhalten. Im Herrn der Ringe erhält sich so also die ursprüngliche Geschichte des Hobbits.

Die zahlreichen Illustrationen sind natürlich auch ein Hingucker und zeigen sehr schön, auf wie viele verschiedene Weisen der Hobbit in den ganzen Ländern dargestellt wird – und was Tolkien von den ganzen Illustrationen hielt. Auch zu den ganzen Illustrationen gibt es viele Hintergrundgeschichten, wie mit den Bildern in den Verlagen verfahren wurde, wie sie überhaupt entstanden und so weiter.

Des Weiteren sind die ganzen Anmerkungen zu verschiedenen Editionen natürlich eine Goldgrube für Tolkiensammler. Meine Liste an Büchern von und über Tolkien, die ich noch haben will, wuchs durch dieses Buch schlagartig an.

Bewertung vom 17.09.2017
Wind / Der Dunkle Turm Bd.8
King, Stephen

Wind / Der Dunkle Turm Bd.8


gut

Nachdem die Reihe ja eigentlich schon abgeschlossen war, hatte King doch noch etwas zu sagen. Dieser Roman bringt die Haupthandlung nicht nennenswert voran oder erweitert sie großartig um Details, widmet sich aber erneut einer Geschichte aus Rolands Vergangenheit, die er seinen Gefährten erzählt. In diese Geschichte ist eine weitere Geschichte eingebettet, eine Binnengeschichte in der Binnengeschichte sozusagen. Viel habe ich zu den beiden Geschichten nicht zu erzählen, jedoch gefiel mir diese Struktur des Buches. Die beiden Erzählungen, die Roland zum Besten gibt, waren in Ordnung, haben mich jetzt allerdings nicht sonderlich gepackt.

Bewertung vom 17.09.2017
Der Turm / Der Dunkle Turm Bd.7
King, Stephen

Der Turm / Der Dunkle Turm Bd.7


sehr gut

Der abschließende Band der Reihe war für mich der beste der Reihe. Ich hatte ein wenig die Befürchtung, dass dieser Teil, der er der mächtigste ist, sich wieder so furchtbar ziehen wird wie Teil 4 und 5, aber meine Befürchtungen bestätigten sich zum Glück nicht. Tatsächlich empfand ich ihn als sehr kurzweilig. Besonders hat mir hier Kings Rolle in seinem eigenen Roman gefallen. Es war ein Selfinsert und dank unzähliger schlechter Fanfictions habe ich diese eigentlich in sehr schlechter Erinnerung, aber King war ein wunderbares Beispiel dafür, wie man das ordentlich anstellt. Dem Hinweis im Nachwort des Vorgängerbandes folgend, hatte ich die Figur Stephen King hier ohnehin fiktional gelesen mit »zufällig« großen Ähnlichkeiten zur realen Person, aber das hatte schon eine sehr gute Würzung, wie ich fand. Außerdem gab es einige zwar abzusehende, da deutlich angekündigte Enden, die aber dennoch sehr emotional waren, was ich immer als gutes Zeichen deute, da es Bücher selten schaffen, mich wirklich emotional zu bewegen in dem Sinne, dass ich mich mit den Protagonisten wirklich freue oder mit ihnen trauere. Das schaffte King hier. Das allerbeste war allerdings der Schluss, oder genauer: seine Machart. Man erwartet Trompeten und Paukenschlag nach dieser wuchtigen Reihe, müsste aber eigentlich wissen, dass es so nicht kommen kann. Das war mir klar, dennoch blätterte ich empört nach dem vermeidlichen Ende mehrere Male die Seite vor und zurück. »Wie? Das meint er nicht ernst! Ausgerechnet an der Schwelle zum Turm! Das kann er nicht machen!« King hatte mich da wirklich voll in der Hand, sodass mich weniger der Inhalt des Endes so begeisterte, sondern eher seine Machart.

Insgesamt war es eine gute Reihe. Nicht das beste, das ich jemals gelesen habe, und mit deutlichen Aufs und Abs, aber doch nicht bereuenswert. Allerding hatte ich die Reihe über oft das Gefühl, dass King nicht immer einen wirklichen Plan hatte und eher vor sich hin mäanderte. Das deuten auch seine Nachworte an, dass er teils deutliche Durststrecken durchlitt, und ich denke, darin liegt auch begründet, dass ich zwischenzeitlich recht unzufrieden mit den Romanen war, weil ich das merkte. Außerdem kam ich nicht immer mit den ganzen Begriffen mit. King warf sie mitunter einfach so in den Raum, fügte beiläufig eine kurze Erklärung bei und das war’s dann. 3000 Seiten später hat man das mitunter schon längst vergessen.

Bewertung vom 17.09.2017
Susannah / Der Dunkle Turm Bd.6
King, Stephen

Susannah / Der Dunkle Turm Bd.6


sehr gut

Nun berappelt sich die Reihe langsam wieder, wie ich finde, denn dieses Buch konnte mich wieder packen. Vielleicht, weil es sich nun wieder mehr auf die Haupthandlung konzentriert. Die war zwar in den anderen Bänden, die für mich so absackten, zwar auch da, ging aber etwas unter neben Rolands erster großer Liebe und den Wölfen der Cala, was mir, wie man sicher mitbekommen hat, nicht so zusagte. Hier gefiel mir besonders, dass Stephen King sich selbst in die Welt des Dunklen Turms schrieb, eine Rolle, die hier noch eher wie ein lustiges Easter Egg wirkt, im kommenden Band aber eine große und interessante Rolle spielen wird.