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Lesendes Federvieh
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München
Über mich: 
Hinter dem Namen Lesendes Federvieh verbirgt sich das Blogger-Duo kathiduck und Zwerghuhn. Wir lesen querbeet alles, was uns zwischen die Finger kommt und veröffentlichen die Rezensionen dazu auf unserem Blog (lesendes-federvieh.de). Dort gibt es übrigens noch viele weitere Beiträge rund ums Thema Buch. :)

Bewertungen

Insgesamt 485 Bewertungen
Bewertung vom 05.06.2022
Das Arche Noah-Prinzip
Anour, René

Das Arche Noah-Prinzip


sehr gut

Seine kriminalhistorischen Romane rund um die Gerichtsmedizinerin Fanny habe ich nicht zuletzt dank des herrlichen Wiener Schmähs allesamt innerhalb kürzester Zeit verschlungen und meinem lesenden Umfeld vor Begeisterung in die Hand gedrückt. Jetzt hat Dr. René Anour mit „Das Arche Noah Prinzip – Heilung aus dem Tierreich“ sein erstes Sachbuch vorgelegt, das einer Liebeserklärung an die Vielfalt der Tierwelt gleicht und jede Menge Wissenswertes parat hält und dabei nie den für ihn so typischen Charme verliert.

In Anlehnung an die biblische Geschichte der Arche Noah widmet sich der Veterinärmediziner Dr. René Anour den Geheimnissen des Tierreichs und dessen faszinierenden Anpassungen, die bereits Grundlage für Forschungen jeglicher Art sind oder in Zukunft sein können. So berichtet er beispielsweise von den ewig jungbleibenden Hydren und ihrer Fähigkeit zur Regeneration, Panda-Power statt Antibiotika und den Vorteilen von Schnurrkuren. Der eigentliche Superstar der Tierwelt ist jedoch überraschenderweise ein Lebewesen, das durch sein spezielles Äußeres wohl keinen Schönheitswettbewerb gewinnen würde: der Nacktmull. Im Greisenalter ist er am stärksten, er erkrankt niemals an Krebs und produziert eine spezielle äußerst wirksame Form der Hyaluronsäure, um nur ein paar der zahlreichen spannenden Fakten zu nennen.

Dr. Anours Begeisterung ist ansteckend wie inspirierend: Durch seinen lockeren Erzählton wird einem nicht nur die haarige Spinne sympathisch, deren Gift nebenbei bemerkt in der Schmerzmittelforschung Anklang findet, sondern man bekommt obendrein einige nützliche Tipps an die Hand, wie man selbst mit nur wenigen Dingen unsere Natur und damit auch ihre zahlreichen Schätze schützen kann.

Am Ende jeden Kapitels findet man zudem eine knappe Zusammenfassung der besonders wissenswerten Details, was sich perfekt dazu eignet, das ein oder andere Schmankerl nochmal nachzuschlagen.

Bewertung vom 29.05.2022
Die Geschichte meiner Sexualität
Lakmaker, Tobi

Die Geschichte meiner Sexualität


sehr gut

Was meine neu entfachte Tetris Sucht mit Tobi Lakmakers „Die Geschichte meiner Sexualität“ (übersetzt von Christina Brunnenkamp) zu tun hat? Es war eine dieser typischen Äußerungen Sofies, die man nicht hat kommen sehen, und die einen in ihrer scheinbaren Belanglosigkeit stutzig werden lassen. In meinem Falle reichte ein nebensächlich eingeworfener Kommentar über den taktisch klügsten Einsatz des langen Steines, um meine Tetris App aus dem Standby zu befreien.

Denn Tobi Lakmaker sprengt mit seiner ganz eigenen, teils irritierenden, aber stets auf irgendeine Art berührende Erzählweise die Grenzen des althergebrachten literarischen Schreibens. Er bringt erzählerische wie thematische Frische hinein, sodass der staubige Begriff Entwicklungsroman hinter lebhafter queerer, fluider und Trans-Identität verblasst, obwohl es im Kern genau ein solcher ist: In drei großen Abschnitten widmet Tobi Lakmaker – der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch Sofie hieß – sich seiner Kindheit, Jugend und den jungen Erwachsenenjahren, schreibt von ersten sexuellen Erfahrungen mit Männern und Frauen auf der Suche nach Intimität und der eigenen Identität abseits von einengenden Gender-Kategorien.

Obgleich er mich im zweiten Abschnitt durch das Abschweifen seiner Gedanken und die Aufhebung jeglicher Chronologie kurzzeitig verloren hatte, fing er mich im dritten Teil mit einer überraschenden Tiefgründigkeit und Verletzlichkeit wieder ein. Es war beinahe so, als hätte er eine letzte Schicht abgezogen, um nun doch noch tiefergehende Einblicke in sein Gefühlsleben zu ermöglichen, nachdem er seine Fähigkeit dazu zuvor vehement abgestritten hatte.

„Die Geschichte meiner Sexualität“ ist laut, launisch und äußerst lebendig. Mit seinem ganz eigenen Humor, der zwischen dreistem Charme und ironischem Witz changiert, gewährt Tobi Lakmaker einen sehr persönlichen Einblick in eine wahre Geschichte, die nicht mehr oder weniger als die seines eigenen Lebens ist.

Bewertung vom 23.05.2022
Tiefes, dunkles Blau
Kobler, Seraina

Tiefes, dunkles Blau


gut

Mit Rosa Zambrano tritt eine neue Ermittlerin in Erscheinung. Ihr erster Fall ist bereits eine Herausforderung, denn der Tote ist Dr. Jansen und der ist ausgerechnet ihr Gynäkologe, bei dem sie erst vor kurzem Eizellen einfrieren ließ. Die Spurensuche führt Rosa nicht nur in seine Praxis, sondern auch in Genforschungslabore, ins Rotlichtmilieu und in die alternative Szene.

Spannende Themen für einen Krimi, doch irgendwie konnte mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugen. Warum ist das so? Für mich standen die wirklich interessanten Beschreibungen Zürichs und das Privatleben Rosas zu sehr im Fokus der Geschichte.

Normalerweise lese ich gerne Krimis, die auch das Privatleben der Ermittler beleuchten, aber hier sind mir die Krimielemente doch etwas zu kurz gekommen. Ich habe vergebens auf überraschende Wendungen gewartet, die für mich zu einem spannenden Krimi dazugehören. Dafür fand ich die detaillierten Ausführungen zur Gentechnik und den damit verbundenen Gefahren sehr informativ zu lesen.

Alles in allem erlebte ich mit der sympathischen Rosa eine schöne Zeit in Zürich jenseits der Touristenströme. Nur der Nervenkitzel, den ich sonst bei Krimis verspüre, wollte sich nicht richtig einstellen.

Bewertung vom 23.05.2022
Ein Zuhause auf Sylt
Wolf, Lena

Ein Zuhause auf Sylt


sehr gut

Nach „Ein Sommer auf Sylt“ passt auch der neue Roman von Lena Wolf „Ein Zuhause auf Sylt“ perfekt in die Strandtasche, um abseits des Alltages einen entspannenden, buchigen Kurzurlaub auf dieser wunderschönen Nordseeinsel zu verbringen. Die Autorin beschreibt nicht nur die einzigartige Natur in leuchtenden Farben, sondern auch die ländliche Idylle auf dem Karsenhof. Es war so, als ob ich mittendrin wäre. Ich konnte den Wind spüren, hörte das Meer rauschen, war aber auch mit dabei im Stall bei der Ziegelise und ihrem niedlichen Nachwuchs.

Dort nun entwickelt sich die Geschichte über zwei so ungleiche Schwestern zu einem lockeren und sehr unterhaltsamen Roman, der vollgepackt ist mit Humor, aber auch an Ernsthaftigkeit nicht vermissen lässt und mit einer knisternden, romantischen Liebesgeschichte bewegt. Ihre so herrlich lebendig skizzierten Figuren, allen voran natürlich die bezaubernde kleine Mimi, konnte ich von Beginn an ins Herz schließen. Letztendlich auch Ella, mit der ich wegen ihrer für mich unbegreiflichen Naivität und ihrem nervösen Schluckauf so meine Anfangsschwierigkeiten hatte. Das haben die anderen Charaktere hingegen wieder locker wett gemacht.

Gerade mit der liebenswerten Mimi hat Lena Wolf hochbegabten und sensiblen Menschen ein Gesicht gegeben. Mit viel Fingerspitzengefühl hat sie dieses Thema ausführlich und glaubwürdig in die Handlung integriert. Sie zeigt anschaulich, dass hochbegabte Kinder eben nicht in die Schublade verhaltensauffälliger Kinder gehören, sondern einfach nur ihren entsprechenden Fähigkeiten besser gefördert werden, um dann auch glückliche Erwachsene sein zu können. Genau hinsehen ist oft der simple Weg zur richtigen Lösung - und genau das beschreibt Lena Wolf so schön in diesem Buch.

Bewertung vom 23.05.2022
Helena Rubinstein und das Geheimnis der Schönheit
Hanke, Birgid

Helena Rubinstein und das Geheimnis der Schönheit


sehr gut

640 Seiten aus dem Leben von Helena Rubinstein, deren Name für exquisite Cremes und Kosmetik der Luxusklasse steht. Zuerst dachte ich, "puh so ein dicker Wälzer", aber keine einzige Seite weniger hätte es sein dürfen, soviel hat diese begnadete Geschäftsfrau in ihren 95 Lebensjahren erlebt.

Eine bemerkenswerte Frau, hart zu sich selbst und zu anderen, aber trotzdem das Herz am rechten Fleck. Ihr eiserner Wille, ihr Durchsetzungsvermögen, ihre Energie und ihre zukunftsorientierte Weitsicht waren einfach unglaublich. Wenn man es zu dieser Zeit als Frau aus eigener Kraft schafft ein solches Imperium aufzubauen ist das schon sehr bewundernswert. Zumal sie aus ärmlichen Verhältnissen stammte und wirklich alles zunächst alleine stemmen musste. Wie sie ihre bahnbrechenden, so fortschrittlichen Ideen verwirklichen konnte und was sie dabei alles erlebte, genau das ist in diesem Buch spannend und mitreißend erzählt.

Durch die hervorragend recherchierten historischen Fakten gibt Birgid Hanke ihrem Roman ein fundiertes Gerüst, das sie mit fiktionalen, feinen Details aus Helenas Alltagsleben ausfüllt. Gerade durch diese Art des Erzählens wirkt alles so herrlich lebendig und authentisch. Dadurch konnte ich mir ein gutes Bild über diese einzigartige, ihrer Zeit weit vorausschauende starke Frau machen. Und gleichzeitig die Bekanntschaft mit vielen, interessanten Persönlichkeiten aus der Modebranche, der Kunstszene aber auch der Wissenschaft schließen.

Dieses absolut lesenswerte Romanporträt einer Weltbürgerin und großartigen Pionierin der Kosmetikbranche führte mich nicht nur in Helenas schillernde Welt, gleichzeitig offenbart es ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte.

Bewertung vom 22.05.2022
Der Papierpalast
Heller, Miranda Cowley

Der Papierpalast


ausgezeichnet

Von Beginn an hat mich "Der Papierpalast" in seinen Bann gezogen, es gab kein Entrinnen so fasziniert war ich von dieser meisterlich erzählten Familiengeschichte, die jedoch weitaus mehr als eine leichte Sommerlektüre ist wie es Cover und Klappentext suggerieren.

Ich bin förmlich durch die Seiten dieses hochemotionalen und berührenden Romans geflogen, der vollkommen zurecht als "sommerlicher Suchtstoff" betitelt wird. Überrascht hat mich hingegen die Intensität der Themen, deren Variabilität von Missbrauch, Vergewaltigung und elterlichem Unvermögen bis hin zu Mord reicht und mich in ein unentrinnbares Wechselbad der Gefühle gestürzt hat.

Durch ihre atmosphärisch dichte, plastische, direkte und präzise Erzählweise sowie die bis ins kleinste Detail beschriebenen Szenen und Figuren erzeugt Miranda Cowley Heller eine grandiose Lebendigkeit, die hochemotional und für mich in manchen Passagen wirklich sehr beklemmend waren.

Selten habe ich solch eine fesselnde Kombination aus einer atemberaubenden Liebesgeschichte und einem Roman über eine schwierige Familienkonstellation gelesen, der mich während des Lesens und auch danach so beschäftigt hat. Große Leseempfehlung!

Bewertung vom 22.05.2022
Nordwestnacht / Soko St. Peter-Ording Bd.3
Jensen, Svea

Nordwestnacht / Soko St. Peter-Ording Bd.3


sehr gut

Mittlerweile bin ich ein großer Fan der Soko St. Peter-Ording geworden. Auch im dritten Teil dieser unterhaltsamen Krimireihe ist beginnend mit der gut durchdachten Handlung über absolut gelungene Charaktere bis hin zum lockeren, fesselnden Schreibstil der Autorin wieder alles perfekt aufeinander abgestimmt.

Durch den filmischen Schauplatz erfährt man eine ganze Menge Insiderwissen über die Produktion einer Fernsehserie. Zudem bieten die Ermittlungsarbeiten der beiden undurchsichtigen Fälle viele unvorhersehbare Wendungen und Spannung bis zum Ende.

Auch diesmal wird der Alltag der Protagonisten jenseits der Dienststelle wieder perfekt in die Geschichte eingebunden. Da mir die Figuren, allen voran Anna Wagner und Hendrik Norberg aber auch Nils Scheffler ans Herz gewachsen sind, ist es mir mittlerweile genauso wichtig zu erfahren, wie es in ihrem Privatleben vorangeht.

Svea Jensen hat erneut für mich wieder einen Krimivolltreffer gelandet, der mir fesselnde und kurzweilige Unterhaltung geboten hat. Die Vorfreude auf den vierten Fall ist jedenfalls groß.

Bewertung vom 22.05.2022
Ich, Ellyn
Leyshon, Nell

Ich, Ellyn


ausgezeichnet

Mit dem mutigen Bauernmädchen Ellyn hat Nell Leyshon eine warmherzige Protagonistin geschaffen, deren Erzählungen an ihre kleine Schwester ich begeistert verfolgen konnte. Sie verzagt nicht an der untergeordneten Rolle die Mädchen und Frauen im 16. Jahrhundert haben, sondern hinterfragt langsam warum das so ist.

Durch ihre glockenhelle Singstimme bietet sich ihr ein Ausweg - allerdings nicht als Mädchen. Verkleidet als junger Sängerknabe taucht sie ein in eine ganz andere Welt. In die der Bildung, der Kultur und der Musik. All ihre Erlebnisse schildert sie aus ihrer persönlichen Perspektive heraus in einer besonderen Art und Weise, verpackt in eine außergewöhnliche und faszinierende Sprache. Und genau diese Sprache, die ohne Groß- und Kleinschreibung, ohne jegliche Satzzeichen und Absätze auskommt, lässt diese Erzählung zu etwas ganz Besonderem werden.

Bereits bei ihrem wunderbaren Buch "Die Farbe von Milch" war ich fasziniert davon, wie locker Nell Leyshon mit der Sprache spielt und sich an keine Normen hält. Hier ist sie nun einen Schritt weitergegangen und wendet ihren ganz eigenen Sprachstil noch radikaler und kreativer an, sodass man sich in Ellyns ganz eigener Welt und ihren Gedanken wiederfindet, was das Verstehen ihrer Handlungsweise erleichtert.

Durch die anfangs kurzen und abgehackt wirkenden Sätze ist sie ganz das unbedarfte, ungebildete Bauernmädchen, das außer Arbeit und einem entbehrungsreichen Leben nichts anderes kennt. Im Laufe der Geschichte kann man durch die immer flüssiger werdende Erzählweise ihr Erkennen, ihr Umdenken und die daraus resultierende Weiterentwicklung intensiv spüren.

"Ich, Ellyn" ist eine beeindruckende, aufrüttelnde und absolut lesenswerte Geschichte über die gesellschaftliche Struktur und die Rolle der Frauen und Mädchen im 16. Jahrhundert, die nicht zuletzt durch die brillante Übersetzung von Wibke Kuhn so großartig funktioniert.

Bewertung vom 22.05.2022
Butter
Yuzuki, Asako

Butter


sehr gut

Zusammen mit Rika begibt man sich auf diese facettenreiche, tiefgründige und spannende journalistische Reise in den Fall Kajii. Alles ist äußerst bildgewaltig und authentisch beschrieben, man ist sehr dicht bei Rika, ihren Gedanken und Gefühlen und lässt sich, komme was wolle, mit ihr zusammen auf das Abenteuer Manako ein. Auf ihre kulinarischen Vorträge und Aufträge, ihre grenzenlose Vorliebe für Butter und ihre generellen Ansichten. Dabei spürt man aber auch immer stärker, welche Meisterin der Manipulation Manako ist und welche Wirkung sie dabei auf Rika entfaltet. Deshalb bleibt es nicht aus, dass sich Rikas Entwicklung und ihre Verbindung zur Mörderin immer mehr zu einem psychologischen und hochspannenden Glanzstück herauskristallisiert.

Asako Yuzuki gestaltet ihre Geschichte unglaublich klug und vielschichtig, beginnend mit einem Aufsehen erregenden Mordfall spannt sie den Bogen über fulminante Passagen zur Esskultur, den unschätzbaren Wert von Freundschaft bis hin zur messerscharfen Kritik an der japanischen Gesellschaft. So zeichnet sie ein außergewöhnlich präzises und intensives Porträt über die Rolle der Frauen in Japan, ihren Zwang immer perfekt und makellos zu sein, um damit den Ansprüchen der von antiquierten Vorstellungen geprägten Gesellschaft zu genügen. Vor diesem Hintergrund ist es erfrischend und befreiend zu lesen, wie sich Riko diesem Irrsinn Stück für Stück immer mehr entzieht und sich dabei zu einer selbstbewussten und vor allem selbstbestimmten Frau entwickelt.

"Butter" begeistert nicht nur mit einer erzählerischen Brillanz und charakterlichen Tiefe, sondern bietet ebenso bereichernde Einblicke in eine fremde Kultur - in gesellschaftlicher wie auch kulinarischer Hinsicht und ist ein Höchstgenuss für alle Sinne.

Bewertung vom 14.05.2022
Im Labyrinth der Nerven
Knobloch, Nicole;Knobloch, Christian

Im Labyrinth der Nerven


ausgezeichnet

Um einen Einblick in das scheinbar undurchdringliche Labyrinth der Nerven zu geben, öffnet das Ärzteehepaar Nicole und Christian Knobloch für ein fiktives Jahr die Tür zu ihrer Praxis, wo sie Menschen mit psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen behandeln. In wechselnden Erzählperspektiven erläutern sie anhand von dreißig abwechslungsreichen und durch ihre Menschlichkeit äußerst berührenden Fallgeschichten den Weg von der ersten Vorstellung über die Diagnose bis hin zur erfolgreichen wie manchmal auch frustranen Therapie.

Dabei benötigt man keinerlei medizinisches Vorwissen, denn die beiden erklären die vorkommenden Krankheitsbilder, wie beispielsweise Schizophrenie, ADHS und Multiple Sklerose, sehr verständlich und haben für Interessierte zudem einige Fachinfo-Boxen zur Vertiefung ergänzt.

„Im Labyrinth der Nerven“ liest sich wie ein Gemischtwarenladen an neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen, wo für jeden etwas Neues, Lehrreiches dabei ist. In einem authentischen Streifzug durch ihren Praxisalltag zeigen Nicole und Christian Knobloch wie facettenreich, menschlich und mutmachend ihr Fachgebiet sein kann.