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Benutzername: Nelly
Danksagungen: 37 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 39 Bewertungen
Bewertung vom 25.12.2014
Blutbeichte (eBook, ePUB)
Barclay, Alex

Blutbeichte (eBook, ePUB)


weniger gut

Das hat mir gefallen

Die Geschichte beginnt knapp ein Jahr nach den Geschehnissen aus dem Vorgängerband "Schattenturm". Meiner Meinung nach sollte man das Buch auch vorneweg lesen, da man andernfalls nicht ganz mitbekommt, warum die Familie Lucchesi dermaßen zerrüttet ist und leidet. Dabei ist mir positiv aufgefallen, dass man auch wirklich mitbekommt, wie ein Übergriff durch einen Serienmörder einen Menschen zerstören kann. Die Probleme, mit denen nicht nur Joe, sondern eben auch sein Sohn und seine Frau zu kämpfen haben, haben das Ganze mit einem gewissen Maß an Realität ausgeschmückt. Auch der Schreibstil ist wie im Vorgänger wieder relativ einfach gehalten und das Buch lässt sich daher ohne große Unterbrechungen lesen. Gott sei Dank hat Barclay dieses Mal auf seitenweise Erzählungen von Landschaften verzichtet. Das ist für mich ein absolutes No-Go

Das hat mir nicht gefallen

Auf der Rückseite des Buches wurde eine Pressestimme abgedruckt, die da lautet: "Ein Alptraum in Buchformat". Und da muss ich leider sagen: Stimmt. Und das meine ich nicht so, wie es wahrscheinlich gedacht war. Wahrscheinlich wäre ich noch nicht mal so enttäuscht gewesen, wenn nicht der Klappentext so dermaßen vielversprechend gewesen wäre. Demnach habe ich einen Thriller erwartet, bei dem es auch wirklich um Beichten geht. Um üble Geheimnisse, die die Opfer jahrelang mit sich rumgeschleppt haben und dann beichten, als der Killer sie mit ner Waffe bedrohen. Aber die schlimmste (und ich glaube auch, die einzige) Beichte ist die eines Mannes, der seiner Exfreundin mitteilt, dass er sie noch liebt. WOW!! DRAMATISCH!! NICHT!! Die Geschichte fängt ganz vielversprechend an und scheint dann ruckartig abzubrechen. Die sogenannten "Enthüllungen" sind weder großartig spektakulär noch besonders überraschend. Die Auflösung der ganzen Geschichte war da noch die Spitze des Eisberges. Die plätschert so plötzlich daher und macht wenig bis gar keinen Sinn. Es bleiben eigentlich sämtliche Fragen offen, die irgendwann mal aufkommen. Aber genau das macht doch das Spannende an einem Thriller aus? Wenn dann offenbart wird, warum, wieso, weshalb das Ganze? Wie schon in "Schattenturm" tauchen Personen auf, die für die Geschichte absolut unwichtig sind. Und die sterben dann auch, ohne dass sich nachher erschließt, warum die Person jetzt stirbt. Dabei macht es auch den Eindruck, dass selbst Alex Barclay nicht mehr den Überblick über ihre ganzen Charaktere hat. Daher vertauscht man auch gern mal Namen im Text. Schließlich wäre da noch die Sache mit Duke Rawlins, dem Bösewicht aus dem Vorgängerbuch, der es ja geschafft hat, zu fliehen. Er telefoniert am Ende und am Anfang des Buches mit Joe. Dabei bleibt auch hier die Frage: Warum? Das Buch ist von 2009, seither auch keine Fortsetzung mehr, also warum? Alles schien ein wenig an den Haaren herbeigezogen.

Fazit

In einer anderen Rezension habe ich folgenden Ausspruch gelesen: "Besser als Die Chirurgin". Die Chirurgin von Tess Gerritsen hat mein Leseverhalten geprägt und ist für mich so etwas wie die Bibel unter den Thrillern, daher hats mir bei diesem Ausspruch fast die Zehennägel hochgerollt. "Blutbeichte" spielt im Vergleich dazu in einer dermaßen anderen Liga, dass es noch nicht mal mehr die gleiche Sportart ist. Keine durchdachte Geschichte, keine überzeugenden Charaktere, kein spannender Plot und als Sahnehäubchen wurde noch nicht mal das gehalten, was auf dem Cover versprochen wird. Wer gerne mal einen Thriller liest, sollte von "Blutbeichte" lieber die Finger lassen.

Bewertung vom 23.12.2014
Das Blubbern von Glück
Jonsberg, Barry

Das Blubbern von Glück


ausgezeichnet

Cover

Ich liebe dieses Cover! Ich fand es schon toll, als ich es nur virtuell auf dem Laptop gesehen habe. Die Farben sind knallig, passen aber super zueinander. Auch das kleine gezeichnete Mädchen auf dem Cover fand ich total süß, wobei ich mir Candice persönlich anders vorstelle. Als ich das Buch dann endlich in Händen hielt, war ich noch mehr angetan. Das Buch ist wirklich wunderschön und hochwertig verarbeitet, weist Prägungen auf. Ein absoluter Blickfang im Regal und ein großes Kompliment an den Verlag. Auch den deutschen Titel finde ich persönlich schöner als den Originaltitel ("My life as an alphabet"), obowhl der englischen Titel die Struktur des Buches besser wiedergibt.

Das hat mir gefallen

Dieses Buch packt einen und lässt einen auch nicht mehr los. Schon gleich von der ersten Seite an ist klar, dass Candice ein ganz besonderer Charakter ist. Sie schleicht sich mit ihrer Art schnell in das Herz des Lesers. Daher wird mir die Geschichte auch noch lange in Erinnerung bleiben, und genau das wünsche ich mir von einem guten Buch. Dabei hat die Geschichte alle Elemente, die einen wirklich berühren können - es ist witzig und humorvoll, tragisch und traurig, geht ans Herz... Dabei ist noch nicht einmal die Geschichte an sich das Besondere, sondern die Hauptperson Candice. Sie ist wirklich ein ganz außergewöhnliches Mädchen. Ganz wichtig ist ihr Ehrlichkeit, weswegen sie auch immer genau das sagt, was sie denkt. Sie weiß um ihre Andersartigkeit, aber macht sich nichts daraus, dass andere sie komisch anschauen. Besonders berührt hat mich aber ihre Charaktereigenschaft, dass sie einfach immer das Gute im Menschen sieht. Auch ihre Klassenkameradin Jen, die sie hinter ihrem Rücken auslacht, findet sie nett und hofft darauf, irgendwann mal Freundschaft mit ihr zu schließen. Wann habt ihr das letzte Mal jemand mit einem so großen Herzen kennengelernt? Auch die anderen Charaktere erzählen ihre eigene kleine Geschichte. Und jede dieser Personen versucht Candice das Glück zu bringen. Dies tut sie mit ungewöhnlichen Mitteln und eben auf ihre Art und Weise. Das ganze Buch stellt eigentlich einen Aufsatz dar, den Candice schreiben soll. Sie soll in Englisch einen Erlebnisbericht schreiben, der sich am Alphabet entlanghangelt. So beginnt der Roman mit "A wie Albright", dem Ort, in dem Candice geboren wurde und lebt. Ich hatte bei den schwierigen Buchstaben, wie z.B. "X" und "Y", die Befürchtung, dass die Geschichte eben um irgendein Wort konstruiert wird, damit es passt. Aber das war gar nicht nötig, denn es passte wirklich alles ineinander. Barry Jonsberg hat dabei einen Schreibstil drauf, bei dem man wirklich meinen könnte, vor einem sitzt ein 12-jähriges Mädchen, doch trotzdem kommt auch Candice Intelligenz wunderbar zum Ausdruck. Obwohl das Buch eigentlich ein Kinderbuch ist, hat mich das Buch gut unterhalten und mich wirklich in seinen Bann gezogen. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich das Gefühl, das "Das Blubbern von Glück" bei mir hinterlassen hat, in Worte fassen soll. Am besten: selbst lesen!!

Das hat mir nicht gefallen

An dieser wunderbaren, herzerwärmenden Geschichte gibt es einfach gar nichts auszusetzen.

Fazit

Candice Phee machte es sich zur Aufgabe, die Menschen in ihrer Umgebung glücklich zu machen. Nach eigener Aussage muss der Rest zwar erst mal warten, doch auch bei mir hat sie es geschafft: sie hat mich glücklich gemacht. Obwohl "Das Blubbern des Glücks" ein Kinderbuch sein soll, sollte es jeder lesen, egal ob Kind oder Erwachsener. Von Candice Phee kann jeder noch etwas lernen. Eine absolute Leseempfehlung!!

Bewertung vom 23.12.2014
Flammender Zorn / Die Tribute von Panem Bd.3
Collins, Suzanne

Flammender Zorn / Die Tribute von Panem Bd.3


gut

Das hat mir gefallen

Gott sei Dank hat die Autorin in Band 3 auf eine wiederholte Darstellung der Hungerspiele verzichtet. Obwohl mir die Idee sehr gut gefallen hat, wäre es einfach dann zuviel des Guten gewesen. Auch bei "Flammender Zorn", dem Finale der Trilogie, überzeugt Suzanne Collins wieder durch ihren schnörkellosen, leicht verständlichen Schreibstil. Da ich auch den dritten Film noch nicht gesehen habe, der ja gerade im Kino läuft, wusste ich absolut nicht, welche Geschichte mich jetzt erwartet. Aber irgendwie war absehbar, dass es nun zum finalen Kampf zwischen den Rebellen und Snow mitsamt dem Kapitol kommen wird. Katniss findet sich in Distrikt 13 wieder, von dem ja alle dachten, dass der gar nicht mehr existiert. Dabei hat mir vor allem gefallen, dass auch das Leben in Distrikt 13 etwas beschrieben wurde. Mir hat in allen drei Büchern vor allem die Idee mit der Einteilung in Distrikten gefallen, daher war es mir auch wichtig, dass die Art und Weise des Aufbaus der Distrikte etwas zum Vorschein kommt. Bezüglich Distrikt 13 auf jeden Fall gelungen. Hinsichtlich der Charaktere war Katniss Depressionen sehr überzeugend. Man darf während des Lesens (und auch während des Rezensierens) nicht vergessen, dass sie erst 17 Jahre alt ist. Da konnte ich sehr gut verstehen, dass sie stellenweise der Mut und auch der Kampfgeist verlässt. Außerdem spielt auch Cinna, trotz seines Todes in Band 2 nochmals eine Rolle. Obwohl ich anfangs dachte, dass Katniss bestimmt die Revolution anführen würde, war ich nicht enttäuscht, dass es nicht so war. Irgendwie hätte es nicht glaubwürdig gewirkt. Wie gesagt, sie ist erst 17 Jahre alt und obwohl sie in den Teilen davor große Leistungen erbracht hat, gibt es immer noch Erwachsene in der Welt, die sich wahrscheinlich nicht einem Kind unterworfen hätten.

Das hat mir nicht gefallen

Leider konnte mich "Flammender Zorn" nicht überzeugen. Das hat vor allem damit zu tun, dass liebgewonnene Charaktere untergehen oder sich verändern. Allen voran natürlich Haymitch. Gerade seine eckige Art hat mir immer gut gefallen, doch in Band 3 verliert er dermaßen an Tiefe und spielt nur noch eine Nebenrolle, auf die größtenteils hätte verzichtet werden können. Auch Peeta spielt auf weiter Flur eine wirklich kleine Rolle und gerade das Zusammenspiel zwischen ihm und Katniss hat den Charme von "Tödliche Spiele" und "Gefährliche Liebe" ausgemacht. Auch als er dann endlich im Kreis der Rebellen angekommen ist, was schon ewig gedauert hat, fand ich seine Rolle überhaupt nicht überzeugend. Mal gut, mal böse, erst unheilbar zerstört, dann plötzlich hat er sich ganz gut im Griff. Irgendwie hab ich das Collins nicht abgenommen. Viele Charaktere lassen ihr Leben und das ohne viel Gedöns darum. Irgendwie nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn". Die Frage "Gale oder Peeta" findet ebenfalls keinen befriedigend Abschluss. Egal, ob man jetzt mit dem Ende zufrieden ist oder nicht, aber irgendwie hätte es da eine wenigstens kleinen Erklärung bedürft. Katniss ist mir stellenweise etwas auf den Zeiger gegangen. Natürlich musste sie viel einstecken und ihr Leben ist alles andere als schön, aber je weiter das Buch fortschritt, desto egoistischer kam sie mir vor. Sie zeigt stellenweise null Emotionen oder einfach zu wenige. Das Ende der Geschichte war mir zu kontruiert. Die Geschichte um die Revolution hätte um einiges kürzer sein dürfen, dafür hätte man sich einen schöneren Show-Down mit mehr Erklärungen gewünscht. Alles in allem für mich einfach nicht stimmig genug.

Fazit

"Flammender Zorn" lässt für meinen Geschmack zuviele Fragen offen und hat mich einfach unbefriedigt zurück gelassen. Leider kann man nicht mal sagen "Hört nach Band 2 auf zu lesen", denn dann wäre die Geschichte einfach nicht komplett. Eine Zwickmühle... Im Großen und Ganzen kein schlechtes Buch, aber leider auch kein gutes. Die ersten beiden Teile hängen dieses Buch um Meilen ab.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 17.12.2014
Schattenturm (eBook, ePUB)
Barclay, Alex

Schattenturm (eBook, ePUB)


weniger gut

Cover

Das Cover ist meiner Meinung nach recht schlicht gehalten für einen Thriller. Der Leuchtturm auf dem Cover kommt auch im Buch immer mal wieder vor, doch obwohl er den Weg sowohl aufs Cover gefunden hat, als auch mehrmals im Buch erwähnt wird, hat der Leuchtturm jetzt nicht eine bahnbrechende Bedeutung für das Buch. Auch die Farbgestaltung lässt das Cover weder sehr ansprechend noch recht spannend wirken. Hätte ich nicht gezielt nach diesem Buch gesucht, hätte ich es niemals zur Hand genommen.

Das hat mir gefallen

Leider wird mein "Das hat mir gefallen"-Bereich dieses Mal extrem knapp ausfallen. Keines meiner üblichen Kriterien, wie Charaktere, Schreibstil, Story und so weiter, haben mich so überzeugt, dass ich sie als positiv hier vorstellen möchte. In der kurzen Autorenvorstellung am Anfang des Buches, ist zu lesen, dass Barclay unbedingt vor ihrem 30. Geburtstag einen Thriller veröffentlichen wollte. Das ist ihr zwar gelungen, allerdings ist die Frage, ob sie sich dafür hätte vielleicht doch etwas mehr Zeit hätte lassen sollen.

Das hat mir nicht gefallen

Das Buch zeichnet sich vor allem durch die vielen Ort- und Zeitwechsel und durch eine Vielzahl von auftauchenden Personen aus. Das muss nicht unbedingt was Schlechtes sein, doch vorliegend wurde die Umsetzung mal total versiebt. Zunächst gibt es den Handlungsstrang der Gegenwart, in dem es hauptsächlich um den Protagonisten Joe Lucchesi und seine Familie geht. Parallel dazu läuft der Handlungsstrang zwischen 1977 bis ungefähr 1990, in denen vor allem die Welt der Täter beleuchtet wird. Durch den Vorfall, durch den Lucchesi New York verlässt und nach Irland geht, ist auch von Anfang an klar, wer hinter dem Angriff auf seine Familie steckt. Das kann man schon machen, aber dann muss man die Spannung eben anders aufbauen, wenn es nicht um die Aufdeckung des Täters geht. Tja und da war aber leider nichts. Es wurde zu keinem Zeitpunkt wirklich spannend. Auch die Show-Down-Szene war plötzlich da und verlief dann eher mittelmäßig. Im Laufe des Buches werden fast in jedem Absatz neue Personen eingeführt, wobei ich bei den meisten immer noch nicht weiß, welche Rolle sie denn für die Geschichte gespielt haben. Das einzige, was das gebracht hat, war der Umstand, dass der Leser von Seite zu Seite immer verwirrter wird. Ich kann die vielen Rezensenten verstehen, die das Buch nach rund 60 Seiten abgebrochen haben. Und als wäre es noch nicht schlimm genug, dass man auf 380 Seiten mit gefühlten 2500 Personen zu tun hat, heißen die auch alle ähnlich. Duke, Donnie, Danny... Hilft dem Verständnis ungemein. Dem ist damit auch zu verdanken, dass keine der Personen wirklich Tiefe entwickelt. Entweder konnte ich gar keinen Bezug zu einer Person aufbauen, so z.B. zum Protagonisten Joe Lucchesi, der absolut blass und farblos geblieben hast oder sie sind mir nach kürzester Zeit gehörig auf den Strich gegangen. So ging es mir mit Shaun, dem Sohnemann, der einfach mal ordentlich durchgeschüttelt gehört hätte mit seinen rotzfrechen Antworten.

Fazit

"Schattenturm" ist ein Thriller mit altbekannter Idee, der leider null Spannung hinzugefügt wurde. Ich habe lange überlegt, wie ich das Buch bewerten soll. Entschieden habe ich mich für zwei Sterne, da ich mir den einen einzelnen Stern für Bücher aufhebe, die mich wirklich aufregen. "Schattenturm" hat mich aber einfach nur kalt gelassen und gelesen habe ich es wahrscheinlich nur des Lesens willen. Ich kann nur hoffen, dass Band 2 "Blutbeichte" besser wird.

Bewertung vom 06.12.2014
Wenn die Kuckuck zweimal klingelt
K., Katja

Wenn die Kuckuck zweimal klingelt


ausgezeichnet

Inhalt

Katja K. ist Gerichtsvollzieherin in einem der wohlhabenden Wohngegenden in München. Doch obwohl gerade hier alles vor Geld und Reichtum strotzt und man meinen könnte, dass eine Gerichtsvollzieherin eher weniger zu tun hat, ist Katja K. vollauf beschäftigt. Gerade die Reichen und Schönen stecken bei Zahlungsaufforderungen und Mahnungen offensichtlich vermehrt den Kopf in den Sand, so nach dem Motto "Wenn ich es nicht sehe, dann sieht es mich auch nicht". Doch die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit sind so vielschichtig wie das Leben selbst. Von der armen Charity-Lady, die auf einen Heiratsschwindler herein gefallen ist, über den Unternehmer, der sein ganzes Vermögen auf seine Verlobte überschrieben hat, um der Zahlung von Kindesunterhalt entgehen zu können, bis hin zur talentierten Bäckerin, die zwar wirklich Talent in ihrem Handwerk hat, aber ansonsten vom Unternehmertum wenig versteht. Doch auch skurilles kommt im Leben von Katja K. nicht zu kurz. So treibt sie auch mal Schulden direkt bei einem Heavy Metal Konzert ein oder bei einer Abendgala oder auch gerne mal in einem kleinen Dschungel mitten in München.

Cover

Das Cover hat mich sofort angesprochen, als ich es gesehen habe. Es ist in einem wirklich knalligen Pink gehalten und zeigt einen Comic-Kuckuck, der mitsamt Aktentasche in Richtung eines Hänge-Häuschens fliegt. Ich hätte für solch ein Buch dieses Cover bestimmt nie erwartet und das macht es meiner Meinung nach so besonders. Es fällt definitiv auf.

Das hat mir gefallen

In dem Buch werden kleine Kurzgeschichten erzählt, die sich alle um die Gerichtsvollzieherin Katja K. drehen. Sie ist in München tätig und hat vor allem mit den "Schönen und Reichen" zu tun. Hierbei handelt es sich nicht um eine toternste Tatsachenerzählung, sondern wie bereits auf dem Cover aufgezeigt wurde um die Kuriositäten, die solch ein Beruf mit sich bringen kann. Und obwohl bestimmt die eine oder andere Geschichte etwas überzogen erscheint, kann ich mir gut vorstellen, dass diesen Geschichten doch ein Kern an Wahrheit zugrunde liegt. Das Leben ist nun mal vielschichtig und auch wenn man an manchen Stellen denkt "Das kann aber nicht wahr sein", kommt einem beim zweiten Blick dann doch der Gedanke, dass es irgendwo auf dieser Welt genau so einen Verrückten geben wird. Die Hauptfigur Katja K. war mir dabei sehr sympathisch und meiner Meinung nach schafft dieses Buch auch mal einen anderen Blick auf den Beruf des Gerichtsvollziehers. Im Volksmund ist der Beruf doch meist negativ behaftet. Aber durch dieses Buch bekommt man auch einen Blick hinter die Kulissen und hinter die Person hinter der Bezeichnung "Gerichtsvollzieher". Denn Katja K. ist nicht, wie vielleicht erwartet, immer die Böse, deren erstes Ziel es ist, andere Menschen in den finanziellen Ruin zu treben, sondern zeigt Mitgefühl und bietet auch bei Fällen Hilfe an,, bei denen manch anderer vielleicht bereits die Geduld verloren hätte. Dabei werden die Geschichten im Ich-Erzählstil geschrieben und somit erhält man in die Gefühlswelt von Katja K. einen guten Einblick. Außerdem half der Erzählstil, das Buch recht schnell und recht flüssig wegzulesen.

Das hat mir nicht gefallen

Das Buch hat mich gut unterhalten und zumeist auch amüsiert. Daher habe ich dieses Mal gar nichts auszusetzen.

Fazit

"Wenn die Kuckuck zweimal klingelt - Kurioses aus dem Leben einer Gerichtsvollzieherin" ist ein kurzweiliges, amüsantes Buch, das sich flüssig lesen lässt. Es hat mich gut unterhalten und da es mit knapp 200 Seiten recht "knapp" ist, lässt es sich wunderbar "nebenher" lesen.

Bewertung vom 21.11.2014
Engelsschmerz (eBook, ePUB)
Martens, Anna

Engelsschmerz (eBook, ePUB)


gut

Cover

Das Cover zeigt auf einem weißen Hintergrund mit schwarzen Sprenklern eine schwarze Feder und den Titel "Engelsschmerz" in Rot. Damit ist das Cover zwar recht schlicht gehalten, finde ich aber für einen Thriller durchaus passend. Man sieht kein unnötiges Schnick-Schnack und erzeugt trotzdem eine irgendwie üble Stimmung.

Das hat mir gefallen

Die Geschichte beginnt gleich mit einem wirklich spannenden Prolog, der zwar anfangs etwas verwirrend wirkt, aber wahrscheinlich war das das Ziel der Autorin. Jule hat im Internet einen Mann kennengelernt, mit dem sie scheinbar genau auf einer Wellenlänge liegt. Doch als Jule dem Mann ein Bild von sich schickt, möchte dieser weder weiterhin Kontakt, noch dass Jule und er sich treffen und schon bekommt man das Gefühl, dass dieser Typ unheimlich ist. Die Autorin schafft es direkt, dass Bernd einem wie ein Serienkiller vorkommt und als Jule dann zu ihm fahren will, schreit alles im Leser danach, die junge Frau zu schnappen und mal durchzuschütteln, um sie zu Verstand zu bringen. Aber es kommt, wie es kommen muss... Dabei wählt Martens einen flüssigen und leichten Schreibstil und erzählt die Geschichte aus vier unterschiedlichen Sichten: aus der von Jule, aus der Sicht der Mutter und der Kommissarin und auch aus der Sicht des Täters. Damit bekommt man sowohl einen Einblick in die Gefühlswelt der Mutter, die sich hilflos und verzweifelt fühlt, in die Gefühlswelt des Täters, in seine Gedanken und Gefühle. Wirklich gut herausgearbeitet war vor allem Jule und wie sie mit ihrer Situation umgeht. Im Nachwort schreibt die Autorin, dass sie mit Hilfe von Natascha Kampusch Eindrücke aus einer solchen Situation gesammelt hat. Und ich finde, dass ihr das wirklich gut gelungen ist. Zwar haben schon andere Autoren die Lage von Geiseln beschrieben, aber so realistisch, wie es Anna Martens darstellte, habe ich es noch nie gelesen. Somit erlebt der Leser parallel, wie die Ermittlungen der Mutter und der Kommissarin laufen als auch wie Jules Gefangenschaft. Zwar konnte ich zu keine der Personen eine richtige Beziehung aufbauen, aber wahrscheinlich war auch das von der Autorin gewollt.

Das hat mir nicht gefallen

An sich mag ich solche Geschichten gerne: da haben wir das Opfer, das etwas blauäugig ist, irgendjemand, der sie sucht (hier haben wir sogar Mutter und Polizei) und schließlich der armen kranken Irren, der für die ganze Sache verantwortlich ist. Die Autorin hat also nicht das Rad neu erfunden, aber trotzdem kann man einen super Thriller daraus machen. Doch leider hatte ich oft das Gefühl, dass die Geschichte auf der Stelle tritt. Die Kapitel wiederholen sich in der Handlung, wirklich was passieren tut nicht. Größter Minuspunkt waren für mich aber die Charaktere, die mir einfach zu blass waren. Jule scheint ein ganz normales Mädchen zu sein, aber als sie sich mit einem Wildfremden treffen will, losfährt und niemandem sagt, wo sie hingeht, was war das? Haben da die Synapsen in ihrem Hirn nicht richtig gezündet oder wie? Klar gibt es naive Menschen, aber im Rest des Buches macht Jule eben gar keinen naiven Eindruck. Auch die Mutter war wenig überzeugend: sie soll zwar eine richtige Beschützermutter zu sein, macht sich aber erst nach Wochen ohne Kontakt zur Tochter mal Sorgen. Am schlimmsten fand ich da aber den Täter, von dessen Beweggründen überhaupt nichts durchsickert. Was war da los, ist der morgens aufgestanden und sich gedacht: "heute ist ein guter Tag zum Mädchen kidnappen?". Außerdem hat mir nicht gefallen, dass das Ende so überstürzt herbei geführt wurde.

Fazit

Bei "Engelsschmerz" handelt es sich um einen durchschnittlichen Thriller mit Höhen und Tiefen, der sich zwar leicht lesen lässt und die Gefühle der Geisel gut rüberbringt. Allerdings war die Ausarbeitung der Charaktere widersprüchlich. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Bewertung vom 12.11.2014
Tödliche Spiele / Die Tribute von Panem Bd.1
Collins, Suzanne

Tödliche Spiele / Die Tribute von Panem Bd.1


ausgezeichnet

Je länger ich das Cover sehe, desto mehr gefällt es mir. Anfangs fand ich es ein wenig langweilig. Doch nachdem ich die Geschichte des Buches erfahren habe, hatte ich den Eindruck, dass das Cover perfekt zum Buch passt. Eine junge Frau, die sich hinter einigen Blättern versteckt... passt einfach gut. Sehr positiv dabei finde ich vor allem, dass die drei Teile der Reihe aufeinander abgestimmt sind und die Reihenzugehörigkeit sofort erkennbar ist.

[ Das hat mir gefallen ]
Schon kurz nachdem ich das Buch zur Hand genommen habe, war ich dermaßen gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, obwohl ich bereits den Film gesehen hatte und damit wusste, was mich erwartete. Die Geschichte, welche Suzanne Collins um die Protagonsiten Katniss und Peeta gesponnen hat, ist zwar nicht unbedingt was furchtbar Neues, aber trotz allem immer wieder erschreckend. Immer wieder geht einem der Gedanken durch den Kopf: "Wer kann sich so etwas ausdenken?". Sich gegenseitig abschlachtende Jugendliche, eine Kampfarena, aus der nur einer lebend herauskommt.... immer wieder die Frage, wie man sich so etwas einfallen lassen kann. Und dann überlegt man weiter und es schießt einem ein weiterer Gedanken durch den Kopf: so abwegig ist das gar nicht.
Das Buch beleuchtet das Problem der Kluft zwischen Arm und Reich, es stellt eine Kritik an unsere heutige Sensationsgiers dar und schon allein der Umstand, dass man dieses Buch in Händen hält, ist Beweis genug.
Neben der fessenlnden Geschichte hat die Autorin auch glaubhafte und absolut nicht klischeehafte Charaktere geschaffen, die man (trotz Oberflächlichkeit bei der einen und Alkoholismus beim anderen) schnell ins Herz schließt.
Dabei verwendet Collins einen für ein Jugendbuch angebrachten, leichten und schnörkellosen Schreibstil, der es geschafft hat, mich ins Geschehen zu ziehen. Normalerweise finde ich Bücher, bei denen sich die Handlung seitenweise durch irgendwelche Wälder zieht, extrem langweilig. Daher war ich etwas besorgt, dass ich mich beim Buch (im Gegensatz zum Film) etwas quälen würde, was aber absolut nicht der Fall war.

[ Das hat mir nicht gefallen ]
Die angeführten Minus-Punkte sind wirklich nur minimal, ändern nichts an meiner Begeisterung für das Buch, allerdings wollte ich sie trotzdem erwähnen.
Zunächst ist mit Katniss stellenweise auf den Keks gegangen mit ihrem ewigen "ICH versorge die Familie", "ICH bin der Grund, warum meine Familie noch lebt", "ICH habe so unter dem Tod meines Vaters gelitten". Sie kam mir manchmal wirklich unglaublich egoistisch vor, was für die Spiele bestimmt notwendig ist, aber es schwer macht, sie sympathisch zu finden.
Außerdem fiel mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer, da die Story im Präsens erzählt wird und mir diese Erzählweise stellenweise etwas gekünstelt vorkam.

[ Fazit ]
"Die Tribute von Panem" ist mehr als ein Jugendbuch und jeder Erwachsene, der einen Bogen um das Buch macht, weil es eben als Jugendbuch verkauft wird, verpasst eine fessenlnde, spannende, romantisch, actionreiche Geschichte. Das Buch ist definitiv ein Highlight für mich und ich kann es kaum erwarten, Teil zwei zu lesen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.11.2014
Eine verhängnisvolle Erfindung / Ein MORDs-Team Bd.3 (eBook, PDF)
Bareiss, Ute

Eine verhängnisvolle Erfindung / Ein MORDs-Team Bd.3 (eBook, PDF)


gut

Vor kurzem hatte ich einen richtigen "ich muss mir an den Kopf klatschen"-Moment, als ich gecheckt habe, dass auf den Covern der "M.O.R.D.s-Team"-Reihe immer das gleiche Haus im Hintergrund zu sehen ist. Man, da bin ich mir ein wenig doof vorgekommen.
Aber Schwamm drüber... auch dieses Mal also wieder das Haus oder Schloss und auch wieder die Holzwand, an der das Bild angepinnt wurde. Nachdem Band 1 von einem Basketball geziert wurde (und sich das Buch auch größtenteils um Mason drehte) und dass zweite Buch eine Kamera im Vordergrund hatte (hier stand Olivia im Vordergrund), dieses Mal also ein Laptop. Daher war gleich erkennbar: dieses Mal geht es um Randy, den kleinen Computer-Freak.
Ich persönlich mag es sehr, wenn man die Zugehörigkeit einer Reihe bereits von außen sehen kann. Daher wieder Daumen hoch für das Cover.

[ Das hat mir gefallen ]
Ich hatte auch beim dritten Band der Reihe wieder Bedenken, in wieweit sich der Umstand auswirkt, dass sich drei verschiedene Autoren mit dem Schreiben abwechseln. Nachdem Teil 1 von Andreas Suchanek geschrieben wurde und Teil 2 aus der Feder von Nicole Böhm stammte, durfte nun also Ute Bareiss ihr Talent unter Beweis stellen. Aber auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht, da zwar der Schreibstil sich von den Vorgänger unterscheidet, dies der Geschichte aber keinen Abbruch tat. Hiermit ein großes Lob an alle drei Autoren, dass sie sich so souverän aufeinander eingespielt haben.
In "Eine verhängnisvolle Erfindung" steht Randy im Mittelpunkt, der mir bisher am verschlossensten geblieben ist. Jetzt hab ich ihn richtig ins Herz geschlossen. Er ist einfach ein etwas schüchterner Junge, der das Herz aber am rechten Fleck hat und auch in der Lage ist, seinen Mann zu stehen.
Aber auch Mason, Danielle und Olivia kommen nicht zu kurz. Die vier Jugendlichen haben zwischenzeitlich ein wirklich inniges Verhältnis zueinander gebildet.
Aufgefallen ist mit aber vor allem, dass die Story viel mehr Action aufwies als die Vorgänger. Stellenweise ging es richtig rund und man merkt, dass die Vier langsam aber sicher in eine richtig große Sache reingezogen werden.

[ Das hat mir nicht gefallen ]
Es war mir zwar klar, dass nicht das ganze Geheimnis um Marietta King gelöst wird, da ja noch einige Bände der Reihe folgen sollen. Aber im Gegensätz zu den Vorgängern, war Teil 3 recht geizig mit neuen Erkenntnissen im Hinblick auf deren Tod oder den Verbleib ihres Babys. Mason, Olivia, Randy und Danielle starten zwar die ein oder andere Aktion, um etwas Neues in Erfahrung zu bringen, wirklich was dabei rüber kommt aber nicht. Mir hat zwar die Geschichte rund um den Einbruch in Randys Haus gut gefallen und auch die Auseinandersetzung, die Mason über sich ergehen lassen muss, aber ich hätte mir gewünscht, dass es ein wenig mehr um die eigentliche Geschichte geht.
Und dann gibt es da noch einen Minuspunkt, bei dem ich nicht weiß, ob es wirklich einer ist oder ob daran ich schuld war. Allerdings glaube ich, dass die Formatierung des eBooks dieses Mal etwas verhauen war. Ich nutze zwar erst seit kurzem einen eReader, aber bisher hatte ich nie Schwierigkeiten. Doch bei "Eine verhängnisvolle Erfindung" musste ich im letzten Drittel ständig an der Schriftgröße rumschrauben, da entweder der unterste Satz der Seite nur zur Hälfte angezeigt wurde oder gar komplett verschluckt wurde. Ich hatte nachher echt wenig Lust, das Buch nochmals zu öffnen. Aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob das einfach vielleicht an meiner Wenigkeit lag.

[ Fazit ]
Der Nachfolger zu "Der lautlose Schrei" und "Auf tödlichen Sohlen" kann sich schon sehen lassen, da es actionreicher zugeht, allerdings hinsichtlich der Hauptgeschichte zu wünschen übrig lässt. Für Fans der Reihe aber trotzdem ein "Must-have".

Bewertung vom 07.11.2014
Gut gegen Nordwind
Glattauer, Daniel

Gut gegen Nordwind


ausgezeichnet

[ Inhalt ]
Emmi Rothner möchte ihr Like-Zeitschriftenabo kündigen, doch wegen eines Tippfehlers gelangt die Mail nicht zum Like-Verlag, sondern zu Leo Leike. Dieser weist sich freundlich auf ihren Fehler hin, doch Emmi passiert dieser kleine Fehler immer wieder und so landet nachher sogar ihre Massen-Weihnachtsmail bei Leo. Zwischen den beiden entsteht ein lockerer E-Mail-Kontakt, der sich mit der Zeit für beide als unverzichtbar erweist.

[ Cover ]
Das Cover, was kann ich da sagen. Ich find es grässlich, ganz ehrlich. Es passt weder zum Thema des Buches, noch zu seiner Eigenart oder zu den Gefühlen, die dieses Buch beim Leser hervorruft. Ich hätte mir da irgendetwas anderes gewünscht, keine Ahnung, was... aber anders.
Da ich das Buch aufgrund einer Empfehlung gekauft habe, war das jetzt nicht so schlimm. Normalerweise bin ich eine Cover-Käuferin und ohne das Wissen um den Inhalt, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht zur Hand genommen.

[ Das hat mir gefallen ]
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, da das Buch nach dem Zuschlagen noch lang und intensiv nachklingt.
Der Schreibstil ist wohl das auffallendste Merkmal dieser Geschichte. Das ganze Buch besteht nur aus E-Mails, die Emmi und Leo miteinander austauschen. Es ist etwas Neues und Aufregendes und anfangs hatte ich auch Bedenken, dass durch diese Eigenart große Gefühle vermittelt werden können. Aber es hat geklappt. Am Schluss musste selbst ich mir das eine oder andere Tränchen verdrücken.
Als Protagonisten stehen Leo und Emmi natürlich im Vordergrund, doch auch Emmis Ehemann Bernhard bekommt seinen Auftritt und hat sich sofort in mein Herz geschlichen. Alle Personen sind wundervoll liebevoll ausgearbeitet.
E-Mails sind ja doch etwas, bei dem man meint, dass Gedanken und Gefühle zwischen Absender und Empfänger bleiben. Daniel Glattauer hat es dabei geschafft, zu zeigen, wie Menschen sich nach und nach füreinander öffnen können.
Durch den Schreibstil liest sich das Buch recht schnell weg und ist extrem kurzweilig. Und trotz der Geschichte ist das Buch zu keiner Stelle kitschig, was Emmi auch gar nicht zugelassen hätte.
Auch der Witz kommt nicht zu kurz. So habe ich wirklich schmunzeln müssen, als Leo nach einer Flasche Wein sternhagelblau endlich auch mal anfängt, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.
Die Geschichte baut keinen Spannungsbogen im eigentlichen Sinne auf. Es kommt nicht zu einem Knall oder sonstiges. Aber je länger man das Buch in der Hand hält, desto mehr wünscht man sich, dass Emmi und Leo ihr Happy-End miteinander finden. Bis zu der Mail, in der klar wird, dass Emmi verheiratet ist. Die einzige Person, die zu dieser Stelle schon Liebeskummer hatte, war ich.

[ Das hat mir nicht gefallen ]
Ein Manko an diesem Buch ist die Stellung, welche Emmis Ehemann Bernhard einnimmt. Zwar dient er dazu, die Spannung aufrecht zu erhalten und ohne ihn wäre die Geschichte bestimmt weniger geheimnisvoll. Aber er tat mir wirklich leid und tut es immer noch. Irgendwie blieb bei mir der fade Beigeschmack, dass manchmal gerade das größte Vertrauen ausgenutzt wird.
Außerdem gab es kleine Stellen, an denen mich Emmi mit ihrer Art aufgeregt hat. Sie nimmt sich in manchen Angelegenheiten einfach zu viel raus. Aber irgendwie gehören diese Einmischung auch zu ihrer Art.

[ Fazit ]
Glattauer schafft es, durch einen vertraulichen Austausch von E-Mails große Gefühle zu erzeugen. Das Buch bleibt einem nach dem Lesen lange in Erinnerung und wer danach nicht sofort zu Teil 2 greifen will, der hat wohl ein Herz aus Eis.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.