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Benutzername: Buecherseele79
Wohnort: Schwarzwald
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 5 Bewertungen
Bewertung vom 23.10.2018
Winterkalt: Thriller
Shepherd, Catherine

Winterkalt: Thriller


ausgezeichnet

Thrillerfans sollten sich die Autoin Catherine Shepherd auf jeden Fall merken!
Für mich war dies das erste Buch mit der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und ihrem Freund/Kollegen Florian Kessler.
Man kann die Bücher jedoch leicht ohne Vorkenntnisse der anderen Bücher lesen da sie alle in sich abgeschlossen sind.
Der Schreibstil ist bei der Autorin leicht, jedoch schnell packend und sobald ich das Buch begonnen hatte konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen!
Julia Schwarz und Florian Kessler waren mir sehr schnell sympathisch, auch das Umfeld der beiden konnte mich begeistern und zum lesen mitreissen.
Interessant ist die Thematik die von der Autorin diesmal gewählt wurde- Eisskulpturen, aber auch was ein Erfrierungstod für ein Opfer bedeutet.
Gerade bei dem Punkt Eisskulptur merkt man dass die Autorin sehr gewissenhaft recherchiert hat und verpackt dieses Wissen spannend und interessant in ihren neuen Thriller.
Gekonnt streut die Autorin wieder verschiedene Spuren und Hinweise und als Leser kann man selbst wählen ob man sich auf dieses Spuren einlässt oder sich selbst Gedanken zum Täter macht.
Das Ende war für mich stimmig, spannend, nicht vorhersehbar und sehr gelungen.
Unter dem Strich wieder ein sehr überzeugender und spannender Thriller aus einer Reihe mit sympathischen Ermittlern.
Ich kann die Autorin und die Reihe der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz nur empfehlen!

Bewertung vom 16.10.2018
Überleben
Zeillinger, Gerhard

Überleben


ausgezeichnet

Walter Fantl lebt mit seinen Eltern sowie seiner Schwester in Österreich und führen ein unbeschwertes Leben.
Sie sind in Bischofstetten die einzige jüdische Familie was aber keinen stört.
Dies ändert sich jedoch schlagartig als die Nationalsozialisten die Macht erlangen und auch Österreich von Hitler eingeommen wird.

Warum sollte man dieses Buch lesen?
Gibt es nicht schon genügend Bücher über diese Thematik?

Wenn man die heutigen Zeiten sieht und erlebt dann zweifel ich persönlich sehr stark an dem gesunden Menschenverstand und ja, diese Bücher von den sterbenden Zeitzeugen sind wichtiger denn je!
Und ich möchte meinen Respekt und Dank an Walter Fantl sowie seinen überlebenden Freunden aussprechen dass auch sie ihre Geschichte erzählt haben.

Sehr einfühlsam und schön beschreibt Walter Fantl sein Leben in Bischofstetten, eine ruhige und schöne Dorfgemeinschaft wo jeder jeden kennt und respektiert.
Und als die Nationalsozialisten die Macht übernehmen, als Hitler sich Österreich "einverleibt" ändert sich für Walter und seine Familie alles.

Wie viele Juden denken sie auch zu Beginn dass es nicht so schlimm werden wird, dass die Nazis nicht lange die Macht halten können und doch versucht die Familie Fantl nach Amerika auszuwandern.
Was dies aber alles für Schwierigkeiten mit sich brachte, alleine weil der Postweg ewig dauerte, man viele Dokumente und Zeugen brauchte- dies alles erzählt Walter Fantl in seinem Buch.
Man bangt von Beginn an mit der Familie mit und merkt doch recht schnell- so einfach war es damals eben doch nicht, man konnte nicht von heute auf morgen das Land verlassen.

Trotz täglich neuer Verbote, den Verlust von Geschäft und Haus, Zwangsarbeit für einen Hungerlohn versucht Walter Fantl mit seinen Freunden das Beste aus der Situation zu machen, sehr oft spricht er dass er Glück hatte, dass ein ein paar schöne Stunden mit Freunden geniessen konnte.

Mit seiner Familie wird Walter ins Ghetto nach Theresienstadt gebracht, auch hier versucht Walter sein Bestes aus der Situation zu machen, versucht seine Eltern zu unterstützen.
Wie grausam und perfide die Nationalsozialisten waren, gerade in Blickpunkt auf Theresienstadt wird durch die Erzählungen von Walter Fantl sehr genau wiedergegeben.

Zusammen mit seinem Vater wird Walter nach Ausschwitz gebracht..er ist in einem Übergangslager und kommt dann nach Gleiwitz ins "Krepierlager" wo er als Schlosser und Schweisser tätig sein muss und den Lagerinsassen jeder Tag zur puren Hölle gemacht wird...

Sehr bewegend und vor allem sehr aussagekräftig fand ich das "Nach dem Krieg und wir sind frei".
Man hat alles verloren, sucht nach Angehörigen die ebenfalls in Ghettos und KZ´s waren, hat keine wirkliche Heimat mehr, kein Haus, kein Job und ist körperlich und psychisch am Ende, wie soll man jetzt an ein neues Leben anknüpfen?
Wo ist man noch willkommen?
Wo erfährt man Hilfe und Zuwendung?

Unter dem Strich hat Walter Fantl hier ein sehr bewegendes und eindrucksvolles Zeitdokument verfasst welches ich jedem, wirklich jedem ans Herz legen muss!


--> "Dann bin ich zu einem Kapo hin und habe gefragt:
Was ist mit den anderen?
Wo ist mein Vater?
Und der schaute mich an und zeigt auf einen der Schorn-
steine und sagt: Siehst du den Rauch? Das sind die anderen,
das ist dein Vater".

Bewertung vom 01.10.2018
Die Party
Winner, Jonas

Die Party


ausgezeichnet

Zu Beginn stellt sich dem Leser die grosse Frage- was war damals, Halloween 1986 passiert?!
Der Schreibstil ist, wie vom Autor gewohnt, flüssig, spannend und konnte mich mitreissen.
Gerade zu Beginn wird man mit 10 bzw. 11 Protagonisten "überschwemmt" und hat erstmal Probleme alle kennenzulernen bzw. sie auseinanderzuhalten.
Der Autor hat aber hinten im Buch nochmals eine Liste mit allen Protagonisten aufgstellt die gerade beim Beginn des Buches eine grosse Hilfe ist.
Der Augenmerk liegt irgendwie auf allen und doch sticht Nick hier heraus und ich kann für mich sagen dass mir Nick sehr sympathisch war und oft den kühleren Kopf von allen bewahrte.
Gleichzeitig treffen hier 11 Leute von damals aufeinander, jeder hat sein eigenes Leben aufgebaut, vieles was von damals verdrängt wurde dringt nun wieder an die Oberfläche und somit wird die Party sehr spannend, explosiv und blutig.
Für schwache Nerven die Warnung- eher Finger weglassen!
Ewig ist dem Leser nicht klar warum Brandon diese Party nochmals veranstaltet und noch dramatischer wird die Situation als der Gastgeber Brandon von seinem Kronleuchter erschlagen wird.
Unfall?
Mord?
Aber wer hätte ein Motiv?
Warum sollten sie alle den Tod von Brandon miterleben?
Wer hatte wirklich noch Kontakt zu ihm?
Anschuldigungen, Angst, Verzweiflung und Überlebenstrieb machen sich unter den 10 übrigen Partygästen breit.
Denn nach einer Botschaft ist klar- nur einer wird die Party lebend überlassen!
Jeder versucht sein Leben zu retten, jeder fragt sich wer hier ein falsche Spiel spielt und als Leser ist man ständig am mitbangen, mitgrübeln und hat doch so gar keine Ahnung was hier das Motiv sein könnte.
Die Auflösung zum Ende hin...auf der einen Seite hat sie mir nicht gefallen, es war für dieses Szenario doch zu banal, zu ja, fast langweilig.
Aber wer das Buch lesen wird, gelesen hat wird merken dass der Autor hier 2 Überraschungen an den Tag legt und mit der zweiten Auflösung konnte er mich komplett schocken und überzeugen.
Trotz der kleinen Schwäche am Ende, die doch irgendwie wieder ausgeglichen wird, kann ich das Buch nur empfehlen!

Bewertung vom 01.10.2018
Die Zelle
Winner, Jonas

Die Zelle


sehr gut

Der elfjährige Sammy zieht mit seinem Bruder sowie Kindermädchen Hanna und den Eltern von London nach Berlin, in eine grosse Villa.
Sammy muss sich selbst beschäftigen und findet an dem grossen Garten seine Freude...bis er bemerkt dass sein Vater einen geheimen Eingang zu einem Kellerbunker hat....und in einem dieser Räume wird ein Mädchen festgehalten....
Sammy möchte dem Mädchen unbedingt helfen, aber wem kann er sich anvertrauen?!
Und welche Gefahr geht von seinem Vater aus?
Als Sammy beschliesst zu handeln ist das Mädchen plötzlich verschwunden...und Sammy findet keine Ruhe mehr...

Was für ein gelungener Thriller der für mich schon eher Richtung Psychothriller geht!
Herr Winner muss sich keinesfalls hinter Fitzek und Co verstecken, er kann mit diesem Buch auf jeden Fall locker mithalten!
Der Schreibstil war für mich sehr leicht, angenehm und ich fand auch gleich in die Geschichte hinein.
Was einen in diesem Buch erwartet erscheint so klar und doch merkt man ganz schnell- der Weg des Buches ist keinesfalls gerade eingezeichnet.
Sammy war mir von Beginn an sehr sympathisch und oft tat er mir auch leid da er für sich alleine war, die Eltern beide Berufstätig, der ältere Bruder mit seinen Freunden beschäftigt und Sammy soll doch nicht soviel Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Düstere Wolken ziehen auf als Sammy das Mädchen im Keller entdeckt und ab da beginnt sich alles zu verändern und so ganz wusste ich als Leserin nie- wem kann Sammy eigentlich vertrauen, wer ist hier Feind und wer ist hier Freund?
Auch ein sehr deutliches Bild über die Familie und die Hintergründe ihrer Handlungen wird hier abgezeichnet, jedoch bleibt Sammy, unter dem Strich, die Hauptperson in diesem Buch der mit seinem Vater fast um die Aufmerksamkeit des Lesers buhlt.
Man denkt als Leser oft- das ist klar, die Sache ist geklärt und dann endet ein Abschnitt mit einer neuen Erkenntnis, Begebenheit und alles stürzt wieder zusammen und man beginnt von vorne zu überlegen, sich einen möglichen Überblick zu verschaffen.
Was mich persönlich ein bisschen gestört hatte war dass Sammy für seine 11 Jahre sehr sehr erwachsen und fast strukturiert gehandelt hat, natürlich muss er sich alleine mit sich beschäftigen, aber wie er in gewissen Situationen gehandelt hat war mir dann doch zu gross, zu unrealistisch.
Trotzdem konnte mich das Buch, unter dem Strich komplett packen, fesseln und zum Ende hin absolut überraschen und erstmal sprachlos zurücklassen!
Wer gut Thriller liebt ist mit den Büchern des Autors, in meinen Augen, sehr gut beraten.

Bewertung vom 19.09.2018
Puppenmutter
Korten, Astrid

Puppenmutter


ausgezeichnet

Dies ist der 13.Thriller der Autorin und ich, als Fan ihrer Bücher muss ehrlich sagen- hier hat sie sich, in meinen Augen, übertroffen.
Puppen waren mir schon immer eher unangenehm, aber ich glaube jetzt mache ich, in Zukunft, einen grossen Bogen drum herum. ;)
Der Schreibstil ist flüssig, spannend und gleich zu Beginn bekommt man ein Gefühl dass dieses Buch keine guten Gedanken im Sinn hat.
Tess war mir von Beginn an sehr sympathisch, auch wie sie mit dem Überfall und dem Tod ihres Mannes umgeht war gut und glaubwürdig umgesetzt.
Man erlebt neben Tess auch die beste Freundin von ihr- Amelie, die ebenfalls ein Geheimnis hat was sie ihrer besten Freundin aber nicht anvertrauen mag.
Immer wieder werden Einblicke von Verliebtheit gegeben, Briefe an Tessa mit sehr eindeutigen Wünschen und Hoffnungen und als Leser ist man ständig am raten und rätseln wer denn der unbekannte Verfasser der Briefe sein könnte, die Autorin streut hier gekonnt Hinweise, Zweifel, Worte die man als Leser ernst nimmt und doch immer nachdenkt ob man auf der richtigen Spur ist.
"Zwischen den Zeilen" ergibt kein eindeutiges Bild, es ist hier immer wieder ein raten und überlegen, nur dass Alice eine grosse Rolle spielt und gerade diese Abschnitte "Zwischen den Zeilen" erhöhen, in meinen Augen, den Gänsehautfaktor.
Das Ende, wieder ein Ende welches ich so in keinster Weise erwartet habe, welches mich wieder sehr überrascht zurückgelassen hat und ja, man merkt einfach dass die Autorin ein gekonntes Händchen für Thriller und Psychothriller hat.
Unter dem Strich wieder ein Thriller der auch Grusel und Gänsehautmomente bereit hält und ich kann die Autorin jedem Thrillerfan nur ans Herz legen!